Auf ein Wort mit Daniel Küblböck

Für Klimaschutz und Nachhaltigkeit interessiere ich mich seit...

meiner Jugend. Ich war schon immer ein relativ ordentlicher Mensch. Und dazu gehört für mich auch ein verantwortungsvoller Umgang gegenüber der Umwelt. Aus diesem Grund entschied ich mich, in erneuerbare Energien zu investieren. Ich habe 2005 auf einem Sägewerk im niederbayerischen Wegscheid eine große Solaranlage errichten lassen und freue mich seither noch mehr, wenn die Sonne scheint :-)

Die größte Herausforderung an meinem Job ist...

seine Individualität nicht in der Bürokratie untergehen zu lassen.

Mein Motto lautet...

positive Energie - Das ist auch der Name meiner Firma. Es geht darum, optimistisch zu sein und Freude zu haben, an dem was man tut, um kraftvoll durchs Leben zu gehen.

Der Umwelt zuliebe verzichte ich auf...

unnötige Beleuchtung, zum Beispiel. Außerdem achte ich darauf, ein spritsparendes Auto zu fahren.

Nicht verzichten möchte ich auf...

verschiedene Dinge. Auf vieles, wie zum Beispiel Lebensmittel, Kleidung, Mobilität, kann man nicht verzichten. Diesbezüglich können wir die Welt nicht verändern. Wichtig ist, dass wir den technischen Fortschritt - beispielsweise im Hinblick auf erneuerbare Energien - nutzen.

Mein größtes Vorbild in Bezug auf Nachhaltigkeit ist...

meine Großmutter. Sie lebt sehr bescheiden, heizt zum Beispiel mit eigenem Holz.

In meiner Freizeit...

gehe ich gerne schwimmen und ins Kino. Außerdem interessiere ich mich für Literatur und Politik.

Das Buch, das zurzeit auf meinem Nachttisch liegt...

ist von Paulo Coelho und heißt „Der Sieger bleibt allein". Coelho beschreibt darin die Schattenseiten des Lebens, wenn man in der Öffentlichkeit steht.

Ich wollte schon immer einmal...

nach Indien reisen. Mich faszinieren das Land und seine Kultur. Nächstes Jahr werde ich dann endlich, zusammen mit einer Freundin, eine Rucksacktour durch Indien machen.

Für die Zukunft wünsche ich mir...

dass die Leute bewusster mit unserer Umwelt umgehen. Viele wollen sich mit dem Thema nicht beschäftigen, da sie denken, es ginge darum, zurückzustecken. Dabei kann jeder von Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen, wie der Nutzung von Sonnenenergie oder einem Haus-Wärmecheck, sogar direkt profitieren.

Keep moving!

Ökosysteme müssen sich sputen, wenn sie mit dem Klimawandel mithalten wollen.

Eigentlich ist die Studie von Wissenschaftlern der Carnegie Institute of Science, Climate Central, und der Berkeley Universität, die im Journal Nature publiziert wurde, nichts Neues. Die steigenden Temperaturen bewirken, dass sich die Verbreitungsgebiete von Pflanzen und Tieren langsam aber sicher nach Norden oder bergauf verschieben müssen. Aber eine solche Verschiebung wird weder langsam noch sicher sein.

Im Durchschnitt, so die Studie, werden sich Ökosysteme der Welt um 0,42 Kilometer pro Jahr verschieben.

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Das Meer wird lauter

Der Anstieg der CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre macht die Meere lauter.

CO2 , dies kleine unscheinbare unsichtbare Gas, das uns das Leben auf diesem Planeten erst ermöglicht hat, zeigt sich immer mehr von seiner schlechten Seite. Das ist natürlich nicht Schuld des Gases, sondern ist allein dadurch bedingt, dass sich dieses lebenswichtige Gas in immer höherer Konzentration in unserer Atmosphäre akkumuliert. Und nicht nur in unserer Atmosphäre, sondern auch in unseren Ozeanen.

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Energie-Rückblick 2009

Das Jahr 2009 neigt sich dem Ende zu, und es ist an der Zeit, einen Blick auf das fast vergangene Jahr zu werfen. Was hat uns dieses Jahr gebracht? Wie sieht es um den Energieverbrauch aus und wie stark sind die erneuerbaren Energie auf dem Vormarsch?

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ErockIT - Schwitzen war gestern

Wer kennt das nicht. Der Weg zur Uni oder zur Arbeit wäre so einfach und schnell, wenn da nicht dieser Berg wäre, den es jeden Tag mit dem Fahrrad zur erklimmen gilt. Dies hat nun für Mutige ein Ende. 2005 wurde ErockIT von Stefan Gulas in Berlin gegründet. Das Unternehmen verspricht ein völlig neues Zweiradkonzept, das dieses Jahr zum ersten Mal in Serie gegangen ist. Durch die Räder von Stefan Gulas verwischen die Grenze zwischen Fahrrad und Motorrad. Ein Rad kombiniert erstmals Muskelkraft und Einsatz des Fahrers auf der einen und die Leistung eines Motors auf der anderen Seite. Doch wer sich jetzt aufs Ausruhen freut, und glaubt der Motor ersetze die Muskelkraft, der irrt sich. Das Rad wird wie ein normales Fahrrad bedient.

Die revolutionäre Erneuerung basiert auf dem Prinzip der Muskelkraftmultiplikation. Die aufgebrachte Kraft wird von einem Generator registriert und speist eine Nano-Phosphat-Lithium-Ionen-Batterie. Gleichzeitig wird über einen zweiten Generator die Kraft um einen Faktor von bis zu 50 multipliziert und ans Hinterrad weitergegeben. Dadurch kommt man auf 13 PS und kann mit bis zu 80 Kliometern pro Stunde durch die Stadt rasen. Durch diese für ein Fahrrad unnatürliche Schnelligkeit fühlt man sich „normalen“ Fahrradfahren und vor allem Fußgängern schnell überlegen.

Rasch kann man in den Geschwindigkeitsrausch verfallen und die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten leicht überschätzen. So rät der Menschenverstand bei einem Human-Hybride® Schutzkleidung zu tragen. Auch ein Nummernschild ist angesagt. Helm und Führerschein sowie eine KfZ -Versicherung sind sowieso Pflicht.

Erste Diskussionen werden laut, ob es zu verantworten ist, mit einem ErockIT überhaupt auf den Fahrradwegen zu fahren. Meiner Meinung nach gefährdet das unnötigerweise andere Verkehrsteilnehmer. Was auch fraglich ist, ist die Tatsache, dass man mit einem ErockIt sogar auf der Autobahn fahren darf.

Wer sich ein solches Gefährt zulegen will, muss tief in die Taschen greifen. Rund 13.000 Euro kostet die Innovation. Noch dazu wiegt es gut 110 Kilogramm. Also nichts für zarte Frauen und einen Schnellstart an der Ampel. Laut Stefan Gulas ist das ErockIT jeden Euro wert. Man zieht garantiert die Blicke von Passanten und neidischen Bikern auf sich und tut noch etwas für die Umwelt. Das Rad verbraucht keinen Sprit und bei Spitzengeschwindigkeiten von 80 Kilometern pro Stunde kann man das Auto getrost den einen oder anderen Tag zu Haue lassen.

Felicitas Wagner

Resisting the dangerous allure of global warming technofixes

As the world weighs how to deal with warming, the idea of human manipulation of climate systems is gaining attention.  Yet beyond the environmental and technical questions looms a more practical issue: How could governments really commit to supervising geoengineering schemes for centuries?
by Dianne Dumanoski, reposted with permission from Yale360


In the summer of 2006, geoengineering — the radical proposal to offset one human intervention into planetary systems with another — came roaring out of the scientific closet. Deliberate climate modification, as climate scientist Wally Broecker once noted, had long been “one of the few subjects considered taboo in the realm of scientific inquiry.”

Two things spurred this dramatic reversal: growing alarm because climate change was hitting harder and faster than expected and the abysmal failure of political efforts to reduce carbon dioxide emissions.

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Copenhagen: Things fall apart and an uncertain future looms

The Copenhagen summit turned out to be little more than a charade, as the major nations refused to make firm commitments or even engage in an honest discussion of the consequences of failing to act.
by bill mckibben, reposted with permission from Yale360

It’s possible that human beings will simply never be able to figure out how to bring global warming under control — that having been warned about the greatest danger we ever faced, we simply won’t take significant action to prevent it. That’s the unavoidable conclusion of the conference that staggered to a close in the early hours of Saturday morning in Copenhagen. It was a train wreck, but a fascinating one, revealing an enormous amount about the structure of the globe.

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Klima-Index zeigt eindeutigen Trend

Es gibt nicht mehr viele Menschen die daran zweifeln, dass sich das Klima verändert, und dass diese Veränderungen menschengemacht sind. Aber weiterhin wird das Ausmaß dieser Veränderungen unterschätzt. Ein neuer Index soll dem Abhilfe leisten.

Der Klimawandel schreitet stetig voran. Die Kohlendioxidkonzentration, in ppm gemessen, erhöht sich um zirka zwei ppm pro Jahr; die Temperaturen steigen, innerhalb dieses Jahrhunderts um zirka 0.8 Grad Celsius; der Meeresspiegel steigt um mehrere Millimeter pro Jahr, und die Eisflächen schmelzen um viele Kubikkilometer pro Jahr. All diese verschiedenen Einheiten sind verwirrend, und sagen relativ wenig aus, wenn man selbst nicht gut mit der Materie vertraut ist. Und vor allem, wie sieht eigentlich das Gesamtbild aus?

Dem wollen Wissenschaftler des International Geosphere-Biosphere Programs abhelfen. Sie erstellten kürzlich einen Index, in dem sie vier wesentliche Größen, die durch den Klimawandel verändert werden  - CO2, Temperatur,  Ausdehnung des arktisches Seeeis, und Meeresspiegel - in einem Klima-Index zusammenfassen. Dabei wird jede Größe auf einen Wert zwischen -100 (Abnahme der Änderungen)  und +100 (Verstärkung der Veränderungen) standardisiert. Null bedeutet, dass sich nichts verändert hat. Der Mittelwert der vier standardisierten Größen ergibt den Indexwert, separat für jedes Jahr. Daraus ergibt sich die obere Kurve, die eindeutig zeigt, dass sich die Klimaveränderungen unaufhaltsam verstärken.

Ob die Politiker in Kopenhagen sich diese Grafik gründlich angesehen haben?

Quelle: ScienceDaily

Maiken Winter

Ein Orchester ohne Dirigent

Wer dirigiert eigentlich die Welt?

Vorweihnachtszeit. Das ist wohl eine der schönsten, geruhsamsten Zeiten im Jahr. Kerzenschein, Plätzchen essen, Musik anhören, zum beispiel das wunderschöne Weihnachtsoratorium von Bach.

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Elefantengras - ein echter Alleskönner

Was wäre, wenn aus einer Pflanze nicht nur wertvolle Biomasse zum Heizen gewonnen werden könnte, sondern diese auch gleichzeitig zahlreiche andere Verwendungsmöglichkeiten zu bieten hätte? Eine Pflanze, dessen Anbau keine Gegner auf den Plan ruft, wenn es um die heiße Diskussion des fragwürdigen Energiepflanzenanbaus geht. Kein Gewissenskonflikt beim Getreideanbau für die CO2- arme Energieerzeugung auf der einen und der Bekämpfung von Hungersnöten auf der anderen Seite. Wunschdenken? Nicht ganz, denn eine ganz bestimmte Pflanze, die Naturfreunde wohl eher aus dem heimischen Garten kennen, wartet gleich mit einer ganzen Palette an Einsatzmöglichkeiten auf - und bringt auch noch den eigenen Heizkessel zum glühen.

Was lange Zeit von Gärtnern geschätzt war, um einen möglichst schnellen und attraktiven Sichtschutz in den Garten zu zaubern, begeistert nun auch die Industrie. Und das gleich in mehreren Punkten. Miscanthus Rhizome, wohl besser bekannt unter dem Namen Chinaschilf oder Elefantengras, wird in den höchsten Tönen gelobt. Seine vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten und sein enorm schnelles Wachstum, bei gleichzeitig Anspruchslosigkeit, machen es auch für die Industrie zu einem lukrativen Objekt der Begierde.

Zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten

Die Einsatzmöglichkeiten liegen sowohl auf dem Gartensektor, als auch bei der Herstellung von Zellulose oder Baustoffen. Selbst als Einstreualternative für die Landwirtschaft punktet das Elefantengras Dank seiner extremen Saugfähigkeit. Doch das Hauptaugenmerk liegt auf der Verwendungsmöglichkeit als Biomasselieferant, denn diese werden angesichts der Wichtigkeit, schädliches Klimagas auf ein Minimum zu reduzieren, immer beliebter. Schließlich gelangt bei deren Verfeuerung nur so viel CO2 wieder in die Umwelt, wie die Pflanzen im Laufe ihres Wachstums selber verbraucht haben.

Anspruchslose Energiepflanze

Hinzu kommt die Ertragsfreude des - bis zu vier Meter hohen - Elefantengrases. Auch ohne Dünger, allein die nährstoffreichen, toten Blätter der Pflanze, die dem Boden nach dem Abfallen wieder genügend Nährstoffe zukommen lassen, gedeihen die Pflanzen ganz prächtig und werfen ordentlich Biomasse-Material ab. Ein Hektar Chinaschilf, so schätzen Experten die Ausbeute auf europäischen Gefilden ein, entsprechen dabei über 5.000 Litern Heizöl extra leicht. Bedenkt man die Rohölpreise und die knapper werdenden Ressourcen des fossilen Rohstoffs, steckt ein hohes Gewinnpotenzial im Schilf.

Langsam aber sicher

Gut Ding will dennoch Weile haben und so ist auch die erste Ertragsernte erst zwei Jahre nach dem Setzen der Wurzelstöcke möglich. Im dritten Jahr hat das Chinagras dann seine eigentliche Größe erreicht und kann ab diesem Zeitpunkt jährlich geerntet werden – bei einer Nutzungsdauer von mindestens 20 Jahren. Die Ernte von Chinagras erinnert dabei an die des Maises. Mittlerweile gibt es Kombinationsgeräte, die das Elefantengras nicht nur Häckseln, sondern auch direkt pressen. Das garantiert höchste Reinheit des Ernteguts und damit hervorragende Brenneigenschaften, denn der Bodenkontakt und die hiermit verbundenen Verunreinigungen können so umgangen werden.

Ausbreitung ausgeschlossen

Auch ein eventueller Konflikt durch eine Vermischung mit einheimischen Pflanzen, das Elefantengras kommt ursprünglich aus Japan, muss kaum befürchtet werden, denn sie bildet keine Samen aus, sondern treibt aus dem Wurzelstock Jahr für Jahr wieder neu aus.
Eine wahres Allroundtalent also, von dem in Zukunft sicherlich noch einiges zu hören sein wird.

Judith Schomaker

Alle Jahre wieder

Bald ist es soweit, Weihnachten steht direkt vor der Tür. Ein Fest der Besinnlichkeit, der Liebe - und zur besonderen Freude von Groß und Klein - der Geschenke und Lichtermeere. Was aber ist mit unserer Umwelt? Freut sie sich genauso auf das bevorstehende Fest? Wohl kaum, denn für sie kommt nun der Gipfel einer ohnehin schon schweren Zeit.

Wir Menschen genießen die Ruhe und Harmonie der kommenden Tage, doch was tun wir in dieser Zeit unserer Umwelt an? Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie viel Energie wir jetzt zusätzlich verbrauchen?

Da wären zum Einen die offensichtlichen Energiefresser zum Fest, wie Lichterketten und diverse – selbstverständlich beleuchtete – Weihnachtsdekorationen. Allein die außergewöhnliche Weihnachtsbeleuchtung von Berlin umfasst eine Gesamtlänge von 80 Kilometern und schließt fast 270 Bäume ein. Damit ist sie die größte Installation in ganz Deutschland, die entsprechend viel Energie verbraucht. Über die genauen Verbrauchszahlen schweigen sich die Verantwortlichen jedoch aus, was interessiert es sie auch, schließlich finanziert Stromanbieter Vattenfall ja das leuchtende Unterfangen.

Aber auch die versteckten Verbraucher summieren sich zum Fest erheblich – oder packen Sie Ihre Geschenke etwa nicht ein? Geschenkpapiere, Folien und bunte Schleifchen, all das verbraucht nicht nur reichlich Energie bis es endlich in den Auslagen der Geschäfte ankommt, sondern auch im Nachhinein. Bei der Entsorgung entstehen immense Energiekosten, nicht gerade förderlich für die ohnehin schon belastete Umwelt. Und dann wären da noch Dinge wie Plätzchen Backen oder extra Shoppingtouren für die Weihnachtseinkäufe, schließlich soll ja zum Weihnachtsfest alles perfekt sein!

Wenn das besinnliche Fest dann vorüber ist, geht es mit dem nächsten Höhepunkt weiter. Das neue Jahr wird mit reichlich Getöse begrüßt. Knall- und Feuerwerkskörper verpesten die Luft und verschrecken so manches Tier. Einmal ganz abgesehen von den auch hierfür nicht unerheblichen Energiekosten, bis die Mini-Bomben endlich in deutschen Geschäften verkauft werden können. Die Energiebilanz von Feuerwerkskörpern interessiert zu diesem Zeitpunkt die wenigsten und der Feinstaub, der am Silvesterabend in die Atmosphäre gepustet wird, kann locker mit dem aus Verkehr und Industrie mithalten.

Ich für meinen Teil werde auch in diesem Jahr ein wenig Acht auf ein unweltverträgliches Fest geben und wünsche allen eine frohe und besinnliche Weihnacht.

Judith Schomaker

Wunderwaffe gegen Hunger und Klimawandel?

„Verkohlte" Biomasse - bezeichnet als Biokohle - macht Böden fruchtbarer und entzieht der Atmosphäre auch noch CO2. Als Bestandteil der terra preta schon seit 2.500 Jahren im Amazonasbecken bekannt, bietet sie gewichtige Gründe, um sie zu einem zentralen Forschungsgegenstand zu machen. Doch worum handelt es sich bei dieser potentiellen Wunderwaffe gegen Hunger und globale Erwärmung?

Am Beginn standen die Ureinwohner des Amazonasbeckens. Sie sammelten ihre organischen Abfälle in Tongefäßen, und überließen diese mit einem Deckel verschlossen sich selbst. Schwelbrände taten ihr Übriges, ein dunkles, poröses Substrat entstand. Bald bemerkten die Indios, dass danach der Mais in diesen Töpfen doppelt so hoch wuchs und brachten das Material auf ihren Feldern aus. Diese Theorie zur Entstehung der bis zu 7.000 Jahre alten und äußerst fruchtbaren Schwarzerden (terra preta) ist heute unter Wissenschaftlern weitgehend anerkannt.

In jüngster Zeit wurde die Biokohle von Johannes Lehmann, Professor an der Cornell University in Ithaca, USA, als probates Mittel zur Bodenverbesserung wieder entdeckt. Er schreibt ihr zwei grundlegende Eigenschaften zu, welche sie zu einer wichtigen Waffe im Kampf gegen einige der größten Umweltprobleme unserer Zeit machen könnten:

1. Sie hält Nähr- und Schadstoffe genauso wie Wasser im Boden zurück.

2. Sie stellt eine sehr stabile Form von organischer Substanz im Boden dar.

In Böden eingebracht, macht die Biokohle diesen also fruchtbarer und den Einsatz mineralischer Dünger großteils unnötig. Die Erträge steigen, die Umweltverschmutzung sinkt - und auch der globalen Erwärmung scheint sie entgegenzuwirken. Ihre hohe Stabilität macht sie zu einer potentiellen Kohlenstoffsenke und verringert damit auch die Menge an atmosphärischem CO2. Einhelliger Tenor in der Forschung ist somit: Zum einfachen Verbrennen ist diese Kohle zu schade.

Auch in Deutschland arbeiten aktuell viele Wissenschaftler daran, der Idee der terra preta mit moderner Technik neues Leben einzuhauchen. Einige, wie zum Beispiel eine Arbeitsgruppe der FH Bingen, setzen auf Biokohle, die durch Pyrolyse hergestellt wird: Organisches Material wird in einem abgeschlossenen Reaktor (Pyreg-Reaktor) erhitzt. Die Biomasse „verschwelt" unter Luftabschluss, wobei nur sehr wenig CO2 freigesetzt wird. Das als Nebenprodukt austretende Gas kann über einen Kraft-Wärme-Koppler in Strom verwandelt oder schadstoffarm verbrannt werden. Als Produkt der Pyrolyse bleibt Biokohle zurück, welche in etwa 60 Prozent des ursprünglich von den Pflanzen aufgenommenen CO2 speichern kann. Verbrennt oder verrottet das organische Material an der Luft, geht ungleich mehr CO2 wieder zurück in die Atmosphäre.

Am Max-Planck-Institut in Potsdam wird schon seit einiger Zeit an einer Biokohle aus dem „Dampfkochtopf"geforscht. Hydrothermale Carbonisierung (HTC) heißt das Stichwort. Dabei wird organisches Material unter Luftabschluss bei 180 Grad Celsius unter Zugabe von Katalysatoren und Wasser „verkocht". Das Ergebnis ist wieder Biokohle, ähnlich jener aus dem Pyrolyse-Verfahren. Gemäß den Potsdamer Forschern liegen die Vorteile auf der Hand: Der Prozess läuft ohne Kohlenstoffverluste ab, funktioniert auch mit feuchten Ausgangsmaterialien und verläuft noch dazu exotherm, es wird also bei der Herstellung Energie in Form von Wärme frei. Neben der Ausbringung auf Ackerböden setzt man in Potsdam besonders darauf, aus der Kohle Treibstoffe und chemische Grundstoffe zu gewinnen.

Bodenkundler der TU Berlin beschäftigen sich indes schon damit, ob Biokohle auch nährstoffarme Böden in Deutschland verbessern kann. „Die Pflanzen entwickeln sich auf Böden mit einem Anteil von fünf Prozent Biokohle besser als auf Vergleichsböden", zeigt sich Anne Wagner vom Fachgebiet Bodenkunde zufrieden mit den ersten Ergebnissen. Auch sie hält es für möglich, dass Biokohle einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann, allerdings fehlen noch Langzeitversuche im Feld.

Die Perspektive ist klar, doch im Moment fehlen noch wissenschaftliche Grundlagen genauso wie ausgereifte Technologien. Bevor die Biokohle global und großflächig zum Einsatz kommt, sollten alle essentiellen Fragen beantwortet und potentielle Risiken ausgeschlossen sein.

Urlike Rosenfellner

Manipulationen bei Klimadaten – eine Einschätzung

Haben Forscher Klimamessdaten manipuliert, um Beweise für einen anthropogenen, also menschengemachten Klimawandel künstlich zu erzeugen? Diese Frage wird von einigen Skeptikern aufgeworfen, nachdem im November gehackte E-Mails von Forschern der Climatic Research Unit (CRU) der University of East Anglia, England, online gestellt wurden.

Beispielsweise ist in einer 1999 versendeten Mail von Phil Jones die Rede von einem „trick (...) to hide the decline" im Zusammenhang mit Temperaturverlaufsnachbildungen die Rede. Jones möchte diesen Ausdruck nach einem Artikel der Süddeutschen Online als Kniff und nicht als Manipulation verstanden wissen. Diese Einschätzung bestätigen unter anderem auch Jochem Marotzke, Direktor am Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie und Hans Joachim Schellnhuber, Direktor am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und wissenschaftlicher Chefberater der Bundesregierung in Fragen des Klimawandels. Ein übler Nachgeschmack bleibt jedoch.

Kontroverse gibt es auch um das sogenannte Hockeyschläger-Diagramm. Darin wird die Temperaturentwicklung der letzten 1000 Jahre nachgebildet. Das Diagramm zeigt, dass die Temperaturen über diesen Zeitraum weitgehend konstant sind und erst seit der Industrialisierung stark ansteigen. Die Grafik ist auch Bestandteil der 2001 erschienenen Zusammenfassung des dritten Sachstandsbericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), der eine wichtige Grundlage für Klimaschutzpolitik war. Der Ursprung des Diagramms ist eine Veröffentlichung von Mann, Michael E., Raymond S. Bradley und Malcolm K. Hughes aus dem Jahr 1999. Die Daten der ferneren Vergangenheit ergeben sich unter Anderem aus der Auswertung von Baumrinden, was mit großen Unsicherheiten Verbunden ist. Dies haben die Autoren aber schon in der Überschrift „Northern Hemisphere Temperatures During the Past Millennium: Inferences, Uncertainties, and Limitations" deutlich gemacht und auch in der Grafik des IPCC-Reports durch einen Toleranzbereich gekennzeichnet. Aber auch methodische Fehler werden den Wissenschaftlern vorgeworfen. Die Aussagefähigkeit wird in Zweifel gezogen. Im Aktuellen IPCC-Bericht beruht eine ähnliche Grafik auf einer deutlich breiteren Datenbasis, die den Hockeyschläger-Verlauf im Grunde bestätigt.

Wie sind solche Vorwürfe einzuschätzen? Richtig ist, dass die Daten der ferneren Vergangenheit mit Unsicherheiten verbunden sind, und daher „nur" wahrscheinlich zutreffen. Der starke Temperaturanstieg seit der Industrialisierung gilt hingegen als sicher. Von 1905 bis 2005 hat die Durchschnittstemperatur um 0,74 Grad zugenommen. Richtig ist auch, dass das Klimasystem hoch komplex ist und nicht alle Erkenntnisse sicher sind. So haben die Autoren des IPCC auch nicht behauptet, dass der Klimawandel anthropogen verursacht ist, sondern nur mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit. Zu beachten ist, dass sich diese Annahme mit fortlaufender Zeit immer mehr bekräftigt.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass möglicherweise einige Forscher Daten selektiv darstellen oder sogar manipulieren. Bisher wurde diese Methode in der Regel von Klimawandelskeptikern angewendet. Aber einige Fachzeitschriften und vor allem die Medien bevorzugen „spektakuläre" Ergebnisse. Dies ist im Auge zu behalten und gegebenenfalls ist mehr Transparenz bei der Datenbasis solcher Veröffentlichungen erforderlich. Aber ändert das was an der Notwendigkeit, das Klima zu schützen und Treibhausgasemissionen drastisch zu reduzieren? Mit dem Klimasystem beschäftigen sich weltweit tausende von Wissenschaftlern. Es mag schwarze Schafe geben, aber die Masse der wissenschaftlichen Erkenntnisse spricht eine eindeutige Sprache. Auch sollten wir uns nicht an die verschwindend geringe Wahrscheinlichkeit klammern, dass der Mensch nicht Auslöser des Klimawandels sein könnte. Das wäre vergleichbar damit, das Erbe für die eigenen Kinder beim Roulette auf eine Zahl zu setzen. Eine gute Zukunft nur mit sehr viel Glück.

Es ist erstaunlich, dass die gehackten E-Mails direkt vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen veröffentlicht wurden. Stellt sich die Frage, ob dies ein Zufall ist. Es ist richtig die Vorwürfe zu verfolgen. Die Zukunft unserer Kinder sollten wir aufgrund solcher Strohfeuer aber nicht aufs Spiel setzen.

Oliver Hölzinger

Reason and faith in Copenhagen

Reposted from Mother Jones; written by Bill McKibben.

I've spent the last few years working more than fulltime to organize the first big global grassroots climate change campaign. That's meant shutting off my emotions most of the time—this crisis is so terrifying that when you let yourself feel too deeply it can be paralyzing. Hence, much gallows humor, irony, and sheer work.

This afternoon I sobbed for an hour,

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US-Ostküstenstaat Pennsylvania lockt europäische Solarbranche

Pennsylvanias Gouverneur Edward G. Rendell kann Dank seiner konsequenten Politik zur Ansiedlung und Förderung von CleanTech Unternehmen weitere Erfolge verbuchen. HelioSphera, einer der größten und innovativsten Hersteller von Dünnfilm-Solarzellen eröffnet eine Produktionsstätte auf dem ehemaligen Marinegelände von Philadelphia (PA). Wie der Gouverneur im vergangenen Monat bekannt gab, werden durch das Engagement der griechischen Firma 400 neue Arbeitsplätze entstehen und mehrere hundert Millionen US-Dollar Investitionskapital fließen. Philadelphia entwickle sich mittlerweile zu einer der führenden Regionen in der Solartechnologie der Vereinigten Staaten. Bereits Anfang dieses Jahres hatte die Stadt vom US-Energieministerium die Auszeichnung „Solar American City" erhalten.

Im Südosten Pennsylvanias wird zur Zeit außerdem einer der größten Solarparks der Region gebaut: Die Conergy AG errichtet für das Wasserversorgungsunternehmen Aqua Pennsylvania eine Anlage mit einer Kapazität von über 1.300 Megawattstunden pro Jahr. Für Aqua PA bedeutet dieses Projekt eine Einsparung im fünfstelligen Dollarbereich. Der Solarpark soll bereits Ende 2010 ans Netz gehen.

Konsequente Klimapolitik und lukrative Förderprojekte
Seit 2006 verfolgt Gouverneur Edward G. Rendell mit seiner „Energy Independence Strategy" das Ziel, Pennsylvania so schnell wie möglich unabhängig von Energieimporten zu machen. Im Juni dieses Jahres sind per Gesetz Fördergelder in Höhe von 650 Millionen US-Dollar für alternative Energieprojekte freigegeben worden. Die Solarbranche spielt dabei eine entscheidende Rolle: So wurden allein in diesem Jahr mit Hilfe von staatlichen Förderprogrammen acht neue Anlagen auf den Weg gebracht, die die Kapazität zur Nutzung von Sonnenenergie in Pennsylvania verdreifachen werden. Im Jahre 2010 wird Pennsylvania mit seiner Solarkapazität zu den fünf führenden US-Bundesstaaten gehören.

Beliebter Standort für die internationale CleanTech-Branche
Internationale Unternehmen wie Gamesa, Iberdrola und Converteam profitieren bereits seit mehreren Jahren von den optimalen Bedingungen des Ostküstenstaates und unterhalten einen oder mehrere Standorte in Pennsylvania. Auch der deutsche Hersteller von Sonnenreflektoren, Flabeg, eröffnete bereits im vergangenen Jahr einen Standort in der Nähe von Pittsburgh und schaffte dadurch 300 neue Arbeitsplätze in der Region. „Für europäische Unternehmen aus dem regenerativen Sektor bietet Pennsylvania einen idealen Einstieg in den amerikanischen Markt," erläutert David Scrimgeour, Repräsentant des Commonwealth of Pennsylvania im deutschsprachigen Raum. „Die Fertigungs- und Maschinenbauindustrie vor Ort ist optimal aufgestellt - ausländische Unternehmen finden hier professionelle Arbeitskräfte und optimale Produktionsbedingungen, die das eigene Investitionsrisiko auf ein Minimum reduzieren," so Scrimgeour weiter.

Seit diesem Jahr befindet sich in Philadelphia außerdem das US-Büro des GADORECenters (German-American Dialog on Renewable Energy). Gerade für kleine und mittlere Unternehmen bietet das Pool-Büro die Möglichkeit, den optimalen Markteinstieg vorzubereiten und erste Geschäftsbeziehungen aufzubauen. Zu den Leistungen des Centers gehören die Vermietung von Räumen, Kontaktanbahnungen innerhalb der Branche, Messevorbereitung und die Vermittlung von Beratern, Dienstleistern, Banken und Investoren.

Commonwealth of Pennsylvania

Schaffen wir noch ein effektives Klima-Abkommen in Kopenhagen?

Machen Sie mit bei der weltweit größten Klimaschutz-Kampagne. Unterschreiben Sie HEUTE eine Petition zur Rettung von Kopenhagen!

Hier eine Nachricht von Avaaz:

Wow. Gestern haben die Medien die Kopenhagener Klimaverhandlungen bereits totgesagt, bevor sie überhaupt begonnen haben.

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Die Kraft der Sonne - auch bei Nacht

Stefan Ponsold, der Geschäftsführer und Entwickler des Unternehmens „Sunnybag", im Gespräch mit dem CleanEnergy Project. Die Solartaschen des Unternehmens zeigen neue Möglichkeiten auf und erregen viel Aufsehen. Unsere Gesprächsthemen: die Zuverlässigkeit von Solarenergie sowie Trends in der Entwicklung von Solarzellen und Akkus.

Solartaschen sind eine praktische Erfindung. Sie ermöglichen es, mobile Geräte unabhängig vom Stromnetz aufzuladen. Die Sonne dient dabei als Energiequelle. Dem österreichischen Hersteller der neuen Solartaschen gelang es erstmals, Zuverlässigkeit und Qualität stilvoll verpackt zusammenzuführen. Nun können auch nachts bis zu drei Mobiltelefone mithilfe einer Solartasche aufgeladen werden.

Herr Ponsold, Ihre Solartaschen heben sich deutlich von ähnlichen Produkten ab. Welche Anforderungen stellen Sie an Ihre Produkte?

Wir unterscheiden uns in vielen Grundsätzen von unseren Mitbewerbern. Aus meiner Sicht verkaufen wir keine Solartaschen mit überdurchschnittlich hohem Wirkungsgrad, Lithium-Ionen-Akku und effizienter Ladeeinheit. Wir verkaufen Unabhängigkeit. Unser primäres Ziel dabei ist, dass sich unsere Kunden nie mehr mit der Stromversorgung ihrer mobilen Geräte beschäftigen müssen. Das blinkende „Akku leer" beim Mobiltelefon soll der Vergangenheit angehören. Das ist unsere Anforderung.

Zuverlässigkeit und Kompatibilität sind entscheidende Kriterien bei Produkten, die Solarenergie nutzen. Wie gehen Sie mit diesen wichtigen Faktoren um?

Bei der Entwicklung eines zuverlässigen Hightech-Produktes müssen umfangreiche Feldtests unter Extrembedingungen durchgeführt werden. Konkret bedeutet dies, dass unsere Sunnybags in der afrikanischen Wüste oder im hochalpinen Gelände getestet werden. Diese Testergebnisse fließen direkt in die Produktentwicklung ein.

Ohne Kompatibilität funktioniert kein System. Es ist wie bei zwei Menschen, die unterschiedliche Sprachen sprechen. Unsere Aufgabe ist es, einen Übersetzer zu entwickeln, der jede Sprache spricht. Zurzeit können bei unseren Sunnybags über 400 unterschiedliche Mobiltelefone, unzählige MP3-Player, sowie alle IPhones und IPods aufgeladen werden.

Welche allgemeinen Trends erkennen Sie in der Entwicklung von Solarzellen?

Aufgrund meines wirtschaftlichen Studiums zum Innovationsmanager habe ich mich sehr intensiv mit technologischen Trends beschäftigt. Bei der Entwicklung von Solarzellen zeichnen sich zwei Trends ab: deutlich günstigere Dünnschichtzellen und höhere Wirkungsgrade.

Und wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung von Akkus ein?

Ich denke, dass hier demnächst eine Schwelle erreicht wird. Mehr Kapazität bedeutet meist schärfere Säuren. Diese sind bei der Herstellung oft umweltbelastender und nach ihrem Gebrauch auch schwerer zu recyceln. Es zeigt sich, dass sich die Industrie hier bereits einem Grenzbereich nähert, der in Zukunft nur durch einen radikalen Entwicklungsschritt, wie zum Beispiel der Brennstoffzelle, durchbrochen werden kann.

Das aktuelle Modell von Sunnybag hat bereits viel Aufsehen erregt. Mit welchen weiteren Entwicklungen werden Sie uns überraschen?

Leider kann ich über weitere Entwicklungsschritte nur wenig preisgeben. Wir haben gegenwärtig einige Projekte in der Pipeline, die wir kommenden Sommer präsentieren werden. Dabei konzentrieren wir uns unter anderem auf eine Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit und auf eine weitere Steigerung der Leistung.

Herr Ponsold, herzlichen Dank für das Gespräch.

Unser Tipp: Die Solartasche „Business Pro" bietet Platz für ein Notebook mit einer Größe von bis zu 15,4 Zoll. In den Farben Schwarz und Dunkelbraun ist das Businessmodell ab 199,00 Euro auch direkt über den Onlineshop von Sunnybag erhältlich.

Joachim Kern

Die neuen Wege des Autoverkehrs

Thomas Gottschalk beugt sich ganz tief runter und schnuppert am Auspuff. Dann bekommt er ein Glas mit Wasser in die Hand gedrückt. Das Glas wurde vorher vor laufenden Kameras an das dampfende Auspuffrohr gehalten, woraufhin sich das Wasser im Glas kondensiert hat. Gottschalk betrachtet das Glas mit seinem berühmten charmant dümmlichen Gesichtsausdruck. Dann trinkt er das Wasser.
Das war im Jahr 2000. Im Rahmen der von Gottschalk moderierten Eröffnungsveranstaltung der „Expo 2000“ in Hannover stellte Mercedes sein Konzeptauto „NECAR“ mit Brennstoffzellenantrieb vor. Statt gefährlichem Feinstaub und klimaschädlichem Kohlendioxid puffte dieses glitzernde Auto nur Wasserdampfwölkchen in die Luft. Dafür verpfändet der Stuttgarter Autobauer sogar die Gesundheit von Deutschlands Topmoderator Gottschalk. Die Zukunft schien begonnen zu haben. Seitdem sind viele Jahre vergangen. Viele Jahre, in denen in der Automobilindustrie, mal abgesehen von ein paar Fusionen und vielen Entlassungen, nicht viel passiert ist. Die Zukunft scheint auch weiterhin in den Showrooms der Branche eingesperrt zu sein.

Die ökologische Revolution in der Automobilindustrie
Und doch hat in den letzten Jahren eine kleine Revolution in der Autobranche stattgefunden. Das erste fahrbare Resultat dieser Revolution kam aber nicht, wie hierzulande erwünscht, aus den so innovativen Hightechlaboren deutscher Nobelkarossen. Stattdessen rollte der Hybrid-Pkw „Prius“ beim japanischen Autobauer Toyota vom Band. Beim Prius würde niemand am Auspuff schnuppern, denn da kommen durchaus noch die gesundheitsschädigenden Abgase eines Verbrennungsmotors heraus. Neben dem Verbrennungsmotor hat der Prius aber auch noch einen akkubetriebenen Elektromotor, der diesem Auto insbesondere beim Anfahren und im Stadtverkehr zu niedrigem Verbrauch und damit auch zu geringen Emissionen verhilft. Außerdem kann die überschüssige Energie des Verbrennungsmotors und ein Teil der Energie, die normalerweise beim Bremsen verloren geht, im Akkumulator gespeichert und so weiter genutzt werden. Dieses neue Antriebskonzept hat Toyota im Alleingang auf dem globalen Pkw-Markt etabliert. Und dies gleich so erfolgreich, dass die Konkurrenz, insbesondere auch aus dem Autoland Deutschland, nur abgehängt hinterhertuckern kann.
Aber die eigentliche Revolution ist gar nicht der etwas klobig daherkommende Prius. Revolutionär ist vielmehr, dass sich heute selbst in der schwerfälligen und traditionell umweltsündigen Automobilindustrie ein unübersehbares Umweltbewusstsein durchgesetzt hat. Dieses neue Umweltbewusstsein zeigt sich zwar heute noch eher in den grün gestrichenen Werbeplakaten für Sport- und Geländewagen und weniger in umweltfreundlichen Antrieben. Aber der Toyota Prius ist ein erstes Zeichen dafür, dass sich künftig in der Antriebstechnik einiges tun wird. So tüftelt schon heute jeder Hersteller an seinem eigenen umweltfreundlichen Weg in die Zukunft. Wohin führen diese neuen Wege? Wie vielversprechend sind die verschiedenen Konzepte? Und was für Motoren werden uns künftig bewegen?

Hybridelektrokraftfahrzeug
...ist die korrekte aber wenig griffige Bezeichnung für den Prius. Wie sein lateinischer Name schon andeutet, war er der erste Großserien-Pkw mit Hybridantrieb auf dem globalen Automarkt. Aber er ist schon lange nicht mehr der Einzige: Nach seinem großen Markterfolg und auch nach dem symbolischen Aufruf einiger deutscher Politiker, doch besser auf die repräsentative spritfressende Dienstlimousine zu verzichten und stattdessen Prius zu fahren, tummeln sich heute bereits weitere Hersteller wie Honda, Ford und Lexus auf dem Hybridmarkt. Darüber hinaus haben sehr viele weitere Autobauer auch aus Deutschland bekannt gegeben, dass sie an Hybridkonzepten arbeiten und auch die Serienfertigung vorbereiten. Bis heute sind angekündigte Markteinführungstermine aber immer wieder verschoben worden, sodass das lukrative Hybridgeschäft nach wie vor von Toyota und vielleicht noch Honda dominiert wird. Viele Hersteller werden nachziehen, soviel erscheint sicher. Gelegentlich wird sogar prophezeit, dass sich der Hybridantrieb ganz durchsetzen wird. Viele Menschen insbesondere aus den Umweltorganisationen sehen das Hybridkonzept aber nur als Übergangslösung und fordern eine konsequente Abkehr vom fossilen Verbrennungsmotor.

Elektromobilität
...oder auch „E-Mobility“ sind heute beliebte Modebegriff in der internationalen Umweltdebatte. Mit glänzenden Augen denken viele Menschen dabei an ruhige Städte mit saubere Luft, da die lauten und emissionsintensiven Verbrennungsmotoren endlich auf den Schrottplätzen ruhen. So erstrebenswert diese Vision auch sein mag: Bis dahin ist es noch eine lange Fahrt.
Heute schon auf den Straßen unterwegs ist nur die oben erwähnte hybride Verbindung eines Elektromotors mit einem Verbrennungsmotor. Der Vorteil dieser Verbindung ist, dass sie im Gegensatz zu einem reinen Elektroantrieb keine komplett neue Energieinfrastruktur benötigt, da die Akkus ja durch den spritgetriebenen Verbrennungsmotor geladen werden. Aber es wird auch heute schon durchaus an reiner Elektromobilität gearbeitet. So fahren seit einigen Monaten ein paar kleine Elektro-Smarts durch Berlin, die sich hier an RWE-Stromzapfsäulen wieder auftanken können. Auch viele weitere Hersteller und Energiekonzerne arbeiten an der verheißungsvollen Elektromobilität. Und die deutsche Politik versucht, mit dem „Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität“ Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität zu pushen. Aber ein wirklicher Durchbruch der reinen Elektroantriebe erscheint heute noch in weitere Ferne. Und das, obwohl Elektromotoren für Fahrzeuge ein sehr alter Hut sind. Problematisch sind aber die Tankstelleninfrastruktur und vor allem die Speicherung der elektrischen Energie. Lange erschienen Wasserstoff-Brennstoffzellen als aussichtsreichster Energiespeicher. Aber diese Technik ist teuer und schwer kontrollierbar, sodass viele Hersteller von ihr abgerückt sind. Heute wird verstärkt an der Weiterentwicklung chemischer Akkumulatoren geforscht. Aber auch hier sind hohe Preise, niedrige Kapazitäten, Sicherheitsbedenken und die langen Ladezeiten hartnäckige Probleme. Eine weitere Baustelle ist die Frage, womit man die Stromspeicher denn eigentlich laden soll: Will man einen wirklich relevanten Umweltschutz erreichen, dann darf man die Autos nicht einfach mit klimaschädlichem Kohlestrom betreiben. Auch hier sind erneuerbare Energien die sauberste Lösung. Viel diskutiert wird in diesem Zusammenhang die Option, die Schwankungen im Stromnetz, die durch die nicht konstant einspeisenden erneuerbaren Quellen verursacht werden, durch die Energiespeicher in den Autos abzufedern. Dafür ist aber eine komplette Umstrukturierung des (eh sanierungsbedürftigen) deutschen Stromnetzes notwendig, was wiederum viel Zeit kostet.

Biokraftstoffe
...sind da technisch deutlich leichter handhabbar. Die gängigen Verbrennungsmotoren können nämlich mit wenigen Handgriffen so umgerüstet werden, dass sie auch Kraftstoffe aus Pflanzen verdauen. Beim Verbrennen von Biokraftstoffen entstehen zwar genau wie bei fossilen Kraftstoffen auch klimaschädliche Emissionen. Aber rechnerisch werden diese ausgeglichen, indem beim Anbau der Energiepflanzen genauso viel Kohlenstoffdioxid gebunden wird, wie ihre Verbrennung freisetzt. Daher gelten Biokraftstoffe als CO2-neutral.
Es gibt ganz verschiedene Möglichkeiten ganz verschiedene flüssige und gasförmige Biokraftstoffe aus ganz verschiedenen Pflanzen herzustellen. Gemeinsam haben all diese Pfade aber, dass sie in Konkurrenz zu anderen Nutzungsmöglichkeiten der Pflanzen stehen. So wurden die Hungersnöte, die in den letzten Jahren in vielen Ländern Afrikas aufgetreten sind, immer wieder mit dem boomenden Energiepflanzenanbau in diesen Regionen in Verbindung gebracht. „Food not Fuel!“ ist hier der Schlachtruf, der verdeutlicht: Nahrung ist wichtiger als Treibstoff. Außerdem werden in vielen Ländern wie insbesondere Indonesien und Malaysia ganze Regenwaldregionen durch Brandrodung unwiederbringlich zerstört, weil auf den Flächen Palmölplantagen errichtet werden sollen. Und wenn für die Biokraftstoffe Regenwald gerodet wird, ist der Umweltnutzen dieser Kraftstoffe vollständig ruiniert. Daher wird heute unter Hochdruck versucht, weltweite Zertifizierungssysteme für Biokraftstoffe zu etablieren, die deren nachhaltigen Anbau belegen sollen. Aber immer mehr Zweifel kommen auf, ob ein solches System denn überhaupt funktionieren kann. Hier muss eine international verbindliche und absolut transparente Regelung her, sonst läuft es auf „teure Ökokraftstoffe für Europa, billiger Regenwaldsprit für China“ hinaus. Und selbst wenn sich irgendwann eine solche Regelung durchsetzen könnte, dann hat man mit den Biokraftstoffen noch immer die krebserregenden Partikelemissionen der Verbrennungsmotoren mitten in den Städten.

Effiziente Motorentechnik
...klingt nicht so visionär wie Elektromobilität oder Biokraftstoffe. Es handelt sich hierbei auch nicht wirklich um neue Technik sondern nur um Effizienzsteigerungen bei altbekannten Motoren. Insbesondere deutsche Autobauer arbeiten viel an effizienten Dieselmotoren, beispielsweise mit Direkteinspritzung.
Effiziente Energienutzung ist nun sicherlich immer gut. Aber eine echte Lösung für die dringlichen Umweltprobleme ist hier nicht zu erwarten: Schließlich verfeuern auch die effizientesten herkömmlichen Motoren weiterhin die endlichen und immer teurer werdenden fossilen Energieträger, bei der Verbrennung der Kraftstoffe wird weiterhin klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt und der bei der Verbrennung anfallende Feinstaub ist auch weiterhin gesundheitsschädlich. Das Übel wird kleiner, aber es bleibt ein Übel.

Ein eindeutiges Fazit
...zugunsten des reinen Elektroantriebs also! Zwar gibt es noch weitere Antriebskonzepte wie den Druckluftmotor oder den Wasserstoffverbrennungsmotor. Diese Konzepte kann man mal bei Wikipedia nachlesen, oder man kann sie auch direkt wieder vergessen: Eine wirklich nachhaltige, gesunde und klima- und umweltfreundliche Lösung bietet heute nur das Elektroauto, das mit erneuerbarer Energien betankt wird. Bis das Elektroauto aber wirklich durchstarten kann, werden, trotz des revolutionsverdächtigen Umweltbewusstseins der Automobilindustrie, noch mal einige Jahre vergehen. Bis dahin heißt es: Öffentliche benutzen oder, noch besser, mit dem Fahrrad fahren!

Stefan Heimann

Tipps für ein ökologisches Weihnachtsfest

Kurz vor Weihnachten eilen Menschenmassen in die Stadt. Sie schaffen Berge von Weihnachtsgeschenken an, erstehen Dekoration für die eigenen vier Wände und kaufen die Lebensmittelgeschäfte leer, um ein üppiges Weihnachtsmahl zubereiten zu können. Dabei gerät der Grund des Weihnachtsfestes schnell in Vergessenheit. Mit einer ruhigen und besinnlichen Zeit haben die Tage vor Weihnachten oft nichts mehr gemein.
Dieser Beitrag soll nicht dazu aufrufen, das Weihnachtsfest zu boykottieren, sondern aufzeigen, wie jeder mit bewusstem und nachhaltigem Konsum ein klein wenig die Umwelt schützen kann.

1. Weihnachtsbaum aus nachhaltiger Waldwirtschaft

Jedes Jahr werden etwa 25 Millionen Weihnachtsbäume in Deutschland verkauft. Wer seinen Baum aus ökologischer Weihnachtsbaumkultur bezieht, bekommt einen Baum, der ohne Mineraldünger und Pestizide behandelt wurde. Das Naturlandzeichen und das FSC-Siegel garantieren das. Auf der Webseite von Robin Wood gibt es viele Tipps und Informationen rund um den ökologischen Weihnachtsbaum.

2. Kerzen statt elektrischer Lichter

Erst wenn die dunkle Jahreszeit durch Lichter erhellt wird, wird es so richtig gemütlich. Wer etwas für die Umwelt tun will, umschmückt nicht jeden Baum im Garten mit einer elektrischen Lichterkette, sondern zündet zu Hause ein paar Kerzen an. Wer zusätzlich darauf achtet, Biokerzen aus Stearin zu verwenden, trägt dazu bei, dass für diesen, aus Palmöl gewonnenen Rohstoff, kein Regenwald abgeholzt wird. Für den Verbraucher ist das am RSPO-Siegel erkennbar. RSPO steht für Roundtable For Sustainable Palm Oil, es handelt sich also um eine Vereinigung für nachhaltigen Palmölanbau.
Der Hersteller Stearinos spendet für jede verkaufte Biokerze drei Cent an den WWF. Das Geld fließt in ein Wiederaufforstungsprojekt des Lebensraumes für Orang-Utans in Borneo. So tut der Käufer dieser Kerzen nicht nur etwas für den Klima- sondern auch für den Umweltschutz.

3. Vegetarisches Weihnachtsessen

Kein Fleisch zu essen bedeutet Klimaschutz. Für die Herstellung einer tierischen Kalorie müssen sieben pflanzliche aufgewendet werden. Das bedeutet, dass enorme Flächen für den Futtermittelanbau benötigt werden. Vor allem, um Soja für Viehfutter anzubauen, wird immer noch tropischer Regenwald gerodet. Dabei wird das in diesem Kreislauf gespeicherte CO2 freigesetzt. Hinzu kommt, dass in Rindermägen Methan produziert wird, das 23 Mal klimaschädlicher ist, als CO2. Es gibt eine Fülle von leckeren vegetarischen Gerichten - warum nicht an den Weihnachtstagen mal eins ausprobieren?

4. Bio statt konventionell

Wer nicht auf Fleisch verzichten möchte und ein paar Euros mehr investieren kann, sollte überlegen, ob diese nicht in Biofleisch gut angelegt sind. Dass Tieren in ökologischer Haltung mehr Platz zur Verfügung gestellt wird, ist bekannt. Darüber hinaus schont ökologische Tierhaltung auch das Klima. Informationen dazu gibt der Verband Bioland in einem Hintergrundpapier. Nicht zuletzt schmeckt man den Unterschied zu konventionellem Fleisch.

5. Regionale und saisonale Lebensmittel

Lange Transportwege kosten CO2, die aufwendige Kühlung von Sommerfrüchten und -gemüse ebenfalls. Als Alternative zu exotischen Früchten kommen bestimmt auch Bratäpfel gut an!

6. Auf Sparflamme

Wer beim Kochen darauf achtet, einen passenden Deckel zu verwenden, spart bis zu 70 Prozent Energie! Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel.

7. Spenden statt schenken

Vater oder Oma sind schon vor dem Weihnachtsfest wunschlos glücklich? Warum dann etwas verschenken, was der Betreffende gar nicht braucht. Bestimmt kann auch mit einer Spende zugunsten des Umwelt- oder Klimaschutzes Freude geschenkt werden.

8. Müllberge vermeiden - ökologisch verpacken

Wer schon beim Einkauf für das Festessen darauf achtet, möglichst unverpacktes Obst und Gemüse zu kaufen, schont nicht nur die Umwelt sondern auch den eigenen Rücken - beim Nachhausetragen der Lebensmittel.
Unter dem Tannenbaum soll natürlich nicht sofort ersichtlich sein, was einen bei der Bescherung erwartet. Eine Alternative zu Geschenkpapier ist Omas großes Baumwolltuch, unter dem die Geschenke versteckt werden. Wer nicht auf Geschenkpapier verzichten möchte, greift statt zu  Metall- und Klarsichtfolien besser zu Recyclingpapier. Dieses ist nicht nur in braun erhältlich, sondern auch in farbig bedruckten Mustern. Wer mehr Zeit hat, kann auch braunes Papier selbst verzieren und elandet damit sicher einen Hingucker.

Judith Kronberg

Feeling depressed? Get used to it!

Climate change will have adverse effects on many parts of our lifes. But one effect has been almost completely neglected so far: our mental health.

At first read the negative effect of climate change on our mental health might appear less important than the prospect of hunger, drought, fire, floods, and deadly storms. But the importance of our mental health might be undervalued. In the US, about 10 percent of the population is taking anti-depressants already. How will that number change when more and more people will lose their homes in fires, friends and family in floods and storms, and if the realization that we acted too little and too late will become more and more apparent?

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Perspektive Gartenarbeit

Endlich ist es vorbei, auch der letzte Baum hat seine restlichen Blätter abgeschüttelt und präsentiert sich nun im doch recht kahlen Gerüst aus Ästen und Zweigen. Alle Jahre wieder dasselbe Bild, wenn sich der Winter langsam ankündigt. Bis Weihnachten haben dann auch wirklich alle Blätter ihren Weg zur Erde gefunden und liegen gleich tonnenweise in Gärten, auf Straßen, in Wäldern und rotten vor sich hin.

Meines Erachtens die reinste Verschwendung und ein lästiges Ärgernis noch dazu. Wer dann noch, wie ich das Glück hat, inmitten eines Eichenwaldes zu wohnen, weiss wovon ich spreche. Der Weg bis zur Haustür grenzt an einen kleinen Spießrutenlauf mit der Natur: wer ist schneller im Haus, die Blätter oder ich? Und sind wir einmal ehrlich, wer schiebt schon gerne täglich mehrfach bergeweise Laub vom Grundstück – ich habe es zumindest aufgegeben und füge mich der Naturgewalt. Oder gibt es vielleicht doch einen kleinen Anreiz, um die Lust am Laub harken anzukurbeln?

Eigentlich müsste es doch möglich sein, aus dieser Last ein wenig Profit zu schlagen. Laub ist schließlich in (begrenzten) Mengen vorhanden und stammt vom Baum. Bäume sind zum Heizen ideal geeignet, Pelletheizungen eine attraktive Alternative zu Gas und Co., da müsste man ja auch das Abfallprodukt Laub zum Heizen verwenden können. Genau wie Sägemehl zu Holzpellets verarbeitet wird, könnte man sicherlich auch Laub klein häckseln, trocknen und entsprechend zu Pellets verarbeiten. Das würde zumindest einen Anreiz zum Laubharken schaffen und ganz nebenbei den Energiemarkt der „Alternativen“ ein wenig ankurbeln.

Und für die Sommermonate, wenn die Bäume wieder in ihr schickes Sommerkleid aus grüner Pracht gehüllt sind, bringt mich der Gedanke an die bevorstehenden Stunden auf dem Rasenmäher schon auf die nächste Idee. Anstatt das saftige Grün mühevoll zu kompostieren, um es später in ebenso mühevoller Arbeit wieder in den Garten einzubringen, könnte man den Grünschnitte genauso gut trockenen und zu Pellets verarbeiten. Dann hätte man gleich ausreichend Heizmaterial für den Winter - nur für den Fall, dass die Lust auf Laub harken dennoch einmal verfliegt.

Judith Schomaker

P.S. Auf diese Idee ist wohl schon jemand vor mir gekommen, wahrscheinlich auch vor lauter Begeisterung über die herbstliche Gartenarbeit. Für Interessierte hier die Patentanmeldung.

Globale Klima-Mahnwachen fordern einen "Real Deal"

Letztes Wochenende mahnten Menschen in der ganzen Welt, dass Kopenhagen ein effektives Klimaschutz-Abkommen erreichen muss, einen "Real Deal" (siehe kurzes Videohier). Ein solches Abkommen muss einen Weg aufzeichnen, der es ermöglicht, die heutige CO2-Konzentration der Atmosphäre von den derzeitigen 387 ppm so schnell wie möglich auf maximal 350 ppm zu reduzieren.

Die Aktion wurde von 350.orginitiiert und von Avaazund vielen weiteren NGOs in der ganzen Welt unterstützt. Insgesamt fanden mehr als 3.000 Aktionen in mehr als 130 Ländern der Welt statt, mehr als 200 davon in Deutschland. In Kopenhagen gingen 100.000 Menschen auf die Straße, inklusive Desmund Tutu (siehe seine kurze Ansprache hier).

Die Inselstaaten (AOSIS) hatten erst einige Tage zuvor in Kopenhagen die Forderung nach einer maximalen globalen Erwärmung um 1,5 Grad Celsius und maximal 350 ppm CO2vorgebracht. Diese Zielsetzung unterstützen AOSIS-Staaten schon seit einiger Zeit - verständlicherweise. Sind Inselstaaten doch durch den Klimawandel und die daraus resultierende Meeresspiegelerhöhung besonders stark bedroht.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist es notwendig, dass wir bis zum Jahr 2015 die rasante Zunahme der CO2-Emissionen stoppen, und bis 2050 die Emissionen um mindestens 85 Prozent (im Vergleich zu 1990) senken. Selbstverständlich wird eine solche Umkehr nicht leicht sein; vielleicht ist sie auch gar nicht mehr machbar. Aber die Konsequenzen, die sich daraus ergeben würden, wenn wir nicht alles unternehmen, um eine Wende zu ermöglichen, werden katastrophal sein. Nicht nur für AOSIS-Staaten. Einen Versuch, dieses Ziel zu erreichen, ist es daher auf jeden Fall wert.

Maiken Winter

Climategate: Anatomy of a public relations disaster

The way that climate scientists have handled the fallout from the leaking of hacked e-mails is a case study in how not to respond to a crisis. But it also points to the need for climate researchers to operate with greater transparency and to provide more open access to data. Reposted with permission from Yale360, written by Fred Pearce

Lots of people believe in UFOs. It doesn’t make them right. Lots of people don’t believe in man-made climate change. It doesn’t make them right either.

The media blizzard that has descended on climate science since the hacking of hundreds of e-mails held on the webmail server at the Climatic Research Unit (CRU) of the University of East Anglia in Norwich, England, is set to become a case study — in public relations disasters, in the folly of incontinent electronic communication, in the shortcomings of peer review, and, very probably, in “how not to save the world.”

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Mini-Blockheizkraftwerke

Im Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung unterliegen besonders die so genannte Mini- Blockheizkraftwerke (Mini-BHKW) momentan einem sehr starken Wachstum. Immer mehr Hersteller entdecken den Markt um die kompakten Anlagen im niedrigen Kilowattbereich für sich, der Markt für Mini BHKW`s steigt also stetig.

Dennoch sind Technik, Wirkungsweise und Einsatzmöglichkeiten für viele gänzlich unbekannt. Diese kleinen Kraftpakete sind dabei nichts anderes, als kompakte Blöck von der Größe einer Waschmaschine, die bequem durch jede Kellertür gehen und ohne großen Aufwand angeschlossen werden können. In diesem Block findet sich die kompakte Technik des Blockheizkraftwerkes zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme wieder – Motor, Generator zur Stromerzeugung und Wärmetauscher, um die Nutzwärme, die bei der Stromerzeugung entsteht auszukoppeln.

Durch die hohe Energieausbeute (bis 90 Prozent Wirkungsgrad) solch eines Mini-BHKW lassen sich die Energiekosten im privaten Bereich, beispielsweise in Ein- oder Mehrfamilienhäusern, erheblich senken. Befeuert werden die Mini-Anlagen für gewöhnlich mit Gas, aber auch eine Verfeuerung von Holzpellets, Biogas oder Biodiesel ist möglich. Zunächst wird mithilfe der eingesetzten Grundenergie, beispielsweise Erdgas, Strom erzeugt. Die Wärme, die hierbei anfällt und bei herkömmlichen Heizungsanlagen über den Schornstein abgeführt wird, wird aufgefangen und zur Warmwasserbereitung verwendet. Dieser Speicher sorgt für warme Heizkörper und bedient die Wasserversorgung des Hauses mit warmem Wasser. Effizienter geht es kaum, denn so wird die Grundenergie fast zur Gänze ausgenutzt.

Die hohe Effizienz macht diese Arte der Energieversorgung dabei besonders förderungswürdig und so steuert auch der Staat seinen Teil zum Mini-BHKW zu. So wird der nicht verbrauchte und ins öffentliche Stromnetz eingespeiste Strom durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert, zusätzlich bekommt der Betreiber für jede seiner durch die Anlage erzeugter Kilowattstunden Strom Geld vom Staat (abhängig vom Jahresverbrauch). Wird als Grundenergie Biogas verwendet, so steigt der Betrag nochmals an. Seit dem 01. Januar 2009 gibt es durch in Kraft treten des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes auch einen Investitionszuschuss für Mini-BHKW`s, dessen Höhe von unterschiedlichen Faktoren abhängig ist.

Judith Schomaker

Neues Portal zur regionalen Suche von Energieexperten online

Ein Onlineportal, das fachspezifische und regionale Kriterien verknüpft und so mittels einer einfachen Suchfunktion den optimalen Energieexperten ermittelt - diese Idee kam dem Marketingmanager für Energieeffizienz Robert Dölling bei seiner Arbeit als Berater von Unternehmen und Kommunen. Häufig mache er die Erfahrung, so Dölling, dass bei Energieberatern, Architekten, Heizungsbauern, Ingenieuren und Elektrikern nicht nur regionale Kundenanfragen, sondern oft Anfragen aus ganz Deutschland, eingehen. Da sich für die Unternehmen die Beantwortung allerdings nur lohne, wenn der Kunde auch kostengünstig zur Erstberatung aufgesucht werden könne, blieben viele Anfragen unbeantwortet.

Mit energie-experten.org will Dölling nun dieses Problem lösen. Zwar gibt es im Internet bereits eine Fülle an Portalen zur Handwerkersuche. Doch wird bei diesen, laut Döllinger, nur die Anfrage weitergeleitet und der regionale Bezug nicht berücksichtigt. energie-experten.org sucht dagegen anhand regionaler Kriterien. Dadurch ist die Bearbeitung der eingehenden Anfragen für die Unternehmen effektiver und die Kunden bekommen sofort einen Ansprechpartner in Ihrer Nähe vermittelt.

Die regionale Nähe zum Kunden ist für Dienstleistungsunternehmen besonders wichtig, da sie nur in diesem Fall flexibel auf Störungen reagieren und einen direkten Wartungs- und Reparaturservice anbieten können.

Bei energie-experten.org ist die Suche nach den gewünschten Experten einfach gestaltet. Jedes Unternehmen, das sich im Portal registriert hat, ist in der Datenbank gespeichert. Der Suchende gibt seine Postleitzahl ein und wählt die gewünschte Experten-Kategorie oder ein Stichwort. Das Portal ermittelt anhand dieser Daten die passenden Anbieter. Diese werden, geordnet nach der Entfernung zum Kunden, übersichtlich auf einer interaktiven Landkarte, basierend auf Google Maps, dargestellt. Das Internetangebot ist für den Suchenden als auch für die Unternehmen kostenfrei und findet bereits großen Anklang. Über 1.000 Experten aus den Bereichen Energieberatung, Heizung, Strom und dem Bauwesen, haben sich bereits registriert.

Das Portal bietet neben der Suchfunktion auch einen kleinen Informationsbereich. In dieser Infothek werden täglich aktuell Artikel rund um das Thema Energie- und Umwelt publiziert.

Tobias Hartmann

Umwelt- und Klimaschutz: Europas Metropolen im Vergleich

Kopenhagen steht derzeit aufgrund der dort abgehaltenen 15. UN-Klimakonferenz im Zentrum der Aufmerksamkeit. Jetzt macht es auch noch als „grünsten Metropole" Europas von sich reden.

Zusammen mit der Economist Intelligence Unit veröffentlichte Siemens am 8. Dezember erstmals den European Green City Index. Er ist das Ergebnis einer umfangreichen Untersuchung zur Nachhaltigkeit von 30 Metropolen aus 30 europäischen Ländern. In acht Kategorien traten die Städte gegen einander an:CO2-Emissionen, Energieversorgung, Gebäude, Verkehr, Wasser, Luftqualität, Abfall/Landnutzung und Umweltmanagement.

Die skandinavischen Städte belegen die Top-Plätze. Mit einer Bewertung von 87,31 von 100 Punkten liegt Kopenhagen an der Spitze - gefolgt von Stockholm (86,65 Punkte) und Oslo (83,98 Punkte). Hier genießt der Umweltschutz seit Jahren eine hohe Aufmerksamkeit, was sich auch in den ambitionierten Klimazielen der Städte zeigt: So hat sich zum Beispiel Kopenhagen das Ziel gesetzt, bis 2025 CO2-frei zu werden. Die skandinavischen Länder sind zudem überdurchschnittlich wohlhabend und nutzen diese Spielräume, um in den Umweltschutz zu investieren.

Insgesamt sind die untersuchten Städte beim Umweltschutz führend: Fast alle 30 Städte - die zusammen knapp 75 Millionen Einwohner haben - liegen bei den pro Kopf CO2-Emissionen unter dem Schnitt der EU-Länder. Die beste Stadt in dieser Kategorie, Oslo, emittiert lediglich 2,2 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr, weit unter dem EU-Durchschnitt von 8,5 Tonnen. Zudem haben fast alle Städte bereits eine Umweltstrategie entwickelt und teilweise umgesetzt. Nur von dem für 2020 angestrebten EU-Ziel, dass 20 Prozent der Energieversorgung aus erneuerbaren Energien stammen sollen, sind die Städte mit derzeit nur zu rund sieben Prozent noch weit entfernt.

Eher unterdurchschnittlich schneiden bislang hingegen osteuropäische Städte ab. Die Gründe sind ein im Vergleich niedriges Bruttoinlandsprodukt und historische Lasten, da in früheren Jahrzehnten das Thema Umweltschutz vernachlässigt wurde. Dies spiegelt sich in einem hohen Energieverbrauch insbesondere bei Gebäude wider sowie in veralteten Infrastrukturen. Beim Nahverkehr schneiden osteuropäische Städte jedoch überdurchschnittlich gut ab. Kiew, das insgesamt auf Platz 30 liegt, hat der Studie zufolge den höchsten Personenanteil aller Städte die öffentliche Verkehrsmittel für den Weg zu Arbeit nutzen.

Detaillierte Informationen über die untersuchten Metropolen bietet die offizielle Website des European Green City Index. Die auf Englisch verfasse Studie ist ebenso im Internet erhältlich.

Corinna Lang

Vielversprechende Impulse aus den USA puschen Weltklimakonferenz

Vergangenen Montag war der Startschuss zu den internationalen Klimaschutzverhandlungen in Kopenhagen. Ziel dieser Verhandlungen sind einerseits politisch verbindliche Verpflichtungen bei der Treibhausgasreduktion festzulegen, als auch finanzielle Hilfen für die Entwicklungsländer bereitzustellen. Zum Beginn der Verhandlungen sorgen positive Signale aus den USA für eine optimistische Stimmung.

Um einen „gefährlichen Klimawandel" - einhergehend mit verheerenden Folgen für Mensch und Natur - zu verhindern, muss die Temperaturerhöhung gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter auf plus zwei Grad Celsius begrenzt werden. So lautet die überwiegende Meinung in der Wissenschaft. Bisher gibt es bereits eine Erhöhung von 0,7 Grad. In Kopenhagen werden die Treibhausgasverminderungen für die Periode 2012 bis 2020 verhandelt. Die Treibhausgase werden für den Klimawandel verantwortlich gemacht.

Des Weiteren brauchen die Entwicklungsländer finanzielle Unterstützung, um Anpassungsmaßnahmen an die negativen Folgen des bisherigen und folgenden Klimawandels bewältigen zu können. Außerdem soll dadurch vermieden werden, dass sie ähnlich ressourcen- und somit treibhausgasintensive Entwicklungspfade einschlagen, wie es zuvor die heutigen Industrienationen getan haben.

Vor einigen Wochen standen die Chancen für ein positives Ergebnis der Weltklimakonferenz noch schlecht. Wir haben darüber berichtet. Da aber seit wenigen Tagen vor den Verhandlungen eine Reihe positiver Signale zu vernehmen sind, besteht durchaus wieder Hoffnung auf ein ambitioniertes Ziel.

Kurz vor den Verhandlungen kündete bereits China, der größte Emittent von klimaschädlichen Treibhausgasen, an, seine Emissionen relativ zum wirtschaftlichen Wachstum um 40 Prozent senken zu wollen. Und US-Präsident Obama - die USA sind die zweitgrößten Klimasünder - verkündete sein persönliches Erscheinen in der Endphase der Verhandlungen. Gerade von der neuen US-Regierung wird vieles abhängen, da sich die vorangegangene Bush-Administration komplett gegen den Klimaschutz gestellt hatte.

Da im US-Senat ein entsprechendes Klimaschutzgesetz feststeckt und zu scheitern droht, wäre Präsident Obama bei den derzeitigen Klimaschutzverhandlungen im Grunde genommen nur zu politischen Absichtserklärungen ermächtigt gewesen. Am Montag könnte es in dieser Frage jedoch eine entscheidende Kehrtwende gegeben haben. Die US-Umweltbehöde erklärte, die fünf wichtigsten Treibhausgase, unter anderem CO2, als gefährliche Umweltverschmutzung einzustufen. Damit kann die US-Regierung direkt und ohne Zustimmung des Senats Maßnahmen gegen den Ausstoß von Treibhausgasen beschließen. Entsprechend stehen die möglichen Zusagen von Obama auf einem festen Fundament.

Man sollte jedoch vorsichtig sein, den Tag vor dem Abend zu loben. Die Verhandlungen sind noch in vollem Gange und selbst wenn das Ergebnis vielversprechend sein sollte, können die Ziele im Nachhinein immer noch verwässert werden.

Begleitet wird die Kopenhagen-Konferenz von einer großen Medienoffensive zum Thema Klimawandel und Klimaschutz. Insbesondere die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender stellen hier ein breites Informationsangebot zur Verfügung.

Oliver Hölzinger

Niederländische Nachhaltigkeitsbank expandiert nach Frankfurt

Die niederländische Triodos Bank N.V., Europas größte Nachhaltigkeitsbank, hat 1. Dezember eine Niederlassung in Frankfurt am Main eröffnet. Nachdem die Triodos Bank seit Beginn der 90er Jahre von den Niederlanden aus zunächst nach Belgien, Großbritannien und Spanien expandierte, will sie sich nun hierzulande etablieren.

Als Direktbank wird die Triodos Bank deutschen Privatkunden in einem ersten Schritt ein Tagesgeldkonto und einen Sparplan anbieten. Deutsche Unternehmen, Institutionen und Projekte aus den Bereichen Ökologie, Soziales und Kultur können bei der Triodos Bank Kreditfinanzierung erhalten, die auf der Basis von Nachhaltigkeitskriterien erfolgt. Für Stiftungen und gemeinnützige Organisationen bietet die Triodos Bank ebenfalls nachhaltige Anlagemöglichkeiten.

Im Bereich der Kreditfinanzierung kann die Triodos Bank bereits ein deutsches Portfolio von 60 Millionen Euro vorweisen. Denn es gab schon seit 2005 mit der Triodos Finanz GmbH eine Repräsentanz für Kreditvermittlung in Deutschland, die nun in die neue Niederlassung in Frankfurt am Main eingebracht worden ist.

Seit ihrer Gründung 1980 verzeichnet die Triodos Bank ein solides Wachstum von jährlich 20 bis 25 Prozent. Diesen Trend konnte sie auch während der Finanzkrise fortsetzen. Für die nächsten drei bis vier Jahren erwartet der Vorstand der Triodos Bank eine Verdoppelung sowohl der Bilanzsumme als auch der Kundenzahl und der Anzahl der vergebenen Kredite. Letzteres wird auch durch die im Rahmen einer Kapitalerhöhung im November 2009 eingeworbenen Mittel in Höhe von 102 Millionen Euro unterstützt werden.

Triodos Bank

Smart Grids - Intelligente Stromnetze

Der Wecker klingelt. Schon vor dem Aufstehen ist die Wäsche frisch gewaschen und die Spülmaschine gerade durch gelaufen. Am Werk war nicht etwa der Hauself. Die Erklärung liegt in der billigeren Energieversorgung zu Zeiten, in denen das Stromnetz nicht ausgelastet ist. Wenige Stunden nach dem Aufstehen scheint strahlend die Sonne und betankt die Photovoltaikanlage des Haushalts. Viele Privatpersonen sind nicht mehr nur Verbraucher, sondern auch Stromproduzenten. Um den Verbrauch zu den günstigsten Zeiten zu ermöglichen, eine möglichst hohe Vergütung der Einspeisung ins Stromnetz zu erzielen und kleine, dezentral aufgestellte Kleinkraftwerke mit den großen zu verknüpfen, wurden so genannte Smart Grids, intelligente Stromnetze, entwickelt, die sich schnell ändernden Anforderungen anpassen.

Gewöhnliche Kraftwerke liefern derzeit zwar noch die größte Menge an Strom, können sich aber nicht kurzfristig auftretenden Schwankungen im Bedarf anpassen. Kleine Kraftwerke in Privathaushalten können das durchaus und liefern, mit anderen Kleinkraftwerken als Schwarm zusammengeschaltet, nicht zu vernachlässigende Energiemengen. Zwischen Erzeuger und Verbraucher wird der Stromfluss über die Schalt- und Steuerzentrale reguliert. Die Tätigkeiten des Hauselfs, das Einschalten von zum Beispiel Spül- und Waschmaschine in den frühen Morgenstunden, übernehmen intelligente Stromzähler. Die Smart Grids erfassen und regeln den Energiebedarf. So können Versorger und Verbraucher Energiespitzen erkennen. Dem Produzenten mit Sonnenkollektoren auf dem Wohnhaus wird es ermöglicht, den Strom ins Netz zu speisen, wenn es wegen erhöhten Bedarfs besonders gut vergütet wird und die Waschmaschine einzuschalten, wenn der Strom besonders preisgünstig ist. Außerdem erhalten Konsumenten Tipps fürs Stromsparen im Alltag.

So wird sowohl eine preisgünstige Stromversorgung als auch eine gleichmäßige Auslastung der Netze gewährleistet. Auch die Einspeisung des durch Wind- oder Gezeitenkraftwerke gewonnenen Stroms, dessen Erzeugung Schwankungen unterliegt, kann über Smart Grids geregelt werden.

Ab 2010 ist der Einbau von intelligenten Stromzählern in Neubauten und sanierten Häusern Pflicht. Bis 2020 wollen die deutschen Energieversorger 15 bis 25 Milliarden Euro in intelligente Netze investieren. So läuft bereits jetzt ein Pilotprojekt des Energieversorgers EnBW in Baden-Württemberg mit 1.000 Teilnehmern: die MeRegio - Minimum Emission Region. In dieser Modellregion will EnBW die Treibhausgasemmissionen herabsetzen. Und wenn nicht nur in Baden-Württemberg, sondern in ganz Deutschland Smart Grids Energieverbrauch und -einspeisung kontrollieren, könnten nach Schätzungen zehn Terrawattstunden Strom pro Jahr eingespart werden, was dem Jahresverbrauch von 2,5 Millionen Haushalten entspricht.

Judith Kronberg

Wesentlich aber wenig beachtet: die Klimasensitivität

Das Wort an sich ist viel zu lang und klingt viel zu kompliziert: Klimasensitivität. Und dabei ist die Klimasensitivität ein wesentlicher Faktor, um Prognosen für die zukünftige Entwicklung unseres Klimas zu erstellen.

Die Klimasensitivität beschreibt wie sich die globale Temperatur bei einer Erhöhung der Treibhausgase in unserer Atmosphäre verändern wird. Genauer gesagt, sie ist "eine Größe, welche die globale Erwärmung der Erdatmosphäre durch die Wirkung von Treibhausgasen ins Verhältnis zu einer Strahlungseinheit setzt", und wird in Grad Celsius pro Strahlungseinheit (°C/(Watt/m2)) angegeben.  Meist drückt man aber die Klimasensitivität in Grad Celsius Erderwärmung pro Verdopplung der CO2-Konzentration aus.

Schon 1979 warnte die National Academy of Sciences davor, dass bei einer Verdopplung der CO2-Konzentration die Temperatur um drei Grad Celsius ansteigen wird. Dieser Wert wurde fortan beibehalten, und auch vom IPCC bestätigt. Aber schon seit einigen Jahren warnen Wissenschaftler wie Stefan Rahmstorf und James Hansen davor, dass das Klima möglicherweise sensibler auf die Erhöhung von Treibhausgasen reagieren könnte, als bisher angenommen. Diese Befürchtung hat sich nun weiter verfestigt: Wissenschaftler an der Bristol und Leed University schätzen, dass die Klimasensitivität um 30 bis 50 Prozent höher ist als bisher angenommen.

Eine Studie, die letzte Woche in Nature Geoscience veröffentlicht wurde, zeigt, dass Klimaveränderungen vor drei Millionen Jahren (rekonstruiert anhand von Sedimenten im Meer) nicht durch heutige Klimamodelle erklärt werden können. Der Grund dafür ist, dass Klimamodelle fast nur relativ schnelle Prozesse in ihre Berechnungen einbeziehen, wie das Schmelzen von Gletschern und des arktischen See-Eises. Relative wenig beachtet bleiben dabei langfristige Prozesse wie das Abschmelzen Grönlands und die Verschiebung von Vegetationszonen. In der vorliegenden Studie konnten die Klimaveränderungen durch Einbeziehung langfristiger Prozesse sehr viel präziser bestimmt werden als durch herkömmliche Klimamodelle.

Warum ist es wichtig langfristige Prozesse einzubeziehen? Vor allem kommt es hier auf die Albedoan, also auf das Rückstrahlvermögen der Erdoberfläche. Eis und Schnee haben eine hohe Albedo: sie strahlen den größten Teil (80 bis 90 Prozent) der einfallenden Sonnenenergie wieder zurück ins Weltall, wodurch unser Planet kühl gehalten wird. Boden und offenes Wasser aber absorbieren den Großteil der Sonnenstrahlung und bewirken dadurch, dass sich die Erdoberflächer erwärmt.

Eine Verringerung der Albedo bewirkt daher, dass sich das Klima schneller erwärmt. Zieht man nicht alle Faktoren, die die Albedo verringern, in Klimamodelle mit ein, dann kommt es zu Prognosen, die eine geringere Temperaturerhöhung ergeben als sich in der Realität einstellen wird.

Schon letztes Jahr publizierte der amerikanische Klimawissenschaftler James Hansen eine Studie, in der er berechnete, dass die Klimasensitivität nicht drei Grad Celsius, sondern doppelt so hoch, nämlich sechs Grad Celsius beträgt. Das heißt, pro Verdopplung der CO2-Konzentration erhöht sich die globale Temperatur um sechs Grad Celsius. Möglicherweise ist diese Schätzung zu hoch. Aber sicher ist, dass die Klimasensitivität von drei Grad Celsius leider nicht der Realität entspricht.

Heute hat sich die CO2-Konzentration von dem vorindustriellen Wert von 280 ppm auf 387 ppm erhöht, Tendenz stark ansteigend mit zwei bis drei Prozent pro Jahr. Eine Verdopplung der CO2-Konzentration wäre demnach in weniger als 100 Jahren möglich wenn wir so weitermachen wir bisher.

Wenn Sie wissen wollen, wie eine Welt aussieht, die um drei oder sechs Grad wärmer ist, dann können Sie sich in Mark Lynas preisgekröntem Buch Six Degrees ein Bild davon machen.

Maiken Winter

Source: Science Daily

Einsatzbereiche der Kraft-Wärme-Kopplung

Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) stellt durchaus einen gewissen Wert für den Schutz fossiler Ressourcen und die Reduktion klimaschädlicher Gase dar. Aber auch für den Einsatz von erneuerbaren Energien eignet sich diese „Doppeltechnik“ hervorragend. Denn neben Kohle, Gas und Öl kommen auch viele erneuerbare Energiequellen als Brennstoff für das KWK-Prinzip in Frage. Wie aber funktioniert die Technik und wo kann sie eingesetzt werden?

Der KWK liegt ein hocheffizientes und umweltfreundliches Verfahren zugrunde, denn eingesetzte Brennstoffe werden durch die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme optimal genutzt und die CO2-Emissionen fallen entsprechend gering aus. Durch den verbrauchsnahen Einsatz werden zudem die Übertragungsverluste minimiert.

KWK-Anlagen sind dabei überaus flexibel, so reichen die Größen von Kleinanlagen für die Versorgung von Einfamilienhäusern mit Wärme und Strom, bis hin zur Großanlage für ganze Stadtteile. Von der effizienten Energiegewinnung können also neben ganzen Kommunen auch Privathaushalte profitieren, indem sie eine eigene KWK-Anlage für ihr Heim verwenden. Für den Endverbraucher bedeutet dies drei verschiedene Möglichkeiten, um in den Genuss der KWK-Technologie zu kommen.

Zum einen über das Fernwärmenetz großer Heizkraftwerke mit Gas- oder Dampfturbinen, indem einfach eine eigene Fernwärmehausstation, der Größe einer Waschmaschine, - zumeist im Keller - eingerichtet wird. Hieran wird die bestehende Heizungsinstallation angeschlossen, Heizkessel oder Öltank werden also nicht mehr benötigt.

Dann gibt es noch die Möglichkeit, über so genannte Blockheizkraftwerke (BHKW) Strom und Wärme direkt vor Ort zu erzeugen. Sie bringen Leistungen zwischen 50 Kilowatt und zwei Megawatt, eignen sich daher perfekt für große Industrie- oder Wohngebäude mit zentraler Warmwasserversorgung. Hierbei werden die unterschiedlichsten Technologien zugrunde gelegt, etwa in Form von Verbrennungsmotoren oder Gasturbinen, auch Anlagen mit Brennstoffzellen und Stirlingmotoren stehen kurz vor der Marktreife.

Schlussendlich kommen die Mikro-KWK-Anlagen zur Strom- und Wärmeproduktion in Frage. Diese Mini-Blockheizkraftwerke eigenen sich für Einfamilienhäuser und lassen sogar die Kasse des Betreibers klingeln. Der überschüssige Strom, der nicht im Gebäude verbraucht wird, kann in das örtliche Stromnetz eingespeist werden und wird, je nach Typ der Anlage, Anschaffungszeitraum und Netzbetreiber entsprechend je Kilowattstunde vergütet. Miko-KWK-Anlagen passen von der Größe her in die kleinste Ecke, denn sie sind lediglich so groß wie ein herkömmlicher Kühlschrank. Zudem sind sie mit einem zusätzlichen Brenner ausgestattet, der auch an eisigen Wintertagen ein warmes Zuhause garantiert.

Für die Einspeisevergütung des überschüssigen Stromes bilden gleich zwei Gesetze die Grundlage. Auf der einen Seite das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz, wenn es sich bei dem eingesetzten Brennstoff um fossile Energieträger handelt (beispielsweise beim Otto Motor Blockheizkraftwerk). Für Biomasse oder andere regenerative Energieträger als Brennstoff der KWK-Anlage (Stirling-Blockheizkraftwerk) greift das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Außerdem gibt es für CO2-Minderungs- und Modernisierungsmaßnahmen finanzielle Förderung durch die KfW Förderbank.

Judith Schomaker

CO2-Speicher Ozean auf Rückgang

Ozeane absorbieren mehr als ein Drittel unserer CO2-Emissionen, und haben dadurch geholfen, uns bisher vor einer Klima-Katastrophe zu bewahren. Doch nimmt die CO2-Kapazität der Ozeane seit einigen Jahren kontinuierlich ab.

Riesige Mengen von CO2 werden jährlich von den Ozeanen absorbiert. Gleichzeitig geben Ozeane große Mengen an CO2 wieder an die Atmosphäre ab. Dieses Wechselspiel zwischen CO2-Aufnahme und CO2-Abgabe war ursprünglich im Gleichgewicht und sorgte dafür, dass unser Klima über Jahrtausende mehr oder weniger stabil war.

Als wir begannen, das über Jahrmillionen gespeicherte CO2 fossiler Treibstoffe (Kohle, Erdgas und Erdöl) zu verbrennen, erhöhten wir die CO2-Konzentration der Atmosphäre. Dadurch wird auch mehr CO2 von den Ozeanen absorbiert, um das verschobene Gleichgewicht auszugleichen. So weit so gut.

Was geschieht aber, wenn die CO2-Konzentration der Atmosphäre so schnell ansteigt, dass die Ozeane mit der CO2-Aufnahme nicht nachkommen? Dann steigt der CO2-Gehalt der Atmosphäre. Allein zwischen 2000 bis 2008 sind die CO2-Emissionen um 29 Prozent angestiegen.

Dieser Anstieg der CO2-Konzentration ist vor allem darauf zurückzuführen, dass wir  immer mehr CO2 emittieren. Gleichzeitig gehen aber auch die CO2-Aufnahmekapazitäten der Ozeane immer mehr zurück. Während vor 50 Jahren etwa 60 Prozent unserer CO2-Emissionen von Ökosystemen und Ozeanen aufgenommen wurden, sind es heute nur noch etwa 55 Prozent.

Eine Studie, die kürzlich in Nature veröffentlicht wurde, quantifizierte die CO2-Aufnahme der Ozeane zum ersten Mal im Detail. Dabei stellte sich ein erschreckendes Ergebnis heraus: Seit 2000 ist die CO2-Aufnahme der Ozeane um etwa zehn Prozent zurückgegangen. Durch die CO2-Aufnahme versauern die Ozeane, was wiederum bewirkt, dass weniger CO2 aufgenommen werden kann. Gleichzeitig kann wärmeres Wasser weniger CO2 speichern als kühleres Wasser (man denke nur an warme Cola). So ist zu erwarten, dass die CO2-Aufnahmekapazitäten der Ozeane weiterhin rapide abnehmen werden, und dadurch die CO2-Konzentration der Atmosphäre noch schneller ansteigen wird wie bisher.

Und da denken wir, wir haben Zeit, ein verbindliches Abkommen auf die lange Bank zu schieben?!

Maiken Winter

Klimawandel mit Folgen

Heute beginnt sie, die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen. Wohl besser bekannt als Weltklimagipfel, treffen sich hier die Vertragsstaaten und wollen sich über ein neues Regelwerk für den Klimaschutz nach 2012 einigen. Doch ist der Klimawandel wirklich so schlimm?

Ich habe mir ein paar Szenarien, die von findigen Forschern alle Nase lang neu konstruiert werden, angesehen und kann die ganze Aufregung gar nicht verstehen. Im Gegenteil, wir sollten noch viel mehr CO2 in die Luft blasen, damit nicht nur unsere Kinder und Enkel in den Genuss des Klimawandels kommen, sonder auch wir noch etwas davon haben.

Ich für meinen Teil bräuchte dann nicht mehr voller Neid auf die südlichen Gefilde schielen, die sonnenverwöhnten Regionen, die das Meer direkt vor der Haustür haben. Ausgehend davon, dass der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 global um 88 bis 140 Zentimeter ansteigen soll und noch ein Bonus von 20 bis 40 Zentimeter durch das Abschwächen des Atlantikstromes für die deutschen Küsten prognostiziert wird, könnte ich von der eigenen Terrasse aus ins Meer hüpfen. Ein Anstieg von nur einem Meter, nach dem Szenario oben wären bis zu 1,80 Meter möglich, würden rund 88 Prozent von Bremen und 30 Prozent von Hamburg im Wasser versinken lassen. Wie gut, dass ich nicht in der Nähe der Ostsee wohne, durch ihre steile Küste ist sie weit weniger vom Hochwasser betroffen!

Hinzu kommt der Temperaturanstieg von bis zu vier Grad. Dadurch werden die Sommer heißer und trockner und die Winter milder und niederschlagsreicher. Tropennächte, mit mehr als 20 Grad nehmen ebenfalls zu, damit dürften die gemütlichen Gartenpartys in Zukunft auch nicht mehr so schnell verregnen.

Einmal ganz abgesehen von den Vorteilen für die Landwirtschaft. Wo der Boden heute mit Trockenheit gesegnet ist, könnte ein wahrer Boom entstehen. Dann würden zwar die Landwirte, die derzeit noch in fruchtbaren Gegenden mit reichlich Niederschlag leben, in die Röhre gucken, da es dort ja trockener wird, doch schon die Bibel besagt: „die Letzten werden die Ersten sein“, ein Plus für die Gerechtigkeit.

Nicht zu verachten ist auch die Veränderung von Flora und Fauna. Arten, die es bei uns noch nicht gibt, werden durch den Klimawandel bald heimisch, die Zugvögel bleiben länger bei uns und in den Wäldern wird es bis 2100 keine Fichten mehr geben - macht nichts, wir haben ja noch andere Bäume, die nadeln auch nicht so und sehen viel schöner aus. Kleiner Wehrmutstropfen sind dann nur die vielen Mücken, die sich im veränderten Klima bei uns so richtig wohl fühlen, aber wofür gibt es Moskitonetze?

Nunja, sicherlich gibt es auch eine ganze Reihe Nachteile. Skifahren in Deutschland wird bis 2100 durch das Verschwinden der Gletscher in den Alpen nicht mehr möglich sein. Hitzewellen und Dürren würden den Schiffsverkehr durch Niedrigwasser in den Flüssen, den Autoverkehr durch die Asphaltschmelze auf den Straßen lahm legen und Kraftwerke müssten wegen mangelndem Kühlwasser abgeschaltet werden.

All das sind zwar nur Visionen, die aus Vergleichswerten und Berechnungen einer unberechenbaren Welt entstanden sind, doch gerade das macht den Klimawandel so schlimm. Keiner weiß genau was kommt, nur eines wissen wir, wenn wir nicht aufhören, könnte das Baden von der Terrasse aus, umschwärmt von Moskitos, bald zum Alltag gehören. Und so sicher, dass ich das tatsächlich möchte, bin ich mir nun doch nicht!

Judith Schomaker

„Frauen sind die Anlegerinnen der Zukunft“

Seit Jahren sorgen die Kundinnen der Grameen Bank für Schlagzeilen:  Unternehmerinnen in wirtschaftlich und sozial benachteiligten Regionen, die mit Mikrokrediten eigene Existenzen aufbauen. Über die Finanzkompetenz von Frauen auf unserer Seite der Hemisphäre ist dagegen wenig zu lesen – und wenn, dann häufig in Form von Negativmeldungen. Wir sprachen mit der Finanzjournalistin Susanne Bergius über Unterschiede im Finanzverhalten von Frauen und Männern in Deutschland und über die Attraktivität von ökologisch-ethischen Geldanlagen für Frauen.

Deutschen Frauen wird häufig nachgesagt, dass sie sich nicht genug um ihre Vermögensbildung kümmern. Stimmt das in Ihren Augen?

Das war und ist teilweise noch so, was auch an den traditionell und noch immer hohen Einkommensunterschieden liegt, wodurch Frauen weniger Geld zum Anlegen haben. Die Situation ändert sich aber laut einigen Umfragen, weil immer mehr Frauen die Notwendigkeit einer eigenen Altersvorsorge erkennen, sowohl wegen der hohen Scheidungsraten als auch weil sie länger leben und oft weniger Jahre berufstätig sind als Männer.

Aktuell steigt ihre Sorge um einen niedrigeren Lebensstandard im Alter, auch weil viele Männer ihre Arbeit verloren haben. Gleichzeitig aber sparen laut einer Infratest-Befragung 55 Prozent aller Haushalte gar nicht. Und angesichts der Wirtschaftsflaute befassen sich laut einer Forsa-Umfrage insgesamt weniger Menschen mit der Altersvorsorge – auch Männer.

Wenn es um das Finanzverhalten von Frauen geht, liegt der Fokus häufig auf dem Thema „Altersvorsorge“ – bei den Männern eher auf dem Thema „Investment“.  Können Sie diese Beobachtung unterstützen? Wenn ja, wie erklären Sie sich diese Differenz?

Frauen scheinen bei der Geldanlage eher vorsichtig und risikoscheu zu sein. Männer, so berichten Berater, wollen Geld anlegen, egal ob sie viel oder wenig haben. Dagegen möchten Frauen eher etwas für ihre Altersvorsorge oder die Absicherung ihrer Kinder tun. Die höhere Risikobereitschaft von Männern belegen Studien, wonach sie häufiger umschichten als Frauen – wodurch aber die Rendite leidet. Weibliche Anleger sind weniger sprunghaft und halten auch in schwierigen Zeiten an ihrer langfristigen, risikoärmeren Strategie fest. Ihre Depots lieferten bessere Resultate, berichten Vermögensverwalter. Das war auch 2008 so. Man kann also – um auf Ihre Frage von vorhin zurück zu kommen - nicht generell sagen, dass sich Frauen nicht genug um Vermögensbildung kümmern. Sie tun es oft anders

In den USA sind sehr viel mehr Frauen als Anlegerinnen aktiv und es gibt zahlreiche Autorinnen auf diesem Gebiet, die Bestsellerstatus haben. Was müsste passieren, damit auch in Deutschland das Thema „Finanzanlagen“ bei Frauen besser ankommt?

Grundsätzlich ist dies eine Frage schulischer Bildung, sowohl für Frauen als auch für Männer. Meiner Ansicht nach ist es dringend geboten, dass alle Schulen das Fach Wirtschaft lehren und zumindest grundlegende Zusammenhänge des Wirtschaftens und der Finanzwelt erläutern, darunter auch die Aufgaben und Funktionsweisen sowie Chancen und Risiken unterschiedlicher Geldanlageformen. Da Frauen laut einer Commerzbank-Studie von 2003 größere Wissenslücken bei Geldanlagethemen haben als Männer, stehen überdies auch Bankberater vor der Aufgabe, weiblichen Kunden Zusammenhänge zu erklären und Bedürfnisse deutlich abzufragen, kurz: besser zu beraten. Banken sind meiner Ansicht nach überdies in der Pflicht, für Kunden nachvollziehbare Produkte und Anlagekonzepte anzubieten, von denen Kunden wissen, was sie leisten und was nicht.

Könnte der Zuwachs an ökologisch-ethischen Geldanlagen dafür sorgen, dass mehr Frauen sich als Anlegerinnen engagieren?

Ein Zuwachs an ökologisch-ethischer Geldanlagen allein wird nicht unbedingt zu steigendem Interesse führen, denn es gibt schon eine große Bandbreite von Produkten. Es fehlt eher an Aufklärung. Wohl aber könnte ein breiteres Angebot nachhaltiger Altersvorsorgeprodukte mehr Interesse bei Frauen wecken – sofern denn genug Informationen darüber so verbreitet werden, dass sie Frauen erreichen.

Das CleanEnergy Project veranstaltet heute ein Event zum Thema „Grünes Geld für Frauen“. Was würden Sie sich für eine solche Veranstaltung wünschen?

Sie sollte auf jeden Fall die Möglichkeiten nachhaltiger Altersvorsorge thematisieren, die angebotenen Produktvarianten, ihre Vorteile, aber auch ihre Risiken. Zudem wäre es sinnvoll, generell zu diskutieren, ob mit nachhaltigen Geldanlagen besondere Risiken verbunden sind und wie diese vermeidbar sind.

Interview: Birte Pampel

Seit Juni 2009 geben das Handelsblatt und die Nachhaltigkeitsexpertin Susanne Bergius das Handelsblatt-Business Briefing zu Nachhaltigen Investments heraus, einen neuen Newsletter, der Anlegern eine seriöse, produktunabhängige Informationsquelle zum Bereich Nachhaltige Kapitalanlagen bietet. Ein kostenloses Probeabonnement kann unter www.handelsblatt-nachhaltigkeit.de bestellt werden. Das nächste Handelsblatt-Business Briefing wird am 18. Dezember 2009 veröffentlicht.

Wirtschaft und Umweltschutz sind vereinbar!

So steht es auf der Homepage der WWF Climate Group Österreich geschrieben. Diese Plattform vereint österreichische Unternehmen, die sich nicht nur zum Klimaschutz bekennen, sondern ihren Worten auch Taten folgen lassen, unter einem Dach.

Als Dachorganisation hat der Der WWF Österreich dieses erfolgreiche Modell im Jahr 2007 aus der Schweizübernommen. Alle Mitglieder verpflichten sich dabei, die eigenen CO2-Emissionen innerhalb von drei Jahren um mindestens 15 Prozent zu reduzieren. Dazu werden gemeinsam mit dem WWF konkrete Maßnahmen in verschiedensten Bereichen formuliert. Während zum Beispiel IKEA die Stromversorgung aller österreichischen Standorte auf Ökostrom umgestellt hat, setzt die Telekom Austria im technischen Kundendienst vermehrt Erdgas-Autos ein.

Besonders wichtig ist dem WWF noch ein zweites Ziel. Das Thema Klimaschutz soll in die breite Öffentlichkeit getragen werden. Die Unternehmen aus der Climate Group erreichen insgesamt rund sechs Millionen Menschen in Österreich. Durch Beiträge in Kunden- und Mitarbeiterzeitschriften sowie verschiedenen Aktionen soll das Bewusstsein für einen nachhaltigeren und energieeffizienteren Lebensstil gefördert werden. „IKEA hat beispielsweise 500.000 Sparlampen gratis an seine Kunden verteilt", schildert Markus Niedermair vom WWF Österreich in diesem Zusammenhang.

In ihrer Zielsetzung und Maßnahmenformulierung lehnt sich die WWF Climate Group stark an das internationale Climate Savers Program, einem Zusammenschluss von 21 weltweit operierenden Unternehmen, an.

Erste konkrete Erfolge lassen sich durch harte Fakten belegen. Die beteiligten Unternehmen werden durch die gesetzten Maßnahmen allein im Jahr 2009 rund 30.000 Tonnen CO2 einsparen. „Das entspricht 19.000 Autos weniger auf unseren Straßen", rechnet Niedermair vor. Für die Zukunft wünscht sich der WWF die bestehenden Partnerschaften dauerhaft zu etablieren. Außerdem sollen noch neue Partner an Bord geholt werden.

Es gibt gute Gründe für eine Mitgliedschaft. Die Unternehmen der Climate Group profitieren einerseits vom positiven Imagetransfer: Immer mehr Kunden interessieren sich für Themen rund um Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit und verlangen konkrete Antworten, welche die beteiligten Unternehmen nun geben können. Die Verantwortlichen haben bemerkt, dass Klima- und Umweltschutz kein bloßer Werbegag ist, sondern ernstzunehmende Entwicklungsperspektiven bietet.

Zusätzlich lassen sich mit den vielen Klimaschutzmaßnahmen, sei es Gebäudedämmung oder mehr Energieeffizienz, Kosten einsparen.

Die in Deutschland bisher unbekannten WWF Climate Groups in Österreich und der Schweiz sind sehr begrüßenswerte Initiativen, die auf dauerhafte Partnerschaften zwischender Wirtschaft und Umweltschutzorganisationen bauen. Konkrete Maßnahmen zur Einsparung von CO2 werden in den Unternehmen umgesetzt, wodurch sich diese nicht in leeren Worthülsen verlieren, sondern direkte Beiträge für eine klimafreundlichere Zukunft liefern.

Ulrike Rosenfellner

Sonnenkraftwerk der Superlative

Die Nutzung der Sonne als Energielieferant gewinnt in Zeiten des Klimawandels immer mehr Bedeutung. Im Zuge dessen versuchen Regierungen und Unternehmen die Energie der Sonne so effizient wie möglich zu nutzen.

Dieses Ziel verfolgen Stromkonzerne aus aller Welt.Doch während die ehrgeizige Vision europäischer Unternehmen, in Nordafrika das größte Sonnenkraftwerk der Welt zu bauen, von einer Realisierung noch weit entfernt ist, wird in China bereits im Juli 2010 mit dem Bau des weltweitgrößten Sonnenkraftwerks begonnen. Dies bekräftigte laut Handelsblatt der chinesische Parlamentschef Wu Bangguo durch Unterzeichnung einer grundsätzlichen Absichtserklärung und seiner symbolischen Unterschrift auf einem Solarmodul der beauftragten, amerikanischen Firma First Solar in Tempe.

Die Arbeiten am bis dato größten Solarpark auf dem Ordos-Plateau in der Inneren Mongolei sollen bis zum Jahr 2019 abgeschlossen sein,aber zu Demonstrationszwecken bereits nächstes Jahr erstmalig Strom produzieren. Die Photovoltaikanlage wird nach Fertigstellung bis zu zwei Gigawatt Strom liefern können.Das entspricht in etwa der Leistung von zwei Atomkraftwerken.

Dies sei „ein ermutigender Schritt in Richtung einer Installation von Solarkraft auf breiter Front weltweit, um die Sorgen um den Klimawandel zu mildern“, lobte der Chef von First Solar, Mike Ahearn, die Regierung in Peking und wies damit auf die Entwicklung eines Marktes für Solarmodule in China hin. Der Anteil erneuerbarer Energien, so das Ziel Chinas, soll bis 2010 auf zehn Prozent und bis 2020 sogar bis auf 20 Prozent erhöht werden. Die Solarkapazitäten will China bis zum Jahr 2020 von 90 Megawatt aufzehn bis 20 Gigawatt ausbauen. Die Ausmaße dieses Vorhabens werden im Vergleich mit dem größten deutschen Sonnenkraftwerk deutlich: Die Anlage nördlich von Cottbus, so groß wie drei Fußballfelder, produziert derzeit lediglich 53 Megawatt.

First Solar und die chinesische Regierung müssen nun die eigentlichen Verträge aushandeln. Nach Angaben von First Solar stehe nach einem erfolgreichen Vertragsabschluss sogar die Möglichkeit zur Debatte, die Solarmoduleauch in der Mongolei selbst zu produzieren.

Tobias Hartmann

Auf Ökostrom umsteigen und doppelt profitieren!

Ab Januar 2010 werden viele Stromanbieter wieder die Preise erhöhen. Laut dem unabhängigen Verbraucherportal Toptarif.de planen mindestens 46 regionale Versorger eine Erhöhung, teilweise um bis zu 14 Prozent. Im bundesweiten Durchschnitt liegt die Erhöhung zum nächsten Jahr bei 4,7 Prozent. Das ist der ideale Zeitpunkt, um zu einem Ökostromanbieter zu wechseln.

Häufig gibt es in der Bevölkerung noch Vorbehalte gegenüber dem Anbieterwechsel. Diese sind jedoch unbegründet. Die größte Sorge ist meist, dass zum Beispiel in der Umstellungsphase oder bei einer Pleite des neuen Anbieters der Strom abgestellt wird. Gesetzlich ist der jeweilige Regionalanbieter jedoch verpflichtet, die Versorgung mit Strom aufrechtzuerhalten.

Auch der Wechsel ist sehr einfach und jederzeit möglich, sofern Sie nicht bereits einen neuen Tarif mit Vertragsbindung eingegangen sind. Einen günstigeren Anbieter finden Sie über eines der zahlreichen Verbraucherportale. Beispielsweise Verivox, Testsieger der Stiftung Warentest mit der Note 1,1. Hierzu müssen Sie nur die Postleitzahl, den Stromverbrauch (zum Beispiel vom letzten Jahr) und den derzeitigen Stromtarif eingeben. Schon erscheinen in aller Regel zahlreiche günstigere Tarife. Zum Wechseln muss auch nur ein einfaches Formular ausgefüllt werden, um den Rest kümmert sich der neue Anbieter. Aber welchen Tarif wählen?

Grundsätzlich muss diese Entscheidung natürlich jeder für sich treffen. Der günstigste Tarif ist aber nicht unbedingt der beste. Ein zweiter Blick lohnt, da diese Tarife häufig lange Vertragslaufzeiten haben oder Vorauskasse fordern. Außerdem können Sie den Zeitpunkt nutzen, um zu einem Ökostromanbieter zu wechseln.

Sehr häufig finden sich Ökostromanbieter, die günstiger sind als der bisherige Regionalversorger. So kann man gleich doppelt profitieren: Zum einen spart man bares Geld und zum anderen leistet man einen erheblichen Beitrag zum Schutz unseres Klimas.

Aber auch bei Ökostromanbietern gibt es feine Unterschiede. Einige Anbieter kaufen nur Ökostromzertifikate, also das Recht am Ökostrom. Wenn sie zu so einem Anbieter wechseln, trägt das nicht zwangsläufig dazu bei, dass der Ökostromanteil am Gesamtstromverbrauch steigt.

„Echte" Ökostromanbieter sollten daher das „Grüne Strom Label", das „OK-Power Label" oder die „Ökostrom-Zertifizierung" des TÜV Süd oder TÜV Nord tragen. Gemeinsam haben diese Label, dass der Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien, also Wasserkraft, Windenergie, Sonnenenergie, Biomasse, Klärgas, Geothermie und Kraftwärmekopplung (KWK) stammt, wobei der KWK-Anteil 50 Prozent nicht übersteigen darf. Außerdem darf ein Preisaufschlag gegenüber dem Standarttarif nur dazu genutzt werden, um in den Neubau regenerativer Energien zu investieren. Weitere Kriterien können am besten den einzelnen Label-Anbietern entnommen werden.

Der Umstieg auf Ökostrom ist also weder riskant, noch schwer oder teuer. Im Gegenteil, häufig sogar deutlich günstiger. Jetzt liegt es an jedem selbst, den Schritt zu wagen.

Oliver Hölzinger

Matador: außergewöhnliches Spielzeug aus Holz

Das CleanEnergy Project sprach mit Michael Tobias, dem Geschäftsführer und Eigentümer des österreichischen Spielzeugherstellers „Matador“. Unsere Themen dabei: die Wiederbelebung der Traditionsmarke, Nachhaltigkeit in der Produktion und neue Trends am Spielzeugmarkt.

Die Baukästen aus Karton, gefüllt mit Quadern, Stäbchen und Rädern aus Holz, gelten für viele Fans als „das” Spielzeug schlechthin. Seit 1903 ist der charakteristische Holzhammer von Matador in zahllosen Kinderzimmern zu finden. 1987 folgte jedoch das „Aus” für die Marke. Es hatte beinahe den Anschein, als hätte die Allianz der Actionspielfiguren aus Kunststoff den hölzernen Gegner niedergerungen. Doch Claudia und Michael Tobias sorgen seit 1996 wieder dafür, dass die Holzbaukästen weiterhin ihren Platz in jeder Spielzeugkiste haben.

Herr Tobias, seit einigen Jahren ist Matador wieder in über 30 Ländern erhältlich. Wie kam es zu diesem Erfolg?

Meine Frau und ich hatten im Herbst 1996 die Idee, Matador wieder auf dem Markt zu platzieren. Wir konnten noch im selben Jahr die Markenrechte erwerben. Während der österreichische Markt von Beginn an gut lief, war der Ausbau des Exportes ein viel schwierigeres und langwierigeres Unterfangen, das noch längst nicht abgeschlossen ist. Im Exportbereich ist Matador so gut verkaufbar, wie unsere ortsansässigen Partner arbeiten. Die Schwierigkeit lag daher stets darin, gute Partner zu finden. In einigen ausgesuchten Ländern ist uns dies bereits gelungen.

Was waren die größten Herausforderungen, die Sie seitdem zu meistern hatten?

Die größte Herausforderung für mich war die Produktion von Matador in Österreich so zu gestalten, dass wir einerseits qualitativ hochwertigste Teile erzeugen und andererseits auch die entsprechenden Mengen für eine massive Exporterweiterung produzieren können. Die Errichtung und der Umbau der dazu notwendigen Spezialmaschinen war technisch und finanziell ein sehr aufwendiges Projekt. Auch das zugehörige Know-how, welches uns gestattet, im Holzbereich mit 0,05 Millimeter Toleranzen zu arbeiten, mussten wir uns erst aneignen.

Ihr Unternehmen steht für traditionelle Werte. Wie geht man bei Matador mit dem Thema „Nachhaltigkeit und Umweltschutz” um? Lassen sich Tradition und Umweltschutz vereinbaren?

Für mich sind Tradition und Nachhaltigkeit keine gegensätzlichen Werte. Wir kaufen das Holz von österreichischen Unternehmen, die eine nachhaltige Waldbewirtschaftung durch entsprechende Zertifikate nachweisen können. Unsere Produkte bestehen daher fast ausschließlich aus natürlich nachwachsenden heimischen Rohstoffen. Der Bereich Umweltschutz ist uns als Hersteller eines ökologischen österreichischen Spielzeuges natürlich auch besonders wichtig. So achten wir sogar darauf, die zur Produktion notwendige Energie möglichst aus Ökostrom zuzukaufen. Die Beheizung der Produktionsstätte erfolgt ohnedies ausschließlich aus Biomasse.

Welche Rolle wird Matador in den kommenden Jahren am Spielzeugmarkt spielen? Sehen Sie eine Trendwende hin zu natürlichem Spielzeug?

Wir gehen davon aus, dass sich der derzeitige Trend – einerseits zur heimischen Produktion (im Gegensatz zur üblichen Fernostproduktion) sowie anderseits zum ökologischen, pädagogisch wertvollen Produkt – nicht nur weiter fortsetzen wird, sondern in Zukunft einen immer höheren Stellenwert bei der Kaufentscheidung des Konsumenten erlangen wird. Dieser Trend beschränkt sich nicht nur etwa auf Österreich, Deutschland oder Frankreich, sondern geht weit über Europa hinaus bis Amerika, China und Japan. So sehen wir die Zukunft von Matador sehr positiv, zumal es weltweit kein zweites Spielzeug gibt, das wie Matador funktioniert.

Wenn Sie Ihren Brief an das Christkind schreiben, welcher Wunsch steht dabei an oberster Stelle? Welche Pläne haben Sie für Matador?

Mein größter Wunsch an das Christkind wäre, bezogen auf Matador, in vielen Ländern weitere gute Partner zu finden, um Matador weltweit anbieten zu können. Das korreliert natürlich auch mit unseren Plänen für die Zukunft. Wir werden in den kommenden Jahren massiv daran arbeiten, unsere Internationalisierung voranzutreiben.

Herr Tobias, herzlichen Dank für das Gespräch.

Unser Tipp für Weihnachten: Ab 25,90 Euro ist das Spielzeug aus natürlichem Rotbuchenholz in Spielzeuggeschäften sowie im eigenen Onlineshop erhältlich.

Joachim Kern

Matador: außergewöhnliches Spielzeug aus Holz

Das CleanEnergy Project sprach mit Michael Tobias, dem Geschäftsführer und Eigentümer des österreichischen Spielzeugherstellers „Matador". Unsere Themen dabei: die Wiederbelebung der Traditionsmarke, Nachhaltigkeit in der Produktion und neue Trends am Spielzeugmarkt.


Die Baukästen aus Karton, gefüllt mit Quadern, Stäbchen und Rädern aus Holz, gelten für viele Fans als „das" Spielzeug schlechthin. Seit 1903 ist der charakteristische Holzhammer von Matador in zahllosen Kinderzimmern zu finden. 1987 folgte jedoch das „Aus" für die Marke. Es hatte beinahe den Anschein, als hätte die Allianz der Actionspielfiguren aus Kunststoff den hölzernen Gegner niedergerungen. Doch Claudia und Michael Tobias sorgen seit 1996 wieder dafür, dass die Holzbaukästen weiterhin ihren Platz in jeder Spielzeugkiste haben.

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Naturkatastrophen als Chance

Einer meiner Professoren sagte mal in einer Vorlesung über die endogenen Prozesse der Erde, es gäbe keine Naturkatastrophen, sondern nur Naturereignisse. Zu Katastrophen machten wir Menschen sie, durch unzulängliche Schutzmaßnahmen, schlechte Warnsysteme, Ignorierung von Anzeichen und mangelhafte Aufklärung. Ich habe über diese Aussage oft nachgedacht.

Die Erde ist ein dynamisches System, das sich seit seiner Entstehung durchgehend verändert. Das Leben hat alle Prozesse die damit einhergehen, wie Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis und die Einschläge von Himmelskörpern, überdauert. Und nicht nur das, sie haben die Evolution vorangetrieben, die Lebewesen dazu gezwungen sich anzupassen und ihre Fähigkeiten und Merkmale zu perfektionieren.

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Erneuerbare Energien in der Entwicklungszusammenarbeit

Addis Abeba kann wirklich ziemlich anstrengend sein. Besonders, wenn man etwas sucht oder jemanden finden möchte: In der riesigen und unübersichtlichen äthiopischen Hauptstadt gibt es nämlich keine Adressen. Straßen und Plätze haben zwar schon gelegentlich Namen, diese wurden aber in der wechselvollen Geschichte des Landes immer mal wieder an die jeweils aktuelle politische Situation angepasst. So heißt der größte Platz der Stadt heute offiziell nicht mehr Revolutionsplatz, sondern Meskel Square – benannt nach dem der Revolution unverdächtigen gelben Meskel-Blümchen. Aber die meisten Menschen nennen den Platz immer noch Abiot, Revolution. In dieser allgemeinen Verwirrung haben sich statt dem in Europa üblichen Adresssystem in der afrikanischen Millionenstadt Ortsbeschreibungen durchgesetzt. „Gegenüber dem Sunshine Building“ ist so eine Ortsbeschreibung, oder „am Confusion Square“.

Mit einer langen Liste solcher Beschreibungen bin ich nun in Addis Abeba unterwegs. Zusammen mit einem äthiopischen Fahrer habe ich die mühsame Aufgabe, in der ganzen Stadt nach Firmen zu suchen, die Solaranlagen verkaufen. Ich soll nämlich für die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit zu einem „Stakeholder Meeting der äthiopischen Solarbranche“ einladen. Die GTZ möchte mit diesem Meeting helfen, eine zivilgesellschaftliche Vereinigung von Händlern, Importeuren, Monteuren, Betreibern, Forschern und Beratern, die im Bereich der solaren Energiegewinnung tätig sind, zu etablieren. Eine solche Vereinigung soll dann als Interessenvertretung diese umweltfreundliche Energiewandlungstechnologie hier am „Horn von Afrika“ voran bringen.

Äthiopiens Potenzial an erneuerbaren Energien

Gute Voraussetzungen für die Nutzung erneuerbarer Energien hat Äthiopien allemal: So verweist Äthiopiens Tourismuswerbeslogan „13 Month of Sunshine“ nicht nur auf den seltsamen äthiopischen Kalender, sondern auch auf das gewaltige Solarpotenzial des Landes. Und wirklich ist die Strahlung im äthiopischen Hochland so stark wie in der Sahara. Aber in der „Rainy Saison“ regnet es hier auch viel – Wasser, das dann das Hochland hinunter rauscht und dabei zur Energiegewinnung genutzt werden kann. Außerdem durchzieht das „African Rift Valley“, ein gigantisches Tal von kontinentalen Ausmaßen, das ganze Land und sorgt für sehr gut Möglichkeiten der Erdwärmenutzung.

Äthiopien ist eines der ärmsten Länder der Welt. Und trotz der hervorragenden Voraussetzungen für erneuerbare Energien ist insbesondere Energiearmut ein großes Problem. Noch heute werden 70 bis 80 Prozent des Primärenergiebedarfs in Äthiopien aus Biomasse gedeckt. Klingt umweltfreundlich, ist es aber nicht: Es gibt hier nämlich keine nachhaltige Energiepflanzenwirtschaft. Die schnell anwachsende Bevölkerung holt sich ihr Feuerholz einfach aus den Wäldern. Und die Wälder sterben, das ist nicht zu übersehen. Mit den Wäldern geht auch viel landwirtschaftlich nutzbarer Untergrund für immer verloren – fatal für ein Land, das sich bis heute nicht selbst ernähren kann. Und mit dem Brennholz kann dann auch nur gekocht und vielleicht noch geheizt werden. Die Treibstoffe für den Verkehr hingegen müssen komplett für viel Geld importiert werden. So musste Äthiopien 2007 ganze 50 Prozent seiner Exporteinnahmen für den Import von fossilen Treibstoffen ausgegeben.

Energieversorgung mittels Inselsystemen

Es ist ganz offensichtlich: Erneuerbare Energien können Äthiopien wirklich helfen. Sie können sich als kleine Inselsysteme viel besser an die dezentrale Besiedlungsstruktur des weitläufigen und unwegsamen Landes anpassen als fossile Großkraftwerke. Kleine Solaranlagen können kleine Wasserpumpen für kleine Dörfer antreiben. „Solar Home Systems“ bringen Licht in die winzigen „Tukuls“, die traditionellen kreisrunden Strohhütten. Die Gesundheitszentren auf dem Lande können mit Solarzellen ihre Medizin kühlen. Und mit einem behutsamen und nachhaltigen Energiepflanzenanbau kann Äthiopien in Zeiten hoher Rohölpreise auf dem Weltmarkt richtig Geld verdienen.

Wegen ihrer ernormen Vorteile insbesondere für Entwicklungsländer haben die erneuerbaren Energien sich heute als wichtigen Bestandteil der internationalen Entwicklungszusammenarbeit etabliert. So fördert das Bundesministerium für wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung zurzeit in 45 Partnerländern Vorhaben, die der Verbreitung erneuerbarer Energien dienen. Und auch die Wirtschaft hat diesen Bereich für sich entdeckt: Maßgeschneiderte Lösung für Entwicklungsländer wie etwa die winzigen „Pico-“Wasserkraftwerke, die sogar transportabel sind und sich so für Nomadenvölker eignen oder auch die heute schon gängigen Solar Home Systems bilden inzwischen einen durchaus lukrativen Markt für die erneuerbare Energien-Branche.

Saubere Energie als Entwicklungshelfer

Klar können erneuerbare Energien nicht alle Problem dieser Welt lösen. Korruption, Unterdrückung, Misswirtschaft: Es gibt viele Baustellen in der Entwicklungszusammenarbeit. Aber ganz allgemein ist eine nachhaltige Energieversorgung eine kaum zu überschätzende Grundvoraussetzung für Entwicklung. Egal, ob man die Bereiche Bildung, Gesundheit, Ernährung, Wirtschaft, Sicherheitspolitik oder Umweltschutz betrachtet: Immer sind zuverlässige, günstige und saubere Energiequellen zentrale Bestandteile für die notwendigen Verbesserungen.

Zu tun gibt es für die Entwicklungsorganisationen, die sich für erneuerbare Energien engagierten, sehr viel: Je nach  Entwicklungsstand und Rahmenbedingungen der verschiedenen Länder gilt es, selbst Anlagen zu errichten und zu finanzieren, die energiepolitischen Voraussetzungen für eine Nutzung der Erneuerbaren zu schaffen, Technologietransfer zu leisten, für eine entsprechende Ausbildung zu sorgen, sodass die Anlagen auch betrieben und gewartet werden können. Ein weiterer wichtiger Schritt ist, zivilgesellschaftliche Strukturen zu etablieren, die dann den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien selber in die Hand nehmen können.

Aufbruchstimmung

Das „Stakeholder Meeting der äthiopischen Solarbranche“ der GTZ ist gut besucht. So gut, dass ich selbst keinen Sitzplatz finde und stehen muss. Ich bin stolz, dass so viele der von mir eingeladenen Solarfirmen vertreten sind – und dass ich diese in dem Labyrinth namens Addis Abeba überhaupt gefunden habe. Eine allgemeine Aufbruchstimmung scheint in der Luft zu liegen. Bei diesem Meeting ist spürbar, dass hier der starker Wunsch vorhanden ist, mit erneuerbaren Energien wirklich etwas zu verändern. Man ist sich einig: Die beworbenen dreizehn Monate Sonnenschein können nicht nur sonnenhungrige Ferenijs (Weiße) anlocken, sondern sie können auch eine nachhaltige und bezahlbare Energieversorgung für alle Äthiopier ermöglichen.

Stefan Heimann

Sauberes und sicheres Wasser für Afrika

Was für uns selbstverständlich ist - sauberes Wasser, das quasi unbegrenzt aus der Leitung strömt - ist für ein Sechstel der Menschen auf diesem Planeten mit harter körperlicher Arbeit und großer Gefahr für Leib und Leben verbunden. In vielen Regionen Afrikas laufen die Frauen mehrere Stunden täglich durch ungeschütztes Land, um zu Wasserstellen zu gelangen. Von dort transportieren sie ihre 40 Kilo schweren Wasserbehälter zurück zu ihrem Heimatdorf.

Humanitäres und soziales Problem

In dieser Situation sind die afrikanischen Frauen gleich doppelt gefährdet: Überfälle auf dem Weg zur Wasserstelle sind keine Seltenheit und häufig ist das Wasser nicht nur verschmutzt, sondern auch verseucht.

80 Prozent aller Krankheiten und Seuchen werden durch verseuchtes Wasser und fehlende sanitäre Anlagen verursacht. Jährlich sterben mehr Menschen an durch verschmutztes Wasser hervorgerufenen Krankheiten als durch jegliche Form der Gewalt, einschließlich Krieg.

Darüber hinaus offenbart durch die ungenügende Wasserversorgung in Afrika auch ein soziales Problem: Wenn Wasserbeschaffung Frauenarbeit ist und Frauen und Mädchen einen Großteil ihres Tages mit Wasserholen beschäftigt sind, wann sollen Sie dann noch Lernen? Eine Schul- oder gar Ausbildung ist damit quasi unmöglich.

Ein Brunnen für 5.000 Dollar - unerreichbar für die meisten Afrikaner

An dieser Stelle setzt die Idee der US-amerikanischen Non-Profit-Organisation charity: water an. charity: water wurde im Jahr 2006 von Scott Hamilton, einem ehemaligen Nachtclub-Promoter aus New York City, gegründet und hat bereits über 1.500 Wasserprojekte in 16 Entwicklungsländern finanziert. Alle Spenden an charity: water werden zu 100 Prozent für die Finanzierung dieser Projekte verwendet.

Die Bohrung eines Brunnens kostet 5.000 US-Dollar - kein hoher Preis für genießbares Wasser mag man denken. Für die meisten Menschen in Afrika sind 5.000 Dollar aber eine unerreichbare Summe.

Grund genug für Jon Oringer, Gründer der Online-Bildagentur Shutterstock, ein Projekt von charity: water in Äthiopien zu unterstützen: „Durch unsere Partnerschaft mit charity: water wollen wir das Leben jener Menschen spürbar verändern, denen eine äußerst wichtige Lebensgrundlage fehlt: sauberes und sicheres Wasser", sagt der Manager. So stellt Oringers Unternehmen der gemeinnützigen Organisation 60.000 Dollar zur Verfügung. Mit diesem Geld werden im Jahr 2010 insgesamt zwölf Brunnen gebaut, einer jeden Monat.

Auf der Website www.charitywater.org/shutterstock werden charity: water und Shutterstock das ganze Jahr über aktuelle Fotos, GPS-Koordinaten und Neuigkeiten aus den Gemeinden präsentieren, in denen die Brunnen gebaut werden.

Mehr über die Gründungsgeschichte von charity: water sehen Sie in diesem Video.

Jessica Schmidt

The Copenhagen Diagnosis: Sobering Update on the Science

On the eve of the Copenhagen conference, a group of scientists has issued an update on the 2007 report of the Intergovernmental Panel on Climate Change. Their conclusions? Ice at both poles is melting faster than predicted, the claims of recent global cooling are wrong, and world leaders must act fast if steep temperature rises are to be avoided.
by elizabeth kolbert, reposted with permission from Yale360.


Ahead of talks in Copenhagen, a group of leading climate scientists has issued a new report summarizing the most recent research findings from around the world and concluding that scientists have underestimated the pace and extent of global warming. The report — titled “The Copenhagen Diagnosis” — finds that in several key areas observed changes are outstripping the most recent projections by the UN’s Intergovernmental Panel on Climate Change and warns that “there is a very high probability of the warming exceeding 2 °C unless global emissions peak and start to decline rapidly” within the next decade.

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Geteilte Ansichten

Hunger stellt ein Problem auf der Welt dar, der Hunger nach Energie ebenso - eng verbunden mit dem Klimawandel und seinen Folgen. Die Diskussionen um die Wechselwirkungen dieser beiden Punkte erfolgen dabei oftmals recht einseitig, das Einbeziehen globaler Zusammenhänge fehlt! Einvernehmliche Lösungsansätze zu finden gestaltet sich zunehmend schwieriger.

Auf der einen Seite die Stimmen, die nach mehr sauberer Energie gieren, die dafür leere Teller in Kauf nehmen, auf der anderen Seite der Ruf nach mehr ökologischer Landwirtschaft und einem Höchstmaß an Askese. Ja, wir wollen unsere Erde, unseren Lebensraum schützen und erhalten - und nein, wir wollen natürlich nicht, dass andere wegen unseres Energiehungers hungern müssen. Oder hungern wir am Ende doch selber?

Eine akzeptable Lösung scheint nicht in Sicht zu sein, verstehen kann man beide Seiten, schließlich geht es letztendes immer nur um das Eine - Profit. Aus Sicht zahlreicher Landwirte ist sicherlich die teilweise willkürliche Subventionierungsregelung zur Ausschöpfung des "Erneuerbare-Energie-Gesetzes" durchaus nachvollziehbar. Biogasanlagen schießen wie Pilze aus dem Boden und treiben die Pachtpreise in schwindelerregende Höhen. Bei Windkraftanlagen sieht es ähnlich aus, nur, dass hier das Vieh weiterhin friedlich unter den modernen Windmühlen grast. Viele Kleinbauern können dem nichts entgegensetzen, kapitulieren und geben ihre Betriebe auf. Auch die immer populärer werdende Bio-Arie hilft aus dem Schlamassel nicht heraus, schließlich ist die Weltbevölkerung nicht mit Bioschwein und Co. satt zu bekommen. Aber bislang geht es uns doch gut und satt werden wir allemal!

Vielmehr betrifft es Menschen in weniger weit entwickelten Ländern, dort, wo große Profitgier herrscht, Reiche immer reicher und Arme immer ärmer werden. Unser Handeln und unser energieaufwändiges Leben, das Leben in fortschrittlichen Industriestaaten, dient solchen Ländern immer mehr als Vorbild und das ist ein immens wichtiger Punkt, der oft unter den Tisch fällt. Sie beobachten, wie einfach es ist, saubere Energie selbst in die entlegensten Winkel der Erde zu bringen. Entwicklungsländer gieren danach, diesem ökologischen Fußabdruck nachzueifern. Wenn wir jetzt auf die Barrikaden gehen, gegen Subventionen zur Umsetzung erneuerbarer Energien protestieren, lassen wir nicht nur das Artensterben und die Umweltbelastung außer Acht, sondern verlieren ganz schnell unsere Vorbildfunktion für die, die es am nötigsten haben.

Kaum ein Teil der Volkswirtschaft ist von der Umwelt so abhängig, wie die Landwirtschaft und sollte demnach alles daran setzen, diese zu schützen. Um den weltweiten Kohlendioxid-Anstieg zu reduzieren, ist schließlich die gesamte Bevölkerung gefragt, nicht nur Industriestaaten wie Deutschland, auch oder gerade Drittländer müssen mit einbezogen werden! Und das kann nur geschehen, wenn jeder einzelne global und nicht nur für sich denkt. Vor diesem Hintergrund sollten wir doch getrost einmal auf den ein oder anderen Braten verzichten können - der Zukunft unserer Erde zu Liebe.

Judith Schomaker

Auf ein Wort mit Claudia Kemfert

Für Klimaschutz und Nachhaltigkeit interessiere ich mich seit...

über zwölf Jahren. Während meines Forschungsaufenthalts an der Stanford University habe ich mich endgültig entschlossen, die Themen Klimawandel und nachhaltige Energieversorgung weiter zu erforschen, mein langjähriger Mentor Alan Manne war einer der ersten Klimaökonomen, die sich mit den Folgewirkungen des Klimawandels beschäftigt haben. Seitdem haben mich die Themen nicht mehr losgelassen.

Die größte Herausforderung an meinem Job ist...

....dass der Tag nicht 48 Stunden hat.

Mein Motto lautet...

...suche dir einen Beruf, den du liebst und du brauchst nie in deinem Leben zu arbeiten.

Der Umwelt zuliebe verzichte ich auf...

Verzicht ist grundsätzlich der falsche Ansatz. Ich verhalte mich klimabewusst: esse vegetarisch, kaufe Bioprodukte, fahre ausschließlich Bahn, verbringe Urlaube an der Nordsee und beziehe Ökostrom. Dadurch ist meine Klimabilanz sehr niedrig.

Nicht verzichten möchte ich auf...

Ich darf aus beruflichen Gründen auf das Fliegen nicht verzichten. Zwar nutze ich immer öfter Videokonferenzen, die im Übrigen auch zeitsparend sind, dennoch kann ich nicht völlig darauf verzichten, die Kollegen im Rahmen von internationalen Meetings zu treffen. Ich „neutralisiere" jedoch meine Emissionen, da ich in Klimaschutzprojekte spende. Jeder kann übrigens beim Kauf eines Flugtickets in derartige Projekte investieren. Mit meinem Geld wurde übrigens eine Biomasseanlage in Indonesien gebaut. Für den Klimaschutz ist es egal, wo in der Welt Klimaschutz betrieben wird, wichtig ist, dass überhaupt Klimaschutz betrieben wird.

Mein größtes Vorbild in Bezug auf Nachhaltigkeit ist/sind...

...alle diejenigen, die sich engagiert für die Nachhaltigkeit einsetzen, sei es als Bürger, Unternehmer, Konsumenten oder als Politiker.

In meiner Freizeit...

...gehe ich mit meinem Mann in der Natur spazieren oder wir besuchen Kunst und Architekturausstellungen.

Das Buch, das zurzeit auf meinem Nachttisch liegt...

...Martin Suter „Small World"

Ich wollte schon immer einmal...

... wie „Mr. 5 lebt" ein Buch in drei Sekunden durchlesen können, dann könnte ich viel mehr wunderbare Bücher in meinem Leben lesen....

Für die Zukunft wünsche ich mir...

...noch mehr Klimaschutz: Politiker, die ein weltweites Klimaabkommen verbindlich eingehen, Konsumenten, die klimabewusst konsumieren und Unternehmen, die unbeirrt weiter auf Klimaschutzmärkte setzen.

"Auf eine Wort mit..." ist eine Kooperation von CleanEnergy Project und ClimatePartner

Energieeffizienz und Energiesparen - lohnt sich das überhaupt?

Energie sparen ist nicht gleich Energie sparen. Es kommt darauf an, ob auch wirklich Energie gespart wird oder nicht. Logisch. Aber wenn man sich den Trend des Energiesparens genauer ansieht, dann lässt sich eine bedenkliche Entwicklung feststellen, und zwar schon seit Hunderten von Jahren.

Technische Geräte werden immer energieeffizienter. Gleichzeitig aber werden die Geräte immer größer, und verbrauchen am Ende genau so viel Energie wie die ineffizienten - aber kleineren - Geräte von damals. Nehmen wir zum Beispiel den Fernseher. Die Ausmaße der Bildschirme werden immer größer, so dass viele Menschen inzwischen ein halbes Kino im Wohnzimmer stehen haben.

Warum auch nicht? Es verbraucht ja viel weniger Strom; oder? Seltsam, bei meiner Recherche kann ich noch nicht einmal das bestätigt finden. Stiftung Warentestzeigt, dass große Fernsehher auch sehr viel mehr Strom verbrauchen. Trotz Klima- und Energiekrise kaufen sich aber immer mehr Menschen immer größere und energiefressendere Geräte.

Selbst wenn die Geräte tatsächlich energieeffizienter sind, hilft uns das auch nicht unbedingt weiter. Denn Energieeffizienz alleine reicht nicht aus, um den Energieverbrauch zu senken. Dieses befremdliche Resultat zog Tim Garrett von der Utah Universität in den USA, der kürzlich im Journal Climate Change seine Studie publizierte. Garrett zeigte, dass erhöhte Energieeffizienz und energiesparendes Verhalten nicht Energie spart, sondern im Gegenteil das Wirtschaftswachstum antreibt und dadurch den Energieverbrauch verstärkt. Wenn sich etwas billiger und einfacher herstellen lässt, dann kann man auch mehr davon herstellen.

Interessant ist dabei, dass über Jahrhunderte hinweg der Energieverbrauch sehr konstant mit dem akkumulierten Wirtschaftswachstum zusammenhängt. Kennt man den Energieverbrauch, kann man anhand dieser Konstante das Wirtschaftswachstum vorhersagen, und dies seit Hunderten von Jahren.

Garrett ist kein Ökonom, weswegen seine Berechnungen von Wirtschaftswissenschaftlern auch angezweifelt werden. Er betrachtet die Frage des Energieverbrauchs und des Wirtschaftswachstums als ein rein physikalisches Problem, unsere Gesellschaft ist dabei ein energieverbrauchendes System welches Produkte hervorbringt. Garrett kann daher simplistischere Berechnungen anwenden als Ökonomen es gewohnt sind. Doch überzeugt sein Ansatz gerade in seiner Einfachheit. Und seine Ergebnisse sollten zumindest ernsthaft diskutiert werden.

Denn seine Ergebnisse sind katastrophal: ein Aufhalten einer Klimakatastrophe ist nicht mit weiterem Wirtschaftswachstum vereinbar. Diese Erkenntnis bestärkt die schon lange diskutierte Ansicht, dass Wirtschaftswachstum endlich sein muss (siehe CASSEoder "Die Grenzen des Wachstums").  Ein langfristiger wirtschaftlicher Kollaps wäre, nach Garrett, möglicherweise unsere einzige Rettung vor einer globalen Klimakatastrophe. Der einzig andere und sehr viel angenehmere Weg besteht darin, so schnell wie möglich auf 100 Prozent erneuerbare Energien umzusteigen.

Maiken Winter

Quelle: ScienceDaily