Algen kultivieren für den Klimaschutz

Es knistert an den Biotechnologie-Forschungsstandorten in ganz Deutschland. Die Algen sind im Kommen. Viel Hoffnung wird in den grünen Schleim, wie wir ihn sonst aus heimischen Gewässern kennen, gesetzt. Sie haben die Fähigkeit CO2 unter Einfluss von Sonnenlicht in Biomasse umzuwandeln - so weit so bekannt. Als phototrophe Organismen können sie allerdings das Sonnenlicht viel effizienter als Mais oder andere Energiepflanzen nutzen. Sie setzen also schneller „Fett" an.

Zudem nimmt die Algenproduktion im Vergleich sehr wenig Platz ein. Wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine, Farbstoffe und Fettsäuren sowie die Möglichkeit einer kontinuierlichen Ernte erhöhen die Attraktivität weiter. Algen werden vermehrt als nachhaltige und klimafreundliche Rohstoffquelle für Wertstoffe und Energie beworben. So interessieren sich große Energieversorger wie Eon und EnBW zunehmend für die Frage, wie denn Mikroalgen großtechnisch und wirtschaftlich hergestellt werden können.

Das Fraunhofer Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik in Stuttgart forscht gemeinsam mit der Subitec GmbH an Photobioreaktoren, mit Hilfe derer Algen ökologisch nachhaltig produziert werden sollen. Im Vergleich zu anderen Methoden, die einen hohen Energieaufwand bei Produktion und Ernte verursachen, wird mit dem Flat-Panel-Airlift-Photobioreaktor (FPA) sogar ein Nettoenergiegewinn erzielt. Soll heißen, es wird mehr Energie in der Algenbiomasse gebunden, als für deren Produktion aufgewendet werden muss - eine grundlegende Voraussetzung für die energetische Nutzung als Biodiesel oder Biogas. Über Treibstoffe aus Algen wurde an dieser Stelle bereits berichtet.

Für die Zukunft wird an einem ressourcenschonenden Verfahren gearbeitet, bei dem FPA-Reaktoren an Biogasanlagen gekoppelt werden. Die Algenproduktion wird so in einen nachhaltigen Prozess integriert, bei dem Abgas-CO2 aus dem Blockheizkraftwerk (BHKW) photosynthetisch genutzt wird. Weitere „Grundnahrungsmittel" wie Wasser und einige Nährstoffe (besonders Stickstoff und Phosphor) könnten zukünftig sogar aus Abwässern stammen, auch wenn aktuell ein Ammonium-Phosphat-Konzentrat verwendet wird. Aus den so produzierten Algen werden nach der Ernte die Wertstoffe extrahiert, die Rest-Biomasse wiederum zu Biogas vergärt. Der Kreislauf schließt sich nach der Verbrennung des Gases zur Strom- und Wärmeproduktion im BHKW.

Erste Pilotanlagen dieser Art existieren bereits. Bis 2011 will Subitec die Technologie weiter entwickeln. Der Energieaufwand für Algenproduktion und -ernte soll weiter gesenkt, das Wachstum der Algen noch optimiert werden. Es wird wohl noch ein paar Jahre dauern, bis die Technologie soweit ausgereift ist, dass Algen auf großen Flächen ökologisch und ökonomisch sinnvoll kultiviert werden können. Aber die Hoffnung bleibt: Irgendwann werden sie einen wichtigen Beitrag zur CO2-Reduktion leisten.

Ulrike Rosenfellner

Mit neuer Energie in die Zukunft

Die Branche der erneuerbaren Energien hat in den letzten Jahren eine erstaunliche Entwicklung erfahren. Neue Technologien verbessern stetig die Effizienz der regenerativen Energiegewinnung und schaffen Arbeitsplätze. So sind heute in jeder einzelnen Sparte von Bio-, Solar- und Windenergie mehr Mitarbeiter tätig, als in den Bereichen Braunkohle, Steinkohle und Kernenergie zusammen. Und immer mehr Menschen denken über eine eigene, erneuerbare Energienanlage nach.

Um sich einen Überblick über die innovativen Energietechniken verschaffen zu können, hat der diplomierte Maschinenbau-Ingenieur Sven Geitmann sein neues Buch „Erneuerbare Energien - Mit neuer Energie in die Zukunft" verfasst. Auf über 200 Seiten liefert er darin sämtliche Hintergrundinformationen über Solar-, Wind und Bioenergie, Geothermie und Wasserkraft. Darüber hinaus erklärt er die Funktionsweise innovativer Heizungsalternativen (Brennwerttechnik, Wärmepumpe, Kraft-Wärme-Kopplung, Brennstoffzelle) und gibt hilfreiche Tipps, sowohl über Fördermaßnahmen als auch zum Thema Energiesparen.

Mit Hilfe zahlreicher Graphiken und Tabellen gelingt es Geitmann, seine fachlich fundierte Zusammenfassung über erneuerbare Energien anschaulich darzustellen und Fakten übersichtlich aufzubereiten.

Das Buch richtet sich an alle, die sich ein eigenes Bild von der derzeit diskutierten Energiethematik machen wollen, um selbst entscheiden zu können, welche Technik am ehesten den jeweiligen Ansprüchen genügt. Es eignet sich für Studenten der erneuerbaren Energien genauso, wie für den interessierten Laien. Ein gewisses energietechnisches Verständnis sollte allerdings vorhanden sein, um den gebündelten Ausführungen folgen zu können.

Corinna Lang

Ein Meer aus Plastik

Er hat mittlerweile rund die vierfache Größe Deutschlands erreicht. Gigantisch, lautlos und mit unabsehbaren Auswirkungen auf unsere Umwelt treibt ein Strudel aus Kunststoffabfällen in den internationalen Gewässern des Pazifischen Ozeans. Im Sommer 2010 startet „Projekt Kaisei"seine zweite Expedition in ein Meer aus Kunststoff. Das Ziel: Erstmals werden die Auswirkungen dieser riesigen Umweltverschmutzung wissenschaftlich untersucht.

Seit Jahrzehnten wächst ein riesiger Strudel aus Plastikabfällen, bislang praktisch völlig unbeachtet, inmitten des Pazifiks. Da sich der Wirbel aus Kunststoff in internationalen Gewässern befindet, fühlt sich keine Regierung dafür zuständig. Wo keine Gesetze betreffend Müllvermeidung oder Müllentsorgung wirken, gibt es auch keinerlei Druck, den Ozean zu säubern.

„Projekt Kaisei" ist eine Non-Profit-Organisation, die von San Francisco und Hongkong aus tätig ist. Ins Leben gerufen wurde das Projekt von Doug Woodring, Mary Crowley und George Orbelian. Die Bemühungen konzentrieren sich dabei auf die Schaffung eines Bewusstseins für die teilweise katastrophale Situation unserer Weltmeere. Der Fokus der Forschungsarbeit liegt dabei auf einem riesigen Gebiet im Pazifischen Ozean, das bereits seit Jahrzehnten kontinuierlich verschmutzt wird. Dabei soll einerseits das Ausmaß der Verschmutzung erstmals untersucht und dokumentiert werden. Gleichzeitig werden die gewonnenen Erkenntnisse dazu herangezogen, um Lösungen für die Säuberung der Weltmeere zu erarbeiten.

Aktuell lassen sich die Umweltauswirkungen des zirkulierenden Plastikstrudels im Pazifik noch gar nicht richtig abschätzen. Eigenen Angaben zufolge ist Projekt Kaisei die erste wissenschaftliche Unternehmung überhaupt, die Schadstoffe aus Plastikmüll an der Meeresoberfläche erforscht. Dabei sollen die Einflüsse auf Organismen, die in mittlerer Tiefe leben, untersucht werden. Ebenso sollen neue Erkenntnisse über Ablagerungen auf dem Grund des Ozeans und die Auswaschung der Chemikalien aus den Kunststoffen gewonnen werden.

Wie schwer der Sachverhalt zu bestimmen ist, musste die Organisation bereits 2009 erkennen. Damals hatte das Team eine mehrwöchige Expedition mitten in den treibenden Teppich aus Kunststoff unternommen. Bei dieser ersten Forschungsfahrt konnten Woodring und sein Team feststellen, dass die Abfälle aus Plastik durch UV-Strahlung und die konstante Bewegung der Wellen brüchig werden. Das Resultat sind ausgewaschene, giftige Chemikalien und kleine Stücke aus Plastik, die vom ursprünglichen Abfall abbrechen und daher frei im Ozean treiben. Selbst in Wasserproben, die aus einer Tiefe von 200 Meter entnommen wurden, konnten diese schädlichen Kunststoffteilchen nachgewiesen werden. Teilweise fanden die Wissenschafter sogar eine größere Anzahl an Plastikstücken als an lebenden Plankton in ihren Proben vor.

Die erste Expedition konnte nachweisen, dass die Verschmutzung unserer Weltmeere bereits erheblich weiter fortgeschritten ist, als Satellitenaufnahmen oder ein Blick ins Wasser zeigen. Im Sommer 2010 startet die zweite Expedition in den nördlichen Pazifik. Dabei soll die Erforschung maritimen Abfalls weiter vorangetrieben werden. Gleichzeitig werden auch unterschiedliche Systeme getestet, welche das Einsammeln der Kunststoffabfälle auf hoher See in Zukunft überhaupt erst ermöglichen sollen.

Joachim Kern

Aktionswoche Klima & Finanzen: Impressionen

Die Aktionswoche „Klima & Finanzen" ist eine Initiative des Bundesumwelt-ministeriums, die Verbraucher und institutionelle Anleger dazu motivieren will, in „klimafreundliche" Geldanlagen zu investieren. Ob Häuslebauerkredit, grüne Lebensversicherung oder Beteiligungen an Solarparks, die gesamte Bandbreite der nachhaltigen Finanzprodukte soll in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden. Auf der Auftaktveranstaltung in Frankfurt diskutierten Vertreter der nachhaltigen Finanzbranche über Potenziale, Rahmenbedingungen und Herausforderungen dieses noch jungen Marktes.

Veranstalter der Auftaktveranstaltung war das Beratungsunternehmen Adelphi, das die Gäste in den Geschäftsräumen der KfW empfing. Axel Nawrath, Mitglied des Vorstands der KfW, sprach von zwei Perspektiven, welche die Veranstaltung habe: „Es geht um die Frage, warum der Verkauf nachhaltiger Geldanlagen noch nicht richtig funktioniert, aber auch darum, der Welt zu zeigen, dass es eine andere Art von Finanzdienstleistern gibt."

Dreh- und Angelpunkt der Diskussion war die Frage, ob nachhaltige Geldanlagen einen Einfluss auf die Minderung von Treibhausgasemissionen haben. Dieser Frage ist Adelphi im Rahmen einer Studie nachgegangen, die Walther Kahlenborn, der Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft, den Gästen vorstellte.

Die hohe Relevanz der Studie besteht darin, dass sie die Treibhausgasintensität herkömmlicher und nachhaltiger Geldanlagen vergleichbar macht - und dabei die gesamte Wertschöpfungskette der betreffenden Unternehmen berücksichtigt. Das Fazit: Die untersuchten Klima- und Umwelttechnologiefonds bewirken 35 Prozent weniger Emissionen als gewöhnliche Aktienfonds, während grüne Sparprodukte sogar eine Reduzierung um 66 Prozent bewirken.

Wie groß das CO2-Reduktionspotenzial ist, das hier zum ersten Mal beziffert wurde, wird deutlich, wenn man das gesamte Volksvermögen berücksichtigt: Von den 4,4 Billionen Euro an Geldvermögen, die von deutschen Verbrauchern angespart wurden, sind allein 1,3 Billionen in Vorsorgeprodukte investiert worden.

„Nicht einmal zehn Prozent dieses Anlagevolumens der Privatanleger in Deutschland wäre jährlich nötig, um den Investitionsbedarf zur Erreichung der deutschen Klimaziele bis 2020 finanzieren zu können," so das Ergebnis der Studie.

Dieses Szenario macht begreiflich, warum es seit einiger Zeit unter den Banken einen wahren Run auf nachhaltige Finanzprodukte gibt. Doch noch gibt es eine breite Kluft zwischen dem Wunsch, grüne Anleger zu gewinnen, und seiner Umsetzung.

Bernhard Engl von dem Schweizer Fondsanbieter Swisscanto sieht als Grund vor allem die noch mangelnde Reichweite seiner Branche: „Drei Viertel der Anleger wollen Nachhaltigkeit im Portfolio, es sind aber bisher nur 20 Prozent gefragt worden", bilanzierte er.

Für Nicolas Huber von DWS Investments ist die noch geringe Bedeutung des Marktsegments in der mangelnden Nachfrage begründet: „Wir hatten lange Zeit Unternehmen auf dem Schirm, die nachhaltig arbeiten, die wir aber in keinem Fonds unterbringen konnten, weil sie nicht hineingepasst haben."

Dr. Paschen von Flotow vom Finanzforum Klimawandel blies in dasselbe Horn: „43 Prozent aller Anleger sagen, dass sie gerne Finanzanlage unter Berücksichtigung von Klimaschutzkriterien vornehmen würden. Aber Sicherheit und Rendite sind ihnen immer noch wichtiger."

Auch die Grenzen des klimabewussten Investierens wurden von der Diskussionsrunde angesprochen. Stefan Löbbert, Leiter für Corporate Sustainability bei der Hypo Vereinsbank, verwies auf die Schwierigkeit, eine CO2-Analyse in allen Bereichen der Finanzierung durchzuführen: „Im Anlagebereich ist das noch machbar, aber im Kreditbereich müssen Sie bei jeder Finanzierung wissen, was da an CO2-Emissionen drin steckt. Wir suchen noch nach Methoden, wie man ein CO2-Preisschild an Finanzierungen dranhängen kann."

Diese Frage treibt fast alle der „grün gesinnten" Finanzunternehmen um und ist vielleicht die größte Stärke und Schwäche der hier beschriebenen Debatte. Denn von den Teilnehmern wurde hauptsächlich über die Reduzierung von CO2-Emissionen gesprochen, und nicht über Geldanlagen, die wichtige soziale oder ethische Ziele anstreben. Möglicherweise haben gerade diese Produkte  - zum Beispiel Fonds, die zur Lösung der Ernährungskrise beitragen oder die in soziale Einrichtungen investieren - eine genauso große Zugkraft bei den Verbrauchern wie der Klimaschutz. Dennoch ist die Aktionswoche „Klima & Finanzen" ein wichtiger Meilenstein, um nachhaltige Geldanlagen einer breiten Masse von Anlegern schmackhaft zu machen.

Birte Pampel

Der Junge, der den Wind einfing

Normalerweise fühlt man sich als Einzelner bei so gewaltigen Problemen wie Energieversorgung und Klimawandel eher macht- und hilflos. Doch immer wieder gibt es Menschen, die ganz alleine den Grundstein für eine Bewegung oder Veränderung schaffen. Eine solche Person ist William Kamkwamba.

Der heute 22-jährige William stammt aus Malawi in Südostafrika, einem Land in dem laut Amnesty International über 86 Prozent der Bevölkerung nur eingeschränkt Zugang zu Bildungseinrichtungen und Gesundheitsfürsorge haben. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 46,3 Jahren und die Ernährungslage ist kritisch.

Als Folge einer verheerenden Dürrekastrophe musste William 2001 die Schule abbrechen, da seine Familie das nötige Schulgeld nicht mehr bezahlen konnte. Aber William gab nicht auf und lernte mit Aufzeichnungen seiner Klassenkameraden und Büchern aus der Dorfbücherei weiter. Als er über die Vorlage zum Bau einer Windmühle stolperte, wagte er den Versuch, eine solche Anlage zu bauen, um Strom für das Haus seiner Eltern zu erzeugen.

Auf einem schwindelerregend hohen Turm aus Gummiholz bastelte er aus Fahrradschrott, einem alten Stoßdämpfer, einem Traktormotorteil, einem Kugellager aus einer Erdnussmühle und geschmolzenen PVC-Rohren als Rotorblätter, ein Windrad. Dieser Prototyp aus Müll brachte tatsächlich eine Glühbirne zum Leuchten und war gerade erst der Anfang. Der damals 14-jährige William verbesserte sein Windrad, erweiterte es um eine Batterie, um so den gewonnenen Strom zu speichern, und erhöhte die Stromleistung durch zusätzliche Solarmodule.

Mittlerweile hat jedes Haus in William‘s Heimatdorf Wimbe Licht durch eine solche Anlage. Windmühlen schöpfen Wasser und eine solarbetriebene Pumpe füllt die Wassertanks aus dem Dorfbrunnen.

William Kamkwamba ist nicht nur eine Berühmtheit in seinem Heimatland, seine Geschichte geht um die Welt. Dank eines Stipendiums studiert er in Johannesburg an der African Leadership. Er plant die Gründung einer Firma zum Bau von Windrädern in Afrika und sammelt auf seinem Blog williamkamkwamba.typepad.com Spenden für den Wiederaufbau seiner alten Grundschule. William hat auch ein Buch über seine Geschichte geschrieben, die deutsche Übersetzung „Der Junge, der den Wind einfing: Eine afrikanische Heldengeschichte“ erscheint voraussichtlich im April 2010.

Vor allem aber macht William Kamkwamba eines: Mut.

Matthias Schaffer

Biogas auf dem Vormarsch

Rund 660 Millionen Euro flossen allein im Jahr 2009 in den Bau von Biogasanlagen, 500 neue Anlagen schossen aus dem Boden und sind nun Teil der insgesamt 4.500 Biogasanlagen in Deutschland. Zwei Prozent des Gesamtstroms werden somit vom Biogas abgedeckt, in Niedersachen sorgen 700 Biogasanlagen dafür, dass sogar fünf Prozent des niedersächsischen Strombedarfs gedeckt sind. Nicht nur in Deutschland ist Biogas auf dem Vormarsch, sondern entwickelt sich auf der ganzen Welt zu einer wichtigen Säule bei der Lieferung erneuerbarer Energien. In der Schweiz wird seit einem Jahr Biogas aus der landesgrößten Biogasanlage in das Erdgasnetz eingespeist, in Österreich tüfteln Wissenschaftler an einer Möglichkeit, Traktoren mit Biogas zu betreiben. Und auch Entwicklungsländer hat die Technik mittlerweile erreicht, doch anders als bei uns, spielen Genehmigungsverfahren und eventuelle Konflikte mit der Natur dort eine untergeordnete Rolle.

Die Voraussetzungen für die Akzeptanz von Biogas könnten kaum günstiger sein, als in den so genannten Entwicklungsländern, wo ein Großteil der Bevölkerung Holz und Gas zum Kochen nutzt und insbesondere das dafür benötigte Propangas teuer kaufen muss. Zudem wird beim Kochen auf offenem Holzfeuer die Umwelt belastet, was angesichts des angeschlagenen Weltklimas nicht erstrebenswert ist.

Diese Mustervoraussetzungen haben sich das deutsche Projekt Ingenieure ohne Grenzen e. V. zunutze gemacht und eine Biogasanlage auf Samoa errichtet. Rund ein Drittel der Bevölkerung des Inselstaates im Südpazifik lebt von der Landwirtschaft. Doch aus der Landwirtschaft ergeben sich in Samoa auch schwerwiegende Probleme. So ist die Haltung von Tieren in Ställen fast nirgendwo anzutreffen, stattdessen bewegen sie sich frei in den Städten und Dörfern. Ihre Hinterlassenschaften „verlieren“ sie inmitten ebendieser, was ein hohes hygienische Risiko darstellt. Besonders Kinder sind von Krankheitserregern stark gefährdet und infizieren sich leicht durch die mangelnden hygienischen Voraussetzungen.

Durch das Projekt des 33-jährigen Bauingenieurs Chrisof Langguth wird die Bevölkerung Samoas nicht nur für den Umweltschutz sensibilisiert. Die Kleinstbiogasanlage in der Nähe der Hauptstadt Apia bringt den samoanischen Bauern gleich mehrere Vorteile! Zum Betrieb einer Biogasanlage wird das Vieh in Ställen gehalten, was die hygienischen Bedingungen um ein Vielfaches verbessert und das Krankheitsrisiko schrumpfen lässt. Zusätzlich lassen sich die Erträge aus der Landwirtschaft durch den Verkauf von Düngemitteln aus den Gärresten der Biogasanlage steigern. Hinzu kommt die Entwicklungshilfe aus dem EU-Topf, welche die samoanischen Landwirte finanziell entlastet und auch gesellschaftlich besser stellt. Entlastung finanzieller Art gibt es auch für die, durch den Betrieb der Biogasanlage eingesparten Kosten für Gas und einen Ausbau der lokalen Arbeitskräfte im Bereich Konstruktion, Betrieb und Wartung solcher Anlagen.

Das soll gewiss nur ein Anfang der Ingenieure ohne Grenzen sein, denn sie planen den Aufbau eines nationalen Biogas-Programms. Auch in Afrika unterstützen die Ingenieure verschiedene Projekte zum Ausbau erneuerbarer Energien. Mehr Informationen über die geplanten und bereits abgeschlossenen Umweltprojekte gibt es auf der Homepage der Ingenieure ohne Grenzen.

Judith Schomaker

Deutschland ein Wintermärchen

Der Winter hat Deutschland voll im Griff. Eisige Temperaturen, weiß getünchte Landschaften und spiegelglatte Straßen – nicht für alle ein Wintermärchen, denn vielerorts hatten Autofahrer mit den mangelnden Salzvorräten zu kämpfen. Sogar der sonst eher schneearme Norden hat in diesem Winter eine ordentliche Portion der weißen Pracht abbekommen.

In punkto Schnee- und Eismanagement mutierte Deutschland zum Entwicklungsland, einige Ortschaften waren dabei tagelang von der Außenwelt abgeschnitten. Es ist schon erschreckend, wie schnell man auch hierzulande den Naturgewalten ausgeliefert ist. Merkwürdig, dass sich noch niemand Gedanken dazu gemacht hat, eine Lösung für das Winterproblem mit seinen glatten Straßen und zahlreichen Unfällen zu finden. Winterreifen scheinen das einzige zu sein, was dazu beiträgt, unbeschadet von A nach B zu kommen. Trotzt verhängtem Bußgeld, sollte man aufgrund von Sommerreifen einen Unfall provozieren oder den winterlichen Verkehr behindern, scheint noch niemandem etwas wirklich sinnvolles eingefallen zu sein. Beheizbare Straßen zum Beispiel, bei Frost einfach anknipsen und schon schmelzen Schnee und Eis ganz von alleine. Das hätte dann gleich mehrere Vorteile, weniger Glatteisunfälle, keine Umweltbelastung durch Streusalz und Arbeitskräfte könnten auch noch eingespart werden.

Vielleicht war es diese Idee, welche die Entwickler von Solar Roadwaysdarauf gebracht hat, den herkömmlichen Straßenbelag durch befahrbare Solarpaneele zu ersetzen. Eine solare Fahrbahn, klingt eher nach Science Fiction, als nach Realität! Das ist es aber keineswegs, denn in den USA stieß die Idee des Firmengründers von Solar Roadways auf Gehör. Das amerikanische Verkehrsministerium unterstützt das Vorhaben mit 100.000 Dollar. Keine großartige Hilfe, bedenkt man die Kosten für eine der vier Meter Solarplatten von fast 7.000 Dollar, aber ein Anfang. Letztendlich würde die so präparierte Straße durch die integrierte Heizung nicht nur auf Knopfdruck schneefrei, sondern könnte auch noch ordentlich Strom produzieren, nämlich etwa 7,6 Kilowattstunden je Solarmodul täglich. Außerdem könnten die eingebauten LED`s zur Anzeige von Straßenmarkierungen und Warnhinweisen die Verkehrssicherheit zusätzlich verbessern.

Einen weiteren Pluspunkt sehen die Initiatoren dieser Idee in der Schaffung von Arbeitsplätzen, denn nur für die Endmontage einer einzigen Solarpaneele werden durchschnittlich zehn Arbeitsstunden benötigt. Hinzu kommen Arbeitsplätze in den Bereichen Wartung, Teileherstellung, Monitoring und Vertrieb - eine neue grüne Arbeiterwelle, die die Arbeitslosenzahlen mit einem Schlag erheblich reduzieren könnte. Traumhafte Aussichten, wäre da nicht die enorm kostspielige Umsetzung des ganzen Unterfangens. Warten wir also gespannt ab, inwieweit sich diese Idee durchsetzt. Vielleicht fahren wir in zehn Jahren nicht mehr auf asphaltierten Wegen, sondern bewegen uns auf leuchtenden Solarplatten durch die Landschaft.

Judith Schomaker

Auf ein Wort mit Amir Roughani

Für Klimaschutz und Nachhaltigkeit interessiere ich mich seit...

1996.

Die größte Herausforderung an meinem Job ist...

der Aufbau von nachhaltigen Strukturen.

Mein Motto lautet...

es gibt eine Lösung.

Der Umwelt zuliebe verzichte ich darauf...

Fleisch zu essen.

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Deutschlands erster Potenzialatlas für regenerative Energien

Auf einer Fläche von 357.104 Quadratkilometern müssen in Deutschland Industrie, Landwirtschaft und Wald, Wohn­ge­bäude und Verkehrswege Platz finden. Zunehmend beansprucht auch die Energie­gewinnung aus erneuer­­baren Energien Flächen - sei es durch Wind­parks, Energie­pflanzen oder Solaranlagen. Im Vorfeld der „Inter­natio­­nalen Grünen Woche" stellte die Agentur für Erneuerbare Energien den ersten Potenzial­atlas für regenerative Energien vor. In ihm ist der Flächen­ver­brauch von heute und bis zum Jahr 2020 für alle Sparten der erneuer­baren Energien be­rech­net. Wind- und Sonnenenergie, Biomasse, Wasserkraft und Geo­thermie erreichen bis dahin nach Branchenprognosen einen Anteil von 28 Prozent am Energieverbrauch.

„Der Atlas zeigt, welche Potenziale im Energieland Deutschland stecken - sei es auf dem Acker oder auf unseren Dächern und mit der Erdwärme sogar unter unseren Füßen", resümiert Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Die erneuerbaren Energien bringen viel Ertrag auf wenig Fläche", so Mayer weiter. „So kann beispielsweise die Windenergie an Land bis 2020 ein Fünftel des deut­schen Strom­be­darfs decken. Dafür benötigt sie aber nur etwa 0,75 Prozent der Landes­fläche."

Den größten Flächenbedarf hat traditionell die Bioenergie. Sie stellt im Jahr 2020 nach Branchenangaben etwa 15 Prozent der gesamten Strom-, Wärme- und Kraftstoffversorgung. Das bedeutet zwar einen Anstieg der heutigen Anbauflächen für die Energie­erzeugung von 1,6 Mio. Hektar auf 3,7 Mio. Hektar. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist dabei allerdings zu keinem Zeitpunkt gefährdet. „Trotz des steigenden Anteils der Bio­ener­gie gibt es jedes Jahr deutliche Überschüsse bei der Getreideernte in Deutsch­land und der EU", sagt Daniela Thrän vom Deutschen Bio­masse­­for­schungs­zentrum anlässlich der Präsentation des Potenzial­atlasses. „Die Produkti­vität in der Landwirtschaft steigt im Schnitt weiter an. Hinzu kommen Reststoffe wie Stroh, Gülle oder Restholz sowie brach­­liegende Flächen - das Potenzial bei Bioenergie ist also immer noch sehr groß", ist Thrän überzeugt.

Auch das Potenzial der Solarenergie ist noch weitgehend unerschlossen, wie der neue Atlas belegt. Nur 2,5 Prozent der geeigneten Gebäude­flächen werden bisher für Strom oder Wärme aus der Sonne genutzt. Solarparks auf Freiflächen belegen heute mit rund 1.700 Hektar nur etwa 0,005 Prozent der Landesfläche. Da diese Anwendung der Solar­techno­lo­gie zur Stromerzeugung schon heute vergleichsweise günstig ist, geht die Branche von einem Wachstum der Solarparks auf deutschlandweit zirka 10.000 Hektar bis 2020 aus. Das entspricht ungefähr der Fläche der Stadt Gelsenkirchen. „Solaranlagen können auf vorbelasteten Standorten Vorteile für den Umwelt- und Naturschutz bringen", erklärt Carsten Wachholz, Referent für Energiepolitik und Klimaschutz des Naturschutzbund Deutschland. „Solche Anlagen ermöglichen beispielsweise die Sanierung verunreinigter Böden auf ehemaligen Militärflächen. Bei Nutzung von Ackerflächen entsteht unter den Solarmodulen Grünland, das der Natur in einer intensiv genutzten Kulturlandschaft wichtige Rückzugsflächen bietet", so Wachholz weiter.

Um Nutzungskonkurrenzen auf Agrarflächen zu minimieren, stehen den Ge­­meinden zahlreiche Planungsinstrumente zur Verfügung. „Die kom­mu­­nale Bauleitplanung muss für die Ausgewogenheit der unter­schied­lichen Interessen Sorge tragen", sagt Wolfgang Zirngibl, Bürger­meister im niederbayerischen Ascha. Die Gemeinde verfügt über eine Bio­gas­­an­lage, ein Holzhackschnitzelkraftwerk und Solar­freiflächen. „Wir wollen uns voll­ständig mit erneuerbaren Energie versorgen. Dabei haben wir volle Entscheidungsfreiheit - von der Standortplanung über die Projekt­ent­wicklung bis zur Beteiligung unserer Bürger", so Zirngibl. „Wenn die Gemeinde richtig plant, kommt keine Flächennutzung zu kurz."

Agentur für Erneuerbare Energien

Kleine Projekte, große Wirkung

In letzter Zeit wird immer mehr von Umwelt und Umweltschutz gesprochen. Die meisten Unternehmen und fast jede Stadtverwaltung schreiben sich den Umweltschutz inzwischen sogar auf die Fahne. Viele dieser Gemeinschaften können durch die Umsetzung guter Ideen sehr respektable Ergebnisse vorweisen. Aber auch rein private Kleinprojekte, die nicht gleich Strom aus Afrika importieren, verdienen es, erwähnt zu werden.

So wurden zum Beispiel seit Oktober 1999 in Deutschland 760.000 Solaranlagen gefördert, wovon sich nur ein kleiner Teil im Besitz von Firmen oder Organisationen befindet. Die anderen, privaten Investoren haben sich aus ganz persönlichen Gründen für ihre Solaranlage entschieden.

Lokales Engagement

Im Landkreis Freising werden laut AndreasHenze,dem Mitautor des Buches „Strom von der Sonne" 47 Prozent des gesamten Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien gespeist. In einigen Freisinger Gemeinden werden sogar mehr als 100 Prozent des Eigenbedarfs durch Sonnenenergie, Geothermie, Biomasse und Wasserkraft erzeugt. Das lässt das Ziel des Freisinger Kreistages - bis 2035 den gesamten Landkreis mit erneuerbaren Energien (Wärme und Strom) zu versorgen - realistisch erscheinen.

Die Solarenergie erfreut sich bei den Freisingern besonders großer Beliebtheit. Alle Gemeinden des Landkreises sind in der Solarbundesliga registriert und erreichen dabei häufig sehenswerte Ergebnisse. So belegt zum Beispiel die Gemeinde Hohenkammer derzeit den 58. Platz von 1.512 Gemeinden im bundesweiten vergleich.

Wachstumshilfen

Erfreulicherweise wird der „Wildwuchs" von kleinen Umweltprojekten inzwischen vielfältig gefördert. Projekte wie die Solarbundesliga, die für Aufmerksamkeit und Anerkennung sorgen, sind ein hervorragender Dünger für Kleinprojekte und fördern die Motivation. Dank der staatlichen Förderungen steht den bereits gedüngten Projekten auch das nötige Wasser zur Verfügung. Denn häufig ermöglichen erst die Förderprogramme das effektive Engagement privater Umweltfreunde.

Mit gutem Beispielen Voran

Die Gemeinde Eching geht mit gutem Beispiel für ihre Bürgerinnen und Bürger voran. Am 01. Januar 2010 hat die Gemeinde einen Vertrag mit Eon über eine vollständig CO2-freie Versorgung von öffentlichen Gebäuden durch Strom aus Wasserkraft abgeschlossen. Eon erhält seitdem vermehrt Anfragen zu diesem Angebot.

Ein älteres Vorzeigebeispiel von 2003 ist die Schallschutz-Solarwand an der A92 bei Freising - damals mit 6.000 Quadratmetern die laut Hersteller größte Solarlärmschutzwand der Welt. Sie hat eine Leistung von 500 Kilowatt und produziert nach Auskunft der Stadtwerke Freising pro Jahr über 600.000 Kilowattstunden Strom. Durch ihre Unübersehbarkeit wirbt die Anlage für Sonnenenergie und trägt dadurch auch zum Ausbau der Erneuerbaren bei.

Fazit

Überall bergen sich Potenziale für erneuerbare Energien. Auch kleine Eigenheimprojekte sind nicht zu unterschätzen. In der Summe können sie viel bewirken - wie die 760.000 Solaranlagen, die seit 1999 ans Netz gingen. - Umweltschutz fängt Zuhause an.

Thomas Eibl

Tauziehen um die solare Zukunft

Gegen die Pläne der Bundesregierung für eine vorzeitige „Anpassung" der Solarstromvergütung mobilisierte die Münchner Umweltschutzorganisation Green City zusammen mit weiteren Umweltschutzverbänden die Münchner Bürgerinnen und Bürger. Auf dem Münchener Marienplatz warnten die Demonstranten vor den Folgen einer Kürzung im zweistelligen Bereich, die den deutschen Mittelstand hart trifft, einen massiven Rückschritt für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland bedeutet und in erster Linie den großen Energieversorgern und Befürwortern der atomaren- und fossilen Energieversorgung in die Hände spielt.

Münchner Bürgerinnen und Bürger machen mobil und senden ein klares Signal nach Berlin: „Sonne statt Atom und Kohle", so ihre bildstarke Botschaft an die Bundesregierung. Über einer großen Deutschlandkarte ging das Tauziehen um den Solarstandort Deutschland in die entscheidende Runde. Gegenüber den Entscheidungsträgern aus Politik, getrieben vom Einfluss der großen Energieversorgungsunternehmen, standen die Betroffenen aus der mittelständischen Solarbranche, wie Eigenheimbesitzer, Handwerker und Bauern. Diese wurde tatkräftig von der restlichen Bevölkerung unterstützt, die laut Forsa-Umfrage über eine hohe Zahlungsbereitschaft für die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien, insbesondere Solarenergie, verfügen.

Das große Potenzial des Solarstandorts Deutschland nutzen

Die Solarenergie leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und sorgt für ressourcenunabhängige, preisstabile und klimafreundliche Energieversorgung. „Deutschland gilt weltweit als führend im Bereich der Solarenergie und dieser Vorsprung geht jetzt verloren, wenn die mittelständischen Solarbetriebe in Deutschland durch diese abrupte Kürzung bei der Einspeisevergütung in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht werden.", so Dr. Christian Epp, Vorstandsmitglieder bei Green City e. V. Zugleich warnt er: „Wenn die Kürzungen tatsächlich im zweistelligen Bereich liegen, werden in Zukunft keine Qualitätsprodukte in Deutschland mehr verbaut, sondern Importprodukte wie PV-Module aus China." Zudem wird damit die Chance vergeben, den dezentralen Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern. Die Firmen, die sich nach diesen Einschnitten noch am Markt behaupten können, werden kein Interesse an kleinen Aufdachanlagen haben, sondern werden nur Großflächen auf Dächern und auf Freiflächen vorantreiben.

Aktiv werden für die solare Zukunft in Deutschland

Laut dem Bundesverband der Solarwirtschaft könnte Solarstrom bei unveränderten Bedingungen in drei bis vier Jahren mit konventionellem Strom preislich konkurrieren. Setzt sich die Bundesregierung mit ihrem Beschluss durch, wirft das die solare Revolution zurück und bedeute gleichzeitig die Renaissance der Atomkraft und Rückkehr zur Kohle. Daher ist es wichtig, dass alle Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung bekunden und die Initiative ergreifen, indem sie sich an die politischen Entscheidungsträger aus ihrem direkten Umfeld richten. Jede Stimme hilft.

Unterstützt wurde die Protestaktion vom Projekt21plus, Mütter gegen Atomkraft e. V. und WECF - Woman in Europe for a Common Future, dem CleanEnergy Project, dem Bund Naturschutz e.V. und David gegen Goliath e.V.

Green City e. V.

Salztolerante Nutzpflanzen - das Gemüse von morgen?

Eines der meist diskutierten Themen unserer Zeit ist der erwartete Anstieg des Meeresspiegels im Zuge der Erwärmung des globalen Klimas. Verschiedene Maßnahmen werden getroffen, wie das Verstärken von Deichen, das Erstellen von Notfallplänen und die Erwägung von Umsiedlungen von Inselbevölkerungen. Wann und wie hoch das Wasser steigen wird kann niemand genau vorhersagen. Aber dass es passieren wird, dessen ist man sich mittlerweile sicher.

Ich studiere in den Niederlanden, einem Land das sowohl mit dem steigenden Wasser zu kämpfen hat, da es zu großen Teilen ohnehin schon unter Normalnull liegt. Zum anderen ist es ein Land der Agrarwirtschaft und der Großteil der durch Überschwemmung gefährdeten Flächen wird landwirtschaftlich genutzt. Diese Flächen leiden bereits jetzt unter der sogenannten Versalzung. Salzwasser sickert ins Grundwasser und unter den Deichen hindurch. Konventionelle Nutzpflanzen werden dadurch geschädigt oder können überhaupt nicht mehr angebaut werden.

Da das Meer nun einmal stärker ist als der Mensch, schaut man sich nun nach Möglichkeiten um, das Problem in eine Chance umzuwandeln. Die mögliche Lösung heißt salztolerante Nutzpflanzen oder Halophyten. Pflanzen, die auf salzhaltigen Böden gedeihen können und als Nahrungs- oder Futtermittel nutzbar sind. Weltweit versucht man solche Gewächse zu züchten, sei es durch Kreuzungen existierender Pflanzen oder durch genetische  "Neukreationen".  Doch das Vorhaben gestaltet sich als schwierig. Obwohl es viele Halophyten verschiedenster Art gibt, wie zum Beispiel die Salzmiere (Honckenya peploides) oder der Strandaster (Aster tripolium), müssten mehr als ein Merkmal auf einmal eingekreuzt werden, was sich als schwierig erweist. Laut den Forschern Rozema und Flowers ist es noch ein langer Weg bis beispielsweise salztoleranter Reis oder salztolerantes Getreide auf dem Markt sind. Ihnen zu Folge können Bioingenieure auch nach 15 Jahren Forschung keine derartigen Sorten anbieten. Unsere derzeitigen Nutzpflanzen sind jahrtausendelang kultiviert und gezüchtet worden. Das soll mit den Halophyten nun innerhalb weniger Jahre passieren. Ein ehrgeiziges Unterfangen.

Doch es gibt nicht nur negative Ergebnisse. Auch einige der natürlich vorkommenden Gewächse sind ökonomisch intressant. Der Queller(salicornia bigelovii )wird zur Gewinnung von Öl angebaut und wirft etwa doppelt so viel Ertrag wie Sonnenblumen ab und auch die Salzaster wird als Salat oder Gemüse genutzt. Verschiedene Arten werden als Viefutter verwendet. Die Salzmelde (Atriplex Halimus) und die Salzakazie (Acacia salina) wurden unter anderem an Schafe und Ziegen verfüttert, die die salzhaltige Kost gut zu vertragen scheinen. Schon seit Jahrhunderten werden die Salzwiesen der Nordsee als Weideland für Rinder, Pferde und Schafe genutzt, die mit den dort wachsenden Pflanzen gut zurecht kommen.

Aber auch als Biomasse, zum Beispiel zur Energiegewinnung, bieten sich Halophyten, wie salztolerante Pappeln, an. Bei deren Aufforstung könnten ihr tiefreichenden Wurzeln zusäzlich zur Senkung des Grundwasserspiegels führen, was eine weitere Versalzung des Bodens verhindern könnte.

Und auch in den trockenen Gebieten der Erde können Halophyten eine Lösung für viele Probleme darstellen. In ariden Gebieten, also dort wo mehr Wasser verdunstet als niederschlägt, bleiben auf dem Boden Salze zurück und führen zur Versalzung. Salztolrante Pflanzen könnten den Bewohnern solcher Gebiete die Möglichkeit geben, ihr kostbares Süßwasser zu sparen und trotz saliner Böden Landwirtschaft zu betreiben.

Es wird deutlich dass Salztolerante Pflanzen ein hohes Potential haben als vielseitige Nutzpflanzen angebaut zu werden. Jedoch besteht auf diesem Gebiet noch ein hoher Bedarf an Forschung. Die Pflanzen können weltweit zur Lösung von Problemen beitragen, angefangen bei den von Überflutung bedrohten Niederlanden bis hin zu den trockenen Wüstenregionen der Erde. Da der Wasservorrat unseres Planeten zu zirka 96 Prozent aus Salzwasser besteht, wäre es durchaus sinnvoll, so viel wie möglich von dem kleinen nutzbaren Süßwasseranteil als Trinkwasser zu nutzen und nicht um trockene Böden zu wässern.

Carla Lange

Der "Umwelt-Umdenk-Prozess"

Wie sieht der Umwelt-Umdenk-Prozess nach internationalen Klimagipfeln und jahrzehntelanger Greenpeace Arbeit aus?

Manch einer ist in diesen Tagen des strengen Winters froh, sich an einem lauschigen Kaminfeuer zu erfreuen und wärmen. Doch viele tun dies nur noch mit einem schlechten Gewissen.

Der persönliche Umwelt-Umdenk-Prozess hat bei diesen Mitmenschen eingesetzt. Und täglich prasseln neue Impulse, kolportiert durch die Medien, auf den Einzelnen ein, mit Aufrufen, jeder möge für eine bessere CO2-Bilanz sorgen, und sei es durch Verzicht auf Tiefkühl-Kost, wie zum Beginn der gerade stattfindenden Grünen Woche in Berlin gefordert.

Aber wie sieht er denn nun aus, der Umwelt-Umdenk-Prozess?

Udo A. Heinrich zeigt es uns ganz einfach, ohne erhobenen Zeigefinger und ohne statistischem Zahlenwust. Und zwar an einem Bildnis eines überlebensgroßen, stilisierten Kopfs mit weißen Rändern auf blauem Grund, in dessen Hirnwindungen der Künstler uns einen Blick werfen lässt.

Zunächst fällt auf, dass „Öko" - so ist nach dem Titel der Arbeit der Name des abgebildeten Menschen - offensichtlich unter großen Atemproblemen leidet. Denn er trägt einen auffälligen Mund- und Nasenschutz. Dieser Leidensdruck scheint es auch zu sein, der ihn zum Umwelt-Umdenk-Prozess führt.

In der an ein Piktogramm erinnernden Darstellung ist zu sehen, wie die Gedanken um die Umwelt buchstäblich umher kreisen, hinein und hinaus aus den für die verschiedenen Wahrnehmungen zuständigen Hirnzonen scheinen sie zu eilen und so den Dialog zwischen Eindrücken von außen und eigenen Überlegungen des denkenden Menschen zu symbolisieren.

Künstlerisch dargestellt wird dieser Prozess durch mehrfarbige, bewegliche Spiralscheiben, angetrieben durch Tageslicht, das auf die auf dem blauen Untergrund rund um den Denker installierten Solarzellen trifft und so den Impuls zur Aktion gibt.

„Es ist schön, dass ein wachsendes Umweltbewusstsein beim Einzelnen zu beobachten ist", so Udo A. Heinrich, der Vorreiter beim Thema 'Kunst trifft Energie' ist, "aber mit dieser Arbeit aus meiner Aktion-Art-Serie ergeht ein erneuter Appell an die Adresse von Politik und Energiewirtschaft. Dies insbesondere nach dem letzten gefloppten Klimagipfel und solange Greenpeace darauf hinweist, dass die Stromversorgung in Deutschland nur zu etwas über 15 Prozent durch erneuerbare Energien abgedeckt ist.

ahpr

Das Für und Wider der Brennstoffzellen-Pkws

Seit Jahren wird mit hohem Aufwand an Brennstoffzellen für Autos geforscht. Ein Durchbruch der Wasserstofftechnologie ist allerdings noch nicht in Sicht. Nachdem es seit einiger Zeit relativ leise um die Brennstoffzellen-Autos wurde, wollen Industrie, Politik und Energieversorger die Entwicklung der Technologie nun wieder vorantreiben. Doch ist dieses Vorhaben überhaupt sinnvoll?

Energiewandler Brennstoffzelle

Die Brennstoffzelle nutzt das Bestreben von Wasserstoff (H2), zusammen mit Sauerstoff (O2) zu Wasser (H2O) zu reagieren, und wandelt so chemische Energie direkt in elektrische Energie um. Sie eignet sich, im Gegensatz zu konventionellen Kraftwerken, dazu, die Energieumformung ohne die Umwandlung in Wärme und Kraft zu erreichen und ist damit potenziell effizienter.

Vorteile der Wasserstoff-Autos

Im Auto erzeugt die Brennstoffzelle aus unter Hochdruck gelagertem Wasserstoff Strom, der einen Elektromotor antreibt. Dadurch sind die Autos relativ leise. Aus dem Auspuff kommen keine Schadstoffe, sonder nur zirka 55 Grad Celsius warmes Wasser. Ihren maximalen Wirkungsgrad erreichen Brennstoffzellen im Bereich zwischen 30 und 50 Prozent der Volllast. Da Fahrzeuge relativ selten im Nennbereich mit hoher Drehzahl, häufig jedoch im Teillastbereich gefahren werden, ist die Anwendung der Brennstoffzellen-Technologie hier besonders vorteilhaft.

Gegenüber klassischen Elektrofahrzeugen haben Brennstoffzellen-Fahrzeuge den Vorteil, dass sie in der Regel schneller sind und seltener beziehungsweise nicht stundenlang geladen werden müssen.

Wasserstoff-Technik noch im Hintertreffen

Doch das Betanken von Wasserstoff-Autos ist nach wie vor ein großes Problem. Es fehlt schlichtweg an Zapfsäulen. Außerdem liegt Wasserstoff nicht von Natur aus in Reinform vor. Er muss beispielsweise aus Erdgas über Dampfreformierung oder aus Wasser mittels Elektrolyse hergestellt werden. Diese Prozesse sind natürlich sehr energieaufwändig. Nur wenn die eingesetzte Energie regenerativ erzeugt wird, leistet die Brennstoffzellen-Technologie einen Beitrag zum Umweltschutz.

In Ihrem „Solarbuch" rechnen Walter Witzel und Dieter Seifried zudem vor, dass Wasserstoff, der mit einer regenerativ erzeugten Kilowattstunde erzeugt wird, beim Einsatz in einer Pkw-Brennstoffzelle zu einer Emissionsminderung von 190 Gramm Klimagasen gegenüber konventionellem Kraftstoff führt. Weil diese Kilowattstunde aber nicht ins Stromnetz eingespeist wird, müssen andere Kraftwerke mehr arbeiten, wodurch dort die Emissionen um 590 Gramm Klimagase ansteigen. So würde die Brennstoffzellen-Technologie bei unserem heutigen Versorgungssystem sogar für Mehremissionen an Treibhausgasen sorgen.

Fazit

Im Moment wäre es also wichtiger, dass sich Industrie und Politik für effizientere und abgasärmere Autos mit herkömmlichem Antrieb sowie für Entschleunigung und die Verlagerung auf öffentliche Verkehrsmittel einsetzen.

Corinna Lang

Geteilte Ansichten

In Sachen Windkraftanlagen scheiden sich die Geister mancherorts ganz erheblich. Nicht überall läuft es so reibungslos ab, wie in Nordhessen, denn hier hat die Landesregierung bereits beschlossen, dass künftig mehr Windräder gebaut werden dürfen. Ein Konzept mit dem auch die nordhessischen Bürgermeister gut leben können.

Künftig werden an Diemel- und Edersee noch mehr „Spargel“ in die Höhe ragen und für ordentlich sauberen Strom sorgen! Angst vor einer „Landschaftsverschandelung“ und einer damit verbundenen Touristeneinbuße hat hier kaum jemand. Schließlich sollen beispielweise die geplanten Windräder in Waldeck ein wenig in Deckung gehen und nicht gleich auf den ersten Blick ins Auge fallen. Sie sollen ganz dezent in bestehende Waldgebiete integriert werden, was nicht nur der Optik zuträglich sein soll, sondern gleichzeitig die wirtschaftliche Sicht stützt. Da eine durchschnittliche Windkraftanlage mindestens 100 Meter hoch ist, könne diese problemlos in die Forstwirtschaft eingebaut werden, ohne die Waldbewirtschaftung zu stören oder landwirtschaftliche Flächen zu verbrauchen. Außerdem ist auch eine touristische Nutzbarkeit nicht von der Hand zu weisen, etwa als grandioser Aussichtsturm. Aber auch herkömmliche Nutzflächen für Windkraftanlagen sehen die Verantwortlichen als Bereicherung, gerade für die ohnehin gebeutelten Landwirte. Eröffnet sich doch hierdurch eine lukrative Einnahmequelle für die Eigentümer der betroffenen Flächen.

Ganz anders sieht es hingegen im hohen Norden aus. Hier scheint sich der Kampf gegen die Windkraft zum reinsten Kollektivhobby zu entwickeln. Schulendorf, Klinkrade und Bälau erwarten mit Spannung die geplante Bürgerabstimmung, die sich so massiv gegen den Ausbau der Windkraft in ihren Orten wehren. Die Angst vor starker Lärmbelästigung und finanziellen Einbussen bei den Immobilienpreisen spielt hier bei einem Großteil der Bürger eine gewichtige Rolle, um sich gegen die Windkraft zu entscheiden. Auch die Beeinträchtigung der Umwelt, das allseits diskutierte „Vogelproblem“ und die "Verschandelung" der Landschaft gehören zu den vielen Argumenten gegen die Windanlagen. Dabei gilt es, genau abzuwägen, wo die Prioritäten gesetzt werden sollen. Dem Klimawandel begegnen und auf Dauer Natur und Umwelt schützen oder in einer „unverbauten“ Landschaft mit einer großen Vogelvielfalt leben – bis diese durch den Klimawandel unwiederbringlich zerstört wird?

Judith Schomaker

Solarboom wird ausgebremst

Das, was bereits im vergangenen Jahr in der Solarbranche gemunkelt wurde, soll im Frühjahr dieses Jahres nun endlich eintreten. Die Pläne der Bundesregierung, die Solarstromförderung zu kürzen, scheint dabei schon beschlossene Sache zu sein, wie die Nachrichtenagentur Reuters aus involvierten Kreisen erfahren haben soll. Das sorgt für entsprechendes Entsetzen in der Solarwirtschaft, was sich bereits am vergangenen Freitag durch deutliche Verluste der Solarwerte an der Börse bemerkbar machte. Allein die schon gültige, geplante Absenkung der Förderung in 2010 und 2011 um je zehn Prozent, würde schon jetzt die Branche ins Wanken bringen und gefährde große Teile der Solarwirtschaft. Insbesondere das Überleben kleiner Solarfirmen sei durch die Kürzung akut gefährdet.

Nach Meinung der Bundesregierung handele es sich in der Solarbranche um eine klare Überförderung. Durch das Erneuerbare-Energie-Gesetz erhalten die Betreiber von Solaranlagen einen festen Vergütungsbetrag je Kilowattstunde, der noch über dem Börsenpreis liegt. Mehrkosten werden vom Endverbraucher durch entsprechende Umlagen getragen. Das hält die Bundesregierung allerdings, angesichts der rasanten Marktentwicklung auf dem Solarsektor und entsprechender Senkung der Preise für Solarsysteme, für ein Unding. Nun soll das Bundeskabinett noch im Februar über die in der Vorlage von Umweltminister Norbert Röttgen geplante Absenkung der Solarstromförderung um 16 bis 17 Prozent im April dieses Jahres entscheiden. Verbraucherverbände hatten sogar noch höhere Absenkungen von bis zu 42 Prozent gefordert.

In der kommenden Woche will die Bundesregierung auch über weitere jährliche Kürzungen in Sachen Dach- und Freiflächenanlagen entscheiden. Demnach sollen sich die geplanten Kürzungen an dem Zuwachs neuer Solaranlagen orientieren. Je nach Größe kann sich dann die Förderung bei der Neuinstallation von Solaranlagen um 2,5 bis fünf Prozentpunkte absenken. Auch Freiflächenanlagen sollen entsprechend des Standortes von mehr oder minder hohen Kürzungen betroffen sein. So ist beispielweise im Gespräch, Freiflächenanlagen auf Äckern weniger hoch zu fördern, als Anlagen auf bereits vorbelasteten Flächen, wie etwa ausgedienten Militärgeländen. Eine Entwicklung, die deutsche Produzenten von Solarzellen auf den Plan ruft, deutlich an der Effizienz ihrer Maschinen zu arbeiten. Die Konkurrenz aus dem Ausland ist schließlich groß und überdies bereits mit neuesten Maschinen ausgestattet. Ob die Masse der Betriebe diesen Wandel, weg von traumhaften Gewinnmargen und hin zu einem Ausbau der Effizienz, überleben wird, steht allerdings in den Sternen. Eines wird allerdings schnell klar, das Überangebot an Solaranlagen dürfte sich durch diese Änderung schnell von selber erledigen, darüber hinaus auch das Regierungsziel, im Jahr 2010 die Arbeitslosenzahlen unter der vier Prozent-Marke zu halten.

Judith Schomaker

Briten bauen größten Windpark der Welt

Wer Ferien auf der britischen Insel macht, hat meist einen dicken Pullover und Regenjacke im Gepäck. Die heftigen Stürme machen das Königreich nicht gerade zu einem Urlaubsparadies. Doch jetzt wollen die Briten aus ihrem schlechten Wetter Kapital schlagen: Umweltfreundlicher Offshore-Windstrom soll bis 2020 rund ein Viertel ihres Energiebedarfs decken. Das Mammutprojekt in der Nordsee kommt auch deutschen Firmen zugute.

Der geplante Offshore-Windpark ist in vieler Hinsicht ein Vorhaben der Superlative: Vor der Ostküste Englands sollen Windkraftanlagen mit der ernormen Gesamtkapazität von 25 Gigawatt gebaut werden. Zum Vergleich: Die Leistung eines durchschnittlichen Atomkraftwerks liegt bei einem Gigawatt. Um diese unglaubliche Energieleistung zu vollbringen, drehen sich laut Plan der britischen Regierung schon bald 6.400 Turbinen in den rauen Gewässern der Nordsee. Der Windpark erstreckt sich dann auf eine Fläche von 8.600 Quadratkilometern – das Saarland würde hier drei Mal hineinpassen.

Bei der prestige- und gewinnträchtigen Ausschreibung haben die deutschen Energieriesen Eon, Siemens, RWE und Hochtief bereits Zuschläge erhalten. Eine besondere technische Herausforderung stellt dabei der Standort der Anlagen: Erstmals sollen Windräder in einer Entfernung von 195 Kilometern zum Festland errichtet werden. Dort liegt die Wassertiefe der Nordsee bei rund 50 Metern.

Der riesige Offshore-Windpark würde natürlich auch dem Klimaschutz zugute kommen: Mit seiner Hilfe will man dem Ziel der Europäischen Union näher rücken, den Ausstoß des Treibhausgases CO2 bis 2050 um 80 Prozent zu reduzieren. Gegenwärtig liefern regenerative Energieträger wie Wind und Sonne erst zwei Prozent des Strombedarfs im Vereinigten Königreich.

Mit dem 100 Milliarden Pfund-Projekt stellen die Briten selbst das deutsche Prestigeobjekt alpha ventus weit in den Schatten: Bislang ist der deutsche Offshore-Windpark nördlich der Insel Borkum weltweit der erste, in dem ein Dutzend Windkraftanlagen der fünf Megawatt-Klasse zum Einsatz kommen. Ihre Gesamtleistung beträgt mit 60 Megawatt knappe 0,2 Prozent der Kapazität des britischen Offshore-Projekts.

Timon Oberheide

Der nächste Urlaub kommt bestimmt

Die Weihnachtsferien sind vorbei, viele Familien wieder aus dem Winterurlaub zurück. Unvergessen sind wunderschöne Bergpanoramen genauso wenig wie kilometerlange Staus bei der An- und Abreise in die Wintersportorte der Alpen. Aber muss man das als unvermeidliche Begleiterscheinung des jährlichen Skivergnügens akzeptieren? Nicht unbedingt. 20 Urlaubsorte arbeiten zusammen an alternativen Mobilitätskonzepten für den Alpentourismus.

Für viele undenkbar, ist es doch möglich: Ohne Auto in den Skiurlaub reisen. Bekannte Wintersportorte wie Berchtesgaden, Bad Reichenhall oder das schweizerische Interlaken gehören neben Orten aus vier weiteren Staaten dem Verein der Alpine Pearls an. Sie alle  garantieren die Möglichkeit einer autofreien An- und Abreise per Bus oder Bahn. Zudem bietet jeder Ort weitere Fortbewegungsmöglichkeiten an, um autofrei an die Skipiste oder zu Wanderrouten zu gelangen. Dabei wird auch vor Innovationen nicht zurückgescheut, kann man doch in einigen „Perlen" Elektrofahrräder mieten.

Hinter der im Jahr 2006 gegründeten Kooperation steht vor allem die Idee des sanften, umweltfreundlichen Tourismus. Darüber hinaus wird das Engagement der Verantwortlichen noch von anderen Werten geprägt: Kulturlandschaften sollen erhalten, die alternative Energieversorgung ausgebaut und regionalspezifische Traditionen gepflegt werden. Und ganz klar, die gemeinsame Vermarktung mit einer umfassenden Kommunikationsstrategie sorgt für zusätzliche mediale Aufmerksamkeit. Die Alpine Pearls sind im fünften Jahr ihres Bestehens bereits Preisträger der Ecotrophea des Deutschen Reiseverbandes und des Energy Globe Awards des Jahres 2008.

Bei soviel Goodwill könnte man als Urlauber gleich noch versuchen eins draufzusetzen. Schon mal überlegt, anstatt Skizufahren, mal eine Schneeschuhwanderung zu machen oder sich im Langlaufen zu probieren? Die Natur würde es uns danken.

Ulrike Rosenfellner

Green-Economy.de: das unabhängige Nachhaltigkeitsportal

Sebastian Höft, der Gründer und Geschäftsführer von „Green-Economy.de", im Gespräch mit dem CleanEnergy Project. Das Informationsportal konzentriert sich auf die Bereiche erneuerbare Energien und Umwelttechnologien. Unsere Gesprächsthemen: die Schwerpunkte der Plattform und neue Trends auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit.

Das Portal bietet Hintergrundinformationen über Ökologie, Ökonomie und Nachhaltigkeit. Gleichzeitig agiert es als Vermittler für Kontakte in den Bereichen Business-to-Business und Business-to-Customer.

Herr Höft, das von Ihnen und Herrn Seidel ins Leben gerufene Portal bietet sehr viele Informationen. An welche Zielgruppen wenden Sie sich?

In den letzten Jahren hat sich national und international das Bewusstsein auf nahezu allen Ebenen der Politik und Gesellschaft enorm gewandelt. Gerade die ökonomische Bedeutung der Umwelttechnologien dringt zunehmend ins allgemeine Bewusstsein. Insbesondere die Umweltwirtschaft ist gerade in den etablierten Volkswirtschaften ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geworden. Daher haben Herr Seidel und ich das Portal Green-Economy.de erschaffen: für Großunternehmen und mittelständische Unternehmen, private und institutionelle Investoren, aber auch für Universitäten und politische Einrichtungen.

Wir möchten ein möglichst breites Spektrum des Marktes abbilden, um unsere Zielgruppen über aktuelle Marktinformationen und Marktveränderungen, technologische Entwicklungen und Produkte aus der ökologischen Branche zu informieren. Vor allem dem fachkundigem Publikum bieten wir durch unser innovatives Chart Tool zur Anzeige der Preise für Strom, Gas und Carbon Credits einen nachhaltigen Mehrwert und Überblick über die Energiemärkte Europas.

Welche Vorteile ergeben sich daraus für den Business-to-Business Bereich?

Das Besondere liegt in der Mischung; unserem einzigartigen Gesamtportfolio aus Wirtschafts- und Finanzmarktkommunikation. Wir betrachten Kommunikation nicht singulär, sondern als Matrix unterschiedlicher Komponenten. Diese bestehen aus der redaktionellen Betreuung, der werblichen Integration sowie der vertrieblichen Unterstützung im Business-to-Business Bereich. Von der Ansprache sehr spezieller Zielgruppen bis hin zu General-Interest-Medien oder vertriebsunterstützenden Maßnahmen im direkten Kundenkontakt können wir eine Vielzahl an Möglichkeiten aufzeigen und gemeinsam nutzen.

Im Hinblick auf die interdisziplinäre Kompetenz im Netzwerk schaffen wir somit Treffpunkte, wo handelnde Personen und Unternehmen mit diesen verschiedenen Kompetenzen zusammen kommen, sich austauschen, gemeinsame Projekte vereinbaren und ihr individuelles Netzwerk aufbauen und erweitern können.

Wie sieht es mit dem Segment Business-to-Customer aus? Welchen Nutzen hat der Konsument?

Wir bieten dem Endkunden oder Konsumenten ein reichhaltiges Spektrum an Informationen, Marktberichterstattungen, Expertenmeinungen und vor allem nachhaltigen Produktlösungen. Über zwei Jahre haben wir den Markt der „Green Economy" beobachtet und immer wieder festgestellt, dass viele Plattformen beziehungsweise Portale sehr einseitig oder ausschließlich themenspezifisch informieren. Dabei kristallisierte sich heraus, dass insbesondere Privatpersonen nicht nur die Aspekte des „grünen Daumens" aufgezeigt bekommen wollen, sondern vielmehr die ökonomischen Aspekte der Umwelttechnologien etc. im Vordergrund stehen.

Daher haben wir es uns zum Ziel gesetzt, unseren Usern neben täglichen News auch Experten des Marktes näher zu bringen, Transparenz über die Energiemärkte zu schaffen und auch Lösungen in Form von Produktanbietern oder Dienstleistern zu bieten. Nicht zuletzt stellen wir Konsumenten ein attraktives Medium zur Verfügung, das Sie von Beginn an über unsere Community in Anspruch nehmen, um sich im Markt eine Stimme zu verschaffen.

Welche Zwischenbilanz ziehen Sie sechs Monate nach dem Start der Plattform? Was war Ihr bisher schönster Erfolg?

Wir merken, dass wir mit unseren exklusiven Inhalten und der Mischung von Unternehmen, Privatpersonen und gestandenen Mitgestaltern der Green Economy genau ins Schwarze getroffen haben, und dieser interessante Mix soeben eine tolle Eigendynamik erlebt. Wir freuen uns besonders über die gewonnen Partner, die uns in unserem Bestreben, ein Teil der weltweiten Green Economy zu sein, unterstützen und die Reichweite unseres Hauses maßgeblich erweitern. Um allen Usern auch einen spannenden Ausblick für 2010 zu geben, möchte ich vorweg nehmen, dass wir hochkarätige Experten und Unternehmen auch in diesem Jahr als Partner begrüßen dürfen.

Der bisher schönste Erfolg unseres Unternehmens war der erste Tag, an dem wir online gegangen sind. Alle Ideen, Gedanken und Vorbereitungen wurden sichtbar und legten den Grundstein, der uns und unser Team nach wie vor immer wieder aufs Neue inspiriert.

Welche neuen Trends erkennen Sie auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit? Welche Auswirkungen haben diese auf die zukünftige Entwicklung Ihres Nachhaltigkeitsportals?

Grundsätzlich ist der Trend dahin zu erkennen, dass immer mehr Unternehmen, vor allem von Familien geführte Unternehmen, nachhaltige Managementansätze verfolgen. Dieses spiegelt sich in unterschiedlichen Facetten der Wirtschaft wieder und wird in den kommenden Jahre an Bedeutung gewinnen. Ich denke, dass zwar viel über den Klimaschutz und innovative Umwelttechnologien gesprochen wird, die Allgemeinheit jedoch einen größeren Drang zur Corporate Social Responsibility (CSR) hat.

Im Zusammenspiel zwischen den Kernansätzen der CSR und den politischen als auch den unternehmerischen Ansätzen im Klimaschutz und dem Voranbringen der Umwelttechnologien wird das Wachstum, auch jenes unseres Portals, liegen.

Herr Höft, herzlichen Dank für das Gespräch.

Unser Tipp: Die Community auf Green-Economy.de ermöglicht einen einfachen und direkten Zugang zu Experten, Insidern und Interessierten.

Joachim Kern

Ende der Märchenstunde

Wer hätte das vor 20, 30 Jahren gedacht, dass wir einmal die Welt mittels unseres Konsums verbessern können?! Doch die Lohas belehren uns eines Besseren - sie scheinen es tatsächlich zu denken.

Der Begriff Lohas steht für Lifestyle of Health and Sustainability und bezeichnet einen Lebensstil oder Konsumententyp, der durch sein Konsumverhalten - beliebt sind Natur-, Outdoor oder Wellness-Urlaube, Bioläden, Slow Food sowie Fairtrade- und Naturtextilien - Gesundheit und Nachhaltigkeit fördern möchte.

In Ihrem Buch „Ende der Märchenstunde - Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt" rechnet Kathrin Hartmann nun mit dem „neogrünen Shopping-Trend" ab. Auf äußerst unterhaltsame Weise und anhand gründlich recherchierter Fakten räumt die Autorin mit dem „Befindlichkeitsumweltschutz, der nicht wehtut oder gar einschränkt, der nicht nach allgemeingültigen Lösungen sucht, sondern individuelle Erlösung verspricht", auf.

Hartmann wirft den Lohas vor, ihr gekauftes gutes Gewissen entbinde sie von jeglicher gesellschaftlicher Verantwortung und stille ihr ganz persönliches Harmoniebedürfnis, mit sich und der Welt im Reinen zu sein. Auf die Lösung der Weltprobleme habe dies allerdings überhaupt keinen Einfluss - und auch nicht auf das Klima.

So führt beispielsweise die in Europa und Kanada stark gestiegene Nachfrage nach indischen Öko-Waschnüssen dazu, dass sich in Indien der Preis für die Nüsse vervielfacht und die Inder auf billige und aggressive Waschpulver, die die Gewässer verschmutzen, zurückgreifen müssen.

Der strategische Konsum, desillusioniert Hartmann, sei bei Weitem nicht so einfach, wie Öko-Konsum-Portale - besonders die beiden Internetportale utopia.de und karmakonsum.de bekommen ihr Fett weg - und Ratgeberbücher zur Weltrettung durch Konsum behaupten. Damit gezielter Konsum überhaupt eine Wirkung habe, müsse er stattdessen mit politischen Forderungen verknüpft werden.

Neben den Lohas werden auch Unternehmen, die gerne auf ihre Corporate Social Responsibility (CSR) hinweisen, in Kathrin Hartmanns Buch nicht verschont. Corporate Social Responsibility beschreibt das freiwillige Engagement der Unternehmen, sich für soziale und ökologische Belange einzusetzen. Dass dieses meist nicht mehr ist als Imagepflege, zeigt Hartmann an vielen eindrücklichen Beispielen auf und argumentiert:

„CSR ist ein freiwilliges Instrument ohne Rechtsgrundlage. Man kann es von Unternehmen nicht einfordern. Nur deshalb bekennen sich so viele dazu." Die Privatwirtschaft „zieht die Konsumenten - denen sie außerdem die Dienstleistung 'Konsum mit gutem Gewissen' anbietet - auf ihre Seite und erweckt den Eindruck, dass sie selbst viel mehr unternimmt, als der Gesetzgeber verlangt. Die Privatwirtschaft lenkt so die Aufmerksamkeit der Bürger von dringend notwendigen Reformen ab, indem sie so tut, als wüsste sie am besten, was gut ist für die Gesellschaft."

Kathrin Hartmanns „Ende der Märchenstunde" öffnet dem Leser die Augen. Wer also bereit ist, die Konsequenzen seines eigenen Verhaltens genauso zu hinterfragen, wie die Absichten, die hinter dem Verhalten der Wirtschaftsunternehmen stecken, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

Corinna Lang

Mobilität statt Automobil

Das Auto verliert für junge Erwachsene allmählich seine Rolle als Statussymbol. Besonders in Großstädten setzen die jungen Leute auf andere Mobilitätsangebote. So waren im vergangenen Jahr nur noch sieben Prozent aller Neuwagenkäufer zwischen 18 und 29 Jahre alt. Vor zehn Jahren lag ihr Anteil noch bei etwa 17 Prozent. Die ersten Hersteller versuchen nun, sich diesem Trend anzupassen und testen neue Geschäftsmodelle.

car2go

Seit Ende Oktober 2008 läuft in Ulm die erste Pilotphase des von der Daimler AG entwickelten Mobilitätskonzepts „car2go". Hierbei stehen im gesamten Stadtgebiet flächendeckend smart fortwo-Fahrzeuge bereit, die rund um die Uhr von jedem Interessenten gemietet werden können. Nach einmaliger, kostenloser Registrierung haben die Kunden die Möglichkeit, spontan oder mit Vorbuchung auf die Fahrzeuge zuzugreifen und diese beliebig lange zu nutzen. Dabei sieht das Konzept vor, dass innerhalb weniger Gehminuten immer zuverlässig ein freies Fahrzeug bereit steht. Der Kunde steigt ein, kann sofort losfahren und stellt den Mietsmart nach Fahrtende einfach auf einen gebührenfreien Stellplatz innerhalb des Stadtgebiets zurück. Die anfallenden Kosten einer Leihe belaufen sich auf 19 Cent pro Minute inklusive Nebenkosten. Wer das Auto den ganzen Tag nutzt, zahlt maximal 49 Euro.

Innovation aus Frankreich

Peugeot will vom Autobauer zum Mobilitätsanbieter werden. Mit dem Projekt „µ" (gesprochen „mü") macht das Unternehmen den ersten Schritt in diese Richtung. Peugeot-Händler, die an dem Projekt teilnehmen, bieten neben Verkaufsobjekten auch Autos, Fahrräder und Motorroller zum Mieten an. Wer einen Roller ausleihen möchte, zahlt 17 Euro pro Tag. Für einen Kleinwagen fallen Gebühren in Höhe von 56 Euro am Tag an, für Fahrräder fünf Euro. Während das Projekt in Berlin, London, Rom, Madrid und Amsterdam erst bis Mitte des Jahres an den Start gehen soll, wurde es im Peugeot-Heimatland Frankreich bereits in Paris, Brest, Nantes, Rennes und Lyon eingeführt.

Vorteile für die Umwelt

Für die Umwelt haben derartige Mobilitätskonzepte klare Vorteile. Um die eigenen Kosten möglichst gering zu halten, haben die Hersteller ein Interesse daran, möglichst langlebige sowie wartungs- und entsorgungsfreundliche Fahrzeuge zu fertigen. Außerdem bemühen sie sich, die Anzahl der im Gebrauch befindlichen Autos auf ein Minimum zu reduzieren und Fahrzeuge mit möglichst geringem Spritverbrauch zu bauen.

Global Entlastung bleibt aus

In der Praxis bedeutet die Zunahme solcher Mobilitätskonzepte in autoreichen Ländern allerdings erst einmal keine globale Umweltentlastung. Denn wie das Onlinemagazin der Financial Times Deutschland zeigt, werden die noch weniger stark ausgeprägten Automärkte in Indien, Russland, China, Vietnam, Brasilien, und der Türkei den nächsten Jahren extrem boomen.

Corinna Lang

Are you scared yet?

I know. Everybody keeps saying that we will not change anything by scaring people. But how do YOU feel when you read the special issue in the Proceedings of Natural Academy of Sciences on tipping elements?

Don't scare people. Instead, make them curious, enthusiastic, encourage their sense of worth, but most of all point out their ability to make money. If people can make money off the business of climate change and clean energies, then they will for sure be enthusiastic to act.

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Leben im Sonnenzeitalter

Ein weltweit einzigartiges Umweltprojekt feiert in diesem Frühjahr seinen ersten Geburtstag. Dem Vorzeigeprojekt einer kleinen österreichischen Gemeinde ist eine Aufmerksamkeit zuteil geworden, die nicht nur der Umwelt zugute kommt, sondern gleichzeitig ihre eigene Wirtschaft fördert und sich zum Touristenmagneten entwickelt.

Das im Frühjahr 2009 unter dem Namen „Klimaschutz Gleisdorf – Leben im Sonnenzeitalter“ gestartete Projekt unseres Nachbarlandes zeigt eindrucksvoll, was Menschen bewirken können, wenn alle mit anfassen! Initiiert von der Feistritzwerke-STEWE AG und den Gleisdorfer Stadtwerken, kommt dabei tatkräftige Unterstützung von der Stadtgemeinde Gleisdorf, dem Citymanagement und deren Mitgliedsbetrieben, Vereinen und Organisationen, sowie der Bevölkerung der 5.555 Einwohner zählenden Stadt in der Steiermark, um die ehrgeizigen Ziele zu verwirklichen. Bis 2015 sollen nämlich 25 Prozent der Wärmeleistung und 100 Prozent des Strombedarfs mittels erneuerbarer Energien erzeugt und dabei noch 20 Prozent Energie und CO2 eingespart werden.

Bereits 1998 stand das neue Wahrzeichen der Stadt Gleisdorf ganz im Rahmen der Erneuerbaren. Der vom österreichischen Künstler Hartmut Skerbisch entworfene „Solarbaum“ trohnt am Hauptplatz und dient als zentraler Punkt der „Straße der Solarenergie“. Ganz nebenbei produziert das Kunstwerk auch noch jede Menge Strom – 6.650 Kilowattstunden im Jahr! Aber damit geben sich die Gleisdorfer noch lange nicht zufrieden! Auf einer Länge von 3.500 Metern sind bereits 5 Millionen Euro in den Ausbau solarer Energiegewinnung geflossen. Die öffentlich zugänglichen Solarobjekte entlang der Straßen vom Bahnhofsvorplatz bis in die Innenstadt von Gleisdorf werden für die Bereiche Kunst, Licht, Kommunikation, Werbung und Verkehr eingesetzt. Die derzeit etwa 200 Sonnenkraftwerken sollen im Rahmen des Projekts jedoch bis zum Jahr 2015 noch einmal ordentlich aufgestockt werden.

Geplant ist ein Ausbau der Sonnenkollektoren auf 7.750 Quadratmeter und einer Photovoltaik-Leistung von 750.000 Watt. Hinzu kommen 300 Elektrofahrzeuge mit 10 Solartankstellen, aber auch Biomasseheizwerke, Niedrigenergiehäuser und die Neudämmung von Altbauten steht auf dem Plan. Selbst die Straßenbeleuchtung soll bis dahin rund 50 Prozent energiesparender arbeiten. Das alles funktioniert aber nur, weil die Basis hinter dem Projekt sehr breit gefächert ist und Organisationen, Vereine und Bürger gemeinsam an einem Strang ziehen.

Bislang konnte das Bestreben, Solarhauptstadt Österreichs zu werden, was schon seit der steirischen Landesausstellung unter dem Thema Energie 2001 von den Gleisdorfern ins Auge gefasst wird, gute Erfolge verbuchen. Im November letzten Jahres wurde Gleisdorf gar zu „Österreichs Klimaschutz-Gemeinde 2009“ gekürt, ein Wettbewerb des Lebensministeriums und des österreichischen Gemeindebundes, welcher den Glandorfern einen Scheck in Höhe von 18.000 Euro einbrachte. Nur ein Taschengeld im Vergleich zu dem, was die Verwirklichung der geplanten Vorhaben bis 2015 einbringen könnte – nämlich satte 35 Millionen Euro und jede Menge Impulse für Wirtschaft, Bevölkerung und nicht zuletzt für die Umwelt.

Judith Schomaker

Wie viel CO2 nehmen die Ozeane noch auf?

Forscher haben eine Technologie entwickelt, mit der sie großflächig die CO2-Aufnahme der Ozeane messen können.

Trotz kaltem Winter schreitet der Klimawandel schier unaufhaltsam voran, die CO2-Konzentration steigt, und die Wissenschaftler befürchten eine globale Katastrophe, wenn wir nicht rechtzeitig unsere Emissionen reduzieren. Eine große Unbekannte dabei ist, wie viel Zeit wir noch zum Handeln haben.

Bisher haben uns die Ozeane unter die Arme gegriffen, indem sie jährlich riesige Mengen von CO2 absorbieren. Dadurch wird der Anstieg des atmosphärischen CO2 verringert, gleichzeitig bewirkt die starke CO2-Aufnahme jedoch auch, dass die Meere immer mehr versauern, mit möglicherweise katastrophalen Auswirkungen auf die Tierwelt der Ozeane (und dadurch auch auf den Menschen).

Wissenschaftler befürchten schon seit einiger Zeit, dass die CO2-Aufnahme der Ozeane bald gesättigt sein könnte. Eine Abnahme der CO2-Aufnahme wurde schon vor zwei Jahren im Südpazifik gemeldet. Dabei ist unklar, ob sich  eine solche Abnahme auch in anderen Teilen der Weltmeere stattfindet. Würden die Ozeane großflächig weniger CO2 als bisher absorbieren, dann müßten wir mit einer noch drastischeren Zunahme der atmosphärischen CO2-Konzentration rechnen.

Eien Art Frühwarnsystem haben nun Wissenschaftler der Universität von East Anglia entwickelt. Schiffe werden mit Messgeräten ausgestattet, sodass großflächig und über lange Zeiträume hinweg die CO2-Konzentration der Meere gemessen werden kann. Damit entwickeln die Wissenschaftler einen riesigen Datensatz, der uns tiefere Einblicke in die zeitliche und regionale Variabilität der CO2-Absorption der Weltenmeere geben wird.

Hoffen wir, dass wir nicht zu bald unangenehme Überraschungen bekommen werden.

Maiken Winter

Quelle: ScienceDaily

Eiszeit statt Erderwärmung?

Die aktuelle Wetterlage nährt derzeit die Argumente der Skeptiker des Klimawandels ganz erheblich. Von Erderwärmung ist momentan kaum etwas zu spüren, eher das Gegenteil ist der Fall. Deutschland und viele weitere Länder versinken im Schnee, in einigen Gebieten wurde gar der Katastrophenalarm ausgelöst. Hamstereinkäufe lassen die Ladenregale anmuten, wie in Szenarien aus Hollywoodfilmen, Stromausfälle durch beschädigte Leitungen sind keine Seltenheit - ganz Deutschland spürt den eisigen Hauch des Winters. Droht uns nun vielleicht anstatt der Erderwärmung eine neue Eiszeit?

Wenn es nach dem russischen Astronom Khabibullo Abdusamatowgeht, so sind das die Anfänge einer neuen kleinen Eiszeit. Schon vor zwei Jahren prophezeite er eine globale Abkühlung der Erde, die wir in der Mitte des 21. Jahrhundert zu spüren bekommen sollen. Grund soll die träge Aktivität der Sonne sein, die im Jahr 2041 ihren Höhepunkt erreichen wird. Doch erst im Jahr 2055 soll uns die volle Wucht der kleinen Eiszeit treffen, denn durch die thermische Trägheit der Ozeane, die noch über im Wasser gespeicherte Wärme verfügen, werden die Auswirkungen der Sonnenträgheit um einige Jahre verzögert. Genau wie Abdusamatow ist auch sein belgische Kollege Dirk Callebaut der Überzeugung, dass sich die Erde abkühlt, anstatt zu erwärmen.

Kleine Eiszeiten sind in der Erdgeschichte keineswegs selten, Schuld daran ist der 200-jährige Sonnenzyklus, der die von der Sonne auf die Erde gestrahlte Energie auf Minimalwerte schwinden lässt – eine weltweite Erdabkühlung mit regionalen und zeitlichen Schwerpunkten. In den Jahren 1645 bis 1715 wurde das letzte Minimum verzeichnet, in denen sich sehr kalte und lange Winter mit niederschlagsreichen, kühlen Sommermonaten abwechselten. Die Folgen überall spürbar: kürzere Vegetationszeiten, schlechte Ernten und Hungersnöte. Nicht selten führte das Klima zu sozialen Spannungen. So soll einst auch die französische Revolution ihren Nutzen aus dem kühlen Klima gezogen haben. Seit 1850 entspannte sich die Klimalage allerdings wieder und es wurde zunehmend wärmer auf dem Globus.

Nur geringe Rechenkünste sind nötig, um darauf zu kommen, wann uns die kleine Eiszeit, von der der russische Atronom fest überzeugt ist, erneut erreichen wird. Allerdings steht er mit seinem Berechnungsmodell eher verloren dar, denn Klimaforscher aus aller Welt wiedersprechen den Gedankengängen des Russen. Allein die Beobachtungen der Sonnenaktivität der vergangenen 150 Jahre in Verbindung mit der Erdtemperatur zeigt deutlich, dass die Temperaturen auf der Erde rasant angestiegen sind, wobei die Leuchtkraft der Sonne kaum zunahm. Glaubt man den Aussagen Abdusamatows hätte sich die Erde entsprechend der Sonnenaktivität aber schon in den vergangenen 30 Jahren wieder abkühlen müssen. Derzeit kann von einem Abkühlen jedoch keine Rede sein, der Klimawandel wird vielleicht etwas verzögert, doch diese kleine Verschnaufpause, so sind sich Experten einig, wird nicht lange andauern. Selbst Abdusamatow gibt zu, dass die Kälteperiode in der Mitte des Jahrhunderts kaum solche Ausmaße einnehmen wird, wie das Maunder-Minimum von 1645 und 1715.

Judith Schomaker

Green IT - mehr Schein als Sein

In der IT-Branche ist die grüne Revolution ausgebrochen. Das könnte man zumindest meinen, schaut man sich die vielen Werbeanzeigen für umweltfreundliche Fernseher, PCs und Handys an. Doch was ist dran, an den Versprechen der Hersteller?

Green IT - darunter versteht man vor allem eine verbesserte Energieeffizienz von Geräten der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sowie die Verminderung von umweltbelastenden Stoffen und die Recyclingfähigkeit von Bauteilen. Aber auch Energie- und Materialeinsparungen, die sich mit Hilfe moderner IT zum Beispiel im Logistikbereich ergeben, werden darunter zusammengefasst.

Weltweit verursachen Computer, Handys und Co. derzeit rund zwei Prozent des CO2-Ausstoßes. In Deutschland verbrauchen die Produktion und Nutzung der IKT laut einer aktuellen Fraunhofer-Studie rund zehn Prozent des Stroms - Tendenz steigend. Im Jahr 2020 sollen laut einer Studie von McKinsey weltweit zirka 1,4 Milliarden Tonnen CO2 durch IKT-Nutzung entstehen. Gleichzeitig könnten laut dieser Studie jedoch durch die zunehmende IKT-Nutzung weltweit bis zu 7,8 Milliarden Tonnen CO2 eingespart werden - also 5,6 Mal mehr, als durch sie entsteht.

Bisher können wir von einer Entlastung der Umwelt durch IKT jedoch nicht sprechen. Eine immer kürzer werdende Nutzungsdauer elektronischer Geräte führt zu einem Anstieg des Elektroschrotts. Die Verbesserung der Energieeffizienz wird durch größere Geräte (Fernseher) oder zusätzliche Funktionen (Handy) häufig kompensiert. Und sinkende Preise (Laptops) führen zu einer stärkeren Nachfrage.

Als besonders kurios sind in letzter Zeit zwei Drucker von Hewlett-Packard und eine Fernsehgeräteserie der Firma Sony aufgefallen. So besteht das Gehäuse der Drucker HP Deskjet D2660 und D5560 zwar zu etwa 50 Prozent aus wiederverwerteten Plastikteilen (unter anderem von Wasserflaschen). Doch besitzen beide Drucker keinen Ausschaltknopf, und der Nutzer muss die komplette Farbpatrone wechseln, wenn nur eine Farbe zur Neige geht.

Die Fernsehgeräte der Serien Bravia W4000, E4000 und W4500 würden laut Sony im „Picture Frame Mode" bis zu zehn Prozent weniger Strom verbrauchen als im Fernsehbetrieb und somit helfen, Energie zu sparen. Der „Picture Frame Mode" ist dazu da, auf dem Monitor ein Standbild erscheinen zu lassen (wie man es von digitalen Bilderrahmen  kennt). Das Gerät verbraucht dabei 1.000 Mal mehr als im Stand-by-Modus.

Beispiele wie diese gibt es genug. Wir sollten endlich lernen, dass eine Entlastung der Umwelt nur durch absolute, statt relative Energie- und Ressourceneinsparung möglich ist.

Corinna Lang

Schwimmen im Trinkwasser - Diskussion um den Phönixsee Dortmund

Mitten in Dortmund wird seit Jahren an einem umstrittenen Projekt gearbeitet. Aus dem ehemaligen Hoeschgelände, einer stillgelegten Zeche, soll ein Badesee und damit ein Naherholungsgebiet werden. 2005 wurde damit begonnen das Erdreich auszuheben, um Platz für den 24 Hektar großen See zu schaffen und mit Schwermetallen belastete Sedimente zu entsorgen. 2010 soll mit der Flutung des Sees begonnen werden.

Der ursprüngliche Plan war, das nötige Wasser aus Grund-, Regenwasser und der Emscher, einem ehemaligen Abwasserkanal der zur Zeit renaturiert wird, zu beziehen. Dieser Plan wurde jedoch verworfen, da es so zirka eineinhalb Jahre dauern würde, das Becken zu füllen. Nun hat man vor, den See zu 80 Prozent mit Trinkwasser zu füllen, was den Zeitraum auf sechs Monate reduzieren würde und außerdem günstiger wäre.

Dieser Sachverhalt führt nun zu hitzigen Diskussionen. Laut Heinz Hüppe, Geschäftsführer der Phoenix-See-Entwicklungsgesellschaftsei der Grundwasserspiegel in der Region erstmals so tief gesunken, dass die ursprünglichen Pläne nicht ausgeführt werden können. Dieser Begründung steht das Argument gegenüber dass Schwankungen des Grundwasserpegels nichts Neues seien und durch die fortschreitende Flächenversiegelung noch verstärkt werde, da weniger Wasser versickern könne.

Abgesehen von der Glaubwürdigkeit der Argumente fragt man sich jedoch, wie es sein kann, dass man Jahrzehnte lang zum Sparen von Trinkwasser angehalten wird, während es nun von den Stadtvätern genutzt werden soll, um einen Badesee zu füllen. Auf der anderen Seite werden seit einiger Zeit Stimmen laut, die argumentieren dass all das Trinkwassersparen gar nicht so sinnvoll sei wie angenommen. Unsere Kanalisationen sind auf ein bestimmtes Wasservolumen ausgelegt. Fließt weniger hindurch kann es zu Verstopfungen kommen oder die Leitung werden durch die ätzenden Fäkalien angegriffen. Dann muss die Kanalreinigung nachspülen und zwar mit Trinkwasser.

Das von ökonomisch denkenden oder umweltbewussten Bürgern eingesparte Wasser wird also nachträglich genutzt um die Leitungen sauber zu halten. Und auch die Frischwasserleitungen müssen regelmäßig durchgespült werden, da Trinkwasser, das zu lange steht, verkeimen kann. Ist es also überhaupt sinnvoll, in unserer, vom Wasserüberschuss gesegneten Region, Wasser zu sparen? Da der gesamte Wasserkreislauf - und man betone Kreislauf - mit Rohrleitungen, Kanalisation und Kläranlagen auf eine bestimmte Wassermenge ausgelegt ist, ist es wenig sinnvoll diese drastisch zu reduzieren. In diesem Fall müsste das gesamte System über kurz oder lang angepasst werden, was wieder mit unliebsamen Kosten verbunden wäre.

Wirklich angemessen und nötig ist es jedoch, warmes Wasser zu sparen, da Energie nötig ist um es zu erwärmen und diese Energie zu sparen ist tatsächlich sinnvoll. Ob es dennoch ethisch vereinbar ist einen künstlichen See mit aufwändig gereinigtem Wasser zu füllen, während in vielen Teilen der Welt die Wasserknappheit zu kriegsähnlichen Zuständen führt, sei dahin gestellt.

Carla Lange

Mit dem Klimawandel rechnen

„Die andere Klima-Zukunft" und „Jetzt die Krise nutzen", heißen die beiden Bücher der Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Kemfert, in denen sie erklärt, weshalb Klimaschutz der Wirtschaftsmotor der Zukunft ist.

In ihrem 2008 erschienenen Buch „Die andere Klima-Zukunft. Innovation statt Depression" geht Kemfert detailliert auf die Kosten ein, die ein Klimawandel für die Gesellschaft mit sich bringen würde, und zeigt ökonomisch sinnvolle Klimaschutzmaßnahmen auf. Mit Analogien aus dem Alltag schafft es die Wirtschaftsexpertin, auch komplexe Zusammenhänge - wie beispielsweise das Funktionsprinzip des Emissionshandels - anschaulich darzustellen.

Des Weiteren appelliert sie mittels konkreter Handlungsanleitungen an Verbraucher, Industrie und Politiker, selbst die Initiative zu ergreifen, statt sich gegenseitig die Verantwortung zuzuweisen.
 
„Jetzt die Krise nutzen" erschien im Juni 2009 und erläutert, warum die Finanzkrise nicht als Alibi gegen Klimaschutz missbraucht werden darf. Kemfert greift dabei einige Thesen aus ihrem Buch „Die andere Klima-Zukunft" auf und zeigt, wie Klima- und Energiekrise gemeinsam mit der Wirtschafts- und Finanzkrise gelöst werden können.

Beide Bücher lesen sich äußerst kurzweilig und sind allgemein verständlich. Kemferts Leidenschaft für Klimaschutz und Energiewirtschaft ist förmlich spürbar und ansteckend.

Überzeugte Ökos könnten allerdings enttäuscht sein über die „berechnende" Art Kemferts, die immer wieder betont, nicht Öko sondern Ökonomin zu sein. Dennoch kann es sich lohnen, in zumindest in eines der Bücher einen Blick zu werfen, um bei Diskussionen auch jene mit Zahlen und Fakten aus der Wirtschaft überzeugen zu können, die über ökophile Werte nicht zu erreichen sind.

Corinna Lang

The Lost Decade

O.K. This is bit late but I think I finally have a name for the decade we just lived through. Sure, it took me till the last day — of the last month —– of the last year but I think this will work. Reposted with permission from Steven Leibo's SageThoughts.

Perhaps I should back up. When you teach courses on modern international history and politics [as Steve does], it becomes obvious that students need some core ideas to organize their studies around. What I mean are the key ideas that help them get a sense of the larger themes. So they won’t get bogged down in the details. Sure such labels never capture the full sense of an era but they can offer a handle to help understand the larger dimensions of a particular time.

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Energiekultur an der Ruhr

Viel Energie war nötig, um die Region an dem Flüsschen Ruhr zu dem zu machen, was sie heute ist. Der wichtigste Energieträger war dabei zunächst die Kohle: Die hier gut erschließbaren Steinkohleflöze und der große Bedarf der frühen Stahlindustrie nach diesem Brennstoff machten im 19. Jahrhundert aus der verträumten mittelalterlichen Landschaft in nur wenigen Jahrzehnten das größte Industriegebiet Europas. Bald schon prägten nicht mehr alte Kirchtürme die Ortschaften, sondern ratternde Fördertürme und rauchende Schornsteine. Arbeiter aus ganz Europa strömten an die Ruhr, ließen sich nieder und bildeten ein ganz eigenes buntes Völkchen. Die beschaulichen alten Städte wie Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg wuchsen und wuchsen und wuchsen so irgendwann zusammen. Das Ruhrgebiet wurde zu einem der größten städtischen Ballungsräume Europas mit etwa fünf Millionen Einwohnern .

Strukturwandel mit Kultur und neuer Energie

Gegen Mitte des 20. Jahrhunderts bahnten sich dann erneut gewaltige Umwälzungen in der Region an: Mit der Kohlekrise von 1957 fing das an, was als Zechensterben weiterging und sich bis heute in einem umfassenden Strukturwandel fortsetzt. Aber man setzt an der Ruhr heute nicht nur auf die Heilsversprechen des „Dienstleistungssektors", sondern man knüpft auch bewusst an die vorhandenen Traditionen im Bereich der Energiegewinnung an. So versucht sich beispielsweise die „Solarstadt" Gelsenkirchen heute unter dem Slogan „von der Stadt der tausend Feuer zur Stadt der tausend Sonnen" als Standort für erneuerbare Energien zu etablieren. Viele weitere Projekte und Anlagen der umweltfreundlichen Energiegewinnung zeugen davon, dass das Zeitalter des umwelt- und klimaschädlichen Kohlestroms auch hier bald vorbei sein wird. Neben dieser neuen Weichenstellung in der Energieversorgung hat es das Ruhrgebiet auch geschafft, seine einmalige Industriegeschichte zu nutzen und die hier überall vorhandenen und inzwischen zumeist denkmalgeschützten Industrieanlagen zu einer dichten Kulturlandschaft auszubauen. Diese besondere Kulturlandschaft ist nun zur „Europäischen Kulturhauptstadt" des Jahres 2010 gekürt worden.

Das Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt

Der dynamischen und wechselvollen jüngeren Geschichte des Ruhrgebiets entsprechend steht das Kulturjahr unter dem offiziellen Motto „Wandel durch Kultur - Kultur durch Wandel". Mit einer Vielzahl ganz verschiedener Installationen, Ausstellungen und Veranstaltungen wird versucht, die sich so schnell, so konstant und so spektakulär wandelnde Kultur der Region zu veranschaulichen und greifbar zu machen. Für die Gäste des Kulturjahres und nicht zuletzt auch für die postindustrielle Generation der Ruhrbewohner, die Zechen nur noch als Industriekulturdenkmäler kennengelernt hat, wird es sicherlich sehr eindrucksvoll sein, die Dimensionen der alten Industrieanlagen zu erleben. Wenn beispielsweise die gewaltige und wunderschöne Union-Brauerei in der Dortmunder Innenstadt als Kulturtempel wieder aufersteht und so erstmals öffentlich zugänglich wird. Oder wenn hunderte leuchtend gelbe Heliumballons über den alten Bergbauschächten schweben und sichtbar machen, wie unglaublich viele dieser Anlagen es hier gab. Zechen, Kokereien, Hochöfen, Brauereien, Halden, Gasometer und Maschinenhallen stehen hier wirklich an jeder Ecke - und laden in diesem Jahr nachdrücklich dazu ein, sie in neuem Licht und neuem Rahmen neu zu entdecken.

Die Energie der Kulturhauptstadt

Da die Geschichte des Ruhrgebiets untrennbar mit der Geschichte der Energieversorgung zusammen hängt, liegt ein Schwerpunkt des Kulturjahres auf dem Themenfeld Energie. So erlaubt die Fotoausstellung „Revier unter Strom" spannende Einblicke in die Geschichte der Elektrizität im Ruhrgebiet. Das „Ruhr-Atoll" bietet auf künstlichen Inseln im Baldeneysee viele kreativ aufbereitete Informationen über die regenerativen Energiequellen Wasser, Wind und Sonne. Außerdem lädt der Energieversorger RWE zu einer Diskussion über eine neue „EnergieKulturEuropa" ein. Da sich die RWE AG wie auch viele andere der großen Energiekonzerne bisher eher für Kohle- und Atomenergie als für umweltfreundliche erneuerbare Energie engagiert habt, sei an dieser Stelle zum kritischen Mitdiskutieren aufgefordert - damit diese Diskussion nicht bloß eine Werbecampagne der etablierten Energieindustrie wird.

Einladung an die Ruhr

Am 9. und 10. Januar 2010 wird das Kulturjahr offiziell eröffnet. Bis zu 100.000 Gäste werden dann erwartet in der Essener Zeche Zollverein, die selbst längst zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Ein umfangreiches Programm mit viel Livemusik und Feuerwerk lädt dazu ein, das alte Kohlenrevier als besondere Kulturlandschaft neu zu entdecken. „Das Ruhrgebiet wird grotesk unterschätzt" sagt Fritz Pleitgen, Chef des Kulturjahres. Es ist an der Zeit, dass das Ruhrgebiet sein altes kohlenverstaubtes Malocherimage endlich abschüttelt. Schließlich war viel Energie nötig um die Region an dem Flüsschen Ruhr zu dem zu machen, was sie heute ist: Die Kulturhauptstadt Europas 2010.

Stefan Heimann

Klimadaten zum Anfassen

Mit dem ClimateWizard kann jeder sehen, wie sich innerhalb der letzten 50 Jahre das Klima auf unserem Globus oder in unserem Land verändert hat.

Der Klimwandel ist für viele weiterhin ein etwas abstraktes Phänomen. Dem ist jetzt Abhilfe geschaffen: jeder kann sich nun von seinem eigenen Rechner aus selbst ein Bild davon machen, was auf unserem Globus geschieht. Der Climate Wizard zeigt uns die Veränderungen in Temperatur und Niederschlägen in leicht verständlichen Farbschaffierungen. Wie bei Google Earth kann man dabei nah heran zoomen, oder sich einen Überblick über die ganze Welt verschaffen.

Sieht man sich Deutschland näher an, kann man auch einige Details erkennen: So ist es in Hessen und Sachsen Anhalt in den letzten 50 Jahren wärmer geworden als zum Beispiel in der Rheinland Pfalz; östlich von München haben die jährlichen Niederschläge zugenommen, während sie westlich von München abgenommen haben. Das Ganze kann man sich auch für jeden Monat separat anzeigen lassen, so dass man erkennen kann, ob sich die klimatischen Veränderungen im Sommer anders verhalten als im Winter.

Auf einer Grafik sieht man außerdem, wie sich die mittlere Temperatur innerhalb der letzten 30 oder 50 Jahre für das angezeigte Gebiet verändert hat. Für Deutschland beträgt der Temperaturanstieg mehr als ein Grad Celius (siehe Grafik links).

Die Nature Conservancy, in Zusammenarbeit mit den Universitäten von Washington und von Southern Mississippi, entwickelten diese Webseite, um auch anderen Interessierten Einblick in die klimatischen Veränderungen zu verschaffen. Das wird noch damit erleichtert, dass man als Wissenschaftler Daten herunterladen und sie selber analysieren kann.

Eine beeindruckende Internetseite, die hoffentlich oft benutzt wird, um Zweiflern zu zeigen, wie sehr sich unser Klima schon jetzt verändert hat.

Maiken Winter

Source: ScienceDaily

Neue Heizung - ohne Investitionskosten

Gerade heute Morgen war das in einer großen deutschen Tageszeitung zu lesen, was viele ohnehin schon vermutet hatten: alles wird teurer! Nun müssen auch Städte und Kommunen den Gürtel enger schnallen, weil der Staat Steuersenkungen versprochen hat und das bekommen die Bürger zu spüren! Der EWE-Konzern, dessen Wurzeln in Norddeutschland zu finden sind, scheint hier entgegenwirken zu wollen, denn ein verlockendes Angebot soll Kunden die Entscheidung für das Energiesparen ganz leicht machen. Oder ist dieses Angebot eines der großen Unternehmen in der Energiebranche Deutschlands vielleicht doch nicht so sozial, wie es auf den ersten Blick erscheint?

Für Eigenheimbesitzer ist derzeit nicht gut Kirschen essen, neben der allgemeinen Verteuerung tragen sie immer ein zusätzliches Risiko für die eigenen vier Wände. Besonders auf den Schultern von Altbaubesitzern lastet ein schlecht kalkulierbares Risiko, notwendige Reparatur- und Renovierungsarbeiten können meist nicht auf die lange Bank geschoben werden und energetische Arbeiten am Haus werden schnell zum kostspieligen Vergnügen. Zu allem Überfluss gibt dann die alte Heizung auch noch den Geist auf – natürlich genau dann, wenn es draußen bitterkalt ist. Eine Übergangslösung kommt in den meisten Fällen nicht in Frage und so kreisen die Gedanken nur noch um die hohen Kosten für eine neue Heizungsanlage. Energiesparend sollte sie sein, um Geldbeutel und Umwelt gleichermaßen zu schonen, doch das hat seinen Preis. Das hat sich wohl auch der norddeutsche Energiekonzern gedacht und hält ein verlockendes Angebot bereit – eine moderne neue Heizung, ganz ohne eigene Investition!

Klingt vielversprechend, denn neben einer modernen Gas-Brennwertheizung bietet EWE auch eine Kombination mit Solarwärme an und das ganz ohne Investitionskosten für den Hausbesitzer! Diese werden komplett von der EWE getragen! Einbau, Wartung und eventuelle Reparaturkosten, sowie Ersatz bei einem Ausfall und ein Notdienst rund um die Uhr gehen ebenfalls zu Lasten des Energiekonzerns. Er kümmert sich, als Eigentümer der Heizungsanlage, um alle anfallenden Kosten, sogar der Schornsteinfeger ist schon inkludiert! Der Kunde, der dieses Angebot in Anspruch nimmt, zahlt weiterhin die jeweils gültigen Energiekosten der EWE und eine monatliche Pauschale für die neue Heizung. Diese berechnet sich nach den von der EWE aufgewendeten Investitionskosten, je 1.000 Euro Investition zahlt der Kunde monatlich 13,50 Euro für seine Heizungsanlage. Nach einer Vertragslaufzeit von zehn Jahren kann er die Erdgas-Heizung zum Sachzeitwert vom Energiekonzern übernehmen, dieser liegt dann bei einem Drittel der Anfangsinvestition.

Was auf den ersten Blick wirklich verlockend aussieht, entpuppt sich jedoch bei genauer Betrachtung als lukrative Einnahmequelle, allerdings nur für den Konzern. Dieser bindet den Kunden zur Strom- und Gaslieferung gleich zehn Jahre lang an sich und verkauft danach teuer die Überbleibsel der installierten Heizungsanlage, die mit einer Laufzeit von 15 Jahren kalkuliert wird. Der Kunde spart zwar an den anfänglichen Investitionskosten, da diese auf monatliche Beiträge aufgeteilt sind und auch die neue Heizanlage spart gegenüber der alten Anlage einiges an Energiekosten ein, doch letztendlich wäre ein kompletter Umstieg auf erneuerbare Energien wesentlich lukrativer gewesen! Hierfür gibt es günstige Finanzierungsmodelle, beispielsweise durch die KfW-Bank, Zuschüsse vom Staat und noch etwaige Boni von Städten und Kommunen, wodurch sich die eigene Anlage innerhalb von fünf bis sieben Jahrenamortisieren kann, ausgehend von gleichbleibenden Kosten für fossile Energien. Für die kommenden Jahre wird jedoch von einer Verteuerung der Fossilen ausgegangen, sodass sich die Anlage mit einer Durchschnittslaufzeit von etwa 20 Jahren noch schneller rechnet und zudem von Anfang an Eigentum des Hausbesitzers ist.

Judith Schomaker

Schäferstadt mit neuem Solarpark

In Hungen freuen sich nicht nur die Schafe, dass sie zukünftig keine schmackhaften Weideflächen einbüßen müssen, sondern auch die Bewohner des knapp 13.000 Einwohner zählenden Städtchens im hessischen Landkreis Gießen. Einen Tag vor dem heiligen Abend hat der Solarpark Hungen seinen Betrieb auf der ehemaligen Bergbauhalde aufgenommen.

Innerhalb einer marathonartigen Bauzeit von nur etwas mehr als zwei Monaten, entstand dort, wo einst Braunkohle gefördert wurde, der gewaltige Solarpark mit kanpp 12.700 Photovoltaik-Modulen. Die Photovoltaik-Freilandanlage erstreckt sich über eine Fläche von 80.000 Quadratmetern auf der nach Süden hin abfallenden Halde und ist von außen, dank einem langen Baumstreifen, kaum einsehbar. Durch die optimale Aufständerung der Anlage auf pfahlartigen Raumfundamenten wird die nicht nutzbare Fläche enorm gering gehalten und kann so auch weiterhin als Weidefläche für die Schäferstadt dienen.

Realisiert wurde das vorbildliche Projekt in der kurzen Zeit von der abakus solar AG im Auftrag der Stadtwerke Hungen. Für die nächsten 20 Jahre darf das hessische Versorgungsunternehmen mit einem jährlichen Ertrag aus der Freilandanlage von rund 850.000 Euro rechnen, was bis zum Laufzeitende einer ordentlichen Rendite von 17 Millionen Euro entspricht. Angesichts der Kosten für die Gesamtinvestition von 8,5 Millionen Euro eine lukrative Einnahmequelle, die nicht nur der Stadt und seinen Bürgern klare Vorteile bringt, sondern in erster Linie der Umwelt zugute kommt.

2,7 Millionen Kilowattstunden Strom produziert die Photovoltaikanlage auf der Halde jährlich. Das entspricht dem Jahresverbrauch von etwa 800 Haushalten und deckt somit gut zwei Drittel des gesamten kommunalen Stromverbrauchs. Gleichzeitig werden 1.900 Tonnen des schädlichen Klimagases eingespart. Der Solarpark von Hungen nimmt durch seine vorbildliche Umstellung auf regenerative Energiequellen eine Vorreiterfunktion ein, die schon jetzt zahlreiche weitere Kommunen neugierig macht. Sie informieren sich eingehend bei den Hungenern über ihr Konzept und wollen noch in diesem Jahr dem Modell der Schäferstadt folgen.

Judith Schomaker

Model Home 2020: Das Experiment von Velux

Michael Walter, der Geschäftsführer von „Velux Österreich", im Gespräch mit dem CleanEnergy Project. Velux ist Marktführer im Bereich Dachflächenfenster und bietet unter anderem Außenrollläden, Sonnenschutzprodukte und Solarkollektoren an. Unsere Gesprächsthemen: das Projekt „Model Home 2020",der österreichische Beitrag „Sunlighthouse" und die Potentiale nachhaltiger Bauweisen.

Velux startet sechs unterschiedliche Experimente in fünf europäischen Ländern. Diese sollen aktiv zur Entwicklung nachhaltiger Gebäude beitragen. Wir haben uns nach den Chancen des Mammutprojektes Model Home 2020 erkundigt.

Herr Walter, Model Home 2020 ist auf den ersten Blick nicht einfach zu überschauen. Können Sie uns einen groben Überblick geben?

Errichtung und Betrieb von Gebäuden spielen eine bedeutende Rolle beim Klimaschutz. Laut EU-Studien verursachen Gebäude 40 Prozent des Energieverbrauchs. Das bedeutet, dass auch ein Großteil der CO2-Emissionen auf das Konto von Gebäuden geht.

Als führendes Industrieunternehmen bekennt sich Velux zu seiner Verantwortung und richtet sein Engagement umfassend aus. Konzernintern hat sich Velux zum Ziel gesetzt, den betriebsbedingten CO2-Ausstoß, ausgehend vom Niveau von 2007, bis 2012 um 20 Prozent und bis 2020 um 50 Prozent zu reduzieren. Dazu wird Velux in den kommenden Jahren über 50 Millionen Euro investieren.

Gleichzeitig setzt Velux mit Model Home 2020 eine starke Initiative für ressourcenschonendes Bauen. Dazu errichten wir sechs Gebäude in fünf Ländern Europas. Jedes dieser Gebäude basiert auf einer gesamtheitlichen Sicht nachhaltigen Bauens und vereinigt die Aspekte optimiertes Innenraumklima mit viel frischer Luft und Tageslicht, Energieeffizienz und Umweltschonung durch CO2-neutrale Bauweise bei gleichzeitig höchstem Wohnkomfort. Eines dieser Häuser, ein Einfamilienhaus, wird in Österreich errichtet, in Pressbaum nahe Wien.

Was möchte Velux mit diesem Experiment beweisen?

Wir zeigen damit, dass es heute schon möglich ist, CO2-neutral zu bauen. Die Materialien stehen zur Verfügung. Das Know-how gibt es auch. Worauf warten wir also? Die Klimakonferenz in Kopenhagen hat uns mehr als deutlich gezeigt, dass wir keine Zeit mehr haben.

Velux Österreich beteiligt sich mit dem Sunlighthouse an diesem Projekt. Welche Besonderheiten weist das Haus auf?

Österreich ist weltweit bekannt für seine Passivhausarchitektur. Wir gehen mit dem Sunlighthouse noch einen Schritt weiter und sagen: Energieeffizienz ist wichtig; genauso wichtig wie viel Tageslicht, frische Luft und ein behagliches Innenraumklima. Das Sunlighthouse optimiert all diese Bereiche und verbindet sie mit CO2-Neutralität. Es wird mehr CO2 einsparen, als es durch seine Errichtung und seinen Betrieb verursacht.

Eine weitere Besonderheit ist, dass wir für dieses Bauvorhaben bewusst ein schwierig zu bebauendes Grundstück ausgesucht haben. Damit zeigen wir, dass es überall möglich ist, CO2-neutral zu bauen und nicht nur auf einem sonnigen Südhang, den es aufgrund der Topographie Österreichs nun einmal nicht überall gibt.

Welches Ziel verfolgen Sie mit diesem Haus?

Villum Kann Rasmussen, der Gründer von Velux, hat gesagt: „Ein Experiment ist besser als tausend Expertenmeinungen." Es geht darum, Dinge, die man in der Theorie weiß, auch in der Praxis umzusetzen. Unser Ziel ist es, ein Einfamilienhaus nachweislich CO2-neutral zu bauen, es zu evaluieren und daraus Schlüsse für die weitere Entwicklung zu ziehen, die wir der Bauwirtschaft zur Verfügung stellen. Deshalb arbeiten wir auch sehr eng mit der Donau-Universität Krems und dem Österreichischen Institut für Baubiologie und Bauökologie zusammen.

Wie schätzen sie den Ausgang dieses Experiments ein? Was werden wir daraus lernen?

Ich bin zuversichtlich, dass das Experiment gelingt. Das Sunlighthouse wird beweisen, dass wir wunderschön und behaglich wohnen können, ohne damit die Umwelt zu belasten.

Herr Walter, herzlichen Dank für das Gespräch.

Joachim Kern

Neujahrsresolution einer "Weltenretterin"

Schon wieder ist ein Jahr vorbei. Und immer noch habe ich die Welt nicht gerettet.

Sie lächeln? Ich auch. Aber tatsächlich hatte ich mir jahrelang eingebildet, dass ich einen Unterschied in unserer Welt machen kann. Dass ich dazu beitragen kann, unsere Welt zur Vernunft zu bringen, und meinen Kindern eine sichere und fröhliche Zukunft zu garantieren. Dass ich durch Vorträge, Artikel, Briefe und Gespräche meine Mitmenschen zum Umdenken und zu aktivem Handeln überzeugen kann. Ich reiste viel in Deutschland und den USA, besuchte alle möglichen Konferenzen, traf alle möglichen sehr interessanten Leute, und hatte das Gefühl, tatsächlich einen Unterschied zu machen.

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