Offshore-Windkraft: Chill-Out-Zone für Fischschwärme

Mitte Juni wurde der Globale Tag der Windenergie gefeiert. Der Bundesverband Windenergie (BWE) berichtet von Veranstaltungen in mehr als 35 Ländern. Hierzulande liefen bei diversen Public-Viewing-Veranstaltungen im Rahmen der WM Werbetrailer für die umweltfreundliche Energieform.

Derweil expandiert die Windenergie munter weiter. Weltweit hat die Wind-Branche von der Wirtschaftskrise bisher nicht viel zu spüren bekommen. Im vergangenen Jahr wurden Windenergieanlagen mit einer Leistung von fast 37.500 Megawatt neu installiert, deutlich mehr als noch ein Jahr zuvor. Rund um den Globus drehen sich inzwischen Windräder mit einer Leistung von rund 158.000 Megawatt.

Für den hiesigen Markt geht der BWE weiter von stabilem Wachstum aus, wobei in den nächsten Jahren die Auswechslung alter Anlagen durch wesentlich leistungsstärkere neue voraussichtlich eine zunehmende Rolle spielen wird. Durch die gesteigerte Leistungsfähigkeit der Mühlen wird zukünftig immer weniger landschaftliche Fläche benötigt, um ausreichend Windparks für den dringend benötigten Ausbau erneuerbarer Energien zu bauen.

Bis 2020 rechnet der BWE mit einer installierten Leistung von 45.000 Megawatt an Land und 10.000 Megawatt auf See, womit 25 Prozent des Strombedarfs in Deutschland abgedeckt werden könnten.

In diesem Zusammenhang ist eine Studie aus Schweden sehr interessant, die die Auswirkung von Offshore-Windparks auf die dortige Tier- und Pflanzenwelt untersucht hat. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die Fundamente der Anlagen für viele Arten sehr reizvoll sind.

Insbesondere wenn in etwaige Betonfundamente Löcher gebohrt würden, oder wenn die Fundamente mit Felsbrocken gesichert würden, entstünden dadurch künstliche Riffe, die von vielen Lebewesen angenommen werden. Der Meeresboden in der Nähe der Anlagen weise größere Populationen von Bodenfischen auf.

Eine Rolle spielt offenbar auch, dass der Fischfang in unmittelbarer Nähe zu den Anlagen nicht so intensiv wie andernorts durchgeführt werden kann. Denkbar sind dann natürlich der Bau von regelrechten „Chill-Out-Zonen“ in den zahlreichen Windparks, die in den nächsten Jahren in der Nordsee entstehen werden. Das würde für die dortigen Fischbestände als Nebeneffekt den dringend benötigten Ruheraum schaffen.

Daniel Seemann

Tags Deutschland | Offshore | Offshore Windkraft | Offshore-Windpark | Windkraft | Windpark Kategorien Erneuerbare Energien Cleantech Windenergie Datum Mittwoch, den 23. Juni 2010 um 05:03 Uhr Autor Daniel Seemann

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