Energiespeicher: Flexible Lastverschiebung im Praxistest

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Wärmespeicher

Die Stadtwerke Wunsiedel testen den Einsatz von flexiblen Wärmespeichern in Wohnungen zur Abfederung von Lastspitzen von Ökostrom.

„Statt nur auf Netzausbau zu setzen, bietet es sich an, bereits vorhandene Wärmespeicher zu nutzen, die zur Stabilisierung des vorhandenen Netzes beitragen“. Dies ist laut Marco Krasser, Geschäftsführer der Stadtwerke Wunsiedel (SWW), die Zielsetzung der „WUNWohnlabors-Energie“.

Für den Praxistest wurde eine Altbauwohnung der SWW aus den 1950er Jahren umgebaut. Neuartige Wärmespeicher-heizungen, also Stromheizungen, ermöglichen dank separat ansteuerbarer Heizelemente, Smart Grid-Schnittstellen und einer zentralen Steuereinheit eine flexible Ladung der Geräte. Bei einem Überangebot von Wind- und Solarstrom kann die SWW diesen direkt in die Stromspeicher leiten. Vom Leitstellenrechner des städtischen Versorgers werden über eine gesicherte Cloud Informationen in die Wohnung übermittelt und Steuersignale zu den Elektrogeräten gesendet bzw. Daten aus der Wohnung zurückgesendet.

„Erstmals haben wir damit intelligente Energiespeichergeräte, die mit dem Netz über Energieverbrauch und –bedarf kommunizieren können“, sagte Krasser. Über lastvariable Tarife sollen Preisvorteile an die Verbraucher weitergegeben werden.

Das Projekt ist Teil des vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Forschungsprojektes „Smart Eco“. Neben Glen Dimplex Deutschland sind weitere bayerische Unternehmen wie Diehl, EMZ und Frenzelit an dem Wohnlabor beteiligt.

„Energiespeicher sollten als fester Bestandteil des Netzes gelten und damit bei der Kalkulation der Netzentgelte berücksichtigt werden“, unterstrich Krasser. Dies sei derzeit nicht der Fall, somit werde „in Kupfer, nicht in Stromspeicher investiert“. Auch die Regulation müsse sich jedoch „der neuen Welt anpassen, sonst werden falsche Anreize gesetzt“, sagte der Stadtwerke Geschäftsführer. Krasser kündigte zudem an, den Anteil der erneuerbaren Energien im Wunsiedeler Strommix von derzeit über zwei Drittel weiter auszubauen.

Im Netzgebiet der SWW sind bereits Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von zehn MW installiert, dazu acht MW Windkraft und 2,4 MW Biomassekraftwerke. Derzeit ist ein weiterer Bürgerwindpark im Aufbau.

 

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