Norwegen und Schweden planen gemeinsame "grüne" Stromzertifikate

Mit der von Norwegen und Schweden 2009 unterzeichneten Grundsatzvereinbarung über die Gründung eines gemeinsamen Marktes für "grüne Stromzertifikate" wird die Nutzung erneuerbarer Energien für die Stromproduktion in der Region weiter zunehmen. Laut Vereinbarung startet der gemeinsame Zertifikatsmarkt der beiden Länder 2012. Experten schätzen, dass der Ausbau erneuerbarer Energieträger dadurch deutlich verstärkt wird.

Am 8. Dezember 2010 setzten der norwegische Öl- und Energieminister Terje Riis-Johansen und die für Energiefragen zuständige schwedische Wirtschaftsministerin Maud Olofsson ihre Unterschriften unter die Festlegung der Richtlinien ihres geplanten gemeinsamen grünen Stromzertifikate-Marktes.

Nach der Unterzeichnung der entsprechenden Grundsatzvereinbarung im Jahr 2009 ist damit die Gründung eines gemeinsamen Marktes für "grüne Stromzertifikate" auch strukturell und inhaltlich auf den Weg gebracht worden.

Ausbauschwerpunkte sind Wasserkraft, Bioenergie und Windkraft

Produzenten von Strom aus erneuerbaren Energiequellen bekommen über das marktbasierte Fördersystem ein Zertifikat vom Staat, mit dem die mögliche Stromproduktion zur jeweiligen Gesamtstromproduktion ins Verhältnis gesetzt wird. Die Firmen können mithilfe der Zertifikate Einnahmen sowohl beim Stromverkauf wie auch beim Verkauf der Zertifikate erzielen. Das beschlossene gemeinsame Zertifikatsystem und die damit verbundene öffentliche Förderung werden somit zu einer wichtigen Triebfeder für den Ausbau erneuerbarer Energien.

Mit dem gemeinsamen Fördersystem wollen Norwegen und Schweden ihre erneuerbare Stromproduktion zusätzlich bis 2020 um 26,4 Terawattstunden (für jedes Land je 13,2 Terawattstunden) erhöhen. Als besondere Ausbauschwerpunkte werden Wasserkraft in Norwegen, Bioenergie in Schweden und Windkraft in beiden Ländern genannt.

Boom von erneuerbaren Energien in Skandinavien erwartet

In Schweden wurde im Sommer 2009 beschlossen, die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen um 25 Terawattstunden bis zum Jahr 2020 zu erhöhen. In Norwegen hat der Gesetzgeber das Ziel gesetzt, dass der Küstenstaat bis 2016 die Nutzung von erneuerbaren Energien um 30 Terawattstunden pro Jahr steigern soll - inklusive des über das neue System angepeilten Produktionswertes. Mit dem neuen Zertifikatsystem spielt Windkraft eine große Rolle. Norwegen, aber auch Schweden zählen klimatisch und topografisch zu den interessantesten Standorten für Windenergie, die allerdings bislang noch kaum erschlossen wurden. Im Jahr 2009 ging in beiden Ländern eine Gesamtleistung von etwas über drei Terawattstunden aus Windkraftanlagen in die Stromnetze.

Um die erklärten Produktionsziele zu erreichen, ist ein regelrechter Windkraftbauboom zu erwarten. Mit der von den beiden Ministern unterzeichneten Gesetzesvorlage wurden nun die entsprechenden gesetzlichen Regelungen vorbereitet. Mit der Beschlussfassung wird in beiden Länder im Jahresverlauf 2011 gerechnet. Das Inkrafttreten des gemeinsamen Marktes ist für den 1. Januar 2012 terminiert.

Daniel Seemann

Kein Bremach Elektro-Lkw für Europa

Das Rätselraten rund um den neuen T-Rex Electric des Fahrzeugherstellers Bremach hat ein Ende. Wie das CleanEnergy Project in Erfahrung bringen konnte, bestehen seitens Bremach Italien keine Pläne, das Nutzfahrzeug mit Elektroantrieb in Europa anzubieten.

Was bisher geschah. Vor wenigen Wochen erschienen mehrere Fachartikel, in welchen der Bremach T-Rex mit einer neuen Antriebsvariante vorgestellt wurde: einem Elektromotor mit Lithium-Ionen-Zellen. Aufgrund zu hinterfragender und unterschiedlicher Leistungsdaten entwickelte sich ein kurioses Verwirrspiel rund um das robuste Spezialfahrzeug mit Allradantrieb (das CleanEnergy Project berichtete).

Selbst der italienische Hersteller des Nutzfahrzeugs konnte weder den kolportierten Preis noch die Verfügbarkeit des T-Rex Electric bestätigen. Ein Treffen in der Zentrale des Unternehmens in der norditalienischen Stadt Brescia sollte schlussendlich Klarheit schaffen.

Kein Elektromotor in Europa. Mittlerweile steht fest, dass Bremach Italien nicht plant, das geländegängige Fahrzeug in Europa mit einem alternativen Antriebssystem anzubieten. Hierzulande wird also weiterhin ein solider Dieselmotor von Iveco für die notwendigen Pferdestärken unter der Haube sorgen.

Unabhängig davon wird der T-Rex in den Vereinigten Staaten vom dortigen Importeur in Eigenregie weiterentwickelt. Auf der anderen Seite des Atlantiks kann der Käufer zwischen einem reinen Elektroantrieb, einem CNG Erdgasantrieb, einer Hybridlösung aus Erdgas- und Elektroantrieb sowie einem Benzinaggregat von Chevrolet wählen.

Stellt sich eigentlich nur mehr die Frage: Verpasst Europa soeben die Abzweigung in Richtung eines umweltfreundlichen Schwerverkehrs?

Joachim Kern

Investitionen in erneuerbare Meeresenergien

Frankreich plant, in den nächsten Jahren massiv in Projekte zur regenerativen Stromerzeugung aus Meeresenergie zu investieren. Neben Gezeitenkraftwerken wird auch verstärkt mit schwimmenden Windenergieanlagen (WINFLO), thermischer Meeresenergie (ETM) und Wellenenergie (CETO) experimentiert.

Die französische Marinewerft DCNS will sich im Zweig der erneuerbaren Meeresenergien stärker profilieren. Der Konzern produzierte bisher vor allen Dingen Unterseeboote, Unterwasserwaffen, Marineschiffe und andere Verteidigungssysteme und ist auch in der technischen Entwicklung von Kernenergie beteiligt.

Ein Budget von 400 Millionen Euro soll in den kommenden Jahren allein in die oben genannten vier neuen Technologien fließen. Das langfristige Ziel von DCNS besteht nach Unternehmensangaben im Aufbau eines Industriezweigs für regenerative Meeresenergien. Bereits 2020 könnte der Zweig einen Jahresumsatz von rund fünf Milliarden Euro erzielen.

Milliardenmarkt in Europa fürerneuerbare Meeresenergien

Ein Prototyp der Free Floating-Plattformen, die bei der WINFLO-Technologie eingesetzt werden, wird mit einer Kapazität von 2,5 Megawatt 2012/2013 vor der bretonischen Insel Groix gebaut und getestet. Die Zertifizierung soll 2014 erfolgen, die Markteinführung ab 2015. Laut DCNS wird das Marktpotential für schwimmende Windenergieanlagen in Europa auf 23.000 Megawatt geschätzt, davon 30 Prozent in Frankreich. An der gleichen Technologie arbeiten neben Deutschland auch die Niederlande, das Vereinigte Königreich, Norwegen und die USA.

Die Technologie der Gezeitenturbinen erforscht DCNS bei Raz Blanchard auf der Halbinsel Cotentin (Manche) mit dem Ziel, im Jahr 2015 ein Pilotprojekt über 20 Megawatt zu starten. DCNS schätzt den europäischen Markt hier auf zehn bis 20 Milliarden Euro, davon allein eine Milliarde Euro in Frankreich. Der Vorteil der Gezeitenturbinen besteht in ihrer Umweltfreundlichkeit und der Vorhersehbarkeit von Meeressströmungen.

Testprojekte in Übersee

In der Ausbeutung der thermischen Meeresenergie (ETM-Technologie) initiierte DCNS ein Projekt in dem Übersee-Département Réunion mit einem Investment von acht Millionen Euro. Zwischen 2011 und 2015 soll hier eine erste Pilotanlage von zehn Megawatt konzipiert und konstruiert werden. Diese Option sei interessant für rund hundert Länder im intertropischen Gürtel mit hoher Wassertemperatur an der Oberfläche (22 bis 26 Grad) und niedriger Temperatur in größeren Tiefen (drei bis fünf Grad), heißt es aus Unternehmenskreisen. Ein entsprechendes Projekt wurde auch mit Polynesien mit dem Standort vor Tahiti vereinbart.

In Réunion will DCNS auch eine erste Anlage für Wellenenergie konstruieren und erproben. Dieses Projekt läuft in Partnerschaft mit EDF Energies Nouvelles auf der Basis der CETO-Technologie des australischen Unternehmens Carnegie Wave Energy. Der erste Prototyp wurde 1999 gebaut, der zweite in 2008/2009 und 2009 begann die kommerzielle Entwicklung der dritten Generation.

Daniel Seemann

Wagen im Dienste der Autoindustrie

Den politischen Spagat zwischen Wort und Tat ins öffentliche Licht zu rücken, ist noch immer das wirksamste Rezept für ein Umdenken der Volksvertreter. So dachte auch die deutsche Umwelthilfe, als sie Mitte April dieses Jahres die fünfte Dienstwagenerhebung deutscher Spitzenpolitiker vorstellte.

Die Untersuchungsergebnisse lesen sich alles andere als klimafreundlich. Sicherheit kommt in den Regierungskreisen zwar noch vor der Energieeffizienz. Doch wäre es wünschenswert, dass zumindest der industriefreundliche EU-Emissionsgrenzwert eingehalten wird. Seit dem Jahr 2008 ist ein CO2-Emissionsgrenzwert von 140 Gramm je Kilometer zu beachten. Ab nächstem Jahr soll der Flottendurchschnitt eines Autoherstellers dann auf durchschnittlich 130 Gramm CO2 pro Kilometer sinken. Dabei steht es ihm frei, bis zum Jahr 2015 einen bestimmten Prozentsatz seiner Flotte außen vor zu lassen. So sind es nächstes Jahr nur 65 Prozent des Fahrzeugssortiments, die den Grenzwert einzuhalten haben. Die CO2-Schleudern werden dann natürlich beiseite genommen.

Doch zurück zu den Dienstwagen der Ministerpräsidenten. Die Fahrzeuge von Volker Bouffier (Hessen), Stanislaw Tillich (Sachsen) und Horst Seehofer (Bayern) haben sich mit einem CO2-Ausstoß zwischen 348 und 266 Gramm pro Kilometer die letzten Plätze in der Rangliste gesichert.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Carstensen gibt schon einmal überhaupt keine Auskunft und wird sich mit seinem Fahrzeug sicherlich auch in diesen Bereich einreihen. Dennoch ist der Studie zufolge die Bereitschaft zur Unterrichtung dieses Jahr höher.

Einzig Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen unterschreitet mit seinem BlueEfficiency von Mercedes den Grenzwert knapp. Ihm folgen einige seiner Minister. Dazu verhalten sich auch die Länderumweltminister Berlins, des Saarlandes und Nordrhein-Westfalens mit ihrem Autokauf vorbildlicher und halten mit Toyota Prius Hybrid und VW Passat Blue Motion den Grenzwert für das Jahr 2012 ein.

Nordrhein-Westfalens Regierung hat beschlossen, einen CO2-Ausstoß von 140 Gramm pro Kilometer für ihre Fahrzeugflotte bis 2015 zu erreichen. Ab nächstem Jahr dürfen dann nur noch Neuwagen für die Landesregierung erstanden werden, welche diesen Grenzwert einhalten. Aber macht es nicht mehr Sinn, für einen Neukauf den EU-Grenzwert von 130 Gramm einzuhalten und mit gutem Beispiel voran zugehen?

Vielleicht orientieren sich die meisten Politiker an dem von der Bundesregierung und Autoindustrie erarbeiteten Entwurf von letztem Jahr. Mit einer Verbrauchskennzeichnung für Pkws soll der Kauf eines energieeffizienten Fahrzeugs erleichtert werden.

Doch das Modell rechnet das Gewicht des Autos mit ein und so darf ein größeres Modell auch mehr CO2 emittieren. Ein Smart mit 86 Gramm CO2 pro Kilometer wird dann in die gleiche Klasse wie zum Beispiel ein größerer Wagen mit 159 Gramm eingestuft. Da weder Bundesumweltamt noch Umweltverbände an dem Entwurf beteiligt waren, kreierten die deutsche Umwelthilfe und der Verkehrsclub Deutschland ihr eigenes CO2-Label, welches jährlich erneuert wird. Ein Vergleich zeigt die unterschiedliche Klassifizierung der Fahrzeuge.

Jenny Lohse

Greenpeace-Petition zur Energiewende

Die Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima zeigt ein weiteres Mal die Unbeherrschbarkeit und die Unberechenbarkeit der Atomenergie. Die Umweltorganisation Greenpeace hat daher eine Mitmachaktiongestartet, die sich an die Bundesregierung und speziell an Bundeskanzlerin Angela Merkel richtet und in der eine sofortige und endgültige Abschaltung der sieben ältesten Atomkraftwerke, der Pannenreaktoren Krümmel und Neckarwestheim 2; sowie die der übrigen Meiler bis spätesten 2015 fordert. Weiterhin sei bis 2040 ein Ausstieg aus der klimaschädlichen Nutzung von Kohle notwendig, moderne Gaskraftwerke seien als Brückentechnologien zu nutzen und bis 2050 die deutsche Stromversorgung vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen. Zudem solle sich die EU dafür stark machen, dass die CO2-Emissionen bis 2010 um mindestens 30 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden. Für Deutschland hat das Umweltbundesamt erst kürzlich wieder einen Anstiegder CO2-Emissionen vermeldet.

Jeder, der sich für den Klimaschutz und den Atomausstieg stark machen will, ist aufgefordert, die Greenpeace-Petition zu unterschreiben und diese an Freunde, Verwandte und Arbeitskollegen weiterzugeben.

Nach den jüngsten Ereignissen wird ein heftiger Kampf um den Ausstieg aus der Atomenergie gefochten. Während sich in der Regierung endlich ein Umdenken einzusetzen scheint, bemühen sich vor allem die Lobbyisten der großen Energiekonzerne für einen Weiterbetrieb der Atomkraftwerke in Deutschland.

Der Energiekonzern RWE hat bereits gegen die vorübergehende Abschaltung des Atomkraftwerkes Biblis A in Hessen geklagt. Biblis A ist das älteste in Betrieb befindliche Atomkraftwerk in Deutschland und weist erhebliche technische Defiziteauf. So ist es gegen den Absturz von Flugzeugen – ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt – nicht gewappnet.

Zurzeit werden immer wieder Warnungen vor Stromengpässen durch die Abschaltung von Reaktoren laut, so beispielsweise in einem kürzlich intern veröffentlichten Papier des Bundesumweltministeriums. Viele Expertensind hingegen überzeugt davon, dass durch einen Ausbau der erneuerbaren Energien – wenn konsequent vorangetrieben – Atomenergie schon bald ersetzt werden könnte.

Die Atomenergie ist nach wie vor mit unkalkulierbaren Risiken verbunden. Das zeigt nicht nur das Unglück im japanischen Kernkraftwerk Fukushima. Erst vorige Woche wurden bei einer Routinemessungim Atomlager Asse radioaktive Lauge mit einer Cäsium-137-Aktivität von 240.000 gefunden. Das ist der bislang höchste Wert, der je gemessen wurde.

Neuesten Meldungen zufolge würde ein schneller, und vollständiger Atomausstieg die Strompreise bis 2017 um fast ein Drittel steigen lassen. Das zeigt eine Studiedes Kölner Energieforschungsinstituts r2b energy consulting im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Die Zahlen beziehen sich auf den Großhandelspreis. Den Berechnungen zufolge würde sich ein Ausstieg mit einer Erhöhung der Haushaltsstrompreise bis 2020 um 18 Prozent gegenüber einem Anstieg von 14 Prozent nach dem Energiekonzept niederschlagen. Zum Vergleich: seit dem Jahr 2000 haben sich die Strompreise um etwa 70 Prozent erhöht (von 14 auf 23,4 Cent). Die Kosten der mit dem Weiterbetrieb der Kernkraftwerke verbundenen Risiken (die schnell jeglichen Rahmen sprengen, wie Fukushima zeigt) werden in der Studie nicht berücksichtigt.

Stromkundenverleihen ihrer Gesinnung auf ihre eigene Weise Ausdruck: der Ökostromanbieter Lichtblick hat seit Mitte März 20.000 Neukunden gewonnen – das sind dreimal so viele wie in einer solchen Zeitspanne normalerweise üblich. Naturstrom verzeichnet 30.000 Neukunden. Auch kommunale Anbieter stellen eine erhöhte Nachfrage nach Ökostrom fest.

Josephin Lehnert

Energy Efficiency, the Nerd

The renewable energy business has done a remarkable job at positioning itself in the public psyche as the ‘it girl’ of our era. Just about everyone – politicians, celebrities, major industries – likes to be seen as pro-renewable.

But if renewable energy is the girl that everyone wants to be photographed near, energy efficiency is her nerdy tag-along little brother. Ever notice how when politicians say they support renewable energy they quickly throw in the words “and energy efficiency” as if it were a babysitting obligation?

Or consider the excitement with which homeowners talk about their recently installed rooftop solar panels. Does anyone wax on like that about new wall insulation? Let’s be honest, renewable energy is colorful, green to be exact. Energy efficiency, well, it’s “smart” energy.

What’s it going to take for energy efficiency to shed its big glasses and pencil pocket protector?

“Let’s face it; we’re selling to the lunatic fringe of green, the lunatic fringe of efficiency. The market is this small strata right now. And of course we want to grow the market outside of the small strata,” said Paul Holland of Foundation Capital, when he spoke recently at the ACI Home Energy Summit in San Francisco, Calif. “We need less kumbaya in this industry and less expectation. We preach to each other, when we really need to become better marketers.”

Speaking at the same conference, Sheeraz Hiji, CEO of Cleantech Group, pointed out that part of the problem is dollars and cents. The solar industry wisely has figured out how to make it very easy for homeowners to finance solar panels on homes. The energy efficiency industry has not been as successful.

“The key of unlocking the industry is in the financing. Consumers don’t care that much. You have to lower the transaction cost. Some of the companies in the solar side have done this very well. They’ve made it very easy. If anyone is doing that in the home energy retrofit industry, they need to stand up on the table and scream about it,” Hiji said.

It’s not that energy efficiency doesn’t have its bragging rights; it’s just not so good – yet – about getting them out. But at the conference, attended by 2,000 people, speakers offered some good makeover material.

For example, Gavin Newsom, California’s Lieutenant Governor, provided the following about investing in various energy resources.

    • $1 billion in coal = 870 jobs.
    • $1 billion in a nuclear plant = 1,500 jobs
    • $1 billion in solar energy= 1,900 jobs
    • $1 billion in wind energy= 3,300 jobs
    • $1 billion in energy efficiency retrofits =7,000 jobs.

 

“Energy efficiency is a no brainer,” Newsom said. “We need to start talking about it more.”

Steve Cowell, chairman and CEO of Conservation Services Group, noted that in 2003 to 2005, energy costs accounted for 3.5% of US median household income in the United States and by 2007 to 2008 it had risen to 8.5%. What does that mean to the average household? A 12% drop in pre-tax income and 15% post tax. You took a pay cut without knowing it. By using less energy you can get some of your paycheck back.

Elisa Wood

Article appearing courtesy of CleanTechies

Strahlendes Meer - Radioaktivität aus Fukushima

Um mit der immensen Menge an radioaktiv belastetem Wasser fertig zu werden, genehmigte die japanische Regierung Anfang April die Entsorgung von einem Teil des verseuchten Wassers sowie Abfalls des Atomkraftwerks Fukushima ins Meer. Schon zuvor wurde durch ein Leck an einem Reaktor radioaktives Wasser abgeleitet. Solch eine Art der Entsorgung scheint durch die Verdünnung des radioaktiven Materials im Meer sinnvoller als die Lagerung auf dem Festland.

Seit den 50er Jahren werden die Meere als Depot für Atommüll und Kühlwasser genutzt. Im Jahre 1993 wurde die Versenkung radioaktiver Abfälle aller Art im Meer verboten. Den Grundstein für den Entschluss legte die Londoner Dumping Convention 21 Jahre zuvor. Hier wurden erstmals alle Arten gefährlichen Abfalls in den Ozeanen aufgelistet und die Einleitung teilweise verboten. Der Grund für die Untersagung ist die Irreversibilität und das fehlende Wissen über die Wirkung des radioaktiven Materials in Meer und Lebewesen.

Radioaktive Stoffe wie Plutonium können sich am Meeresboden absetzen, indem sie sich mit Schwebstoffen verbinden und absinken. Des Weiteren verteilen sich bestimmte Substanzen im Meerwasser.

Neben diesem ozeanisch-physikalischen Effekt ist der biologische Prozess der Anhäufung in Sedimenten und Lebewesen zu beachten. Cäsium beispielsweise verteilt sich zwar im Wasser. Dafür reichern Organismen wie Algen und Muscheln die Substanz an und geben sie mit der Nahrungskette weiter. Fische sind somit eher sekundär betroffen. Durch die Verdünnung in den Ozeanen ist die gemessene Cäsium Konzentration bei Fischen gering. Das Problem der Anreicherung ist aus diesem Grund vor allem in Meeresregionen gegeben, welche von einer regelmäßigen Zufuhr radioaktiven Wassers betroffen sind.

Die Komplexität unseres Organismus erschwert die Folgenabschätzung einer verstärkten Anhäufung radioaktiver Stoffe in unserem Körper. Vor allem dann, wenn die Auswirkungen erst nach mehreren Jahren sichtbar werden. Somit ist es ist nicht wirklich möglich, eine unschädliche Dosis an radioaktiven Stoffen zu bestimmen.

Noch unklar ist aber die Konzentration und Zusammensetzung der radioaktiven Stoffe vor der betreffenden Küstenregion Japans. Das Verbot, Meeresfrüchte und Fisch aus den radioaktiv belasteten Gebieten zu verzehren, rührt vor allem von der Gefahr des radioaktiven Jods, welches Schilddrüsenkrebs hervorrufen kann. Durch seine geringe Halbwertszeit von acht Tagen wird aber nicht davon ausgegangen, dass es sich in der Nahrungskette anreichert. Aufgrund des langlebigen Cäsium allerdings sollte ein Verbot über mehrere Jahre hinaus gelten.

Neben der Ostküste der japanischen Insel Honshu fließt auch regelmäßig radioaktives Wasser aus der englischen sowie französischen Wiederaufbereitungsanlage in die Irische See sowie den Ärmelkanal. Denn bisher ist die Einleitung radioaktiven Abwassers aus der Industrie in die Meere legal. Für die Konzerne löst sich somit das Problem der fortführenden Kontrolle. Denn die Hochsee ist Gemeingut und nicht von einzelnen Staaten zu beaufsichtigen.

Um einer erhöhten Strahlendosis und der Überfischung räuberischer Arten zu entgehen, gibt es die Möglichkeit, regionale Fischarten wie Brachse und Rotauge zu verspeisen. Damit wäre auch der heimischen Fischereiwirtschaft ein Gefallen getan.

Jenny Lohse

Heute vor 25 Jahren: Atomkatastrophe in Tschernobyl

Am 26. April 1986 explodierte der Block 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl. Die weitreichenden und langwierigen gesundheitlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Folgen des nuklearen GAUs stellten die damalige Sowjetunion und später Russland, Weissrussland, aber insbesondere die Ukraine vor große Probleme. Noch heute sind weite Landstriche kontaminiert. Die Umgebung des Reaktors gilt im Umkreis von 30 km nach wie vor als Sperrgebiet. „Die erschütternden Bilder von Strahlenopfern, flüchtenden Menschen und verwaisten Wohngebieten haben sich in unser Gedächtnis eingeprägt", so Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen. „Dieser Atomunfall hat unermessliches Leid über die Menschen gebracht. Darunter werden Kinder leiden, die heute noch gar nicht geboren sind."

Anders als die aktuellen Ereignisse in Japan, die durch eine Naturkatastrophe ausgelöst wurden, war der Atomunfall in Tschernobyl auf menschliches Versagen zurückzuführen. Konstruktions- und Bedienungsfehler hatten zur Kernschmelze und zu einer Explosion innerhalb des Reaktorkerns und einem nachfolgenden mehrtägigen Graphitbrand geführt. Bundesumweltminister Röttgen: „Fehler, Fahrlässigkeiten oder gar Vorsatz sind nie völlig auszuschließen, wo Menschen tätig sind. Der Faktor Mensch ist Bestandteil des Restrisikos und muss daher ebenso in die gegenwärtige Neubewertung der Sicherheitsmaßnahmen einbezogen werden wie etwa Erdbeben, Hochwasser, Stromausfall oder Flugzeugabstürze."

Derzeit zeigten die verheerenden Folgen des Atomunglücks in Fukushima mehr denn je, dass Umweltpolitik vor allem auch Sicherheitspolitik sein müsse, so Röttgen. Es komme darauf an, eine Politik der Zukunftsverantwortung zu machen, eine Politik mit den Augen unserer Kinder und Enkel. Der Bundesumweltminister: „Bringt man Schöpfungsethik und Wirtschaftskompetenz zusammen, kommt man auch zu einer anderen, sicheren und wachstumsorientierten, Ressourcen schonenden Energiepolitik. Schon vor den Ereignissen in Fukushima hat sich die Bundesregierung daher für den Einstieg in alternative Energien als die moralisch, ökologisch und ökonomisch deutlich bessere Variante der Energieversorgung ausgesprochen." Im Rahmen dieses Konzepts sei der Kernenergie nur noch die Rolle einer Brückentechnologie beim Übergang in ein Zeitalter der erneuerbaren Energien zugekommen. Röttgen: „Nach den Ereignissen in Japan müssen wir jetzt noch schneller und konsequenter das umsetzen, was wir im Energiekonzept vereinbart haben. Dabei geht es vor allem darum, die Potenziale bei der Energieeffizienz noch stärker zu nutzen, neue Technologien der Energieversorgung auszubauen und den Strom- und Energiebedarf noch weiter zu reduzieren." Der Bundesumweltminister setzt auf eine Debatte der breiten Öffentlichkeit, der Kirchen, der Gewerkschaften, der Unternehmen und der Wissenschaft über Parteigrenzen hinweg. Seit Jahrzehnten bestehe erstmals die Aussicht, Energiepolitik zu einem Konsensthema zu machen.

In Tschernobyl beteiligt sich Deutschland unterdessen weiter mit internationalen Partnern an zahlreichen Maßnahmen, um eine sichere Umschließung des havarierten Reaktors für den späteren Abbau zu ermöglichen. In den vergangenen Jahren konnten beachtlichen Ergebnisse und Verbesserungen erzielt werden:

  • Der internationale Austausch und die praktische Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen wurden gestärkt.
  • Die Sicherheit für Arbeiter und Umwelt am Standort hat sich signifikant verbessert.
  • Für den havarierten Reaktorblock 4 gelang eine Verständigung auf ein konsensfähiges Sicherheitskonzept.
  • Die Instabilität des Sarkophags konnte mittelfristig behoben werden.
  • Die übrigen Reaktorblöcke 1-3 wurden endgültig abgeschaltet. Die Stilllegung hat begonnen.
  • Für die sichere Langzeitzwischenlagerung für abgebrannte RBMK-Brennelemente wurde ein genehmigungsfähiges Konzept erarbeitet, das hinsichtlich der nuklearen Sicherheit einen deutlichen Sicherheitsgewinn gegenüber dem vorherigen Zustand darstellt.

1986 hatten die neuen umweltpolitischen Herausforderungen, die durch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl verursacht wurden, in Deutschland den Anstoß gegeben, das Bundesumweltministerium zu gründen. Es bündelt die zuvor auf verschiedene Ministerien verteilten Zuständigkeiten der Umweltpolitik.

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

E10 und Wasserstoff - Zwei Bio-Kraftstoffe im Vergleich

Der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV) hat zwei Bio-Treibtoffe verglichen und kommt zu folgender Schlussfolgerung: Mit Windkraft erzeugter Wasserstoff (für Brennstoffzellen) hat eine günstigere Energie- und Umweltbilanz als das neue Bio-Benzin E10.

Über den Einsatz von E10 wird aktuell heftig diskutiert. Ob die Beimischung von zehn Prozent Ethanol zum Benzin dem Motor gut tut, ist die eine Frage. Ob dies auch der Umwelt tut gut, eine andere.

Es gibt Besseres für die Umwelt als E10, zum Beispiel Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen, ist man beim Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV) in Berlin überzeugt. Kurz- und mittelfristig gilt die Nutzung von Überschüssen aus der Windenergie für die Elektrolyse von Wasser als die wirtschaftlichste und nachhaltigste Methode für die Erzeugung des Wasserstoffs als "grüner" Fahrzeugkraftstoff.

Wasserstoffgewinnung steht nicht in Konkurrenz zur Erzeugung von Nahrungsmitteln

Wer 50 Liter E10 tankt, hat fünf Liter Ethanol im Tank. Für die Gewinnung dieser Menge Ethanol werden zum Beispiel 12,5 Kilogramm Weizenkörner benötigt. Wer also im Durchschnitt sechs Liter E10 auf 100 Kilometer verbraucht, "verfeuert" auf dieser Strecke 1,5 Kilogramm Brot. Zugleich stammt E10 energetisch immer noch zu 93 Prozent aus fossilen Quellen.

Die Ackerfläche für die Rohstoffe, aus denen man fünf Liter Ethanol gewinnt, beträgt 20 Quadratmeter. Windturbinen benötigen für die Erzeugung derselben Energiemenge nur 2,9 Quadratmeter. Hinzu kommt, dass ein Brennstoffzellenauto mit derselben Energiemenge mindestens 1,8 Mal so weit fährt wie eines mit Verbrennungsmotor.

Windturbinen "verbrauchen" wenig Fläche

Anders als bei E10 gibt es bei der Nutzung von Wasserstoff auch keine Konkurrenz zur Erzeugung von Nahrungsmitteln. Windturbinen beanspruchen auf dem Boden viel weniger Fläche als in der Luft. Es handelt sich etwa um ein Verhältnis 1:100. Rund um die Turbinen können Nahrungsmittel angebaut werden oder andere Nutzpflanzen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie bei unserem Medienpartner MM Erneuerbare Energien.

Die Energiewende braucht mehr Energieeffizienz

Die Energiewende in Deutschland ist in vollem Gange. Bis 2020 soll der Klimagasausstoß bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 sinken. Das sieht das Integrierte Energie- und Klimaprogramm (IEKP) vom August 2007 vor, fortgeschrieben im Energiekonzept der Bundesregierung von September 2010. Doch laut einer neuen Studie des Umweltbundesamtes (UBA) gibt es noch Potentiale bei der Umsetzung. Diese sind nach Meinung von UBA-Präsident Jochen Flasbarth allerdings gut zu heben: „Vor allem bei der Energieeffizienz können und müssen wir ganz deutlich nachlegen. Egal ob Stromsparen im Haushalt oder in der Industrie, ob klimafreundliche Gebäudesanierung oder sparsame Autos ­- bislang reichen die Maßnahmen nicht aus, um die Emissionen im angestrebten Umfang zu senken. Hier muss deutlich mehr passieren.“ Flasbarth riet auch dazu, die erneuerbaren Energieträger besser in das Stromnetz zu integrieren.

Die größten Defizite bei der IEKP-Umsetzung gibt es laut UBA-Studie beim Stromsparen: Allein dort könnten 25 bis 30 Millionen Tonnen Kohlendioxid zusätzlich eingespart werden, wenn bereits beschlossene Maßnahmen konsequent umgesetzt würden. Nötig sind dazu etwa verbesserte und verbindliche Mindesteffizienzstandards sowie eine bessere Energieverbrauchs-Kennzeichnung elektrischer Geräte. Im Gebäudebereich lassen sich laut UBA-Studie durch Effizienzsteigerungen rund 20 bis 30 Millionen Tonnen CO2 einsparen.

Auch im Verkehrssektor muss der CO2–Ausstoß deutlich sinken: So wird zwar das Zwischenziel für das Jahr 2015 von durchschnittlich 130 Gramm CO2 pro Kilometer bei Neuwagen voraussichtlich erreicht. Die Ziele der EU-Kommission von nur 95 Gramm pro Kilometer im Jahr 2020 machen jedoch noch intensivere Bemühungen erforderlich. Derzeit stoßen in Deutschland zugelassene Neufahrzeuge noch rund 152 Gramm pro Kilometer aus. UBA-Chef Flasbarth sprach sich auch für die im Energiekonzept vorgeschlagene stärkere emissionsabhängige Ausrichtung der Lkw-Maut aus. Diese müsse schnell umgesetzt werden.

Beim Einsatz erneuerbarer Energien für die Strom- und Wärmeerzeugung stehen die Chancen gut, mit bereits implementierten Gesetzesänderungen das IEKP-Ziel von rund 69 Millionen Tonnen Kohlendioxid weniger in 2020 als 2006 zu erreichen. Dennoch empfiehlt das UBA, auch hier weiter zu optimieren: „Die positive Entwicklung bei den erneuerbaren Energien ist kein Selbstläufer. Das Erneuerbaren-Energien-Gesetz sollte kontinuierlich weiterentwickelt werden, auch um die Vermarktung des EEG-Stroms zu verbessern. Außerdem müssen wir das Stromnetz zukunftsfähig aus- und umbauen, damit sich die wachsenden Anteile des Stroms aus Wind, Sonne und Co. besser integrieren lassen“, so UBA-Chef Flasbarth.

Das IEKP enthält 29 Maßnahmen, davon 14 Gesetze und Verordnungen und wurde im August 2007 beschlossen. Das Maßnahmenpaket ist so angelegt, dass die deutschen Klimaschutzziele auch bei einem Ausstieg aus der Atomenergie gemäß Atomausstiegsgesetz aus dem Jahr 2002 erreicht werden.

Umweltbundesamt

Charité bekommt ecoIT-Auszeichnung

Die erste ecoIT-Auszeichnung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) im Bereich Green IT  geht im Jahr 2011 an die Charité. Die Berliner Universitätsmedizin stellte seit 2008 ihre Computertechnik auf energiesparende Produkte um.

Die Erneuerungen betreffen den gesamten Betrieb. Allein durch die Modernisierungen im Rechenzentrum sinkt der CO2-Ausstoß um über 800 Tonnen jährlich. Das macht sich auch finanziell bemerkbar: Jedes Jahr werden allein durch geringere Energiekosten 500.000 Euro eingespart.

Laut Jörg Walther, Senior IT Technology Specialist der Intel-Corporation, werden bei der eingesetzten Technologie Wartungs- und Energieeffizienz bestmöglich verknüpft. Da die Computer für Wartungen per Fernsteuerung hoch- und runtergefahren werden können, ist es nicht mehr nötig, PCs beispielsweise für die Installation von Updates über Nacht laufen zu lassen. Allein 2009 und 2010 wurden durch den Ersatz alter Computer durch neue energieeffiziente PCs über eine Million Kilowattstunden elektrische Energie eingespart.

Der geringere Energieverbrauch der Charité war jedoch nicht der alleinige Grund für die ecoIT-Auszeichnung. Das Besondere ist die genaue Dokumentation aller Ideen und Resultate, sodass die Charité als Musterbeispiel voran geht, dem andere Krankenhäuser einfach folgen können.

Judith Kronberg

Deutsche Solaranlage für SOS-Kinderdorf

Das deutsche Unternehmen Asantys Systems GmbH hat gemeinsam mit dem kenianischen Unternehmen African Solar Designs Ltd. die drittgrößte Solaranlage Ostafrikas errichtet. Die Anlage ist im SOS-Kinderdorf Mombasa im Rahmen der Exportinitiative Erneuerbare Energien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) installiert worden und konnte kürzlich ihren Betrieb aufnehmen. Im Juni soll die Anlage feierlich eingeweiht werden.

Solarmodule aus deutscher Produktion

Mit der Exportinitiative Erneuerbare Energien werden kleine und mittelständische deutsche Unternehmen der Erneuerbare-Energien-Branche bei der Erschließung von Auslandsmärkten unterstützt. Im Rahmen des Projektentwicklungsprogramms (PEP), das die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH als Projektträger durchführt, unterstützt die Exportinitiative gezielt die Positionierung deutscher Unternehmen in sich entwickelnden Märkten in Schwellen- und Entwicklungsländern.

Die Projektidee für die solare Energieversorgung des SOS-Kinderdorfes wurde im Rahmen einer von der GIZ organisierten Geschäftsreise nach Kenia im März 2010 entwickelt und der Kontakt zum SOS-Kinderdorf Mombasa hergestellt. Die Asantys Systems GmbH und African Solar Designs haben Solarmodule der CentroSolar AG und Wechselrichter der SMA Solar Technology AG verwendet, die im Vorfeld ebenfalls an verschiedenen Maßnahmen der Exportinitiative Erneuerbare Energien teilgenommen haben.

Einspeisung von Solarstrom in das örtliche Netz

Im SOS-Kinderdorf Mombasa wohnen rund 130 Kinder. An die angeschlossene Hermann-Gmeiner-Schule gehen zusätzlich viele Kinder aus der Umgebung. Dort lernen insgesamt 500 Schüler. Bei Inbetriebnahme wird die Solaranlage, die über eine Spitzenleistung von 60 Kilowatt verfügt, die Stromversorgung des gesamten Wohn- und Schulkomplexes des SOS-Kinderdorfes sicherstellen. Langfristig ist es das Ziel, neben der Deckung des Eigenverbrauchs Solarstrom in das örtliche Netz einzuspeisen - ein absolutes Novum in Kenia.

Daniel Seemann

Erneuerbare Energien werden gefördert

Aufgrund des stetig wachsenden Energiebedarfs, der Klimaveränderung sowie des technologischen Fortschritts rückt in Malaysia der Markt für erneuerbare Energien zunehmend ins öffentliche Interesse. Der Bedarf an Technologien für erneuerbare Energien ist entsprechend hoch.

Eckpfeiler der malaysischen Alternativenergieszene ist die National Green Technology Policy der malaysischen Regierung. Sie bildet die Basis für Maßnahmen zur Förderung erneuerbarer Energiequellen, zur Energieeffizienzsteigerung aber auch für andere grüne Initiativen wie ein nachhaltiges Management der Wasser- und Abfallwirtschaft. Trotz technologischer Herausforderungen wird in Malaysia in den kommenden Jahren mit einem erhöhten Investitionsvolumen in allen Bereichen der alternativen Energiegewinnung zu rechnen sein.

Einführung einer Einspeisevergütung noch dieses Jahr

Wie das malaysische Energieministerium bereits im Juli 2010 ankündigte, wird die Einführung einer Einspeisevergütung für das Jahr 2011 angestrebt. Neben Biomasse, Biogas und Kleinwasserkraftwerken soll durch das neue Gesetz vor allem die Photovoltaik gefördert werden. Das tropische Klima in Malaysia bietet mit einer Sonnenscheindauer von durchschnittlich sieben Stunden täglich ideale Bedingungen und große Potentiale für die Elektrizitätsgewinnung durch Solartechnik.

Der „Renewable Energy Act“, der dem malaysischen Kabinett im April 2010 vorgelegt wurde, sieht nicht nur eine Einspeisevergütung vor, sondern auch die Schaffung einer Agentur, die diese überwachen soll. Die Tarife für die jeweiligen regenerativen Energien sollen nach Technologie und Anlagengröße differenziert werden.

Photovoltaik erhält den höchsten Vergütungssatz

Nach Informationen der malaysischen NGO Pusat Tenaga Malaysia erhält die Photovoltaik dabei den höchsten Satz mit 17 bis 24,6 Eurocent pro Kilowattstunde. Vorgesehen ist eine Laufzeit von mindestens 21 Jahren mit einer jährlichen Absenkung der Einspeisevergütung von acht Prozent. Für Biomasse und Biogas sind Einspeisetarife von lediglich 6,4 und 5,6 Eurocent geplant. Bei Kleinwasserkraft sieht der Entwurf eine Vergütung zwischen 4,8 und 4,6 Eurocent vor. Die Einführung der Einspeisevergütung ist für das zweite Quartal 2011 zu erwarten.

Bestätigt wird die Förderung der erneuerbaren Energien auch durch die ehrgeizigen Ausbauziele der malaysischen Regierung. Bis 2015 sieht der nationale Energieplan eine Erhöhung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien von einem auf 5,5 Prozent vor.

Daniel Seemann

Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch

Frankreichs langfristiges Energiekonzept sieht laut einem Umweltprogramm der Regierung bis 2020 einen Stromanteil von 23 Prozent aus regenerativen Quellen vor. Damit würde sich die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien verdoppeln. Der wichtigste Pfeiler im grünen Stromkonzept Frankreichs ist die Windkraft, deren Kapazität bis 2020 auf 25.000 Megawatt ansteigen soll, davon 6.000 Megawatt aus Offshore-Anlagen, die sich alle an der Atlantikküste befinden.

Es soll jedoch keine „anarchische“ Ausbreitung von Windrädern geben. Aus diesem Grund wurde die Mindestgröße von Onshore-Windparks auf fünf Windmasten sowie eine Mindestentfernung von 500 Metern zu Wohngebieten festgesetzt. Die jährliche Expansion der Landkapazität wurde auf 500 neue Windturbinen beschränkt.

Die Offshore-Windenergie soll im Jahr 2020 3,5 Prozent des nationalen Stromverbrauchs decken. Laut der Regierung erfordert dies Investitionen von zirka zehn Milliarden Euro verbunden mit der Schaffung eines bedeutenden neuen Industriezweigs. Die ersten Offshore-Windkraftwerke sollen Mitte 2015 ans Netz gehen.

Auch Meeresenergie und Photovoltaik spielen eine Rolle

Auch erneuerbare Meeresenergien spielen im Konzept der französischen Regierung eine Rolle. Verschiedene Technologien wie schwimmende Windenergieanlagen, Gezeitenströmungskraftwerke und Wellenenergie werden zurzeit erprobt. Ein erstes Meeresströmungskraftwerk wird momentan von EDF in der Bretagne mit einer Kapazität von vier bis sechs Megawatt erreichtet, das im Sommer 2012 ans Netz gehen soll.

Eine hohe Wachstumsdynamik zeigte in den letzten Jahren auch der Solarzweig. In der Photovoltaik verzehnfachte sich die Kapazität von 2008 bis 2010 auf 850 Megawatt. Das Umweltprogramm der Regierung sieht bis 2020 eine Kapazität von 5,4 Gigawatt vor. Im Dezember 2010 verfügte die Regierung allerdings eine dreimonatige Suspendierung des Netzanschlusses für Strom aus Solaranlagen. Hintergrund ist die ungebrochen hohe Dynamik der Branche, die gleichzeitig von sinkenden Materialkosten und einer höheren Produktivität profitiert.

Quotenregelung für die Solarbranche

Die Solarbranche ist entsprechend verunsichert, insbesondere die kleineren Unternehmen bangen um ihr Überleben. Allem Anschein nach favorisiert Paris nunmehr die Einführung einer Quotenregelung, die die installierte Kapazität pro Jahr auf 500 Megawatt beschränkt. Die bisher größte Solaranlage mit 700 Hektar und einer Kapazität von 261 Megawatt soll bei Beaucaire in der Region Gard entstehen.

Für den Zweig der Biomasse gilt, dass die Abfälle aus Haushalten sowie der Land- und Forstwirtschaft überwiegend zur Produktion von Wärme eingesetzt werden, während die Stromerzeugung aus Biomasse bisher nur zwei Prozent der erneuerbaren Energien ausmacht. Nach den neuen Zielvorgaben sollen im Zweig Biomasse/Biogas bis 2020 insgesamt 2.300 Megawatt elektrische Leistung hinzu kommen.

Daniel Seemann

Arbeitsplatz dank EEG

Rund 367.400 Beschäftigte sind im Bereich der erneuerbaren Energien im Jahr 2010 tätig. Im Vergleich zum Jahr 2004 ein Zuwachs von gut 129 Prozent, damals waren es nur 160.500 Menschen, die eine Beschäftigung in diesem Bereich innehatten. Etwa 70 Prozent dieser Arbeitsplätze können auf die Entwicklung des Erneuerbare-Enegie-Gesetzes (EEG) zurückgeführt werden, so das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in seiner Statistik zu Entwicklung und Ausbau der Erneuerbaren.

Entsprechend der Arbeitsplatzgestaltung sind auch die Investitionen zur Nutzung der erneuerbaren Energien zwischen 2005 und 2010 deutlich gestiegen. In erneuerbare Energie-Anlagen wurden im Jahr 2010 etwa 26,6 Milliarden Euro investiert. Das sind fast sechs Milliarden mehr als noch im Jahr 2009 und das, obwohl die Investitionen in allen Bereichen leicht rückläufig waren. Nur in der Photovoltaik-Branche hat sich einiges getan. 19.500 Millionen Euro entfallen 2010 allein auf den Bereich Photovoltaik. Platz zwei mit 2.500 Millionen Euro Investitionsvolumen belegt die Windkraft.

Einen deutlichen Beschäftigungszuwachs gab es bei der Solarenergie somit ebenfalls. Waren es im Jahr 2004 nur 25.100 Beschäftigte, so stieg die Zahl im Jahr 2010 auf 120.900, was etwa ein Drittel der insgesamt im erneuerbaren Energiebereich Beschäftigten ausmacht. Ein ähnlich starkes Wachstum verzeichnet der Bereich Biomasse, der mit 122.000 Beschäftigten ebenfalls ein Drittel der Bruttobeschäftigungen ausmacht. Damit nimmt die wirtschaftliche Bedeutung der erneuerbaren Energien deutlich zu und entwickelt einen ganz eigenen Jobmotor. Auch, wenn die Windenergie erstmals im vergangenen Jahr mit Einbußen zu kämpfen hatte und nicht jeder Bereich der Erneuerbaren ein so starkes Wachstum an den Tag legt, wie die Photovoltaik, so wird sich der erneuerbare Energiebereich doch auch in Zukunft als wichtiger Wirtschaftssektor behaupten.

Judith Schomaker

Ausweitung Braunkohletagebau bei Leipzig

Die Mitteldeutsche Braunkohlegesellschaft (Mibrag) will den Tagebau Vereinigtes Schleenhain im Süden Leipzigs ausweiten. Beim zuständigen Oberbergamt wurde Anfang März ein entsprechender Antrag eingereicht. Darin ist von einem Vorrat von 35 Millionen Tonnen Braunkohle die Rede, von denen man etwa zehn Millionen Tonnen abbauen will. Bei Umweltschützern und Anwohnern sorgt dies für Unmut und Empörung.

Alle sprechen vom Klimawandel, nur die Mitteldeutsche Braunkohlegesellschaft will weiter fleißig Kohle fördern. Seit Anfang des 18. Jahrhunderts bereits wird im Raum Leipzig Kohle abgebaut. Dadurch wurde auch eine einzigartige Auenlandschaft weitgehend zerstört. Der Leipziger Auwald gehört zu den größten erhaltenen Auwaldbeständen in Mitteleuropa. Besonders im Süden Leipzigs haben die Braunkohletagebaue diesen stark geschädigt. Zudem fielen unzählige Ortschaften der Abbautätigkeit zum Opfer, ganze Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht, ihre Bewohner umgesiedelt.

Zahlreiche Tagebaue sind inzwischen stillgelegt und es wurden vielfältige Rekultivierungsmaßnahmen in Angriff genommen. Die Tagebaue wurden zum Teil geflutet und das Sächsische Seenland mit vielen Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten entstand. Derzeit sind noch die Tagebaue Profen und Vereinigtes Schleenhain durch die Mibrag in Betrieb. In den letzten Jahren gab es bereits viel Aufsehen um die Abbautätigkeiten, so im Zusammenhang mit der Zerstörung der Ortschaft Heuersdorf und der Umsiedlung deren Bewohner für die Ausweitung des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain. In dem Tagebau fördert die Mibrag Kohle zur Verstromung im Kraftwerk Lippendorf. Trotz aller Vorbehalte und trotz Klimaschutzzielen soll die Abbautätigkeit weiter gehen. Die Mibrag hat zunächst eine Bergbauberechtigung beantrag, mit der sie sich Gewinnungsrechte sichern will. Für den eigentlichen Braunkohleabbausind weitere Genehmigungen erforderlich.

Der klima- und energiepolitische Sprecher der Grünenim Landtag, Johannes Lichdi, sagte, die Ausweitung von Schleenhain verlängere die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Folgen des Braunkohleausstiegs. Mit dem EU-weiten Emissionshandel ab 2013 werde die Abschaltung von Kraftwerken erzwungen und die Erweiterung des Tagebaus sei damit eine gigantische Fehlinvestition. Bei Greenpeace heißt es, in Zeiten des Klimawandels neue Braunkohletagebauezu planen, sei verantwortungslos. Die Verbrennung von Braunkohle setzte die dreifache Menge CO2 frei wie Erdgas.

Cospudener See, Tagebaurestsee bei Leipzig; Foto: shutterstock Betroffen von den Ausweitungsplänen der Mibrag ist unter anderem die Gemeinde Kieritzsch, deren Bürgermeister Henry Graichen den Plänen ablehnend gegenüber steht. Das Bergbauamt Freiberg hat deutlich gemacht, dass man einer Abbaggerung der Ortschaft nicht zustimmen werde. Mibrag-Vorstandsvorsitzender Joachim Geisler soll eingeräumt haben, dass noch nicht feststehe, ob jemals Kohle abgebaut wird.

Der Südraum Leipzig hat in der jahrzehntelangen Abbautätigkeit bereits starke Schäden erlitten. Eine einmalige Natur- und Kulturlandschaft wurde verschandelt. Und auch wenn durch Flutung der Tagebaurestseen zahlreiche Gewässer entstanden, ist deren Versauerung unter anderem ein großes Problem, Altlasten kontaminieren das Wasser. Die ausgedehnte Auwaldlandschaft ist in ihrer ursprünglichen Form nicht wieder herzustellen. Anstatt noch mehr abzubauen sollte das Hauptbemühen weiterhin der Rekultivierung gelten.

Josephin Lehnert

Sonnen-Energie für die Nacht

Nachts, wenn alles schläft, schlafen auch unsere Solarzellen. Die Abhängigkeit von den Gegebenheiten sind nach wie vor das große Manko der Erneuerbaren. Weht kein Wind, kommen Windkraftanlagen nicht in die Gänge, scheint die Sonne nicht, müssen Solarzellen passen. Ebenso verhält es sich mit effizienter Energiespeicherung, ein Problem, das bis heute ungelöst ist. Im Solarthermie-Bereich sieht es hingegen anders aus. Kraftwerke, die auch Nachts noch die volle Energieleistung bringen, sind keine Fiktion, wie die andalusischen Kraftwerke von Andasol beweisen.

Ein riesiger Wärmespeicher nimmt die tagsüber produzierten Energieüberschüsse auf und speichert sie für die Zeit, in der die Sonne nicht schein. Auch nach Sonnenuntergang bringt Andasol noch für über sieben Stunden die volle 50 Megawatt Leistung. Die Technik, die sich hinter den einzelnen Kraftwerken von Andasol verbirgt ist denkbar simpel. Das Sonnenlicht wird von rinnenförmigen Spiegeln eingefangen. Durch die mit Silber bedampften Glasspiegel und die automatische Sonnenstandsnachführung wird eine optimale Ausnutzung des Sonnenlichts erreicht. Das so gebündelte Sonnenlicht erwärmt das in den Röhren befindliche Spezialöl auf fast 400 Grad. Insgesamt 90 Kilometer Rohr sind auf der zwei Quadratkilometer großen Anlage verlegt, die das heiße Öl in den Kraftwerksblock leiten. Im Wärmetauscher gibt das Öl seine Hitze ab und erzeugt Wasserdampf, der die stromproduzierende Turbine arbeiten lässt. Die so gewonnene Elektrizität wird dann per Hochspannungsleitung abtransportiert.

Doch was passiert Nachts, wenn die Sonne das Öl in den Rohren nicht erhitzt?

Mit einem Teil der Wärme des Öls werden rund 30.000 Tonnen Kaliumnitrat auf Temperaturen von etwa 400 Grad gebracht. Durch die gute Isolation des Tanks und die niedrige Verflüssigung des Salzes bei rund 220 Grad ist es nun möglich, den nötigen Wasserdampf für den Antrieb der Turbinen für die Nachtstunden sicherzustellen.

Nach diesem Prinzip arbeiten solarthermische Anlagen in Kalifornien bereits seit Jahrzehnten. Den Forschern der „Plataforma solar de Almeria“ ist das allerdings noch nicht genug. Sie suchen nach einer Lösung, um den Wirkungsgrad weiter zu erhöhen. Die Hitze des Wasserdampfes soll noch weiter gesteigert werden, denn je heißer der Wasserdampf, desto effizienter ist die Stromerzeugung. Derzeit hapert es am Wärmemedium - das Hochleistungsöl ist nur für Temperaturen bis 400 Grad geeignet. Die Lösung könnte der Einsatz von Wasser als Wärmemedium sein, denn Wasserdampf lässt sich ohne Probleme auf ein höheres Temperaturniveau bringen und der Wärmeaustauscher wäre somit ebenfalls überflüssig.

Judith Schomaker

Ladeinfrastruktur und intelligente Stromnetze: ein Muss für Elektromobilität

In Zusammenarbeit mit Siemens und mit Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie veranstaltete die Bayern Innovativ GmbH am 30. März 2011 ein Symposium mit dem Thema „Smart Grids & Elektromobilität". Hochrangige Vertreter der Industrie, Politik, Wissenschaft und insgesamt 250 Experten folgten der Einladung ins SiemensForum in München.

Ziel des Symposiums war es, Kooperationen aller Akteure im Bereich Smart Grids und Elektromobilität zu initiieren.

Der Einführung durch Prof. Dr. Josef Nassauer, Geschäftsführer, Bayern Innovativ, und Begrüßung durch Wolfgang Dehen, Mitglied des Vorstandes, Siemens AG, folgte die Eröffnungsrede des bayrischen Wirtschaftsministers Martin Zeil über die Säulen bayerischer Wirtschafts- und Technologiepolitik.

Prof. Dr. Gernot Spiegelberg, Vice President Corporate Technology, Siemens AG, übernahm die Moderation der Präsentationen. Diese wurden unter anderem gehalten von Franciscus van Meel, Leiter Elektromobilitätsstrategie, Audi AG, Ulrich Kranz, Leiter Project i,  BMW Group in München, Prof. Dr. Leo Lorenz, Senior Principal Neue Technologien, Infineon Technologies und Steffen Frankenberg, VP, DHL Deutsche Post, DHL Solutions & Innovations.

Präsentiert wurden Innovationsfelder wie Fahrzeugkonzepte, Mega Cities, die Vernetzung von Kompetenzen, Strategien und eine Zukunftsvision im Zeichen der Mobilität, die von Jürgen Mayer, J. Mayer H. Architekten,vorgetragen wurde.

Dr. Egon WestphalDr. Egon Westphal, Mitglied der Geschäftsleitung der Eon AG, referierte über Herausforderungen und Chancen für die Netzbetreiber. Er betonte, dass die Netze eine entscheidende Rolle für die Realisierung einer flächendeckenden Elektromobilität einnehmen. Seiner Ansicht nach erfordert die notwendige Ladeinfrastruktur ein gut ausgebautes intelligentes Stromnetz. Auf die Frage, welche Geschäftsmodelle die Energieversorger mit Smart Grids und Elektromobilität verbinden, gestand Westphal ein, dass dieser Punkt noch nicht vollständig geklärt sei. Laut Westphal sehen sich die Energieversorger aber in der Pflicht, an den Themen Smart Grid und Elektromobilität mitzuarbeiten, da sie an der Entwicklung der Strategien und neuer Geschäftsfelder beteiligt sein müssen.

Dr. Richard Hausmann, CEO für den Bereich Smart Grid Applications, SiemensDr. Richard Hausmann, der als CEO für den Bereich Smart Grid Applications bei Siemens verantwortlich ist, präsentierte den heutigen Stand intelligenter Stromnetze mit einem Ausblick auf künftige Entwicklungen. Hausmann glaubt an das Konzept der Micro-Grids und die Einspeisung über Solar-Energie. Wichtig ist seiner Ansicht nach die Realisierung einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur, die über Micro-Grids möglich ist. Auch Hausmann bestätigte, dass es in der ganzen Diskussion um Smart Grids noch an darstellbaren Geschäftsmodellen fehle. Auch der Nutzen von Smart Grids für den Verbraucher sei noch nicht vollständig herausgearbeitet. In den USA, wo es bereits laufende Geschäftsmodelle gibt, ist man laut Hausmann schon weiter.

Über mögliche Geschäftsmodelle sprach das Redaktionsteam des CleanEnergy Projects nach dem Symposium auch mit Smart Grid Experte Jean-Philippe Faure, dem Vorsitzenden der IEEE-SA 1901-Arbeitsgruppe und CEO von Progilon. Jean-Philippe Faure, Vorsitzender der IEEE-SA 1901-Arbeitsgruppe und CEO von ProgilonDas Potenzial für neue Geschäftsfelder und Märkte ist laut Faure sehr groß. Smart Meter, auch wenn sie derzeit viel in der Diskussion stünden, würden nur einen geringen Anteil des ganzen Spektrums abbilden. Intelligente Netze könnten neben der optimierten Verteilung und Abnahme des elektrischen Stroms auch zur Übertragung von Computer- und Multimedia-Daten genutzt werden und diversen Branchen neue Märkte öffnen. Der Sprecher der Standards Association des weltgrößten Verbandes für Elektronik und Informatik, IEEE-SA, ist überzeugt, dass Smart Grids, die auf Standards wie IEEE-SA 1901 basieren, neue Möglichkeiten eröffnen, über Breitbandnetzwerke Dienste wie Energiemanagementservices, Fernwartung, Remote Security sowie eine intelligente Vernetzung elektronischer Geräte in Smart Homes - die eine Steuerung und Kontrolle über ein Smartphone erlauben - anzubieten und vieles mehr ermöglichen. Seitens der Industrie muss dazu noch einiges getan und vor allem an gemeinsamen Standards gearbeitet werden.

In diesem Punkt stimmten auch die Experten des Symposiums in München überein. Kooperationen, gemeinsame Konzepte und Industriestandards sind eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung von Smart Grids und der Elektromobilität.

Jürgen Mayer, J. Mayer H. ArchitektenAuch wenn die verschiedenen Industrien noch zusammenfinden müssen, wecken Ziele wie eine Million Elektroautos bis 2020 Erwartungen mit Aussichten auf neue Märkte. Auch in der futuristischen Zukunftsvision von Jürgen Mayer, J. Mayer H. Architekten, war dies spürbar. In Mayers Welt erfährt das Auto eine Evolution in der es vom Transportmittel zu einem interaktiven Erlebnisraum mit mannigfaltigen Kommunikations- und Unterhaltungsmöglichkeiten mutiert. In seiner Vision treffen die Industrien Transport, Unterhaltung, Energie und Kommunikation in einer multimedialen Welt zusammen.

Welche Visionen und Geschäftsmodelle sich in den kommenden Jahren durchsetzen, wird sich zeigen. Welchem Wandel sich die Automobilindustrie unterziehen muss, darüber kann spekuliert werden. In der Presskonferenz des Symposiums war leider kein Vertreter der Automobilindustrie zugegen, um auf diese Frage antworten zu können.

Ralf Hartmann

Das digitale Zeitalter braucht eine Effizienzrevolution

Von Sigmar Gabriel

Mit dem ITK-Volumen steigt auch der Energie- und Ressourcenverbrauch und stellt die Umweltpolitik vor neue Herausforderungen. Förderprogramme des Bundes helfen Unternehmen bei der Umstellung auf eine „Green IT“ und stärken damit innovative Technologien.

Wir stehen im Jahr 2009 vor einer doppelten strukturellen Herausforderung: Zum einen müssen wir die globale Wirtschafts- und Finanzkrise bewältigen. Die Verwerfungen auf den Finanzmärkten haben längst die Realwirtschaft erfasst. Weltweit muss fast flächendeckend mit einer tiefgreifenden Rezession gerechnet werden. Zum anderen verändern sich weitere Rahmenbedingungen des Wirtschaftens. Der Klimawandel und das Bevölkerungswachstum, die Endlichkeit fossiler Brennstoffe und der globale Energiehunger, die Preisexplosionen an den Rohstoffmärkten und der Verlust an Biodiversität – all diese Entwicklungen lassen weder unsere Ökosysteme unberührt noch unsere Wirtschaft.

Aber: Die Konjunkturkrise und das Erreichen der ökologischen Belastungsgrenzen können und müssen der Startpunkt sein für eine umfassende und nachhaltige Erneuerung auf allen Ebenen, die insbesondere auf eine Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz setzt.

Hierzu kann die moderne Informations- und Kommunikationstechnik (ITK) wichtige Beiträge leisten. Durch eine intelligente Steuerung von Stromnetzen, Autos oder Gebäuden oder indem Verkehr durch Telearbeit, Telefon- und Videokonferenzen überflüssig wird, lassen sich Ressourcen und das Klima schützen. Gerade bei Servern und Rechenzentren gibt es auch gesamtwirtschaftlich relevante Effizienzpotentiale. Aufgrund des rasant wachsenden Energie- und Materialbedarfs der ITK ist der Handlungsbedarf hier besonders groß.

Hierzu einige Fakten, die diesen Handlungsbedarf im Hinblick auf eine nachhaltigere Entwicklung sehr treffend verdeutlichen:
- Nach neuesten Studien betrug der ITK-bedingte Stromverbrauch in Deutschland im Jahr 2007 etwa 55 Milliarden Kilowattstunden. Das sind 10,5 Prozent des gesamten Jahresstromverbrauchs. Die Zunahme des Datenverkehrs, der Geräte und der damit einhergehenden Rechen- und Speicherleistung lassen bei gleichbleibender Entwicklung bis 2020 eine Steigerung um 20 Prozent auf jährlich 67 Milliarden Kilowattstunden erwarten.
- Die Anwendungen in den privaten Haushalten haben einen ITK-bedingten Stromverbrauch von knapp 60 Prozent. Ohne Gegensteuerung wird der Anteil von gegenwärtig rund 27 Milliarden Kilowattstunden auf 40 Milliarden Kilowattstunden im Jahr 2020 steigen. Hier spielen Fernseher und Computer mit immer größer werdenden Displays, die Zunahme von Audio- und Video-Daten sowie die Interaktivität und Personalisierung von digitalen Dienstleistungen eine bedeutende Rolle.
- Die Informations- und Kommunikationstechnik verursachte allein in Deutschland im Jahr 2007 einen Ausstoß von rund 33 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2). Es wird geschätzt, dass ITK mit derzeit weltweit rund 2,1 Milliarden Tonnen CO2-Emissionen mit rund zwei Prozent bereits das Niveau der globalen CO2-Emissionen des Flugverkehrs erreicht hat.
- Der spezifische Energiebedarf von Servern und Rechenzentren lag in Deutschland im Jahr 2008 bereits bei über zehn Milliarden Kilowattstunden. Dies entspricht einer Jahresstromproduktion von fast vier mittelgroßen Kohlekraftwerken. Und der Bedarf steigt weiter. Ein durchschnittlicher Server verbraucht derzeit zirka 400 Watt, viermal so viel wie vor zehn Jahren. Ohne besondere Anstrengungen zur Energieeffizienz wird der Energieverbrauch von Rechenzentren im Jahr 2010 bei über zwölf Milliarden Kilowattstunden liegen. Die damit verbundenen Stromkosten belaufen sich auf rund 1,1 Milliarden Euro.

Hinzu kommen produktbezogene Aspekte:
- Ein PC enthält über 1.000 verschiedene Stoffe, von denen viele wertvoll sind (zum Beispiel Kupfer, Gold und das knappe Tantal), aber viel zu selten systematisch und umweltverträglich recycelt werden.
- Die Produktion nur eines PC mit Monitor verbraucht rund 5.300 Kilowattstunden Strom. Das ist mehr als der durchschnittliche jährliche Energieverbrauch einer deutschen Kleinfamilie, der bei rund 3.000 Kilowattstunden liegt. Für denselben PC mit Monitor werden zudem 1.500 Liter Wasser und 23 Kilogramm verschiedener Chemikalien aufgewendet.

Die Zahlen belegen, dass die ITK besonders relevant für den Energie- und Materialverbrauch ist und dementsprechend einen großen Beitrag zu mehr Energie- und Ressourceneffizienz leisten sollte und auch kann. Die Einsparpotentiale sind enorm: Die Wirkungskette beginnt bei der Software, läuft über die Hardware und die Stromversorgung bis hin zur Gebäudeplanung und Kühlung. Mit energieeffizienter Technik, die bereits heute verfügbar ist, lassen sich bis 2013 insgesamt 15,3 Millionen Tonnen CO2 vermeiden. So könnten allein die Betreiber von Rechenzentren in den kommenden Jahren insgesamt 3,6 Milliarden Euro an Stromkosten einsparen. Aber auch ein einzelner sehr effizienter PC, zum Beispiel ausgezeichnet mit dem Blauen Engel, spart gegenüber einem ineffizienten Gerät zwischen 50 und 70 Prozent Strom.

Cover: ITK-Kompendium 2010; Quelle: F.A.Z.-Institut

Vor diesem Hintergrund hat das Bundesumweltministerium im Rahmen seiner ökologischen Industriepolitik „Green IT“ zu einem programmatischen Schwerpunkt gemacht und unter anderem den Förderschwerpunkt „IT goes green“ aufgelegt, um die großen Einsparpotentiale in diesem Feld zu heben. Ziel dieser Initiative ist es, einen Wettbewerb um innovative Technologien und Verfahren in Gang zu bringen, deren Markteinführung zu beschleunigen und durch zielgruppenorientierte Kommunikation Multiplikatoren und Nachahmer zu finden. Für die Förderung kommen unter anderem moderne Rechenzentrumsinfrastrukturen und der Einsatz von Thin-Client-Technologien in Betracht. Das Bundesumweltministerium stellt für Pioniere, die in innovative Informations- und Kommunikationstechnik investieren, Fördermittel aus dem Umweltinnovationsprogramm bereit.

Um eine Breitenwirkung zu erzielen, können vor allem kleine und mittlere Unternehmen im ERP (European Recovery Program)-Umwelt- und Energieeffizienzprogramm zinsgünstige Kredite für Vorhaben erhalten, mit denen erprobte Ansätze eingeführt werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Zuschüsse für qualifizierte und unabhängige Energieeffizienzberatungen in Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und für Freiberufler in Anspruch zu nehmen.

Durch die Beratung sollen Schwachstellen bei der effizienten Energieverwendung aufgezeigt und Vorschläge oder konkrete Maßnahmenpläne für energie- und kostensparende Verbesserungen gemacht werden. Detailinformationen für Anwender in Unternehmen, Behörden und Organisationen gibt kostenfrei und herstellerneutral das hierzu bei Bitkom eingerichtete Beratungsbüro „Green IT“.

Die Bundesregierung hat sich im November 2008 zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2013 den durch den Betrieb von ITK verursachten Energieverbrauch um 40 Prozent zu senken. Deshalb investiert sie innerhalb des Konjunkturpakets II 100 Millionen Euro in Maßnahmen des Bundes. Mit Blick auf die Rechenzentren ist das Bundesumweltministerium vorangegangen: Es hat Erneuerungsmaßnahmen genutzt, um den Stromverbrauch seines Rechenzentrums um rund 60 Prozent (70.000 Kilowattstunden) zu reduzieren. Das entspricht einer Senkung des CO2-Ausstoßes um rund 44 Tonnen.

Das Thema „Green IT“ ist aber nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Verringerung des Stromverbrauchs und der Treibhausgasemissionen von zentraler Bedeutung. Ich bin überzeugt, dass man mit ressourceneffizienten ITK-Infrastrukturen und -Geräten auch die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken und damit auch Beschäftigung sichern und schaffen kann.

Unser gemeinsames Ziel sollte es deshalb sein, die ökonomischen und ökologischen Herausforderungen in positive Synergien umzuwandeln, die die Ressourceneffizienz steigern, natürliche Ressourcen schützen, Kosten senken und Innovationen hervorbringen. Die Umweltpolitik leistet dazu ihren Beitrag, indem sie die richtigen Rahmenbedingungen und Anreize setzt. Dazu gehören ambitionierte Standards, Förderprogramme oder die Stärkung einer umweltfreundlichen Beschaffung.

Das Konzept, das dahinter steht, ist eine ökologische Industriepolitik, die zu einer „grünen Transformation“ der gesamten Wirtschaft und aller Branchen führt. Entscheidend ist die Neuorientierung nicht nur der Güter-, sondern auch der Arbeits- und Finanzmärkte. Was wir brauchen, sind „smart Investments“, also Maßnahmen, die Deutschlands langfristige Wachstumschancen verbessern und gleichzeitig den ökologischen Druck mildern.

Auszug aus"ITK-Kompendium 2010 - Expertenwissen, Trends und Lösungen in der Informations- und Kommunikationstechnologie". Das erstmals veröffentlichte ITK-Kompendium 2010 informiert fundiert und übersichtlich über aktuelle Branchentrends sowie richtungsweisende technologische Entwicklungen und Managementstrategien. Es erläutert, an welchen Innovationen Forschung und Wissenschaft arbeiten, welche Lösungen die Anbieter bereithalten, wie Analysten und Verbände das Potential der Branche einschätzen und mit welchen Initiativen die Politik die digitale Zukunft der Märkte in Deutschland und Europa vorantreibt.

Das ITK-Kompendium 2010 ist eine Publikation des F.A.Z.-Instituts, herausgegeben von Marlene Neudörffer. Es im September 2009 erschienen, umfasst 328 Seiten, Hardcover und kostet 38,00Euro inklusive Mehrwertsteuer und Versand (ISBN-13: 9783899817317).

Bewerbungsaufruf für Clean Tech Media Award 2011

Am 16. September 2011 wird der Clean Tech Media Award, Deutschlands meist beachteter Umweltpreis zum vierten Mal an die Pioniere der Umwelttechnik und Botschafter eines zukunftsgerichteten Lebensstils vergeben. Der grüne Teppich wird dieses Jahr in Hamburg, der europäischen Umwelthauptstadt 2011, ausgerollt und macht so die Hansestadt zum Zentrum der Cleantech-Branche.

Bis zum 15. Mail 2011 können sich Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen mit nachhaltigen und visionären Projekten online unter
www.cleantech-award.de/home/wettbewerb/bewerbung.html bewerben.

Eingereicht werden können Projekte aus den Kategorien:
- Energie: Hier stehen Geothermie, Solar-, Wind-, Wasser- und Bioenergie genauso im Fokus wie Effizienztechnologien, die schad­stofffrei und ressourcenschonend mit Energie umgehen.
- Mobilität: Gesucht werden bahnbrechende Entwicklungen im Bereich klima­schonender und emissionsarmer Fortbewegung zu Lande, zu Was­ser und in der Luft.
- Kommunikation:  Persönliches oder unternehmerisches Engagement sind gefragt, beispielsweise in Form von Medienkampagnen, Kulturinitiativen, Hör­funk-, Film- oder Fernsehbeiträgen.
- Lebensstil: Technologi­en und nachhaltige Produkte, die einen ökologischen und dennoch genussvollen Konsum- und Lebens­stil ermöglichen, werden prämiert.
- Nachwuchs: Nachwuchswissenschaftler werden für innovative technologische Lösungen geehrt, bei denen Um­weltschutz mit wirtschaftlichem Wachstum einhergeht.

„Der CTMA ist eine schöne Bühne, fernab der reinen Öko-Szene, um sich der Öffentlichkeit zu präsentieren“, sagt Benjamin Thym, Geschäftsführer der checkitmobile GmbH und Preisträger 2010 in der Kategorie Lebensstil mit seinem Projekt „barcoo“.

Der Clean Tech Media Award wird seit vier Jahren von der Clean Tech Media GmbH & Co. KG mit dem Ziel veranstaltet, ökologisches und ökonomisches Engagement und den Einsatz von alternativen Tech­nologien zu fördern. Die Verleihung der Clean Tech Me­dia Awards ist ein Non-Profit-Pro­jekt und steht in einer Reihe mit ergänzenden Veranstaltungen, die Aspekte des Umweltschutzes aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.

Corinna Lang

Viele Vorteile für CleanEnergy Project-Mitglieder

Das CleanEnergy Project, eines der größten Branchennetzwerke für Erneuerbare Energien, Cleantech und Nachhaltigkeit zählt auf der Businessplattform Xing bereits über 30.000 Mitglieder. Die am 31. März 2009 gegründete Social Community ist die größte Gruppe für Energie und Umwelt bei Xing und hat seit Juli 2010 den offiziellen Status der Xpert Ambassador Group. Nun sorgt eine komplett überarbeitete Foren-Struktur für einen verbesserten interaktiven Informationsaustausch zwischen den Gruppen-Mitgliedern, die bereits über 4.700 Beiträge gepostet haben.

„Das große Interesse an unserer Gruppe und der rasche Zuwachs bei den Forenbeiträgen hat uns dazu veranlasst, unsere Foren-Struktur der Themenvielfalt und den Interessen unserer Mitglieder anzupassen“, erklärt Gruppenmoderator und Gründer des CleanEnergy Projects, Ralf Hartmann. „Mit der neuen Struktur geben wir unseren Mitgliedern die Möglichkeit Einträge gezielter zu platzieren“, fährt Hartmann fort. Im Willkommensbereich des Community-Forums hat jedes Mitglied die Möglichkeit, sich als Person und Gründe für die Mitgliedschaft vorzustellen. Unter der neuen Rubrik „Ratgeber“ befinden sich neben einer Stellenbörse und einem Forum für Events, Messen und Termine nun auch Foren für Kapital- und Fördermittelbeschaffung, Finanzberatung sowie für die Suche nach Projekten und Investitionsmöglichkeiten. Weitere Rubriken mit definierten Unterforen sind „Erneuerbare Energien“, „Energieübertragung, Netzausbau- und Management“, „Cleantech“, „Energieeffizienz“, „Nachhaltigkeit und Umwelt“ sowie „Konventionelle Energien“. Für alle internationalen Mitglieder haben die Moderatoren des CleanEnergy Projects eigens ein englischsprachiges Forum eingerichtet.

Ziel des CleanEnergy Project ist es, Experten, Unternehmen und Verantwortliche der Energie- und Umweltbranchen zu vernetzen und neue Projekte im Sinne der nachhaltigen Entwicklung anzustoßen. Gegründet wurde das Branchennetzwerk im Frühjahr 2008 von Ralf Hartmann, Geschäftsführer der GlobalCom PR-Network GmbH (München), einer Agentur für Pressearbeit und Kommunikation, die namhafte Kunden aus dem Bereich Cleantech, IT und Technikthemen betreut.

Mehrwert für Mitglieder

Neben Xing betreibt das CleanEnergy Project unter www.cleanenergy-project.de auch eine eigene Website mit Mitgliederbereich und Online-Magazin, das täglich über Neuigkeiten, Entwicklungen und Trends im Markt für Klima- und Umweltschutztechnologien informiert. Auch auf LinkedIn, Facebook und Twitter ist das CleanEnergy Project vertreten.

„Unsere Mitglieder profitieren nicht nur von den vielen Informations- und Diskussionsmöglichkeiten sowie der hohen Kontaktvielfalt. Wir bieten ihnen auch an, eigene Magazinbeiträge, Stellenangebote und Veranstaltungstermine auf unserer Website zu platzieren“, zählt Ralf Hartmann auf und ergänzt: „Außerdem führen wir regelmäßig verschiedenen Branchen-Events durch und verlosen DVDs, Bücher oder Freikarten für Partnerveranstaltungen.“ Des Weiteren gelten für Mitglieder des CleanEnergy Projects Sonderkonditionen auf der CleanEnergy Exhibition, einer von dem Marketingberater Peter Hackmann und dem CleanEnergy Project ins Leben gerufene Online Fachmesse für Erneuerbare Energien, Cleantech und Nachhaltigkeit.

Die Mitgliedschaft bei CleanEnergy Project ist völlig unverbindlich und kostenfrei. Ab Juli 2011 wird das Angebot um eine Projektdatenbank ergänzt, die es den Mitgliedern ermöglicht, kostenlos Projekte, für die Partner, Investoren und Kooperationen gesucht werden, einzustellen.

Corinna Lang

Gesetzesentwurf für CCS-Speicherung beschlossen

Die Bundesregierung hat den Entwurf für ein „Gesetz zur Demonstration und Anwendung von Technologien zur Abscheidung, zum Transport und zur dauerhaften Speicherung von Kohlendioxid (CO2)“ beschlossen. Damit wurde die Voraussetzung dafür geschaffen, dass auch in Deutschland Modellprojekte zur Erprobung der CCS (Carbon Capture and Storage) genannten Technologie durch die EU gefördert werden können.

Wo genau die ersten dieser Anlagen gebaut werden, muss noch entschieden werden. Bei dieser Entscheidung haben die einzelnen Bundesländer an Einflussmöglichkeiten hinzu gewonnen. Sie können sowohl Gebiete ausweisen, in denen die CO2-Speicherung zulässig ist, als auch solche, in denen dies nicht der Fall ist. Die jährliche Speichermenge pro Speicher darf dabei nicht mehr als drei Millionen Tonnen und bundesweit nicht mehr als acht Millionen Tonnen CO2 pro Jahr betragen.

CCS-Technologie weiterhin umstritten

Die CCS-Technologie ist in Deutschland umstritten. In den Demonstrationsprojekten soll geklärt werden, in welcher Hinsicht CCS den erhofften Beitrag zum Klimaschutz leistet und die notwendige Sicherheit garantiert und bezahlbar ist, so wie es von den Befürwortern dieser Technologie versprochen wird. Auch soll geklärt werden, ob die CO2-Speicherung nicht weitere Nutzungsmöglichkeiten des Untergrundes wie beispielsweise durch Geothermie verhindert.

Der von der Bundesregierung verabschiedete Gesetzentwurf regelt im Bereich der CO2-Speicherung zunächst nur die Erprobung und Demonstration. Für die Zulassung der Demonstrationsspeicher ist in jedem Fall eine breite Bürgerbeteiligung erforderlich. Wie genau diese aussehen soll, ist in der Gesetzesvorlage jedoch noch nicht klar formuliert.

GroßflächigeEinführung von CCS noch offen

Über die breitere Einführung von CCS wird in jedem Fall erst dann entschieden, wenn die Sicherheit der CCS-Technologie ausreichend nachgewiesen worden ist. Hiefür soll das vorliegende Gesetz im Jahr 2017 umfassend evaluiert werden. Hierzu erstellt die Bundesregierung im selben Jahr einen Bericht an den Deutschen Bundestag.

Ziel der Bundesregierung ist es, mindestens eines der bis zu zwölf EU-weit geplanten Demonstrationsprojekte zur CCS-Technologie in Deutschland zu realisieren. Der Gesetzentwurf muss jetzt noch von Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden und soll noch im Herbst dieses Jahres in Kraft treten.

Daniel Seemann

Alternative Kraftstoffe – Womit fahre ich am besten?

Seit über 100 Jahren werden unsere Autos mit Benzin und Diesel angetrieben. Dabei stellen diese Kraftstoffe eine große Gefahr für Mensch und Natur dar. Einerseits belastet die Öl-Förderung zur Gewinnung der beiden Treibstoffe die Umwelt erheblich. Andererseits entstehen bei ihrer Verbrennung giftiges Kohlenstoffmonoxid (CO) und umweltschädliche Stickoxide (NOx). Zudem werden aufgrund des hohen Kohlenstoffanteils von Benzin und Diesel große Mengen des Treibhausgases CO2freigesetzt. Dabei sind bereits verschiedenste Alternativen zu diesen Kraftstoffen auf dem Markt – nicht zuletzt auch weil sich die Öl-Reserven allmählich dem Ende neigen.

Einen Überblick über die unterschiedlichen Eigenschaften sowie Vor- und Nachteile der heute relevanten Alternativkraftstoffe gibt Diplom Ingenieur Sven Geitmann in seinem Ratgeber „Alternative Kraftstoffe – Womit fahre ich am besten?“. Auf leicht verständliche Art und Weise bietet der Autor Hilfestellungen bei den Fragen, welche Antriebstechnik für welchen Bedarf die richtige ist sowie mit welcher Technologie Geld gespart und die Natur geschont werden kann.

Geitmann gliedert seine Ausführungen dabei übersichtlich in die Themengebiete:
- Diesel-Alternativen: Hierzu gehören Biodiesel und Pflanzenöl.
- Benzin-Alternativen: Neben Bioethanol, Biogas, Flüssiggas und Erdgas stellt er auch Wasserstoff für Verbrennungsmotoren vor.
- Synthetische Alternativen: Darunter werden flüssige Kraftstoffe verstanden, die durch eine relativ aufwendige chemische Aufbereitung aus fester Biomasse (Biomasse to Liquid), Erdgas (Gas to Liquid) und Kohle (Coal to Liquid) hergestellt werden.
- Elektrische Alternativen: Hier ordnet Geitmann nicht nur den elektrischen Strom und Wasserstoff für Brennstoffzellen als Antrieb für Elektroautos ein, sondern auch Methanol, das sowohl in Verbrennungsmotoren als auch indirekt als Wasserstofflieferant für Brennstoffzellen Verwendung findet.

Im Kapitel „Energie sparen“ gibt Geitmann darüber hinaus Tipps für ein spritsparendes Fahrverhalten.

Die zweite, komplett überarbeitete und aktualisierte Auflage von „Alternative Kraftstoffe – Womit fahre ich am besten?“, erschien im November 2010 im Hydrogeit Verlag und ist für 19,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

Hinweis der Redaktion:Wer nach der Lektüre des letzten Kapitels (Zusammenfassung) das  Buch zur Seite legt, verpasst die interessanten und unterhaltsamen Schilderungen des Autors über seine persönlichen Erfahrungen mit unterschiedlichen unkonventionellen Kraftstoffen, die leider relativ versteckt im Anhang untergebracht sind.

Corinna Lang

Rätselraten um den Bremach Elektro-Lkw

Ein umweltfreundliches Nutzfahrzeug für die Harten unter der Sonne oder eine praxisferne Adaption eines allradgetriebenen Lkw? Seit einigen Tagen herrscht Ratlosigkeit rund um den neuen T-Rex Electric des Fahrzeugherstellers Bremach. Das CleanEnergy Project bringt Licht in dieses kuriose Verwirrspiel.

Das Rätseln beginnt. Mitte März erscheint in einem US-Magazin ein Artikel über den T-Rex. Darin wird das geländegängige Fahrzeug mit einer neuen Antriebsvariante vorgestellt: einem Elektromotor mit Lithium-Ionen-Zellen.

Während der T-Rex in Europa mit einem soliden Turbodieselmotor von Iveco angetrieben wird, stehen nun in den USA gar vier unterschiedliche Antriebsarten zur Auswahl. Dort kann der Käufer zwischen einem Benzinaggregat von Chevrolet, einem CNG Erdgasantrieb, einer Hybridlösung aus Erdgas- und Elektroantrieb und einem reinen Elektroantrieb wählen.

Das CleanEnergy Project begibt sich auf Spurensuche. Mittlerweile gelangen die Neuigkeit vom Elektro-Lkw auch nach Europa. Zwar variieren die technischen Details je nach Bericht, dennoch verblüffen sowohl die angeblich große Reichweite als auch der relativ geringe Verkaufspreis von rund 82.500 Euro. Auch wir stoßen auf unterschiedliche Leistungsdaten und zu hinterfragende Angaben bezüglich der Reichweite des Nutzfahrzeugs. So soll das schwere Geländefahrzeug dank seiner Lithium-Ionen-Zellen über eine maximale Reichweite von 320 Kilometer verfügen. Unter Einsatzbedingungen sollen gar noch 240 Kilometer möglich sein.

Die Tatsachen.
Schlussendlich erreichen wir den Österreich-Importeur von Bremach. Dieser zeigt sich überrascht über den Vorstoß seiner US-amerikanischen Kollegen. Ja, es gäbe in der Tat Pläne für einen elektrischen Antrieb des T-Rex. Diese seien jedoch auf eine militärische Anwendung beschränkt. Hier arbeiten Spezialisten an einer Lösung, die eine geräuschlose Fortbewegung des Fahrzeugs über kurze Distanzen ermöglichen soll. Dabei fassen die Entwickler jedoch eine Reichweite im schweren Gelände von nur wenigen Kilometern ins Auge.

Dem Vernehmen nach werfen derzeit auch die Italiener aus der Firmenzentrale fragende Blicke über den Atlantik. Momentan können weder die Verfügbarkeit noch der Preis des T-Rex Electric bestätigt werden. Ein geplantes Treffen in Italien soll hier Klarheit schaffen. Das CleanEnergy Project informiert Sie in den kommenden Wochen über den Ausgang dieser Gespräche.

Der Hersteller. Bei Bremach handelt es sich um einen Hersteller von allradgetriebenen Nutzfahrzeugen. Der Firmensitz befindet sich in Brescia, einer Stadt im Norden Italiens. Vor rund zwei Jahren brachten die Italiener den T-Rex auf den Markt.

Das extrem robuste Spezialfahrzeug hat sich seit damals in einigen Einsatzbereichen zu einem ernsthaften Konkurrenten von Mercedes-Benz entwickelt. Die solide Bauweise und die zahlreichen Adaptierungsmöglichkeiten machen das 4x4-Fahrzeug sowohl für den zivilen als auch für den militärischen Bereich interessant.

Der T-Rex wird in den Vereinigten Staaten vom US-Importeur von Bremach in Eigenregie weiterentwickelt und sorgt momentan für Ratlosigkeit in Europa.

Joachim Kern

Energiegewinnung aus Wasserkraft geplant

Serbische und italienische Unternehmen wollen zwei große Vorhaben zur Nutzung der Wasserkraft für die Stromerzeugung in Serbien gemeinsam realisieren. Vereinbart worden ist die Errichtung mehrerer Wasserkraftwerke an den Flüssen Drina und Ibar. Die Investitionskosten werden auf mehr als eine Milliarde Euro geschätzt. Ein Teil des in Serbien erzeugten Stroms soll per Unterseekabel nach Italien exportiert werden.

Beteiligt an diesem Projekt sind der serbische Stromversorger Elektroprivreda Srbije (EPS) und das italienische Unternehmen Seci Energia (Maccaferri Group). Einen Vorvertrag dazu wurde Mitte Februar 2011 in Belgrad unterzeichnet. Die geplanten Wasserkraftwerke werden eine Leistung von 300 Megawatt haben. Der Bau der Anlagen wird 820 Millionen Euro kosten.

Serbisches und italienisches Unternehmen kooperieren

Ein weiteres gemeinsames Vorhaben hatten Seci Energia und EPS bereits im Sommer 2010 vereinbart. Geplant ist die Errichtung von zehn Wasserkraftwerken mit einer Leistung von insgesamt 103 Megawatt und einer erwarteten jährlichen Stromproduktion von 420 Millionen Kilowattstunden am Fluss Ibar. Die Investitionen werden auf 285 Millionen Euro beziffert. Das Projekt soll vom Gemeinschaftsunternehmen Ibarske hidroelekrane realisiert werden, an dem EPS 49 Prozent und Seci 51Prozent der Anteile halten werden.

Ebenfalls an dem Vorhaben beteiligt wird EPRS sein, der Stromkonzern der Republika Srpska (der serbischen Teilrepublik Bosnien und Herzegowinas). Im September 2010 hatten EPS und EPRS bereits ein Abkommen über die Zusammenarbeit bei der Erstellung einer technischen Dokumentation für den Bau von Wasserkraftwerken in Serbien. Das Abkommen sieht auch die gemeinsame Finanzierung von Machbarkeitsstudien und Umweltverträglichkeitsuntersuchungen vor.

Auch Bosnien und Herzegowina investiert in Serbien

Bisherigen Erkenntnissen zufolge gibt es an der Drina Kapazitäten für den Bau von Wasserkraftwerken mit einer installierten Leistung von 300 Megawatt und einer Erzeugungskapazität von 1.200 Gigawattstunden pro Jahr. Diese könnten an vier bis fünf Standorten errichtet werden, über die erst nach der Fertigstellung der Studien entschieden werden soll. Die Investitionskosten für das Vorhaben werden auf insgesamt 819 Millionen Euro geschätzt. Die Kraftwerke könnten 2016 ans Netz gehen.

Daniel Seemann

Mikro mit Power - Smart Hydro Power stellt Kleinst-Wasserkraftwerk vor

Wasserkraftwerke erzeugen Strom auf umweltfreundliche und emissionsarme Weise. Leider nehmen sie viel Platz weg, stellen einen beträchtlichen Eingriff in den Naturhaushalt von Gewässern dar und sind sehr teuer. Die Smart Hydro Power GmbH (SHP) hat sich Gedanken gemacht, wie man die positiven Eigenschaften von Wasserkraftwerken nutzen und gleichzeitig die negativen Eigenschaften eindämmen kann. Herausgekommen ist ein Mikro-Wasserkraftwerk, das vielfältigste Einsatzmöglichkeiten bietet.

Dr. Karl Reinhard Kolmsee ist der Gründer des Start-ups Smart Hydro Power. Er bereiste vor einigen Jahren Südamerika und sah, wie die Menschen dort noch immer unter einer mangelnden Energieversorgung leiden, obwohl sie den Amazonas und seine unzähligen Nebenarme, die ein schier unermessliches Energiepotenzial bieten, direkt vor der Tür haben.

Es fehlt an Geld und an technischen Möglichkeiten, diese Energie zu nutzen. Kolmsee und sein Team suchten daraufhin nach Wegen, das Versorgungsproblem zu lösen und bauten ein Kleinstwasserkraftwerk für den Heim- und Hausbedarf. Es generiert direkt Wechselspannungs-Strom, benötigt keine Infrastruktur und hat nur geringe Betriebskosten. Damit können die Menschen am Amazonas und auch anderswo, überall wo es Flüsse und Ströme gibt, ihren eigenen Strombedarf selbst erzeugen. Ganz nebenbei schont es die Umwelt, da keine riesigen Staudämme errichtet werden müssen und natürliche Ökosysteme erhalten bleiben.

Wie es funktioniert

Das Mikro-Wasserkraftwerk besteht aus einer Turbine, die in Fließgewässern eingesetzt wird. Sie funktioniert in Gewässern von mindestens 1,8 Metern Wassertiefe und zwei Metern Fluss-Breite sowie einer Strömungsgeschwindigkeit ab einem Meter pro Sekunde und bis zu 3,5 Meter pro Sekunde. Der Fluss wird dabei nicht aufgestaut, der Flusslauf und das empfindliche Gewässerökosystem bleiben ungestört. Die Turbine ist um einen fünf Kilowatt Horizontalachsen-Generator gebaut. Seine Nominalleistung erreicht er bei 2,4 Meter pro Sekunde. Die Rotoren haben einen Durchmesser von 100 Zentimetern. Die schwimmende Installation ist über ein innovatives Vakuum-Ankersystem befestigt, wie man es von Ölplattformen kennt und kann bei zu starken Fließgeschwindigkeiten aus dem direkten Strom genommen werden. Das System ist sehr umweltfreundlich, auch kleinen Fischen droht keine Gefahr, da sich die Rotoren so langsam drehen, dass die Vorgaben der Internationalen Agentur zur Fisch-Freundlichkeit nicht berührt werden.


Das Konzept Mikro-Wasserkraftwerkes erlaubt ein Inselnetz ohne sonstige Zusatzgeräte. Ein Energie-Management-System (EMS) maximiert die Effizienz des Systems und verteilt den erzeugten Strom an primäre und sekundäre Verbraucher. Eine integrierte Batterie kann das dezentrale System weiter optimieren. Auch eine Netzkonstellation ist möglich, mit der überflüssiger Strom ins Netz eingespeist werden kann. Das Mikro-Wasserkraftwerk erzeugt Strom unterhalb der Kosten eines Dieselgenerators, wie er in vielen armen Regionen zum Einsatz kommt. Bei entsprechenden Fließgeschwindigkeiten liegen die Kosten auch unter denen des Netzstroms.

Große Hoffnungen

Das Mikro-Wasserkraftwerk wurde jetzt einem internationalen Publikum vorgestellt. Im April startet der erste Prototyp in Bayern. Schon im Juni soll das Mini-Kraftwerk seinen Praxistest in einem Zuläufer des Amazonas in Peru antreten. Perus Energieminister Rafael Castillo zeigt sich begeistert. Das Mikro-Kraftwerk könnte in armen ländlichen Regionen als Entwicklungsmotor dienen, sagte er bei der Vorstellung der Technologie im Rahmen eines Kolloqiums zur dezentralen Energieversorgung.

Weltweit leben 1,6 Milliarden Menschen ohne Zugang zur Stromversorgung. Mit dem Kleinstkraftwerk bietet sich erstmals eine finanzierbare und zugleich saubere Perspektive, meint David Sweet von der World Alliance of Decentrialized Energy (Wade). Für Menschen, die in abgelegenen Regionen wohnen, ist dies eine unschätzbare Chance. Erfinder Kolmsee sieht drei wichtige Märkte für seine Innovation: die rurale Elektrifizierung in Entwicklungs- und Schwellenländern wie Brasilien oder Indien, den Agrarmarkt, beispielsweise für Bewässerungsanlagen in den USA oder Kanada, und den heimischen Markt.

Josephin Lehnert

Hochrangiger Umweltpreis zur Förderung erneuerbarer Energien ausgeschrieben

Georg Salvamoser (1950-2009), Freiburger Solarpionier, Gründer der Solar-Fabrik und visionärer Unternehmer, ist der Namensgeber eines der höchstdotierten deutschen Umweltpreise, der 2011 bundesweit für innovative Projekte und Verfahren zur Nutzung erneuerbarer Energien zum ersten Mal ausgelobt wird.

Ins Leben gerufen wurde die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung auf Anregung des Freiburger Oberbürgermeisters Dieter Salomon, der Familie Salvamoser sowie des Wirtschaftsverbandes 100 Prozent GmbH. 2010 gründete die Ehefrau Maria Salvamoser dafür eigens die Georg-Salvamoser-Stiftung, die von namhaften Institutionen und Unternehmen unterstützt wird.

Mit der Einrichtung des Georg Salvamoser Preises erinnern die Stifter zusammen mit der Stadt Freiburg an den früh verstorbenen Unternehmer und sein Lebenswerk, in dessen Zentrum die Anwendung erneuerbarer Energien in der Praxis stand.

Georg Salvamoser, 1950 in Garmisch-Partenkirchen geboren, zählte bundesweit zu den herausragenden Persönlichkeiten der Umweltwirtschaft und hat als Pionier und Unternehmer maßgeblich zur heutigen Bedeutung des Solarstandorts Deutschland beigetragen. 1991 hatte sich Salvamoser selbstständig gemacht und zunächst die "Solar-Energie-Systeme GmbH", die "S.A.G. Solarstrom AG" und 1996 die Freiburger Solar-Fabrik gegründet, die damals die einzige Produktionsstätte für Solarmodule in Deutschland war.

1998 zeichnete die Bundesstiftung Umwelt ihn mit dem "Deutschen Umweltpreis" aus. Nach dem Rückzug aus dem operativen Geschäft war er zuletzt Präsident des Bundesverbands Solarwirtschaft. Im September 2009 verstarb Georg Salvamoser im Alter von 59 Jahren.

Zum Gedenken an sein unternehmerisches Werk und sein Wirken für die deutsche Umweltwirtschaft rief seine Frau 2010 die "Georg-Salvamoser-Stiftung" ins Leben. Unterstützt und mit weiterem Stiftungskapital ausgestattet wird die Stiftung unter anderem von der Solar-Fabrik AG, dem Bundesverband Solarwirtschaft, dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme, der Freiburger Agentur Triolog sowie von der Stiftung Viamedica des Freiburger Umweltmediziners Prof. Franz Daschner, der selbst Träger des Deutschen Umweltpreises ist.

Um Salvamosers Lebenswerk dauerhaft zu würdigen, gab Oberbürgermeister Salomon in Gesprächen mit führenden Repräsentanten der Solarwirtschaft und -forschung sowie gegenüber der Familie Salvamoser die Anregung eines Preises für die Förderung erneuerbarer Energien. Dieter Salomon: "Wir verdanken Georg Salvamoser, seinen Ideen und seinem unternehmerischen Engagement, dass Freiburg sich zu einem führenden Standort der Solarwirtschaft entwickeln konnte. Seine Lebensfreude, sein Optimismus und sein Gabe, Menschen für seine Ziele zu begeistern, sollen im Geist der Stiftung und in dem Georg-Salvamoser-Preis dauerhaft lebendig bleiben."

Im Sinne eines Wortes von Georg Salvamoser soll der nach ihm benannte Preis Menschen und Institutionen auszeichnen, die sich auf dem Weg zu erneuerbaren Energien nicht aufhalten lassen. Deshalb sollen solche Projekte ausgezeichnet werden, deren Initiatoren innovative Wege beschreiten, um beispielsweise in ihrem Unternehmen oder in ihrer Gemeinde eine Versorgung mit 100 Prozent erneuerbaren Energien voranzubringen und mit ihren Ideen Vorbild und Beispiel für andere zu sein.

Bewerbungen für den Georg-Salvamoser-Preis sind bis zum 30. Juni 2011 nur online über die Internet-Seite www.georg-salvamoser-preis.demöglich. Die Bewerbung ist mit einer kurzen Projektbeschreibung und gegebenenfalls Fotos zu ergänzen. Ausdrücklich ist der Georg-Salvamoser-Preis nicht nur Solarprojekten vorbehalten, sondern spricht Vorhaben aus dem gesamten Sektor der erneuerbaren Energien aus Sonne, Wind, Wasserkraft, Biomasse oder Geothermie an. Die Vergabekriterien sehen vor, dass die Auszeichnung gegebenenfalls mehreren Preisträgern verliehen und das Preisgeld geteilt wird.

Der Jury gehören Fachleute und Persönlichkeiten aus Politik, Umweltwirtschaft und Verbänden an:
- Dr. Franz Alt, Journalist
- Hubert Burdenski, Architekt
- Karin Eble, Organisationsberaterin
- Per Klabundt, Geschäftsführer Wirtschaftsverband 100 Prozent GmbH
- Jügen Leuchtner, Gesellschafter Agentur triolog
- Dr. Dieter Salomon, Oberbürgermeister der Stadt Freiburg
- Carolin Salvamoser, Aufsichtsratsmitglied der Solar-Fabrik AG
- Maria Salvamoser, Gründerin der Georg-Salvamoser-Stiftung
- Prof. Dr. Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme

Der Georg Salvamoser Preis wird am 13. Oktober 2011 in einer gemeinsamen Festveranstaltung der Stiftung und der Stadt Freiburg verliehen.

Georg Salvamoser Stiftung

Wasserkraft als Energiequelle wird ausgebaut

Wenn es um die Nutzung von erneuerbaren Energien geht, liegt Norwegen weltweit auf den vorderen Plätzen. Abhängig vom Wasserstand produziert das skandinavische Küstenland nahezu seinen gesamten Strombedarf per Wasserkraft. Darüber hinaus bieten sich norwegische Wasserkraftwerke als Speicher für in Nordeuropa erzeugten Strom aus erneuerbaren Energien an, der beispielsweise in Deutschland aufgrund fehlender Speicherkapazitäten nicht ausreichend zurückgestellt werden kann.

Norwegen ist Europas größter und der weltweit siebtgrößte Wasserkraftproduzent. Die Speicherkapazität seiner Wasserkraftwerke entspricht rund 50 Prozent der gesamten europäischen Speicherkapazität. Derzeit werden jedoch nur zirka 60 Prozent des in Norwegen vorhandenen Wasserkraftpotenzials genutzt. Daher wurde der Ausbau der Wasserkraft jetzt zur Chefsache erklärt.

Bau vieler kleinerer Wasserkraftwerke geplant

Allein der größte Wasserkraftbetreiber des Landes, Hydro, hat angekündigt, in den nächsten Jahren knapp rund 384 Millionen Euro in neue Wasserkraftwerke zu investieren. Der zum Teil in staatlichem Besitz stehende Konzern will den Strombedarf für seine Industrieanlagen stärker mit Wasserkraft decken. Für die Erweiterung der Wasserkraft ist laut dem Norwegian Water Resources and Energy Directorate vor allem der Bau kleinerer Wasserkraftwerke geplant. Streitpunkt sind die entstehenden Kosten für die meist entlegenen und kleinen Anlagen. Der staatliche Netzbetreiber Statnett möchte diese den Anlagenbetreibern auferlegen, während letztere die Verbraucher stärker in die Pflicht nehmen wollen.


Norwegens Wasserkraft gewinnt aktuell aber noch aus einem anderen Grund an Bedeutung: Die weltweite Energiewirtschaft sucht nach Möglichkeiten, erneuerbaren Strom zu speichern und diesen bedarfsweise kurzfristig verfügbar zu haben. Nach einer Studie der Boston Consulting Group müssen sich aufgrund des Anstiegs der Stromerzeugung aus Sonne und Wind die Speicherkapazitäten in Europa in den nächsten 15 Jahren vervierfachen. Norwegens Wasserkraft als Energiespeicher gerät in dieser Hinsicht in den Fokus.

Neue Netzkapazitäten im großen Umfang erforderlich

Gerade für Deutschlands Windkraft und für die geplante Offshore-Windkraft von Nord- und Ostsee könnte Norwegens Wasserkraft als Energiespeicher künftig an Bedeutung zunehmen. Mit überschüssigem deutschen beziehungsweise Offshore-Windkraftstrom würde Wasser in die Wasserspeicher gepumpt werden und bei Bedarf Wasserkraftstrom erzeugen.

Allerdings sind für diese Szenarien neue Netzkapazitäten im großen Umfang erforderlich. Als erstes müssen nicht die Speicher, sondern das Netz ausgebaut werden, besonders zwischen Norwegen und dem europäischen Kontinent. Für die Zukunft existieren Pläne für den Bau von sechs großen Verbindungstrassen, darunter fünf Seekabel, von denen auch zwei nach Deutschland führen und bis spätestens 2017 ans Netz gehen sollen.

Daniel Seemann

Erst erfunden, dann vergessen

Manchmal ist es einfach noch nicht die rechte Zeit, damit Erfindungen sich durchsetzen. Nicht nur die Technik selbst, sondern auch außertechnische Faktoren beeinflussen den Erfolg einer neuen Innovation. Viele Dinge die erfunden wurden und dabei bis ins kleinste Detail einwandfrei funktionierten, sind danach einfach in irgendwelchen Schubladen versunken.

So erging es beispielsweise dem Flettnermotor. Bereits in den 20er Jahren erfand Anton Flettner einen aerodynamischen Schiffsantrieb. Die wie riesige Garnrollen anmutende Zylinderkonstruktion treibt Schiffe selbst bei schwachem Wind an.

Der Rotor, auch Walzensegel genannt, wirkt dabei wie ein Segel mit riesiger Oberfläche. Bevor es zum Durchbruch dieser Erfindung kam, immerhin stachen die ersten Schiffe Ende der 20er Jahre in See und funktionierten einwandfrei, kam die Weltwirtschaftskrise. Einer der besagten außertechnischen Faktoren. Öl war als Antrieb bereits erprobt und zudem günstig! Es gab keinen Platz für den innovativen Flettnerrotor und er verschwand in der Versenkung.

Doch manchmal sind es auch technische Probleme, die dazu führen, dass neue Erfindungen wieder eingestellt werden. Dennoch stellen sie einen großen Wert für die weitere Entwicklung dar, wie etwa der größte Flopp der Windenergienutzung. Growian hieß die in den 80er Jahren bei Marne errichtete Windkraftanlage. Sie galt als größte Anlage der Welt - nur leider brachte sie nicht das, was von ihr erwartet wurde. Konzeptionelle Fehler machten die Anlage zum größten Fehlschlag in der Windenergie-Geschichte. Trotzdem gilt sie als Vorreiter der heutigen Windparks, denn aus den damaligen Fehlern lernte man.

Nicht immer muss das Rad neu erfunden werden. Viele Erfindungen der heutigen Zeit beruhen auf in Schubladen vergessenen Entdeckungen, die nur den richtigen Zeitpunkt für eine Renaissance brauchten, wie die Hochenergiebatterie. Wie der Flettnerrotor eine Entwicklung aus den 20er Jahren, an der heute neu gefeilt wird. Oft muss sich aber auch die Gesellschaft erst öffnen, um alte neue Erfindungen zuzulassen und ihnen zum wohlverdienten Ruhm zu verhelfen.

Bestes Beispiel hierfür ist wohl der Mikrowellenherd. Eine Technik, die Percy Spencer schon im Jahr 1947 entdeckte. Die erste kommerzielle Mikrowelle kam 1954 auf den Markt, setzte sich aber durch den hohen Preis nicht durch. Die Technik vergaß man nicht, wohl den Preis, der in den 70er Jahren deutlich sank. Heute findet sich eine Mikrowelle in fast 95 Prozent aller Haushalte.

Judith Schomaker

Mitfahrzentrale für Frachtgüter

Rund 20 Prozent der Lkws auf deutschen Straßen sind ohne Ladung unterwegs. Der wirtschaftliche Schaden für die betroffenen Speditionen ist groß. Aber auch aus ökologischen und verkehrstechnischen Gründen sind Leerfahrten zu vermeiden. Eine neue Auktionsplattform soll zu einer besseren Auslastung der Fahrzeuge beitragen.

Die meisten Transportunternehmen in Deutschland haben ein ernstes Problem: Ihre Lkws sind nur teilbeladen oder ohne Rückfracht unterwegs. Seit 2006 liegt der Leerkilometer-Anteil deutscher Speditionen bei rund 20 Prozent. Da Experten für die nächsten Jahre jedoch eine drastische Zunahme des Güterverkehrs auf der Straße erwarten, müssen innovative Konzepte erforscht werden, um Leerfahrten zu vermeiden.

Für die Speditionen führen unnnötige Leerfahrten zu finanziellen Einbußen. Der wirtschaftliche Erfolg steht und fällt mit der optimalen Auslastung der Fahrzeuge. Deshalb akquirieren die Unternehmen zunächst mehr Aufträge, als sie mit der eigenen Flotte abwickeln können. Anschließend wählen sie diejenigen aus, die sich zu gewinnbringenden Touren kombinieren lassen. Die übrigen werden an Subunternehmer vergeben. Dieses Vorgehen ist jedoch aus zwei Gründen unbefriedigend. Zum einen sind Subunternehmer teuer, zum anderen ist der Auftragsbestand oftmals dennoch zu gering, um für die gesamte Fahrzeug-Flotte bessere Touren planen zu können.

Eine Möglichkeit, den Auftragspool zu vergrößern, sehen Forscher des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM in der unternehmensübergreifenden Kooperation. Zu diesem Zweck haben die Wissenschaftler aus Kaiserslautern eine prototypische Softwareplattform entwickelt. Mit deren Hilfe bilden Transportdienstleister eine Kollaborationsgemeinschaft und einen gemeinsamen Auftragspool. "Bei unserer Software handelt es sich um eine Auktionsplattform mit Planungsfunktionalität. Gegenüber Internet-Frachtbörsen, über die Speditionen ihre Ladungen austauschen können, bietet sie einige Vorteile", sagt Dr. Heiner Ackermann, Wissenschaftler am ITWM. "In den Online-Frachtbörsen lassen sich nur einzelne Aufträge austauschen. Das Bündeln von mehreren Aufträgen ist aufgrund des hohen Abstimmungsaufwands im Internet bisher nicht möglich", sagt Ackermann und hat auch gleich ein Beispiel parat: "Möglicherweise lohnt sich der Umweg für einen Auftrag nicht. Kommt aber noch ein zweiter hinzu, rentiert sich die Fahrt. Mit unserer Auktionsplattform können sich mehrere Anbieter und Abnehmer zeitgleich austauschen. Sie sind in der Lage, ihre bestehenden Touren sinnvoll zu ergänzen, wodurch sich Aufträge günstiger als bisher ausführen lassen." Sein Kollege Hendrik Ewe erläutert den Ablauf einer Auktion: "Zunächst stellen die Firmen die Aufträge ein, die nicht in den eigenen Tourenplan passen. Nach der Bietphase wird ermittelt, welche Spedition den Auftrag erhält. Die komplexen Gewinnaufteilungen zwischen Auftraggebern und Abnehmern berechnet die Software mithilfe von eigens entwickelten Algorithmen."

Die Plattform lässt sich an Datenbanken anbinden. Sie setzt sich aus verschiedenen Modulen zusammen: Der "Marktplatz" wird auf einem Server installiert, hier können Aufträge eingestellt werden. Der "Bietassistent" läuft auf den Clients in den Speditionen. Mit ihm können die Spediteure automatisch im Marktplatz nach Aufträgen suchen. Das Tool erkennt, welchem Lkw die Aufträge zugewiesen werden sollen; es macht also Tourenvorschläge. "Unsere Software richtet sich an Speditionen, die langfristig miteinander arbeiten und ein Vertrauensverhältnis aufbauen wollen", resümiert Ackermann. In anonymen Internet-Frachtbörsen lasse sich ein solches Verhältnis nicht etablieren.

In einer Pilotstudie mit realen Daten von Profitzentren einer großen deutschen Spedition konnten die ITWM-Forscher mit ihrer Auktionsplattform deutliche Einsparpotenziale demonstrieren. Derzeit sind die Wissenschaftler auf der Suche nach Speditionen, die das Konzept testen wollen.

Fraunhofer-Gesellschaft

Windanlage für Wohnhäuser

Immer mehr Solaranlagen zieren die Dächer von Wohnhäusern. Kein Wunder, denn gerade sie machen eine lautlose Energiegewinnung möglich und eignen sich daher besonders für den Siedlungsbereich. Im Gegensatz dazu steht die Nutzung der Windenergie. Für den Privatbereich zu kostspielig und überdies im näheren Gebäudeumkreis nicht realisierbar, hinzu kommen die hohen Auflagen zu Errichtung von Windkraftanlagen. Eine Alternative bieten hingegen Kleinwindanlagen. Besonders die kleinsten unter den Windanlagen, vertikale Kleinwindanlagen, sind für den Einsatz in dicht besiedelten Wohngebieten bestens geeignet, denn sie arbeiten lautlos und sind genehmigungsfrei.

Kleinwindanlagen bestehen im Wesentlichen aus Rotorsystem, Generator und weiteren Peripheriegeräten. Durch entsprechende Wechselrichter wird sodann die drehzahlvariable Spannung in netzkonforme Wechselspannung umgewandelt. Der erzeugte Strom kann entweder selbst genutzt oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden, was durch die Einspeisevergütung entsprechend entlohnt wird.

Um einen möglichst effizienten Betrieb zu generieren und einen hohen Ertrag zu erwirtschaften, müssen dabei alle Komponenten der Kleinwindanlage optimal aufeinander abgestimmt sein. Die Rotorgröße muss individuell gewählt und die nachgeschalteten Peripheriegeräte sorgfältig ausgewählt und angepasst werden.

Die Montage einer Kleinwindanlage kann dabei auf dem eigenen Hausdach erfolgen. Da die baurechtlichen Vorschriften nicht landesweit einheitlich geregelt sind, empfiehlt sich ein Vorabgespräch mit dem zuständigen Bauamt, besonders in Bezug auf die Größe der Rotoren. Durch die Aufdachmontage entfällt überdies die bei Windkraftanlagen aufwändige Installation auf hohen Masten, zudem werden Leitungsverluste durch das kurze Leitungsnetz zwischen Stromerzeuger und -verbraucher vermieden. Bauartbedingt sind Kleinwindanlagen zudem sturmsicher, Stroboskopeffekt und Schlagschattenwurf sind ebenfalls nicht zu erwarten.

Einen weiteren Pluspunkt erzielen Kleinwindanlagen durch den geringen Verschleiß der beweglichen Teil und der Mechanik, was Wartungsarbeiten nicht erforderlich macht und auch in diesem Punkt Kosten spart. Zwar liegen mit zirka 3.000 Euro je Kilowatt Nennleistung die Installationskosten von Kleinstwindanlagen etwa doppelt so hoch, wie bei großen Windkraftanlagen. Dies wird sich aber in den kommenden Jahren nach Meinung des Bundesverbandes Kleinwindanlagen durch die Entwicklung der Kleinstwindanlage zum Massenprodukt deutlich reduzieren.

Judith Schomaker

"Kombikraftwerk 2" testet Netzstabilität bei regenerativer Stromversorgung

Eine sichere und zuverlässige Stromversorgung allein aus erneuerbaren Energien ist in Deutschland machbar – auch ohne sogenannte Schattenkraftwerke. Das soll das neue Forschungsprojekt "Kombikraftwerk 2" des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) gemeinsam mit neun Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft nachweisen. Wind- und Biogaskraftwerke sowie Solarstromanlagen werden in Modellen und Feldversuchen verknüpft und zentral gesteuert. Die Forscher erhoffen sich davon Erkenntnisse darüber, wie sich der steigende Anteil von Wind- und Sonnenenergie in die Stromversorgung integrieren lässt. Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2020 den Bei­trag erneuerbarer Energien im Strombereich auf mindestens 35 Prozent zu erhöhen. Bis spätestens zum Jahr 2050 rechnen Experten mit einer vollständigen Strom­versorgung aus erneuerbaren Quellen.

Darüber hinaus soll untersucht werden, welchen Beitrag erneuerbare Energien zur Versorgungsqualität leisten können. Bereits heute verfügen Solar-, Biogas- und Windenergieanlagen über technische Eigenschaften, die zur Netzstabilität beitragen und bei Engpässen das Stromnetz entlasten können. Die Wirksamkeit so genannter Systemdienstleistungen bei einer regenerativen Vollversorgung testet das Kombikraftwerk 2 unter realen Wetterbedingungen. Mit dem Fokus auf die System- und Netzintegration knüpft das Kombikraftwerk 2 an sein Vorgängerprojekt an, das bereits 2007 eine bedarfsgerechte Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien nachgewiesen hatte.

"Ein vollständiger Umstieg auf regenerative Energien ist aus Gründen des Klimaschutzes und angesichts endlicher fossiler Ressourcen unumgänglich. Die Frage ist, was das für die heutige Struktur der Stromversorgung bedeutet, für Übertragungsnetze und Energiespeicher", sagt Dr. Kurt Rohrig, stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Kassel. "Unser Praxistest wird zeigen, dass eine Vollversorgung mit erneuerbaren Energien realistisch ist und dass auch bei Flaute nicht die Lichter ausgehen", ist sich Rohrig sicher.

Das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt Kombikraftwerk 2wird vom Bundesumweltministerium gefördert. Die Partner des Konsortiums sind: Cube Engineering GmbH, Deutscher Wetterdienst, Enercon GmbH, Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), ÖKOBiT GmbH, Fachgebiet Elektrische Energieversorgung der Leibniz Universität Hannover, Siemens AG, SMA Solar Technology AG, SolarWorld AG und die Agentur für erneuerbare Energien.

Agentur für Erneuerbare Energien

Google beteiligt sich an Solarpark in Brandenburg

Google steigt nun auch in Europa in den Markt für erneuerbare Energien ein. In Brandenburg an der Havel will sich das Internetunternehmen gemeinsam mit Partnern an einem Solarpark beteiligen. Google will dort rund 3,5 Millionen Euro investieren. Formal bedarf die Investition noch der Zustimmung der Kartellbehörden. Die bereits fertiggestellte 18.64 Megawatt Photovoltaikanlage liefert pro Jahr rund 18 Millionen Kilowattstunden Strom und zählt zu den Größten Deutschlands. Als Co-Investor fungiert der deutsche Finanzinvestor Capital Stage, der über langjährige Erfahrung auf dem deutschen Photovoltaikmarkt verfügt und der größte unabhängige Betreiber von Solarparks in Deutschland ist.

Nach Investitionen in zwei US-amerikanische Windprojekte ist das Brandenburger Photovoltaik-Kraftwerk Googles erstes Energieprojekt außerhalb der USA. Doch der Standort ist kein Zufall. "Deutschland zählt bei der Entwicklung erneuerbarer Energien seit vielen Jahren zur Weltspitze", erklärt Benjamin Kott, Clean Energy Advocacy Manager bei Google. "Das Land verfügt über gute Rahmenbedingungen, die Bürger stehen sauberer Energie positiv gegenüber und die deutschen Hersteller liefern hervorragende Technologie". So stammen auch mehr als 70 Prozent der in Brandenburg installierten Solarmodule aus deutscher Produktion.

Die Anlage liegt auf einem 47 Hektar großen Areal, das bis Anfang der 90-er Jahre für militärische Zwecke genutzt wurde. In Zukunft kommt von dort sauberer Strom für rund 5.000 Haushalte in Brandenburg und Umgebung.

"Google versteht seine Beteiligung als wichtigen Beitrag zur Förderung klimafreundlicher Energie - aber auch als solide finanzielle Investition. Diese 'doppelte Dividende' macht Investitionen in erneuerbare Energien besonders attraktiv ", erläutert Benjamin Kott, Clean Energy Advocacy Manager bei Google.

Felix Goedhart, Vorstandsvorsitzender der Capital Stage AG: "Wir sind stolz darauf, für den gemeinsamen Betrieb des Solarparks Brandenburg das Vertrauen unseres Partners Google gewonnen zu haben, der unsere positive Einschätzung der Zukunftsaussichten Erneuerbarer Energien teilt."

Neben der direkten Beteiligung an Produzenten sauberer Energie verfolgt Google auch unternehmensübergreifend das Ziel der Nachhaltigkeit. So betreibt Google auf dem Firmencampus in Mountain View neben mehreren Brennstoffzellen auch eine der größten dachmontierten Solaranlagen der USA. Googles Datencenter zählen durch kontinuierlich optimierte Technologie zu den Effizientesten der Welt. Insgesamt hat das Unternehmen bereits mehr als 100 Millionen Dollar in Anlagen für erneuerbare Energie sowie Technologien der nächsten Generation investiert. Darüber hinaus arbeitet bei Google ein eigenes Forschungs- und Entwicklungsteam an der Entwicklung entsprechender Technologien. Damit plant Google auch in Zukunft, das Engagement für erneuerbare Energien global weiter auszubauen.

Google Germany GmbH

Amsterdam soll Elektroauto-Stadt werden

Auf dem kleinen, aber feinen Automobilmarkt der Niederlande bewegt sich so einiges. Ohne Kompromisse wird die Elektromobilität in einem Land eingeführt, wo Fahrradstaus längst zum Alltagsbild in den größeren Städten gehören und mit typisch holländischer Gelassenheit im Stadtverkehr ertragen werden.

Die niederländische Regierung verfolgt gemeinsam mit den Kfz-Fachverbänden des Landes das Ziel, bis 2020 etwa eine Million Elektroautos (inklusive Hybridmodelle) auf den Straßen zu haben. Dann wäre der Markt für Elektromobilität in den Niederlanden fest etabliert und würde einen Marktanteil von etwa 20 Prozent erreichen. Zum Vergleich: Das ungleich größere Deutschland strebt bis zum selben Zeitpunkt die gleiche Anzahl an Stromern auf deutschen Straßen an.

Direkte Zuschüsse zu den Kaufpreisen

Zentral sind dabei direkte Zuschüsse zu den Kaufpreisen von E-Mobilen sowie steuerliche Vergünstigungen bei Beschaffung und Betrieb: Bis 2018 werden neue E-Mobile vollständig von der Kaufsteuer und im laufenden Betrieb von der Kfz-Steuer befreit. Die Stadt Amsterdam ist dabei Vorreiter mit dem Ziel, bis 2040 die vollständige Umstellung auf Elektromobilität aller privat und geschäftlich genutzten Kfz im Zentrum der Metropole zu realisieren.

Dafür werden auf kommunaler Ebene einig Maßnahmen umgesetzt: Bis zu 15.000 Euro Zuschuss beim Kaufpreis eines Elektro-Pkw zusätzlich zu den steuerlichen Maßnahmen des Staates. Zehntausende von Ladesäulen, die mit kommunalen Fördermitteln erreichtet werden und deren dort gezapfter Strom bis auf Weiteres kostenlos ist. Die Käufer der E-Mobile sind frei bei der Wahl von Marken und Händlern. Die Stadt hat bereits ein Abkommen mit dem französischen Automobilkonzern Renault-Nissan geschlossen, der 2011 mit dem Verkauf des kompakten E-Modells "Leaf" in Holland beginnen will.

Erste grenzüberschreitende Elektromobilität in Europa

Auch ein deutscher Stromversorger will in den Niederlanden direkt beim Aufbau der Infrastruktur für das E-Autonetz mitmischen und sich 2011 an entsprechenden Ausschreibungen in Amsterdam beteiligen: Die RWE-Tochter RWE Effizienz GmbH. Dabei geht es um den Export des hauseigenen Ladesäulen-Konzepts RWE-Autostrom.

Deutsche und niederländische Netzbetreiber haben Ende 2010 ein Abkommen zur grenzüberschreitenden Elektromobilität geschlossen, welches das erste seiner Art in Europa ist. Es wird gegenseitig ein sogenanntes "Strom-Roaming" eingeräumt, die Verbraucher können damit im jeweils anderen Land die Ladung ihres E-Mobils bargeldlos bezahlen. Die Säulen werden mit einer gemeinsamen Steckertechnologie und Smartcard für die Bezahlung ausgerüstet. Partner sind eine Kooperation deutscher Stadtwerke und niederländischer Verteilnetzbetreiber.

Daniel Seemann

Deutschland fördert erneuerbare Energien in Indien

Deutschland und Indien gehen gemeinsame Wege beim weltweiten Ausbau der erneuerbaren Energien. Deutschland wird das Schwellenland künftig verstärkt beim Ausbau erneuerbarer Energien unterstützen. Die staatliche KfW Entwicklungsbank hat in diesem Zusammenhang Anfang März im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) in New Delhi mit der Indian Renewable Energy Development Agency (IREDA) ein Kreditabkommen geschlossen.

Ziel ist es, mit dem Kredit neue Technologien sowie interessante Finanzierungs- und Beteiligungsmodelle in den Bereichen Solarenergie – sowohl Photovoltaik (PV) als auch Solarthermie –, Windkraft, Biomasse und Wasserkraft zu fördern.

Indien hat ehrgeizige Ziele im Energiesektor

Der unterzeichnete Förderkreditvertrag "New Renewable Energy Programme" umfasst eine Kreditlinie von 200 Millionen Euro. Begleitet wird das Darlehen von einem Zuschuss über 500.000 Euro, der für die technische Unterstützung von IREDA vorgesehen ist. Die Laufzeit des Kredits beträgt zwölf Jahre einschließlich eines dreijährigen Schuldenmoratoriums.

Das Kreditabkommen ist bereits das vierte seiner Art zwischen der KfW Entwicklungsbank und IREDA in den vergangenen 20 Jahren. Für IREDA ist es zugleich das größte Refinanzierungsdarlehen seit Bestehen der Förderbank. Indien ist beim Ausbau der erneuerbaren Energien stark an technischen und finanziellen Kooperationen mit internationalen Partnern interessiert: Das Land hat sich ehrgeizige Ziele im Energiesektor gesetzt. Bis 2022 sollen sich die netzgebundenen Erzeugungskapazitäten von heute 19 auf 75 Gigawatt vervierfachen.

Anteil der Erneuerbaren am Energiemix soll steigen

Vor allem die Nutzung der Sonnenenergie soll vorangetrieben werden. Im Rahmen der "Solar Mission" werden bis 2022 PV- und Solarthermie-Projekte mit einer Leistung von 20 Gigawatt von der Zentralregierung gefördert. Aber auch die Windkraft sowie Biomasse und Wasserkraft sollen in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden. Derzeit beträgt der Anteil der erneuerbaren Energien am indischen Energiemix etwa elf Prozent.

Daniel Seemann

Shoppen mal anders

Jeder Deutsche produziert im Schnitt 10,4 Tonnen CO2 pro Jahr, wobei etwa die Hälfte durch unseren persönlichen Konsum verursacht wird. Ein Drittel der CO2-Emissionen entstehen durch unseren Energieverbrauch; der Rest geht zulasten unserer Mobilität. Wer seinen “CO2-Fußabdruck” verringern möchte, der kann mehr tun, als Recyclingpapier zu verwenden. Eine Internetseite zeigt wie.

Konsum belastet die Umwelt in unterschiedlichster Weise. Wer beim Einkaufen dennoch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten möchte, dem sei die Website www.nachhaltig-einkaufen.de empfohlen. Sie will dabei helfen, den eigenen Konsum umweltgerechter und nachhaltiger zu gestalten.

Dabei geht es in den drei Kategorien “klimafreundlich & stromsparend”, “umweltfreundich & tierschützend” sowie “fair & sozial” um Ressourcenschutz, Einsparung von CO2-Emissionen oder fair gehandelte Produkte. Der interessierte Konsument findet Informationen aus den unterschiedlichsten Segmenten – von Lebensmitteln über Kleidung, Haushaltswaren, Möbeln bis zu Reisen und Kommunikationsmitteln.

So kann man beispielsweise beim Kauf von Lebensmitteln darauf achten, dass Produkte von regionalen Herstellern stammen - das spart Transportkosten und unterstützt die heimische Wertschöpfung. Rund ein Fünftel unserer Treibhausgasemissionen entstehen durch die Erzeugung, Verarbeitung, Lagerung, den Transport, die Kühlung und die Zubereitung von Lebensmitteln! Der Hauptverursacher von CO2 ist natürlich die Massentierhaltung und die Futtermittelproduktion, weshalb man darauf achten sollte, sich möglichst fleischarm zu ernähren. Gemüse und Obst sollten aus Freilandanbau stammen, da Treibhäuser nicht selten beheizt werden und Stromfresser sind. Rohprodukte wie Gemüse oder Eier sind weniger energieintensiv als weiterverarbeitete Produkte wie Käse oder Wurst. Auf Verpackungen sollte man möglichst verzichten.

Auch sonst ist nicht alles Jacke wie Hose beim Einkaufen. Wer sich umweltbewusst kleiden möchte, der kann Öko-Textilien kaufen, die aus biologischen Rohstoffen, gentechnikfrei und fair hergestellt werden, oder gleich in den Second-Hand-Shop gehen. Kaputte Kleider und Schuhe lassen sich eventuell reparieren. Beim Wäschewaschen sollte man das Energiesparprogramm wählen. Und auch viele weitere Geräte lassen sich energiesparend betreiben. Grundsätzlich sollte man Geräte, die nicht verwendet werden, ausschalten und auch den Stecker ziehen. Schon beim Kauf eines Geräts kann man auf dessen Energiebilanz achten – das schont nicht nur den Geldbeutel. So sind heute die meisten Kühlschränke mit der Energieffizienzklasse A ausgezeichnet. Auch den Kühlschrank regelmäßig abzutauen ist ratsam – eine dicke Eisschicht erhöht den Stromverbrauch.

Multimediageräte und Handys überfluten derzeit den Markt. Diese werden häufig in Asien hergestellt – unter widrigen Arbeitsbedingunge. Ein zwölf-Stunden-Arbeitstag bei nur minimalem Lohn sind keine Seltenheit. Und auch das Recycling funktioniert nicht so wie es sollte – unser Plastikschrott landet in den Länder der dritten Welt, wo er zum Teil verbrannt wird und die Gesundheit der Menschen und die Umwelt schädigt. Man kann beim Kauf eines Geräts beim Hersteller nach Umwelt- und Sozialstandards fragen und sich beispielsweise überlegen, ob es wirklich ein tolles, utramodernes Handy nach dem letzte Schrei sein muss oder ob man das alte Mobiltelefon nicht doch noch weiterbenutzen kann.

Diese und viele andere nützliche Hinweise und Tips finden sich auf der nachhaltigen Website, dazu unzählige spannende Links. Zudem gibt es Broschüren, Studien und Ratgeber zum downloaden. Übrigens ist www.nachhaltig-einkaufen.de nicht die einzige Website, die sich einem klima-, umwelt- und sozialverträglichen Konsum widmet. Wer ein wenig weiter im Netz stöbern möchte, dem seien www.eco-world.de oder www.oeko-fair.de empfohlen.

Josephin Lehnert

Straßenverkehr kann mehr zum Klimaschutz beitragen

Autos, Lastwagen, Schiffe und Flugzeuge sind Hauptverursacher des globalen Ölverbrauchs. In der EU ist der Transportsektor die einzige Wirtschaftsbranche, deren Treibhausgasaustoß ständig weiter wächst, und dies gerade auch im Straßenverkehr. Die hoch umstrittene Einführung von E10 Biotreibstoff in Deutschland löst dieses Problem nicht. Der Straßenverkehr könnte aber in Zukunft das Klima weniger belasten, wenn ein ausgewogener Mix von Instrumenten zum Einsatz käme, berichten Wirtschaftsforscher der Technischen Universität Berlin (TU) und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Zwei Maßnahmen werden von Ihnen hervorgehoben: Zum einen könnte bei der Zulassung von Neuwagen statt des CO2-Ausstoßes der Energieverbrauch zum Maßstab für Effizienzstandards gemacht werden. Zum anderen könnte der Straßenverkehr in den europäischen Emissionshandel einbezogen werden.

Diese Ergebnisse wurden unter Leitung von Felix Creutzig und Ottmar Edenhofer im Fachgebiet Klimaökonomie der TU Berlin ermittelt. Dieses wird mit finanziert von der Michael-Otto-Stiftung. Die Doppelstudie ist kürzlich in dem Fachjournal „Energy Policy“ veröffentlicht worden.

Die EU-Regeln – nach denen Neuwagen im Durchschnitt nur noch eine bestimmte Menge an CO2 pro Kilometer ausstoßen dürfen –  haben sich für die gegenwärtige Automobilflotte bewährt, so eines der Hauptergebnisse der Studie. Diese Regeln sjnd ein erfolgreiches Instrument zur Reduktion des CO2-Ausstoßes von benzin- und dieselgetriebenen Autos. „Bei neuartigen Antriebsenergien für Fahrzeuge, etwa Elektrizität aber auch Biosprit, bedarf das bestehende Instrumentarium allerdings einer Erweiterung“, erklärt Felix Creutzig von der TU Berlin, Leitautor des ersten Artikels. „Bei diesen alternativen Treibstoffen entsteht ein Großteil der Emissionen nicht erst beim Autofahren, sondern bereits bei der Treibstoffherstellung.” Zum Beispiel könnten Elektroautos mit dem CO2-intensiven Strom aus Kohlekraftwerken angetrieben werden. Bei Biotreibstoffen könnten hohe Treibhausgasemissionen bei dem Einsatz von Düngemitteln und bei der durch den Flächenbedarf ausgelösten Abholzung von Regenwäldern entstehen.

„Damit wird eine Regulierung nach Kohlendioxid-Ausstoß pro Kilometer weniger aussagekräftig“, sagt Creutzig. „Stattdessen sollten Fahrzeuge in Bezug auf  den Energieverbrauch pro Kilometer reguliert werden.“ Hiermit würde erreicht, dass die verschiedenen Fahrzeugtechnologien mit gleichem Maß gemessen werden. Die EU-Quotenregelung für Biotreibstoffe – Auslöser für die Einführung von E10 – ist dagegen ineffizient und vielleicht sogar kontraproduktiv für Klimaziele.

Ein anderes Politikinstrument sollte dagegen direkte Anreize setzen, die Emissionen sowohl in der Treibstoffherstellung als auch bei der Verbrennung im Automotor zu reduzieren: der Emissionshandel.  „Der Emissionshandel ist die effizienteste Möglichkeit, die verschiedenen Emissionen des Transportsektor einheitlich zu behandeln”, so Christian Flachsland vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Leitautor des zweiten Artikels. Dabei wird eine an Klimaschutzzielen orientierte Obergrenze für Emissionen auf der Ebene der Treibstoffherstellung festgelegt, und die entsprechenden Emissionszertifikate werden handelbar. Bislang ist der Verkehrssektor vom Europäischen Emissionshandelssystem ausgenommen. Würde der Verkehrssektor einbezogen, könnten die bei der Herstellung von Biotreibstoffen und der Stromproduktion anfallenden Emissionen gleichwertig wie direkte Emissionen der Autos behandelt werden. Auch hier geht es also um gleiche Spielregeln.

Ein häufig genanntes Gegenargument ist der hohe Aufwand, Millionen von Autofahrern an der Zapfsäule zur Teilnahme am Zertifikatehandel zu bewegen. „Wenn die Einbindung des Straßenverkehrs in den Emissionshandel aber bei der Treibstoffherstellung ansetzt, wird das gleiche Ziel bei deutlich geringerem Aufwand erreicht“, betont Flachsland. „Genau dieser Ansatz wird im kalifornischen Emissionshandelssystem ab 2015 verfolgt.“ Ein weiteres Argument gegen die Einbindung der wachsenden Straßenverkehrsemissionen ist die Furcht vor steigenden Zertifikatspreisen und den damit verbundenen internationalen Wettbewerbsnachteilen für die bereits am Emissionshandel teilnehmenden Industrien. „Wir haben uns die Kostendaten mehrerer Studien angeschaut und verglichen, wie stark der Zertifikatspreis im EU-System im Jahr 2020 durch die Einbindung des Straßenverkehrs steigen würde“, erklärt Flachsland. „Solange über internationale Instrumente weiterhin günstige Vermeidungsoptionen in anderen Weltregionen ausgeschöpft werden, gibt es entgegen aller Befürchtungen beim Zertifikatspreis keinen Anstieg.“

Mit der Kombination von Emissionshandel und Effizienzstandards könnte der Transportsektor seinen eigenen Beitrag zur CO2-Minderung leisten. Damit könnte er ambitioniertere EU-Klimaschutzziele für das Jahr 2020 erreichbar machen.

Technische Universität Berlin und Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung

Niedriger Energieverbrauch durch neue Energiestandards

Mit neuen Standards könnte China seinen Energieverbrauch in Neubauten im Vergleich zur bisherigen Norm um bis zu 80 Prozent senken. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) in Zusammenarbeit mit dem Bundesbauministerium und dem chinesischen Bauministerium (MoHURD) erstellt hat.

Nach vier definierten Standards soll die in China verfügbare Technik in verschiedenen Klimazonen und Gebäudetypen wirtschaftlich umgesetzt werden. Zentrales Ergebnis der dena-Studie: Bei den untersuchten Gebäudetypen könnte die meiste Energie durch den Einbau von Lüftungs- und Sonnenschutzsystemen eingespart werden. Weitere wichtige Maßnahmen sind bessere Standards für Gebäudedämmung und der Einbau von effizienter Heiz- und Kühltechnik.

Realistische Zielvorgaben

Die in der Studie definierten Effizienzstandards orientieren sich an den Klimazonen Peking und Schanghai sowie an den Gebäudetypen Wohnhaus und Bürohaus. Die von der dena vorgeschlagenen Standards geben einen Energieverbrauch vor, der zwischen 40 und 80 Prozent unter dem chinesischen Mindeststandard liegt. Damit hat die dena realistische Zielvorgaben erstellt, die dazu beitragen sollen, die chinesischen Energie- und Klimaschutzziele zu erreichen.

Gleichzeitig können die neuen Standards als Bewertungsskala für ein Zertifizierungsverfahren der energetischen Gebäudequalität im chinesischen Markt genutzt werden. Jeder Standard gibt Richtwerte für Dämmung, Heizung, Kühlung und Lüftung vor. Hinzu kommen Empfehlungen zur Qualitätssicherung beim Bau. Ausgangsbasis waren die Erfahrungen mit dem Bau energiesparender Gebäude in Deutschland.

Gebäudebestand in China wächst immer schneller

Bei der Übertragung auf den chinesischen Markt kam es vor allem darauf an, die klimatischen, wirtschaftlichen und technischen Bedingungen zu berücksichtigen. Der Gebäudebestand wächst in China jährlich um neun Prozent, zuletzt kamen über zwei Milliarden Quadratmeter Gebäudefläche in einem Jahr neu hinzu - das entspricht in zwei Jahren etwa der gesamten Gebäudefläche Deutschlands.

Daniel Seemann

Photovoltaik für Ingenieure und solche, die es werden wollen

Generatorkennlinie, Füllfaktor und Raumladungsrekombination – diese Begriffe gehören für Photovoltaik-Experten ins gewöhnliche Sprachrepertoire. Doch was versteht man darunter und wie funktioniert überhaupt eine Solarzelle?

Eine Möglichkeit, sich intensiv mit den technischen Fachbegriffen und physikalischen Parametern der Photovoltaik vertraut zu machen, bietet das Lehrbuch „Photovoltaik – Solarstrahlung und Halbleitereigenschaften, Solarzellenkonzepte und Aufgaben“ der beiden Fachautoren Hans-Günter Wagmann und Heinz Eschrich. Auf über 260 Seiten liefern sie nicht nur einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung der Photovoltaik, fundierte Informationen über Halbleitermaterialien für die photovoltaische Energiewandlung und unterschiedliche Solarzellenkonzepte.

Die Autoren geben auch gleichzeitig einen Ausblick auf die Solarzellen der Zukunft. Abgerundet wird das Fachbuch durch Übungsaufgaben für Berechnungen, die für Ingenieure der Solartechnik unerlässlich sind.

Das Lehrbuch ist anschaulich strukturiert und in ansprechender Sprache verfasst. Es richtet sich allerdings an Studierende im Hauptstudium der Physik und Elektrotechnik sowie Ingenieure mit Bauelement-Erfahrungen, die über profunde Grundkenntnisse der Halbleiterphysik verfügen.

Das bei Vieweg+Teuber erschienene Buch ist seit 2007 im Handel. Die zweite, überarbeitete Auflage (2010) ist für 23,95 Euro über den Buchhandel zu beziehen.

Corinna Lang

NABU Hamburg und Arktik kooperieren für das Klima

Anlässlich der Nominierung von Hamburg als Umwelthauptstadt 2011 ziehen der NABU Hamburg und das Hamburger Klimaschutzunternehmen Arktik an einem Strang und bündeln ihre Kräfte für vereinten Klima- und Naturschutz. Ab sofort können klimabewusste Autofahrer und Flugreisende zusätzlich zum CO2-Ausgleich mit Arktik auch ein konkretes Naturschutzprojekt des NABU Hamburg mit Klimaschutzwirkung unterstützen.

Als ein führender Anbieter für den Ausgleich mobilitätsbedingter CO2-Emissionen entwickelt Arktik als unabhängiges Klimaschutzunternehmen innovative, Tüv-geprüfte und mehrfach ausgezeichnete Klimaschutzlösungen. Zusammen mit dem NABU Hamburg erweitert Arktik seine bestehenden Klimaschutzportfolios. Ab sofort kann jeder zusätzlich zum CO2-Ausgleich von Autofahrten oder Flugreisen auch ein Projekt des NABU Hamburg zum Erhalt der Meetschower Moorkuhlen als natürlichen CO2-Speicher in der Niedersächsischen Elbtalaue  fördern.

Als Hamburger Klimaschutzunternehmen liegt es Arktik ganz besonders am Herzen, auch in und um der Hansestadt einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Klimaschutz zu leisten. Alle Spendenbeiträge, die bei Arktik eingehen, verdoppelt das Team von Arktik daher noch einmal.

Im Rahmen der Kampagne kann der klima- und umweltbewusste Autofahrer, neben dem verbrauchsgenauen und Tüv-geprüften CO2-Ausgleich von Treibhausgasen mit der Arktik Tankkarte, je ausgeglichenen Liter Kraftstoff, ein Cent extra an den NABU Hamburg spenden. All jene, die mit Arktik ihren Flug online ausgleichen, können mit einem Euro zusätzlich zum CO2-Ausgleich den Erhalt der Meetschower Moorkuhlen unterstützen.

„Die Kooperation zwischen dem NABU Hamburg und Arktik soll dazu dienen, globalen Klimaschutz und regionalen Natur- und Umweltschutz miteinander zu verbinden“, sagt Alexander Porschke, 1. Vorsitzender des NABU Hamburg. Rolf Bonkwald, Leiter Sponsoring & Kooperationen beim NABU Hamburg, ergänzt: „Wir freuen uns, dass wir nun mit Arktik gemeinsame Ziele im Klima- und Naturschutz verfolgen. Die Angebote von Arktik zum CO2-Ausgleich sowie das innovative Unternehmen überzeugen uns auf ganzer Linie.“ Schon seit längerer Zeit besteht der Kontakt zwischen den beiden Kooperationspartnern. So tankt schon der VW-Bus des NABU Hamburg klimafreundlich mit der Arktik Karte.

Arktik GmbH

Regeneratives Energiekonzept für EnBW

Bis zum 15. Juni werden wohl noch so einige Entscheidungen über den Haufen geworfen, welche die Zukunft der deutschen Kernenergie im Allgemeinen und die ältesten Atommeiler im Besonderen betreffen. Falls die sieben neulich vom Netz gegangenen Reaktorblöcke tatsächlich langfristig abgeschaltet werden, hat das Auswirkungen auf unseren Energiemix. Die Forschungsstelle für Energiewirtschaft hat ausgerechnet, dass in diesem Falle 53,1 Terrawattstunden Strom pro Jahr anderweitig produziert werden müssten. Der Verein nimmt an, dass die wegfallende Strommenge vorerst durch Steinkohle und Erdgas ersetzt werden würde. Ältere Kraftwerke in Deutschland müssten dann wieder in Betrieb genommen werden.

Wie an dem Energiekonzern EnBW zu sehen ist, wird sich ohne den Wegfall von Kernkraft nichts in Richtung erneuerbare Energien bewegen. Denn das Unternehmen hat es bisher versäumt, verstärkt in Wind- und Sonnenkraft zu investieren. So kamen im Jahre 2009 57 Prozent der von EnBW bereitgestellten Energie aus der Kernkraft und 32 Prozent aus konventionellen Kraftwerken. Es werden zwar elf Prozent als erneuerbare Energien deklariert, davon macht aber zehn Prozent die Wasserkraft aus jahrzehnte alten Anlagen aus, die keinen zusätzlichen nachhaltigen positiven Effekt auf die Umwelt haben.

Dabei steht gerade in Baden-Württemberg schon fest, dass zumindest das Kraftwerk Neckarwestheim 1 nicht mehr ans Netz gehen wird. Und auch die Wiederinbetriebnahme des ältesten Kernkraftwerks Biblis würde eher verwundern. Hilfestellung für eine Neuausrichtung kann hier die grün-rote Regierung in spe sowie ein Energiekonzept des Fraunhofer-Institutes für Solare Energiesysteme geben. Letzteres stellte Mitte März dieses Jahres ein regeneratives Energieszenario für Baden-Württemberg vor. Demnach sei ein verstärkter Ausbau der erneuerbaren Energien technisch und wirtschaftlich zu bewerkstelligen. Betont wird die Relevanz der lokalen Stromerzeugung und auch die Kraft-Wärme-Kopplung. Die vier Atomkraftwerke des Bundeslandes könnten bis 2022 durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Da hatte das Institut wohl den politisch sechsten Sinn, als es die vereinbarten Ausstiegszeiten der Reaktoren von 2002 als Grundlage der Berechnungen heranzog: Das heißt, nach dem Szenario ist Neckarwestheim 1 schon abgeschaltet, Philippsburg 1 würde im folgenden Jahr vom Netz gehen. Philippsburg 2 könnte noch bis 2017 und Neckarwestheim 2 bis 2022 Elektrizität bereitstellen dürfen. Auch weist das Institut darauf hin, dass die Unterstützung der Forschung im Sektor der erneuerbaren Energien dafür unabdingbar ist.

Greenpeace gibt in einer Studie schon einmal Tips für die Umstellung des drittgrößten Konzerns in Deutschland: EnBW solle sich zukünftig auf den Netzbetrieb für Baden-Württemberg und regionale Standorte konzentrieren. Strom und Gas könnten zusätzlich national vetrtrieben werden. Zudem würde sich das Unternehmen mit der regionalen Energieproduktion aus Windkraft, solarthermischen Kraftwerken und Gas ein zweites Standbein aufbauen.

Wer sich bei der Umstellung auf die erneuerbaren Energien über steigende Kosten beschwert, sollte sich an die abgewählte Landesregierung wenden. Diese kaufte letztes Jahr 45 Prozent der EnBW, die durch das Abschalten der AKWs natürlich Verluste hinnehmen wird.

Jenny Lohse

Vertikaler Garten leicht gemacht

Elegant, grün und gut für das Raumklima. Architekten, Raumausstatter und Hobbygärtner entdecken bisher ungenützte Wände als neues Betätigungsfeld. Das CleanEnergy Project zeigt Ihnen, wie Sie mit wenigen Handgriffen auch Ihr Büro, Ihre Wohnung oder Ihren Balkon um eine grüne Oase bereichern.

Die Vorteile. Abgesehen von der optischen Aufwertung bringen begrünte Wände eine Fülle an weiteren Vorteilen mit sich. Pflanzen tragen zur Verbesserung der Stimmung bei und erhöhen das allgemeine Wohlbefinden. Vertikale Gärten verbessern die Luftqualität in Büro- und Wohnräumen. Darüber hinaus reguliert eine gezielte Bepflanzung in Büros die Schallbelastung und kann, aufgrund einer Reduzierung der Belastung durch Keime, auch zu einem Rückgang der Krankenstände führen.

Unabhängig davon wissen Eltern und Haustierbesitzer auch, dass Kinder oder Haustiere in manchen Fällen wahre "Rodungsexperten" sein können. Ein vertikaler Garten ist oftmals auch aus platztechnischen Gründen die einzige Möglichkeit, Grün- oder Gemüsepflanzen anzusetzen.

An der Fassade oder auf dem Flachdach begünstigt eine Begrünung die Oberflächenverdunstung und erzielt so einen Kühlungseffekt. Zugleich werden Wind und Schadstoffe gebremst beziehungsweise abgefedert.

Gut Grün! Eine Wand, eine Bohrmaschine, Befestigungsmaterial und ein wenig Geschick reichen bereits aus, um auch innerhalb der eigenen vier Wände eine vertikale, grüne Insel zu schaffen. Im Fachhandel und in Onlineshops finden sich verschiedene Systeme, die sich auch zur Wandmontage eignen. Als Alternative zu den gängigen Lösungen aus Kunststoff oder Metall bietet sich unter anderem das flexible System aus Recyclingmaterial von Woolly Pocket an.

Woolly Pockets sind atmungsaktive und zugleich wasserdichte Taschen, die einfach an die Wand geschraubt werden. Ein wenig Blumenerde und einige Pflanzen genügen, um binnen kurzer Zeit vor dem eigenen vertikalen Garten zu stehen. In diesem Fall dienen recycelte Plastikflaschen als Ausgangsmaterial. Daraus entsteht eine flexibler Behälter mit zwei Schichten.

Innen sind die Taschen mit einer filzähnlichen Schicht ausgekleidet, die zur Gänze aus recycelten Kunststoffflaschen hergestellt wird. Die äußere, zweite Schicht ist wasserundurchlässig und besteht zu 60 Prozent aus Recyclingmaterial. So bleibt die Wand trocken.

Vertikal und horizontal.
Das Unternehmen aus den USA bietet die Pflanzentaschen in unterschiedlichen Formen, Farben und Größen an. Daher können Hobbygärtner sowohl im Innen- als auch im Außenbereich, senkrecht und waagrecht ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Erhältlich ist das flexible System im Spezialgeschäft oder direkt im eigenen Onlineshop.

Joachim Kern

Windenergie nimmt zu, Kohlekraft auch

In China ist zurzeit eine paradoxe Entwicklung zu beobachten: Einerseits sollen im Jahr 2015 Kohlekraftwerke mit einer Leistung von 270 Gigawatt in Betrieb gehen. Immerhin sind die neuen chinesischen Kohlekraftwerke so modern, dass sich ihr durchschnittlicher Wirkungsgrad auf die 40 Prozent zu bewegt.

Gleichzeitig hat China die USA in Sachen Windenergie überholt. Wie verschiedene Agenturen berichten, wurden in der Volksrepublik 2010 Windräder mit einer potenziellen Leistung von rund 16 Gigawatt aufgestellt.

Damit hat China inzwischen nicht nur den weltweit größten Markt für Windkraftanlagen, sondern ist auch knapp vor den USA das Land mit der größten installierten Leistung. Ende 2010 waren es 41,8 Gigawatt gegenüber 40,2 Gigawatt in den USA.

Netzanbindung der Windkraftanlagen nicht gesichert

In China wird allerdings mancherorts noch immer mit der Netzanbindung gekämpft. Viele Anlagen müssen lange warten, bis die Netzanbindung vor Ort überhaupt hergestellt ist. Andere können bei weitem nicht immer die volle Leistung einspeisen, weil das örtliche Netz unzulänglich ist. Das soll sich jetzt ändern.

Im neuen Fünfjahresplan der Volksrepublik, der in den letzten Monaten diskutiert wurde und demnächst vom jährlich tagenden Volkskongress verabschiedet werden wird, soll der Energieversorgung eine hohe Priorität eingeräumt werden. Die Nationale Energiebehörde hat angekündigt, dass der Windenergie künftig erhöhte Unterstützung zukommen solle.

Diverse Windkraft-Großprojekte geplant

Im laufenden Jahr wird mit dem Bau diverser Großprojekte begonnen, darunter ein fünf Gigawatt-Windpark in der Nähe von Jiuquan in der zentralchinesischen Provinz Gansu, ein zwei Gigawatt-Projekt in der autonomen Provinz Xinjiang, Großvorhaben in der Inneren Mongolei sowie ein ein Gigawatt-Offshoreprojekt in der Nachbarschaft von Shanghai. Ende 2011 könnten dadurch bereits 55 Gigawatt an "Windleistung" installiert sein, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtet.

Diese großen Investitionsvorhaben in erneuerbare Energien wie der Windkraft sind dringend nötig. China hat sich vorgenommen, die Kohlenstoff-Intensität seiner Wirtschaft bis zum Jahr 2020 weiter zu reduzieren und zwar um 40 bis 45 Prozent gegenüber dem Niveau von 2005.

Daniel Seemann