Alentejo, wo die Sonne Energie und Entwicklung spendet

Das Land Portugal ist nicht nur ein attraktives Reiseziel, sondern neben Spanien ist es auch ein Mekka für die Solarindustrie Europas. Hier gibt es gleich mehrere Großprojekte in denen Sonnenlicht als Energieträger ins Netz eingespeist wird. Die gute Nachricht, hier handelt es sich nicht um Projekte in naher Zukunft, hier sind die Solarparks bereits gebaut und in Betrieb genommen worden. Zudem gibt es keine Atomkraftwerke in Portugal.

Wichtiger als die Erzeugung von Solarenergie ist aber auch der wirtschaftliche Aspekt der Solarparks Moura in Amareleja und Hércules in Serpa. Für die strukturschwache Region im Südosten Portugals, in Alentejo, tragen die Solarparks nicht nur zu einer Verbesserung der Infrastruktur bei, sondern sind auch ein Zeichen für die Zukunft des gesamten Landes.

Die Region Alentejo bietet gerade für die Solarindustrie Vorteile, aufgrund der durchschnittlich 3.000 Sonnenstunden im Jahr. Weil die Region wirtschaftlich schwach ist, wurden hier in den fünfziger und sechziger Jahren große Staudammprojekte geplant. Die Umsetzung ließ auf sich warten, erst kurz vor der Jahrtausendwende wurde in Alqueva mit dem Bau begonnen. Mit dem umstrittenen Staudammprojekt soll die Bewässerung für die Landwirtschaft verbessert und Energie erzeugt werden.

Die beiden Solarparks in Amarelja im Distrikt Moura und Hércules bei Serpa erzeugen 46 und elf Megawatt Energie, damit können zirka 38.000 Haushalte mit Solarenergie versorgt werden. Die Konstruktion der Solar Parks lohnt auch deshalb, weil diese Region bevölkerungsarm ist und mehr als genug Platz bietet.

Der Solar Park in Serpa besteht aus 52.000 Solarpaneelen, die sich auf 60 Hektar in zwei Meter Höhe ausbreiten. Das besondere an der Anlage ist, dass der Park auf landwirtschaftlichem Nutzland erbaut wurde, das nach wie vor als Weideland für Schafe genutzt wird.

Eines der größten Projekte in Portugal ist und bleibt jedoch der Solarpark in Amereleja (Distrikt Moura). Dort stehen auf einer Fläche von 250 Hektar 268.000 Solarpaneele. Die Anlagen aus den Jahren 2007 und 2008 haben inzwischen ihre volle Leistung erreicht. Dieser Park steht in mitten einer Wüste und wird von einem Konsortium betrieben, das auch in Spanien einige Solarparks betreibt.

Die Solarenergie ist die Basis für die positive Entwicklung in der Region, die sich nach und nach durch die Investitionen in erneuerbare Energien entwickelt. Aktuell wird jedoch in Portugal, wie in Deutschland, vor allem in die Windenergie investiert.

Matuzalem Rodriguez

Geo-Engineering

Im Kampf gegen den Klimawandel werden immer häufiger teils äußerst umstrittene Methoden diskutiert, welche die Klimaerwärmung abmildern sollen, ohne sich zwangsläufig an erneuerbare Energien zu klammern. Sicherlich sind noch jedem von uns die Olympischen Spiele von 2008 in China in Erinnerung. Das Gastgeberland wollte unbedingt verhindern, dass die gewaltige Eröffnungsfeier buchstäblich ins Wasser fällt und schoss kurzerhand Unmengen von Silberjodid in die herannahenden Gewitterwolken. So wurde die drohende Regenwolke zum vorzeitige und gezielten Abregnen bewegte, ohne die rauschende Inszenierung zu gefährden. Das Mikroklima kann durch solche Maßnahme also recht einfach und effektiv verändert werden. Wenn das Wetter nicht passt, wird es passend gemacht.

Im noch weitaus größeren Stil greift das Geo-Engineering in das Klima ein. Schließlich weiß spätestens seit Kyoto jeder, dass der drohende Klimawandel unsere Zukunft gefährdet und Maßnahmen ergriffen werden müssen, um den Hauptfaktor der Erderwärmung - CO2 - schnellstmöglich zu minimieren. Alternative Energien sind eine Seite der Medaille, doch Experten denken seit Jahren auch über andere, schneller wirkende Maßnahmen nach, um den Klimawandel in den Griff zu bekommen. Das Problem der verschiedenen diskutierten Ansätze von Geoforschern und -ingenieuren ist jedoch oftmals die nicht kalkulierbare Auswirkung auf das Ökosystem, wenn der Mensch zum Wettergott wird.

So stellen sich bei vielen Menschen die Nackenhaare auf, wenn von riesigen Sonnensegeln oder künstlich erzeugtem Dunst, der die Sonnenstrahlen abfängt, bevor sie auf die Erde treffen, die Rede ist oder von der Düngung der Ozeane. Für die Forschung hingegen eröffnet sich ein sehr breites, sehr lukratives Gebiet. Aber vergleichen Sie einmal selber, ob Ihnen Windkraft und Solar eher zusagen, als die unterschiedlichen, schneller wirkenden Lösungsansätze der modernen Geoforschung:

Schwefel und Meerwasser

Man nehme ein wenig Schwefeldioxidund puste es in die Stratosphäre - fertig ist die Abkühlung. Sonnenstrahlen sollen so ins All reflektiert werden und die Erderwärmung abschwächen. Abgeschaut wurde dieser Effekt von natürlichen Vulkanausbrüchen, wie etwa der des Pinatubo, welcher für eine globale Abkühlung von 0,5 Grad im Jahr 2002 sorgte. Eine überaus kostengünstige Lösung, wie einige Experten schätzen. Diese werden mit nur 250 Millionen US-Dollar jährlich beziffert, verglichen mit den rund 1,2 Trillionen Dollar für die herkömmliche Emissionseinsparung, wie von Nicholas Stern beziffert, also regelrechte Peanuts.
Ein ähnliches Ergebnis soll der Einsatz von Roboterschiffen bringen, die permanent Meerwasser in die Luft sprühen, um die Wolkenbildung anzuregen und so die Sonneneinstrahlung zu dämpfen. Kritikpunkt bei beiden Varianten ist jedoch die unabsehbare Langzeitauswirkung, wenn tatsächlich permanent in die Natur eingegriffen würde.

Sonnensegel und Co.

Häufig diskutiert wurde der Einsatz riesiger Sonnensegel oder transparenter Scheiben im All. Durch die Platzierung zwischen Erde und Sonne würde die Sonneneinstrahlung signifikant abgesenkt werden, was zu einer nachhaltigen Erdabkühlung führen sollte. Problematisch sind hier, neben der Frage um die Durchführbarkeit und der extrem hohen Kosten, auch wieder die möglichen Langzeitauswirkungen.

Eisen für die Ozeane

Eine weitere Möglichkeit, die CO2-Emissionen zu senken und damit dem Klimawandel entgegenzutreten, sehen Experten in der Düngung der Ozeane. Ihre Idee basiert auf dem Ergebnis, dass Plankton durch Zufuhr von Eisensulfat in der Lage ist, mehr CO2 zu binden. Allerdings muss das abgestorbene Plankton dazu erst auf den Meeresboden absinken, was zumindest bei Versuchen nicht gelang. Die Meeresbewohner freuten sich über das außergewöhnlich reichhaltige Festmahl und schieden so das „gefressene“ CO2 wieder aus. Ein eher kontraproduktives Ergebnis, außerdem bliebe da noch die Frage zu klären, wie sich eine massive Eisendüngung der Ozeane auf das Ökosystem auswirken würde.

CO2-Waschanlage

Die moderne CO2-Waschanlage, besser bekannt unter dem Namen CCS (Carbon Dioxide Capture and Storage), dessen Prototyp 2009 in Niedersachsen in Betrieb genommen wurde, soll bis zum Jahr 2020 die Marktreife erlangen. Durch verschiedene Verfahren wird dabei Kohlendioxid regelrecht aus den anfallenden Emissionen „gewaschen“ und daraufhin unterirdisch gelagert werden. Beim Einpressen des abgeschiedenen CO2 in tiefliegende Gesteinsschichten bleiben jedoch ebenfalls die Fragen nach eventuellen Auswirkungen auf das betroffene Ökosystem bislang unbeantwortet.

Judith Schomaker

eCARus – Studierende bauen Elektrofahrzeuge

Elektromobilität ist ein wichtiges Zukunftsthema unserer Gesellschaft. Doch wie können den Ingenieuren von morgen die notwendigen Kompetenzen vermittelt werden, um Deutschland auch in Zukunft zu einem entscheidenden Innovationstreiber der weltweiten Automobilbranche zu machen? Einen erfolgreichen Weg zeigt das Projekt eCARus an der Technischen Universität München.

Die Entwicklung von Elektrofahrzeugen beherrscht derzeit nicht nur die Fachpresse, sondern ist auch Thema der Massenmedien. Die Zeiten sind längst vorbei, in denen sich lediglich einige Lehrstühle, spezialisierte Abteilungen weniger Forschungsinstitute und Zukunftsforscher damit beschäftigten, wie Mobilität künftig aussehen könnte.

Inzwischen arbeitet weltweit nahezu jeder Automobilhersteller und Zulieferer am Entwurf und an der Produktion entsprechender Systeme und Komponenten. Eine neue Branche entsteht; aus innovativen Ideen werden neue Produkte und auch neue Unternehmen. Die ersten Serienfahrzeuge, wie etwa der Tesla Roadster oder der Think City, sind seit einiger Zeit auf dem Markt und für die kommenden Jahre sind viele Neuentwicklungen angekündigt.

Elektrofahrzeuge in Forschung und Lehre

Diese rasante Entwicklung muss auch Konsequenzen für Forschung und Lehre haben. Derzeit fehlt Ingenieursnachwuchs mit Know-how auf dem Gebiet der elektrischen Antriebe und Energiespeicher in der Entwicklungswelt. Es gibt zu wenige Nachwuchsingenieure, die entsprechende Kenntnisse auf diesem Gebiet mitbringen – das gilt für Deutschland wie auch international. Es ist deshalb Aufgabe von Universitäten und Fachhochschulen, fundiertes Wissen zur Entwicklung von Elektrofahrzeugen zu vermitteln. Dieser Bedarf muss zu einem adäquaten Angebot an Vorlesungen, Praktika und Seminaren führen.

Ein weiteres Dauerthema ist derzeit die Reformierung von Studiengängen und die Umstellung auf ein zweistufiges Bachelor-Master-System im Rahmen des Bologna-Prozesses. Dabei werden fast ausschließlich Fragen wie die Verschulung von Studiengängen und die fehlende Flexibilität für Auslandsaufenthalte erörtert. Dass der Bologna-Prozess an den Universitäten auch zu neuen Ideen hinsichtlich der Lehr- und Lernmethoden innerhalb der Studiengänge geführt hat, wird dabei gerne übersehen. In den deutschen Hochschulen ist ein Umdenkprozess im Gange: Hochschullehrer gestalten die Vermittlung ihres Wissens nicht mehr nur durch Frontalunterricht im Hörsaal.

Ein ergänzender Weg in der Ingenieursausbildung

Diese beiden Entwicklungen, das neue Forschungsthema Elektromobilität einerseits und die neuen Methoden in der Ingenieursausbildung andererseits, wurden an der Technischen Universität München (TUM) 2009 zu einem Projekt zusammengeführt, das den Namen eCARus trägt. Das Projekt konnte innerhalb kürzester Zeit dazu beitragen, dass die Entwicklung von Elektrofahrzeugen für Studierende der TUM zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist. Und so gehört es dort inzwischen schon fast zum Alltag, dass ein Fahrzeug aus dem eCARus-Projekt mit bis zu 60 Kilometern pro Stunde beinahe lautlos über die Hochschulstraße rollt, unterwegs auf einer typischen Testfahrt und begleitet von den Blicken der Studierenden.

Doch was steckt hinter dem Projekt eCARus? Der Name ist eine Zusammensetzung aus den englischen Begriffen electric car (Elektroauto) und universal stage (universelle Plattform) und vermittelt damit den grundsätzlichen Ansatz, eine universell einsetzbare Forschungsplattform für Studierende im Themengebiet der Elektromobilität aufzubauen. eCARus ist ein studentisches Projekt am Fachgebiet Energiewandlungstechnik (Prof. Herzog) der Technischen Universität München, es wird also vollständig von interessierten Studierenden organisiert. Lediglich einige Rahmenbedingungen wie die globale Zielsetzung und die finanziellen Möglichkeiten sowie Coaching und fachliche Unterstützung kommen vom Fachgebiet und seinen wissenschaftlichen Mitarbeitern.

Die Ziele des Projekts liegen einerseits im Bereich der Forschung: Nach einer gewissen organisatorischen und fachlichen Einschwingphase sollen mit Hilfe der nach und nach entwickelten Plattform aktuelle Forschungsthemen auf dem Gebiet der Elektromobilität (zum Beispiel Entwurfsmethodik, Energiemanagement, X-by-Wire) untersucht werden. Auf der anderen Seite spielt eCARus eine wichtige Rolle für die zukünftige Lehre. Die Studierenden haben die Möglichkeit, durch die Teilnahme am Projekt sowohl ihre Fachkompetenz auf dem Gebiet der Elektromobilität als auch ihre Sozialkompetenz im Umgang mit den anderen Projektteilnehmern zu stärken und sich somit ideal auf ihren späteren Beruf vorzubereiten.

Studierende sammeln Erfahrung im ProjektAuf Basis einer Buggy-Karosserie entwickeln über fünfzig Studierende der Technischen Universität München ein Forschungsfahrzeug für Elektromobilität.; Foto: Technische Universität München

eCARus ist zeitlich in jeweils ein Semester dauernde Projektphasen gegliedert. In jeder Phase werden zu Beginn von Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitern Ziele definiert, die es innerhalb eines halben Jahrs zu erreichen gilt. Um die komplexe Aufgabenstellung angehen zu können, strukturieren sich die Studierenden in bis zu sechs Fachteams. Beispielsweise gibt es Teams, die sich mit der Antriebstechnik oder dem Energiespeicher beschäftigen, andere kümmern sich um Karosserie, Informationstechnik oder Regelungstechnik. Die Teamleiter – ebenfalls Studierende – sind für die Koordination des Teams, seiner Aufgaben und seines Budgets sowie für die Vernetzung mit den anderen Teams verantwortlich.

Auf diese Weise entsteht eine Projektstruktur, die die teilnehmenden Studierenden selbst schaffen. Sie erkennen im Laufe einer Projektphase die Vor- aber auch die Nachteile der gewählten Organisation und können gegebenenfalls darauf reagieren. Damit ergibt sich eine Projektsituation unter annähernd realen Bedingungen, die dem späteren Arbeitsumfeld der Nachwuchsingenieure nicht unähnlich ist. Dabei spielen auch Zeitdruck (Deadline am Ende der jeweiligen Phase) und Budgetknappheit (der zur Verfügung stehende finanzielle Rahmen wird vorgegeben) eine wesentliche Rolle. Nicht zuletzt hat auch die Präsentation einen hohen Stellenwert innerhalb des Projekts. So müssen die von den Teams zu Beginn erarbeiteten Konzepte zunächst den wissenschaftlichen Mitarbeitern vorgestellt werden, um – vergleichbar einem TÜV – eine entsprechende Freigabe zu erhalten. Die Ergebnisse der Projektphase (theoretische wie praktische) werden von den Studierenden schließlich im Rahmen einer Poster-Präsentation unter Konferenzbedingungen vorgestellt.

Dass eCARus bei den Studierenden zu großer Begeisterung führt, zeigt nicht nur die anhaltend hohe Zahl an Interessenten: In den bisherigen beiden Projektphasen waren jeweils rund fünfzig Studierende beteiligt, etwa noch einmal so viele stehen auf der Warteliste. Auch die rasante Entwicklungsgeschwindigkeit übertrifft alle Erwartungen. Zu Beginn des Projekts, Mitte 2009, wurde als Ziel ausgegeben, eine zur Verfügung gestellte Buggy-Karosserie zu einem Elektrofahrzeug umzubauen, samt Nachweis der elektrischen Fahrfähigkeit. Tatsächlich fuhr das Fahrzeug nach nur vier Monaten rein elektrisch, was das Potential zeigt, das Nachwuchsingenieure in einem solchen Projekt ausschöpfen können. Denn an eCARus nehmen nicht nur Studierende mit entsprechend vertiefter Fachrichtung teil, die Teilnehmer kommen aus allen Semestern, vom Grundstudium bis hin zu Absolventen, und aus allen Fachrichtungen. Von der Energietechnik und Mechatronik über die Automatisierungstechnik bis hin zur Informationstechnik – die Studierenden erkennen am entstehenden Produkt die Wichtigkeit, verschiedene Fachbereiche zu vernetzen und zu koordinieren. Ohne dies wäre es nicht möglich gewesen, bereits nach der ersten Projektphase ein funktionstüchtiges Elektrofahrzeug auf die Straße zu bringen.

Ausblick auf eine studentische Forschungsplattform

Der Anfang ist geschafft, doch wie geht es weiter? In den kommenden Projektphasen werden Verfeinerungen am Fahrzeug vorgenommen, wie etwa die Ergänzung von Energiemanagement, Assistenzsystemen oder fahrerlosem Fahren. Darüber hinaus wird ein Prüfstand aufgebaut, mit dessen Hilfe Hardware-in-the-loop-Simulationen möglich werden, Funktionsentwicklung betrieben werden kann sowie Fragen der Entwurfsmethodik für Elektrofahrzeuge beantwortet werden können.

Auch die Finanzierung des Projekts bleibt ein wichtiges Thema. Seit Beginn wird eCARus mit Mitteln aus Studienbeiträgen ermöglicht und zeigt somit, dass aus den bei Studierenden ungeliebten Beiträgen niveauvolle und vor allem innovative Ergänzungen in den Studiengängen geschaffen werden können. Doch für die weiteren Aufgaben des Projekts wird dies kaum ausreichen. So unternehmen die einzelnen eCARus-Teams bereits jetzt große Anstrengungen, um durch Sponsoring ihr Budget zu vergrößern.

Die Motivation und das Interesse der Studierenden halten an und es bleibt abzuwarten, wohin eCARus die Ingenieursausbildung an der TUM im Bereich der Elektromobilität in den kommenden Jahren bringen wird. Den hohen Stellenwert, den das Projekt bereits jetzt erreicht hat, zeigen nicht zuletzt die Besuche internationaler Delegationen, die – wie ein aktuelles Beispiel aus Singapur zeigt – während ihres Aufenthalts an der TUM sichtlich erfreut waren, eine Testrunde mit einem Elektrofahrzeug „made in Germany“ drehen zu dürfen.

Dominik Bücherl
Tom P. Kohler
Marina Rau
Prof. Dr. Hans-Georg Herzog
Technische Universität München
Fachgebiet Energiewandlungstechnik

Greenmiles - Jeder Fußabdruck zählt

Hinter Greenmiles steckt ein Unternehmen, das sich auf die Kompensation von CO2-Emissionen spezialisiert hat. Greenmiles existiert seit 2006 und viele mittelständische und auch große Unternehmen, wie BP oder Vattenfall Europe, zählen zu den Kunden.

Das Unternehmen ermöglicht jedem Interessierten aktiv etwas für den Klimaschutz zu tun. Zum Beispiel bietet es Firmen an, eine Inventur ihres Treibhausgasausstoßes vorzunehmen. Dies kann in Bereichen wie Produktion, Firmenmobilität oder Energiebereitstellung sein.

Nach der Inventur kann die Firma intern oder über externe Klimaschutzprojekte die erfassten Emissionen kompensieren. Die Klimaschutzprojekte sind von den Vereinten Nationen registriert und werden gemäß dem Koyoto-Protokoll umgesetzt.

Es gibt aber auch Möglichkeiten, als Einzelperson etwas gegen den Klimawandel zu tun. Greenmiles bietet Unterstützung bei der Kompensation von CO2-Emissionen an, die beispielsweise bei der Durchführung von Veranstaltungen oder Fahrten mit dem Auto entstehen. Und das geht so: Auf der Internetseite kann man ausrechnen, wie viel CO2 man zum Beispiel jährlich beim Autofahren produziert. Eine greenmile entspricht dann der Reduktion von einem Kilogramm CO2 und ist eine erfundene Einheit um den CO2-Ausstoß greifbarer zu machen. Fährt man zum Beispiel 20.000 Kilometer im Jahr und verbraucht fünf Liter durchschnittlich, dann sind das 2.330 Kilogramm CO2 oder eben 2.330 greenmiles. Der Kunde kann mit Hilfe des Unternehmens ein ausgewähltes Klimaschutzprojekt unterstützten und so seine gesammelten Meilen abbauen.

Sehr informativ ist die Berechnung des eigenen Fußabdruckes auf der Website von Greenmiles. Dieser setzt sich zusammen aus jährlich gefahrenen Kilometern, Flügen, dem Geschlecht sowie der Wohnsituation. Greenmiles gibt im Anschluss an die Berechnung wertvolle Tipps, wie man den individuellen Fußabdruck verkleinern kann, sowie den eigenen Stand im Vergleich zur deutschen Durchschnittsbevölkerung. greenmiles.de ist eine sehr informative Seite, die auch zum Nachdenken anregt, wo man denn im Alltag individuell CO2 reduzieren könnte.

Felicitas Wagner

Die wahrscheinlich umweltfreundlichste Suchmaschine der Welt

20 Prozent der CO2-Emissionen gehen auf die Vernichtung der Regenwälder zurück. Die Internetsuchmaschine Ecosia hat sich zum Ziel gesetzt, Regenwald zu schützen und zwar jährlich eine Fläche von der Größe der Schweiz.

Anstatt mit einer anderen Suchmaschine CO2 durch den Betrieb der Server auszustoßen, soll mit Ecosia CO2 eingespart werden - der größte Teil durch den Schutz des Regenwaldes, denn mit jeder Suchanfrage werden etwa zwei Quadratmeter Regenwald geschützt. Das Geld verdient Ecosia dabei durch Klicks der Benutzer auf gesponserte Links, die neben den Suchergebnissen angezeigt werden.

Da bei zwei Prozent der Suchanfragen auf gesponserte Links geklickt wird, verdient Ecosia im Moment etwa 0,13 Cent pro Suche. Davon werden zirka 80 Prozent an das Regenwaldprojekt des WWF gespendet. Zurzeit handelt es sich dabei um ein Projekt im Juruena National Park in der Amazonas Region von Brasilien. Des Weiteren wird bei der Nutzung von Ecosia gegenüber anderen Suchmaschinen CO2 eingespart, weil die Server der Suchmaschine mit Ökostrom betrieben werden.

Diese umweltfreundliche Suchmaschine wird von Yahoo, Bing und dem WWF unterstützt. Die Suchresultate sind identisch mit denen von Yahoo und Bing, Ecosia funktioniert für den Internetbenutzer genauso wie andere Suchmaschinen. Im Gegensatz zu diesen werden aber alle Benutzerdaten innerhalb von 48 Stunden gelöscht und es werden keine Benutzerprofile erstellt.

Ziel von Ecosia ist es, dass ein Prozent der Internetnutzer diese Suchmaschine verwendet. Damit würde jedes Jahr eine Regenwaldfläche mit der Größe der Schweiz geschützt. Ein durchschnittlicher Internetnutzer, kann mit Ecosia pro Jahr 2.000 Quadratmeter Regenwald schützen. Wie viele Quadratmeter bereits durch die Benutzung dieser Suchmaschine geschützt wurden, bekommt der Nutzer auf der Seite angezeigt.

Ecosia wurde Ende 2009 von Christian Kroll (26) gegründet. Zurzeit arbeiten 15 Menschen weltweit für die unabhängige private Organisation und setzen sich so für den Schutz des Regenwaldes ein. Wenn auch Sie Regenwald kostenlos durch Ihre Internetsuche schützen wollen, richten Sie doch gleich Ecosia als Ihre Standardsuchmaschine ein!

Judith Kronberg

Leitfaden zur freiwilligen Kompensation von Treibhausgasen

Die freiwillige Kompensation von Treibhausgas-emissionen durch die finanzielle Förderung von Klimaschutzprojekten liegt voll im Trend. Angefangen beim „CO2-neutralen“ Fliegen, über das „emissionslose“ Versenden von Paketen oder „klimafreundliches“ Surfen im Internet, bis hin zur „klimaneutralen“ Bratwurst - das Angebot ist enorm. Doch Kompensation ist nicht gleich Kompensation. Um als Verbraucher die Qualität von Angeboten besser beurteilen zu können, hat die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) einen Leitfaden zur freiwilligen Kompensation von Treibhausgasemissionen erstellt.

Auch Anbietern von Kompensationsdienstleistungen oder „klimaneutralen“ Produkten, soll der Leitfaden helfen, ihr Angebot an den wünschenswerten Qualitätsstandards auszurichten. Neben der Funktionsweise von Klimaschutzprojekten stellt der Leitfaden auch verschiedene Arten und Standards der angebotenen Zertifikate vor. Außerdem geht er auf die Kritikpunkte der freiwilligen Treibhausgaskompensation – zum Beispiel, dass die Kompensation nicht zu Verhaltensänderungen führe – ein.

Auf einer im Leitfaden enthaltenen Checkliste sind sämtliche Kriterien zur freiwilligen Kompensation von Treibhausgasen noch einmal in übersichtlicher Form zusammengestellt. Sie ermöglicht dem Verbraucher in kürzester Zeit verschiedene Angebote realistisch zu bewerten.

Corinna Lang

Kleinfeuerungsanlagenverordnung in Kraf getreten

Für Holzheizungen, Kaminöfen und andere kleine Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe gelten ab heute neue Umweltauflagen. Holz ist als regenerative Energiequelle aus Klimaschutzgründen ein sinnvoller Brennstoff zur Wärmeerzeugung. Die Verfeuerung von Holz in Kleinfeuerungsanlagen in Räumen setzt jedoch verschiedene Luftschadstoffe wie Feinstaub frei und führt zu Geruchsbelästigungen – und dies in zunehmendem Maße. "Mit den neuen Grenzwerten werden Luftschadstoffe an der Quelle reduziert. Sie sorgen für eine bessere Luft, Gesundheit und mehr Lebensqualität. Damit ist ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Umweltpolitik gelegt", sagte Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen. Mit der Novelle der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) werden die Vorgaben für Öfen und Heizungen, in denen feste Brennstoffe wie beispielsweise Holz verfeuert werden, an die technischen Weiterentwicklungen bei der Verringerung der Schadstoffemissionen angepasst.

"Die Novelle der Kleinfeuerungsanlagenverordnung löst die mittlerweile seit 1988 geltenden, völlig veralteten technischen Vorgaben für Öfen und Holzheizungen ab und fordert den aktuellen Stand der Technik", so Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes.

Die Regelungen im Einzelnen:

Die 1. BImSchV sieht anspruchsvolle Emissionsgrenzwerte für Staub vor. Diese können von neuen Feuerungsanlagen, die üblicherweise im häuslichen Bereich eingesetzt werden, wie Heizungen, Kaminöfen oder Kachelofeneinsätzen ohne Staubfilter erreicht werden. Die Festlegung von fortschrittlichen Emissionsgrenzwerten für Kohlenmonoxid führt zum Einsatz verbesserter Verbrennungstechniken, die im Ergebnis zudem die Geruchsbelästigungen in der jeweiligen Nachbarschaft reduzieren.

Auch für bestehende Anlagen werden Grenzwerte festgelegt. Sofern für diese Anlagen mit Hilfe einer Herstellerbescheinigung oder durch eine Vor-Ort-Messung die Einhaltung der Grenzwerte nachgewiesen werden kann, ist ein zeitlich unbegrenzter Betrieb möglich. Erst wenn dies nicht möglich ist, kommt zwischen den Jahren 2014 und 2024 ein Sanierungsprogramm zum Tragen. Das Sanierungsprogramm sieht die Nachrüstung oder den Austausch gegen emissionsarme Anlagen vor.

So genannte Grundöfen, Kochherde, Backöfen, Badeöfen, offene Kamine sowie Öfen, die vor dem Jahr 1950 errichtet wurden, sind sogar gänzlich vom Sanierungsprogramm ausgenommen. Ebenfalls ausgenommen sind Öfen, die nicht als Zusatzheizungen, sondern als einzige Öfen zur Beheizung von Wohnungen oder Häusern eingesetzt werden.

Nicht immer ist die Anlage Schuld, wenn der Schornstein qualmt. Vielen Betreibern fehlen das Wissen und die Erfahrung im Umgang mit den Feuerungsanlagen. Aus diesem Grund sieht die 1. BImSchV eine Beratung für die Betreiber zum richtigen Umgang mit der Anlage und den einzusetzenden Festbrennstoffen vor. Außerdem wird der Brennstoff Holz künftig regelmäßig hinsichtlich Qualität im Zusammenhang mit anderen Überwachungsaufgaben überprüft.

Eine deutliche Kostenentlastung bringt die Novelle Betreibern von Öl- und Gasheizungen: Die Intervalle der regelmäßigen Überwachungen werden verlängert. Die bisher jährliche Überwachung soll auf einen dreijährlichen beziehungsweise zweijährlichen Turnus umgestellt werden. Damit wird dem technischen Fortschritt bei Öl- und Gasheizungen Rechnung getragen, die heute wesentlich zuverlässiger arbeiten als noch vor 20 Jahren.

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Dutch artist puts giant sculpture on iceberg in Greenland

Dutch sculptor Ap Verheggen has launched a series of four art projects in areas undergoing tremendous climate change. For the first, he designed one giant sculpture that has been placed on an iceberg on the west coast of Greenland. The artwork can be viewed ‘live’ via camera connection until the iceberg melts and the sculpture disappears into the sea. In theory, its journey could last for two years, ending on the east coast of the American continent.

With this project, Verheggen is looking to draw attention to the visible impact of climate change, and especially its effect on local Inuit culture. “Climate change brings about culture change” says Verheggen, whose goal is to show how local communities in the polar region are forced to change their practices at unnatural speed.

The Greenland village of Uummannaq – where the sculpture was erected - is located on an island in the middle of a fjord, and is home to 1.000 people and no less than 2.000 sled dogs. For the first time this winter, ice did not form around the island at all. “It rained on New Year’s Eve, and in January temperatures rose to an unprecedented 52 degrees Fahrenheit” describes Ap Verheggen about his visit to Uummannaq earlier this year, while looking for a location for his sculptures.

His giant sculpture represents a dogsled driver. As Verheggen puts it: “Usually it is the driver who determines when the journey begins, where it goes, and when it is over. By placing the dogsled driver on an iceberg, we show that nature ultimately determines the course of the journey.” When the sculptures - made of pure iron – will eventually collapse into the depths of the ocean, there will be no damage to the ecosystem because dissolved iron is a natural part of it. Nevertheless, Verheggen has devised a rescue plan enabling him to recover the sculpture, if nature allows it. In any case, the webcam and batteries attached to a buoy will definitely be recovered. In principle, the sculpture was erected on 17 March 2010, at the location selected earlier this year. Verheggen is hoping that unpredictable climate will freeze the sea surrounding Uummannaq, otherwise he will have to search for ice in other locations deeper within the fjord. It remains unclear when the iceberg will detach from the sea ice, as well as the exact course of its route, which will be determined by weather and currents. In theory, the iceberg could float to Canada, ending up along the east coast of the United States before it melts.

The next set of sculptures in this series will be placed in other locations within northern Canada, as well as on melting permafrost in Siberia. The World Wildlife Fund (WWF) has pledged its supports to this project, as it draws attention to global warming and its effects on man and nature in a unique way.

Schuttelaar & Partners

Richtungsweisendes Design

Yutaka Kazamaki, Senior Designer von „Nectar Product Development” und Pionier von „Ecotopia”, im Gespräch mit dem CleanEnergy Project. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung neuer Produkte spezialisiert. Unsere Gesprächsthemen: die laufende Ecotopia-Ausstellung, innovatives Design und neue Konzepte für nachhaltige Produkte.

Von 15. März bis 15. April 2010 beherbergt Nectar Product Development die aktuelle Ecotopia-Ausstellung. Das erklärte Ziel von Ecotopia ist es, die Entwicklung von Produkten zu fördern, welche ein gesundes Ökosystem und eine nachhaltig agierende Gesellschaft unterstützen.

Mister Kazamaki, what is the main idea behind the Ecotopia Exhibition?

Nectar is positioning itself as a genuine leader in sustainable design. Opening up to designers from all around the world with Ecotopia was a natural way to help conceptualize products for a sustainable society and grow awareness about the importance of products that work in harmony with our environment.

The jurors have selected 20 new concepts from designers to be shown in this exhibition. Can you tell us something about the selection process?

It was actually very simple. We all had to agree, that the products met a series of criteria for bringing up useful ideas for the future of sustainable design and ranked them on those criteria on a scale of one to ten. The twenty highest scores got in.

What was the most amazing concept that was submitted?

Everyone has their favorites. The media seems to like Shujoy Chakraborty's exciting “Voltpot” design. Some people, like our press person, are partial to the ingenious simplicity of Jonathan Coop's compostable composting box. Still, as far as I and the other judges are concerned, all of the concepts were amazing in their own way and we feel like proud grandparents. Obviously, the Ecotopia designs may meet with different levels of success, but each of them has something important to say.

Which facts are essential for a concept to be put into practice?

There are a lot of concepts based purely on facts or proven research. There also are couple of products already on the market doing impressive business. We were very open to what Americans call “blue sky” designs - designs that are purely speculative which may not be immediately feasible. However, I would say that most of the concepts we received were practical.

Nectar is a well-known product development company. What will be your main goals for the next five years?

Nectar is, of course, committed to bringing high quality, practical products to market for our clients. Our goal is to continue to do this while also continuing to grow awareness of  the importance of sustainable products, fostering environmentally aware ideas and practices, and doing whatever we can to make a better future for everyone on the planet.

Mister Kazamaki, thank you for the interview.

Joachim Kern

Nature and More – für ein nachhaltiges Leben

Wie ernähre ich mich „richtig“, also nicht nur gesund, sondern auch ökologisch und sozial korrekt? Wie kleide ich mich „fair“? Wie richte ich mein Leben ein, um meinen ökologischen Fußabdruck in Form zu halten? Fragen, die immer mehr Menschen beschäftigen, die aber oft schwierig zu beantworten sind. Zahlreiche Veröffentlichungen hat es in den letzten Jahren zu diesem Thema gegeben, zum Beispiel „Fast nackt,“ der Selbstversuch des Journalisten Leo Hickmann, ethisch korrekt zu leben. Auch Websites mit Ratschlägen und Richtlinien schießen aus dem Boden, wie zum Beispiel die Internet Community „Die Utopisten“.

Eine weitere Website ist die Seite natureandmore.com. Das Ziel dieser Seite ist eine „Nachhaltigkeitskommunikation (..), die umfassend, verständlich und transparent ist“. Hinter der Seite steht der Niederländische Bio-Gemüsehändler Eosta. Nature & More entstand als Qualitätssicherungsprogramm dieser Firma, wird aber inzwischen von einer unabhängigen Stiftung betrieben und dient dazu, eine Art Informationsbrücke zwischen Erzeugern und Verbrauchern zu schlagen. Man kann auf der Seite nach Erzeugern, Produkten oder Stichworten suchen und erhält dann Informationen über die Erzeuger der Nature & More Community oder das entsprechende Produkt (Obst und Gemüse). Die Informationen zu Erzeugern sind auch über einen dreistelligen Code erreichbar, den man in ein Suchfeld „Produkt Code“ einträgt. Nach welchem System diese Codes vergeben werden und woher man die Codes bekommt (außer über den Weg, auf der Seite selbst die Liste der Erzeuger durchzugehen), erschließt sich dem Besucher allerdings nicht.

Außerdem präsentiert natureandmore.com die „Nachhaltigkeitsblume“, entwickelt vom „Desert Club“, einem Zusammenschluss von Unternehmern der Bio-Branche aus Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, Indien, Ägypten und dem Vereinigten Königreich, zu dem auch Eosta gehört. In der Mitte der Blume stehen die drei sozialen Verantwortungsbereiche des Menschen (Freedom, Justice, Solidarity), außen herum gruppieren sich die Bestandteile seines ökologischen Fußabdrucks (Energy, Air, Water, Soil, Plants, Animals). Klickt man auf einen der Bereiche der Blume, erhält man Informationen über die allgemeine Bedeutung dieses Bereichs für Mensch und Natur und andererseits darüber welche Maßgaben Nature & More an seine Produzenten in diesem Bereich stellt.

Viele interessante Informationen finden sich auf natureandmore.com: Antworten auf unsere Fragen vom Anfang. Das Ziel der Nature & More Stiftung ist aber Transparenz und so muss auch angemerkt werden, dass die Website selbst eher unübersichtlich ist und es auf den ersten Blick schwer erkennbar ist, wer hinter dem Projekt steht.

Judith Mantei

Energy Autonomy – The 4th Revolution!

Am 18.03.2010 kommt Energy Autonomy – The 4th Revolution – in die Kinos. Hierbei handelt es sich um einen Dokumentarfilm von Carl A. Fechner mit der Botschaft:

Der Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energien ist jetzt möglich.

Einzige Voraussetzung: Wir müssen diesen auch wollen!

Fechners Film ist ein kraftvolles Plädoyer für den sofortigen Umstieg auf erneuerbare Energien. Er entwickelt kein Schreckensszenario - etwa über die Folgen des Klimawandels -, sondern zeigt mithilfe Mut machender Beispiele und engagierter Persönlichkeiten aus aller Welt, wie der vollständige Wechsel von Erdöl, Gas, Kohle und Atomkraft zu Wind-, Wasser- und Solarkraft gelingen kann - gegen die Widerstände mächtiger Konzerne.

In dem Film geht es nicht bloß darum, die Energiequellen auszutauschen, sondern um einen radikalen Strukturwandel: Strom und Wärme werden nicht mehr von Großkonzernen in riesigen Raffinerien und Kraftwerken produziert, sondern dezentral für einzelne Familien, Dörfer oder Regionen. Gehandelt wird nicht mehr mit Rohstoffen, sondern mit Technologie, denn im Gegensatz zu den fossilen Brennstoffen sind Wind, Sonne und Wasser für alle kostenlos zugänglich. Ihre Energie muss aber mit modernster Technik verfügbar gemacht werden.

Die Finanzierung des Kinofilms wurde zunächst von der Europäischen Union angeschoben. Aber die eigentlichen Kosten für den Filmdreh wurden komplett aus der Gesellschaft finanziert. Man konnte und kann Filmbausteine à 1.000 Euro kaufen und das Projekt damit unterstützen. Hierbei haben sich sämtliche gesellschaftliche Schichten, von Einzelpersonen, über öffentliche Einrichtungen wie etwa Kindergärten, bis hin zu Unternehmen, beteiligt.

Seit 20 Jahren produziert Carl A. Fechner Dokumentarfilme zu Themen wie erneuerbare Energien oder nachhaltige Entwicklung. Jetzt bringt er mit Energy Autonomy – The 4th Revolution! seinen ersten Kinofilm raus. In einem Interview gibt er hierzu an, dass das Kino einen Zugang zu anderen Gestaltungsmöglichkeiten bietet und ein anderes, jüngeres Publikum anspricht. Seiner Meinung nach hat das Kino auch weitaus mehr Glamour. Glamour den die Energieautonomie, also die revolutionäre, totale Veränderung fast aller Zusammenhänge der Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Technik durch den 100-prozentigen Umstieg auf erneuerbare Energien, vertragen kann.

So starten wir mit Glamour (und Gloria) in Die 4. Revolution. Wenn wir es wollen!

Andrea Schlüter

Die Bloom Box - Großer Hype um alte Erfindung?

Bloom Energy hat auf einer Veranstaltung auf dem Ebay Campus in San Jose ihre sogenannte Bloom Box vorgestellt. Das Unternehmen, gegründet von dem gebürtigen Inder und ehemaligen NASA Mitarbeiter Dr. KR Sridhar, vermarktet damit die Technik der Festkeramik-Brennstoffzellen in großem Stil neu.

Die PR bei Bloom Energy scheint zu funktionieren. In den USA wird momentan über ein eigentlich altes Konzept ein Riesenrummel veranstaltet.

„Es ist ein großer Hype. Ich bin eigentlich, um ehrlich zu sein, ziemlich verärgert“, sagt Nigel Sammes, ein Keramikingenieur und Treibstoffexperte, in einem Interview mit National Geographic. „Es ist wirklich nichts Neues. Auf jeder Internetseite über Festoxid-Brennstoffzellen findet man dasselbe Prinzip.“

Weiterlesen

Ersatz für die Sonne

Wird die Sonne bald überflüssig? Technikern des Stuttgarter Instituts für Thermodynamik und Wärmetechnik (ITW) ist es gelungen, die Sonne nachzuahmen und die Sonnenstrahlung somit per Knopfdruck zu simulieren. In Temperatur und Wellenlänge ähnelt die künstliche Sonne aus dem Labor dabei denen unseres Zentralgestirns und strahlt mit 100 bis 1.000 Watt pro Quadratmeter. Die Intensität des Sonnensimulators lässt sich dabei natürlich via Computer ganz individuell steuern.

Im Wesentlichen besteht der (weltweit einzige) dynamische Sonnensimulator aus einem Lampenfeld und einem so genannten kalten Himmel, der auf einer Fläche von rund zehn Quadratmetern die Strahlungsintensität der Sonne imitiert. Die Kernidee liegt dabei nicht etwa darin, künftig den Sonnenschein generieren und das Wetter beeinflussen zu können - obschon der Gedanke daran geradezu verlockend klingt - sondern dem ITW als größtem Prüfzentrum für thermische Solartechnik in Europa die Arbeit zu erleichtern und um eine wichtige Einrichtung zu erweitern.

Die zunehmende Investitionsfreude in der Solarbranche und der damit gestiegene Bedarf an Prüfungen von Solaranlagen und Kollektoren gerät durch die witterungsbedingt begrenzte Prüfzeit in den Wintermonaten oftmals in Stocken. Doch gerade ein möglichst kurzer Zyklus ist bei der Produktentwicklung von Solaranalgen von großer Bedeutung. Mit dem Sonnenimitator können die Prüfungen nun zeitnah durchgeführt werden, unabhängig davon, ob draußen strahlender Sonneschein herrscht oder sich wieder einmal die grauen Regenwolken vor die Sonne schieben. Durch den nun jederzeit möglichen Innentest müssen nicht, wie zuvor erst entsprechend günstige Wetterperioden abgepasst werden, um einen Test durchführen zu können. Die Prüfdauer verkürzt sich hierdurch um ein Vielfaches, was besonders Mittel- und Nordeuropäische Länder mit geringer Solareinstrahlung in den Wintermonaten deutliche Vorteile bringt. Unterstützt wurde das Unterfangen dabei mit einer Million Euro vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Judith Schomaker

PROGRASS - Energie aus Naturschutzgrün

Eine hohe Energieausbeute aus altem Gras ist das besondere Merkmal der neuen, mobilen Biomasse-Demonstrationsanlage, die in Lauterbach im Vogelsbergkreis in Betrieb ging. Die Biomasse stammt von unter Naturschutz stehenden Grünflächen. In der Anlage wird daraus Biogas gewonnen und gleichzeitig ein Festbrennstoff mit pelletähnlichen Eigenschaften hergestellt.

Das Verfahren

Silage aus altem und damit stark lignin- und zellulosehaltigem Grünlandaufwuchs wird mit warmem Wasser vermengt und in der Wassermaischung vergärt. Anschließend trennt eine Schneckenpresse feste und flüssige Bestandteile. Der Presssaft fließt in den Fermenter und vergärt dort zu Biogas. Dieses erzeugt in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) Strom und Wärme. Die abfallende Wärme wird genutzt, um den Presskuchen zu trocknen und so einen Festbrennstoff zu gewinnen. Das Verfahren wurde an der Universität Kassel entwickelt.

Die Vorteile

Durch die ganzjährige Nutzung der Wärme des BHKWs für die Trocknung des Pressrückstands ist die Energienutzung effizient. Der Presskuchen enthält weniger Minerale und kann besser für die Verbrennung eingesetzt werden. Die Transportwürdigkeit des Presskuchens ist hoch. Die Nährstoffe in den Gärresten aus der Biogasanlage werden auf Ackerflächen zurückgeführt.

Die wissenschaftliche Begleitung

Die Führung der Anlage erfolgt im Rahmen des PROGRASS-Projektes, das durch das Umweltförderprogramm LIFE+ von der EU rund 1,8 Millionen Euro für 2009 bis 2012 erhält. Die mobile Demonstrationsanlage bleibt für drei Monate am Vogelsberg. Anschließend folgen Einsätze in Middle Ceredigion in Wales und Tratu in Estland. In diesen Gegenden wurden Flächen von 3.000 bis 10.000 Hektar mit typischen Gründlandgesellschaften ausgewählt. Die Ergebnisse sollen sich später auf andere Grünland-Habitate übertragen lassen.

Der Hintergrund

Biomasse aus extensiver Nutzung lässt sich wegen seines hohen Zellulose- und Ligningehaltes sowie der Mineralstoffgehalte schlecht in Biogasanlagen verwerten. Auch die Verbrennung ist keine optimale Lösung, da viel Asche anfällt. Damit bei der Verwertung der Biomasse keine unnötigen Kosten entstehen, sucht die Wissenschaft nach neuen Ideen.

Susanne Kirsch

Das Praterkraftwerk in München

Durch die Isar verfügt die Stadt München seit jeher über ein hohes Wasserkraftpotenzial. Die Einbeziehung der Wasserkraft in das Münchner Energieversorgungskonzept hat seit langer Zeit Tradition und wird nun durch das Wasserkraftwerk an der Praterinsel erweitert.

Das Besondere am Praterkraftwerk ist, dass es unterirdisch erbaut und deshalb nicht zu sehen sein wird. Mit einer geplanten Nennleistung von 2,5 Megawatt soll es pro Jahr rund zwölf Gigawattstunden Strom erzeugen und den Bedarf von 5.000 Münchner Haushalten decken.

Funktionsweise

Die Wasserkraftanlage wird unter den Kaskaden der Großen Isar auf Höhe der Praterinsel errichtet. Die Fallhöhe beträgt an dieser Stelle rund neun Meter. Über ein so genanntes Entnahmebauwerk wird, ab einem Mindestabfluss von 67 Kubikmetern pro Sekunde, dem Fluss Wasser entnommen und in einer Druckleitung der Turbine zugeleitet. Kurz vor der Turbine wird das Wasser zusätzlich beschleunigt und versetzt das Laufrad der Turbine in Rotation. Über einen Generator wird dadurch elektrische Energie erzeugt, die anschließend ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Das Wasser selbst gelangt hinter der Turbine wieder zurück in den Fluss.

Auswirkungen auf die Umwelt

Das Praterkraftwerk verursacht weder Lärm noch Schadstoffemissionen. Festgelegte Mindestwassermengen sichern den Erhalt der Gewässerökologie. Um die Fische bei ihrer Wanderung nicht zu behindern, werden Aufstiegswege geschaffen und ausgebaut. Am Einlaufwerk selbst entsteht ein fischabweisender Einlass.

Aufgrund der CO2-freien Stromgewinnung spart das Kraftwerk pro Jahr den Ausstoß von rund 13.800 Tonnen CO2 ein. Die Anlage leistet damit einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz.

Betreiber

Das Wasserkraftwerk wird von der Praterkraftwerk GmbH geplant, gebaut und betrieben. Die Praterkraftwerk GmbH ist ein zu diesem Zweck gegründetes Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke München GmbH und der Green City Energy GmbH.

Die Anlage wird als eigenständiges Projekt mit zirka 25 Prozent Eigenkapital der Gesellschafter sowie rund 75 Prozent Fremdkapital, welches als langfristiges Darlehen über ein großes Kreditinstitut bereitgestellt wird, finanziert.

Corinna Lang

Probanden gesucht!

Mit der Kraft der Sonne kühlen? Das klingt in etwa so, als wolle man versuchen, seinen Drink mithilfe eines Heizstabs abzukühlen. So abwegig, wie es im ersten Moment klingen mag, ist die ganze Geschichte jedoch nicht. Die solare Kühlung, also die Klimatisierung mittels Sonnenkraft, ist aus technologischer Sicht durchaus machbar und hat bereits die Marktreife erlangt. Derzeit werden Interessenten für einen breit angelegten Praxistest gesucht, die zehn Solar-Klimaanlagen unter realen Umständen testen sollen.

Der Praxistest wird dabei vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert und von seinen Projektpartnern Solvis GmbH & Co. KG, SorTech AG, Fraunhofer ISE und der Hochschule Offenburg unterstützt, welche die Funktionalität der solaren Kühlung in verschiedenen Demonstrationsanwendungen bereits in der Vergangenheit unter Beweis gestellt haben.

Im Gegensatz zur konventionellen Kältetechnik wird bei der solaren Kältetechnik nicht Strom als Antriebsenergie genutzt, sondern Solarwärme, welche der Adsorptionskältemaschine als Antrieb dient. Und für den Fall, dass die Sonnenstrahlen einmal nicht in ausreichenden Mengen vorhanden sind, stellt das Heiznetz die benötigte Antriebswärme bereit. Dafür fungiert die Adsorptionsmaschine kurzerhand als Wärmepumpe und bringt die durch Erdreichsonden angezapfte Wärme auf das erforderliche Temperaturniveau für das Heiznetz.

Ein einfach raffiniertes Prinzip, denn neben dem Stromspareffekt gegenüber herkömmlicher Kältetechnik von bis zu 80 Prozent, kann zusätzlich auf klimaschädliche Kältemittel verzichtet und Speicher und Kollektoren der Solaranlage deutlich besser ausgelastet werden.

Der Praxistest der zehn Anlagen im Leistungsbereich zwischen 5 bis 30 Kilowatt richtet sich dabei sowohl an Privathaushalte, als auch an Unternehmen und wird je nach Bedarf ganz individuell ausgelegt. Das bringt für die Teilnehmer zahlreiche Vorteile, denn neben einem Preisnachlass von 20 Prozent auf die Anlage selber, profitieren sie außerdem von der regelmäßigen und kostenlosen Wartung der Kühlanlage. Die messtechnische Überwachung und Auswertung übernehmen die Hochschule Offenburg und das Fraunhofer ISE, natürlich ebenfalls kostenlos.

Interessenten haben die Möglichkeit sich unter dem Stichwort „SolCoolSys“ entweder bei der SOLVIS GmbH & Co. KG oder bei der SorTech AG zu bewerben.

Judith Schomaker

Ein regionaler Klimaatlas für Deutschland

Jeder, der sich von uns für den Klimawandel und dessen zukünftige Auswirkungen interessiert, sieht sich früher oder später verschiedensten Klimamodellen und –szenarien gegenüber. Der interessierte Laie schreckt dann öfters mal vor einem vertieften Studium der Materie zurück – zu zahlenlastig, zu theoretisch. Die regionalen Klimabüros der Helmholtz-Gemeinschaft haben nun den aktuellen Stand der Forschung zusammengetragen. Herausgekommen ist dabei ein regionaler Klimaatlas für Deutschland.

Zügig dirigiert die Startseite Erstnutzer und Experten in die zielgruppenspezifischen Bereiche der Homepage. Letztere können sich sofort in die Details des einen oder anderen der zwölf Klimarechenmodelle vertiefen, die ihren Eingang in den Atlas gefunden haben.

Für Otto Normalverbraucher eröffnet sich dagegen eine übersichtliche Benutzeroberfläche, mit Hilfe derer man schnell ans Ziel, soll heißen an die gesuchte Information gelangen kann. Wie wird sich die Temperatur in Berlin bis 2100 verändern? Müssen meine Kinder in Zukunft wirklich mit mehr Niederschlägen zurechtkommen, wie zuletzt des Öfteren prophezeit? Es stehen Szenarien für verschiedene Klimagrößen (zum Beispiel Temperatur, Niederschläge etc.) in drei Zeiträumen, zu vier Jahreszeiten in allen Regionen Deutschlands zur Verfügung. In Karten werden die jeweils größten, kleinsten und durchschnittlich errechneten Veränderungen farbig dargestellt.

Ein geeignetes Tool für Menschen, die sich nicht durch die Vielzahl an Fachartikeln zum Thema quälen und dennoch Antworten auf ihre brennenden Fragen zur Klimaveränderung haben möchten.

Ulrike Rosenfellner

Der grüne Betrug

Seitdem in der Gesellschaft der Mensch als (Mit-)Verursacher des Klimawandels anerkannt wird, setzen Staat und Unternehmen alles daran, die Treibhausgasemissionen zu verringern. – Das könnte man zumindest meinen.

In seinem aktuellen Buch „Der grüne Betrug “ wirft der Journalist Martin Gerth (Wirtschaftswoche) der Politik und Wirtschaft jedoch vor, sämtlichen Aktionen, die auch nur im Entferntesten mit Klimaschutz zu tun haben könnten, ein grünes Etikett aufzukleben – sei es um Wählerstimmen zu ködern, Subventionen einzusammeln oder Umsätze mit grünen Produkten zu machen.

Auf über 200 Seiten beschreibt Gerth anhand konkreter Beispiele, inwiefern „Klimaschutz als grünes Feigenblatt“ für die eigentlichen Interessen der Politiker und Unternehmen dient.

So soll beispielsweise der weltweit 450 Milliarden Euro schwere Sektor Energieeffizienz deshalb den größten Teil der Ökobranche ausmachen, weil er es den Energieversorgungsunternehmen „ermöglicht, ihr Geschäftsmodell, Strom und Wärme aus fossilen Brennstoffen zu produzieren, für Jahrzehnte aufrechtzuerhalten.“

In der Politik dagegen falle – laut Gerths Aussagen – den Interessengruppen ein Kompromiss im Streit um den besten Klimaschutz so schwer, weil jede Abweichung vom eigenen Standpunkt dem Eingeständnis, die anderen hätten Recht gehabt, gleich käme.

Das Problem dabei: „Je später und je schwächer der Klimaschutz ausfällt, desto massiver müssten die Regierungen in einigen Jahrzehnten eingreifen. Das wäre dann der Beginn einer ungewollten Ökodiktatur, doch genau die wollen die Klimaschutzbremser eigentlich verhindern“, wie Gerth erklärt.

Damit ein echter Klimaschutz nicht auf der Strecke bleibt, sollten, laut Gerth, alle Steuererleichterungen und Subventionen, die den Energieverbrauch und die damit verbundenen CO2-Emissionen fördern, abgeschafft werden.

Corinna Lang

Weltumrundung mit Sonnenenergie

Ende Februar stellte PlanetSolar das weltgrößte solarbetriebene Boot der Öffentlichkeit vor. Im Frühjahr 2010 soll der Stapellauf erfolgen, bevor 2011 das ambitionierte Ziel der Weltumrundung - allein mit Solarenergie - vonstatten gehen soll.

31 Meter lang, 15 Meter breit und sechs Meter hoch - das sind die Maße des Zweirumpfers, der in der Kieler Knierimwerft fertig gestellt wurde. Das Deck bietet genug Platz für über 500 Quadratmeter Photovoltaikmodule, die ausreichend Energie für eine durchschnittliche Fahrtgeschwindigkeit von acht Knoten (etwa 15 Stundenkilometer), liefern sollen.

Die vier Elektromotoren kommen auf 239 PS, was 176 Kilowatt entspricht. Bei einer Marschfahrt von acht Knoten verbrauchen sie aber nur 20 Kilowatt pro Stunde. Auch bei Regen oder Dunkelheit soll diese Geschwindigkeit gehalten werden können, weil durch die Batterien bis zu 1,3 Megawatt Solarenergie gespeichert werden können. Diese Batterien der neusten Lithiumionentechnik der Firma GAIA haben nur ein Gewicht von 11,7 Tonnen. Im Gegensatz zu einer Autobatterie, die bei der gleichen Leistung auf 75 Tonnen Gewicht käme, sind sie damit vergleichsweise leicht.

Die Idee der Weltumrundung mit Sonnenenergie stammt von Raphaël Domjan, einem schweizer Bergführer und Rettungsspezialisten. Seit Ende der Achtziger Jahre verfolgt er das Ziel, die Welt mit einem Minimum an Energie zu umrunden. Die Idee, das mit einem Schiff zu tun, kam ihm erst 2004. Durch den Darmstädter Unternehmer Immo Ströher konnte diese Vision verwirklicht werden. Das Projekt soll der Öffentlichkeit näher bringen, dass eine verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien in allen Lebensbereichen möglich ist und Atomkraft bald überflüssig sein kann.

Judith Kronberg

The impossible Hamster

...nature knows why!!

 

„Cooling down!“ – spielerische Einblicke in die Klimapolitik

Was passiert eigentlich auf den Klimaschutz-konferenzen, wenn sich Diplomaten und Experten aus aller Welt hinter verschlossenen Türen treffen? Und warum kommen die Konferenzteilnehmer so selten zu einem wirklich bedeutungsvollen Ergebnis?

Eine Antwort auf diese Fragen bietet das strategische Simulationsspiel „Cooling down!“, das vom Bonner Politikwissenschaftler Dr. Otto Ulrich zusammen mit verschiedenen UN-Sekretariaten, der Welthungerhilfe, dem Bundesumweltministerium, dem Auswärtigen Amt und unter Berücksichtigung einschlägiger Arbeiten des Weltklimarates, der MunichRe, des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie entwickelt wurde.

Ziel des Spiels ist es, gemeinsam den Ausstoß an CO2 bis zum Jahr 2050 um 50 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Dabei vermittelt es ein globales Wissen über den Zusammenhang zwischen Klimawandel, Katastrophenvorsorge und der Chance, das CO2-Reduktionsziel zu erreichen. Im Fordergrund steht dabei der Dialog der Spieler, die neben der Informationsaufnahme auch lernen, was es heißt, Entscheidungen treffen und deren Folgen bewältigen zu müssen.

Das Brettspiel richtet sich an Führungskräfte aus Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft, genauso wie an junge Menschen ab 14 Jahren, die an den Folgen des Klimawandels interessiert sind oder an die Thematik herangeführt werden sollen. Es eignet sich für Schulen, Betriebe, Universitäten, Konferenzen – und für den Familientisch. Gespielt wird in Kleingruppen zu zirka sechs Personen.

Zu beziehen ist das Spiel für 29,90 Euro (plus Versandkosten) über die Website von „Cooling down!“. Pro verkauftem Spiel geht ein Anteil des Erlöses an die Mitarbeiter der Behindertenwerkstatt Eichhof, die das Spiel zusammenstellen, sowie ein Euro an die Andheri-Hilfe Bonn, die ein Klimaprojekt in Indien unterstützt. Außerdem werden die beim Transport zum Kunden entstandenen CO2-Emissionen durch die Förderung der Aufzucht von nachhaltigen Wäldern in Panama kompensiert.

Corinna Lang

5. Extrem Wetter Kongress

Erfolgreich zu Ende gegangen ist in diesen Tagen der 5. Extrem Wetter Kongress im Klimahaus in Bremerhaven. Im vergangenen Jahr fungierte das Klimahaus zum ersten Mal als Gastgeber der Konferenz und konnte sich über rege Beteiligung namhafter Wissenschaftler, Journalisten und interessierter Laien freuen. In diesem Jahr wurden die Besucherzahlen seit dem ersten Extrem Wetter Kongress 2006 in Hamburg noch einmal deutlich gesteigert und zeigen damit das wachsende Interesse der Öffentlichkeit.

Das Hauptaugenmerk der Konferenz vom 4. bis 6. März 2010 lag, neben der Analyse und den Folgen extremer Wetterereignisse in Ballungsräumen und in den Alpen, auch verstärkt auf dem vom Menschen verursachten Klimawandel. Zahlreiche Experten gaben ein Programm zum Besten, das gleichsam informativ und unterhaltsam den neuesten Stand der Wissenschaft darstellte.

So präsentierte der Deutsche Wetterdienst die aktuellen Ergebnisse zu den Auswirkungen und Risiken des Klimawandels in Bezug auf Ballungszentren wie Frankfurt oder Berlin. Künftig müssen Stadtplaner und Unweltbehörden vermehrte Maßnahmen ergreifen, um die Lebensqualität in Großstädten auch auf Dauer sicherzustellen und den durch den Klimawandel bedingten Veränderungen entsprechend anpassen.

Dr. Lars Kaleschke vom Institut für Meereskunde in Hamburg stellte das Arktis Problem signifikant dar und veranschaulichte ebenso, dass die aktuellen Veränderungen im arktischen Eis nicht auf natürliche Ursachen zurückzuführen seien, sondern direkt vom Menschen verursacht würden. Weitere Indizien für den voranschreitenden Klimawandel wurden ebenfalls von den Experten aufgezeigt. So sei global gesehen der aktuell strenge Winter keineswegs ein neuer Kälterekord und ein Beweis dafür, dass die Klimaerwärmung nicht stattfände, sondern, trotz extremer Kälte, tatsächlich nur der zweitwärmste Winter seit Beginn der Messungen.

Thema der Extrem Wetter Konferenz war aber auch mehr Transparenz im Verständnis der Wetterberichterstattung. Viele Menschen würde mit einer verständlicheren und einheitlichen Ausdrucksweise die aktuellen Wetterverhältnisse wesentlich besser verstehen.

Das Klimahaus® Bremerhaven 8°

Das Bremerhavener Klimahaus bringt Besuchern das ganze Jahr über die Welt des Klimas mit seinen komplexen Zusammenhängen auf anschauliche Weise näher. So ist das gesamte Klimahaus in vier Ausstellungsbereiche unterteilt, beginnend mit einer Reise durch die verschiedenen Klimazonen der Erde, gefolgt von einem Überblick über das Zusammenspiel der Elemente. Im nächsten Bereich geht es um die Wandlungsfähigkeit der Erde. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erklären dem Betrachter auf verständliche Weise die neusten Ergebnisse aus dem Bereich der Klimaforschung. In der letzten Sektion werden dem Besucher Möglichkeiten aufgezeigt, das alltägliche Leben klimabewusster zu gestalten und dem Klimawandel aktiv entgegenzutreten. Besonderes Schmankerl in diesem Zusammenhang bildet dabei das CO2-Terminal zum Anlegen eines ganz persönlichen Klimakontos.

Judith Schomaker

Eating Organic in China

„I went to the farms in our area and tried to find the ones who were growing organic food," says Yinghui Zhang-Carraro. Yinghui is a freelance writer and resident of Beijing and organic food has been a longtime staple in her household. During a recent encounter at the BioFach Messe for organic food in Nurmberg, she provided me with a glimpse of the evolution that the organic food market has been undergoing in her neighborhood.

What type of organic food is available in the markets in your neighborhood? What do you miss most?

If you mean supermarkets in my neighborhood, you can find organically labeled veggies and fruits, and most of grains and seeds commonly grown in China. I miss most the great tastes of real food I enjoyed thirty years ago in my home town near the border with Russia as most of food then was grown naturally with compost and no sprays. The other thing I miss very much is clean seafood!

How much trouble is it to shop for "basics", such as organic vegetables or rice, compared to conventional food? Are there parts of the city where it is easier to find organic food? If yes, what sets them apart from other areas?

If you knew well about the real organic and natural farmers around Beijing, it would not be a problem getting most of the basics you need. And if you trust the supermarket system, you can easily buy the organically labeled basics in many supermarkets. In Chaoyang district in Beijing, organically labeled food products are easy to find in most of the supermarkets and special small scale shops catering for expatriates as most expatriates and high income earners live in this area.

What is the price difference compared to regular food?

It differs a lot, depending on food categories, where you buy them, and who produces them. For instance, the cheapest organic white rice is 12 yuan (about 1.4 euros) per kilo, while the conventional one is as cheap as 3 yuan per kilo. In general organically labeled vegetables may cost three to ten times more than their conventional cousins, and the same can be said with all other organically labeled food items, while some small organic and natural farms supply the vegetables at fixed rate for all types of veggies grown in the farms, usually at the price much lower than those organically labeled counterparts found in the supermarkets.

How is the market for organic food organized? Do people buy directly from the farms? If not, what type of shop sells it?

The market for organic food in Beijing or in China is not organized yet. The main channels are still supermarket chains where the general public is exposed to 'organic food items'. Though an 'organic' chain store, called Lohao City, has been in the market since autumn 2006 with ten stores in Beijing at the moment, it has failed to deliver what an organic retailer can do elsewhere. Another phenomenon is community supported agriculture (CSA) that has started to come into people's lives focusing on box schemes and farm visits of its members. As a result, gradually people are aware of the importance of knowing who is really growing your food and how it is grown. Personally I get three or four deliveries a week from two small farms around Beijing providing most of the food we eat, i.e. supermarkets have not been an option for food any more for my family since early 2009.

What drives farmers in your area to grow organic food? Is it part of their philosophy or is it for other reasons?

I have met some organic and natural farmers who have been driven by ideology, but most have been trying to cash in the premiums as the organic market is far from mature. Together with the Chinese characteristic of a market often dominated by 'gift business', lack of information and misinformation have contributed to over pricing of organically labeled food products in China. Unfortunately this hinders the healthy growth of a domestic organic market. 'Gift business' refers to any products that could be potentially bought or ordered as gifts to be given to employees of company of different sizes and government institutions. Some web shopping companies dealing with organically labeled products simply sell vouchers to such companies at high price and the end consumers know little about'organic'.

The people in your city who buy organic food, what are their motives?

Both local people and expatriates have been concerned with food safety issues in China as a result of some big food scandals arising in recent years. And organic food in China has been often marketed as a safe and healthy option, though environmental benefits are always the last to be mentioned. A reflection of this can be noticed by the way some producers and retailers tend to overpackage lots of products, which consequently turns away some organic consumers. Most people buying organic products in China either think they are safer than conventional products, even if they are not really up to organic standards, or they just believe they are organic, so safe, healthy, and beneficial to the environment.

How does the government relate to the organic food market: does it provide any support?

As the domestic organic market just started in recent years, and 'organic' plus bio-dynamic have been 'new' concepts in every arena of business in China, both the regulations regarding organic farming from the government level and certification from certifying bodies have not been strong enough to provide favorable conditions. Nevertheless some kind of support has been in place, for instance, certified farms can get some financial support from the local government to pay part of the certification fees. In the organic sector, the implementation of punishment for irregularities and the inspection on any wrongdoings have not been adequate, thus undermining public trust and confidence in organic products domestically produced.

Chinese food is rich with concepts about healthy and spiritually "correct" ways of cooking and eating. How does this tradition relate to "sustainability" in the Western sense?

The traditional Chinese approach toward food and cooking has been changed greatly over the last one or two decades due to many factors including globalization and inability to defend our traditions during decades of  opening up to the outside world. However part of it is still in the blood in people 35 years and above, for example, a meal is incomplete without a large serving of leafy vegetables. With more money in the pockets, more and more people have been opting for much more animal protein rich foods which in turn not only play a major role in the prevalence of modern diseases which were rare in the past, but have also become a main contributor to the resources-hungry,large-scale industrial farming of animals that has brought many environmental consequences, and it is simply unsustainable. To maintain 'sustainability' in China  without substantially affecting economic growth, public understanding of sustainability needs to be covered more in all media and NGOs ought to be a main player in educating and reaching the general public more effectively.

Birte Pampel

E-Mobilität und Grüne Logistik – Quo vadis?

Noch steht die Elektromobilität an ihrem Anfang. In unserer Serien „E-Mobilität und Grüne Logistik“ zeigen wir die Voraussetzungen, Chancen und Auswirkungen der E-Mobilität in ihrer gesamten Bandbreite auf. Die Kernpunkte und Leitgedanken werden dabei grundsätzlich im Kontext ihrer Wechselwirkungen und Spannungsfelder betrachtet.

Die Akkumulatoren der Zukunft sind primär als Energiezellen eines Elektrofahrzeuges zu betrachten, sekundär werden sie als Pufferspeicher der Energieerzeuger fungieren.

Die Entwicklungszyklen dieser Komponenten hängen in erster Linie nicht von den Anforderungen und Aktivitäten der Automobil- und Zulieferindustrie ab, sondern von den Fortschritten des ihnen zugrundeliegenden Segments Nanotechnologie.

Am Anfang der Nutzen- und Wertschöpfungskette wird also in erster Linie die schnelle und kostengünstige Entwicklung der Nanospeicher und deren Massenverfügbarkeit auf den Märkten entscheiden. Daran anschließend sind die Innovationsaffinität und die technische Umsetzung der Batteriehersteller gefordert. Diese Faktoren sind bedeuten für die Entwicklungsgeschwindigkeit der Elektrofahrzeuge und ihrer abhängigen Größen, wie Kosten, Reichweiten, Entladeverhalten oder die maximale Anzahl der Ladezyklen. Dasselbe Prinzip gilt für die Karosseriewerkstoffe und andere Einzelkomponenten, aus denen die Fahrzeuge bestehen.

Am Ende des Produktlebenszyklus stehen die Herausforderungen der Entsorgung. Wie können die zerlegten Komponenten und Ausgangsmaterialien wieder- und weiterverwertet werden? Wer trägt die Kosten dafür, oder ist das „die“ Chance für integrierte Geschäftsmodelle, die damit gutes Geld verdienen, Rohstoffe in den Kreislauf zurückführen und neue Arbeitsplätze generieren? Könnten dies am Ende sogar die Zulieferer selbst? Im Sinne eines gesicherten Zugriffes auf die knappen Ausgangsmaterialien, und dem globalen Wettbewerb darum, leuchtet diese mögliche Variante durchaus als die Vernünftigste heraus.

Basierend auf der notwendigen parallelen Innovationsfähigkeit, entlang der gesamten Supply-Chain, wird den Automobilzulieferern zukünftig eine wesentlich stärkere Position und Verantwortung zukommen. Aus heutiger Bewertung werden sich ganze Märkte zum Positiven wandeln können. Verstehen und schaffen es die gegenwärtig noch abhängigen „Versorger“, sich aus den Knebeln zu lösen, können sie zu den Innovationstreibern und Anführern der Elektromobilität aufsteigen. Ihre Chancen dafür sind hervorragend, wie erste Aktivitäten deutlich demonstrieren.

Wenn sich die Kompetenzträger zusammenschließen und ihr Know-how in eigene Projekte und Produkte einbringen könnte es schnell passieren, dass die Etablierten lernen was es heißt am langen Arm gehalten zu werden. Wer klein ist kann flexibel reagieren. Wer schneller ist hat einen bedeutenden Vorsprung und geht als Erster durchs Ziel, und verkauft in einem lukrativen Markt! Die Signale dafür stehen, im wahrsten Sinne des Wortes, „auf Grün“.

Das Themenfeld „E-Logistik“ oder „Grüne Logistik“ wird einen gewichtigen Teil der Arbeit ausmachen. Die energie- und umweltpolitischen Herausforderungen des Personen-, Waren- und Gütertransportes stellen, neben ihren direkten Beteiligten, auch alle anderen Stakeholder vor völlig neue, heute teilweise noch unbekannte, Lösungsszenarien.

Neben den gewerblich-wirtschaftlichen Anforderungen, und den grundlegenden Aspekten welche für die Akzeptanz ausschlaggebend sind, stellen sich bereits jetzt Themen zur Diskussion auf die wir heute allenfalls mit einem unverständigen Kopfschütteln reagieren. Wir werden sehr bald Antworten zu geben und Entscheidungen zu fällen haben, an die sich heute noch kein „erfolgsorientiert denkender“ Politiker herantraut. Allenfalls ein paar wenige, außergewöhnliche „futuristische und zukunftsorientierte“ Köpfe und Denker, befassen sich mit diesen absehbaren und unvermeidlichen Entwicklungen.

Dabei steht die Frage nach einer Maut für Pkw, um die Löcher in den Haushalten zu stopfen, allenfalls peripher am Rande. Macht es Sinn und wie weit kann man Verkehrsströme trennen und/oder entkoppeln? Lkw und Pkw, Güterverkehr und Personentransport, ÖPNV und individuelle Mobilität. Ferntransport und lokale Distribution. Was sind die Voraussetzungen dafür? Welche Maßnahmen sind zu ergreifen und welche Rahmenbedingungen zu erfüllen?

Wir müssen, parallel mit den Fragen zur Akzeptanz von Elektrofahrzeugen, ein neues Gesamtkonzept und Paradigma entwickeln und etablieren. Dabei sollte keineswegs die Frage nach dem ob und wie an erster Stelle stehen, sondern ob es den heutigen „Verantwortlichen“ gelingt diese Fragen öffentlich zu stellen, sie ziel-, zukunfts- und lösungsorientiert zur Diskussion zu bringen und letztendlich Antworten zu entwickeln die wir alle mit tragen.

Jan Glänzer

Grüne Talente – Forschen für die Nachhaltigkeit!

Am Wochenende fielen mir beim Zeitungslesen ein paar außergewöhnliche Worte ins Auge: „Green Talents“.

Als hätten wir nicht schon genug Talent-Arten. Alle TV-Programme sind voll von Talent-Shows.  Wozu nun auch noch „Grüne Talente“?

Doch beim Weiterlesen stellt sich heraus, hier geht es um keine Casting-Show, sondern um was ganz anderes!

Im Sommer 2009 wurden 15 Nachwuchswissenschaftler mit dem internationalen Umwelttechnologiepreis vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgezeichnet.

Die Vergabe dieses Preises an herausragende wissenschaftliche Talente aus der Umwelttechnologie fand 2009 zum ersten Mal statt. Prämiert wurden Forschungsarbeiten, die nachhaltig zur Bewältigung des Klimawandels, schwindender Energieressourcen und Umweltverschmutzung beitragen können.

An dem „Green Talents“-Wettbewerb nahmen Wissenschaftler aus 43 Ländern teil. So zum Beispiel Prof. Zhou, der in China untersucht, wie Abwasser zur  Energiegewinnung verwendet werden kann. Dr. Aristéia de Lima forscht in Brasilien an Biopolymeren als Kunststoffersatz. In den USA wird die Möglichkeit der Sanierung von Altlasten mit Hilfe der Bio- oder Nano-Technologie untersucht.

Die Verleihung des Preises fand beim 6. BMBF-Forum für Nachhaltigkeit statt. Das Forum war gleichzeitig Startschuss für das neue BMBF-Rahmenprogramm zur Forschung für die Nachhaltigkeit. Hier wurden neue thematische Schwerpunkte gesetzt, die internationale Zusammenarbeit gestärkt und die engere Verzahnung zwischen Grundlagen- und Anwendungsforschung angestrebt.

Im Februar 2010wurde nun das neue BMBF-Rahmenprogramm "Forschung für nachhaltige Entwicklungen" der Öffentlichkeit vorgestellt.

Drei neue Förderlinien verdeutlichen stellvertretend die neue Förderpolitik des BMBF:

- Kooperationen auf Augenhöhe mit Entwicklungsländern

- Schwellenländer im Bereich der Nachhaltigkeitsforschung abholen

- Das System Erde besser verstehen

Ziel des BMBF ist also, in den nächsten Jahren so genannte Afrika Kompetenzzentren aufzubauen, damit afrikanische Staaten besser in die Lage versetzt werden, selbst im Kampf gegen den Klimawandel und für mehr Nachhaltigkeit erfolgreich zu sein. Das BMBF will zukünftig auch mehr Forschungskooperationen mit Schwellenländern ermöglichen, um gemeinsam das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Außerdem fließen weitere Gelder in die Grundlagenforschung, damit Forscher die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Land, Ozean, Biosphäre, Atmosphäre und den Eismassen noch besser nachvollziehen können. Ziel ist es hier, den Klimawandel noch besser zu verstehen – und geeignete Anpassungsstrategien zu entwickeln.

Zum Thema "Nachhaltigkeit" ist somit noch allerhand zu erforschen. Unter diesem Gesichtspunkt bleibt zu hoffen, dass den ersten Gewinnern  des „Green Talents“-Wettbewerbs noch viele weitere „Grüne Talente“ folgen werden.

Andrea Schlüter

Photovoltaic Technology Show 2010 Europe

Bereits zum sechste Mal veranstaltet der führende Verlag für Publikationen aus dem Bereich der solaren Stromerzeugung “PHOTON“ die weltgrößte Fachmesse für Produktionsequipment der Solarbranche und die begleitenden internationalen Fachkongresse. Ab diesem Jahr ist Stuttgart - das Zentrum des deutschen Maschinenbaus - als Veranstaltungsort vorgesehen.

300 nationale sowie internationale Aussteller präsentieren vom 27. bis 29. April 2010 schwerpunktmäßig Maschinen und Prozessmaterialien zur Herstellung von Wafern, Zellen und Solarmodulen. Erstmalig werden auf dem mehr als 20.000 Quadratmeter großen Gelände auch Messestände aus den Bereichen Forschung, Wechselrichter und Montagesysteme zu sehen sein. Somit wird dem Wunsch der Hersteller nach einer reinen Fachmesse für den Photovoltaikbereich Rechnung getragen.

Weiterlesen

Solarzellen für Solarkraftwerke

Wolfgang Weidinger, der kaufmännische Geschäftsführer von „Blue Chip Energy", im Gespräch mit dem CleanEnergy Project. Das Unternehmen im Südosten Österreichs produziert Hochleistungszellen für Solarkraftwerke. Unsere Gesprächsthemen: der aktuelle Stand der Entwicklung, neue Trends auf dem Gebiet der Solarzellenforschung und Nachhaltigkeit in der Produktion.

1953 entwickelten Daryl Chapin, Calvin Fuller und Gerald Pearson die erste funktionsfähige Solarzelle. Damit legten sie den Grundstein für die gesamte Photovoltaikindustrie. Wir erkundigten uns vor Ort nach dem aktuellen Stand der Entwicklung.

Herr Weidinger, das Unternehmen Blue Chip Energy gilt als einer der Leitbetriebe in Güssing. Welche Solarzellen werden in Ihrem Unternehmen produziert?

Unser Unternehmen produziert monokristalline Hochleistungs-Solarzellen, die aus Silizium-Wafern gewonnen werden. Derzeit erreichen diese Zellen einen durchschnittlichen Wirkungsgrad von 17,5 Prozent, wobei unsere Entwicklungsabteilung intensiv an der Weiterentwicklung dieser Zelleffizienz arbeitet. Der Vorteil dieser hohen Zelleffizienz ist der um zirka zehn bis 20 Prozent geringere Modul-Flächenbedarf, und daraus resultierend ein geringerer Kostenaufwand bei der Instandsetzung eines kompletten Photovoltaiksystems.

Die festgelegte Produktionskapazität für 2010 beträgt im Vollbetrieb 80 Megawattpeak (MWp). Das entspricht dem jährlichen Strombedarf von 16.000 Haushalten. Durch die Kooperation mit unseren Partnerunternehmen bieten wir seit Beginn des Jahres eigene Module an, deren Wertschöpfung zu 100 Prozent aus österreichischer Hand kommt.

Welche speziellen Anforderungen stellen Sie an Ihre Produkte?

Wir arbeiten nach internationalen Qualitätskriterien, die jenen der Halbleiter- und der Automobilindustrie entsprechen. Unser Ziel ist es, die Technik so weit voranzutreiben, dass es für jeden leistbar wird, Energie aus Sonnenstrahlen zu gewinnen.

Forschung, Entwicklung, technologische Innovationen und die Motivation, unsere Kunden und Partner mit herausragenden Leistungen zu überzeugen, sind wesentlicher Motor unserer Arbeitsabläufe. Unsere Aufgabe ist es, eine ständige Prozessoptimierung durch kompetente Mitarbeiter als Teil einer qualitätsorientierten Unternehmenskultur zu verankern.

Was waren die größten Herausforderungen, die Sie seit der Errichtung der Anlage zu meistern hatten?

Eine Zelllinie in dieser Dimension ohne Partner aus der Zelltechnologie aufzubauen und in Betrieb zu nehmen, stellte für uns eine wahrlich große Herausforderung dar. Es musste nicht nur Personal rekrutiert und dieses durch intensive Schulungen auf den erforderlichen technischen Stand gebracht werden, sondern auch die Produktionslinie selbst musste in den effizienten Betrieb hochgefahren werden.

Die größte Schwierigkeit für unser junges Unternehmen stellte jedoch die weltweite Wirtschaftskrise 2009 dar. Durch die hohe Leistungsbereitschaft unserer Mitarbeiter und gezielt gerichtete, interne Maßnahmen ist es unserem Unternehmen jedoch gelungen, trotz der Krise einen erfolgreichen Start 2010 zu verzeichnen. So konnten bereits 80 Prozent unserer Produktion am europäischen Markt verkauft werden.

Welche allgemeinen Trends erkennen Sie in der Entwicklung von Solarzellen?

Der Trend geht eindeutig in Richtung höherer Zelleffizienzen. Bei gleichbleibender Fläche wird mehr Energie aus Sonnenstrahlen gewonnen. Dieser Trend soll zumindest bei gleichbleibenden, wenn nicht reduzierten Kosten fortgesetzt werden.

Die Stadtgemeinde Güssing konnte sich als europäisches Zentrum für erneuerbare Energien etablieren.Wie geht man beiBlue Chip Energy mit dem Thema „Nachhaltigkeit und Umweltschutz" um?

Unser Produkt ist Nachhaltigkeit. Aus der Sicht eines produzierenden Unternehmens wollen wir für eine sichere Zukunft sorgen.

Deshalb wurde auch für die Fertigung ein klarer Fokus auf die Umweltfreundlichkeit gelegt. Sämtliche Wertstoffe aus den Abwässern der Produktion werden recycelt, Abwasser und Abluft darüber hinaus speziell neutralisiert, damit der Umgebung kein belastetes Material zugeführt werden muss. Nachhaltigkeit wurde auch bei unseren Dienstautos bewiesen. Sie fahren ausschließlich mit Hybridtechnologie.

Herr Weidinger, herzlichen Dank für das Gespräch.

Joachim Kern

Die skrupellosen Machenschaften der Weltkonzerne

„Weltweit schuften zwölf Millionen Kinder für die Herstellung billiger Exportware. 360 Dollar-Milliardäre sind so reich wie die ärmsten 2,5 Milliarden Menschen zusammen. Eine jährliche Abgabe von einem Prozent ihres Reichtums könnte diese Menschen mit Trinkwasser und Schulen versorgen. Die 500 größten Konzerne setzen ein Viertel des Welt-Bruttosozialprodukts um und kontrollieren 70 Prozent des globalen Handels. Sie beschäftigen aber nur 0,05 Prozent der Weltbevölkerung. Jedes Jahr sterben zehn Millionen Kinder, deren Eltern das Geld für Medikamente fehlt. Tagtäglich verenden 100.000 Menschen an den Folgen von Hunger und Ausbeutung.“

Dieses Zitat stammt aus dem Bestseller „Das neue Schwarzbuch Markenfirmen – Die Machenschaften der Weltkonzerne“, in welchem Klaus Werner und Hans Weiss die ethisch und ökologisch verwerflichen Praktiken großer Konzerne aufdecken.

Neben eigenen, enthüllenden Recherche-Beiträgen, verweisen die Autoren auch auf nicht weniger schockierende Rechercheergebnisse anderer Journalisten und Organisationen.

So informieren sie unter anderem über:
- Pharmaunternehmen, die unethische Medikamentenversuche finanzieren,
- Ölfirmen, die in Bürgerkriege und Waffenhandel verstrickt sind,
- Lebensmittelproduzenten, die ihre Angestellten ausbeuten und Kinder für sich arbeiten lassen,
- Automobilkonzerne, die an der Zerstörung von Regenwäldern oder am Handel mit Atomwaffen und Antipersonenminen beteiligt sind.

Die Vorwürfe der beiden Autoren sind erschreckend. Doch so unglaublich sie an manchen Stellen auch anmuten, die Tatsache, dass nicht ein einziger Konzern juristisch gegen die Aussagen von Werner und Weiss vorgingen, gibt ihnen Recht.

Die gute Nachricht: Werner und Weiss erklären ihren Lesern auch, wie sie Druck auf die Unternehmen ausüben können. „Dabei wollen wir niemanden zum Verzicht oder zur völligen Änderung des Lebensstils nötigen. Denn wir glauben, dass es besser ist, wenn viele einen Schritt tun, als wenn wir eine Handvoll engagierter Menschen überzeugen, die ohnehin nicht überzeugt werden müssen“, erklären die Autoren ihre Intention.

Dass Nachhaltigkeitsforderungen vonseiten der Konsumenten tatsächlich einen Einfluss auf Unternehmensstrategien haben, bestätigt eine Umfrage der Managementberatung Brands & Values unter 1.200 Unternehmenschefs. So gaben laut horizont.net 75 Prozent der Unternehmer den Wunsch der Konsumenten nach nachhaltigen Produkten als Haupttreiber für ein Umdenken an.

Corinna Lang

Biowärme für das Lechenicher Schulzentrum

Das neue Heizwerk in Erftstadt-Lechenich konnte sich bei den eisigen Temperaturen in den vergangenen Wochen bewähren. In der kalten Jahreszeit erwärmte die Anlage, die mit Holzhackschnitzeln gefeuert wird, vier Schulen, zwei Turnhallen, eine Tennishalle, ein Frei- und ein Hallenbad sowie einen Kindergarten.

Während der Heizperiode erzeugen zwei Heizkessel mit 850 Kilowatt thermisch die Grundversorgung und stellen 85 Prozent der notwendigen Wärmeenergie bereit. Die Wärme wird über eine Ringleitung mit einer Länge von 1.500 Metern über 16 Stationen an die einzelnen Gebäude verteilt. An besonders kalten Tagen ergänzen alte Gasheizanlagen die Wärmeversorgung. Durch dieses Konzept können gegenüber der Situation vor drei Jahre 365.000 Kubikmeter Erdgas eingespart werden. Zusammen mit weiteren Einsparmaßnahmen bedeutet das nach Angaben der Energieagentur NRW eine Entlastung um 1.081 Tonnen CO2 .

Erftstadt hat das Projekt als Energieliefer-Contracting-Vorhaben umgesetzt. Den Zuschlag bekam die Fernwärmeversorgung Niederrhein GmbH, deren Vertrag zunächst über 15 Jahre läuft. Das Unternehmen betreibt auch in anderen Städten der Region Contracting-Projekte. Für den Betrieb des Heizwerkes ist keine ständige Anwesenheit von Personal erforderlich. Die moderne Datenübertragung macht eine Fernsteuerung möglich.

Der Brennstoff Hackschnitzel entsteht zum Beispiel bei der Ernte und Verarbeitung von Waldholz oder als Rest aus der Holzverarbeitung. Die Eigenschaften sind von der Herkunft abhängig: Laubholz hat einen höheren Brennwert als Nadelholz. Stammholz erzeugt bei der Verbrennung weniger Asche als Rinde oder Material aus der Landschaftspflege. Um die Qualität der Hackschnitzel zu beurteilen, bedient man sich der österreichischen Norm ÖNORM M 7133. Darin wird das Material nach Teilchengröße, Wassergehalt, Schüttdichte und Aschegehalt in verschiedene Klassen eingeteilt. Daneben gibt es die europäische Vornorm prCEN/TS 14961.

So unterschiedlich die Herkünfte der Hackschnitzel sind so variabel ist auch deren Heizwert. Daher erfolgt die Abrechnung im Heizwerk über Wärmemengenzähler. Das hat für Lieferant und Abnehmer Vorteile. Der Anlieferer kann die Ware zum Beispiel weitgehend unabhängig vom Feuchtegehalt bringen. Der Abnehmer hat nicht den Aufwand, jede Anlieferung zu überprüfen.

Susanne Kirsch

Erneuerbare Energien zum Schmunzeln

Nicht alles, was an klimafreundlichen oder energiesparenden Gebrauchsgütern auf den Markt kommt, braucht der Mensch wirklich. Zum Jahresende wollen wir nun noch einmal Revue passieren lassen, was die Welt 2009 so alles (nicht) brauchte. Es gibt Dinge, die hätte der jeweilige Erfinder getrost für sich behalten können, andere sind einfach nur zum Schmunzeln oder haben zukunftsträchtige Aussichten. Lesen Sie einmal selber, mit was sich kreative Köpfe in diesem Jahr so befasst haben!

Der Sommergag aus diesem Jahr ist wohl das Solarcap mit Ventilator. Die Schirmmütze hat einen eingebauten Ventilator im Schirm, der seinem Träger an heißen Tagen einen kühlen Kopf bescheren soll. Angetrieben wird dieser durch die auf der Oberseite angebrachte Solarzelle. Interessante Idee, doch ob dieses Cap salonfähig ist, darüber lässt sich streiten.

Noch einmal wird die Kraft der Sonne genutzt, aber dieses Mal in Form eines Ufos! Die schwarze Folie des Flugobjekts erhitzt die Luft im Inneren und lässt das Ufo bis zu 50 Meter in die Höhe steigen. Kein Helium mehr nötig, zumindest bei Sonnenschein!

Für sonnige Stunden ist auch dieses Handy der ideale Begleiter. Das Öko Handyvon Samsung besteht aus recycelten Plastikflaschen und sieht auch noch chick aus! Auf der Rückseite ist eine Solarzelle angebracht, die, zumindest bei Sonnenschein, den Akku des mobilen Begleiters auflädt. Für Regentage oder bei geringer Sonneneinstrahlung muss es allerdings an die Steckdose.

Heiß her geht es auch mit dem Öko-Vibrator. Dieser kommt ganz umweltfreundlich ohne Batterien aus – vier Minuten Kurbeln reichen für 30 Minuten Spaß. Außerdem ist er aus recyclebaren Materialien hergestellt.

Eine tolle Idee, aber leider noch nicht erhältlich, ist die Wilting Flower vom britischen Designer Carl Smith. Diese futuristisch anmutende Blume ist drahtlos mit dem Sicherungskasten verbunden, verfärbt sich und lässt die Blätter hängen, sobald im Haushalt zu viel Strom verbraucht wird.

Sonne braucht auch dieses Konservenglas. Das “Sun jar” fängt die Sonnenstrahlen ein und gibt sie in den dunklen Abendstunden als dezente Raumbeleuchtung wieder ab. Möglich macht das die im Behälter eingebaute Solarzelle, verbunden mit Batterie und LED-Beleuchtung.

Licht in die Dunkelheit bringt auch dieses häusliche Highlight – und das, ganz ohne Stromanschluss! Durch illuminierte Tapetenwird die herkömmliche Lampe überflüssig, einfach die Tapete einschalten und schon erstrahlt der Raum in sanften Tönen. Die genaue Technik, die hinter dieser Zukunftstapete steckt, ist noch nicht genau geklärt und bleibt wohl das Geheimnis ihres Erfinders Jonas Samson. Hier könnten E-Ink oder organische LED`s zum Einsatz gekommen sein.

Die Technik, die hinter diesem neuartigen Bodenbelag steckt, beruht auf Elektrolumineszenz. Beim Betreten wird ein kleines elektrisches Feld erzeugt, das Licht produziert. Besonders praktisch ist dieser Leuchtboden beim nächtlichen Badbesucht, Licht einschalten erübrigt sich dann. Derzeit existiert Footlume lediglich als Prototyp, dürfte aber schon bald in den Handel kommen.

Mit Spannung sehen wir nun auf das Jahr 2010 – mal sehen, ob die umweltfreundlichen Erfinder wieder so viel (Un-) Sinn machen.

Judith Schomaker

Biogasanlage auf dem Handy

Genau wie das iPhone selber nehmen auch Anwendungen für selbiges stetig an Beliebtheit zu. Dass das Smartphone dabei für Biogasanlagenbetreiber hochinteressant sein kann, hat sich einer der führenden Biogasanlagenbauer auch gedacht und eine Software für die mobile Anlagenbedienung auf den Markt gebracht.

Bei PlanET spielt Komfort in der Anlagenbedienung eine wichtige Rolle, ebenso wie Unabhängigkeit und die Möglichkeit, eventuell auftretende Fehler im Anlagenbetrieb schnellstmöglich zu erkennen. Das im münsterländischen Vreden ansässige Unternehmen realisiert die gesamte Bandbreite aus dem Bereich der Biogastechnologie - von Konzeptionierung, Planung und Anlagenbau bis hin zu Service und biologischer Betreuung.

Weiterlesen

Klimaforschung made in Potsdam

Potsdam - eine sehr schöne Stadt. Man staunt über die zahlreichen und einzigartigen Schloss- und Parkanlagen aus der Zeit von Friedrich II. der Große. Neben den historischen Gebäuden findet man in dieser Stadt aber auch neuere Bauten, hinter deren Wänden zukunftweisend geforscht wird. Hier treffen sich die weltweit klügsten Köpfe - vom wissenschaftlichen Nachwuchs bis zum Nobelpreisträger.

Die Rede ist von dem Potsdam-Institut für Klimaforschung (PIK) und dem Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches Geoforschungszentrum (GFZ). Zu diesen Forschungsräumen kam Ende Juli 2009 das Institute für Advanced Sustainability Studies (kurz „IASS" genannt; zu Deutsch „Institut für herausragende Nachhaltigkeitsstudien") hinzu.

Hier können 50 Gast- und 30 festangestellte Wissenschaftler bis zu zwei Jahre an frei gewählten Themen im Forschungsrahmen des Institutes arbeiten. Unter anderem geht es um die Auswirkungen des Klimawandels, der Anpassung an Klimafolgen und der Emissionsminderung sowie der zukünftigen Energiegewinnung. Nach Angaben des GFZ-Chefs, Reiner Hüttl, soll das neue Forschungsinstitut sich nicht nur der klassischen Klimaforschung widmen und die langfristigen Veränderungen des Wetters untersuchen, sondern auch die Prozesse auf dem Planeten Erde erforschen, die Einflüsse auf das Klima haben.

Der ehemalige Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (1987-94) und Gründungsdirektor des IAAS Professor Klaus Töpfer äußert sich wie folgt zu dem gemeinsamen Ziel, das alle vereint, die in dem neuen Institut arbeiten:

„Es geht darum, das wissenschaftliche Denken zu vertiefen und Erkenntnisse der Wissenschaft im unmittelbaren Austausch mit Politik und Zivilgesellschaft umzusetzen. Nur so kann verhindert werden. Dass der Klimawandel den Menschen ihre Lebensgrundlage entzieht."

Töpfer will das neue Forschungszentrum somit als Scharnier zwischen Wissenschaft und Gesellschaft positionieren. In Zusammenarbeit mit den vorhandenen Instituten liegen hierfür optimale Bedingungen vor.

Laut Annette Schavan ist das neue Spitzenforschungsinstitut für Klimawandel die Chance Deutschland für die "internationale Wissenschaftselite" künftig noch attraktiver zu machen.

Ein sehr beruhigendes Gefühl, dass in einer historisch geprägten Stadt wie Potsdam nicht nur Geschichte geschrieben sondern auch an unser aller Zukunft gearbeitet wird.

Andrea Schlüter

An alle Zweifler

Schon wieder hat die Gewalt der Natur zahlreiche Menschenleben gefordert. Das Sturmtief Xynthia verschonte auch Deutschland nicht und brachte Tod, Verwüstung und Chaos. Nun mal ehrlich, wer jetzt noch am Klimawandel zweifelt, der scheint blind durch die Welt zu gehen, die Nachrichten zu ignorieren und sich in seinen vier Wänden zu verstecken. Oder aber den Klimawandel nicht richtig zu verstehen, so wie meine Tante. Zugegeben, sie ist schon etwas älter, vielleicht auch manchmal ein bisschen „durch den Wind“, aber ihr Verstand arbeitet einwandfrei. Den Klimawandel hat sie jedoch völlig falsch verstanden. Alles nur Politik und Verrücktmacherei, man müsse ja nur mal aus dem Fenster sehen, da würde man schon eines Besseren belehrt – oder warum war dieser Winter so extrem schneereich, wenn sich die Erde doch angeblich erwärmt?

Ganz einfach liebe Tante - und alle, die sich fragen, wo denn der Klimawandel bleibt - wir stecken mittendrin und all die Wetterextreme hängen zusammen. Hierzu zählen auch extreme Schneestürme, sie dienen kaum als schlagkräftiges Argument gegen die Erderwärmung. Das Klima entwickelt sich schließlich nicht innerhalb von ein paar Jahren, sondern über Jahrzehnte und Jahrhunderte. Von einer Pause bei der Erderwärmung durch den vorangegangenen, strengen Winter kann also kaum die Rede sein. Wenn man sich die neuesten Daten einmal anschaut, war das vergangene Jahrzehnt das wärmste seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen. Da ändert auch ein strenger Winter nichts dran.

Klimawandel bedeutet weitaus mehr als nur ein „klein wenig“ höhere Temperaturen. Wenn
wir unser Wohnzimmer nur um ein einziges Grad mehr aufheizen als sonst, nehmen wir das kaum wahr, die Natur hingegen hat bei einem solchen Temperaturanstieg ein großes Problem. Ja liebe Tante, das ist schwer vorstellbar, doch nur ein einziges Grad bedroht Inselstaaten im Pazifik durch häufig Überflutungen, lässt kleine Andengletscher verschwinden, von denen die Wasserversorgung von Millionen Menschen abhängt, lässt Korallen ausbleichen und Hochlandwälder aussterben und bringt zahlreichen Menschen den Tod, weil sich Schädlinge wie Malaria übertragende Mücken und gefährliche Zecken auch in anderen Breitengraden plötzlich pudelwohl fühlen.

Und das alles passiert nicht etwa in fernen Ländern, sondern betrifft auch Deutschland. Sturmfluten an der Nordsee, Hochwasser, extreme Wetterkapriolen mit Starkregen und Stürmen, die nicht nur die Ernten gefährden und vermehrte Waldbrandgefahr durch Hitzewellen. Das alles nur bei einem klitzekleinen Grad mehr auf der Skala! Geht es so weiter, liegt die prognostizierte Temperatur in der Mitte des Jahrhunderts im günstigsten Fall „nur“ um 0,5 Grad höher – wenn es schlecht läuft und wir weiter die Augen verschließen, wird ein Anstieg von zwei Grad angenommen. Dann aber können wir uns nicht mehr davon abwenden, die Folgen treffen jeden irgendwie. Das, liebe Tante, wirst du wohl nicht mehr erleben, aber deine Enkelkinder allerdings schon!

Judith Schomaker

Wasserstoff durch Sonnenlicht

Was für Kinder auf ihren Plastikautos noch funktionieren mag, stößt bei Fahrzeugen für Erwachsene schnell an Grenzen: Nur mit Wasser im Tank allein ist noch niemand weit gekommen. Anders sieht es beim CO2-freien Energieträger Wasserstoff aus, der mithilfe erneuerbarer Energie hergestellt werden kann. Wenn Wasserstoff zusammen mit einer Brennstoffzelle eingesetzt wird, erzeugt er Strom, der wiederum einen Motor antreiben kann. Und das Gute daran: Es kommt nichts als Wasserdampf aus dem Auspuff. Klimaschutz 100 Prozent, Mobilität auch.

Doch die Vision hat einen Schönheitsfehler - die Herstellung des Wasserstoffs selbst. Der ließe sich, so die ursprüngliche Idee, mithilfe von Strom aus Wasser produzieren. Der Strom für diese sogenannte Elektrolyse soll aus gigantischen Solarstromanlagen in der Wüste kommen, wie sie beispielsweise im Rahmen des Projektes Desertec geplaant sind. Doch energetisch ist diese Idee wenig zukunftsweisend.

Bevor das Wasserstoff-Zeitalter beginnen kann, muss daher ein energieeffizientes Verfahren entwickelt werden, um das Gas herzustellen. Und das ist deutschen Forschern vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) nun gelungen. Sie erzeugen im spanischen Almería mithilfe von konzentriertem Sonnenlicht umweltfreundlich Wasserstoff - ohne Umweg über die Elektrolyse.

Die Forscher nutzen das Solarturmkraftwerk der Plataforma Solar de Almería, die in den 1980er Jahren zur Erforschung der Solarenergienutzung gegründet wurde: Auf dem 100 Hektar großen Testgelände sind insgesamt rund 20.000 Quadratmeter Heliostatenfelder aufgebaut. Das sind Hunderte von Spiegeln, die sich computergesteuert so ausrichten, dass Sonnenlicht auf zentralen Empfängern konzentriert werden kann. Das fokussierte Licht fällt in 45 Metern Höhe durch zwei Quarzkristallgläser in das Herzstück der DLR-Anlage, den „Solarreaktor". Dieser ist mit einer Wabenstruktur aus Siliziumkarbid ausgekleidet - ein besonders temperaturbeständiges Material mit guter Wärmeleitfähigkeit.

Für die Wasserstoffsynthese haben die Forscher die keramische Wabenstruktur mit Eisenmischoxiden beschichtet. Heizen die konzentrierten Solarstrahlen den „Reaktor" auf 1.200 Grad Celsius auf, gibt die Beschichtung einen Teil des enthaltenen Sauerstoffs ab. Leitet man nun anschließend kühleren Wasserdampf über die Keramik, holt sich die Beschichtung den fehlenden Sauerstoff aus dem Wasser zurück - übrig bleibt Wasserstoff, der aus der Kammer strömt. Damit der Prozess kontinuierlich abläuft, haben die DLR-Forscher eine trickreiche Steuerung entwickelt: Eine der beiden Kammern wird jeweils auf 1.200 Grad hochgeheizt, um den Sauerstoff aus der Beschichtung zu bekommen, während in der zweiten Kammer bei 800 Grad der Wasserstoff erzeugt wird. Dann wird getauscht.

Im Großen und Ganzen sind die Forscher sehr optimistisch, was die Zukunft dieser Technologie betrifft: Im nächsten Schritt wollen sie eine Anlage mit einer Leistung von mehr als einem Megawatt bauen. Nicht in Spanien, sondern wahrscheinlich im heimischen Jülich.

Daniel Seemann