Was kommt nach Kyoto?

Ende dieses Jahres soll in Kopenhagen ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll gefunden werden. Nachdem sich viele Industrie- und Transformationsländer in der Phase bis 2012 auf eine Emissionsreduktion von 5,2 Prozent geeinigt haben, sind in der Folgeperiode bis 2020 deutlich ambitioniertere Ziele erforderlich.

Damit eine gefährliche Klimaerwärmung abgewendet werden kann, muss das Folgeabkommen deutlich ambitioniertere Ziele festschreiben. Laut jüngstem IPCC-Bericht, in dem die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel zusammengetragen werden, müssen die Treibhausgasemissionen bis 2050 im Vergleich zu 1990 um mindestens 50 bis 80 Prozent gesenkt werden. Um dieses Ziel erreichbar zu machen, sollten die Industrienationen in Kopenhagen eine Reduktionsverpflichtung von 25 bis 40 Prozent bis 2020 im Vergleich zum Basisjahr 1990 eingehen.

Klar ist, dass eine Vereinbarung auf dem relativ niedrigen Level von 25 Prozent mit umso höheren Reduktionen in den Perioden nach 2020 ausgeglichen werden müssen, um eine gefährliche Klimaerwärmung zu verhindern. Allerdings ist im Vorfeld der finalen Verhandlungen vom 7. bis 18. Dezember in Kopenhagen keine Vereinbarung auf einem wissenschaftlich notwendigen Ziel von mindestens 25 Prozent in Sicht.

Vieles wird davon abhängen, wie stark sich die Industrienationen noch bewegen. Dabei geht es nicht nur um die Emisionsreduktionen im eigenen Land, sondern auch um die Unterstützung der Entwicklungsländer, ihre Emissionen zu verringern. Letztere fordern umfangreiche finanzielle und technische Unterstützung bei der Bekämpfung des Klimawandels. Anderenfalls wollen sie sich nicht aktiv am Klimaschutz beteiligen. So fordert Ecuador zum Beispiel einen Ausgleich von 360 Millionen US-Dollar im Jahr, damit es ein 900 Millionen Barrel umfassendes Ölvorkommen im Boden belässt.

Auf der Weltklimakonferenz werden harte Verhandlungen erwartet. Einerseits zwischen Industrie- und Entwicklungsländern, andererseits unterhalb der Industrienationen was insbesondere die Lastenverteilung betrifft. Eine weitere Front tut sich für die Staats- und Regierungschefs im eigenen Land auf. So erfährt US-Präsident Barack Obama bereits bei seinem relativ schwachen Ziel einer Reduktion von 17 Prozent bis 2020 im Vergleich zu 2005 (entspricht etwa drei bis vier Prozent gegenüber 1990) immensen Wiederstand in der Heimat.

Die Vorzeichen für ein ambitioniertes Ziel stehen schlecht. Nun muss die Weltgemeinschaft zeigen, ob sie willens und in der Lage ist, der wohl größten Bedrohung unseres Jahrhunderts angemessen entgegenzutreten.

Oliver Hölzinger

Nicht rütteln am Atomausstieg

Innerhalb von 24 Stunden haben bereits über 25.000 Bürgerinnen und Bürger einen vom Kampagnen-Netzwerk Campact und der Anti-Atom-Kampagne .ausgestrahlt getragenen Offenen Brief an Angela Merkel, Horst Seehofer und Guido Westerwelle unterschrieben. Darin appellieren sie an CDU, CSU und FDP, den mit dem Atomkonsens halbwegs befriedeten Konflikt um die Atomkraft, der Jahrzehnte die Republik gespalten habe, nicht wieder anzufachen. Sollte eine neue schwarz-gelbe Regierungskoalition den Atomausstieg nicht endlich vollziehen, kündigen die Unterzeichner an, "sich an den zu erwartenden massiven Protesten der Anti-Atom-Bewegung zu beteiligen".

"Selten gab es bei einem Online-Appell so eine hohe Beteiligung in so kurzer Zeit. Sollten Union und FDP wirklich eine Renaissance der Atomkraft in Deutschland einläuten wollen, werden sie ein Comeback der Anti-Atom-Bewegung erleben", erklärte Campact-Geschäftsführer Christoph Bautz. "Alle Umfragen belegen, dass CDU, CSU und FDP die Bundestagswahl nicht wegen, sondern trotz ihrer Position zur Atomenergie gewonnen haben. Selbst die eigenen Anhänger wollen mehrheitlich der Risikotechnologie Atomkraft den Rücken kehren."

"Wir sind über die Begehrlichkeiten der Stromkonzerne empört, die weiter auf Kosten der Allgemeinheit mit maroden Atomkraftwerken Gewinne einfahren wollen", erklärt Jochen Stay, Sprecher von .ausgestrahlt. "Werden Schrottreaktoren wie beispielsweise Biblis, Brunsbüttel und Krümmel nicht umgehend stillgelegt, wird der Konflikt um die Atomkraft sich weiter zuspitzen. Merkel muss zeigen, ob sie wirklich wie versprochen die Kanzlerin für alle sein möchte oder nur den Interessen der Atomlobby dient."

Mit dem Offenen Brief fordern die Unterzeichner, den Atomausstieg zu beschleunigen und die sieben ältesten Atomkraftwerke und den Pannenreaktor Krümmel umgehend vom Netz zu nehmen. "Ziehen Sie endlich einen Schlussstrich unter die jahrzehntelangen Lügen, die den Ausbau des völlig ungeeigneten Salzstocks Gorleben zum Endlager begleitet haben! Starten Sie eine neue, vergleichende Standortsuche nach klaren Kriterien", heißt es in dem Brief weiter. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz müsse weiter gehen. Jedes Aufweichen des Atomausstieges gefährde die Investitionssicherheit dieser Zukunftsbranchen.

"Wir werden in den nächsten Tagen weiter Unterschriften sammeln", kündigt Christoph Bautz an. "Damit die künftige Bundesregierung eine Vorstellung davon bekommt, was auf sie zukommt, wenn sie den Begehrlichkeiten der Stromkonzerne folgt", so Bautz.

Den kompletten Wortlaut des Offenen Briefes an Merkel, Westerwelle und Seehofer finden Sie hier.
Der Offene Brief wird vom BUND, der IPPNW und der Naturfreunde Jugend unterstützt.

Campact e.V. und Ausgestrahlt

Klimawandel "light"

Eine neue Broschüre des Umweltbundesamtes "Klimaänderung" faßt den Bericht des Weltklimarates (IPCC) von 2007  leicht verständlich zusammen. Auf 36 Seiten, großzügig versehen mit eindrücklichen Bildern und übersichtlichen Tabellen, kann man sich hier schnell und leicht verdaulich einen Gesamtüberblick über den Klimawandel verschaffen: über seine Ursachen, Auswirkungen, Strategien zur Verringerung der Treibhausgasemissionen, und über Anpassungsmöglichkeiten an den Klimawandel.

Die Broschüre ist daher sehr empfehlenswert für alle, die sich einen groben Überblick verschaffen wollen. Allerdings verschafft sie drei Dinge nicht:

1. Obwohl der Text gerade erst veröffentlicht wurde, beinhaltet er einige wesentlich neue wissenschaftliche Erkenntnisse nicht, wie zum Beispiel 350 ppm oder die Tatsache, dass CO2-Daten von Eiskernbohrungen in der Antarktis inzwischen bis auf 800.000 Jahre zurückverfolgt werden können.

2. Die Broschüre versucht, so wissenschaftlich und objektiv wie möglich zu sein. Das ist löblich, und gibt ihr Autorität. Was dadurch jedoch verloren geht, ist das Gefühl der Dringlichkeit, und das Verständnis dafür, worum es eigentlich geht.

3. Die sachliche Objektivität, gekoppelt mit dem Fehlen jeglicher Handlungsmöglichkeiten für den einzelnen Menschen regt Leser und Leserinnen nicht zum Handeln an.

Während sachlich die Information fast einwandfrei ist, verfehlt der Text daher wohl den wichtigsten Punkt: Mitmenschen zum Umdenken und Handeln zu bewegen. Denn was fehlt ist nicht Mangel an Information, sondern Mangel an Verständnis für die Dramatik unserer derzeitigen Situation und Mangel an Verständnis darüber, was jeder einzelne dazu beitragen kann, um eine globale Katastrophe aufzuhalten. Wenn wir uns nicht trauen, die Dinge beim Namen zu nennen, dann ist es kein Wunder, dass weiterhin viel zu wenig Menschen sich für den Klimaschutz und erneuerbare Energien aktiv einsetzen.

Maiken Winter

Analyse Deutschland - Windenergie

Seit Jahrtausenden macht sich der Mensch die Kraft des Windes zunutzen. Erste sichere Dokumentationen von Windmühlen stammen aus dem 1. Jahrhundert nach Christus, allerdings wurde hier durch Windkraft kein Strom erzeugt, sondern lediglich eine Orgel betrieben. Erst durch die Ölkrise in den siebziger Jahren wurde vermehrt nach alternativen Möglichkeiten der Energieerzeugung geforscht und der Grundstein für die Entwicklung der heutigen Windkraftanlagen gelegt.

Ihre Rolle zur nachhaltigen Energieversorgung stieg in den vergangen Jahrzehnten stetig und so wurde die Stromerzeugung mittels Windenergie zu einem wichtigen Standbein im Rahmen der erneuerbaren Energien. Zwei verschiedene Konzepte, um effizient Windenergie in Elektrizität umzuwandeln, werden dabei unterschieden - Generatoren mit und ohne Getriebe. Die Deutsche Windindustrie liegt momentan an der technologischen Spitze des gesamten Weltmarktes und bildet damit eine tragende Säule in der globalen Windindustrie. Die meisten Windenergieanlagen und Bauteile werden von deutschen Herstellern produziert und die, mit sechs Megawatt, derzeit leistungsstärkste Anlage wird hierzulande betrieben.

Windenergie in Zahlen

Seit 1990 verzeichnet die Windbranche einen enormen Wachstum, der nicht zuletzt mit der Einführung des "Erneuerbare-Energie-Gesetzes" (EEG) im Jahr 1991 zusammenhängt. Belief sich die installierte Leistung der Windkraftanlagen im Jahr 1990 noch auf 56 Megawatt, so stieg diese bis zum Jahr 2008 auf 23.895 Megawatt an. Die Windenergie leistet überdies mit 40.400 Gigawattstunden (2008) den höchsten Beitrag der erneuerbaren Energien an der deutschlandweiten Stromerzeugung, doppelt soviel wie die Wasserkraft, und steht damit unangefochten auf Platz 1. Auch die stetige Fortentwicklung der Technologie trägt ihren Teil zu dem gewaltigen Wachstum der Windenergie bei. Verbesserung der Auslastung und Wartungsfreundlichkeit genießen hierbei oberste Prioriät und führten bereits in den vergangenen 25 Jahren zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit von Windkraftanlagen von 30 auf 5.000 Kilowatt.

Vor- und Nachteile der Windenergie

Da der Wind nie konstant weht, sind die Windkraftanlagen einer stetigen Schwankung unterlegen - weht der Wind nicht, muss der Strom aus anderen Quellen gewonnen werden. Durch moderne meteorologische Programme lassen sich die Windverhältnisse allerdings relativ genau vorhersagen, die Stromeinspeisung somit vom Netzbetreiber entsprechend anpassen und sich die Windenergie gut ins Netz integrieren. Die Produktion von Windenergie passt zudem gut zum elektrischen Bedarf. Windflauten treten häufig während der Nachtstunden auf, weniger am Tag und auch das Windaufkommen ist in Deutschland im Winter stärker, als in den Sommermonaten, womit der Strom dann produziert wird, wenn er vermehrt gebraucht wird.

Vielfach drücken "Nachbarn" von Windkraftanlagen ihren Unmut und ihre Ängste in großangelegten Protestaktionen aus. Häufigste Kritikpunkte sind dabei Lärmbelästigung und Schattenwurf. Durch die strengen Auflagen zum Aufstellen einer Anlage sind diese Ängste jedoch unbegründet. Der Schattenwurf etwa darf eine tägliche Beschattungsdauer von 30 Minuten (maximal 30 Stunden pro Jahr) nicht überschreiten, werden die zulässigen Grenzwerte überschritten, so sind diese Analgen mittels Sensorautomatik während der kritischen Stunden abzuschalten. Auch der erlaubte Lärmpegel unterliegt strengen Vorschriften und ist gesetzlich geregelt, Wohnortabhängig (Industriegebiet, reines Wohngebiet) sind hier die Werte auf 35 bis 70 Dezibel limitiert. Die Vermutung, Windkraftanlagen würden bei starken Winden besonders lärmen, kann ebenfalls schnell widerlegt werden, denn besonders dann sind die Anlagen kaum hörbar, weil die Umgebungsgeräusche der Landschaft (beispielsweise Windgeräusche von Bäumen) diese übertönen.

Aussichten

Auch in Zukunft wird die Windbranche einen weiteren Wachstum verzeichnen können, die höhe dieses Wachstums hängt jedoch maßgeblich von den energiepolitischen Rahmenbedingungen ab. Durch Repowering werden derzeit in Deutschland veraltete Maschinen durch leisere, leistungsstärkere ersetzt und so ertragreiche Standorte vermehrt genutzt, ebenso erfährt der Ausbau von Offshore-Windparks eine zunehmende Bedeutung. Der Ausbau des Stromnetzes zur verbesserten Nutzung des Netzsystems spielt ebenso für den Wachstumserfolg eine gewichtige Rolle, denn nur so lassen sich große Windstrommengen über längere Strecken ohne große Verluste transportieren und effizient in das Netz einspeisen. Die Speicherung von überschüssigem Windstrom mittels Druckluftspeicherverfahren wird ebenfalls von Forschern und Entwicklern angestrebt und konstant weiterverfolgt.

Judith Schomaker

Quellen:
renewables "made in Germany"
Bundesverband Windenergie e.V.
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit(BMU)

Safe boundaries for humanity

A recent article in the international journal Nature describes the "Safe planetary boundaries" that humanity should stay within to avoid conditions that are not acceptable for the continued well being of humanity.

The human impact has become global, long-lasting, and potentially irreversible, and has become the major driving force on earth system processes such as water and nutrient cyles, stability of ecosystems, or global climate. The current era is therefore also referred to as "Anthropocene".

The Anthropocene could be beneficial for humanity, if we were to stay within safe boundaries that will ensure that humans can develop for many centuries to come. Unfortunately, we have already transgressed several boundaries, endangering the future of humanity if we do not return into the safe zone as quickly as possible.

This is the general message from a paper that was recently published in the highly renowned  international journal Nature.

In this paper, Rockström and coauthors identified nine planetary boundaries that humanity should not transgress. These include: climate change, stratospheric ozone, land use change, freshwater use, biological diversity, ocean acidification, nitrogen and phosphorus inputs to the biosphere and oceans, aerosol loading and chemical pollution.

According to their estimates, humanity has already transgressed three of these boundaries: climate change, loss of biodiversity, and nitrogen input into the biosphere. But of course it is extremely difficult to determine the concrete boundary conditions for these planetary systems, and the paper does not suggest that the concrete boundary conditins outlined are set in stone. Instead, the authors offer a starting point for further research and discussion. What hat becomes very clear is that humanity is in very severe trouble if we do not act immediately, because interactions among various systems might make single systems more vulnerable than expected.

One boundary that we have transgressed already is quite certain, climate change. With the current 387 ppm we have already passed the CO2 concentration that is considered safe: 350 ppm. For the first time scientists stated clearly that we cannot stay below a global temperature increase of two degrees Celsius if the global CO2 concentration stays above 350 ppm for a prolonged period of time. Clearly, it is time to be done with half measures and act according to the urgent call that scientists give us. Otherwise the Anthropocene will be referred to as  The Age of Stupid.

We have long known that there are limits to growth. But the paper by Rockström and coauthors describe these limits not as oppressing borders to limit our potentials. Instead, the authors give us a new, very important perspective: that of possibilities to grow, as long as we stay within safe boundaries. By defining a safe space for human societies to live in, they give us a new perspective on our potentials. Whereas many people still view the necessity of change towards a new, carbon-neutral and truly sustainable economy as a limit to their freedom, this paper will help develope a new thought process: that of great possibilities of staying free and safe within our limits. If we accept this basic fact, then changes might be much easier to accomplish.

For a detailed outline on the safe boundaries, please visit the Stockholm Resilience Center and Nature.

Maiken Winter

Was wollen die Deutschen?

Laut der am 1.9.2009 veröffentlichten emnid Umfrage im Auftrag von Greenpeace, setzen die meisten Bundesbürger auf den Ausbau der erneuerbaren Energien. 85 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, dass erneuerbare Energieträger in Zukunft Vorrang geniessen sollten. Zehn Prozent setzen auf die Atomenergie, was sich im aktuellen Wahlergebnis, nach dem künftig CDU/CSU und FDP gemeinsam die Bundesrepublik regieren, kaum widerspiegelt. Ihr Wahlprogramm propagandiert das vorläufige Festhalten an der Atomenergie als Übergangslösung, Laufzeitverlängerungen von bestehenden Reaktoren inbegriffen.

Aber wie stellt sich die mehrheitliche Stimme in Deutschland den Ausbau der Erneuerbaren überhaupt vor? Atomenergie nein Danke, Windenergie gerne, aber nicht vor der eigenen Haustür und eine Solaranlage auf dem Nachbaracker - auch nicht unbedingt das Nonplusultra. Wo, wenn nicht vor Ort sollten also ihrer Meinung nach die erneuerbaren Energien ausgebaut werden? Im Ausland? Auch keine Lösung, lange Transportwege wären für preislich attraktive Energiekosten eher ungünstig und von neuen Arbeitsplätzen im eigenen Land wäre dann wohl kaum die Rede. Dann doch lieber Atomenergie? Das verschandelt dann wenigstens nicht die Landschaft, über die Nachteile kann man schließlich hinwegsehen. Aber so ist der Mensch nun einmal. Gerne befürwortet er den Ausbau regenerativer Energiequellen, Hauptsache, sie sind weit genug weg und er sieht sie nicht. Soll sich doch ein Anderer an dem Anblick erfreuen.

Das Protestieren scheint geradezu „in“ zu sein, längst verfolgt die Protestfraktion dabei neue Ziele, Atomstrom und Kohlekraftwerke waren gestern, heute wird gegen „Verspargelung“ und strahlende Solaranlagen aufbegehrt. Dabei wird die Furcht der Bürger vor jeglicher Art der Energiegewinnung schamlos ausgenutzt. Mit erschreckenden Flugblättern und einprägsamen Solgans werden diffuse Ängste vor Windparks, Biogasanlagen oder Solarfeldern geschürt. Immer öfter führen Bürgerentscheide zum Scheitern geplanter Projekte zum Ausbau der erneuerbarer Energien, werden immer mehr Bürgerinitiativen gegen Windenergie und Co. gebildet. Alleine im windreichen Schleswig-Holstein gibt es bereits mehr als 50 Bürgerinitiativen gegen Windmühlen. Am deutlichsten sind die Hürden bei den Offshore Windparks zu erkennen, die, um das Landschaftsbild nicht negativ zu beeinflussen, erst in einer Entfernung von 30 Kilometer zum Festland aufgestellt werden dürfen - für die Betreiber ein teures Vergnügen. Das alles trägt nicht gerade zum Ausbau der erneuerbaren Energien bei, sondern stellt sich ihnen direkt in den Weg.

Ein Umdenken hat, wie das Ergebnis der Umfrage zeigt, zwar bereits eingesetzt, doch müssen sich die Bundesbürger ganzheitlich entscheiden und entsprechende Abstriche machen. Sie sollten hinter ihrer Entscheidung für einen Ausbau der Erneuerbaren stehen und das auch vor der eigenen Haustür.

Judith Schomaker

Und weiter geht's!

Eine kurze Reflexion zur Bundestagswahl

Der große Tag ist vorbei. Und viele von uns, die dringende Veränderungen erhoffen, werden enttäuscht sein. Denn mit CDU, CSU, und FDP hat Deutschland diejenigen Parteien an die Regierung gebracht, deren Klimaschutzziele nicht die Ehrgeizigsten sind.

Aber auch andere Parteien hätten Schwierigkeiten, effektive Klimaschutzziele durchzusetzen, solange weiterhin ein großer Teil der Bevölkerung die Notwendigkeit und Dringlichkeit effektiver Klimaschutzmassnahmen nicht wirklich versteht. Die Tatsache, dass fast 30 Prozent der Bevölkerung nicht zur Wahl erschien, ist dabei besonders beunruhigend. Ist es unseren Mitmenschen denn egal, wie ihre Zukunft aussieht?

Trotz der Enttäuschung kann diese Wahl motivieren. Eindeutig haben noch viel zu wenige begriffen, was auf dem Spiel steht. Es liegt an uns, das zu ändern.

Maiken Winter

Economics for Dummies

G20, financial crisis, climate change and the need for clearer communication.

I am not an economist. In fact, I really don't know much about economy at all. What makes me happy is when I have enough cash in my wallet to buy a cup of coffee and a cookie when I want to. When the cash is gone, I go to the bank and - if I remember my pin number - get some more (money, not cookies, unfortunately my bank doesn't have cookie machines yet). That's in short all the essentials about money I need to know to survive.

Now, don't get me wrong. I do believe that there are a few other things that I understand. But I wonder if I should be looking for a guide  called "Economics for Dummies" to better understand the ways economist's brains work. To me, there are just too many essential questions I am left to wonder with after last week's G20 meeting.

First, does it strike anybody as somewhat weird that one day before the G20 meeting - during the World Summit on Climate Change - world leaders discussed mechanisms on stabilizing the world climate, but quite little of that urgency transpired into the debate the day later?

Second, does the term "sustainable growth" strike anybody as somewhat contradictory?

How in the world can growth be sustainable when we already need several earths to sustain the current lifestyle of industrialized nations? In fact, just a few days ago (September 25) we passed the Earth Overshoort Day, the day"when humanity begins living beyond its ecological means. Beyond that day, we move into the ecological equivalent of deficit spending, utilizing resources at a rate faster than what the planet can regenerate in a calendar year." What if we were to foster a steady state economy instead of believing on limitless growth? The Center for the Advancement for a Steady State (CASSE) argues that:

"There is a fundamental conflict between economic growth and environmental protection, including conservation of biodiversity, clean air and water, and atmospheric stability.  This conflict is due to natural laws (thermodynamics and ecological structures) - it is simply a result of the way the world works.  Mounting evidence of this conflict demonstrates the limits to growth."

Maybe economists and politicians assume that they are above the natural law? How else can they believe that the best thing to do is to keep economies of industrialized nations growing? I know we need functional economies to live with, but are the only functional economies those that keep growing?

Third, does it at all strike anybody as somewhat unhelpful for stabilizing the global climate when a number of countries - including Germany and China - should spend more money to "balance global growth"? So, let me get that straight: during a time where it is of extreme urgency to reduce emissions of greenhouse gases, we are asked to consume more? It is not that Germans live in dumps and old rags that they need more stuff, do we? Or maybe I misunderstood this part, and economists meant that Germany and China should invest more in renewable energies? If that is what they meant, it would be good to communicate that point more clearly.

But I am unfair. There are several important steps forward, also for the fight against global climate change. In the leader's statement of the G20 meeting, climate change is mentioned..., well, at point 21. So there. Of course we are concerned about climate change! It's the first and foremost thing we are worried about, is it?

Ok, I am still unfair. One true success is that the G20 agreed

" To phase out and rationalize over the medium term inefficient fossil fuel subsidies while providing targeted support for the poorest. Inefficient fossil fuel subsidies encourage wasteful consumption, reduce our energy security, impede investment in clean energy sources and undermine efforts to deal with the threat of climate change." (Point 24)

Now, if that isn't a success! Never mind that we don't know what "over the medium term" means or what "inefficient" fossil fuel subsedies mean (in contrast to "efficient" ones?). The amount of loopholes in those statements are scary. But, yes, absolutely, we are concerned, and we do act accordingly.

Sorry about being just a tad sarcastic. But the discrepancy between the scientific facts which tell us that we have only a few years left to avoid a global climatic and ecological catastrophe, and the incredible slowness and inappropriateness of action just seems unacceptably large.

But maybe I just misunderstand. I hope.

Maiken Winter

Sind Sie dabei?

Morgen ist Bundestagswahl. Geben Sie Ihre Stimme ab - für eine sichere und gerechte Zukunft! Denn: jede Stimme zählt, auch Ihre!

In den 70er Jahren gaben mehr als 90 Prozent aller Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Heute sind es wesentlich weniger, da immer weniger Menschen glauben, dass ihre Stimme zählt; oder sie haben den Glauben an die Politiker verloren (Video von Deutsche Welle). Damit erodiert das Fundament der Demokratie immer mehr. Denn wenn nicht die meisten Bürgerinnen und Bürger wählen, wie kann irgendeine Konstellation von Parteien als vom Volk gewählt genannt werden? Und wie können wir den Politikern die Dringlichkeit unserer Anliegen demonstrieren, wenn wir nicht diejenigen wählen, die unser Anliegen am besten vertreten?

Demokratie lebt von der Beteiligung aller Bürgerinnen und Bürger. Nur wenn wir aktiv mitmachen, können wir auch aktiv Veränderungen durchsetzten. Wir können protestieren, boykottieren, demonstrieren; wir können Briefe und emails schreiben, Spenden überweisen, und ein Solardach installieren. Aber am Ende zählt, was von den führenden Politikerinnen und Politikern gesetzlich entschieden wird.  Am Ende zählt, wer uns bei der UN Klimakonferenz in  Kopenhagen vertreten wird.

Sie wissen noch nicht, welche Partei dafür am besten geeignet ist? Dann schauen Sie doch noch kurz hier auf unserem Portal vorbei, sehen Sie sich die Zusammenstellung von Avaazan, oder finden Sie die für Sie geeignete Partei über den Wal-O-Mart. Detaillierte Informationen finden Sie auch direkt beim Bundestag hier.

Nur alle vier Jahre haben wir die Chance unseren Politikern und Politikerinnen zu zeigen, was wir von ihrem Programm halten. Es ist dringend Zeit, dass sie merken, was wir alle wissen: wir brauchen umgehend effektive Massnahmen um den Klimawandel soweit wie möglich einzuschränken.

Diese Wahl geht um sehr viel mehr als um die nächsten vier Jahre. Sie geht um unsere Zukunft. Geben Sie Ihre Stimme ab! Und nehmen sie Ihre Nachbarn gleich mit, um danach zu feiern!

Maiken Winter

Strengere Vorschriften für Bauherren

Am 1. Oktober 2009 tritt die novellierte Energieeinspar-verordnung (EnEV) in Kraft. Für Bauherren und Eigentümer, die ihre Gebäude komplett oder teilweise sanieren oder neu bauen, gelten dann strengere Vorschriften was die energetische Qualität der Gebäude betrifft. Doch auch Eigentümer von älteren Gebäuden, die keine Modernisierung planen, müssen teilweise ihre Gebäude energetisch aufbessern.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Neubauten: Wird ein Haus neu gebaut, muss sein gesamter Jahresprimärenergiebedarf um 30 Prozent niedriger liegen als noch nach EnEV 2007 erforderlich. Dabei muss die Wärmedämmung der Gebäudehülle im Durchschnitt 15 Prozent effizienter sein als bisher.

Altbauten: Werden größere bauliche Maßnahmen an der Gebäudehülle durchgeführt - wie das Dämmen der Wände oder der Austausch von Fenstern - müssen die neuen Bauteile einen 30 Prozent besseren energetischen Wert erreichen als bisher gefordert. Alternativ kann der Haussanierer dafür sorgen, dass der Jahresprimärenergiebedarf des gesamten Gebäudes um 30 Prozent sinkt. Dafür müsste neben einer energieeffizienten Gebäudehülle eine moderne Heizungsanlage eingebaut werden.

Nachtstromspeicherheizungen: In Wohngebäuden mit mindestens sechs Wohneinheiten müssen Nachtstromspeicherheizungen, die älter als 30 Jahre sind, bis 2019 durch effizientere Geräte ersetzt werden. Ausnahme: Geräte, die nach 1990 eingebaut wurden, müssen erst 30 Jahre nach Einbau ausgetauscht werden.

Dachdämmung: Bis Ende 2011 muss die oberste begehbare Geschossdecke oder das Dach darüber eine Wärmedämmung erhalten.

Fachbetriebe, die die Sanierungen durchführen, müssen zukünftig nach Abschluss der Arbeiten eine schriftliche Unternehmererklärung an den Gebäudeeigentümer abgeben und damit nachweisen, dass sie die neue EnEV bei der Sanierung eingehalten haben. Ein Fachbetrieb, der die Erklärung nicht oder falsch abgibt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einer Geldstrafe von bis zu 15.000 Euro rechnen.

Ausführliche Informationen über die Anforderungen und Fördermittel bietet die dena.

Corinna Lang

KlimaGut AG - Immobilienfonds für nachhaltig orientierte Anleger

Die KlimaGut Immobilien AG mit Sitz in Berlin wird grüne Finanzanlagenprodukte in Form nachhaltiger Immobilienanlagen anbieten. Das CleanEnergy Project sprach mit Fabian Tacke, dem Vorstand der KlimaGut Immobilien AG.

Herr Tacke, Sie verknüpfen die steigende Nachfrage nach grünen Immobilien mit der steigenden Nachfrage nach grünen Finanzanlageprodukten. Welche Vorteile bringt diese Kombination mit sich?

Gebäude verbrauchen den Löwenanteil an Energie und verursachen damit maßgeblich den Ausstoß klimaschädlicher Gase in Europa. Mit unserem Konzept sorgen wir dafür, dass unsere Häuser in Zukunft emissionsneutral betrieben werden.

Immer mehr Menschen wünschen sich eine gesunde und umweltgerechte Wohnumgebung. Immer mehr Menschen investieren ihr Geld nicht allein unter Renditeerwartungen sondern wollen auch wissen, was mit ihrem Geld passiert. Gleichzeitig ist gerade in schwierigen Zeiten einen sichere Investition gefragt. Wir wollen diese Interessen verbinden und in Zukunft Immobilienfonds für nachhaltig orientierte Anleger anbieten. Als Bauträger und Fondsentwickler wollen wir dabei natürlich auch Geld verdienen.

Wie kamen Sie auf diese Idee?

Die Idee ist schon lange in meinem Kopf: privates Kapital für eine behutsame, soziale und ökologische Stadterneuerung zu nutzen. Schon 1996, als ich noch bei einer kleinen Mietergenossenschaft gearbeitete habe, haben wir diese Idee diskutiert. Im Jahr 2003 habe ich dann das erste Mal ein solches Projekt realisiert und einen ersten ökologischen Immobilienfonds aufgelegt. Die UmweltBank hat seinerzeit den Vertrieb übernommen. Ich denke, dass jetzt eine gute Zeit ist, das Thema nach vorne zu bringen. Deshalb haben wir jetzt die KlimaGut AG gegründet.

Die KlimaGut Immobilien AG erwirbt nicht nur Immobilien, sondern führt auch selbst Sanierungen durch. Gibt es ein bestimmtes Konzept, nach dem Sie bei der Sanierung vorgehen?

Zunächst reduzieren wir den Energieverbrauch der Gebäude um etwa zwei Drittel. Dazu machen wir die üblichen Maßnahmen wie Wärmedämmung, neue Fenster und eine neue Heizung. Bis hierhin ist das nichts Ungewöhnliches. Um die dann noch benötigte Energie bereitzustellen, setzen wir ein Blockheizkraftwerk ein, das mit Biokraftstoffen betrieben wird. Das kann zum Beispiel Biogas aus der Vergärung von Abfällen sein. Durch eine geschickte Kombination dieser Maßnahmen erreichen wir, dass die laufende Energieversorgung emissionsneutral ist. Das heißt, dass bei der Verbrennung nicht mehr klimaschädliche Gase freigesetzt werden, als beim Anbau der Rohstoffe aufgenommen werden.

Welche Immobilien sind dafür besonders geeignet?

Unser Konzept bezieht sich auf typische Berliner Mietshäuser, wie sie in der Innenstadt allerorten anzutreffen sind.

Auf welche Widerstände sind Sie bei der Realisierung Ihres Konzepts gestoßen?

Die Rahmenbedingungen für die klimagerechte Gebäudesanierung müssen dringend verbessert werden. In Deutschland gibt es 40 Millionen Wohnungen. Die Förderung der Bundesregierung für die energetische Sanierung betrifft jährlich 12.000 Wohnungen. Das ist viel zu wenig. Da brauchen wir noch 3.000 Jahre. Wir plädieren dafür, die Gebäudesanierung in den Emissionshandel mit einzubeziehen. Das regt die Investitionen an und kostet den Steuerzahler nichts.

Wie hoch liegt der Mindestbetrag für Investoren?

An der neu gegründeten Aktiengesellschaften kann man sich ab einem Betrag von 50.000  Euro beteiligen. Eine solche Beteiligung an einem Start-up Unternehmen sollten Anleger jedoch nur eingehen, wenn sie sich nicht nur der Chancen sondern auch der Risiken voll bewusst sind. Garantien gibt es keine.

Momentan konzentrieren sich Ihre Aktivitäten auf Berlin. Was spricht für diesen Standort?

Wir sind hier zu Hause. Als echte Berliner kennen wir unsere Stadt. Ortskenntnis ist die wichtigste Voraussetzung für funktionierende Immobilien.

Berlin hat zwölf Bezirke, von denen jeder im Durchschnitt 285.000 Einwohner hat. Die Bezirke haben jeweils etliche, teilweise sehr unterschiedliche Ortsteile. Bei Wohnimmobilien gibt es keine Aussage zu Berlin insgesamt - dazu ist die Stadt zu heterogen. Prinzipiell setzen wir eher auf die einfachen und mittleren Lagen, die vielleicht etwas Entwicklungspotential haben. Wichtig ist, dass das unmittelbare Umfeld, das Quartier in sich funktioniert und man etwas dazu passendes anbietet.

Haben Sie bereits Pläne, in Zukunft auch andere Städte einzubeziehen? Welche Städte wären Ihrer Meinung nach besonders interessant?

In Berlin gibt es erst mal noch eine ganze Menge zu tun. Wenn wir in andere Städte gehen, dann nur mit Partnern, die sich dort genau so gut auskennen wie wir in Berlin.

Gibt es im Bezug auf das Thema "Grünes Geld" ein Vorbild, eine Person, die Sie besonders inspiriert?

Ich finde es schon sehr beeindruckend, wie Horst Popp zusammen mit seiner Frau Sabine Popp die UmweltBank aufgebaut hat. Sozusagen vom Wohnzimmer aus haben die beiden vor zwölf Jahren Privatleute von Ihrer Idee überzeugt und so das Startkapital für die Bank eingesammelt. Heute hat die UmweltBank eine Bilanzsumme von 1,2 Milliarden Euro - ein großer Erfolg, der allerdings sicher sehr viel Schweiß gekostet hat.

Herr Tacke, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Fabian Tacke tritt am 24. September als Referent beim CleanEnergy Project Networking-Dinner in Berlin auf.

Corinna Lang

Spielerisch erneuerbare Energien entdecken

Kinder sind neugierig, besonders, wenn es darum geht, ihre Umgebung zu entdecken und erforschen. Die kindliche Wissbegierigkeit auszunutzen und junge Menschen schon frühzeitig für erneuerbare Energien zu sensibilisieren, haben sich nun die bekannten Fischerwerke aus Waldachtal zur Aufgabe gemacht. 

Mit den neuen Baukästen erklärt Fischertechnik spielerisch die Funktionsweise und die Grundprinzipien der erneuerbaren Energien. Wie arbeitet die Solarstromanlage auf dem Dach oder wie wird aus Wind Strom gewonnen? Der Anblick riesiger Windräder auf Wiesen und Feldern gehört längst zu unserem Alltag, regenerative Energieerzeugung steht für unsere Zukunft! Umso erfreulicher, dass sich nun auch Spielzeughersteller mit dieser Thematik befassen und das Interesse an erneuerbaren Energien bei unseren Kinder auf spielerische Art und Weise wecken. Mit dem Baukasten Profi Oeco Tech und dem Ergänzungsset Profi Hydro Cell Kit können Kinder ab neun Jahren ihre Neugierde stillen und selber zu Konstrukteuren erneuerbarer Techniken werden. Das bringt, neben jeder Menge Spielspaß (nicht nur für Kinder), auch einen enormen didaktischen Wert.

Aus den 320 Bauteilen des Baukastens lassen sich zehn unterschiedliche Modelle anfertigen, allesamt angetrieben durch erneuerbare Energiequellen. So setzt beispielsweise ein eigenes Sonnenkraftwerk ein Riesenrad in Bewegung oder bringt die selbstgebaute Windkraftanlage eine LED zum Leuchten. Mit dem Ergänzungsbausatz, der unter anderem eine reversible Brennstoffzelle enthält, lassen sich zudem die sechs solarbetriebenen Modelle aus dem Grundbausatz antreiben. Ein zweites Solarmodul bringt den Kindern dabei tiefere Einblicke in die Funktionsweisen der umweltfreundlichen Technologie, denn hiermit kann die Brennstoffzelle als Elektrolyseur betrieben und aus Wasser wieder Wasserstoff und Sauerstoff produziert werden.

Der innovative Baukasten wurde als Sieger der Kategorie "Spiel und Technik" bereits mit dem rennomierten Spielzeugpreis "Das Goldene Schaukelpferd 2009" ausgezeichnet. Eine lohnenswerte Investition in unsere Kinder und in unsere Zukunft, denn je "(be-)greifbarer" die erneuerbaren Energien für unsere Kinder sind, desto "normaler" wird der Umgang hiermit in den kommenden Jahren sein.

Quelle: Fischertechnik

Judith Schomaker

Unternehmen für Klimaschutz

In einem zweiseitigen Kommuniqué haben mehr als 500 Unternehmen beschrieben, welche Maßnahmen notwendig sind für ein ehrgeiziges, erfolgsversprechendes, und gerechtes Klimaschutz-Abkommen im Dezember 2009 in Kopenhagen. Initiiert wurde dieses Kommuniqué von dem Prince of Wale´s Corporate Leaders Group on Climate Change.

Zum ersten Mal haben sich Unternehmen aus der ganzen Welt zusammengeschlossen, um eine gemeinsame Aussage zum Klimaschutz zu formulieren. Unter ihnen sind Unternehmen wie Adidas, AirFrance, BASF, British Airways, O2, BP und Siemens. Eine vollständige Liste der Unterzeichner finden Sie hier .

Im Wesentlichen besagt der Text nicht viel Neues: drastische Emissionsreduzierungen sind notwendig, um die globale Erderwärmung unter zwei Grad Celsius zu halten. Um einen globalen Vertrag zu ermöglichen, ist ein gerechter Transfer von Technologien und Geldern in die Länder notwendig, die kaum etwas zum Klimawandel beitragen, aber stark davon betroffen sind und sein werden. Neu ist allerdings, dass die Unternehmen zusätzliche politische Maßnahmen vorschlagen, welche die Durchsetzung höherer Energieeffizienz und kohlenstoffarmer Technologien vorantreiben.

Solche Vorschläge könnten zunächst erstaunen, da die erforderlichen Maßnahmen große und schnelle Umstrukturierungen der Unternehmen erfordern würden. Sollten daher Unternehmen nicht gegen solch drastische Änderungen sein?

Nicht, wenn sie erkennen, dass wir langfristig sehr große Verluste erleiden werden, wenn wir jetzt nicht rechtzeitig und effektiv handeln. Nicht, wenn sie erkennen, dass eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung nur möglich ist, wenn wir das Überschreiten der Obergrenze von Zwei-Grad vermeiden können.

Die Tatsache, dass 500 Unternehmen der Welt die Konsequenzen des Klimawandels in all ihren Facetten erkennen, und wirksamen Klimaschutz unterstützen, ist ein enormer Schritt in die richtige Richtung. Interessant dabei ist auch, welche Unternehmen den  dazu notwendigen Weitblick noch nicht erlangt haben  (was man bei einigen deutschen Autofirmen ja auch nicht unbedingt erwarten würde).

Einen fragwürdigen Punkt gibt es jedoch in dem Dokument, nämlich die Forderung nach einer „klaren Strategie zur Kommerzialisierung der Sequestrierung und unterirdischen Speicherung (CCS) mit dem Ergebnis einer flächendeckenden Nutzung dieses Systems.“ (siehe einen früheren Beitrag zu CCS ). Aber wenn erneuerbare Energien erst einmal flächendeckend genutzt werden, ist  CCS für fossile Energien nicht mehr nötig.

Maiken Winter

Analyse Deutschland - Wasserkraft

Die Wasserkraft gehört zur wohl ältesten Technologie der Stromerzeugung. Sie reduziert die Abhängigkeit der Energie-Importe und stellt überdies eine langfristige Versorgungssicherheit mit Elektrizität dar. Die Energieerzeugung mittels der Kraft des Wassers hat auch gegenüber Solar- und Windenergie klare Vor- und Nachteile, die gewonnene Energie lässt sich beispielsweise speichern und ihre Verfügbarkeit ist nicht extrem Wetter gebunden. Allerdings bringt die Wasserkraft auch nicht unerhebliche Nachteile mit sich.

Die drei Arten der Wasserkraftwerke

Als gängigste unter ihnen sind die Laufwasserkraftwerke zu nennen. Mit einem Wirkungsgrad von nahezu 94 Prozent nutzen Laufwasser-, Fluss- oder Ausleitungskraftwerke die Strömungsenergie von Flüssen zur Stromerzeugung.
Pumpspeicherkraftwerke ähneln in ihrer Funktion dem klassischen Wasserrad und arbeiten mit zwei Wasserspeichern und einem möglichst großen Höhenunterschied. Wenn der angebotene Strom den Strombedarf übersteigt, wird bei dieser Variante das Wasser vom unteren in das obere Becken zurück gepumpt und steht wieder zur Stromproduktion zur Verfügung.
Unabhängig vom natürlichen Wasserfluss arbeiten so genannte Speicherkraftwerke. Das in natürlichen oder künstlich angelegten Seen gestaute Wasser wird durch Rohrsysteme in Kraftwerke geleitet und dort in Energie umgewandelt.

Stromversorgung in Zahlen

Nach Windenergie und Biomasse ist der Anteil der Wasserkraft zur Energiegewinnung im Bereich der erneuerbaren Energien mit 21,3 Terrawattstunden ein wichtiger Sektor und machte bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien rund 23 Prozent aus (Jahr 2008). Die Wasserkraft hat jedoch keinen so enormen Boom erfahren, wie es beispielsweise auf bei der Windenergie der Falle ist. Seit 1990 wurde ein Ausbau von „nur“ 25 Prozent verzeichnet. So stieg die installierte Leistung von 1990 bis 2008 lediglich von 4.403 auf 4.740 Megawattstunden, hieran konnte auch die Einführung des Erneuerbare Energie Gesetzes mit seinen Novellierungen kaum etwas ändern.

Nachteile

Für den Bau und Betrieb großer Wasserkraftwerke ist ein nicht unerheblicher Eingriff in die Natur vonnöten. Besonders dann, wenn die natürlichen Gegebenheiten (Flüsse) fehlen, müssen die zum Betrieb notwendigen Fallhöhen künstlich angelegt werden. Dabei sind verschiedene Bestimmungen zu Landschafts-, Wasser- und Naturschutz zu beachtet, die viele Investoren zurückschrecken lassen. Ein lohnenswerter Einsatz ist also nur dort möglich, wo das entsprechende Umfeld gegeben ist. Die Bundesregierung plant in diesem Zusammenhang eine Steigerung der Wasserkraft in Verbindung mit einer Verbesserung der Gewässerökologie.

Aussichten

Durch die Stromerzeugung mittels Wasserkraft konnte im Jahr 2008 der Ausstoß von rund 18 Millionen Tonnen CO2 vermieden werden, Platz 3 nach Wind und Biomasse. Allerdings ist der Ausbau der Wasserkraftwerke im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energien in Deutschland eher gering. Hauptsächlich in Ländern ohne flächendeckende Energieversorgung spielt Wasserkraft eine wichtige Rolle, um die Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung dieser Region zu fördern. Deutsche Technik ist hierbei sehr gefragt, denn sie warten mit einem Wissen von mehr als 100 Jahren Wassertechnik auf. In Deutschland selber sind bis Ende 2010 zwar weitere Wasserkraftwerke vorgesehen, allerdings wird wohl die Bedeutung von Wind oder Biomasse in größerem Umfang zunehmen.

Quellen: BMU

Judith Schomaker

On the path to "Seal the deal"

Today 's summit on climate change in New York City will hopefully help to unite industrialized nations  towards a more effective climate agreement in Copenhagen.

UN General Secretary Ban Ki-moon scheduled a special meeting to address the urgent issue of climate change, the "Summit on Climate Change ". It is the first and only high-level meeting in which heads of state or their representatives of all nations get together to focus explicity on reaching a just and effective climate agreement for Copenhagen, outside of the UNFCCC negotiations. The summit can be followed life here.

The purpose of the summit is "to focus plolitical attention at the highest level on the need for accelerated action on climate change." Once heads of state find a mutual understanding for the urgency of effective action, they can transfer this understanding and new committment to the official negotiators for Copenhagen. Hopefully, this will strengthen the political will to reach an agreement, and will thus provide the means necessary to avoid uncontrollable and irreversible climate change.

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Wann platzt die Solarblase?

Gerade die Solarbranche hat in den vergangenen Jahren einen wahren Boom unter den erneuerbaren Energien erfahren. Seit 1994 stieg die jährliche installierte Leistung von Solarfreiflächenanlagen auf über 150 Megawatt. Nicht zuletzt ein Verdienst des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG), womit der Staat jedem Betreiber einer Photovoltaikanlage eine Vergütung von bis zu 48 Cent je Kilowattstunde garantiert - und das auf 20 Jahre. Die Förderung ist dabei je nach Anlagengröße und Art gestaffelt, die Wirtschaftlichkeit einer Anlage spielt dabei jedoch keine Rolle.

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Kennen Sie eigentlich…? Zu Besuch beim Umweltcluster Bayern

Wirtschaftsförderung für die Umweltindustrie: das ist die Aufgabe des Umweltclusters Bayern, das am 16. und 17. September in Augsburg seine Mitglieder zu den „Cluster-Tagen 2009″ einlud. In den stimmungsvollen Räumlichkeiten des alten Augsburger Gaswerkstrafen sich mehr als 220 Unternehmen und Institutionen aus der Umweltbranche, um das neue „Leuchtturm”-Projekt des Netzwerks kennen zu lernen und sich von ausgesuchten Referenten inspirieren zu lassen. Von Pilotprojekten, Finanzierungsfragen und effizienter Wassernutzung bis hin zur Stoffstromwirtschaft fanden sich unter den 30 Vorträgen vielfältige Anregungen für Unternehmen der Abfall-, Energie- und Wasserwirtschaft. Moderiert wurde das Programm von Cluster-Sprecher Dr. Hans Huber, dem Vorstansvorsitzenden der Huber SE in Berching, der den Auftakt mit einem Überblick der Clusteraktivitäten gab.

Marion Lautenbacher und Dr. Anita Wolf vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit lieferten Einblicke in die Entwicklung des Energie-Atlas Bayern, einem multifunktionalen Informations- und Analyseinstrument, das bayernweit Energiepotentiale aufzeigt. Auf kommunaler Ebene können Energiebedürfnisse und -angebote in Beziehung gesetzt werden. Das Internetportal ist aber auch für Unternehmen und interessierte Bürger konzipiert. Der Energie-Atlas erfasst das regionale Potenzial für die Produktion von erneuerbaren Energien und für die Nutzung von Energie in Form von Abwärme aus industriellen Prozessen.

“Industrielle Abwärme muss als Wertstoff erkannt und genutzt werden. Wärme ist zu kostbar, um sie ungenutzt über Werksfenster oder Kamine zu vergeuden,” kommentierte Wolf die Initiative.

Professor Werner Wild von der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg und Michael Gottschalk vom Landratsamt Neumarkt präsentierten den „Umweltcluster Chancenkompass”, eine umfassende wissenschaftliche Methode um Standorte/Regionen hinsichtlich ihres Umweltprofils zu analysieren und Chancen für effiziente Investitionen in Umwelttechnologie aufzuzeigen. Der Landkreis Neumarkt (bekannt für Unternehmen wie die Huber SE und die Ökobrauerei Lammsbräu) wurde bereits evaluiert und gilt als Modellregion. Er bietet Gemeinden und Landkreisen wichtige Anregungen, um sich für den Zukunftsmarkt Energie & Umwelt in Position zu bringen.

Die regionalen Auswirkungen des Klimawandels waren der Fokus eines Beitrags von Professor Wolfram Mauser von der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Am Beispiel einer Region an der oberen Donau zeigte er, wie der Klimawandel Einfluss auf das Wasserpotential, die Flussfahrt und die Wasserkraftnutzung in der Region nimmt.

Professor Wolfgang Rommel vom bifa Umweltinstitut in Augsburg schloss sich an mit einem Vortrag über den regionalen Energieverbund als Standortortvorteil. Er zeigte, wie trotz der unterschiedlichen Interessenlagen regionale Energieproduzenten und -versorger über die systematische Koordination von Effizienzmaßnahmen und der Nutzung von Abwärme hohe Energieeinsparpotentiale realisiert werden können. „Den effizientesten Beitrag zum Klimaschutz leisten wir durch effiziente Wärmenutzung. Der Einsatz von Energiesparbirnen ist eine schöne Sache, aber eine Investition in die Wärmedämmung ist sinnvoller”, gab der Effizienzexperte zu bedenken.

Die größte Aufmerksamkeit erregte erwartungsgemäß ein Vortrag von Professor Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung an der Universität München und Autor des Buchs Das grüne Paradox: Für eine illusionsfreie Klimapolitik. Sinn provozierte mit einer Reihe von Thesen, die das Engagement der Deutschen für Öko-Strom und die Förderung erneuerbarer Energien in seiner derzeitigen Form in Frage stellt. In seinen Augen sei eine Reduktion von CO2-Emissionen nur dann möglich, wenn alle Länder an einem Strang zögen und sich dem Kyoto-Abkommen anschlössen, fasste Sinn seinen Vortrag zusammen.

Im Gespräch mit den Mitgliedern

Zwischen den Redebeiträgen wechselten die Besucher der Cluster-Tage zur Fachausstellung in das „Kühlhaus”, wo sich zwischen Dampfturbinen und anderen Museumsstücken Unternehmen, Netzwerkorganisationen und Bildungseinrichtungen aus dem Umfeld des Clusters präsentierten.

Tobias Finsterwalder, Geschäftsführer von der Finsterwalder Umwelttechnik, trat dem Umweltcluster vor zirka vier Monaten bei. Sein Unternehmen hat eine Software entwickelt, die die biologische Stabilität von Prozessen in der Biogaserzeugung beurteilt und mit der er Produzenten von Bioenergie hilft, die Verwertbarkeit von Abfall- und Rohstoffen für die Energiegewinnung zu analysieren. Finsterwalder hofft über die Networking-Organisation vor allem „Leute zu treffen die den gleichen Ansatz verfolgen, um Umwelttechnologien zu fördern.”

Für Claudia Scharnagl, Geschäftsführerin der U.T.E. Ingenieur GmbH, hat sich dieser Wunsch mehr als erfüllt. Die Bauingenieurin ist erst seit einem Jahr Mitglied, doch wurde ein Projekt ihres Unternehmen bereits 2008 als „Leuchtturmprojekt” des Umweltclusters geadelt. Das von Scharnagl geleitete Project „Lotecotec” zielt auf die Energiegewinnung aus Klärschlamm durch Niedertemperaturkonvertierung ab und wurde auch im Kontext der bundesweiten Kampagne „Land der Ideen” ausgezeichnet.

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Das Leuchtturmprojekt 2009

Im Fokus der diesjährigen Clustertage stand jedoch das Leuchtturmprojekt 2009 und sein Initiator, die Firma Grünbeck Wasseraufbereitung aus Höchstädt/Donau (siehe unser Beitrag vom 9. September). Als Leuchtturmprojekt zeichnet das Umweltcluster in unregelmäßigen Abständen besonders visionäre, national wie international vorbildliche Pilotvorhaben aus Bayern aus, die der Umweltcluster unterstützt.

Auch wenn die meisten Projekte im Rahmen der Cluster-Tage inhaltlich nur gestreift werden konnten, vermittelte die Veranstaltung auf eindrückliche Weise die Vielzahl an Einsatzgebieten und Standorten, die sich bayerischen Unternehmen der Umwelttechnikbranche erschließen. Besonders in Auslandsmärkten wie Südamerika, den neuen EU-Beitrittsländern, dem Wachstumsland China oder auf dem afrikanischen Kontinent besteht ein hoher Bedarf an Lösungen für die Wasserversorgung, das Recycling oder die Energiegewinnung.

Dr. Manuela Wimmer, die amtierende Geschäftsführerin des Umweltclusters Bayern, bekräftige die positiven Aussichten der Branche: „Energietechnik wird immer gebraucht und Abwasser wird als wichtiger Wertstoff immer anfallen. Deshalb wird die Umwelttechnikbranche von Krisen deutlich weniger betroffen sein als andere Branchen.”

Die nächste Möglichkeit, das Umweltcluster Bayern kennen zu lernen, bietet die Renexpo 2009, die am 24.09.09 in der Messe Augsburg stattfindet. Dort organisiert der Cluster die 2. Fachtagung Energie aus biogenen Stoffen und Abfällen und stellt in Halle 3 Stand A20 aus.

Birte Pampel

Wohlstand in einer CO2-armen Welt

Vergangene Woche stellten die Londoner Third Generation Environmentalism Ltd (E3G) und das Australische Climate Institute eine neue Studie, den G20 Low Carbon Competitiveness Report, vor. Darin wird analysiert, wie die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer aufgestellt sind, um den Wohlstand auch in einer CO2-armen Welt zu erhalten beziehungsweise zu erlangen. Das Hauptaugenmerk der Studie liegt auf der ökonomischen Konkurrenzfähigkeit unter Kohlenstoffarmen Bedingungen. Diese wird von der Wissenschaft gefordert, um einen gefährlichen Klimawandel abzuwenden.

Der ehemalige Weltbank-Chefökonom Nicolas Stern kommentiert den Bericht wie folgt: „Die globale wirtschaftliche Erholung stellt eine ideale Möglichkeit für Länder dar, um auf ein kohlenstoffarmes Wachstum umzustellen. Länder, die diese Möglichkeit nicht wahrnehmen, untergraben ihre zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und ihren zukünftigen Wohlstand."

Laut Report ist Frankreich in dieser Hinsicht am besten positioniert, gefolgt von Japan, Großbritannien, Südkorea und Deutschland. Schlusslichter sind Indien, Saudi Arabien und Indonesien. Der Spitzenreiter Frankreich erreicht seine Platzierung vor allem aufgrund der emissionssparenden Elektrizitätserzeugung, die sich großteils auf Atomenergie stützt, und des schonenden Umgangs mit den natürlichen Ressourcen. Deutschland wird ein effizientes Stromnetz sowie ein hohes Pro-Kopf-Einkommen zugute gelegt. Bemängelt wird die hohe Rate von Automobilen, die expansive Nutzung von Flugzeugen für den Güterverkehr und allgemein der große Energieverbrauch im Transportsektor.

Diese Aufstellung ist allerdings lediglich eine Bestandsaufnahme. So ist Südkorea neben anderen Schwellenländern wie Südafrika und Mexiko auf dem Vormarsch, was die CO2-Produktivität betrifft. Japan stagniert in dieser Hinsicht hingegen und droht im Index abzurutschen. Insgesamt kritisiert der Bericht, dass die meisten Länder ihre Emissionen nicht in dem Maße drosseln wie es nötig wäre, um eine Temperaturerhöhung über zwei Grad Celsius abzuwenden.

Oliver Hölzinger

Nachhaltiger Freizeitspaß – ein Konzept mit „Hanf und Fuß“

Markus Sauerhammer, Thomas Gutmann und Christian Gehret haben den Sprung gewagt: raus aus dem Studienalltag - rein ins Unternehmerdasein. Schon während ihres Studiums für Agrarmarketing und Management an der Fachhochschule Weihenstephan organisierte das Trio verschiedene Partys und Studienprojekte. Nachdem ihre beiden Labyrinthe im Hanffeld 2006 und 2007 sehr erfolgreich waren, fassten die drei den Entschluss, sich mit einem ökologischen Freizeitpark im Hanffeld selbstständig zu machen.

Mit Hilfe eines Exist-Gründerstipendiums und der Financial Times Deutschland-Gründerinitiative enable2start gründeten Sauerhammer, Gutmann und Gehret die Naturdenker GmbH und errichteten im Frühjahr 2009 in Münchens Norden, in Garching-Hochbrück, einen rund vier Hektar großen Freizeitpark im Hanffeld.

Dieser besteht im Wesentlichen aus einem großen Irrgarten, in dem verschiedene Stationen - je nach Themenwochen - über erneuerbare Energien, Klima & Umwelt, Landwirtschaft oder nachwachsende Rohstoffe informieren. Des Weiteren werden auf der Anlage mit Biergarten, Abenteuerspielplatz, grünem Klassenzimmer und Hanfshop, verschiedene Sonderevents, wie Kinderuni, Ritterfeste und Geisternächte angeboten. Auch eigene Feste, wie zum Beispiel Kindergeburtstage, können in dem Freizeitpark gefeiert werden.

Seit dem 20. Juni kamen rund 20.000 Besucher, um durch das Hanffeld zu irren und sich auf spielerische Art und Weise über verschiedene Umweltthemen zu informieren. Bis zum 27. September haben Nachzügler noch Zeit, den Freizeitpark zu erkunden. Danach wird der Hanf gemäht und von der Hock GmbH & Co. KG zu Thermo-Hanf, einem ökologischen Dämmmaterial verarbeitet.

Ob der Park im nächsten Jahr wieder öffnet? „Das entscheidet sich in den nächsten Wochen. Die Chancen stehen derzeit 50 zu 50", so Sauerhammer. „Der viele Regen in diesem Sommer hat uns um einen ganzen Monat nach hinten geworfen. Wir müssen jetzt erst einmal Bilanz ziehen und dann entscheiden, wie es weitergehen soll."

Die Nachfrage an weiteren Parks ist jedenfalls gegeben. Doch ob die Naturdenker selbst weitere Parks eröffnen, mit Franchise-Partnern zusammenarbeiten oder Leitfäden für Nachahmer erstellen werden, steht noch nicht fest.

Fest steht jedoch, dass der Freizeitpark im Hanffeld ein einzigartiges Projekt ist, das gerade in Zeiten schwindender natürlicher Ressourcen und zunehmender Umweltprobleme ein Zeichen setzt. Der Park verbindet nicht nur Natur mit Bildung und Spaß, sondern produziert auch den wertvollen Rohstoff Hanf, der das Klima schützt, indem er CO2 aufnimmt und langfristig speichert.

Corinna Lang

Ein Treffen mit Aaron LeMieux: The power is in you

nPower PEG ermöglicht das Laden mobiler Geräte ohne Strom. Aaron P. LeMieux, der Erfinder des Ladegerätes, verrät uns mehr dazu. Darüber hinaus erfahren wir exklusiv Details zu seinem neuen Projekt im Eriesee. Schon bald ermöglicht dieses Projekt die Versorgung von 3.800 Haushalten mit Strom, der aus der Energie der Wellen gewonnen wird.

Wenige Wochen, bevor das umweltfreundliche Ladegerät nPower PEG erhältlich sein wird, haben wir Aaron LeMieux in Cleveland, Ohio, getroffen. Wir wollten mehr zu seinem Personal Energy Generator erfahren.

Auf den ersten Blick scheint es beinahe zu schön um wahr zu sein: Wenn der Akku des Mobiltelefons, des MP3-Players oder eines beliebigen mobilen Gerätes leer wird, schließt man das Gerät einfach an den nPower PEG an. Sofort ist das Gerät wieder voll einsatzfähig; innerhalb einer Stunde zu 80 Prozent wieder aufgeladen.

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Plant for the Planet

99 Sekunden bekamen die Impulsgeber auf der "Nachhaltigkeit trotz(t) Krise"-Konferenz am 11. September in München Zeit, ihr Statement zur Gestaltung der Zukunft vorzustellen. Eingehalten wurden die 99 Sekunden nur in Ausnahmefällen.

Doch Liam Felsch - mit seinen 11 Jahren der mit Abstand jüngste Teilnehmer an diesem Abend - brachte sein Anliegen sogar in kürzerer Zeit auf den Punkt:

Guten Abend,

mein Name ist Liam und ich bin einer von rund 400 Klimabotschaftern von Plant for the Planet. Unser Ziel ist es, die Klimaerwärmung so gut wie möglich zu stoppen. Dazu informieren wir über den Klimawandel und was man dagegen tun kann.

Um CO2 zu neutralisieren pflanzen wir auf der ganzen Welt Bäume. Ein Setzling  kostet nur 1,- Euro. Bis jetzt haben wir fast 300.000 Bäume gepflanzt und über eine halbe Million weitere Bäume wurden uns versprochen.

Trotzdem brauchen wir EURE Hilfe:

Nämlich um die Abholzung von Wäldern zu verhindern und um den Ausstoß von CO2 zu verringern. Bei uns geht es aber nicht nur um das Bäumepflanzen, sondern vor allem um Klimagerechtigkeit.

Wir Kinder werden noch zirka 80 Jahre auf diesem Planeten leben, Ihr Erwachsenen vielleicht noch 30 bis 40 Jahre. Darum ist es für Euch Erwachsene eine WISSENSCHAFTLICHE Frage, ob und wie stark der Meerwasserspiegel ansteigt - doch für uns und unsere Kinder wird es wahrscheinlich eine LEBENSWICHTIGE Frage.

Denn WIR Kinder haben morgen das Klima, das IHR Erwachsenen heute macht!

Bitte helft uns!

Dankeschön!

Deutsche Cleantech-Unternehmen gefragt

Viel wird dieser Tage über die schleppende Kreditvergabe geredet. Das lässt leicht vergessen, dass es auch jenseits des Bankensektors für Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten gibt, an Kapital zu kommen. Das Beratungsunternehmen Eicon hat sich darauf spezialisiert, für mittelständische Betriebe Investoren zu finden. Das CleanEnergy Project sprach mit Eicon-Partner Jan Bentele, der in Deutschland den Cleantech-Sektor betreut.

Herr Bentele, Eicon hat seit seiner Gründung 1999 mehr als 100 Unternehmen erfolgreich beraten, darunter auch Mittelständler aus dem Agrarsektor und aus der Wasserwirtschaft. In welchem Sektor der Cleantech-Branche werden Ihre Leistungen besonders stark nachgefragt?

Wir erleben eine besonders hohe Resonanz in Märkten wie der Solarbranche, dem Contracting sowie der Biogas- und Windenergie - und zwar von beiden Seiten, das heißt von Unternehmen, die nach Kapitalgebern suchen und von Investorenseite. Vor allem von Projektentwicklern „grüner" Kraftwerke bekommen wir derzeit eine Menge Anfragen.

In welchem Markt sehen Sie aktuell die größte Dynamik?

International in den Bereichen Solar und Wind, von Brasilien bis Sizilien. Hier im deutschsprachigen Raum sind auch Biogas und Contracting gefragte Themen. Beim Biogas werden dank der jetzt kommenden Einspeisung in öffentliche Gasnetze große Wachstumschancen gesehen. Der Contracting-Markt, meistens eine Kombination aus Einspar-, Anlagen- und Wärmeliefer-Contracting, wächst schon jetzt rasant, obwohl der ganz große Durchbruch vermutlich erst kommt, sobald rechtliche Hürden für das Contracting im Mietwohnungsbau genommen sind. Wir haben aktuell Kunden, die diese Märkte für sehr interessant halten und hier Unternehmen oder Beteiligungen kaufen wollen.

Welche Kriterien müssen Mittelstandsunternehmen erfüllen, die mit Hilfe von Eicon einen Investor finden wollen?

Wir suchen derzeit einerseits Unternehmen, die einen Mindestumsatz von 10 Millionen Euro pro Jahr tätigen. Bei kleineren Unternehmen interessiert uns andererseits, welche Marktposition sie haben: Gibt es einen Technologievorsprung oder besondere Kundenbeziehungen, die ihnen in der Branche dauerhafte Wettbewerbsvorteile verschaffen? Regional konzentrieren wir uns auf den westeuropäischen Markt.

Eicon verfügt über ein umfangreiches internationales Netzwerk und unterstützt Cleantech-Unternehmen auch bei der Internationalisierung. In welcher Form geschieht das?

Ein Großteil der von uns begleiteten Transaktionen ist international, das heißt mindestens ein Vertragspartner sitzt im Ausland. Unsere Kunden unterstützen wir bei ihrer internationalen Expansion in der Regel mit der Suche nach und Verhandlung mit geeigneten Unternehmen zum Kauf vor Ort bis hin zum Vertragsabschluss und darüber hinaus. Auch der Mittelstand tendiert inzwischen dazu, seine Internationalisierung über den Kauf von Unternehmen im Zielland schnell und effizient voranzutreiben. Im Verkaufsfall ist es ebenfalls so, dass wir geeignete Käufer deutscher Unternehmen zunehmend international finden.

Die USA sind von der Finanzkrise besonders stark betroffen. Trotzdem bekommt Eicon nach wie vor aus den USA Anfragen von Investoren, die in deutsche Cleantech-Unternehmen investieren wollen. Warum?

Es stimmt, dass die Privathaushalte in den USA von der Krise stark betroffen sind. Gleichzeitig gibt es in den USA immer noch sehr finanzstarke Investoren, angefangen mit den großen Pensionskassen, und den Private Equity Fonds. Diese Investoren suchen laufend nach neuen Anlagemöglichkeiten und sie zeigen dabei eine überdurchschnittlich hohe Flexibilität und Bereitschaft, in Projekte der erneuerbaren Energien zu investieren.

Wenn ein deutsches Unternehmen sich auf einen externen Investor einlässt, wie viel Kontrolle bleibt ihm dann noch?

Das kommt natürlich sehr auf den Einzelfall an. Wir können drei Fälle unterscheiden, die einigermaßen typisch sind:

1. Investoren, die die Führung des Unternehmens in die eigene Hand nehmen wollen und die sich mit einem Minimum von 51 Prozent beteiligen. Üblicher sind 75 plus X-prozentige Beteiligungen, da der Investor so eine Sperrminorität verhindern kann. Hier erhält der Investor also faktisch die Kontrolle über das Unternehmen.

2. Investoren, die ihr Geld als eine Kapitalanlage investieren wollen (zum Beispiel in Form eines Fonds). Ein typisches Beispiel sind Investoren, die sich an der Errichtung eines Windparks beteiligen. Hier gibt es in der Regel kaum unternehmerische Einflussnahme durch den Investor.

3. Investoren, die jungen Unternehmen eine Wachstumsfinanzierung bieten. In diesem Fall wollen sich beide Seiten, Investor und Unternehmer, einen möglichst großen Einfluss im Unternehmen sichern. Meist wird deshalb ein Mittelweg gewählt, beispielsweise indem der Investor neben seiner (Minderheits-)Beteiligung spezielle Nebenrechte erhält.

Worauf sollte ein Unternehmer achten, wenn er Investoren beziehungsweise Käufer für sein Unternehmen sucht?

Die Komplexität einer solchen Transaktion sowie die Tragweite verfrühter Festlegungen sind für den Unternehmer oft nicht ersichtlich. Häufig ist es etwa so, dass unsere Kunden sich schon auf zwei bis drei potentielle Investoren beziehungsweise Käufer gedanklich fixiert haben, wenn sie zu uns kommen. Erstens sollten aber die Interessen des Unternehmers möglichst gut in Einklang gebracht werden mit den Interessen des Käufers beziehungsweise Investors. Nicht jeder Investor passt zu jedem Unternehmen. Und zweitens ist es für die späteren Verhandlungen förderlich, mehrere Interessenten zu haben.

Daher besprechen wir mit unseren Kunden zu allererst ausführlich deren Situation und Wünsche, um dann gemeinsam heraus zu arbeiten, welche Art von Investoren im Einzelfall am besten geeignet ist. Mit unserem breiteren Denkansatz und strukturierter Recherche finden wir nicht selten über Hundert potenziell geeignete Kandidaten. Aus denen wählen wir dann gemeinsam diejenigen aus, die wir im Rahmen eines kontrollierten Bieterverfahrens ansprechen und über den gesamten Verhandlungsprozess begleiten. Je mehr ernsthafte und geeignete Interessenten wir gewinnen können, desto besser sind am Ende die Konditionen für unseren Kunden.

Vielen Dank für das Gespräch.

Eicon berät mittelständische Unternehmer bei der Erhaltung, Steigerung und Realisierung des Unternehmenswerts: Neben dem Kauf oder Verkauf von Unternehmen, Beteiligungen und Immobilien unterstützt sie auch bei der Strategieentwicklung sowie in Krisensituationen. Jan Bentele ist Ansprechpartner für die Cleantech-Branche und arbeitet in Eicons Münchner Zentrale; Niederlassungen befinden sich in Düsseldorf und Berlin. Näheres zu Eicon unter www.eicon-bb.de.

Birte Pampel

Ist Uran ein Land?

Uran, "ein chemisches Element mit der Abkürzung U und der Ordnungszahl 92 im Periodensystem" (Wikipedia), ist ein wesentlicher Bestandteil zur Erzeugung von Atomkraft. Woher kommt das Uran, und was geschieht auf dem Weg zwischen Abbau, zum Beispiel in Australien, und Ankunft in einem deutschen Atomkraftwerk? Wenige sind sich der katastrophalen Auswirkungen des Abbaus bewusst (siehe Beitrag "Verheerender Uranabbau") oder kennen die Transportwege des Uran.

Der Film "Nuking the Climate - Eine Spurensuche der Herkunft von Uran" gibt einen erschreckenden Überblick über die verheerenden Auswirkungen des Uranabbaus. Großflächige Umweltzerstörung, verseuchtes Wasser, enormer Wasserverbrauch (35 Millionen Liter pro Tag für nur eine Uran-Abbaustätte). All das, damit einige wenige Manager Unsummen von Profiten machen können. All das, obwohl es bewiesen ist, dass wir Atomkraft nicht benötigen, um unseren Energiebedarf zu füllen.

"Tatbestand ist, dass erneuerbare Energien innerhalb der nächsten 15 Jahre auf jeden Fall preiswerter [als Atomkraft] werden. Spätestens im Jahr 2020 werden die erneuerbaren Energien im Schnitt preisgünstiger sein," so Michael Müller, SPD (am Ende des Films im Interview zu sehen).

Politiker werden ihre Ansichten über Atomkraft allerdings nur ändern, wenn sie bei Wahlen empfindlich spüren, was den Bürgerinnen und Bürgern wichtig ist, so Klaus Traube, ein ehemaliger Manager der Atomenergie, ebenfalls bei einem Interview im Film.

Gut, dass wir bald Wahlen haben!

Maiken Winter

Ein Atomendlager vor Ihrem Haus?

Was würden Sie davon halten, wenn Atomkraftwerks-Betreiber vor Ihrem Haus nach geeigneten Lagerstätten für Atommüll suchen würden? Natürlich ist das eine absolut unrealistische Vorstellung, denn natürlich wird das bei Ihnen nie passieren. Nach dem Vogel-Strauß Prinzip achten wir auch meist nicht auf Probleme, welche andere Menschen betrifft solange diese Probleme uns nicht direkt beeinflussen. Weder achten wir auf diejenigen Menschen, die ein Atomkraftwerk oder eine Atomlagerstätte in ihrer Nähe haben, noch auf diejenigen, deren Land für den Uranabbau zerstört wird. 

Um uns die Problematik der Endlagerstätten im Speziellen und der Atomkraft im allgemeinen etwas näher vor Haus zu bringen, gehen Bürgerinnen und Bürger, von Campact! organisiert, auf die Strasse. Ausgerüstet mit Strahlenanzug und Geigerzählern suchen sie nach geeigneten Endlagerstätten, direkt im Zentrum verschiedener deutscher Städte.

Heute wird Campact! in München auf Suche gehen. Treffpunkte und Zeiten sind:

Endlagersuche: 14:00 Uhr, Sendlinger Tor
Probebohrung und Kundgebung: 16.00 Uhr, Odeonsplatz
Diskussionsrunde: 17.00 Uhr, Odeonsplatz, unsere Gäste: Jerzy Montag (Bündnis 90/ Die Grünen), Dr. Rainer Stinner (FDP), Nicole Gohlke (Die Linke), Dr. Axel Berg (SPD) und Mechthilde Wittmann (CSU)

Nach München und neun anderen Städten im gesamten Bundesgebiet stehen noch zwei weitere Städte auf dem Programm: Nürnberg und Münster. Noch viel Erfolg beim Suchen!

Maiken Winter

Erneuerbare Energien - Anlalyse Deutschland

Die Diskussionen um den Ausbau regenerativer Energiequellen nehmen weltweit zu. So soll in Deutschland der Anteil an erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 auf 25 bis 30 Prozent erhöht werden. Ein zu niedrig gestecktes Ziel, wie zahlreiche Gegenstimmen behaupten. 

Die wirtschaftliche Belastung Deutschlands zu Ländern mit fossilen Energiereserven ist enorm und bedeutet eine starke Abhängigkeit zu teilweise politisch instabilen Regionen - denn hier lagert ein Großteil der letzten verfügbaren Reserven. Ebenso wächst der Energiebedarf stetig, insbesondere China und Indien tragen vermehrt zu einem weltweiten Mehrverbrauch an Energie bei. Erneuerbare Energien hingegen sind unerschöpflich und darüber hinaus im eigenen Land verfügbar, sodass sie die Importabhängigkeit verringern und eine klimafreundliche Energieversorgung darstellen.

Unabhängig von der Atomenergie muss das Hauptaugenmerk aber auf dem Ausbau der Energieeffizienz durch erneuerbare Energien liegen, um Schwankungen, beispielsweise bei der Wind- oder Solarenergienutzung, auffangen zu können. Die Stromnachfrage sollte schließlich auch in Hochlastzeiten sicher, preiswert und vor allem klimaschonend sein. Wie der derzeitige „Stand der Dinge“ am Standort Deutschland aussieht, welche Technologien und Fördermaßnahmen es gibt und wie die Prognosen für Energien aus Sonne, Wind und Wasser aussehen, soll die wöchentliche Serie der „Erneuerbaren“ verdeutlichen.

Unterteilt in sieben Sektoren wird die Entwicklung der einzelnen Technologien hierbei näher beleuchtet. Was wurde vor Jahren prognostiziert und wie sieht die tatsächliche Entwicklung der erneuerbaren Energien heute aus? Welche Potenziale stecken wirklich in den erneuerbaren Energien? Schließlich übertrifft das natürliche Angebot an Wind- und Sonnenenergie, Erdwärme, Wasserkraft und Bioenergie den derzeitigen Energieverbrauch um ein Vielfaches. Inwieweit ermöglicht es aber die heutige Technik, diese schier grenzenlosen, natürlichen Quellen für den Menschen nutzbar zu machen? Diese und noch zahlreiche Fragen beantwortet die neue Serie „Erneuerbare Energien – Analyse Deutschland“.

Judith Schomaker

Klimaschutz im Wahlprogramm

Noch wenige Tage bis zur Bundestagswahl. Dabei geht es nicht nur um die Wahl einer neuen Regierung wie alle vier Jahre, sondern um die Wahl derjenigen Regierung, die mitbestimmen wird, ob wir effektiv gegen den Klimawandel vorgehen werden oder nicht. Wer ist dafür geeignet?

Deutschland ist ein Vorreiterland im Ausbau erneuerbarer Energien. Aber auch Deutschland muss noch eindeutigere Weichen setzen, um der Welt zu zeigen was nötig und möglich ist. Nötig ist, dass wir innerhalb der nächsten Jahrzehnte nicht nur die CO2 -Emissionen reduzieren, sondern die globale CO2 -Konzentration der Erdatmosphäre von den derzeitigen ca 387 ppm (NOAA ) auf maximal 350 ppm verringern, um ein irreversibles Überschreiten von Kipp-Punkten im Klimasystem zu vermeiden. Dazu ist es notwendig, innerhhalb der nächsten Jahrzehnte zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umzusteigen. Eine solche "Große Transformation " ist nicht nur nötig, sondern auch möglich , selbst oder gerade in einem hoch-industrialisierten Land wie Deutschland.

Konkret bedeutet eine solche Transformation, dass innerhalb der nächsten Jahrzehnte sämtliche fossile Energieträger (Kohle, Erdgas und Erdöl) sowie Energieträger, deren Rohstoffe mit sehr hohem Energieaufwand extrahiert werden (Atomkaft ), durch erneuerbare Energien ausgetauscht werden müssen. Studien haben gezeigt, dass eine solche Transformation in Deutschland machbar ist.

Wie stehen die Parteien zu erneuerbaren Energien? Sehen wir sie uns einmal genauer an. Bitte beachten Sie dabei, dass diese kurze Übersicht nur sehr grob ist.  Für nähere Informationen lesen Sie bitte die im Text angegebenen Links.

CDU

"Wir müssen Energien effizienter nutzen und erneuerbare Energien weiter fördern", heißt es im Wahlprogramm der CDU. Das klingt gut. Aber was heißt das genau? Erhöhung der Energieeffizienz, auch durch eine "Modernisierung des Krafwerkparks", inklusive neuer Kohlekraftwerke. In ihrem Fernsehduell verteidigte Angela Merkel außerdem ein Beibehalten der Atomkraft als Klimaschutzmaßnahme, obwohl der Uranabbau viel Energie benötigt, und dadurch viel CO2 freisetzt (siehe Beitrag von Corinna Lang ).

Bis 2020 sollen bis zu 30 Prozent des gesamten Stroms in Deutschland von erneuerbaren Energien erzeugt werden, und CO2 -Emissionen um 40Prozent (im vergleich zu 1990) reduzieren. Das klingt nicht schlecht. Dabei sollte man jedoch bedenken, dass schon heute erneuerbare Energien 14,8 Prozent des Stroms erzeugen, dass der Zuwachs an erneuerbaren Energien sehr hoch ist (siehe Grafiken auf Unendlich viel Energie ), und dass dieser Zuwachs meist stark unterschätzt wird (Agentur für erneuerbare Energien ). Unter diesem Gesichtspunkt ist das 30 Prozent-Ziel weniger beeindruckend; ganz abgesehen davon, dass es nicht ausreicht, um effektiv das Fortschreiten des Klimawandels zu begrenzen.

Gebäudesanierung und Umweltbildung sollen gefördert werden, das Stromnetz erneuert und die Stromversorgung intelligent vernetzt und von lokalen Energieerzeugern supplementiert werden. Diese Maßnahmen sind wesentlich für den Ausbau erneuerbarer Energien. Doch der wichtigste Punkt, der Ausstieg aus fossilen und nuklearen Energien, wird nicht unterstützt. Stattdessen heißt es auf Seite vier des Reports :

Es wird damit argumentiert, dass in dem Kraftwerkspark der Zukunft CO2 -Emissionen sequesteriert werden können (CCS ). Leider soll jedoch das erste große Kraftwerke, das CO2 -effizient abscheiden kann, erst in zirka zehn Jahren im Netz stehen. Gleichzeitig geben uns Wissenschaftler maximal sechs Jahre Zeit , einen Rückgang der CO2 -Emissionen einzuleiten.

Die Notwendigkeiten effektiven Klimaschutzes, die technischen Möglichkeiten, und die derzeitigen Ziele der Partei sind leider selbst bei unserer Klimakanzlerin nicht sehr kongruent, genauso wenig wie bei der SPD und FDP (siehe unten).

SPD

"Alle alten Kraftwerke müssen durch neue hocheffiziente ersetzt werden", meint Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier in seinem Wahlprogramm . Das bedeutet, wie bei der CDU, eine Weiterführung der fossilen Energie, ohne konkrete Vorschläge, bis wann erneuerbare Energien die Energieversorgung Deutschlands zu 100 Prozent ersetzen sollen.

CO2 -Emissionen sollen bis 2050 um 90 bis 95 Prozent gesenkt werden. Der Anteil erneuerbarer Energien (an was? Strom oder Strom und Wärme?) soll bis 2020 auf 35 Prozent und bis 2030 auf 50Prozent steigen. Die Monopole der Energieversorger sollen aufgelöst werden, und dadurch eine kostengünstigere, dezentrale Energieversorgung ermöglicht werden. Das klingt gut, aber nicht ausreichend, um rechtzeitig die CO2 -Emissionen stark genug zu senken.

FDP

Bis 2020 soll 20 Prozent des Primärenergieverbrauchs von erneuerbaren Energien stammen (Deutschlandprogramm ). Bis 2020 sollen außerdem Treibhausgasemissionen (relativ zu 1990) zu 20Prozent reduziert werden, bis 2050 zu 60 bis 80 Prozent. Das ist das am wenigsten ambitioniete Klimaschutzziel aller größeren Parteien Deutschlands.

Die Kohleverstromung ist auf "absehbare Zeit erforderlich", soll aber "klimaverträglicher" gemacht werden, vor allem durch den Ausbau von CCS (siehe obiger Beitrag unter CDU). Ein "Abschied fossiler Kraftstoffe" wird nur im Zusammenhang mit Öl erwähnt - ein Abschied, der sowieso durch das Ausgehen dieses Treibstoffes notgedrungen bald eintreten wird.

Der Ausstieg aus der Atomenergie ist im Moment "ökonomisch und ökologisch falsch" - da fragt man sich, ob möglicherweise kurzzeitige ökonomische Berechnungen wegen der Gewinne eines Atomkraftwerks von mehr als 500.000 Euro pro Tag eine Rolle spielen könnten?

Insgesamt reichen die Ansätze der FDP noch weniger als die der CDU und SPD, um uns effektiv vor dem Erreichen klimatischer Kipp-Punkte zu schützen.

Die Grünen .

Erneuerbare Energien sollen bis 2020 40 Prozent unseres Stroms erzeugen, und dadurch zirka 400.000 neue Jobs kreieren (Die Grünen ). Das Stromnetz soll, wie auch bei der CDU, intelligenter werden, und durch Gleichspannungsnetze ganz Europa effizienter mit Energie versorgen.

Ein 100-prozentiger Ausstieg aus Atomkraft und Kohle wird unterstützt. Aber ein konkreter zeitlicher Rahmen für diesen Ausstieg wird nicht gegeben.

Die Linke .

Hier werden die radikalsten Forderungen gestellt: eine Halbierung der CO2 -Emissionen (im Vergleich zu 1990) bis 2020, und eine Reduzierung um mindestens 90 Prozent bis 2050. Strom soll bis 2020 mindestens zur Hälfte von erneuerbaren Energien stammen, der zu grossem Teil von dezentralen Energieerzeugern stammen soll. Dies muss einhergehen mit stark erhöhter Energieeffizienz und einem nachhaltigeren Lebensstil.

"Mittelfristig muss in Deutschland der komplette Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden" (Wahlprogramm der Linken ). Allerdings sehen auch die Linken neue Kohlekraftwerke als eine Überganslösung zu erneuerbaren Energien.

FAZIT.

Die Dringlichkeit und Notwendigkeit einer großen Transformation unseres Energiesystems scheinen zumeist noch nicht erkannt zu sein, denn die meisten Programme, besonders die Beibehaltung der Kohlekraft,  sind unzureichend um eine Reduzierung der atmospährischen CO2 -Konzentration rechtzeitig zu erreichen.

Was kann man da tun? Nutzen Sie die wenigen Tage vor der Wahl, und kontaktieren Sie Ihre Partei. Fragen Sie nach, wie Ihre Partei effektiv einen irreversiblen Klimawandel  vermeiden möchte. Die Antwort wird Ihnen zeigen, wie gut sich Ihre Partei in der Thematik auskennt, und wie vertrauenswürdig sie ist.  Klimaschutz muss in den nächsten zwei Wochen unbedingt sehr viel stärker Thema des Wahlkampfes werden! Schliesslich geht es dabei nicht nur um die nächsten vier Jahre, sondern um die Zukunft aller folgenden Generationen.

Falls Sie unsere Politiker daran erinnern wollen, worum es bei der Wahl geht, dann können Sie sich auch an einer Aktion von Avaaz beteiligen:  September 21 - Global wake-up call .

Maiken Winter

Andere Übersichten über das Wahlprogramm verschiedene Parteien können Sie auch bei WWF , bei der Rosa-Luxemburg Stiftun g, Tagesschau und bei Greenpeace (sehr guter Wahlkompass ).

Clean Tech Media Award 2009: Wir gratulieren allen Gewinnern

Das CleanEnergy Project gratuliert den Preisträgern des Clean Tech Media Awards 2009; in der Kategorie Nachhaltigkeit – juwi Holding AG mit ihrem energieeffizientestem Bürogebäude der Welt; in der Kategorie Technologie – Enertag AG mit dem Projekt Hybrid-Kraftwerk Wind und Wasserstoff, in der Kategorie Kultur und Medien – Klimahaus® Betriebsgesellschaft mbH mit ihrer Wissens- und Erlebniswelt Klimahaus Bremerhaven 8° Ost und in der Kategorie Nachwuchswissenschaftler – der Student Jan Philipp Mai zur energieeffizienten Siliziumherstellung für Solarzellen. Näheres unter www.cleantech-award.de

Wir freuen und, Ihnen einige Impressionen von der Preisverleihung am 10. September zu zeigen:

 

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Birte Pampel

Moving beyond science fiction

For more than 40 years, scientists have dreamed of collecting the sun’s energy in space and beaming it back to Earth. Now, a host of technological advances, coupled with interest from the U.S. military, may be bringing that vision close to reality.
Reposted from Yale360; written by by michael d. lemonick

Despite the enormous promise of solar power, the drawbacks of the technology remain significant. People need electricity every day, around the clock, but there’s no part of the United States that is cloud-free 365 days a year — and no solar radiation at night. You have to find some way to store the energy for those sunless periods, and there’s not yet a large-scale way to do that.

Moreover, the best locations for solar arrays — the deserts of the American Southwest — are far from the centers of population, so even under the best of circumstances you’d have to send electricity many hundreds of miles through transmission lines that don’t yet exist.

But there is a way to tap into the sun’s energy 24 hours a day, every day of the year, and send it anywhere on the globe: Launch solar panels into space and beam the power back to Earth.

The concept sounds far-fetched and wildly impractical, and when the Pentagon and space enthusiasts began talking about it back in the 1960s and 1970s, it was. Recently, however, the idea of space-based solar power, or SBSP, has begun to look less like science fiction and more like a technology whose time may be coming, with the Pentagon and private companies ramping up efforts to make space-based solar power a reality.

HOW IT WORKS: Beaming space-based solar power back to Earth. Please see series of pictures in the original article on on yale360.

Two years ago, the Pentagon’s National Security Space Office (NSSO) issued a report recommending that the U.S. “begin a coordinated national program to develop SBSP.” A year ago, engineers did a small but successful experiment using some of the technology that will be employed in SBSP, taking energy from solar cells, converting it to microwaves, and then beaming it 92 miles from Maui to the Big Island of Hawaii, where it was converted back into 20 watts worth of electricity.

And last spring, the California-based Solaren Corporation signed a contract with Pacific Gas & Electric (PG&E) to provide 200 megawatts of power — about half the output of an average coal-fired power plant — by 2016 by launching solar arrays into space. Several other companies have announced their intentions to put up solar satellites of their own.

Doubts abound that space-based solar power will come to pass anytime soon, and for good reason: The technology involves launching a series of large satellites into space, using robotic technology to assemble the solar arrays, transmitting the energy 22,000 miles to earth using microwave technology, and then converting that energy to electricity on the ground.

The fact is, however, that all of that is now feasible — if pricey — thanks to technological advances in recent years. These include cheaper and more reliable launch technology, lighter and stronger materials for solar stations, significant improvements in the robotic technology needed to assemble the solar arrays, far more efficient solar cells, more precise digital devices to direct that energy accurately to earth, and significantly smaller and more powerful microwave transmitters and receivers.

The big question is whether this engineering feat can be pulled off at a price competitive with terrestrial solar power. So far, the Pentagon’s estimate of what it will cost — $10 billion to put a 10-megawatt experimental solar station in orbit by 2016 — is five times higher than Solaren’s and would produce far less power.

A number of factors are driving the renewed interest in space-based solar power, including the push to cut greenhouse-gas emissions and growing interest from the military. But neither of these forces would mean much if the technology was outrageously expensive or too impractical.

It was a little bit of both when SBSP was first proposed in 1968 by an engineer named Peter Glaser, who worked for the consulting firm Arthur D. Little on a variety of space-related projects. The basic components — solar cells and microwave transmitters and receivers — already existed, and as the Apollo program began to wind down, NASA was trying to figure out what to do next.

In particular, says John Mankins, who became the manager for advanced concepts for NASA during the 1990s, “They were trying to figure out what to do with the space shuttle.” One idea was to begin launching space habitats — to get large numbers of people living and working in space. “These people would need something to do,” says Mankins, “so one idea was that they’d build solar-power satellites.”

Studies showed that it was a feasible, but daunting, proposition. “This was in the days before PCs, microelectronics, robotics,” says Mankins. “The idea of something like the shuttle’s robotic arm was unimaginable. So you’d need these big crews to bolt the things together — and the satellites themselves would have had to be physically enormous. We’d need a new launch system that would dwarf the space shuttle.”

The bottom line, he says, was that it could be done, but it would have cost

the equivalent of a trillion of today’s dollars to get the first kilowatt of power, and it would have taken 20 years. “The National Research Council and the Office of Technology Assessment looked at it,” recalled Mankins. “One of them said, ‘Let’s revisit this in ten years.’ The other said, ‘Let’s never consider this again.’”

In the mid-1990s, NASA did revisit the concept. Under Mankins’ direction, a team of engineers was assembled to see whether advances in technology made space-based solar power more feasible. “The basic answer,” he says, “was ‘yes.’”

In the past decade two other factors have emerged to boost the prospects of SBSP: climate change and interest from the military.

There is a growing recognition that non-carbon energy sources will be crucial if the world is going to avoid the worst effects of climate change. It’s almost inevitable that carbon emissions will end up being taxed one way or another, and when they are, renewables like SBSP will immediately become more competitive economically.

That’s what motivates Solaren and PG&E. Although it is cloaking its work in secrecy, Solaren has said it will cost roughly $2 billion to launch a handful of satellites carrying the equipment that will be robotically assembled into a single, large solar station. One way the company plans to boost efficiency is to use parabolic reflectors to concentrate sunlight onto the solar cells.

“The biggest expense,” says Cal Boerman, Solaren’s director of energy services, “is the cost of getting into space, and we’re convinced we can get the weight down to the point where we can do this with a minimum number of launches.”

As with any SBSP system, the energy will be converted into microwaves and beamed down to a so-called rectenna — an antenna that “rectifies” the microwaves back into electricity. Solaren’s, to be located near Fresno, Calif., will consist of an array of smaller antennas that will cover about a square kilometer — far less real estate than you’d need if you were using ground-based solar cells to gather an equivalent amount of power.

Because Solaren’s satellite will be in geostationary orbit, the antennas won’t have to track it across the sky; like a satellite TV receiver, they’ll always aim at a fixed point in the sky. At 22,000 miles up, a geostationary satellite is in full sunlight virtually all the time.

As for safety, he says, the fact that the microwaves are spread out over a square kilometer means that they’d be relatively harmless to, say, a flock of birds that happened to fly through them. And if the beam should wander, the satellite will be programmed to scatter it.

Solaren isn’t the only company trying to commercialize SBSP: PowerSat, based in Everett, Wash., has recently filed patents for its own space-power system, which will use an array of hundreds of small satellites linked together rather than one large one. PowerSat says it can reduce some of the high costs of putting the technology in space by using solar energy to power electronic thrusters to maneuver the satellites into orbit. A Swiss company, Space Energy, is also working on SBSP. Solaren is the only one, though, with a contract with a utility. “As we talked to investors,” says Boerman, “they naturally asked, ‘Can you sell it?’”

If this first project works out, Solaren eventually wants to put in orbit satellites that can generate a gigawatt of electricity, enough to power roughly 1 million homes.

Such futuristic schemes have understandably generated a great deal of skepticism. Space experts have been debating the issue online, with some arguing that Solaren’s project will be far more expensive than the company estimates, in part because it could take more than a dozen launches — not just four, as the company stated — to get the solar station into space.

But the military’s interest in SBSP could give a major boost to the technology. According to Marine Corps Lt. Col. Paul Damphousse, Chief of Advanced Concepts for the National Security Space Office, the military is interested in SBSP for two main reasons.

The first, he said, is that “we’re obviously interested in energy security, and we’re also interested in weaning ourselves off fossil fuels because climate change could pose national security risks.” But there would also be a tactical advantage to space-based solar, Damphousse noted. When the military is operating in remote regions of countries like Iraq or Afghanistan, it uses diesel generators to supply forward bases with power.

“We have a significant footprint getting energy in,” says Damphousse, noting the need for frequent convoys of oil tankers, the soldiers to protect them, and air support — all of which is expensive and dangerous.

Being able to tap into power beamed directly down from space would clearly have a lot of appeal, says Damphousse, even if it were relatively costly. And it’s not just useful for the battlefield, he says, but also for areas affected by natural disasters, such as Hurricane Katrina.

For those reasons, Damphousse supports the idea of coordinated studies by the Pentagon and other agencies — such as NASA and the Department of Energy — that would have a stake in space-based power.

“We might, for example, do some experiments on the International Space Station, which is already up there and generating 110 kilowatts of power from its own solar cells,” he says, “rather than having to send up a dedicated test satellite.”

Such cooperation might appeal to NASA. “I suspect that NASA will start working on energy and on more advanced technology and less on, ‘Let’s get to the moon by 2018,’” says Mankins.

By undertaking some of the research and being an early customer for SBSP, the government could rapidly accelerate development of the technology. Historians of aviation agree that the government’s decision to back air mail played a major role in developing the aircraft industry, leading to technological innovations and economies of scale. The same phenomenon could take an emerging but outlandish-sounding technology and push it into the energy mainstream.

Sprit aus Algen

Nach Grüner Energie folgt nun "Blaue" Energie: Forscher in Frankreich und den USA arbeiten daran, aus Algen Benzin und Diesel herzustellen, der wie gewöhnlicher Sprit an Tankstellen gekauft werden kann.

Der Schlüssel zum Erfolg wird in den hohen Fettreserven von bis zu 80 Prozent des Gesamtgewichtes von Algen gesehen. Folglich könnten laut einem Mitarbeiter vom nationalen Forschungsinstitut Inria im südfranzösischen Sophia Antipolis aus einem Liter Algen zirka 100 Gramm Öl gewonnen werden, aus dem Biosprit hergestellt werden kann. Damit liefern Algen ein Vielfaches an Öl im Vergleich zum Raps beispielsweise.

Die Algenzucht ist sowohl vor der Küste möglich, als auch an Land in durchsichtigen Kunststoffsäcken, die in Gewächshäusern aufgehängt werden können. Somit sind die Anbauflächen weitaus geringer, als für andere Energiepflanzen, womit die Konkurrenz zum Anbau von Nahrungsmitteln weitgehend entfällt. Des Weiteren müssen die Algen nicht gedüngt werden. Da sie Photosynthese betreiben, brauchen sie zum Wachstum neben Wasser lediglich CO2 und Sonnenlicht. Solche Algenfarmen aufzubauen ist zunächst teuer. Bedenkt man jedoch, dass ihre Nutzung im Vergleich zu fossilen Energieträgern quasi unerschöpflich ist, wird sich der Aufwand bald amortisiert haben.

Die Algenprodukte von Sapphire Energy im kalifornischen San Diego sollen in drei bis fünf Jahren marktreif sein. So sollen im Jahr 2011 vier Millionen Liter Diesel und vier Millionen Liter Flugzeugbenzin produziert werden können. Damit bekommt der Verbraucher vielleicht schon in absehbarer Zeit eine weitere Möglichkeit, Sprit aus nachwachsenden Rohstoffen zu tanken.

Judith Kronberg

EU schlägt Klimafond zur Unterstützung von Entwicklungsländern vor

Im Dezember soll bei der Weltklimakonferenz in Kopenhagen ein Folgeabkommen für das Kyoto-Protokoll beschlossen werden. Dieses läuft 2012 aus. Eine wesentliche Frage auf dem Weg zu einem ambitionierten Reduktionsziel ist die Lastenverteilung zwischen Industrienationen und Entwicklungsländern.

Letztere argumentieren, dass sie nicht auf technischen Fortschritt und Wohlstand verzichten wollen um das Klima zu schützen. Zurzeit sind sie nur für einen Bruchteil der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Damit die Entwicklung einigermaßen klimaverträglich gewährleistet werden kann, sollen die Industrienationen für Klimaschutzmaßnahmen in armen Ländern bezahlen. Ansonsten ist hier ein ähnlich umweltbelastender Entwicklungsverlauf zu erwarten, wie er in heutigen Industrieländern während der industriellen Revolution beobachtet werden konnte. Die Afrikanische Union (AU) deutet im Vorfeld der Kopenhagen-Konferenz bereits an, dass sie Klimaschutzverpflichtungen nicht zustimmen werde, sofern verbindliche Finanzhilfen ausbleiben.

Die Europäische Kommission bewegt sich nun in dieser Streitfrage und schlägt vor, einen internationalen Fond unter dem Dach der United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) einzurichten. Aus ihm sollen Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern finanziert werden. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge spricht sich der britische Premierminister Gordon Brown für einen Rahmen von jährlich 100 Milliarden US-Dollar aus, der auf diesem Wege in die armen Regionen der Welt transferiert werden soll.

Es bleibt abzuwarten, ob sich die Industrienationen auf diesen Vorstoß einigen können. Insbesondere die Lastenverteilung könnte zu Streitigkeiten führen. Außerdem ist nicht klar, ob den Entwicklungsländern diese Summe ausreicht, um Treibhausgasemissionen und Wirtschaftswachstum voneinander zu entkoppeln. Die Afrikanische Union hat sich in dieser Frage noch nicht festgelegt. Experten schätzen allerdings, dass der afrikanische Kontinent jährlich bis zu 200 Milliarden Dollar benötigen könnte.

Oliver Hölzinger

Verdienstkreuz für Einsatz im Energiesparen

Für seinen langjährigen und effektiven Einsatz im Energiesparen wird Ashoka Fellow Dr. Johannes Hengstenberg mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Wir sind erstaunlich weit gekommen, wenn der Einsatz im Klimaschutz und im Energiesparen, der vor einigen Jahren noch als extravagantes  Spinnen von einigen Ökofreaks angesehen wurde, nun von höchster Stelle geehrt wird. Es sind genau solche Ereignisse, die uns zeigen, dass wir schon sehr viel weiter auf dem Weg zur "Great Transformation" sind, als wir denken.

Über den Energiespar-Ratgeber auf dem Internet Portal co2onlinehaben Dr. Hengstenberg und sein Team schon über 2,7 Millionen deutsche Haushalte erreicht, und dadurch geholfen, viele Tonnen CO2-Emissionen einzusparen.

Auf einem weiteren Internet Portal, Klima sucht Schutz, das vom Bundesumweltministerium gefördert wird, kann man sich ausführlich über Klimaschutz und Energiesparmassnahmen informieren. Andere Programme, wie zum Beisiel das Klimaquizz, das auch von Johannes Hengstenberg´s Team entwickelt wurde, bringt vor allem jungen Menschen auf spielerische Weise Klimaschutz und Energiesparen näher.

Durch seine Programme hat Johannes Hengstenberg bewiesen wie man mit pfiffigen Ideen und durch unnachgiebigen Glauben an das Gute einer Sache langfristig eine große Anzahl von Menschen nicht nur zum Umdenken, sondern auch zum aktiven Handeln bewegen kann. Schon 2008 wurde Hengstenberg für seinen Einsatz geehrt: er war einer der Empfänger des Clean Tech Media Awards.

Wir gratulieren Johannes Hengstenberg ganz herzlich zu seinem weiteren Erfolg in seiner unermüdlichen Arbeit im Klimaschutz. Menschen wie er beweisen, dass der Glaube daran, dass wir einen Umschwung noch rechtzeitig schaffen können, nicht blinde Naivität darstellt, sondern eine realistische Einschätzung unserer Möglichkeiten ist.

Danke, Herr Hengstenberg!

Maiken Winter

Bühne frei für Deutschlands größten Umwelttechnik-Medienpreis

Deutschlands grüne Elite gab sich am Abend in Berlin die Ehre - das „who is who" der Umwelt­technik-Branche und viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur waren gekommen, um die grünen Stars zu feiern. Ausgezeichnet wurden das energieeffizien­tes­te Büroge­bäude der Welt, ein inno­vatives Hybrid-Kraftwerk, bahnbrechende Forschungser­geb­­nisse zu umwelt­freund­­lich produziertem Silizium und die weltweit größte Klima-Erlebniswelt. Der Sonder­preis 2009 ging an die Desertec Foundation, die mit der Idee, Solarstrom in den Wüsten­gebieten Afrikas zu er­zeugen, bereits führende deutsche Konzerne überzeugen konnte.


Die glamouröse Umweltgala fand im Berliner ewerk in unmittelbarer Nähe zu Regierungsviertel und Potsdamer Platz statt. Vergeben wurden die Clean Tech Media Awards 2009 in den Katego­rien „Technologie", „Nachhaltigkeit", „Kultur & Medien" und erstmals auch in der Kate­go­rie „Nachwuchs­wissen­schaftler". Ins Rennen um Deutschlands innova­tivsten Umwelt­preis gingen insgesamt zwölf nominierte Unternehmen, Medienprojekte und junge Wissen­schaft­ler, die sich um die Entwicklung und Anwendung von Umwelt­technologien verdient gemacht haben. Mehr als 500 Gäste - unter ihren zahl­lose Schauspieler und viel Medienprominenz - waren gekommen, um die Preisträger bis in den späten Abend hinein zu feiern.

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Pflanzenvorhang entlastet Klimaanlage

Der japanische Technologiekonzern Kyocera setzt auf eine natürliche Klimatisierung seiner Büroräume: Bereits zwölf seiner Firmengebäude hat er mit „grünen Vorhängen" ausgestattet - an Gerüsten empor wachsende Kletterpflanzen, die die Mitarbeiter vor der direkten Sonneneinstrahlung schützen. So bleiben die Innenräume auch in den heißen japanischen Sommermonaten kühl.

Messungen haben ergeben, dass die Temperatur an einer bewachsenen Außenwand um bis zu 15 Grad Celsius niedriger ist als an ungeschützten Wänden. Dadurch wird die Nutzung der Klimaanlage in den Gebäuden und somit der Energieverbrauch stark reduziert. Außerdem wird von den Pflanzen CO2 aufgenommen und gespeichert.

Für den grünern Vorhang bedarf es lediglich eines kostengünstigen Gerüstes sowie einer passenden Pflanze. Kyocera setzt dabei auf die Goya-Pflanze, deren Früchte von den Mitarbeitern geerntet und als Spezialität in der Werkskantine zubereitet werden.

Mit dem Pflanzenvorhang trägt der Konzern zum Klimaschutz bei und fördert gleichzeitig das Umweltbewusstsein seiner Mitarbeiter.

Corinna Lang

Sauberes Wasser für Brasilien

In den ländlichen Regionen vieler Entwicklungs- und Schwellenländern fehlt häufig ein vernünftiges Wasserversorgungssystem. So liegt beispielsweise in brasilianischen Randlagen der durchschnittliche Anschlussgrad an eine Wasserversorgung bei unter 60 Prozent. Für die lokale Bevölkerung bedeutet dies, neben gesundheitlichen Risiken, auch eine Behinderung ihrer sozioökonomischen Entwicklung.

Die Firma Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH aus Höchstädt/Donau führt vor diesem Hintergrund seit Oktober 2008 ein zweijähriges Entwicklungsprojekt zur dezentralen Trinkwasserversorgung in Minas Gerais,  Nordostbrasilien, durch. Mit einer modularen, transportablen Container-Trinkwasseraufbereitungsanlage wird Trinkwasser in unmittelbarer Nähe der Abnehmer erzeugt.

Um eine einwandfreier Qualität des Trinkwassers zu gewährleisten, ist die Anlage komplett in klimatisierten Stahlcontainern montiert und mit Ultrafiltrations- und Umkehrosmosemembransystemen ausgestattet. Ein Stromaggregat sowie ein Fernüberwachungs- und -steuerungssystem sorgen für einen größtmöglich autarken, dezentralen Betrieb.

Die Trinkwasserversorgungsanlage gilt als Leuchtturmprojekt für an soziale, ökonomische und ökologische Rahmenbedingungen angepasste Umwelttechnologie und wird vom UmweltCluster Bayern als eben solches auf den Cluster-Tagen 2009 am 16. und 17. September ausgezeichnet.

Corinna Lang

Money can't buy you happiness

Money can be the means to an end, but it is not the end by itself.

It is nothing new that money is not a guarantee for happiness. This fact has been demonstrated again by a study by the Mexican researcher Mariano Rojas: general life satisfaction was similar among people of different income levels. Programs  aiming to reduce world poverty therefore need to look beyond money. Money is an important means for a happier life, as it enables people access to education, to health providers, and food. But money is not the end by itself, it does not create happiness, if people do not learn how to use money wisely.

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If you need another reason to act - think fire

There are many reasons why effective and immediate actions to reduce greenhouse gas emissions are needed, ranging from the melting of the Arctic sea-ice and of permafrost to the acidification of oceans and the loss of coral reefs. Another worrisome observation is an increase in fire frequency and intensity. Such an increase will speed up further increases in global temperature through positive feedback loops.

Increasing temperatures and decreasing rainfall, both caused by anthropogenic global climate change, increase drought in many regions of the world, especially in some regions of Africa, southeastern Australia, southern Europe, and the western United States. Such conditions are ideal for wildfires. In Europe, Greecehas been the country hardest hit by fire. Just recently, huge wildfires devastated large areas in Australia. And Currently, there are yet again large wildfires devastating large areas in California.

The problem of fire is not that ecosystems are being burned. Occasional fires are a natural and important process in natural systems. Some ecosystems even require fire for their survival. For example, some species of pine in North-America require fire to release the seeds from their cones. However, the frequency and intensity of recent fires does pose problems even to fire-adapted ecosystems.

But the most worrisome problem is that fire releases large amounts of CO2 into the atmosphere. The more our climate is changing towards warmer and drier conditions, the more frequent and intense fires will occur, the more CO2 will be released into the atmosphere, the warmer it will get...such a positive feedback loop will contribute to faster warming than expected.

Especially worrisome is the increase in fire frequency in northern latitudes, such as in the Arctic tundra. Because fire burns organic layers on the ground, the soil is less well insulated to the above-ground temperature so that permafrost soil is melting faster than in unburned areas. In fact, researchers found that permafrost has "thawed to a depth of 40 cm in severely burned areas, compared with 18 cm in unburned sites." (Nature, September 2009). Such melting will speed up yet another feedback loop, as described in a previous article.

It seems we really have enough reasons to act! And, as you can read on our portal, there are many courageous and inventive people around to make the changes we so urgently needt move us towards a carbon neutral society. Thank you for being or becoming one of them!

Maiken Winter

The Great paradox of China: Green energy and Black skies

China is on its way to becoming the world’s largest producer of renewable energy, yet it remains one of the most polluted countries on earth. A year after the Beijing Olympics, economic and political forces are combining to make China simultaneously a leader in alternative energy – and in dirty water and air.
Reposted with permission from e360; written by by Christina Larson

This month, on the first anniversary of the opening of the 2008 Summer Olympic Games, Beijing’s skies were a hazy gray. Walking down the street, one was left with a tickle in the throat and burning eyes. A recent study published in the Journal of Environmental Science and Technology, conducted jointly by Peking University and Oregon State University, found that Beijing’s $20 million investment to scrub the skies for the Olympics in fact had little impact on air quality. The U.S. embassy in Beijing now maintains a Twitter feed posting data from an air-quality monitoring station on the embassy compound; readings of large particulates in the air in recent weeks have ranged from “unhealthy” to “very unhealthy” to “hazardous.”

The experience of daily life in Beijing hardly gives the impression that the last year has been a watershed for the environment in China. Being in the capital, one can’t help but feel a little quizzical glancing at recent headlines from newspapers in Washington, New York, and London announcing China’s green-tech revolution. (This is what an eco-friendly revolution feels like?) It’s tempting to shrug and wonder whether the legacy of new green initiatives will be as lackluster as the “green Olympics” – or to feel blue at the lack of promised “blue skies.”

Yet for an entirely different perspective on China’s recent environmental progress, take the ultra-modern bullet train a half-hour southwest of Beijing to the port city of Tianjin. In just a little over four years, a mix of government and foreign investment has transformed this mid-sized Chinese city into the global manufacturing hub of the world’s wind power industry. China’s installed wind capacity has doubled in each of the past four years. Many experts seem reasonably optimistic that China could meet its ambitious renewable energy plans to derive at least 15 percent of all energy from renewable sources by 2020. The country also is striving to reduce energy intensity per unit of GDP by 20 percent over a five-year period.

These two targets represent some of the most ambitious green goals in the world, and are expected to make China — in just over a decade — the world’s largest producer and consumer of alternative energy.

China watchers worldwide have taken note. Earlier this month, a prominent American venture capitalist and the CEO of General Electric published a joint op-ed in The Washington Post, enthusing, “China’s commitment to developing clean energy technologies and markets is breathtaking” — even outpacing the U.S. and putting Beijing “in the lead today.”

From the outside, China is seen as passing spectacular new renewable energy goals, building massive wind farms and hydropower stations overnight and perhaps one day even giving American and European companies a run for their money in the global green-tech market. But from the inside, what emerges is a more muddled picture. The daily experience is that the air and water quality is bad, in some places getting marginally better or staying the same, in some cases getting worse.

“How do you reconcile these different pictures of China?” asks Barbara Finamore, founder and director of the Natural Resources Defense Council’s China Program. “Both are true at once. It’s something we struggle with all the time.”

Indeed, China may soon be simultaneously the greenest and the blackest place on earth. The country is poised to be at once the world’s leader in alternative energy — and its leading emitter of C02. Alternative energy as a percentage of the total energy mix is increasing, but it will complement — not replace — growth in coal power. In fact, in a decade coal is expected to supply about 70 percent of China’s energy. Because of the sheer scale, diversity, and complexity of China, it is possible for the country to take some great green leaps forward, in particular progress toward its alternative energy and energy efficiency targets, while at the same time having its rivers remain black and its air quality a health hazard.

To some extent this varied picture is to be expected. As Deborah Seligsohn, a senior fellow at the World Resources Institute’s China Program, explains: “I think the government is trying very hard, and they’re a developing country with huge challenges — different things will move forward at different speeds.”

But there may also be another pattern at work. As Beijing-based political commentator Zhao Jing — who writes in the English-language press under the name of Michael Anti — puts it: “There are really two sets of ‘green’ issues in China, the global and the domestic — those where economic interests align with green targets, and those where they don’t.” In his estimation, China has made striking progress on the former set of issues, and rather less on the second.

For example, China has made impressive gains in quickly developing its alternative energy industry, in part because large new investments benefit everyone — from wind turbine manufacturers to local governments (which gain tax revenue from new industry) to future consumers. Yet, on domestic air and water pollution — where what is needed is stricter regulatory enforcement, potentially limiting industry — Chinese environmental groups believe the picture may be getting worse. And the environmental lawyers and advocates who would bring these issues to the attention of authorities are facing tougher crackdowns than ever.

At the same time, China is pouring billions of dollars into alternative energy — a commitment that, when taken as a percentage of GDP, is 10 times that of the United States. “China’s biggest green achievement has been to develop alternative energy,” says Jin Jiamin, founder and executive director of Global Environmental Institute, a Chinese NGO based in Beijing. “In the U.S., it takes time for ideas to become reality. But in China, it’s different. It’s easy for any new policies to be implemented quickly.”

Julian L. Wong, founder of the Beijing Energy Network and now a Senior Policy Analyst at the Center for American Progress, says that the outlook and reported figures so far look good. He points to government statistics indicating that energy consumption per unit of GDP dropped by 10 percent between 2006 and 2008. One reason for rapid progress, he explains, is that these key energy initiatives are backed by China’s powerful National Development and Reform Commission, the ministry responsible for economic development.

“Using energy more efficiently makes good economic sense,” he says. And diversifying China’s energy portfolio also appeals to Beijing, which has been concerned with energy security since the 1980s.

Of course, there are some important caveats. In China, “alternative energy” includes both hydro and nuclear power, which are often not classified as such elsewhere. “Please remember, there are negative environmental consequences for dams and nuclear,” says Hu Kanping, editor of the Beijing-based Environmental Protection Journal. “I do not think those are really ‘clean’ energy sources.” This month China announced plans to increase nuclear energy capacity tenfold over the next decade.

While the installation of wind turbines has proceeded at a furious pace in China, not all of the newly installed capacity is actually available to consumers through the grid. “Renewable energy providers often can’t always get access to the market,” says Ray Cheung, a senior associate at the World Resources Institute. “If you’re a solar or wind energy company in China and you can’t gain access to the grid, nobody’s going to buy your power.”

Forbes recently reported that as many as 30 percent of “wind power assets” are not adequately connected to the grid. The obstacles are in part technical (the existing grid has not been designed for the fluctuating energy production from wind power), and in part political (the powerful companies that control access to the grid often have cozy relationships with coal energy suppliers and can block green newcomers).

Finally, while progress is almost certainly being made on both alternative energy and energy efficiency in China, it’s worth noting that most data for quantifying that progress has been supplied by the government itself. For instance, the state-owned People’s Daily publishes the quarterly figures on energy efficiency that are in turn cited by both domestic and international press. “There’s still the question of how can we verify figures,” says Wong.

Overall, however, on these emerging fronts the trends seem positive. But on domestic environmental issues — those that impact the daily lives of the Chinese people — the picture is less rosy.

“Water quality is probably deteriorating,” says Jin Jiamin, of the Global Environmental Institute. “The reason is industrial pollution.” Indeed, the Ministry of Environmental Protection’s most recent annual report on the state of the environment acknowledges that cleanup efforts failed to make improvements in the water quality of China’s seven major rivers. Mortality from cancers linked with pollution — including stomach cancer and liver cancer — continues to rise, according to Ministry of Health statistics. Smog blankets large Chinese cities. The toxic industry of importing dangerous “e-waste” (used electronics and computer parts containing hazardous chemicals) continues to flourish in Guiyu, as documentary photographer Alex Hofford has demonstrated, despite laws in place to shut down the profitable trade.

The reality is that, even as investment to stimulate new green industries is thriving in China, enforcement of green regulations that may limit industrial and economic activity is not. As Charles McElwee, a Shanghai-based environmental lawyer, explains: “Most actions aimed at energy will have some impact on local environment, but China has not shown willingness to commit the same level of resources to enforce existing environmental laws, which would have the most immediate impact on citizens.”

And as The Washington Post has reported, tough economic times have brought even laxer environmental enforcement for factories in southern China. Peng Peng, research director of the Guangzhou Academy of Social Sciences, a government-affiliated think tank, told the Post: “With the poor economic situation, officials are thinking twice about whether to close polluting factories, whether the benefits to the environment really outweigh the dangers to social stability.”

While China’s national priorities have shifted, its politics haven’t. When economic and environmental priorities align, astoundingly rapid transformation is possible. But when interests compete, the economy still trumps the environment.

Solarzellen zum aufsprühen

"Sie möchten eine Solaranlage auf Ihrem Dach? - dann sprühen Sie diese doch einfach auf!" So oder so ähnlich könnte ein neuer Werbeslogan in der Zukunft lauten.

Die Universität Texas teilte erst kürzlich mit, dass dieses Verfahren in absehbarer Zeit möglich sein könnte! Netter Nebeneffekt - die Produktionskosten könnten auf ein Zehntel reduziert werden. Durch das neue   Produktionsverfahren würde so die teuere Gasphasenabtrennung in

Vakuumkammern, die durch die hohen Temperaturen bei der Produktion reichlich Energie verbraucht, entfallen. Möglich ist das mit Hilfe von Nanomaterialien. Nanopartikel können dann in Form von Tinte auf Oberflächen gesprüht oder auf Träger gedruckt werden. Zudem ist die "Solar-Tinte" 10.000 Mal dünner, als ein menschliches Haar, halbtransparent und könnte somit auch auf Fensterscheiben aufgetragen werden.

Schon seit 2002 ist das Team um den Chemieingenieur Brian Kogel mit der Erforschung und Entwicklung von Photovoltaik-Tinten auf Siliziumbasis beschäftigt. Das aktuelle Projekt greift allerdings auf Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid zu, denn hierin sieht Kogel zwei wesentliche Vorteile. Die kostengünstige Produktion von Solarzellen, da weniger Material benötigt wird und die bessere Umweltbilanz gegenüber Zellen auf Silizium-Basis.

Für eine Kommerzialisierung, bzw. eine Marktreife ist es allerdings noch ein wenig verfrüht. Zwar sind die Forscher bereits jetzt in der Lage, einen Solarzellen-Prototyp herzustellen, allerdings hat dieser nur einen Wirkungsgrad von einem Prozent. Zu wenig für einen Revolution auf dem Markt. Erst, wenn ein Wirkungsgrad von zehn Prozent erreicht wird, könnte diese Technologie mit den herkömmlichen Solarzellen konkurrieren. Dieser Durchbruch könnte den Forschern aber nach eigenen Angaben schon in wenigen Jahren gelingen.

(Quelle: University of Texas/Austin)

Judith Schomaker

Nature for nothing?

Nature provides everything that humanity needs for living, and it provides it all for free. Now economists are calculating how much money we save by having nature around. By giving nature a price tag, more people might consider protecting it. But is such thinking really what the value system of our "civilized" society has boiled down to?

Nature is extremely useful to humanity. It provides air and water, energy, medicine, erosion control, food, shelter, recreation, and absorbs large amounts of CO2; all for free. Dire Straits could have composed a song on human's free use of nature, not only on the free use of music videos (Money for nothing). These "ecosystem services" of nature are being degraded by overpopulation, habitat destruction, pollution, mis-management, overhunting and overfishing, and climate change. And even though we know about the extremely worrisome developments of nature degradation and species loss, we still do not act upon it effectively enough to avoid further degradation and loss of ecosystem services that we need for our own survival.

It seems that the one factor that makes most people act is their personal well-being. That is natural, as people, like any other animal, evolved under circumstances in which it was essential to maximize one's own chances of survival and that of one's immediate social group. So what do most people see as an improvement of their well-being? Earning money and saving expenses. Financial incentives are thus the most effective way to get people to act.

To help protect ecosystems it thus makes sense to express ecosystem services in terms of their economic value, as it is done in the study of The Economics of Ecosystems and Biodiversity (TEEB). As it says on the webpage of TEEB: "The study will evaluate the costs of the loss of biodiversity and the associated decline in ecosystem services worldwide, and compare them with the costs of effective conservation and sustainable use. It is intended that it will sharpen awareness of the value of biodiversity and ecosystem services and facilitate the development of cost-effective policy responses, notably by preparing a 'valuation toolkit'."

Clearly, if not protecting ecosystems means that all of us need to pay the bill for losing ecosystem functions, then protecting ecosystem services means that we will save money in the long run. That is quite an easy argument and should definitely help people understand what we are up against.

But are we really so detached from our natural surroundings that we need economic calculations to get us to act upon our long-term survival? Would it not be more important to help people truly understand what we are about to lose? Would it not be more important to take children on walks into the forests and explore the rich soils crawling with monsters under the microscope, hiking up mountains and pretending to be an eagle flying across the mountain tops, diving into the lakes and exploring the nooks between the stones for worms and fish, crawling through caves to discover the beauty of light when finally blinking into the sun again, putting your head under a small waterfall on a hot summer's day, or just lying in the grass listening to the humming of the insects around you?

By putting a price tag on all of the things we see and smell and feel in nature, don't we demystify nature and actually decrease its intrinsic value to us? By putting a price on nature don't we pretend that we can replace nature's services to us  if we just had enough money? What did our society develop into when we need to put a price tag on nature in order to make us protect the fundamental basis of our survival? Shouldn't the mere fact that people feel the need to put a price on nature stop us dead in our tracks to seriously consider where in the world we are heading?

Maybe, hopefully, the obsurdness of putting a price tag on nature will wake us up and will help us change our path to head towards a sustainable, just life in which we can enjoy nature for what its worth intrinsically, not for its economic value.

Maiken Winter

Zuhause-Kraftwerk von Volkswagen

Was haben ein Automobilhersteller und ein Ökostromanbieter gemeinsam? Ein gemeinsames Ziel: zusammen wollen Sie den Strommarkt revolutionieren und so Alternativen zu herkömmlichen Kraftwerken schaffen. 

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Climate change is cultural change

Conference in Essen on The Great Transformation

By now it is obvious for most informed people that climate change is an extremely urgent issue that we need to address immediately to avoid irreversible changes to our climate system that will be devastating to many people living on our planet.  And we know that we have the technologies to transfer our energy system into a low-carbon system within this century. How come that we still don’t act effectively? How come we keep falling further and further behind, with climate change proceeding faster than expected? How come the solutions offered by politicians so far don’t even come close to the urgency of the matter?

One major problem is that we still do not have a clear idea how to implement the great transformation in our social systems. How can we move people to action? While we are debating the science and technology, there is very little discourse about the fact that climate change requires a massive social change in the order of the industrial revolution; but not in the time frame of a century – as Prof. Schellnhuber pointed out – but in the order of decades. For Prof. Dixon from the University of Waterloo it is clear that the solutions to climate change will reside largely on the level of social change.

It is this problem that is being discussed in Essen during the next 2 days by experts in climate science, social sciences, and economy. The Mercator Foundation invited to a conference, called The Great Transformation: Climate change as cultural change. In a series of presentations and panel discussions the ca 450 participants from all over the world will try to get a better grip on questions like: Which social changes are needed to be able to implement effective climate policies? How do we best foster behavioral changes? It is high time to break away from conceptual discussions and start practical changes. But how?

One point was clear on the first evening: Experts need to reach out more, and more understandably, to the general public. But I wonder how experts can increase their involvement in public education without losing their credibility by fellow peers? Public outreach takes time and energy away from publishing and writing grants – and those are the main parameters by which scientists are judged today. In order for social change to be enhanced by experts, we not only need to transform the society out there, but also the society within the group of experts – changing our value system, and promoting outreach even though it will reduce our publication record. It is time to not only talk about the world outside from us, but also within.

John Schellnhuber said: “We need a new contract between science and society.” How exactly that contract will look like, and how we can implement it, will hopefully get clearer during the conference.

Maiken Winter

Umwelttechnik im Rampenlicht

Wenn am 10. September 2009 vor dem Berliner ewerk der „grüne" Teppich aus­­gerollt und Deutschlands innovativster Umweltpreis zum zweiten Mal vergeben wird, werden vielen Prominenten aus Sport, Medien und Politik dabei sein.

Umwelttechnik zählt zu den Schlüssel-technologien von morgen - und Öffentlichkeit ist der Kern von Fortschritt. Vor diesem Hintergrund prämiert und präsentiert der Clean Tech Media Award Innovatives aus dem Bereich Umwelttechnik auf durchaus unterhaltsame Weise - und will so Brücken schlagen zwischen spannenden Entwicklungen im Clean Tech-Sektor und deren potentiellen Anwendern.

„Der Clean Tech Media Award ist ein wichtiges Instrument, dem wirtschaftlichen und ökologischen Potential der Umwelttechnologiebranche eine breite öffentliche Aufmerksam­keit zu verschaffen", bekräftigt Bundesumweltminister Sigmar Gabriel das Vorhaben. „Umwelttechnologien sind der größte Wachstumsmarkt in Deutschland. Der Clean Tech Media Award richtet den Scheinwerfer der Öffentlichkeit auf die Nachwuchsstars einer zukunftsfähigen Wirtschaft, die ökologische Verantwortung und ökonomischen Nutzen miteinander verbindet.", so begründet Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, sein Engagement für das Projekt.

Doch nicht nur seitens der Politik erhalten die Initiatoren viel Zuspruch. Zu den prominenten Fürsprechern des Clean Tech Media Award zählt auch Ex-Formel 1-Star Heinz-Harald Frentzen, der 2008 mit dem Start des HHF Hybrid Race Car am Nürburgring für ein Novum im Autosport sorgte. „Ich sehe durchaus die Chance, dass der Motorsport zum Vorreiter einer technischen Entwicklung werden kann, die unsere Autos auch abseits der Rennstrecke deutlich energieeffizienter macht", so Frentzen über die Gründe für sein grünes Engagement.

Die Olympiasiegerin und Weltrekordhalterin Britta Steffen, die neben ihrer Schwimmkarriere das Studium des Wirtschafts­ingenieurwesens mit Schwer­punkt Umwelt und Nachhaltigkeit begonnen hatte, setzt sich auch privat stark für den Umweltschutz ein.

Ebenso haben Prominente aus Film, Fernsehen und Musikbusiness ihre Vorbildfunktion in Sachen Klimaschutz erkannt, doch fehlte bislang das öffentliche Forum, gemeinsames Engagement auch sichtbar werden zu lassen. Schauspieler Mišel Matičević, der unlängst in „Im Winter ein Jahr" von Regisseurin und Oscar-Preisträgerin Caroline Link beeindruckte und als bevorzugter Protagonist von Dominik Graf gilt, positioniert sich klar: „Unsere Kinder sollen auch in Zukunft an sauberen Stränden zelten gehen können und ihre Nasen in saubere Luft halten. Der Umwelt-Oscar hat meinen grünen Daumen - und zwar nach oben." Und Claire Oelkers, Frontfrau der Band Karpatenhund, bringt es auf den Punkt: „Nachhaltigkeit ist absolut im Trend - wer das noch nicht gemerkt hat, sollte lieber aufwachen."

Auch Nina Eichinger, seit 2008 neben Dieter Bohlen Jurymitglied von „Deutschland sucht den Superstar", und die beliebte TV-Schauspielerin Marion Kracht sind sich ihrer Sache sicher: „Dieser Preis ist ein Schritt in die richtige Richtung und hoffentlich der Anfang eines sich wandelnden Bewusstseins.", so Nina Eichinger über ihr Motiv beim Clean Tech Media Award eine tragende Rolle zu spielen. Und Marion Kracht ergänzt mit einem nachdrücklichen Appell an Wirtschaft und Politik: „Warum fahren nicht längst fünfzig Prozent aller Deutschen Hybridfahrzeuge oder Elektroautos? Das muss auch politisch und wirtschaft­lich gewollt sein. Unsere Familie hat beschlos­sen, dass wir beim nächsten Autokauf mit gutem Beispiel vorangehen werden."

Den Clean Tech Media Award 2009 unterstützen darüber hinaus u. a. die ZDF-Moderatoren Anja Heyde und Ingo Nommsen, die Künstlerin Sabrina Setlur, die Schauspieler Steffen Groth, Catherine Flemming, Tina Ruland, Diana Amft, und Andreas Pietschmann, die Moderatoren Ole Tillmann, Annabelle Mandeng und Nova Meierhenrich sowie Clark Datchler, Ex-Frontmann von Johnny Hates Jazz, und die Hamburger Elektro-Pop-Formation SONO.

Clean Tech Media Award

Ist Kernenergie wirklich günstig?

Ist die Kernkraft wirklich so kostengünstig, wie es von der Atomlobby und vielen Politikern, vornehmlich aus dem konservativen Lager, kommuniziert wird? Die Antwort lautet wohl: „ja", allerdings nur für die Betreiber von Atomkraftwerken (AKWs). Hierzu zählen alle vier großen deutschen Energiekonzerne: EnBW, RWE, Eon und Vattenfall. Diese drängen auch auf den Wiedereinstieg in den Neubau von AKWs. Für die deutsche Bevölkerung ist die Atomkraft nicht wirtschaftlich.

Im Jahr 2002 beschloss die rot-grüne Bundesregierung unter Kanzler Schröder den Ausstieg aus der Atomkraft. Der letzte Reaktor soll im Jahr 2021 stillgelegt werden. Seither ist der Neubau von Atomreaktoren verboten. In den USA gibt es kein ähnliches Verbot. Dennoch wurden in den USA in den letzten 25 Jahren keine neuen Atommeiler errichtet.

Dies liegt vor allem daran, dass es dort keine Subventionen für solche Vorhaben gibt. Rein privat finanziert scheinen sich Atomkraftwerke also nicht zu rentieren. Ein Atomkraftwerk kann nach Expertenmeinung bis zu zehn Milliarden US-Dollar kosten. Dabei sind Rückbau, Atommülllagerung und erhebliche Finanzierungskosten nicht eingerechnet.

Sollte in Deutschland die Atomkraft eine Renaissance erfahren, was bei einer Koalition aus CDU/CSU und FDP nach der anstehenden Bundestagswahl nicht unwahrscheinlich erscheint, ist vorauszusehen, dass die Atomlobby auf massive Subventionen durch den Staat drängen wird. In Deutschland tarnt sich die Atomlobby hinter unverfänglichen Namen wie „Bürger für Technik". So wird dem Betrachter suggeriert, dass es sich um unabhängige Interessenverbände handelt. Vieles spricht jedoch dafür, dass dahinter die Atomindustrie steht. Der Verein macht durch selektive Informationsangebote Stimmung für die Kernenergie. Nach einem Bericht in der Onlineausgabe des Spiegel sollen die Betreiber von Atomkraftwerken auch Einfluss auf die eigentlich unabhängige Gesellschaft für Strahlenforschung (GSF) ausgeübt haben. So sollen in den 70er Jahren die Sicherheitsstandards im maroden Endlager Asse II auf Druck der Atomlobby reduziert worden sein. Die Sanierungskosten von schätzungsweise 2,5 Milliarden Euro muss heute jedoch der Steuerzahler tragen.

Sollte der Bau neuer Atomreaktoren in Deutschland genehmigt werden, würde die Atomindustrie wohl trotzdem keine Anlagen errichten, wenn sie alle Kosten selbst tragen müsste. Dazu zählt beispielsweise auch die Versicherung eines Super-GAU, so unwahrscheinlich er auch erscheint. Alleine der monetäre Schaden läge Studien zufolge bei mehreren tausend Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die Bilanzsumme von Vattenfall lag 2008 bei 19 Milliarden Euro. Die gesetzlich vorgeschriebene Deckungsvorsorge für Unfälle durch die Betreiber beläuft sich auf eher symbolische 2,5 Milliarden Euro.

Wie so oft werden Gewinne privatisiert, Kosten und Risiken jedoch nach Möglichkeit sozialisiert. Damit es auch weiterhin so bleibt, versucht die Atomlobby massiven Einfluss auf Politiker und öffentliche Meinung auszuüben.

Oliver Hölzinger

Mit Vollgas im Gelände unterwegs: Emissionsfrei!

Vor rund zehn Monaten stellte KTM seine erste Enduro vor, die mit einem Elektromotor betrieben wird. Damals rechneten wohl nur wenige damit, dass die Maschine rasch zur Serienreife gelangen würde. Wir nahmen das erste E-Bike Rennen auf der Isle of Man zum Anlass und haben in Mattighofen nachgefragt.

Das Wichtigste vorweg: Bereits 2010 wird die erste Enduro von KTM mit Elektromotor erhältlich sein. Momentan steht zwar noch kein fixer Preis fest, seitens KTM teilte man uns jedoch mit, dass man sich bei der preislichen Gestaltung stark an den Preisen vergleichbarer KTM Maschinen mit konventionellem Verbrennungsmotor orientieren werde. Da sich das Projekt aktuell noch im Prototypstatus befindet, gibt es noch keinen offiziellen Namen für das „Zero Emission Motorcycle".

Für den sportlichen Antrieb der Maschine sorgt ein Lithium-Ionen-Akku. Beim momentanen Stand der Entwicklung beträgt die Ladezeit etwas mehr als eine Stunde. Dies freut das Bikerherz, denn die Ladezeiten vergleichbarer Elektromotorräder liegen zumeist deutlich über diesem Wert. Die erzielbare Fahrleistung ist zum heutigen Zeitpunkt extrem vom Fahrer und vom Einsatz des Motorrades abhängig. Aktuelle Tests haben gezeigt, dass ein Hobby-Motocrossfahrer mit vollständig aufgeladenen Batterien deutlich länger als eine Stunde unterwegs sein kann. Betätigt hingegen ein Motocross-Profi den Gashebel, so ist der Akku bereits nach 15 bis 20 Minuten entleert. Es ist aber davon auszugehen, dass sich sowohl die Ladezeit als auch die Nutzungsdauer der Akkus bis zur endgültigen Serienreife noch verändern werden.

Die Spitzengeschwindigkeit des Prototyps, der gemeinsam mit Arsenal Research entwickelt wurde, liegt bei rund 70 Kilometer pro Stunde. Der Elektromotor erzielt eine maximale Leistung von 30 PS und erreicht ein Drehmoment von 43 Newtonmeter. Vergleicht man den Prototyp mit anderen Enduros mit Elektroantrieb, so zeigt sich, dass das „Zero Emission Motorcycle" sehr gut im Rennen liegt.

Mit dieser Enduro wird ein klares Zeichen gesetzt, auch wenn sich der eine oder andere Wert in den kommenden Monaten noch verändern wird. Die spontane und deutliche Drehmomentabgabe des Elektroantriebs sorgt für das entsprechend sportliche Vorankommen im Gelände. Ungewohnt ist auf den ersten Blick nur das Fehlen von vertrauten Motorradbauteilen wie Tank, Auspuff, Airbox oder Kupplung. Da sich die Elektro-Enduro extrem leise durchs Gelände bewegt, eröffnen sich auch in Ballungszentren neue Fahrmöglichkeiten, ohne mit bestehenden Vorschriften in Konflikt zu geraten.

Bleibt nur zu hoffen, dass tatsächlich bereits 2010 die ersten Modelle erhältlich sein werden. Das erste E-Bike Rennen auf der Isle of Man wurde übrigens von Rob Barber mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 140,7 Kilometer pro Stunde gewonnen. Leise und emissionsfrei.

Joachim Kern

nomo - umweltfreundliches Auto aus Hanf

Ein Auto produzieren, das so umweltfreundlich gefertigt und gefahren werden kann, dass es unsere Erde und Atmosphäre nicht zusätzlich belastet. Das klingt nach einer unlösbaren Aufgabe. Doch die beiden Projektentwickler Arne Timm und Gordian Gasch haben die Herausforderung angenommen und ein Auto konstruiert, das von der Fertigung bis zum Betrieb eine ausgeglichene ökologische Bilanz aufweist.

Der erste „nomo" - ein futuristisch anmutendes Fahrzeug aus nachwachsenden Rohstoffen - soll bereits im Januar 2010 aus seiner Werkshalle rollen.

Die an einen Rennwagen erinnernde Karosserie wird hauptsächlich aus Hanffasern bestehen, die etwa so stabil wie Glasfasern, aber ein Drittel leichter, günstiger und nachwachsend sind. Außerdem hat Hanf den Vorteil, dass es auch unter für Nahrungsmittel unzureichenden Bedingungen wächst und somit keine Anbaukonkurrenz entsteht. Indem die Pflanze während ihres Wachstums CO2 aufnimmt und langfristig speichert, wirkt sie sich positiv auf den Klimaschutz aus.

Die Innenausstattung des nomos wird aus dem Biowerkstoff Arboform bestehen und unempfindlich, pflegeleicht sowie kompostierbar sein. Durch Reduzierung des Fahrzeuggewichts, schmale Reifen mit hohem Luftdruck und ein schnittiges Design werden Roll- und Luftwiderstand minimiert, sodass wenig Antriebsenergie nötig ist, um den nomo „auf Touren zu bringen".

Stationäre Solarpanele, beziehungsweise mobile Solardecken, sollen für einen von Strom- und Benzinlieferanten unabhängigen Betrieb sorgen. Die Antriebsmodule des nomos werden einfach gegeneinander austauschbar sein, sodass, neben Elektromotoren, bei Bedarf auch andere effiziente Antriebstechnologien zum Einsatz kommen können.

Die Reduzierung der Fahrzeugteile soll auch für günstige Preise sorgen. Außerdem erlaubt das Konzept Erweiterungen wie Back-Packer-Koffer und Pick-Up-Aufsätze sowie vier- und siebensitzige Familienausführungen.

Bereits 2010 wollen die Konstrukteure mit ihrem Auto in Serie gehen.

Corinna Lang

CO2 declared as "dangerous pollutant"

In the U.S., the Environmental Protection Agency (EPA) serves as the main governmental agency that leads research on the protection of human and environmental health. Under former president Bush, the EPA lost a lot of its functions, because many environmental problems were not regarded as important.

Things have changed dramatically since president Obama took over earlier this year. One of the most dramatic changes is how climate science is accepted as an important messenger for urgent change. While president Obama is fighting for more effective climate regulations, the EPA is now taking charge of speeding up necessary actions.

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Adapting to the future

Currently more than one thousand scientists and policy makers have gathered in Geneva, Switzerland, to discuss how to better integrate climate science with climate policies to help adapt to climate change.

Climate change is already affecting ecosystems and people all over the world today - through increased frequency and severity of droughts, floods, storms, fire, disease outbreaks, and other changes. These changes will increase no matter what we are doing today because of the inertia of the climate system.

This fact does not mean that all is lost. We can and must act to avoid the passing of irreversible tipping points in the climate system. However, this fact does mean that we urgently need to also talk about how to adapt to our changing climate.

Discussions on adaptation to climate change have been neglected, probably because discussing adaptation seems to imply that we have given up mitigating climate change, i.e.  reducing greenhouse gas emissions. But thinking about how to best adapt to climate change does not mean that we gave up doing anything we can to reduce greenhouse gas emissions. However, it does mean that we understand the fact that many changes are going to worsen no matter what we do to try to minimize those changes.

So how can we adapt to climate change? This question is the main subject of the Word Conference on Climate Change in Geneva. This conference is the third of its kind (after 1979 and 1990), organized by the World Meteorological Organization (WMO), which brings together world leading scientists and politicians to cooperate more effectively on climate change issues.

The vision of this year's conference is to create "A global framework for climate services that links science-based climate predictions and information with the management of climate-related risks and opportunities and supports adaptation to climate variability and change." In simpler words, this means that the future scenarios that are provided by climate change models need to become better integrated in regional and national policies to help local people better adapt to the coming changes. For example, scenarios on droughts or floods will help farmers decide which varieties of plants to plant; and warnings on upcoming climate extremes will help people better prepare for storms, fire hazards, and floods.

Adapting to climate change is a matter of survival for millions or even billions of people. The fact that this subject is finally the main subject of a world conference is of great significance: the world understands the impacts we have on our fellow humans. Let's hope that the urgent need for adaptation will inspire new ideas also on how to mitigate climate change more effectively. Because at some point (after the passing of tipping points) it might be impossible to adapt to many of the changes we create.

Maiken Winter

Energetische Altbausanierung

Rund 80 Prozent der Wohngebäude in Deutschland sind älter als 25 Jahre, die Wenigsten von ihnen verfügen über eine solide Energieeffizienz, die der eines Neubaus entspricht - Handeln ist also angesagt!

Mit dem großen Energiesparpotenzial bei der Sanierung von alten Hausbeständen befasst sich seit August das Europäische Kompetenzzentrum für energetische Altbausanierung und Denkmalpflege.

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