Doppelte Energienutzung durch Kraft-Wärme-Kopplung

Zur Neige gehende Ressourcen und der stetig voranschreitende Klimawandel zwingen die Menschheit zum Handeln. Die Ziele, Energien effizient zu nutzen, vorhandene Ressourcen zu schonen und dabei die Umwelt in hohem Maße zu schützen, um den CO2-Ausstoß auf ein Minimum zu reduzieren, werden auf ganz unterschiedlichen Basen verfolgt. Erneuerbare Energien werden gefördert und die verschiedenen Technologien immer weiter ausgebaut. Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien, rückt auch die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) immer mehr in den Vordergrund.

Die Technologie, die hinter der KWK steckt, erlaubt nämlich die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme, was wiederum die CO2-Emissionen und den Verbrauch von Primärenergien erheblich reduziert. Durch die KWK wird ein grundlegendes Problem bei der Erzeugung von Strom stark minimiert und die Energieeffizienz kann um ein Vielfaches erhöht werden.

Immens viel wertvolle Energie geht bereits bei der Stromerzeugung innerhalb eines Großkraftwerkes verloren, hinzu kommen Verluste auf dem Transportweg zum Endverbraucher. Das liegt hauptsächlich daran, dass, vereinfacht ausgedrückt, zur Erzeugung von Strom zuerst große Mengen an Dampf produziert werden müssen, die dann über Turbinen Strom erzeugen. Die daraus entstehende Abwärme wird über große Kühltürme wieder der Atmosphäre zugeführt, etwa zwei Drittel der eingesetzten Brennstoffenergie bleiben so ungenutzt. Obwohl innerhalb dieses Prozederes eine stetige Verbesserung angestrebt wird, beläuft sich der Nutzungsgrad deutscher Großkraftwerke nur auf rund 37 Prozent.

Bei der  KWK-Technik wird genau diese „verlorene" Energie, also die Abwärme, die sonst in die Atmosphäre gepustet würde, aufgefangen und zum Heizen genutzt. Ein Doppeleffekt entsteht, denn sowohl Strom, als auch Wärme werden durch den eingesetzten Brennstoff gewonnen, die Energie demnach doppelt genutzt und der Nutzungsgrad so auf bis zu 90 Prozent erhöht. Besonders für kleine, dezentrale Heizkraftwerke eignet sich die KWK-Technik sehr gut, denn Stromtransportverluste auf dem Weg zum Verbraucher entfallen fast gänzlich, Strom und Wärme werden dort produziert, wo sie auch verbraucht werden.

Als Brennstoff für KWK-Anlagen kommen, neben den fossilen Energiequellen wie Kohle, Gas und Heizöl, aber auch erneuerbare Energien in Frage. Bio-, Klär- oder Deponiegas, Pflanzenöl, Holz, und viele weitere Energiequelle mit einem Temperaturniveau ab etwa 210 Grad Celsius können als Brennstoff für das KWK-Prinzip genutzt werden. Auch Solarthermie und Geothermie, sowie Kernenergie dienen als Energiequelle und werden effektiv ausgeschröpft, wobei die Anlagenarten nach ihrer jeweiligen Auslegung unterschieden werden.

Neben der stromgeführten Auslegung der KWK-Anlagen, die den Stromertrag optimieren, erreichen wärmegeführte Anlagen, die entsprechend den Wärmeertrag optimieren, die höchste Effizienz, da sie die geringsten Energieverluste aufweisen und somit den Normalfall darstellen. Die am weitesten verbreitete Variante der KWK-Anlagen machen die so genannten Blockheizkraftwerke (BHKW) aus, die auf Basis von Turbinen oder Motoren betrieben werden. Im Allgemeinen reicht das Leistungsspektrum aus dem Kilowattbereich bis hin zu mehreren hundert Megawatt Anlagen.

Die kleinste Variante, die Mini- oder Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung-Anlagen sind hierbei für den Einsatz in Einfamilienhäusern oder kleinen Gewerbebetrieben konzipiert, während Groß-Anlagen (beispielsweise Europas größte KWK-Anlage mit 700 Megawatt in England) zur flächigen Fernwärmeversorgung oder in der Industrie zur Prozesswärme-Erzeugung zum Einsatz kommen. Entsprechend des Verwendungszwecks hält der Markt ein breites Spektrum an KWK-Anlagen bereit.

Judith Schomaker

Zukunftsmarkt Grünes Geld

Ein Interview mit der Finanzjournalistin Susanne Bergius

„Was sich abspielt ist keine Mode, sondern ein langfristiger Trend“ –  so beschreibt die Finanzjournalistin Susanne Bergius die wachsende Zahl von Anlegern, die sich für nachhaltige Geldanlagen interessieren – und das nicht erst seit der Finanzkrise. Im Gespräch mit dem CleanEnergy Project spricht die Nachhaltigkeitsexpertin über den neuen Umgang mit Geld, den Ausbau von grünen Technologien und über die Chancen, die sich daraus für Verbraucher und Unternehmen entwickeln.

Viele Unternehmen, die ökologische Anlageprodukte anbieten, haben in den letzten Monaten hohe Kundenzuwächse verzeichnet. Wer sind diese Neukunden und was unterscheidet sie von Anlegern, die mit „grünem Geld“ bereits Erfahrung haben?

Neukunden sind sowohl Privatleute als auch institutionelle Anleger wie Stiftungen, kirchliche Institutionen oder private Unternehmen. Manche haben sich schon länger mit dem Thema beschäftigt, für manche ist es komplettes Neuland.

Bei der Finanzkrise verloren viele von ihnen mit konventionellen Anlagen große Summen, und sie zeigte die dramatischen Konsequenzen unverantwortlichen Wirtschaftens. Dies war und ist Anlegern ein Anstoß, sich über die Art und die Verantwortung der eigenen Geld- und Kapitalanlagen Gedanken zu machen und in nachhaltige Anlageformen zu investieren. Dies umso mehr, als inzwischen erwiesen ist, dass die langjährige Rendite nachhaltiger Anlagen mit denen konventioneller vergleichbar und in Einzelfällen besser ist. Die Finanzkrise hat nachhaltige Anlagen zwar auch gebeutelt, aber nicht ganz so heftig. Das weckte Interesse. Ich spreche bewusst von nachhaltig, denn Alt- und Neukunden ist nicht nur an Umweltschutz, sondern auch an sozialen Standards gelegen und wirtschaftlich soll eine Anlage ja auch sein.

Glauben Sie, dass sich dieser Trend fortsetzen wird? Wenn ja, wie würde sich der Sektor für private Geldanlagen verändern?

Was sich abspielt ist keine Mode, sondern ein langfristiger Trend. Das zeigen erstens die Entwicklungen in angelsächsischen, skandinavischen und anderen europäischen Ländern. Dort beträgt der Anteil nachhaltiger Geldanlagen bereits bis zu zehn Prozent. Zweitens steigen die Bemühungen einer wachsenden Gruppe von institutionellen Investoren, zentrale nachhaltige Kriterien messbar zu machen und in die konventionelle Aktienanalyse und das Portfoliomanagement zu integrieren. Das betrifft Klima- und Umweltschutz im Kerngeschäft ebenso wie zufriedene, engagierte Mitarbeiter, ohne die langfristiger wirtschaftlicher Erfolg nicht möglich ist. Ein Schweizer Institut stellte dieses Jahr die gesamte Vermögensverwaltung um.

Sollten sich diese Entwicklungen fortsetzen, wird dies auch das Segment privater Geldanlagen verändern, sei es durch weitere neue Produkte, sei es durch die Umstellung bisheriger Produkte. Letzteres ist bereits spürbar bei Immobilienfonds: Einige Anbieter haben dieses Jahr begonnen, für den Kauf und den Bestand von Gebäuden Energie- und andere Kriterien einzuführen.

Wenn der Trend zum Grünen Geld anhält, würde dem Sektor erneuerbare Energien mehr Kapital zur Verfügung stehen. Für welche Unternehmen sehen Sie hier die größten Chancen?

Eins ist klar: Unabhängig von aktuellen Beschlüssen und eines eventuell langsameren Ausbaus der regenerativen Energien sind sie doch unabdingbar für die künftige Strom- als auch Wärmeversorgung. Wind- und Biomasseenergie sind laut Experten oft schon wettbewerbsfähig, und Solarstrom verträgt durchaus eine gewisse Kürzung der Einspeisevergütung. Überdies profitieren alle grünen Technologien rund um den Globus von Konjunkturprogrammen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet, dass sich der Weltmarkt bis 2020 auf knapp zwei Billionen Dollar gegenüber 2004 vervierfacht. Zwar litten Technikwerte in der Börsenflaute besonders, und Solar- und Windhersteller stehen nach starken Wachstumsjahren vor einer Konsolidierung. Aber von der Wirtschaftskrise seien sie weniger stark betroffen als andere Branchen, hieß es kürzlich auf einer Veranstaltung der Technischen Universität Berlin. Analysten halten erneuerbaren Energien für langfristig erfolgversprechend.

Es ist also davon auszugehen, dass diesem Bereich künftig auch mehr Kapital zur Verfügung steht. Allerdings sollten Anleger nicht blind in jedes Unternehmen investieren. Auch hier gilt: Es muss ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept haben. Der Absturz der einstigen Solar-Vorzeigefirma Conergy und die Pleite von Biogaspionier Schmack zeigen, dass nicht jede Anlage stets geeignet ist. „Grün sein“ alleine reicht nicht. Vielversprechende Unternehmen möchte ich nicht nenne – ich bin keine Anlageberaterin.

In den letzten Jahren ist eine Fülle von Finanzprodukten entstanden, die ethisch-soziale oder ökologische Werte verkörpert. Welche Produkte sind in Ihren Augen für unerfahrene Anleger und Anlegerinnen besonders interessant?

Statt einzelne Aktien oder geschlossene Fonds sind offene Aktien-, Renten- und Mischfonds empfehlenswert, deren Risiken breiter gestreut und somit geringer sind. Das in Investmentfonds angelegte Geld ist als Sondervermögen geschützt und bleibt selbst bei Insolvenz der Fondsgesellschaft im Eigentum der Anleger. Diese sollten etablierte nachhaltige Produkte wählen, die bereits länger bestehen, ein ordentliches, mindestens höheres zweistelliges Volumen haben und deren Wertentwicklung vergleichsweise gut ist. Dies sind oft Produkte von Anbietern, die in dem Segment lange Erfahrung haben. Ein weiterer Schritt wäre, seine eigenen Prioritäten festzustellen: Will man lieber sehr strenge Kriterien oder reicht der Ausschluss heikler Branchen? Auch dies kann helfen, das richtige Produkt zu finden.

Anleger sollten auf jeden Fall ihren Bankberater befragen. Falls der dazu nicht viel weiß, was leider bei konventionellen Banken noch häufig vorkommt, könnten sie sich zum Beispiel bei anderen Instituten, bei Öko-Banken oder auf spezialisierten Internet-Seiten wie www.nachhaltiges-investment.org informieren und Anlageoptionen sondieren, mit ihrem Berater besprechen und in ihr Depot aufnehmen. Frauen sollten sich dann nicht von forschen männlichen Beratern abwimmeln und zu risikoreicheren, nicht-nachhaltigen Anlagen drängen lassen.

Interview: Birte Pampel

Seit Juni 2009 geben das Handelsblatt und die Nachhaltigkeitsexpertin Susanne Bergius das Handelsblatt-Business Briefing zu Nachhaltigen Investments heraus, einen neuen Newsletter, der Anlegern eine seriöse, produktunabhängige Informationsquelle zum Bereich Nachhaltige Kapitalanlagen bietet. Ein kostenloses Probeabonnement kann unter www.handelsblatt-nachhaltigkeit.de bestellt werden. Das nächste Handelsblatt-Business Briefing wird am 18. Dezember 2009 veröffentlicht.

Das Interview mit Susanne Bergius ist der Auftakt einer Beitragsreihe über ökologische Geldanlagen, die das CleanEnergy Project 2010 veröffentlicht.

Lesen Sie als nächsten Beitrag: „Frauen sind die Anlegerinnen der Zukunft“

Das Nullenergie-Fitness-Studio

Ungefähr zweimal pro Woche gehe ich ins Fitness-Studio. Als ich vor Kurzem auf dem Stepper schwitzte und wartete, dass die halbe Stunde vorbei geht, dachte ich darüber nach, was wir Menschen doch für eine seltsame Spezies sind. Tausende von Jahren stecken wir all unsere Intelligenz und Energie in Entwicklungen, die uns das Leben so einfach und angenehm wie möglich machen. Wir erfanden die Landwirtschaft um nicht mehr mühsam auf die Jagd oder die Suche nach Pilzen gehen zu müssen. Wir erfanden das Rad um Waren einfacher transportieren zu können. Die Dampfmaschine wurde entwickelt und Arbeiten, die vorher mühsam mit Muskelkraft erledigt werden mussten, werden nun von Maschinen erledigt. Das Internet erlaubt uns Informationen in Sekundenschnelle über den ganzen Planeten zu schicken. Wir können im Supermarkt kaufen worauf auch immer wir gerade Appetit haben und können in zwei Tagen um den gesamten Globus fliegen.

Und all die freie Zeit, die wir nun haben, verbringen wir damit, auf Laufbändern unsere überschüssige Energie loszuwerden. Wir stemmen Gewichte und zerren an Gummibändern um unseren Körper so aussehen zu lassen als würden wir noch immer die Arbeiten verrichten, die zu vermeiden unser lang gehegtes Ziel war. Überall ist davon die Rede, man müsse Energie sparen und doch wissen viele von uns nicht, wohin mit all der ungenutzten Tatkraft. Gut und schön, Bewegung ist gesund und macht glücklich. Doch wenn ich, nachdem ich umweltfreundlicher Weise mit dem Fahrrad durch den strömenden Regen zur Muckibude gefahren bin, die muskelbepackten Bodybuilder sehe, und mir vorstelle, welche Leistung sie täglich bringen müssen, um so auszusehen, tut es mir in der Seele weh, wenn ich an die verpuffte Energie denke.

Worauf ich hinaus will, ist ein Fitness-Studio, das die frei werdenden Joule auffängt und nutzt. Jedes verkehrstaugliche Fahrrad tut das, indem mit einem Dynamo die Bewegungsenergie in Licht umgewandelt wird. Ein ähnliches Prinzip muss es doch für Stepper, Laufbänder, Ergometer und Co. geben. All die Menschen, die täglich trainieren gehen, müssten doch genug Energie produzieren, um zumindest Lampen und Musikanlage speisen zu können. Auf diese Weise dürften wir dem Ziel, keine Energie aufwenden zu müssen, um überschüssige Energie loszuwerden, doch ein Stück näher kommen.

Ich schlage vor, von dem Geld, was auf diese Weise gespart wird, machen wir mit der ganzen Fitness-Studiogemeinschaft einen Aktivurlaub in der Eifel. Da kommt man mit dem Zug hin. Tja, und wer weiß, vielleicht stellt der eine oder andere fest, dass das Joggen im Wald noch mehr Spaß macht, als zwischen gelblichen Rigips-Platten und Plastikpalmen.

Carla Lange

Methanhydrate - Tickende Zeitbombe oder ergiebige Energiequelle?

Es lagert tief unter der Meeresoberfläche, in den Permafrostböden der Erde und in den Gaspipelines Sibiriens und Alaskas. Es setzt sich zusammen aus zwei der Stoffen die auf der Erde mit am häufigsten vorkommen. Es ist ein ergiebiger Energiespeicher und ein starkes Treibhausgas. Gelangt es an die Wasseroberfläche löst es sich schäumend auf.

Die Rede ist von Methaneis oder Methanhydrat, eine Verbindung aus Wasser (H2O) und Methan (CH4). Es kann nur unter ganz bestimmten Bedingungen entstehen, dazu gehören tiefe Temperaturen und hohe Druckverhältnisse. Außerdem muss genug Methan aus dem Abbau organischen Materials vorhanden sein.

Diese Verhältnisse herrschen im Ozean in Tiefen zwischen zirka 400 und 4.000 Metern, also vor allem an den Kontinentalhängen wo die Landmassen in Richtung Meeresboden abfallen. Organisches Material wird in der Form von Detritus, also abgestorbenem organischen Material aus höher gelegenen Wasserschichten nach unten transportiert oder gelangt durch Flüsse ins Meer. Ab einer Tiefe von etwa 4.000 Metern kann nicht mehr genug Methan produziert werden, da nur noch wenige abgestorbene Tier- und Pflanzenreste hinabsinken. Oberhalb von 400 Metern ist  entweder die Temperatur zu hoch oder der Druck zu niedrig.

Über Methanhydrate wird seit einigen Jahren heftig diskutiert. Der eine sieht in ihnen eine neue nahezu unerschöpfliche Energiequelle. Der andere hält sie für eine Gefahr fürs Klima, die unter Kontrolle gebracht werden muss. Laut Prof. Dr. Klaus Wallmann vom Kieler Forschernetzwerk "Ozean der Zukunft" könnten Methanhydrate ungefähr das doppelte an Energie liefern wie alle anderen Lagerstätten fossiler Brennstoffe wie Öl, Kohle und Erdgas. Es wäre also durchaus lukrativ über die Förderung nachzudenken. Das gestaltet sich jedoch als Problem, da sich die Verbindung an der Oberfläche, das heißt unter veränderten Temperatur und Druckverhältnissen, schnell auflöst und sich als Gas verflüchtigt. Hieraus resultiert das nächste und weitaus größeren Problem: Methan ist ein starkes Treibhausgas. Dieter Lohmann vom Wissensmagazin Spektrum beschreibt, dass ein Methanmolekül genauso stark zur Erwärmung der Atmosphäre beiträgt wie 21 CO2 Moleküle. Auch seine Verbrennung würde dem Klima schaden, da hierbei CO2 frei wird. Hinzu kommt das Problem, dass Methanhydrate nicht nur auf dem Meeresboden vorkommen, sonder auch in dessen Sediment eingelagert sind, wo sie einen stabilisierenden Effekt haben. Fiele dieser durch eine plötzliche Destabilisierung des Hydrats weg, könnte es zu unterseeischen Erdrutschen kommen, was zum einen starke Beschädigungen der Ökosysteme nach sich ziehen würde und zum anderen Tsunamis an der Wasseroberfläche auslösen könnte.

Abgesehen von der Diskussion ob es möglich oder vernünftig wäre, das Methan aus ökonomischen Beweggründen abzubauen, besteht die Gefahr, dass die Hydrate durch die Erwärmung der Atmosphäre bereits instabil werden. Die Wassermassen der Ozeane reagieren zwar sehr träge auf eine Erwärmung der Luft, weshalb es lange dauert, bis es in zirka 1.000 Metern Tiefe zu einer Temperaturveränderung kommt, die sich auf die Hydrate auswirkt. Doch vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit sollte dieser Prozess nicht ignoriert werden. Auch die Hydrate in den oberen Schichten der Permafrostböden der Arktis und Antarktis sind immer längeren Perioden ausgesetzt in denen der Boden auftaut. Allerdings lagern auch hier die größten Teile des Methans in großen Tiefen was bedeutet, dass es sehr lange dauert, bis eine Temperaturerhöhung nennenswerte Mengen von Methan freisetzt.

Es wird deutlich, dass viele verschiedene Meinungen einander gegenüberstehen, was zeigt, dass auf diesem Gebiet noch einiges an Forschungsarbeit nötig ist, egal ob sie dazu führt, dass das Methan als Energiequelle nutzbar gemacht werden kann, oder ob Mittel und Wege gefunden werden müssen, um die Atmosphäre und die Bewohner der Erde vor ihm zu schützen. Vielleicht gibt es ja auch eine Entwarnung, doch bis die ausgesprochen wurde ist es sicherlich zu empfehlen, die Erwärmung der Atmosphäre so weit wie möglich zu bremsen, um die Methanhydrate so lange wie möglich stabil an Ort und Stelle zu halten.

Carla Lange

Erstes Osmosekraftwerk nimmt Betrieb auf

Anfang der Woche eröffnete Norwegens Prinzessin Mette Marit in Tofte am Oslofjord den ersten Prototypen eines Osmosekraftwerks. Betreiber der Anlage ist der staatliche Energieversorger Statkraft, Norwegens größter Stromkonzern. Das Kraftwerk erzeugt zurzeit zwar nur so viel Strom, wie zum Betreiben einer Herdplatte nötig ist. Doch das weltweite Potential dieser innovativen Technik liegt nach Herstellerangaben bei einer Leistung von 1.600 bis 1.700 Terawattstunden (TWh), womit etwa halb Europa mit Strom versorgt werden könnte.

Das Prinzip der Anlage ist relativ simpel und in der Natur weit verbreitet. Das Unternehmen macht sich das physikalisches Gesetz, nachdem, vereinfacht ausgedrückt, flüssige Lösungen einen Konzentrationsausgleich anstreben, zu Nutze. Werden in einem Behälter Süß- und Salzwasser durch eine Membran, die nur Wasser, nicht jedoch das Salz durch lässt, getrennt, findet ein einseitiger Konzentrationsausgleich statt: Das Süßwasser (niedrige Salzkonzentration) tritt in das Salzwasser über. Folglich steigt auf der Seite mit Salzwasser der Druck. Diesen Vorgang nennt man Osmose. Durch diesen erhöhten Druck wird im Osmosekraftwerk eine Turbine zur Stromerzeugung angetrieben, wie in der Grafik schematisch dargestellt.

In der Natur wird durch diesen Vorgang zum Beispiel bei Pflanzen Wasser von den Wurzeln in die Blätter transportiert.

Dadurch, dass sowohl Salzwasser in den Meeren, als auch Süßwasser in Flüssen praktisch in unbegrenzter Menge verfügbar sind, könnte diese Technik ein Baustein im zukünftigen emissionsfreien Energiemix darstellen. Statkraft plant bis 2015 eine erste kommerziell nutzbare Anlage in Betrieb zu nehmen.

Oliver Hölzinger

Aufgeschäumte Milch im Wald und das stets aufgeladene Handy dabei

Wer kennt das nicht - kaum in der Stadt angekommen, ist der Akku des Handys leer, der mp3-Player gibt schon an der Bushaltestelle die letzten Töne von sich. Mal wieder vergessen, die Akkus aufzuladen. - Das Handy während eines Spaziergangs durch die Stadt aufladen, statt zu Hause an der Steckdose zu lassen, oder die Milch bei einer Kanutour fernab der Zivilisation aufschäumen - das können die Geräte von Solarc. Die Berliner Firma entwickelt kreativ und innovativ Alltagsgegenstände, die ausschließlich mit Solar betrieben werden.

Bekannt wurde das Unternehmen durch den Solarmixer SoLait100, dem einzigen solarbetriebenen Küchengerät der Welt, welches seit 1998 vertrieben wird. Der Mixer verfügt über ein Solarmodul, über das er an einem sonnigen Fenster aufgeladen werden kann. Die so gewonnene elektrische Energie wird in einem Akku im Gerät gespeichert und kann zum Quirlen genutzt werden. 15 Sekunden werden zum Aufschäumen von Milch benötigt, voll geladen reicht der Akku für 100-mal Milch aufschäumen, bis er wieder an einem sonnigen Fenster geladen werden muss. Das dauert bei voller Sonneneinstrahlung etwa zehn Stunden. Und in der dunklen Jahreszeit? Bei täglichem einmaligem Gebrauch des Gerätes ist die beim Kauf gespeicherte Energie für 15 bis 20 Minuten Laufzeit nach zwei Monaten verquirlt. Da die Sonneneinstrahlung im Winter zur Nachladung eventuell nicht ausreicht, empfiehlt die Firma Solarc das Aufladen unter einer Schreibtischlampe oder bietet ein Ladegerät, das über die Steckdose läuft, an.

Und  wer statt aufgeschäumter Milch stets geladene Geräte wie Handy oder mp3-Player bevorzugt und das Aufladen zu Hause oft vergisst oder viel unterwegs ist, für den bietet die Produktpalette die Solartasche. Diese Umhängetasche verfügt über ein Solarmodul auf dem Taschendeckel. Über einen in der Tasche integrierten Akku kann die Sonnenenergie gespeichert und zum Aufladen diverser Geräte wieder abgegeben werden. Dazu ist eine Vielzahl von Adaptern erhältlich. Leistung und Spannung werden individuell und optimal dem Endgerät angepasst. Ein Handy kann so in zwei bis drei Stunden geladen werden, bei vollem Akku, der in die Tasche integriert ist, können sogar zwei Mobiltelefone gleichzeitig geladen werden. Mit dieser Tasche entfällt das lästige Überprüfen vor dem aus dem Haus gehen, ob der Ladezustand von Handy und mp3-Spieler noch ausreicht.

Und auf der Kanutour? Da packt man am besten den Milchaufschäumer neben die Solartasche und lädt mit dieser das GPS, während man über die Seen gleitet. So ist der Lagerplatz schnell gefunden und es bleibt genug Zeit, in Ruhe die Milch aufzuschäumen.

Judith Kronberg

Sustainability to the power of three

Am Sonntag beginnt mit dem ersten Advent die besinnliche Vorweihnachtszeit, für die sich die Nachhaltigkeitsportale fairix.de, oecommunity.de und convireo.com etwas Besonderes ausgedacht haben. Bis zum 24. Dezember wollen sie gemeinsam 300 Websites klimaneutral machen und damit verbunden den Start verschiedener Kleinstunternehmen in wirtschaftlich armen Regionen Afrikas und Asiens unterstützen.

Mitmachen kann jeder, der eine eigene Website betreibt - vom Firmenportal, über die Online-Zeitschrift, bis hin zum Blog. Und so geht's: unter http://www.co2neutralwebsite.com/Registration anmelden und einfach #w3co2 als Vermittler angeben.

co2neutralwebsite ist eine dänische Initiative, die im Mai 2009 gegründet wurde, um CO2-Emissionen, die durch die Benutzung von Internet und IT entstehen, auf freiwilliger Basis zu neutralisieren. Dabei verfolgt sie einen ganzheitlichen Ansatz: In die Berechnung des CO2-Ausstoßes werden nicht nur der Energieverbrauch der eigenen Website mit einbezogen, sondern auch der Stromverbrauch der Besucher für die Dauer ihres Besuchs. Zum Ausgleich werden CO2-Emissionsberechtigungen im Rahmen des EU-Emissionshandels erworben. Die Initiative wird von der dänischen Regierung im Rahmen des Klimagipfels in Kopenhagen gefördert.

Die monatliche Ausgleichszahlung liegt zwischen 19 Euro für Websites mit einem Seitenzugriff von bis zu 10.000 pro Monat und 69 Euro für Seiten mit einem Seitenzugriff zwischen 100.000 und 500.000 pro Monat. Die Bezahlung erfolgt jährlich, sodass beispielsweise für Websites mit monatlich bis zu 10.000 Seitenzugriffen einmal im Jahr 228 Euro entrichtet werden müssen.

Für die ersten 300 Nutzer, die sich bis Heiligabend anmelden und als Vermittler #w3co2angeben, spendet w3co2 (alias fairix.de, oecommunity und convireo.com) jeweils ein Start-Up-Paket von OxfamUnverpackt für Kleinstunternehmer zum Beispiel in Simbabwe oder Bangladesch.

Die Aktion ist außerdem mit einem Gewinnspiel verbunden. Wer seine Seite co2-neutralisiert, einen Hinweis über Email weiterleitet (und Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ins CC setzt) oder auf Facebook oder Twitter darüber berichtet, hat die Chance, ein echtes Windrad zu gewinnen.

Klimaneutrale Website, Start-Up-Hilfe für Kleinstunternehmer und erneuerbare Energie - das ist doch mal Nachhaltigkeit to the power of three :-)

Corinna Lang

Energieeffizienzpreis für vorbildliche Unternehmen

Zum vierten Mal schreibt die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) im Rahmen der Initiative EnergieEffizienz und in Kooperation mit der Deutschen Messe und der DZ Bank den internatonalen Energieeffizienzpreis „Energy Efficiency Award" aus. Ausgezeichnet werden Unternehmen, die beispielgebende Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz umgesetzt und damit den Energieverbrauch erheblich reduziert haben.

Noch bis zum 7. Februar 2010 können sich Unternehmen aus Industrie und Gewerbe, insbesondere auch klein- und mittelständische Unternehmen, für den Award bewerben.

Die Preisträger werden am 20. April 2010 im Rahmen des „World Energy Dialogue" auf der Hannover Messe präsentiert. 15.000 Euro warten auf den Gewinner des ersten Platzes. Der zweite Platz ist mit 10.000 und der dritte mit 5.000 Euro dotiert.

Eine fachkundige Jury mit unabhängigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Fachmedien wählt die Preisträger nach den Kriterien

    • Energieeinsparung
    • Umwelteffekte, insbesondere Klimaschutzrelevenz
    • Wirtschaftlichkeit
    • Übertragbarkeit auf andere Unternehmen
    • Innovationsgrad


aus und begründet ihre Entscheidung in einer schriftlichen Darstellung.

Nähere Informationen und Teilnahmeunterlagen finden Sie hier.

Corinna Lang

As Copenhagen talks near - what are the prospects for success?

For months, hopes that a climate treaty would be signed at the upcoming Copenhagen conference have been raised, then dashed, then raised again. Now, with prospects waning that a binding accord on reducing greenhouse gas emissions can be reached this year, ten environmental leaders and climate experts outline for Yale Environment 360 what they believe can still be accomplished at Copenhagen.

Reposted with permission from Yale360.

No one said Copenhagen was going to be easy. After all, at its heart, the climate summit is about persuading nearly 200 nations to use drastically less of the fossil fuels that power the global economy. But over the past year, particularly after the election of Barack Obama as president of the United States, hopes ran high that reaching a legally binding climate agreement in Copenhagen was possible.

Now, with climate legislation still pending before the U.S. Congress and major developing nations reluctant to agree to CO2 reductions while the world’s greatest cumulative emitter of greenhouse gases — the United States — makes no binding commitments, prospects for success in Copenhagen have dimmed.

Still, environmental leaders tell Yale Environment 360 that much can still be accomplished in Copenhagen to smooth the way for a binding climate treaty in 2010. Above all, most of them say, the world’s industrialized nations must lead the way by setting targets for significant reductions in CO2 emissions and by committing funds to help the world’s developing nations adapt to global warming and invest in renewable energy technologies.

These experts said that much hinges on the United States, and several expressed disappointment with the Obama administration and Congress for failing to set tough emissions reductions targets. Said Michael Brune, executive director of the Rainforest Action Network, “When did ‘Yes We Can!’ change to, ‘No, sorry, we couldn’t possibly.’”

Many of the environmentalists said the Copenhagen conference may ultimately be seen as a crucial step to a climate accord next year. As Fred Krupp, president of the Environmental Defense Fund, said, “The atmosphere doesn’t care about signing ceremonies. Whether we celebrate a success in 2010 or 2009, what matters is that what we celebrate is indeed a success.”

Here are their responses:

Eileen Claussen, President, The Pew Center on Global Climate Change

Two years ago in Bali, climate negotiators set an extremely ambitious goal for Copenhagen that quickly came to be viewed as a deadline for achieving a new, ratifiable global climate agreement. Striking such a deal is certainly in line with what the science says is urgently needed. But political realities, not the science, dominate global climate negotiations.

And the political reality is that many of the major players are not yet ready to sign a binding deal. Many — including the United States, China, and India — are making encouraging progress domestically. Yet there remain wide differences among parties on many of the core issues — the nature of the parties’ commitments, how they will be verified, how to generate new public and private financing, etc. So the objective in Copenhagen must be a strong interim agreement that captures what progress has been achieved and creates fresh momentum toward a full and final deal.

Two major components involve carbon cuts and money. On emissions, a probable Copenhagen deal includes pledges from developed countries to meet reduction targets and pledges from major developing countries (e.g. China, India, Brazil) to meet other mitigation actions, such as carbon intensity goals. On finance, developed countries would pledge near-term funding to help developing countries adapt to climate change and develop low-carbon strategies. It’s also imperative that Copenhagen produce a clear deadline for concluding a final legal agreement, with the December 2010 Mexico City climate summit providing a reasonable timeframe.

A Copenhagen deal should also go as far as possible in outlining the architecture of a legally binding treaty. This includes the nature of commitments for developed and major developing countries, how to verify that countries are complying with their commitments, and new financial mechanisms.

Achieving strong national pledges of action and making available some quick-start money to address immediate climate-related needs for developing countries will represent genuine progress and will help bridge the gap between developed and major developing countries. But to be a true success, Copenhagen must be a springboard toward a legally binding agreement in 2010.

Michael Brune, Executive Director, Rainforest Action Network

When did “Yes We Can!” change to “No, sorry, we couldn’t possibly…?”

At Rainforest Action Network, we believe that climate policy must pass a simple litmus test: Will the policy reduce emissions quickly and deeply enough to keep the world well below 2 degrees C of warming, the level that scientists tell us is key for avoiding dangerous climate change?

Unfortunately, the United States is putting forward a much lower bar in the UN negotiations: Global ambitions must match what’s “politically possible” in the United States. In practice, this means accepting 4 percent U.S. reductions below 1990 levels as called for in emerging Congressional climate legislation — despite the fact that scientists, and many other countries, are calling for 40 percent reductions in emissions from 1990 levels by 2020.

This low level of ambition has a direct link to the outsized influence of the U.S. fossil fuel lobby, notably the coal industry. Somewhere along the line, U.S. legislation intended to reduce the massive amounts of carbon we emit into the atmosphere turned into protections and huge giveaways for coal — one of the dirtiest fossil fuels and a leading U.S. contributor to global warming. It’s no wonder the rest of the world is becoming increasingly frustrated.

The science is clear. To solve climate change, we have to drastically reduce emissions, both from fossil fuels and from rainforest destruction. If the U.S. took leadership, pledged serious emissions reductions and put money on the table for developing countries to adapt to and mitigate the worst effects of climate change, ideas of what’s politically possible at Copenhagen would suddenly change.

The fate of the climate treaty is currently being held hostage to narrow U.S. demands. The U.S. can and should be a leader in the Copenhagen process. Instead of focusing on what we can’t do, it’s time for the Obama Administration to focus on what we must do.

Changhua Wu, Greater China Director, The Climate Group

A mixture of realism and pessimism currently dominates expectations of the Copenhagen climate change negotiations. The excitement generated by the agreements in Bali two years ago has largely dissipated. The global recession and an ongoing lack of trust between the major parties has meant that there are still important areas — not least mitigation and financing — where significant disagreements remain.

For developing countries, the lack of trust stems from the fact that, despite its oft-repeated promises, the industrialized world has done little to reduce its emissions or provide financial and technological support. In fact, the two greatest drivers of emissions reductions in the 20 years since climate negotiations began have not been meaningful climate policies but the collapse of the economies of central and eastern Europe in the 1990s and the more recent economic slowdown. The snail-like progress of domestic climate policy in the U.S., commitments by industrialized countries that fall short of the scientific imperative, and perceived reluctance to provide predictable long-term funding to developing countries only add to this distrust.

Industrialized countries recognize — albeit reluctantly in some cases — that their historical responsibility, greater per capita emissions, and economic capacity mean they must take the lead with deep emissions cuts. Still, developed countries argue that, without meaningful efforts by developing countries to slow and then cut their emissions, their own actions will be swamped by growth elsewhere. This is exacerbated by fears — often unfounded or exaggerated, but politically powerful nonetheless — over loss of competitiveness, jobs, and growth.

The sad thing about all of this, of course, is that, while countries try to pass the buck for action to each other, Copenhagen represents a golden opportunity to kick-start a new era of robust, sustainable, and low-carbon economic growth. There is plenty of research that shows how action to cut emissions can increase both GDP and employment. And it is clear that many developing countries have outdone their wealthier counterparts in understanding this: China, India, Brazil, South Africa, and Mexico, among others, have all committed to following a lower-carbon path, without waiting for a global agreement.

While the fully fledged, legally binding treaty that many had looked for now appears out of reach in 2009, a strong political agreement that lays strong foundations, sets a firm deadline for completing the details in early 2010, and sends a clear signal to business and the public is still possible and should not be missed. If industrialized countries are prepared to show the leadership that has hitherto been lacking, China and others from the developing world will surely follow suit.

Daniel Esty, Hillhouse Professor of Environmental Law and Policy, Yale University

Maurice Strong, the Canadian environmental champion and Secretary General of the 1992 Rio Earth Summit, used to say that when leaders from around the globe gather — as they will in Copenhagen next month — only two outcomes are possible: “success” and real success. Unfortunately, the December climate change negotiations look likely to be a mere “success,” and a modest one at that, largely because the United States is not in a position to lead.

Real progress toward a “beyond-Kyoto” international agreement cannot occur unless and until the United States develops a domestic greenhouse gas emissions control strategy. But Congressional approval of a U.S. climate change action plan depends on movement toward a more universal global emissions reduction program. No U.S. climate change legislation will ever be approved unless it is clear that major developing countries, most notably China and India, will take on mandatory emissions controls. And China and India will not commit to any such thing unless the United States has undertaken substantial obligations — not just to reduce U.S. emissions, but also to help the developing world meet the costs of emissions control efforts. Thus, the domestic political dialogue and the international negotiations must advance not just in parallel but in tandem.

Internationally, the key to progress is revitalization of the principle of “common but differentiated responsibility,” on which almost all past successful international environmental policy cooperation has been grounded. The idea of “common” responsibility means that every nation must be part of the solution. “Differentiated” responsibility means that what is expected in terms of policy and resource commitments will vary depending on a nation’s level of development. The United States, Europe, and other wealthy nations will need to make major cuts in greenhouse gas emissions in the coming years while the big emerging economies must agree to reduce the rate of growth in their emissions. For example, China, rather than having its emissions rise 40 to 50 percent in the next decade, might be asked to limit this growth to 20 to 25 percent.

Ultimately, real success on climate change requires U.S. leadership. If the past is any guide, global environmental cooperation depends on the United States not only shouldering its share of the costs of action but also guiding a worldwide policy response. Scientists tell us that the climate clock is ticking. We may have already passed the point where significant damage from global warming is unavoidable. To put it bluntly, the price for lost U.S. leadership at this moment is very high.

Frances Beinecke, President, The Natural Resources Defense Council

I have always viewed the Copenhagen talks as one stop on a long journey. The Singapore decision to adopt the “one agreement, two steps” approach doesn’t change that; it maintains the momentum as we head into the summit.

This new approach will clear the air and prevent finger-pointing about who is lagging behind. Instead, we can use the talks to map out real commitments that will get us to a binding agreement within the year.

Indeed, countries will now be required to solidify their individual pledges to reduce global warming pollution. This in turn could help push the U.S. Senate to pass its climate law, because once developing nations like China and India announce their emission reduction pledges it sends a clear signal that the United States will be alone if it doesn’t act.

The world is asking and still expecting the United States to take a position of leadership. As I explain in my new book, Clean Energy Common Sense, pointing America toward a cleaner, more sustainable energy future will not only generate economic growth here at home, it will also solidify our credibility on the international stage. Climate leadership starts in Washington, and it starts with Congress passing a clean energy and climate law.

In the meantime, Copenhagen has already accomplished something that had yet to be done. I find it hard to believe that such a diverse group of countries would have come forward with so many climate commitments if Copenhagen had not been looming on the horizon.

We must now start looking past that horizon. I believe the talks will result in a series of agreements or building blocks to an international, binding legal framework that must follow Copenhagen. In Beijing, President Obama said he hopes Copenhagen will generate “not a partial accord or a political declaration,” but something stronger and more firmly defined — an accord, he said, that “has immediate operational effect.”

The journey toward solving climate change continues.

Sunita Narain, Director, Center for Science and Environment, India

It seems highly unlikely that the world will embrace an ambitious, legally binding agreement at Copenhagen, one that would set ambitious emissions reduction targets for industrialized countries and allocate the funds and technology to help developing countries deal with climate change. In recent months, the U.S., Australia, and other countries have suggested moving away from the Kyoto Protocol, which sets binding emissions targets for industrialized countries, and instead have proposed an unacceptable alternative: that no distinction be made between developed and developing countries, and that all countries agree to meet non-binding emissions targets set by their own governments and legislatures.

For any climate treaty to be meaningful, it must distinguish between industrialized and developing countries. Take the U.S., which sadly still remains a climate renegade, even under its Nobel Peace Prize-winning president. This single country is responsible for 30 percent of the accumulated global stock of CO2 emissions in the atmosphere. Currently, the U.S., with 5 percent of the world’s people, is responsible for 18 percent of annual global emissions. Yet legislation before the U.S. Congress would only cut the country’s greenhouse gas emissions a few percent below 1990 levels by 2020 — this at a time when a global consensus has emerged that in order to avert a 2 degrees C rise in temperature, industrialized countries need to slash CO2 emissions at least 40 percent below 1990 levels by 2020. Such anemic commitments by the U.S. are criminal when you think of the impact of climate change on the world’s poor.

An agreement containing mere pledges by industrialized nations that they will comply with emissions targets set domestically is unacceptable. Any worthy agreement must make a clear distinction between historical polluters — those who are required to take action first because of their many decades of high emissions — and the rest of the world. An accord that does not address this fundamental disparity raises the issue of whether a bad deal in Copenhagen would be worse than no deal at all.

Fred Krupp, President, The Environmental Defense Fund

With the clock running down on hopes of reaching a binding legal agreement on global greenhouse gas reductions in Copenhagen, nations are refocusing on a political agreement that can extend the momentum and lay the foundation for a final deal in the following months. That would be a welcome step forward, but the building blocks must be solid.

First, if we are to win the battle against climate change, we need caps on the total tons global warming pollution of all the major emitting sectors in all the major emitting nations. If some nations aren’t ready today to agree to those caps, there has to be a clear path for getting them there.

Second, each nation has to account for its total global warming pollution. Otherwise we have no mechanism to measure progress toward the environmental goal.

Third, if we are to put all major economies on a level playing field, we need a compliance system that holds nations accountable for meeting their emissions reduction commitments — and strong incentives to uphold them.

My hope is that Copenhagen will produce agreement on these three key building blocks: caps, or pathways to caps, for all major economies; a common accounting system; and a compliance system that holds countries accountable for honoring commitments. Without them, we risk building a foundation that is fundamentally shaky, one that would fail to stop global warming and hamstring our efforts to do so.

If we lack time to build a solid foundation in Copenhagen, we would be wise to refocus on what we can do to extend the momentum into next year when we can put the right building blocks in place. The atmosphere doesn’t care about signing ceremonies. Whether we celebrate success in 2010 or 2009, what matters is that what we celebrate is indeed a success.

Angela Anderson, Program Director, U.S. Climate Action Network

What’s important to understand as the Copenhagen conference approaches is that the majority of the hard work of cooling the planet and heating up the global economy is well under way. Two years ago, delegates met in Bali to construct the basic architecture of a new climate treaty. They agreed to build a five-story treaty, the results of which are clearly visible. The dimensions of the technological changes necessary to completely alter how the world powers itself have come into clearer focus. The science of climate change is irrefutable. The costs of making the transition to a new epoch have been calculated. And there is general agreement that the wealthy nations that burned all that carbon-rich fuel have financial responsibilities to poorer countries that want to get cleaner and economically greener. Still, the limits that developed countries are willing to put on the carbon pollution that causes climate change are not sufficient.

Several large barriers to completing the treaty remain, including crucial commitments from the United States to limit carbon emissions and contribute financially to the clean energy economic transition. The question of how much of the remaining work will be finished in Copenhagen can now be answered: Almost all of it.

During the U.S.-China summit in Beijing, President Obama said, “Our aim is not a partial accord or a political declaration, but rather an accord that covers all of the issues in the negotiations, and one that has immediate operational effect.”

Just as in Stockholm in 1972, when global leaders first met to limit the harm caused by industrial pollution, and again in Rio in 1992 and in Kyoto in 1997, the UN conference in Copenhagen is a rare, turning-point moment for the world to carefully consider the ties between the environment and the economy, and act to solve the dire consequences of burning fossil fuels. The United States and 191 other nations have the chance to leave Copenhagen with a comprehensive, ambitious, and fair international agreement to solve climate change. Tens of thousands of citizens from around the world will be witness to their actions and will provide powerful testimonies back home about the success or failure of this moment.

Susanne Dröege, Senior Researcher, German Institute for International and Security Affairs (Head of Global Issues Division)

The parties at the Copenhagen conference have a whole range of issues on which agreement still could be reached — even without forging a legally binding contract. The focus of efforts clearly should be the commitment by industrialized countries to significantly reduce emissions. Only then can the major bottleneck be passed, which is based on developing countries’ demands that the historical emitters should move first. This needs to be part of a so-called political agreement.

The major trigger for making a political agreement work, though, is the “shaming game,” as there is currently a lack of consequences and sanctions for countries that fail to meet future emissions reduction targets. In order for international pressure to be brought to bear on major emitting nations, the political agreement needs to be accomplished with a high degree of public attention to what is being announced by world leaders. This applies also to the second big issue: financial commitments by the industrialized countries to help developing nations adapt to climate change and adopt renewable energy technologies. Because of the financial and economic crisis, industrialized nations have been reluctant to commit such funds. But the long-term challenges of helping poorer countries bear the burden of climate change demand early and strong commitments by industrialized countries.

Either way, since a potential new agreement hinges on domestic decisions made in the U.S., industrialized countries will have to support the U.S. in bringing their climate bill through the Senate. In particular, the EU’s experiences with emissions trading could help to further illustrate where gains and losses occur in individual sectors. More leverage could be created also by illustrating implications from climate change for U.S. national security. As emission reductions under the U.S. climate bill are too low by any standards for global climate protection, further encouragement of U.S. engagement is needed. This could be achieved by embedding climate policy in foreign relations, i.e., speeding up cooperation on clean energy.

Developing countries should also be ready to consider the benefits from a global arrangement. This includes the potential sale of carbon credits, or hosting future foreign participation in low-carbon investments, yielding huge mutual benefits. Moreover, a wider differentiation of the positions of developing countries is overdue, such as the distinction between major emerging nations — including China and India — from poorer developing nations. This would help encourage the application of common but differentiated responsibilities.

Chet Tchozewski, President, Global Greengrants Fund

It is important to recognize that the most troubling conundrum for climate negotiators and development economists is the fact that the only thing that has successfully limited greenhouse gas emissions is the global recession, which has reduced global carbon emissions — mostly in industrialized nations — by about three gigatons of atmospheric carbon. The Kyoto Protocol didn’t do that. Carbon trading didn’t do that. Mass consumption behavior did that.

Unfortunately, the “momentum of the status quo,” the nagging failure of the 1997 Kyoto Protocol, and the lack of political will continues to drive down expectation for success in Copenhagen. Nevertheless a lot has changed in the world since Kyoto, including the rise of political sophistication and economic power in the so-called BRIC countries — Brazil, Russia, India, and China. The nascent but growing influence of civil society in these rapidly developing countries could become the determining factor following Copenhagen, enabling the global grassroots environmental movement to force markets and governments to conform to emerging social norms to develop a new and equitable low-carbon economy globally.

One of the advances that must be made at Copenhagen — regardless of whether a global deal is reached — is the strengthening of a robust global advocacy network capable of fostering fundamental social change, as well as helping local communities adapt to global warming and make the transition to a low-carbon economy. To do this, organized philanthropy in the rich countries of the U.S. and the EU must realign resources to provide greater aid to grassroots groups in developing countries, where small grants can do the most good.

One goal of the Copenhagen conference is to establish sound mechanisms to advance so-called REDD programs — Reducing Emissions from Deforestation and Degradation. Under these REDD schemes, which pay communities and governments not to fell tropical forests for timber and agriculture, local forest communities must participate in decisions that affect their lands and their lives. One of the goals of our group, Global Greengrants Fund, in Copenhagen is to insure that the evolving REDD policies and financing include adequate consideration of the needs of the local communities in the Amazon basin, the Congo basin, and Indonesia that may be unwittingly adversely impacted by REDD programs.

CCS - der Klotz am Bein

Eine tolle Idee, die die Entwickler der CCS-Technologie (Carbon Dioxide Capture and Storage) da hatten, um die Attraktivität von Kohlekraftwerken zu erhöhen. Kohle, der einzig relevante Brennstoff fossiler Art für Deutschland, gehört zum Klimakiller Nummer eins, doch ohne CCS gibt es keine Perspektive für die schmutzige Kohle. Dann muss bei der Kohleverstromung eben das Kohlendioxid, was im Kraftwerksprozess entsteht aufgefangen werden, anstatt es in die Umwelt zu entlassen und schon ist das Problem gelöst.

So einfach, wie es klingt, ist es um die CCS-Technologie allerdings nicht bestellt, denn ganz CO2-frei ist der Betrieb von Kohlekraftwerken auch hiermit nicht. Immerhin werden große Teile des Kohlendioxids abgeschieden, rund 30 Prozent gelangen aber dennoch in die Atmosphäre. Nutzbar ist die Technologie sicherlich, doch auch hier gibt es ein weiteres Manko. Nach heutigem Stand der Technik führt der Wirkungsgradverlust am Kraftwerk und dem daraus resultierenden Effizienzverlust zu einem erhöhten Verbrauch der ohnehin schon knappen Ressourcen. Ganz nebenbei bemerkt erhöht das auch noch die Kosten und stellt die Effektivität von Strom aus Kohlekraftwerken zusätzlich in Frage.

Die wohl größte Problematik liegt jedoch in der Endlagerung des aufgefangenen Klimagases. Das abgeschiedene CO2 aus Kohlekraftwerken soll transportiert und unterirdisch Endgelagert werden. Langzeitstudien für die dauerhafte Versenkung von Kohlendioxid, beispielsweise in salzwasserführenden unterirdischen Erdschichten, gibt es nicht. Kein Mensch weiß, wie es um die Dichtigkeit der Erdschichten bestellt ist und ob das massenhaft gelagerte Klimagas nicht im Laufe der Jahrzehnte wieder in die die Atmosphäre entweicht.

An diese Problematik trauen sich selbst die Politiker nicht so recht heran. Kurz vor der Sommerpause sollte das CCS-Gesetz nach den vorliegenden Entwürfen noch verabschiedet werden, scheiterte dann allerdings am Widerstand der Union, deren Sinneswandel wohl durch zahlreiches massives Bürgerbegehren ausgelöst wurde. Mit diesem Klotz am Bein wollte sich freilich so kurz vor den Bundestagswahlen keine Partei mehr belasten und so liegt das Gesetz noch immer auf Eis. Einzig das Miteinbeziehen der einzelnen Länder in die Versenkung von Kohlendioxid auf ihrem Territorium wurde vorgesehen, ihnen soll also die Möglichkeit eingeräumt werden, eine Endlagerung auf ihrem Gebiet zu verweigern. Welcher Politiker da wohl „nein" sagen wird? Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzek zumindest nicht, er hat kein Problem mit der Speicherung im eigenen Bundesland, was die schon seit über einem Jahr im Betrieb stehende Pilotanlage "Schwarze Pumpe" in der Lausitz zeigt.

Judith Schomaker

The pursuit of new ways to boost solar development

The solar power boom in Germany, Spain, and parts of the United States has been fueled by government subsidies. But now some U.S. states — led by New Jersey, of all places — are pioneering a different approach: issuing tradable credits that can be sold on the open market. So far, the results have been promising. by jon r. luoma, reposted with permission from e360.

California is the number one U.S. state for solar power generation — not a surprise. The country’s most populous state, with an inclination for progressive environmental policies also happens to enjoy sun in abundance.

What state might be number two? Surely some other large southerly state. Arizona? Maybe sunshine-state Florida?

Not even close. Number two for solar electric power, and number one in total solar installations on a per capita basis, is small and not-so-sunny New Jersey, more known environment-wise for its abundance of Superfund sites. What’s perhaps most remarkable is how quickly the state got to the runner-up spot, from six solar installations only seven years ago to 4,340 today. Even in the throes of the recession, solar installers (120 of them today, versus two at the turn of the millennium) are reporting booming business.

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Erschreckender Anstieg der atmosphärischen CO2-Konzentration

Wie schön wäre es, wenn die Klimawissenschaftler Unrecht hätten, und sie sich nur etwas zusammenreimen würden, um bekannt zu werden. Aber leider haben sie doch recht.

Je beunruhigender der fortschreitende Klimwandel wird, umso angenehmer ist die Vorstellung, dass die Modelle der Klimawissenschaftler falsch sind. Tatsächlich hat in den letzten Jahren die Besorgnis um einen katastrophalen Klimawandel nachgelassen. Dabei werden alle möglichen und unmöglichen Argumente angeführt, warum die Wissenschaftler Unrecht haben, neuerdings auch durch Miss-Interpretationen von emails, die von Hackern gefunden wurden (siehe dazu auch einen Artikel des Yale forum on climate change and the media)

Dabei liegt die Grundlage ganz klar auf der Hand: CO2 ist ein Treibhausgas. Je mehr CO2 in die Atmosphäre emittiert wird, desto wärmer wird es auf unserem Planeten. Das ist ein physikalisches Gesetz.

Die einzige Möglichkeit, eine globale Erderwärmung von mehr als zwei Grad Celsius (und dadurch das Überschreiten von Kipp-Punkten) zu verhindern, ist daher, unsere CO2-Emissionen stark zu reduzieren. Und dies muss innerhalb von wenigen Jahrzehnten geschehen, so dass bis 2050 die globalen Emissionen um 95 Prozent gesunken sind.

Wie sieht es nun mit den CO2-Emissionen im Moment aus? Die ganze Welt redet ja über die Notwendigkeit, Emissionen zu reduzieren. Wir sollten also doch langsam Fortschritte gemacht haben und Resultate sehen, oder?

Leider nicht. Eine Studie die vor kurzem im Journal "Environmental Research Letters" veröffentlicht wurde, zeigt erschreckende Ergebnisse:

Die CO2-Emissionen sind seit 1990 um 40 Prozent angestiegen. Selbst die Finanzkrise hat den Anstieg nicht aufgehalten. Zwar hat sich der Anstieg der Emissionen von  3,7 Prozent (zwischen 2003 bis 2007) auf 2,2 Prozent im Jahr 2008 verringert. Ein solcher Anstieg ist aber auch noch untragbar.

Wodurch wird dieser Anstieg verursacht? Wie der amerikanische Klimawissenschaft Dr. James Hansen schon seit Jahren deutlich macht: unser Haupt-Problem ist Kohle. Kohleverbrennung ist in den letzten Jahren so stark angestiegen, dass die meisten CO2-Emissionen heutzutage davon stammen.

Eindeutig gibtes keinen Grund, den Warnungen der Klimawissenschaftlern nicht zu vertrauen. Leider.

Maiken Winter

Quelle: ScienceDaily

Dünnes Eis

Stellen Sie sich vor, Sie stehen mit Ihren Kindern an einem gefrorenen See und wollen auf die andere Seite. Am Ufer stehen zwei Experten für Eisdynamik, welche Sie danach fragen, wie sicher eine Überquerung des gefrorenen Sees ist:

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Update für die Feuerwehr

Die Fortschritte und die Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien freut (fast) jedermann. Arbeitsplätze werden geschaffen, die Umwelt wird geschont und über kurz oder lang werden auch die Preise für die so gewonnene Energie sinken. Allerdings haben auch die erneuerbaren Energien Gegner, die den ambitionierten Anwendern ebendiese gerne ein wenig madig machen. Im Visier sind immer wieder Windkraft- oder Biogasanlagen. Aktionen nach dem Motto: „Stoppt die Verspargelung“ oder „Biogas? Nein danke!“ sind, zumindest hierzulande, eine gängige Methode, um die Errichtung neuer Anlagen hinauszuzögern oder gar zu stoppen.

Anders sieht es bei den Photovoltaikanlagen aus. Hier wird zwar in punkto Kosteneffizienz mehr als genug genörgelt, schließlich liegen wir in Deutschland an der Spitze des Photovoltaik-Absatzmarktes, obwohl bei uns die Sonne eher spärlich scheint. Doch was die Verträglichkeit mit Mensch und Natur angeht, so gibt es nur wenige Kritiker. Wobei der aufkeimende Unmut noch zwischen den Freiflächenanlagen und den fassaden- oder dachintegrierten Anlagen unterschieden werden muss. Wo Freiflächenanlagen deutlich öfter „niedergemacht“ werden, da sie den Grünpflanzen, die das Pech haben unter den riesigen Kollektoren zu wachsen schlicht und einfach das Licht wegnehmen, findet sich bei den Dachanlagen relativ wenig zum Mäkeln.

Einzig und allein die Feuerwehr dürfte sich mit der wachsenden Zahl an gigantischen Sonnenfängern auf deutschen Dächern nicht so recht anfreunden. Bergen diese doch enorme Risiken für die Einsatzkräfte, wenn das schmucke Einfamilienhaus mit der noch schmuckeren solaren Dacheindeckung einmal Feuer fangen sollte. Wer unter den mutigen Feuerwehrleuten jetzt überschnell zum Wasserschlauch greift, der kann seinen Eifer ganz schnell mit dem Leben bezahlen. Wenig problematisch ist das bei Anlagentypen, die lediglich das Wasser zur Heizungsunterstützung erwärmen, nach dem Abklemmen fließt kein Strom mehr. Ein weitaus größeres Risiko stellen Anlagen dar, die die Sonnenenergie direkt in elektrische Energie umwandeln, in ihnen fließen Spannungen bis zu 900 Volt, auch nach dem Abschalten der Anlage.

Es gibt keine einheitlichen Richtlinien, wie Photovoltaikanlagen aufgebaut, beziehungsweise geschaltet werden müssen - das obliegt jedem Installateur, beziehungsweise Modulhersteller selber. Genau das ist es, was zu der großen Problematik bei Brandfällen führt, in die Photovoltaikanlagen involviert sind. Einzelne Module sind mit Kabeln und Steckern untereinander verbunden, einen Unterbrecher zu finden ist mitunter ziemliche Glückssache. Die Module lassen sich nicht abschalten und produzieren fleißig weiter Strom, das ändert auch der DC Schalter (Gleichstrom-Freischaltstelle) vor dem Wechselrichter nicht, der für neuere Anlagen vorgeschrieben ist. Ein Eindecken mit Lösch-Schaum scheidet ebenfalls aus, zu glatt die Oberfläche, schließlich soll der Regen ja den Dreck von den Modulen spülen können, leider nicht nur den! Und zu welcher Art die brennende Anlage nun angehört, steht ihr schließlich auch nicht vor die Stirn geschrieben und macht die Löscharbeiten zum riskanten Spiel mit dem Feuer – oder in diesem Fall mit der Spannung.

Bei den Feuerwehren ist daher ein gezieltes „Update“ von Nöten, um im Ernstfall nicht in die Spannungsfalle zu tappen. Zwar gibt es diverse Merkblätter für die Feuerwehren bei Einsätzen an Photovoltaikanlagen, doch ob diese bei sämtlichen Feuerwehren umgesetzt werden, wagen selbst alte „Löschhasen“ zu bezweifeln. Es wird wohl noch einige Zeit ins Land gehen, bis auch die Löschtrupps in den abgelegensten Gemeinden mit dem Umgang brennender Photovoltaikanlagen hinreichend vertraut sind. Wer will schon gerne, dass sein Lebenstraum vom eigenen Häuschen in Schutt und Asche endet, nur, weil die Feuerwehr nicht weiß, wie sie mit geringstem Risiko für sich selber löschen soll?

Judith Schomaker

Perspektiven in der Photovoltaik

Der fünfte Technologietag Mitteldeutschland 2009 setzte sich am 3. November in Berlin mit dem Thema „Photovoltaik - Herausforderung und Perspektive" auseinander. Ziel war dabei, die besondere Bedeutung der Photovoltaikindustrie zu unterstreichen und auch die gute Hochschul- und Forschungslandschaft weiter auszubauen.

Die 135 Teilnehmenden setzen sich zusammen aus Vertretern von sechs Netzwerken - wie beispielsweise dem Solarvalley Mitteldeutschland -, 50 Unternehmen, Politik und Wissenschaft.

Als erster Tagungspunkt referiert Herr Schmid von der Citybank über „capital markets perspective". Lag die Wachstumsrate für die Photovoltaikindustrie 2008 noch bei 111 Prozent, so könnte sie 2009 sogar negativ ausfallen. Der deutsche Markt erholt sich wohl wieder etwas, aber der Einbruch des spanischen Marktes hinterlässt Spuren in den Auftragsbüchern der Unternehmen. Nicht nur hier zegt sich, wie stark internationalisiert die Photovoltaikbranche ist. Ausdrücke wie „scaling-Erhöhung" statt Kapazitätsausbau und „stuffing" statt Belegschaft, zeigen, dass sich keiner der Vortragenden mehr verkneifen kann, zumindest einen Anglizismus einzuwerfen.

Es folgt die centrotherm photovoltaics AG, die sich in den letzten 25 Jahren zu einem Anbieter schlüsselfertiger Anlagen entwickelt hat und die eine eigene Produktionskette vom Siliziumreaktor bis zur kristalliner Modulherstellung aufweisen kann. Auch CIGS-Module gehören in ihr Portfolio. 2009 liegt ihr Preis für das gesamte Erzeugungssystem bei vier Euro pro Watt peak, einem Modulwirkungsgrad von 15 Prozent und einem Preis von 0,25 Cent pro Kilowattstunde in Südeuropa. Das Ziel ist dabei, auf einen Systempreis von 2,5 Euro pro Watt peak bei 0,12 Cent pro Kilowattstunde zu kommen. Laut centrotherm ist dieses Ziel sowohl mit kristallinen, wie mit amorphen Modulen möglich. Diese Einschätzung teilen im Verlauf des Tages auch einige andere Rednerinnen und Redner. Generell muss der Wirkungsgrad der kristallinen Module weiter steigen, sowie die Herstellungskosten von Dünnschichtmodulen sinken um Grid Parity zu erreichen.

Aus dem Solarvalley mitteldeutschland hört man noch konkretere Maßnahmen und hier bei fällt zirka 20 Mal das Stichwort „F&E" (Forschung und Entwicklung). Die Kooperation unterstützt die Photovoltaikunternehmen in Mitteldeutschland, die für 65 Prozent aller Unternehmen in Deutschland stehen, mit Geldern für die Forschung und Entwicklung. Sie vertritt die These, dass sich hinter Aussagen wie „China produziert 40 Prozent billiger als Deutschland", ungesagte Wahrheiten verstecken. So fehlen hierbei Angaben über die Produktivität: wie viel Prozent der prozessierten Module landen tatsächlich unversehrt bei den Endkunden? Solarvalley setzt auf Forschung, um die Photovoltaik hier zu Lande zu stärken und verfügt dabei über einen Investitionsrahmen von 160 Millionen Euro. Bis 2011 haben sie sich Meilensteine gesetzt, die nicht zu übersehen sein dürften, wenn sie tatsächlich erreicht werden: 30 Prozent Materialeinsparung, 20 Prozent Wirkungsgrad, 30 Jahre Lebensdauer, 40 Promotionen im Jahr und einige weitere. Herr Kappes berichtet stolz über die 1.411 Arbeitsplätze, die Ende 2009 in der „Solarstadt Frankfurt/Oder" in der Photovoltaikbranche zu finden sind. Der Solarthemenpark, der nicht nur als Austellungsstück, sondern auch als Test und Zertifizierungsgelände dient, wurde als Ort der Ideen benannt.

Schließlich stellt Herr Marsch den Silicon Saxony e.V. vor, der mit über 270 Mitgliedern das Netzwerk der Halbleiterindustrie in Europa darstellt. Sie setzen sich in Arbeitsgemeinschaften mit Themen wie Kostenreduzierung, Recycling und Messtechnik auseinander.

Vor der Pause stellt Herr Dr. Kammradt vom Clean Tech Region Brandenburg seine Arbeit vor und erntet die ersten wirklich kritischen Kommentare: seiner Meinung nach braucht ein zukünftiger Energiemix die „saubere Kohle", das Kohlenstoffdioxidabscheiden. Ein leidenschaftlicher Einspruch kommt vom wohl ältesten Teilnehmer: „Wir sind die Gegner der Kohleenergie!" und danach von der wohl jüngsten Teilnehmerin die Ergänzung: „Die Netzkapazitäten machen eine friedliche Koexistenz unmöglich." Abschweifend vom Photovoltaikthema kann er mit einer spannenden Neuentwicklung aufwarten: Die erste Hybridwindkraftanlage wird gebaut, in die zur Leistungsglättung ein Wasserstoffspeicher integriert ist.

Herr Küster von Conergy weist noch einmal daraufhin, dass für langlebige Module alle Komponenten aufeinander abgestimmt werden müssen. Vor allem bei Ideen wie mehr Steuerung (zum Beispiel das Maximum-Power-Point-Tracking) direkt in die Dose zu installieren, muss auf Langlebigkeit geachtet werden.

Ein interessantes System stellt Frau Wolters von Masdar PV vor. Im Oktober hat diese junge Firma ihre Produktion in Ichtershausen gestartet, die einmal auf 60 Megawatt peak kommen soll und noch Möglichkeiten zur Vervierfachung hat. In Ichtershausen werden Dünnschichtmodule aus amorphem Silizium hergestellt und das in drei verschiedenen Größen. Die Module sind auf rekordreife 5,7 Quadratmeter ausgelegt mit den Kantenmaßen 2,2 Meter und 2,6 Meter. Zurzeit werden die Module aber in Hälften und Viertel zerschnitten, weil für diese großen, 100 Kilogramm schweren Module keine Nachfrage besteht. Die Materialkosten sind für ein solches Viertelmodul aber 16 Prozent größer.

Insgesamt zeigt die Tagung was für ein Segen die Photovoltaikindustrie für die Neuen Bundesländer bedeutet. Die Kooperation hat zu einer Kompetenzdichte im Bereich Photovoltaikproduktion und -forschung geführt, die auch für die nächste Konferenz spannende Neuentwicklungen erwarten lassen.

Ann-Morla Meyer

Comeback einer Legende – der Öko-Trabi soll in Serie gehen

Es begann als ein Marketinggag zum 50. Geburtstag des DDR-Kultautos. Herpa, ein fränkischer Miniaturautohersteller, präsentierte 2007 auf der Internationalen Autoausstellung IAA in Frankfurt einen Miniatur-Jubiläums-Trabi, den „newTrabi". Die Begeisterung der Besucher war riesig. Von 12.000 persönlich befragten Besuchern forderten ganze 94 Prozent die Wiedergeburt des Trabanten.

Daraufhin machte sich Herpa, gemeinsam mit dem Spezialfahrzeugbauer IndiKar Individual Karosseriebau GmbH, dem Glashersteller Polatherm und weiteren Partnern, an die Entwicklung eines Entwurfs des newTrabi Concept Cars.

Das komplette Design wurde von Automobil-Designer Nils Poschwatta entworfen. Dafür gab er sogar seine Arbeitsstelle bei VW auf. Sein Ziel war es den Charme und einmaligen Charakter des Trabanten zu erhalten und dabei doch modern zu bleiben.

Am 17. September 2009 war es dann soweit: Das Konsortium präsentierte auf der IAA den 2,2 Millionen teuren Prototyp des „Trabant nT", die ersten begeisterten Zuschauer durften sogar schon Probesitzen.

Ein IndiKar Sprecher verspricht: „Er wird simpel, er wird leicht und er wird einfach zu warten sein." Eigentlich als Stadtauto entworfen, soll er aber auch groß genug für Dienstleister wie Handwerksbetriebe sein. Mit seinem Gewicht von unter 1.000 Kilogramm ist er seinem Vorbild sehr ähnlich - trotzdem sind einige Neuerungen vorgesehen, die vor allem der Umwelt zugute kommen. Anstatt eines Zweitaktmotors soll ein Elektromotor eingebaut werden. Außerdem ist ein Solardach zur Unterstützung des Akkus geplant. Damit soll der „Trabant nT" angeblich 250 Kilometer fahren können, bis er wieder aufgeladen werden muss.

Allgemein soll er „für eine breitere Masse erschwinglich und praktikabel sein", so der IndiKar Geschäftsführer Ronald Gerschewski. Wenn alles gut läuft, könnte der erste Öko-Trabi bereits 2012 auf den Straßen rollen.

Weiter Infos, wie zum Beispiel wo und wie viele neue Trabis verkauft werden, oder  wie viel er kosten soll, sind bisher noch nicht bekannt. Darüber wird erst entschieden, wenn ein Investor gefunden worden ist. Allerdings soll bereits ein Konzept für die Serienproduktion existieren.

Die von 1957 bis 1991 gebauten Trabis galten zu ihren Anfängen als robust und sparsam und wurden später zum Symbol der Wende - heute könnte der neue Trabi ebenfalls ein Symbol der Wende sein, allerdings der Energiewende, denn mit seinem Elektromotor und dem Solardach wäre er auf jeden Fall eine umweltfreundliche Bereicherung für die Autoindustrie.

Sophie Schmid

Münchener Grundwasser kühlt BMW Forschungszentrum

Das Prinzip der Fernwärme ist inzwischen bekannt: Wasser wird beim Erzeuger erhitzt, über Rohrsysteme zum Verbraucher geführt und dort zum Heizen eingesetzt. Ähnlich funktioniert Fernkälte: Kaltes Grundwasser wird als natürliche Kältequelle genutzt und zum Kühlen verwendet.

Städte wie Chemnitz und Hamburg nutzen schon länger Fernkältenetze, wie der Spiegel berichtet. Nun kommt diese Methode auch immer öfter in großen Konzernen zum Einsatz, wie zum Beispiel bei der BMW AG. Schon seit 2004 wird das BMW Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ) in München mit Fernkälte klimatisiert.

Im FIZ funktioniert das wie folgt: Da viele U-Bahnlinien in grundwasserführende Bodenschichten gebaut wurden, bildeten die Stadtwerke München so genannte Düker. In diesen Dükern wird das Grundwasser gesammelt und unter der U-Bahn hindurch geleitet. Insgesamt gibt es 182 dieser Bauwerke in der bayerischen Landeshauptstadt. Aus acht dieser Düker der U-Bahnlinie U2 Feldmoching wird das um die elf Grad Celsius kalte Grundwasser entnommen und durch ein 4,6 Kilometer langes Rohrsystem in das FIZ transportiert. Dort nimmt das Wasser die Abwärme des FIZ auf und wird dabei auf zirka 17 Grad erwärmt. Anschließend wird das warme Wasser wieder zurück in die Düker geführt.

Negative Konsequenzen für Flora und Fauna durch das erwärmte Grundwasser gäbe es nicht, so Bettina Hess, Sprecherin der Stadtwerke München: „Auf Grund des sehr mächtigen Grundwasserstroms im Münchener Norden sowie des großen Abstands des Grundwassers zu wurzelführenden Bodenschichten gehen von dieser Grundwassernutzung keinerlei negative Auswirkungen auf die umliegende Fauna aus“.

Durch dieses Projekt vermeidet die BMW Group jährlich CO2-Emissionen im Umfang von 4.500 Tonnen. Außerdem werden rund sieben Millionen Kilowattstunden Strom im Vergleich zur herkömmlichen Kälteerzeugung eingespart. Das entspricht dem Jahresstromverbrauch von mehr als 3.000 Münchener Haushalten.

Für dieses Projekt wurden die Stadtwerke München und dieBMW Group mit dem Bayerischen Energiepreis 2006 ausgezeichnet.

Stefanie Nunberger

Ist Kopenhagen bereits gescheitert?

Lange wurde die Weltklimakonferenz vom 7. bis 18. Dezember dieses Jahres als Schlüsselkonferenz angesehen, um ein verbindliches Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll zu beschließen. Von diesem Ziel muss man sich jetzt wohl verabschieden.

Im Vorfeld der Konferenz, die ursprünglich den Durchbruch im Klimaschutz bringen sollte, fanden viele formelle und informelle Gespräche und Verhandlungen statt. Fast jedes Treffen hoher Regierungsvertreter auf dem internationalen Parkett im letzten halben Jahr befasste sich mit diesem Thema. So auch das asiatisch-pazifische Wirtschaftsforum (APEC) in Singapur am letzten Wochenende.

Das Ergebnis ist allerdings ernüchternd. Die Teilnehmer, darunter die beiden größten Klimasünder China und die USA, verabschiedeten sich von einem rechtlich bindenden Klimaschutzvertrag in Kopenhagen. Es bestehe lediglich noch Aussicht auf eine Absichtserklärung zu Reduktionsverpflichtungen, die dann später konkretisiert und in einen rechtlichen Rahmen gegossen werden sollen.

Ein entscheidender Grund dafür ist, dass die USA bisher keine verbindlichen Zusagen machen können, da ein entsprechender Gesetzesentwurf im US-Senat feststeckt und diesen wohl auch bis zum Weltklimagipfel nicht passiert haben wird. Andere Staaten wiederum knüpfen Ihre Klimaschutzanstrengungen an die Zugeständnisse anderer großer Klimasünder, womit wiederum hauptsächlich die USA gemeint sein dürften. Dazu zählt zum Beispiel Russland. Dessen Präsident Medwedew kündigte kürzlich an, dass das Land seine Treibhausgasemissionen bis 2020 gegenüber dem Referenzjahr 1990 um 25 Prozent senken werde, falls andere ebenfalls ambitionierte Ziele beschließen. Die EU stellt unter gleichen Bedingungen eine Reduktion von 30 Prozent in Aussicht.

Da diese Bedingungen allerdings nun bis Mitte Dezember nicht erfüllt sein werden, ist ein Folgeabkommen zum Kyoto-Protokoll, wie ursprünglich geplant, praktisch gescheitert. Schadensbegrenzung könnte nur noch erfolgen, wenn alle Staaten feste Zusagen machen, die zwar nicht rechtlich, aber doch zumindest politisch verbindlich sind. Denkbar wären konkrete Zusagen sowohl mit, als auch ohne die USA. So könnte die EU beispielsweise beschließen, ihre Emissionen ohne die USA um 20 Prozent und mit den USA um 30 Prozent zu reduzieren. Diese Vorgehensweise würde zudem erheblichen Druck auf den US-Senat ausüben, das Klimaschutzpaket zu billigen.

Wenn auf diese Weise ein breiter Konsens gefunden wird, bei dem die Industrie- und Transformationsländer Ihre Emissionen insgesamt um mindestens 25 Prozent - wie von der Wissenschaft gefordert - verringern, könnte die Weltklimakonferenz doch noch als Erfolg verbucht werden. Die ursprünglich immensen Erwartungen als Durchbruch im Klimaschutz können jedoch bei Weitem nicht erfüllt werden.

Oliver Hölzinger

Trendwende in der Schifffahrt

Auf hoher See dreht der Wind langsam in eine neue Richtung. Stetig steigende Treibstoffkosten, neue Vorschriften und die starke Belastung unserer Umwelt zwingen viele Schifffahrtsunternehmen dazu, einen neuen Kurs einzuschlagen. Das Hamburger Unternehmen „Skysails" läutet die Renaissance einer bewährten Antriebskraft ein: die des Windes.

Nach wie vor sind Frachtschiffe das kostengünstigste Transportmittel, das Handelstreibenden zur Verfügung steht. Gleichzeitig entwickelte sich die Schifffahrt in den vergangenen Jahren zum drittgrößten Verursacher klimarelevanter Schadstoffe. Übertroffen wird sie momentan vom Straßenverkehr und der Industrie. Über 90 Prozent aller Güter des Welthandels werden gegenwärtig auf dem Seeweg transportiert.

Obwohl große Schiffsmotoren fast ausnahmslos mit stark schadstoffhaltigem Schweröl betrieben werden, wird der maritime Verkehr dennoch klimapolitisch vernachlässigt. Die „International Maritime Organization" beschloss im Frühjahr 2008 eine Verordnung, die eine Senkung der Schwefelemissionen beinhaltet. Diese Verordnung wird ab 2020 gültig. Da andere Vorschriften bereits früher wirken, sucht die Branche nach neuen Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung des Schiffdiesels. Die Potentiale sind jedoch weitgehend erschöpft. Treibstoffeinsparungen im Bereich von ein bis zwei Prozent sind kostenintensiv und nicht einfach zu realisieren. Fünf Prozent Einsparung beim Treibstoff gelten bereits als sensationelles Ergebnis.

Systeme von Skysails hingegen nutzen den Wind als kostenlose und umweltschonende Antriebskraft. Die drei Hauptkomponenten sind ein Zugdrache mit Seil, eine automatische Steuerung sowie eine Vorrichtung zum Start und zur Landung des Drachens. Vereinfacht formuliert unterstützt der Zugdrache in der Luft den Antrieb des Schiffes. So wird der Treibstoffverbrauch deutlich reduziert. Laut Angaben von Skysails können die Treibstoffkosten eines Schiffes zwischen zehn und 35 Prozent im Jahresdurchschnitt gesenkt werden. Bei optimalen Windbedingungen ist eine vorübergehende Effizienzsteigerung von bis zu 50 Prozent möglich.

Jahrelange Forschungs- und Entwicklungsarbeit führten dazu, dass die Gewinner des „Clean Tech Media Awards 2008" momentan Zugdrachen mit einer Größe von 160 bis 600 Quadratmeter anbieten. Bereits ein kleines Modell mit 160 Quadratmeter erzeugt eine Zugkraft, die sich mit dem Schub des Triebwerkes eines Airbusses A318 messen kann.

Der Beweis, dass der neuartige „Hybridantrieb" auf dem Wasser funktioniert, wurde in den vergangenen Jahren in zahlreichen Praxistests erbracht. Aktuell stattet das Unternehmen drei neue Frachtschiffe mit seinem System aus. Auch die „Maartie Theadora", die mit einer Länge von 141 Meter Deutschlands größtes Fischereifahrzeug ist, erhält demnächst Unterstützung aus der Luft.

Die ausgeklügelten Systeme von Skysails haben das Potential, die Schifffahrt zu revolutionieren. Gleichzeitig tragen sie zum Schutz unserer Meere und unserer Umwelt bei. Bleibt zu hoffen, dass auf unseren Weltmeeren zukünftig öfters ein „Skysails ahoi!" zu hören sein wird.

Joachim Kern

Norwegens CO2–Speicher unter der Nordsee

Finnland hat Holz und Nokia. Schweden hat Autos und Ikea. Und Norwegen? Norwegen hat, neben seiner wunderschönen Landschaft, vor allem Energie. Seit vielen Jahren schon versorgt Norwegen den europäischen Strommarkt mit Wasserkraft. Diese regenerative Energiequelle ist in Norwegen so ergiebig, dass das ganze Land komplett ohne Atom- und Kohlekraftwerke auskommt (mit Ausnahme eines Kohlekraftwerks, das die abgelegene Inselgruppe Spitzbergen versorgt). Der ein oder andere mag sich so den ökologisch korrekten Himmel auf Erden vorstellen: tolle Landschaft, gesunde Natur, schwindelig hoher Lebensstandard, allgemeiner Wohlstand.

Norwegens beachtlicher Wohlstand basiert nun aber unter anderem auf dem Erdöl und Erdgas aus der Nordsee. Das Land fördert etwa drei Prozent des weltweiten Erdöls und ist sogar nach Russland der zweitgrößte Gaslieferant der Welt. Ein riesen Geschäft für ein Land mit nur knapp fünf Millionen Einwohnern. Und wenn es ums Geld geht, dann ist auch erst mal Schluss mit öko: Denn das lukrative

Geschäft mit diesen fossilen Energieträgern, die maßgeblich für Luftverschmutzungen und den globalen Klimawandel verantwortlich sind, will sich die Norwegische Regierung auch künftig nicht entgehen lassen. Aber sie will das Image dieser überholten Energien reinwaschen: Die Zauberformel heißt hier CCS, Carbon Capture and Storage oder, zu Deutsch, CO2-Abscheidung und -Speicherung. Bei diesem Verfahren wird das Klimagas CO2 aus den fossilen Energieträgern abgetrennt und dann gespeichert, sodass es in der Atmosphäre keinen Schaden anrichten kann.

So weit so bekannt: An diesem Verfahren versuchen sich schließlich auch andere Länder seit Längerem mehr oder weniger erfolglos. Tatsache ist, dass CCS bis heute keine erwähnenswerten Beiträge zur CO2-Reduzierung leistet und dass sich dies auch in den nächsten Jahren nicht ändern wird. Norwegen versucht es nun aber noch eine Nummer hartnäckiger als andere Länder. Man erhofft sich schließlich ein Milliardengeschäft. Hinter vorgehaltener Hand träumt man hier schon von CO2-Pipelines, die, ähnlich wie Gaspipelines, CO2 aus ganz Europa nach Norwegen leiten. Die Einlagerung würden sich die Norweger dann natürlich entsprechend vergüten lassen.

Noch münden diese Träume aber in einem rostigen Rohr mitten in der Nordsee. Nur mit dem Hubschrauber oder einem Spezialschiff erreicht man die schwimmende Erdgasplattform Sleipner, aus der das eine Ende dieses Rohrs heraus ragt. Das andere Ende liegt tief unten, ungefähr einen Kilometer unter dem Meeresgrund in einer porösen Sandsteinschicht. Diese Schicht ist wie ein riesiger Schwamm: Sie ist bis zu 400 Kilometer lang und theoretisch groß genug, um die gesamte Menge CO2 aufzusaugen, die in den kommenden 500 Jahren in ganz Europa produziert wird. Und dieser unterirdische Speicher ist auch schon in Betrieb: Ungefähr 1,4 Millionen Kubikmeter des klimaschädlichen CO2 wird hier am Tag durch das rostige Rohr geleitet. Das macht etwa eine Million Tonnen im Jahr.

Bereits seit 1996 forscht die Norwegische Regierung auf der Förderinsel Sleipner an dem CCS-Verfahren. Viel CO2 ist seitdem in diese Anlage geleitet worden und auch viele Steuergelder. Aber auch nach 13 Jahren gibt es noch reichlich Forschungsbedarf: Noch immer ist unklar, ob die Gesteinsformationen das Klimagas dauerhaft halten können. Durch die komplexen tektonischen Prozesse der Erdkruste kann es prinzipiell immer zu Verschiebungen, Faltungen und Brüchen in den Gesteinsschichten kommen. Die unterirdischen Temperatur- und Druckverteilungen können sich ändern, Hohlräume können kollabieren, Risse und Spalten können sich bilden, Wasser kann eindringen und mit dem CO2 zu einer Säure reagieren. Es erscheint grundsätzlich fraglich, ob das Langzeitverhalten eines so komplexen dynamischen Systems wie die Erdkruste überhaupt vorhersehbar und kontrollierbar ist.

Woran erinnert einen das alles noch gleich? Ach ja: An die Atomkraft. Auch hier sucht man ja seit vielen Jahren mit viel Steuergeld nach dem unterirdische „Endlager“, in das man seine Altlasten stopfen und dann einfach vergessen kann. Aber weltweit gibt es trotz der intensiven und kostspieligen Bemühungen nach wie vor kein einziges Endlager für hoch radioaktiven Atommüll. Und auch das Norwegische CO2-Endlager ist noch weit davon entfernt, aus dem Forschungsstadium raus zu kommen. Die Frage erscheint naheliegend, ob das viele Geld und all die Mühen nicht besser in Energiewandlungstechniken investiert wären, bei denen man seinen Nachfahren gar nicht erst kritische Altlasten vererben muss. Norwegen könnte da beispielsweise seinen Technologievorsprung in der Wasserkraftnutzung ausnutzen und damit einen wirklich umweltfreundlichen Beitrag zur globalen Energieversorgung leisten.

Das CCS-Verfahren ist auf Dauer keine ernst zu nehmende Umweltoption. Das wird ziemlich schnell deutlich wenn man mal genauer hinguckt: Das Verfahren ist teuer und energieintensiv, es kann die Emissionen des Verkehrs nicht einbeziehen, es hinterlässt kaum kontrollierbare Altlasten und es bremst den Ausbau der erneuerbaren Energien, indem es überholte Strukturen künstlich am Leben erhält. CCS ist nur ein neues Geschäft, das ein altes Geschäft reinwaschen soll. Das grüne und sympathische Norwegen sollte sich dies eingestehen und sein Öko-Image nicht weiter mit dieser gigantischen Klimagasblase aufs Spiel setzen.

Stefan Heimann

Angaben zum Energieverbrauch von Produkten bald in der Werbung Pflicht?

Seit Sommer 1993 müssen in der EU sämtliche, zum Erwerb angebotenen Haushaltsgeräte mit Angaben über ihren Verbrauch an Energie und anderen wichtigen Ressourcen versehen werden. Ziel dieser Vorgabe - deren Grundlage die so genannte „Energieverbrauchsangaben-Richtlinie" des EU-Rates vom 22. September 1992 ist -, ist es, die Verbraucher zum verantwortungsvollen Umgang mit Energie zu motivieren und ihnen die Möglichkeit zu bieten, Geräte nach deren Verbrauchswerten auszuwählen.

Nun sieht eine Novellierung der EU-Richtlinie vor, den Geltungsbereich auf „energieverbrauchsrelevante Produkte" auszuweiten und verpflichtend in der Print-, TV-, Radio- und Online-Werbung für diese Produkte auch auf deren Energieverbrauch, ihre Energieklasse oder Energieeinsparung hinzuweisen.

Während sich die vorherige deutsche Regierung noch gegen die Novellierung aussprach, enthielt sich die neue Regierung, laut horizont.net, vergangene Woche im Vertreterausschuss des EU-Ministerrates ihrer Stimme und machte dadurch den Weg frei für eine neue Werberegulierung. Ausgerechtet der neue CDU-Umweltminister Norbert Röttgen soll einen anderen Kurs, als sein Amtsvorgänger Sigmar Gabriel eingeschlagen haben.

Verlegerverbände befürchten, die Neufassung der Richtlinie könnte zu Einbrüchen bei den Werbeeinnahmen führen. Dabei leidet die Branche bereits unter der Finanzkrise. Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) erklärte sogar in seiner Pressemitteilung vom 13. November, das Verhalten des Umweltministeriums gefährde die Presse und die Vielfalt der Berichterstattung. „Zusätzlicher Zwang zu negativen Informationen in der Anzeigenwerbung bedroht eine unverzichtbare Finanzierungsgrundlage der Presse und ist damit auch klimapolitisch kontraproduktiv. Denn mit der Pressefinanzierung beschädigt eine solche Beschlagnahme von Anzeigenraum auch die umfassende redaktionelle Berichterstattung zu allen Energiefragen, die für jeden erfolgreichen Bewusstseinswandel in Europa unverzichtbar ist."

Ob die Novellierung der EU-Richtlinie tatsächlich zu Einbußen bei Werbeeinnahmen führen würde, ist allerdings fraglich. Schließlich wären sämtliche „energieverbrauchsrelevante Produkte" von der Vorschrift betroffen und Werbung auch weiterhin die Maßnahme, um gezielt zum Beispiel auf Haushaltsgeräte aufmerksam zu machen.

Für den Verbraucher hätte die Informationspflicht auf jeden Fall einen Mehrwert. So würden regelmäßige Energieeffizienzangaben sein Urteilsvermögen über die Umweltfreundlichkeit verschiedener Produkte schulen und seine Selbstbestimmung stärken.

Außerdem hätten die Hersteller einen weiteren Ansporn, ihre Produkte ressourcen- und umweltschonender zu gestalten.

Corinna Lang

Aus alt mach neu - zonzoo recycelt alte Handys

Wer kennt es nicht, das „Handyproblem". Der Lebenszyklus eines Mobiltelefons liegt in Deutschland bei zirka 24 Monaten, dann wird es ersetzt, durch ein neueres, aktuelleres Modell. Doch was passiert mit dem alten Handy, wohin damit? Laut einer Schätzung verstauben allein in deutschen Haushalten ungefähr 120 Millionen ausgemusterte Handys in Schubläden, Schränken oder Kisten. Dabei sind 60 bis 70 Prozent von ihnen noch voll funktionsfähig. Die Frage ist: Wie kann man alte Handys loswerden, sie umweltfreundlich entsorgen, oder sogar anderen damit helfen?

Eben darüber hat sich die Greener Soloutions Group Gedanken gemacht, eine international führende Unternehmensgruppe, die sich seit 2001 auf Entsorgung und Wiederverwertung elektronischer Konsumgüter spezialisiert hat. Grundlage für alle ihre Tätigkeiten ist die Verantwortung gegenüber der Umwelt.

So entstand die zonzoo GmbH, auch bekannt aus Werbespots auf ProSieben und Sat1, die sich die Wiederverwertung und Entsorgung von Mobiltelefonen zur Hauptaufgabe gemacht hat. Mittlerweile zählen internationale Firmen wie Vodafone, Payback und Yahoo zu ihren Kunden.

Ohne großen Aufwand kann man auf der Homepage von zonzoo sein Handy loswerden - und ein Gewinn springt sogar auch noch dabei heraus, denn zonzoo kauft funktionsfähige Geräte seinem Besitzer für bis zu 200 Euro ab.

Man wählt aus einer Vielzahl von Vorschlägen sein Handymodell aus, registriert sich kostenlos und gibt hierbei Adresse und Kontodaten an. Fehlende Ladegeräte oder sonstiges Zubehör sind hier kein Hindernis, tatsächlich benötigt zonzoo nur das Handy mit Akku und Akkudeckel. Nach spätestens zwei Tagen bekommt man dann ein Kuvert zugeschickt, in dem man das Mobiltelefon kostenlos an zonzoo senden kann. Es folgt ein Check der Kundenangaben und eine Prüfung des Geräts auf Funktionsfähigkeit. Stimmen Geräteigenschaften und Kundenangaben überein, überweist zonzoo binnen einer Woche das Geld auf das Konto des Verkäufers.

Im nächsten Schritt werden nun diese geprüften Handys optisch und technisch aufbereitet und an Schwellen- und Entwicklungsländer weiterverkauft. Hier unterstützen die „alten" Handys die Länder beim Aufbau von Kommunikationsnetzen, denn oft sind sie die einzige Möglichkeit für den Zugang zu Telefonie und Internet.

Doch auch Handys die nicht mehr funktionieren kann man einschicken, diese werden dann fachgerecht entsorgt, allerdings unentgeltlich.

Bei der Entsorgung dieser Geräte wird darauf geachtet, dass wichtige Rohstoffe wie Kupfer oder Kunststoff gefiltert werden und so in den neuen Produktionszyklus einfließen können. Diese Art der Weiternutzung und Entsorgung schont nachhaltig wichtige Ressourcen.

Zonzoo setzt sich aber nicht nur für die Umwelt, sondern auch für karitative Zwecke ein- von jedem Handykauf gehen fünf Prozent des Einkaufspreises als Spende an eine gemeinnützige Einrichtung. So erhielten zum Beispiel die Ruanda Stiftung, der Kinder Afrikas e.V. und auch der Kölner Zoo eine Spende.

In den letzten Jahren hat zonzoo durch Ankauf und Wiederverwertung gebrauchter Handys viel bewirkt. Millionen alter Mobiltelefone wurden bisher umweltgerecht entsorgt, beziehungsweise für ein „2. Leben" in Entwicklungsländer weltweit verschickt. Darüber hinaus konnten bis heute über 12 Millionen Euro für Organisationen und wohltätige Zwecke gesammelt werden.

Wer also an Handyrecycling denkt und dabei auch noch helfen will, sollte an zonzoo denken.

Sophie Schmid

The voice of the people - Klimaforum 2009

The Peoples Climate Summit:  a forum by people of the earth for all people of our earth  - will that make any difference to climate negotiations?

There are 18 days left until the long awaited UN climate negotiations will be held in Copenhagen. After all the tremendous work, hopes, and wishes it seems that the negotiations will not be able to come up with a legally binding climate treaty yet.

"We need more time", say the negotiators - the same negotiators who have worked intensively for the last two years on reaching a legally binding treaty, following the Bali roadmap that was supposed to get the world to an agreement in Copenhagen.

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A voice of hope for Copenhagen

E360 in an interview with the head of the IPCC, Rajendra Pachauri; reposted with permission from e360

With skepticism growing about the chances of reaching a climate agreement next month in Copenhagen, Rajendra Pachauri, chairman of the Intergovernmental Panel on Climate Change, says he is “cautiously optimistic” that a treaty can still be signed. But in an interview with Yale Environment 360, Pachauri says the global community may have to move ahead without any commitment from the United States.

Few people have as much stake in the outcome of the upcoming climate talks in Copenhagen as Rajendra Pachauri, chairman of the Intergovernmental Panel on Climate Change. Yet despite growing pessimism that a substantive treaty can be forged in Copenhagen, Pachauri believes a flurry of eleventh-hour negotiations may lead to an agreement, although the United States may not initially be a part of it.

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Indiens ehrgeiziger Solarplan

Auch in Indien scheint die Solarenergie langsam Fuß zu fassen. Neben den bekannten indischen Solarfirmen wie BP Solar oder Moser Baer, etablieren sich immer mehr Firmen aus Indien am stetig wachsenden Solarmarkt, was sich bereits auf der Intersolar in München abzeichnete. Alleine 20 indische Anbieter stellten auf der Messen in Bayern aus, was auch für die Entwicklung des indischen Binnenmarktes an Solarprodukten kennzeichnend ist.

Indien gilt, hinsichtlich der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen, sowie der natürlichen Bedingungen, als ausgesprochen zukunftsträchtiger Wachstumsmarkt auf dem Sektor der erneuerbaren Energien. Weltweit rangiert Indien auf Platz vier auf dem globalen Windmarkt und ist mit etwa 10.500 Megawatt installierter Kapazität größter Produzent von Energie aus Wind in gesamt Asien. Das rein technische Potenzial liegt gar bei 45.000 Megawatt, wobei schon jetzt rund 70 Prozent der Stromerzeugung aus regenerativen Energien der Windkraft zufällt.

Den geringsten Ausbau erfährt in Indien, mit nur zwei Megawatt installierter Leistung, die Solarenergie. Obwohl das technische Potenzial zirka 100.000 Megawatt beträgt und die Gegebenheiten durch 2.300 bis 3.200 Sonnenstunden im Jahr hervorragend zur Ausschöpfung ebendieser nutzbar wären, ist gerade die Solarenergie der am wenigsten ausgebaute Zweig der erneuerbaren Energien. Eigentlich unverständlich, denn schon im Jahr 1993 hatte die Regierung in Delhi in ihrem Aktionsplan für regenerative Energien Richtlinien herausgegeben, die die Höhe der Einspeisevergütung für die verschiedenen Zweige der "Renewables" regeln sollten. Bei genauer Betrachtung wird schnell klar, woran es hakt. Eine Einspeisevergütung führten längst nicht alle Bundesstaaten ein und die Einführung eines festen Einspeisetarifes für Strom aus Solaranlagen feierte erst im Jahr 2008 Premiere, allerdings nur in einem Bundesstaat - Westbengalen. Hier gibt es elf Rupien pro Kilowattstunde Strom aus Photovoltaikanlagen, auf dem Windmarkt sind es, je nach Bundesstaat 3,14 bis 4,08 Rupien je Kilowattstunde.

Das soll sich nun durch die ehrgeizigen Pläne der Regierung in Delhi schnell ändern. Vielleicht zu schnell, denn für die Energieinfrastruktur (rund 56 Prozent der indischen Bevölkerung hat keinen Zugang zur Elektrizität) und den Ausbau des Solarsektors sind erhebliche finanzielle Mittel notwendig. Diese sollen unter anderem von wohlhabenden Ländern bereitgestellt werden, um die preiswerte Solartechnologie zu verwirklichen, die für die Durchführung des nationalen Solarplans nötig ist.

Indiens Solarmission, der "National Solar Plan", der neben dem nationalen Aktionsplan für den Klimawandel vom 30. Juni diesen Jahres vorraussichtlich noch in diesem Monat in Kraft treten soll, ist hoch angesetzt. Demnach will der weltweit viertgrößte Emittent des klimaschädlichen Treibhausgases seine Pläne innerhalb eines "Drei-Phasen-Plans" in die Tat umsetzen und sich damit nachhaltig einen Weg an die Spitze der Solartechnik bahnen. Der Plan geht von fast null auf 20.000 Megawatt Leistung, produziert durch Sonnenenergie, innerhalb von nur elf Jahren. Im Jahr 2020 soll das Solarziel 20 Gigawatt erreichen, bis 2030 100 Gigawatt und bis 2050 gar 200 Gigawatt.

Judith Schomaker

Helium-3, saubere Energie vom Mond?

In Frank Schätzings aktuellem Roman „Limit", wird das Zeitalter der fossilen Brennstoffe nicht durch ein Versiegen der Ölquellen beendet, sondern durch die Entdeckung und Nutzbarmachung einer neuen und sauberen Energiequelle - dem Helium-3 (3He).

Dieses Element kann heutzutage nicht gefördert werden, da uns noch die nötigen Technologien dazu fehlen. Es kommt nämlich nur im Staub und Gestein unseres Trabanten, des Mondes vor. In Schätzings Sciencefiction-Geschichte baut ein vermögender Privatinvestor einen Fahrstuhl ins All, der es ermöglicht kostspielige Raketenstarts zu vermeiden und die Förderung des neuen Rohstoffs so rentabel macht. Aber ist das wirklich eine realistische Möglichkeit?

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Schüler bauen für die Umwelt

Seit 1981 fördert die internationale Stiftung für Umwelterziehung (F.E.E.) aktiv die Umweltbildung an Schulen weltweit. Mitgliederorganisationen in 55 Ländern der Erde repräsentieren und führen die Projekte der F.E.E. auf Landesebene durch, wozu unter anderem „die Blaue Flagge“, „der grüne Schlüssel“ oder die „Umweltschule“ zählen. An dem weltweiten Projekt „Umweltschule in Europa/Internationale Agenda 21-Schule“ beteiligen sich etwa 13.000 Schulen aus 31 Ländern.

In Deutschland ist die Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung Projektträger der bislang elf beteiligten Bundesländer. Seit 1995 wird das ambitionierte Projekt im Bereich der Umwelterziehung an Schulen ebenso in Niedersachsen über das niedersächsische Kultusministerium angeboten. Angesprochen ist jede Schulform, die innerhalb des zweijährigen Projektzeitraumes ein selbst entwickeltes und funktionierendes Konzept zur besseren Umweltverträglichkeit umsetzt. So strebt das Programm nach einer frühzeitigen Sensibilisierung des Umweltbewusstseins, bei dem die Schüler, aber auch Lehrer, Eltern und Kommunen, aktiv mitmachen und so durch das Vorantreiben ihrer Aktionen zum Nachdenken und Handeln anregen.

Ausgezeichnet mit dem begehrten Gütesigel der „Agenda 21-Schule“ im Projektzeitraum 2007 bis 2009 wurden in Deutschland 142 Schulen. Eine von ihnen, das Gymnasium im Emsländischen Werlte, kann sich bereits nach der erstmaligen Teilnahme an diesem Projekt über die wertvolle Auszeichnung freuen. Mit ihrer mobilen Biogasanlage begeisterten sie die Fachjury und dürfen nun die nächsten zwei Jahre den Titel der internationalen Agenda 21 Schule tragen. Damit passt das entwickelte Konzept perfekt zum Leitmotto der aktiven Schule, denn neben dem Erwachsenwerden und er ausgeprägten Europaorientierung, lernen die Schüler hier auch ein Höchstmaß an Umweltorientierung, um frühzeitig Verantwortung für die Erhaltung der Umwelt zu tragen.

Die Arbeitsgemeinschaft „Biogasanlage“ mit dem Projektleiter und Physiklehrer T. Rieker und seine Schüler konnten dabei ein namhaftes Unternehmen aus der Gemeinde als Kooperationspartner gewinnen, das bei der Beschaffung notwendiger Gerätschaften behilflich war. Gefeilt wird derzeit noch am unterbrechungsfreien Betrieb der mobilen Anlage, um die Störanfälligkeit des Prototyps noch weiter herabzusetzen und ebenso die Wartung zu vereinfachen. Die auf einem Sattelauflieger errichtete Biogasanlage arbeitet nach dem Kuh-Prinzip. Zutaten wie Pflanzenreste, Fette, aber auch Gülle werden zu einer fließfähigen Gärsubstanz vermengt, vorgegoren und so zum Säuern bewegt. So vorbereitet findet der Hauptgärgang durch Methan bildende Bakterien statt. Anders als bei den Wiederkäuern wird das hierbei produzierte Gas jedoch aufgefangen und zur weiteren Nutzung aufbereitet. Was bleibt ist ein gut pflanzenverträglicher Dünger und Biogas, ohne den Klimawandel durch entweichendes Methangas negativ zu beeinflussen.

Judith Schomaker

Meerwasserentsalzung durch Sonnenenergie

Laut Weltgesundheits-organisation WHOhaben weltweit 1,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser, was 17 Prozent der Weltbevölkerung ausmacht (Stand 2002). Ein Großteil der betroffenen Menschen lebt in Ländern, die im Bereich der Wendekreise gelegen sind, wie zum Beispiel in ausgedehnten Gebieten Afrikas. Diese Gegenden zeichnen sich durch viele Sonnenstunden aus und haben oft Zugang zum Meer, also zu Salzwasser. Diesen Gegebenheiten passt sich die süddeutsche Firma HelioTech an, um sauberes Trinkwasser zu gewinnen. Sie hat die Meerwasserentsalzungsanlage HelioTech Solar Desalination System entwickelt, die nur durch Sonnenenergie aus Salzwasser Trinkwasser gewinnt.

Dabei arbeitet das System von HelioTech  als einzige Anlage, soweit diese ausschließlich solar betrieben wird, nach dem Verdampfungsprinzip: Salzwasser aus einem Wassertank wird durch Hochleistungssolarvakuumröhren auf 100 Grad erhitzt, wodurch das Wasser verdampft und keimfrei wird. Dieses keimfreie Wasser kondensiert in einer Kondensatoreinheit, wird abgekühlt und tropft in einen Behälter, aus dem es sofort genutzt werden kann. Es weist immer noch einen Salzgehalt von 8,1 Milligramm Salz pro Liter auf und bewegt sich damit im Rahmen von Mineralwässern. Das durch dieses Verfahren gewonnene Wasser muss nicht weiter behandelt werden, womit sich diese Methode der Trinkwassergewinnung von anderen abhebt. Neben der geringen Größe - die Anlage ist so konzipiert, dass sie im Geländewagen transportiert werden kann - sowie geringem Bedarf an Infrastruktur und Technik ist das System zur Trinkwassergewinnung relativ preisgünstig: Sonnenenergie ist eine Energieform, die nichts kostet, der Verkaufspreis des Solar Desalination Systems liegt bei 4.600 Euro. Die Firma HelioTech rechnet mit einer Haltbarkeit von etwa 25 Jahren.

50 Liter Trinkwasser können, je nach Sonneneinstrahlung, pro Tag aus Salzwasser gewonnen werden. Für deutsche Verhältnisse mag das wenig erscheinen, verbraucht ein Europäer doch 100 bis 200 Liter Wasser pro Tag. In trockenen und armen Gegenden Afrikas, wo teilweise unter 70 Prozent der Landbevölkerung überhaupt Zugang zu Wasser haben, können mit 50 Litern Wasser jedoch Existenzen gesichert werden. Ein großer Teil des europäischen Wasserverbrauchs geht durch die Toilettenspülung verloren, zum Trinken, Kochen und Waschen reichen 50 Liter jedoch mehr als aus! Somit hat HelioTech eine Methode gefunden, mit der die Zahl der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hat, gesenkt werden kann.

Judith Kronberg

Perspektiven der Photovoltaik

Der fünfte Technologietag Mitteldeutschland 2009 setzte sich am 3. November in Berlin mit dem Thema „Photovoltaik - Herausforderung und Perspektive" auseinander. Ziel war dabei, die besondere Bedeutung der Photovoltaikindustrie zu unterstreichen und auch die gute Hochschul- und Forschungslandschaft weiter auszubauen.

Die 135 Teilnehmenden setzen sich zusammen aus Vertretern von sechs Netzwerken - wie beispielsweise dem Solarvalley Mitteldeutschland -, 50 Unternehmen, Politik und Wissenschaft.

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Strippen für den Klimaschutz…

...ist auch eine Möglichkeit, um auf das Thema aufmerksam zu machen ;-)

In diesem Videoclip lassen die Models Rachel Alexander, Dorothea Barth-Jorgensen, Shannan Click, Hanne Gaby, Olya Ivanisevic, Alla Kostromicheva, Heidi Mount, Crystal Renn, Cameron Russell, Rianne Ten Haken und Nicole Trunfio die Hüllen fallen und protestieren gegen eine CO2-Konzentration von mehr als 350 ppm (parts per million) in der Erdatmosphäre.



Corinna Lang

Gemeinsam gegen den Klimawandel

Der Klimawandel ist längst zur Realität geworden und darf nicht weiter negiert werden. Wird sich die Erde wirklich um einige Grad erwärmen, so hat dies katastrophale Folgen - nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Wirtschaft und das menschliche Zusammenleben. Es wird Dürreperioden geben, Klimaflüchtlinge, Flutkatastrophen und viele Pflanzen und Tiere, vor allem die der Meere, werden zu Grunde gehen. Es liegt in unseren Händen dies zu verhindern.

Deutsche Unternehmer haben den Ruf vernommen und die Initiative 2° gegründet. Damit zeigen sie, dass sie sich ihrer Verantwortung gegenüber Umwelt und Nachwelt bewusst sind. Ziel der Initiative ist es, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius in Bezug auf das vorindustrielle Niveau einzugrenzen.

Sie beraten die deutsche Regierung und Entscheidungsträger bei innen- und außenpolitischen Fragen rund um den Klimaschutz. Mitglieder der Initiative sind Führungskräfte der „Otto Group", der „Deutschen Bahn AG" oder der „Burda Media Holding GmbH & Co KG". Gemeinsam wollen sie die Akzeptanz für emissionsarme und rohstoffeffizientere Produkte und Verhaltensweisen in der Gesellschaft erhöhen und der Bevölkerung bei Diskussionen Rund um den Klimaschutz mit Rat und Tat zur Seite stehen. Denn nur wenn die breite Masse mithilft, kann das Ziel von zwei Grad erreicht werden. Bisher wurde dieser Faktor immer außen vor gelassen und so wird in Zukunft auf die Öffentlichkeitsarbeit mehr Wert gelegt.

Auch die eigenen Unternehmen wollen die Mitglieder stärker auf den Klimaschutz ausrichten und versprechen sich dadurch gleichzeitig Wettbewerbsvorteile: innovative, klimafreundliche, treibhausgassparende Technologien, Dienstleistungen und Verfahren, die wegweisend für andere Nationen und gleichzeitig wirtschaftlich sind.

Ein weiterer Schwerpunkt der Initiative 2° liegt darin, dafür zu sorgen, dass verbindliche Richtlinien nicht nur für Deutschland, sondern auch für andere Staaten festgelegt werden. So sollen Industrieländer wie die USA und Australien zu einer Reduzierung ihres Emissionsausstoßes vertraglich verpflichtet werden. Auf der anderen Seite sollen Entwicklungsländer so rasch wie möglich in den Klimaschutz integriert werden.

Schade eigentlich, dass eine Initiative 2° überhaupt nötig ist. Wäre es doch der Staatengemeinschaft durchaus möglich gewesen, eine Richtung einzuschlagen, in der es keiner Schadensbegrenzung bedarf, um die Klimaerwärmung auf „nur" zwei Grad einzudämmen. Vielleicht kann aber auch jeder im Kleinen für sich dazu beitragen, dass das ehrgeizige Ziel von zwei Grad erreicht wird.

Felicitas Wagner

Erstes Elektroauto eines Energiekonzerns – der E3

Die EWE, Deutschlands fünftgrößter Energieversorger mit Sitz in Oldenburg und der Cabriospezialist Karmann aus Osnabrück, der zuletzt durch seine Insolvenz auf sich aufmerksam machte, stellen ein neues Elektroauto vor. Dies ist weltweit das erste Auto, das von einem Stromkonzern mitentwickelt wurde.

Der E3 wurde in nur zehn Monaten entwickelt und wird ausschließlich über im Unterboden integrierte Lithium-Ionen-Akkus mit Strom versorgt. Mit 50 PS erreicht das Fahrzeug eine Spitzengeschwindigkeit von 140 Stundenkilometern. Die aufgeladenen Akkus reichen nach Herstellerangaben im Alltagsbetrieb für eine Strecke von über 150 Kilometern.

Zunächst dient das Fahrzeug hauptsächlich zu Forschungszwecken. Untersucht wird die Integration von Elektrofahrzeugen in das zukünftige Stromnetz. Denn der flächendeckende Einsatz von Elektroautos könnte als riesiger, dezentraler Energiespeicher dienen. Da ein großer Teil des Stroms zunehmend aus erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarkraftwerken erzeugt wird, ist eine massenhafte Speichertechnologie erforderlich, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Eine Windenergieanlage lässt sich nicht, wie zum Beispiel ein Gaskraftwerk, bei Bedarf zuschalten. Der Strom wird produziert, wenn der Wind bläst. Da dies nicht zwangsläufig in den Hauptverbrauchszeiten geschieht, muss der Strom gespeichert werden. Elektroautos könnten überschüssigen Strom in den Hauptproduktionszeiten speichern und bei Bedarf wieder in das allgemeine Stromnetz einspeisen. Dieses Intelligente Stromnetz ist ein Forschungsschwerpunkt des Projektes.

Eine weitere Frage ist, ob eine zukunftsweisende Elektroautomobilflotte an Ladestationen aufgeladen, oder einfach der Akku ausgetauscht werden soll. Beides ist bei dem E3 möglich, wobei ein volles Aufladen der Akkus knapp drei Stunden in Anspruch nimmt.

Ob der E3 in Serie geht, ist fraglich. Die Forschungen an diesem Fahrzeug tragen jedoch dazu bei, serienreife Elektroautos zu entwickeln, die nicht nur alltagstauglich sind, sondern auch einen elementaren Baustein der zukünftigen Energieversorgung darstellen.

Oliver Hölzinger

Alternative Treibstoffe im Flugverkehr

Der Klimawandel scheint gesicherte Realität. In wenigen Wochen werden sich Politiker und Wissenschaftler in Kopenhagen treffen, um einen Nachfolger des Kyotoprotokolls zu verhandeln. Es gilt, die Treibhausgasemissionen aus Stromproduktion, Landnutzung und Mobilität auch nach einer Erholung der Weltwirtschaft auf einem akzeptablen Niveau zu halten.

Einer der bedeutendsten Verursacher von Treibhausgasen ist der Flugverkehr. Als Treibstoff wird momentan fast ausschließlich Kerosin, welches aus Erdöl gewonnen wird, eingesetzt. Trotz enormer technischer Fortschritte in den letzten Jahrzehnten hat sich der Gesamtverbrauch durch den stark wachsenden Flugverkehr in dieser Zeit vervielfacht. Nun beginnen Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Kooperation mit einigen internationalen Firmen mit der Erforschung alternativer Treibstoffe.

Relativ weit fortgeschritten ist dabei die Entwicklung von synthetischen GtL-Kraftstoffen (Gas-to-Liquid) auf der Basis von Erdgas, sowie CtL-Kraftstoffen (Coal-to-Liquid), welche durch die Vergasung von Kohle gewonnen werden. Zur Herstellung der CtL-Treibstoffe wird mittels verschiedener Vergasungsverfahren ein CO-H2-Gemisch erzeugt, welches anschließend durch die so genannte Fischer-Tropsch-Synthese in flüssige Kohlenwasserstoffe übergeht und dadurch ähnliche Eigenschaften wie gewöhnliches Kerosin besitzen. Dennoch können diese alternativen Kraftstoffe auf der Basis fossiler Energieträger nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Luftfahrt darstellen, denn ihr CO2-Einsparungspotential ist sehr gering.

Treibstoff aus Biomasse (BtL - Biomass-to-Liquid) befindet sich noch in einer relativ frühen Entwicklungsphase. Möglich ist derzeit der Einsatz in Biokerosin, welches bis zu 15 Prozent Biodiesel - hierzulande meist gewonnen aus Raps - enthält.

Für Schlagzeilen sorgt derzeit der Versuch, aus Algen einen Treibstoff herzustellen. Neben den hohen Flächenerträgen und der CO2-Vermeidung besitzen diese den Vorteil, mit relativ wenig Wasser im Vergleich zu anderen Nutzpflanzen auszukommen und können damit auch in ariden Gebieten angebaut werden. In einigen Jahrzehnten könnte sich dann schließlich die Wasserstofftechnologie durchsetzen.

Andreas Krause

Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2009 verliehen

Heute vor einer Woche wurde in Düsseldorf unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel der wichtigste deutsche Preis für Nachhaltigkeit verliehen. "Nachhaltigstes Unternehmen 2009" ist der Pionier für ökologisches Bauen Bau-Fritz. Die Deutsche Post DHL wurde für die nachhaltigste Zukunftsstrategie ausgezeichnet. Die Produktreihe "Frosch" aus dem Hause Werner & Mertz erhielt die Auszeichnung als Deutschlands nachhaltigste Marke. Im Rahmen einer feierlichen Gala übergab unter anderem der Bundesminister für Arbeit und Soziales Dr. Franz Josef Jung die Preise vor über 1000 Gästen, darunter viele bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Während die beiden Ehrenpreisträger Joschka Fischer und Dr. Wolfgang Schäuble sowie die weiteren einzelnen Preisträger Jane Fonda, Yusuf Islam, der DFB - Deutscher Fußball-Bund und als Social Entrepreneur die Regionalwert AG bereits im Vorfeld bekannt gegeben wurden, hielt die Spannung hinsichtlich der ausgezeichneten Firmen bis in die Abendstunden. Neben mehreren hundert Unternehmensvertretern kamen unter anderem Franziska van Almsick, Eckart von Hirschhausen, Nazan Eckes, Sönke Wortmann sowie Alexander und Gabriela Fürsten zu Sayn-Wittgenstein über den roten Teppich und bekräftigten mit ihrer Teilnahme die gesellschaftliche Bedeutung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises.

Bau-Fritz entwickelt CO2-neutrale Häuser aus natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen und folgt in der gesamten Wertschöpfungskette Kriterien der Nachhaltigkeit. Die Jury würdigt mit dem Preis als nachhaltigstes Unternehmen 2009 den herausragenden Beitrag, den Bau-Fritz damit zu einer zentralen Herausforderung des Klimaschutzes leistet: der Emission von Treibhausgasen durch die privaten Haushalte. Im Mittelpunkt steht die konsequente Umsetzung des Lebenszyklusansatzes, der bereits bei der Entwicklung auch die spätere Entsorgung berücksichtigt. Das Vorreiterunternehmen ist mit dem wegweisenden Geschäftsmodell gegen den Branchentrend auch ökonomisch sehr erfolgreich.

Der global tätige Post- und Logistikdienstleister Deutsche Post DHL hat die Jury mit seinem umfassenden Ansatz überzeugt, mit dem er die Auswirkungen seiner Geschäftstätigkeit auf die Umwelt reduziert und zugleich seine Kompetenzen zum Wohle der Gesellschaft einsetzt. Der Konzern erhält den Preis für die nachhaltigste Zukunftsstrategie. Im Zentrum der Umweltaktivitäten steht das Klimaschutzprogramm GoGreen, das bis 2020 (im Vergleich zu 2007) eine Steigerung der CO2-Effizienz um 30 Prozent zum Ziel hat. Es beinhaltet eine emissionsfreundliche Flottenoptimierung und die Erhöhung der Energieeffizienz, die Erforschung innovativer Technologien und die Motivation der Mitarbeiter durch Programme zur CO2-Reduktion. Vorreiter ist das Unternehmen mit dem Angebot an seine Kunden, einen CO2-neutralen Versand und Transport zu nutzen.

Mit der Auszeichnung von Frosch als nachhaltigste Marke würdigt die Jury die beispielhaften Leistungen in Markenversprechen und Markenführung. Besonders überzeugt hat sie die Adaption der Marke an die sich wandelnden Nachhaltigkeitsbedürfnisse der Kunden und die gelungene Erweiterung des Produktportfolios. Die konsequent verfolgte ökologische Nischenstrategie ist der wesentliche Faktor für die hohe Glaubwürdigkeit, das Vertrauen und das einmalige Vorstellungsbild bei den Kunden. Ausschlaggebend für den Sieg in der Kategorie ist nicht zuletzt der große Erfolg der Marke, die 2008 den höchsten Umsatz seit ihrer Einführung 1986 erzielen konnte.

Den Sonderpreis "Recyclingpapierfreundlichstes Unternehmen" erhielt memo, ein Versandhandelshaus mit einem Komplettsortiment an nachhaltigen Büroartikeln und Schreibwaren, für den umfassendsten Einsatz von Recyclingpapier mit dem Blauen Engel im Büro wie auch für alle Unternehmenspublikationen und Kataloge. Die Verwendung von Recyclingpapier als wichtiger Beitrag zum Ressourcenschutz sowie zur Reduktion des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen war Teil der Bewertungskriterien im gesamten Wettbewerb. Die eigenständige Kategorie unterstreicht die Bedeutung, die dem Recyclingpapier im Rahmen der Nachhaltigkeit inzwischen zugemessen wird.

Weitere Preisträger:

Nachhaltigste Forschung & Entwicklung: Procter & Gamble Service

Nachhaltigster Einkauf: HiPP-Werk Georg Hipp

Nachhaltigste Produktion: Viessmann

Nachhaltigstes Produkt / Dienstleistung: TransFair

Nachhaltigste Finanzdienstleistungen: Bank Sarasin

Nachhaltigstes Recycling: Interface Deutschland

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis wurde 2008 durch eine Initiative des Wissenschaftsjournalisten Stefan Schulze-Hausmann ins Leben gerufen. Der Preis prämiert Unternehmen, die vorbildlich wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung und Schonung der Umwelt verbinden. Sonderpreise zeichnen Persönlichkeiten aus, die national oder international in herausragender Weise den Gedanken einer zukunftsfähigen Gesellschaft fördern. Träger des Deutschen Nachhaltigkeitspreises ist die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. (in Gründung).

Deutscher Nachhaltigkeitspreis

Münchens „grünes“ Sparbuch - Klima schützen & Geld sparen

Da liegt es nun also auf meinem Schreibtisch - Münchens erstes Klimasparbuch - mit über 60 Gutscheinen für einen nachhaltigen Lebensstil. Gespannt auf die Gutscheine im Wert von angeblich 500 Euro, nehme ich das schnuckelige, kleine Büchlein (siehe Foto) in die Hand und blättere es durch.

Zunächst fällt mein Blick etwas skeptisch auf Bons für kostenlose Öko-Finanzberatungen. Sind die nicht sowieso kostenlos? Oder was will ich mit 15 Prozent Rabatt für Baumwollwindeln? Auch das Angebot, eine Woche Urlaub auf Biobauernhöfen zum Preis von sechs Tagen, überzeugt mich nicht.

Trotzdem bin ich neugierig, was sonst noch in dem Büchlein steht, das von der Landeshauptstadt München und dem oekom e. V. herausgegeben wurde. Und so steige ich ein in einen kurzweiligen Überblick über München und seine CO2-Emissionen.

In den einzelnen Kapiteln über Lebensmittel, Konsum, Mobilität, Wohnen und Bauen sind auf anschauliche Art und Weise viele wissenswerte Informationen zusammengestellt. Aufschlussreiche Diagramme, zum Beispiel über die Treibhausgasemissionen verschiedener Lebensmittelgruppen und Ernährungsstile, und Sparschweine, die zeigen, wie viel CO2, beziehungsweise Euro, durch welchen Klima-Tipp eingespart werden können, lockern die Seiten auf. Bei vielen Themen weisen kleine Pfeile auf passende Gutscheine im hinteren Teil des Klimasparbuchs hin.

„Mit 60.000 EUR Investment in Solaranlagen kann man seinen jährlichen CO2-Fußabdruck ausgleichen", lese ich auf Seite 31 und finde die kostenlose Beratung nachhaltiger Anbieter plötzlich gar nicht mehr so schlecht. Schnell wird klar: es geht nicht darum, sich ein Büchlein für 6,90 Euro zu kaufen und dadurch günstig an nachhaltige Produkte und Dienstleistungen zu kommen.

Es geht darum, Lust auf einen verantwortungsvollen Lebensstil zu bekommen. Und dies gelingt dem Klimasparbuch München 2010 auf äußerst sympathische Art und Weise. Die Gutscheine sind dabei nur eine nette Hilfestellung, beziehungsweise ein Anreiz, die nachhaltigen Angebote vor Ort auszuprobieren.

Corinna Lang

Endlich handeln! Ein Interview mit klimAktiv

"KlimAktiv", eine gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung des Klimaschutzes, begann kürzlich eine Kampagne, die zum aktiven Mitmachen beim Klimaschutz aufruft: Endlich handeln! Wir sprachen mit Norberd Schmid, einem der Gründer von klimAktiv.

Herr Schmid, seit wann gibt es klimAktiv, und was hat Sie dazu veranlasst, das Portal klimaktiv.de zu starten?

KlimAktiv ist eine gemeinnützige Gesellschaft und hat zwei Gründer. Zum einen Stephan Schunkert, der sich heute um die Geschäftsführung kümmert, zum anderen ich selbst. Angefangen hat alles mit dem Portal CO2-handel.de. Da wir beide aus dem Bereich der Energieversorgung stammen, haben wir uns früh mit dem Emissionshandel beschäftigt und waren fasziniert von der Möglichkeit, mit den Instrumenten der Wirtschaft den Klimaschutz zu befeuern.

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100 Prozent sind möglich - für die ganze Welt

Studien haben gezeigt, dass Deutschlandund die USAihre Energie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen produzieren könnten.  Auch ganz Europa könnte durch eine Vernetzung verschiedener erneuerbarer Energiequellen zu 100 Prozent von erneuerbaren Energien versorgt werden, mit Hilfe des "Super Smart Grids". Wenn dies für hochindustrialiserte Regionen möglich ist, dann ist es nicht verwunderlich, dass auch die ganze Welt  über erneuerbare Quellen wie Wind, Sonne und Wasser mit Energie versorgt werden könnte. Dies wurde nun in einer Studie von Stanford University belegt.

Die Autoren Jacobsson und Delucchi verwendeten Daten der amerikanischen Energy Information Administration (EIA), um auszurechnen, wie viel Energie gespart werden könnte, wenn die Welt auf erneuerbare Energien umsteigen würde 

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Revolutionäre Siliziumherstellung für Solarzellen

Der Student Jan-Philipp Mai hat ein Verfahren entwickelt, mit dem es möglich ist, umwelt- und kostenfreundlich Silizium für Solarzellen zu produzieren. Mit seiner Innovation gewann Mai den Clean Tech Media Award 2009 in der Kategorie Nachwuchswissenschaftler. Das CleanEnergy Project sprach mit dem 22-Jährigen.

Herr Mai, wie funktioniert das von Ihnen entwickelte energieeffiziente Herstellungsverfahren für Silizium?

Prinzipiell wie ein Mikrowellenofen. Erwärmt man Speisen damit, bleibt das Gefäß, beispielsweise der Teller, kalt. Die Mikrowellen sind in der Lage bestimmte Moleküle anzuregen und so in diesen Wärme freizusetzen. Genau dieser Grundsatz wird in dem Verfahren genutzt. Das Reaktionsgemisch aus Quarz und Kohle wird direkt erwärmt. So entsteht die Wärme nur dort, wo sie auch benötigt wird. Dies erlaubt es zudem Reaktionsgefäße einzusetzen, die das Material nicht zusätzlich verunreinigen.

Wie sind Sie auf die Idee, die hinter diesem Verfahren steckt, gekommen?

Die Grundidee hatte ich bereits zu meiner Schulzeit und habe diese kontinuierlich weiterverfolgt. Natürlich nicht immer in dem heutigen Ausmaß, doch die Idee Silizium energieeffizient herzustellen existiert bereits seit nunmehr acht Jahren. Dabei hat sich zum Glück gezeigt, dass mit dem nötigen Durchhaltevermögen viel erreicht werden kann.

Bisher war für die Produktion von Solarzellen gereinigtes Silizium nötig. Welche Vorteile hat Ihr Verfahren, bei dem so genanntes schmutziges Silizium entsteht?

Das im beschriebenen Verfahren gewonnene Silizium ist zunächst nur eine Vorstufe für so genanntes direkt gereinigtes Silizium. Die Entwicklung fokussiert sich jedoch auf die Herstellung eben solchen Materials. Ziel ist nicht nur Verunreinigungen von Anfang an zu vermeiden, sondern auch diese nicht durch die sich anschließenden Herstellungsschritte „einzuschleppen". Deshalb bindet der Prozess neben der eigentlichen Herstellung des Siliziums zugleich einen Reinigungsschritt mit ein. Verunreinigungen werden somit nochmals reduziert.

Welchen Effekt hat die Verwendung des schmutzigen Siliziums auf den Wirkungsgrad der Solarzellen?

Das primäre Ziel besteht darin Verunreinigungen, die sich auf die elektrischen Eigenschaften auswirken auszuschalten. Zu diesen Verunreinigungen zählen vor allem Bor, Phosphor und Aluminium. Weitere Verunreinigungen können in gewissem Umfang akzeptiert werden. Dabei ist es schwierig zu sagen wie die genauen Auswirkungen auf den Wirkungsgrad aussehen. Generell gilt jedoch, dass die erzielten Wirkungsgrade marginal schlechter ausfallen. Hier spielen vor allem die weitere Verarbeitung des Materials zu Siliziumzellen und später den Solarzellen eine entschiedene Rolle.

Können Sie uns Näheres zur Pilotanlage sagen in der die Produktion des Siliziums testweise anlaufen soll?

Zwar konnte prinzipiell gezeigt werden, dass sich Silizium mit dem entwickelten Verfahren herstellen lässt, jedoch sind noch zu wenige belastbare Aussagen über die Wirtschaftlichkeit des Prozesses möglich. Hierzu dient der Bau der Pilotanlage. Zudem soll das im Prozess entstandene Material eingehenden Analysen bezüglich seiner Reinheit und möglichen Verwendung unterzogen werden. Im Fokus stehen Materialparameter, Prozesssteuerung und Wirtschaftlichkeit.

Wann sollen die ersten Solaranlagen auf den Markt kommen, deren Silizium mit dem von Ihnen entwickelten Verfahren gewonnen wurde?

Entscheidend ist der Verlauf der nächsten Projektphase. Wenn sich das nächste Jahr zufriedenstellend entwickelt, hoffe ich auf einen raschen Ausbau zur industriellen Reife. Noch liegt dies in der - wenn auch hoffentlich nicht allzu fernen - Zukunft. Neben technischen Herausforderungen sind bis zur Marktreife noch einige organisatorische Hürden zu nehmen. Diese Herausforderungen sind lösbar, sie stellen keine unüberwindbaren Hindernisse da.

Verfolgen Sie bereits neue Projekte aus dem Bereich ressourcenschonender Technologien?

In der nächsten Zeit möchte ich mich auf das aktuelle Projekt konzertieren. Auch dabei eröffnen sich stets neue Anwendungsfelder und Ideen. Umgekehrt ist genau das eine der schwierigsten Aufgaben: fokussiert zu bleiben. Ich bin jedoch zuversichtlich, die nötige Ausdauer für dieses und für weitere Projekte ist auch künftig vorhanden.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Corinna Lang

Dance for the climate!

Climate change often is a horribly depressing subject. But it doesn't have to be!

October 24was one of those days that clearly showed:

Action on climate change is fun, stimulating, and invigorating. Action is extremely important to show our leaders that: "Hey, I care!". At the same time action helps to feel more powerful.

But is it truly fun? Well, watch this movie, and experience it for yourself:

The big as again.

I am definitely planning a party with my friends. Just for fun; well, and for the climate.

How about you?

Maiken Winter

Von Barcelona nach Kopenhagen

Ein Gespräch mit Christoph Bals, Leiter von Germanwatch.

Herr Bals, Sie waren bei allen UN Klima-Verhandlungen dabei. Vor einigen Tagen ging nun die letzte Vorbereitungs-Runde vor der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen zu Ende. Hat dieses Treffen in Barcelona irgendwelche wesentlichen Anstöße zu einem effektiven Klimaabkommen gebracht?

Sie hat gezeigt, wie weit wir noch von einem wirkungsvollen Abkommen in Kopenhagen entfernt sind. Zugleich wird für die Beobachter zunehmend deutlich, wo die Kompromisse bei der Finanzarchitektur, beim Technologiemechanismus, beim Regenwaldschutz, beim der Unterstützung der Anpassung an den Klimawandel liegen könnten. Die großen politischen Fragen - welche Ziele, wie viel frisches Geld - müssen auf politischer Ebene entschieden werden, nicht auf dieser Arbeitsebene.

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Öl und Gas - die letzten Reserven?

Ist es wirklich schon so spät, wie uns Politiker und Experten weismachen wollen? Neigen sich unsere irdischen Vorräte an Gas und Öl dem Ende oder schwimmen wir vielleicht noch im Öl? Wirklichkeit oder nur Schwarzmalerei? In einem Punkt hingegen sind sich alle einig: die Vorkommen sind begrenzt und Alternativen müssen gefunden werden. Die Frage ist nur, wie lange kommen wir noch mit dem aus, was wir an Öl und Gas auf der Erde vorfinden?

Die Vorkommen an Erdgas, nach Öl und Kohle der drittwichtigste Energieträger, werden von Experten so eingeschätzt, dass diese für die nächsten Jahrzehnte noch in ausreichenden Mengen vorhanden sind, so auch die Meinung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover. Sie gehen sogar noch einen Schritt weiter, denn im Gegensatz zum Erdöl, dessen Vorkommen bereits größtenteils entdeckt sind, sollen große Teile an Erdgasvorräten noch unentdeckt in der Tiefe schlummern. Jährlich werden daher neue Prognosen herausgegeben, die durch neu entdeckte Erdgasvorkommen weiter in die Höhe getrieben werden. Problematisch ist jedoch die vorprogrammierte Abhängigkeit zu politisch teilweise gespaltenen Ländern, denn über die Hälfte der weltweiten Erdgasvorräte konzentriert sich auf Länder wie Russland, den Iran oder Katar. Die problematischen und teuren Transportbedingungen, nur über Pipelines lassen sich große Erdgasmengen vom Förderland zu den Abnehmern bewegen, kommen noch erschwerend hinzu. Nichtsdestotrotz liegt das Potenzial, was uns an Erdgas bleibt, fast doppelt so hoch wie beim Erdöl, nicht zuletzt wegen der weitaus später begonnenen industriellen Nutzung des Gases.

Bei der Ölförderung ist die Problematik wesentlich höher, als beim Erdgas. Hier gliedert sich das Ölvorkommen in Reserven, die für den Menschen förder- und nutzbar sind und in Ressourcen, die bislang noch nicht genutzt werden können. Das gesamte nutzbare Erdöl der Welt, die Reserven also, liegen bei etwa 157,3 Milliarden Tonnen. Pro Jahr werden hiervon zirka 3,9 Milliarden Tonnen gefördert. Bleibt der Verbrauch auf diesem Stand, dürften die Reserven noch für 40 Jahre ausreichen. Mit 36 Prozent ist Erdöl derzeit der Energieträger Nummer eins, hauptsächlich der Verkehrssektor ist mit 97 Prozent fast gänzlich vom Erdöl abhängig. Hier sehen Experten auch das größte Problem, denn wenn nicht rechtzeitig auf andere Energieträger zum Antrieb von Verkehrsmitteln wie Flugzeugen, Schiffen und Autos umgestiegen wird, könnte das gesamte Verkehrssystem zusammenbrechen. Bislang sind noch keine Antriebssysteme für eine Serienproduktion in Sicht, die ohne Öl auskäme. Schätzungen, was die Ressourcen an Erdöl angeht, liegen bei etwa 82 Milliarden Tonnen, allerdings steht hier die Förderbarkeit als Hauptproblem im Wege. Vermutet werden größere Vorkommen in schwer zugänglichen Regionen, wie etwa in der Arktis oder in der Tiefsee. Die technischen Möglichkeiten sind jedoch momentan noch nicht in dem Maße ausgereift, dass diese Ressourcen gefördert beziehungsweise überhaupt gefunden werden können. Außerdem dürften 90 Prozent des Gesamtvorkommens bereits entdeckt sein (Energy Watch Group).

Es stimmt also, wir müssen langsam anfangen, Alternativen zu finden - bevor es zu spät ist. Im Bereich der Wärme- und Stromerzeugung gelingt dies in zunehmendem Maße, alleine die Sonnen- und Windenergie hat großes Potenzial und die Technik in diesen Sektoren reift immer mehr heran. Auf dem Verkehrssektor fehlt ein solcher Durchbruch, kreative Ideen sind also mehr denn je gefragt - schließlich bleiben nur noch 40 Jahre, um ein Verkehrschaos zu umgehen!

Judith Schomaker

Eine Kuh im Auto

Auf die Frage: "Was ist Klima", meinte ein Achtjähriger: "Mein Vater hat so ein Ding im Auto, und wenn man das anmacht, dann wird es kühler. Und das ist Klima."  Viele Kinder sind sich der Problematik also noch nicht richtig bewusst. Zum Glück, meinen Viele. Warum sollen sich Kinder mit den Problemen der Erwachsenen herumschlagen? Lasst sie doch fröhlich spielen.

Sicherlich dürfen wir unsere Kinder nicht überlasten. Aber gleichzeitig sind sie unsere ganze Hoffnung. Wer sonst als unsere Kinder haben die Flexibilität und die Offenheit, Änderungen anzunehmen? Und wer sonst als unsere Kinder haben die Fähigkeit, uns Erwachsene auf die Sprünge zu bringen?

Ich lasse mir nichts mehr von meiner Mutter sagen; auch recht ungern von Freunden. Aber wenn meine Kinder mir sagen, was sie stört, dann merke ich mir das, und versuche, mein Verhalten zu ändern. Noch dazu macht es den meisten Kindern Spaß, mitzumachen, wie den Viert-Klässlern im Bild oben.

Die Fragen von Kindern sind oft unwahrscheinlich geradlining auf den wichtigsten Punkt gerichtet:

"Aber warum dürfen die Leute denn den Regenwald abbrennen?"

"Wie kommt es, dass es erlaubt ist, Kohle zu verbrennen, wenn dadurch unsere Luft dreckig wird?"

"Wenn die Gletscher schmelzen, gibt es dann noch Wasser zum trinken?"

"Wenn das Eis schmilzt, wo leben dann die Eisbären?"

"Wenn Bäume Sauerstoff produzieren, und wir brauchen Sauerstoff zum leben, warum werden sie dann gefällt?"

In Deutschland wie in den USA stoße ich bei Vorträgen immer wieder auf Fragen mit dem gleichen Grundtenor: warum wird etwas gemacht, von dem wir wissen, dass es schlecht für uns ist? Und meist können die Kinder sich selbst die Fragen beantworten: Geld, Habgier, Kurzsichtigkeit, und die Tatsache, dass wir die Folgen ja nicht spüren; noch nicht.

"Warum kostet es dann nicht etwas, CO2 auszustoßen?" kam die Frage von einer 12-jährigen Schülerin bei München. Damit hat sie den Nagel auf den Kopf getroffen.

Es lohnt sich, den Kindern zuzuhören. Ihre Fragen sind unglaublich anregend, ihre Energie und Optimismus ansteckend, und Ihre Ideen wundervoll einfallsreich. Wie zum Beispiel dieser Vorschlag eines Drittklässlers: Um Energie einzusparen und gleichzeitig Treibhausgase einzufangen nehme man eine Kuh, stelle sie in ein Auto, fange das Methan das sie freigibt, und benutze das Methan, um das Auto anzutreiben.

Maiken Winter

Timber Tower - der "Spargel" aus Holz

Eigentlich ist der Werkstoff Holz für Windkraftanlagen keine neue Erfindung. Im Gegenteil! Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden solche windbetriebenen Anlagen hauptsächlich aus Holz hergestellt. Nicht verwunderlich, denn Holz ist als nachwachsender Rohstoff von besonders hohem ökologischen Wert. Dann übernahm Stahl die Vorherrschaft und verdrängte immer mehr das Holz als Baumaterial, in der Windbranche spielt Holz kaum noch eine Rolle. Schade eigentlich, besonders, weil aus Holz gefertigte Windkraftanlagen ein Gros an Vorteilen gegenüber den herkömmlichen „Spargeln“ bieten.

Das findige Start-up-Unternehmen der Timber Tower GmbH, mit Sitz im Technologie Centrum Hannover (TCH), hat sich die zahlreichen Vorteile von Holz in der Windkraftbranche zunutze gemacht und den gleichnamigen Timber Tower entwickelt – den „Spargel“ aus Holz. Das Unternehmenstrio, bestehend aus Dipl.-Ing. Gregor Prass, Dipl.-Kfm. Sandro Mainusch und Dipl.-Volkswirt und Dipl.-Sozialökonom Holger Giebel, begann vor gut vier Jahren mit der Konzeptionierung des Timber Towers, der den steigenden Boom der Windenergiebranche mit der Markteinführung des hochmodernen Holzwindrades ordentlich aufmischen dürfte.

Immer größer und höher sollen Windkraftanlagen gebaut werden, um die Thermik so geschickt und effizient wie möglich ausnutzen zu können. Dem stehen jedoch die logistischen und statischen Probleme herkömmlicher Windkraftanlagen aus Stahl im Wege. Eine Nabenhöhe von mehr als 100 Metern ist derzeit kaum realisierbar, denn dann müsste auch der Durchmesser des Turmfusses entsprechend vergrößert werden. Das wiederum ist innerhalb der Logistik nicht durchführbar, weil die Brückendurchfahrtshöhe nur einen maximalen Fußdurchmesser von 4,20 Metern erlaubt.

Die Vorteile des Timer Towers aus Holz liegen dabei klar auf der Hand. Holz als Baumaterial steht im direkten Einklang mit der Natur. Bäume binden das schädliche Klimagas, bieten Lebensräume für zahlreiche Lebewesen und wachsen nach! In Deutschland ist der Verbrauch an Holz wesentlich geringer, als sein Aufkommen. Das nachhaltig nutzbare Rohholzaufkommen wird also nicht annähernd ausgeschöpft und könnte noch viel intensiver genutzt werden, ohne die Nachhaltigkeit auf Dauer zu gefährden. Außerdem wird für die Produktion von Stahlblechen für herkömmliche Windkraftanlagen enorm viel Energie verbraucht, was wiederum Unmengen an schädlichem Klimagas freisetzt. Auch der Transport der Bauteile - nur durch aufwändige Schwertransporte möglich - schlägt bei der Klimabilanz nochmals kräftig zu.

Der Timber Tower besteht zu 99 Prozent aus reiner Natur – Holz. Verwendet wird hier Brettsperrholz, hergestellt aus Fichtenbrettern, welche kreuzweise übereinander gestapeltet und miteinander verleimten werden und dem Brettsperrholz so ein Maximum an statischer Belastbarkeit und Formstabilität geben. Transportiert werden kann der Holzturm in gängigen 40-Fuß-Containern, Schwertransporte gehören damit der Vergangenheit an und auch schwer zugängliche, aber enorm windreiche Stellen, können durch die revolutionäre Erfindung des Bausystems aus Holzplatten erschlossen werden. Aufgebaut wird der Timer Tower durch sein Verbundsystem aus Brettsperrholzplatten nämlich erst vor Ort. Diese werden dann am Anlagenstandort, ohne Fundamenteinbauteile, zu einem Hohlkörper verbaut, der bis zu einer Nabenhöhe von 200 Metern noch wirtschaftlich realisierbar ist - und das in nur zwei Tagen Bauzeit.

In Sachen Wirtschaftlichkeit ist der Timber Tower seinen Kollegen aus Stahl dabei haushoch überlegen, denn wo bei den Stahlkolossen die wirtschaftliche Darstellbarkeit aufhört (bei zirka 85 Metern), hört sie beim Holztower (bis 200 Meter) noch lange nicht auf. Einmal ganz abgesehen von den Vorteilen, die sich im Offshore Bereich auftun. Wo herkömmliche Konzepte über kurz oder lang von der salzhaltigen Luft angegriffen und die Wartungskosten enorme Höhen erreichen, punktet die Windkraftanlage aus Holz! Ein ganz natürlicher Korrosionsschutz, das problemlose und zugleich klimafreundliche Recycling und die garantierte Lebensdauer von mindestens 20 Jahren sprechen für sich. Natürlich erfüllt der Timer Tower auch alle gängigen Auflagen der Versicherbarkeit, Zertifizierung und die üblichen Brandschutzvorschriften. Eine absolute Sensation in der Windbranche, die auch zahlreiche Gegner der „Verspargelung“ von den vielen Vorteilen überzeugen dürfte!

Judith Schomaker

Carrotmob statt Boykott - Einkaufen für den Klimaschutz

März 2008, San Francisco/USA Brent Schulkin hat eine Idee, wie jeder einzelne Verbraucher durch eigenes Handeln zum Klimaschutz beitragen kann - nämlich indem er einkauft. Aber nicht irgendwo und irgendwas, sondern ganz gezielt in Läden, die es auch verdienen, gefördert zu werden, weil sie auch selbst bereit sind, etwas für die Umwelt zu tun.

So befragte Brent Schulkin die Läden in seiner Nachbarschaft, ob sie bereit wären, einen bestimmten Prozentsatz ihrer Tageseinnahmen in energiesparende Maßnahmen umzusetzen, wenn er im Gegenzug verspräche, dass auch viele Kunden einkaufen würden. Mehrere Geschäfte gaben ihre „Gebote" ab, der Höchstbietende, David Lee, gewann mit 22 Prozent.

Über Online-Communities wie Twitter, Facebook und MySpace, E-Mails und einen Carrotmob-Videochannel organisierte Schulkin nun Menschen, die bereit waren, im Lebensmittelgeschäft für den guten Zweck einzukaufen. Der Erfolg war groß, hunderte Käufer kamen und verhalfen Lee so zum fast fünffachen Tagesumsatz. Und wie versprochen investierte er die 22 Prozent, vor allem in eine energiesparende Beleuchtung.

Dieser  Erfolg machte die Aktion „Carrotmob" zum Exportschlager. Nach eigenen Angaben folgten bisher 181 Länder mit rund 5.200 Veranstaltungen dem Beispiel Brent Schulkins. Auch in Deutschland fanden einige organisierte Einkäufe statt, der erste am 13. Juni 2009 in Berlin Kreuzberg. Organisiert wurde das Ganze von „Carrotmob Berlin", einer Initiative der Eco Fashion Junkies, deren Gründer Philipp Gloeckler dieses Jahr für den Clean Tech Media Awardin der Kategorie Kultur und Medien nominiert war. Mittlerweile sind auch zahlreiche aktive Freiwillige beigetreten, die alle unentgeltlich und ehrenamtlich zusammenarbeiten.

Die Aktion in Berlin war ein voller Erfolg, der Besitzer des Ladens „MultiKulti Spätverkauf" investierte ganze 35 Prozent in den klimafreundlicheren Umbau seines Ladens. Auch er erreichte innerhalb von drei Stunden den dreifachen Tagesumsatz.

Da vor allem kleinere Geschäfte wie „MultiKulti Späteverkauf" oft selbst weder die finanziellen Mittel haben, noch über das gewisse Know-how verfügen, um energiesparende Maßnahmen umzusetzen, stehen ihnen Energieberater von „Klima sucht Schutz" bei der Beratung und Umsetzung tatkräftig zur Seite. So trafen sich eine Woche später Carrotmob Berlin, co2online und Greenpeace Energy, um die versprochenen Maßnahmen im Berliner Laden umzusetzen. Das Geschäft verfügt nun zum Beispiel über eine Zeitschaltuhr, Wärmeschutzfolie, Energiesparlampen und Ökostrom. Dem erfolgreichen Beispiel der Aktion in Berlin folgten weitere in Bonn, München und Bielefeld.

Welchen Vorteil und Nutzen hat also Brent Schulkins Idee? Zum einen motiviert es den Verbraucher, durch sein eigenes Handeln etwas zur Rettung der Umwelt beizutragen, sich einzusetzen und aktiv am Klimaschutz teilzunehmen. Andererseits ist es ein Appell an die Wirtschaft, Änderungen anzunehmen, die die Umwelt schützen, aber auch gleichzeitig profitabel sind. So steigt zum Beispiel für die Ladenbesitzer die Chance auf eine Imageverbesserung erheblich, auch der Bekanntheitsgrad steigert sich, durch die Werbung der Teilnehmer auf den verschiedenen Internetportalen. So entsteht ein enormer Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz, mal ganz abgesehen von dem finanziellen Gewinn.

Das tolle an Carrotmob ist, dass man selbst aktiv werden und in seiner Stadt zu Mobs aufrufen kann. Nur zwei Aktionen in Berlin wurden von Carrotmob Berlin selbst geplant und durchgeführt, alle anderen sind daraufhin von Teilnehmern organisiert worden. Für alle die selbst Lust haben, einen Carrotmob aufzuziehen gibt es das DoItYourself-Kit zum Downloaden, frei nach dem Motto: „Der Carrotmob bist Du!"

Sophie Schmid

2° C – Darf's nicht auch etwas mehr sein?

Der Klimawandel muss begrenzt werden. Insoweit sind sich Wissenschaft und Politik einig. Die magische Grenze liegt bei zwei Grad Celsius. So stark darf die globale Durchschnittstemperatur gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter noch ansteigen, ohne dass der Klimawandel gefährlich wird. Dieser Tenor wird zumindest in aller Regel ausgegeben, wenn von Wissenschaft und Politik ein Langfristziel für die Klimapolitik gefordert wird. Dafür spricht sich unter Anderem die Europäische Kommission und der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) aus.

Aber warum gerade zwei Grad? Droht bei 2,1 Grad der Weltuntergang? Und ist es nicht ein riesen Zufall, dass die Grenze gerade bei 2,0 Grad und nicht etwa bei 1,9 oder 2,2 Grad liegt? Einleuchtend ist, dass die negativen Folgen des Klimawandels mit ansteigender Temperatur zunehmen. Außerdem wird davon ausgegangen, dass es sogenannte Kipppunkte im Klimasystem gibt.

Ein solcher Kipppunkt wäre das Abschmälzen des grönländischen Permafrostes. Dieses ewige Eis, dass die größte Insel der Erde fast vollständig bedeckt und teilweise hunderte Meter in die Tiefe reicht, würde bei vollständigem Abschmelzen einen Meeresspiegelanstieg von etwa sieben Metern zur Folge haben. Permafrost gibt es auch in Sibirien. Darunter gebunden vermuten Forscher große Methanvorkommen. Zwar kann zu diesem Zeitpunkt keiner sagen, wie viel von diesem starken Treibhausgas beim Abschmelzen freigesetzt würde, allerdings könnte der Klimawandel dadurch deutlich beschleunigt werden. Dies wäre ein sogenannter Selbstverstärkungseffekt.

Auf dem heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand kann kein Mensch genau vorhersagen, ab welchem Punkt die schwerwiegendsten Folgen wirklich eintreten. Die zwei Grad Marke ist eher politisch motiviert. Die Klimaschutzverhandlungen kommen so schon kaum zu greifbaren Ergebnissen. Ohne eine feste Zielgröße der Wissenschaft ginge dieser Prozess sicher noch schleppender voran.

Wer daraus aber schließen mag, dass dann ja auch ruhig etwas mehr emittiert werden darf, ist sicher schlecht beraten. Die so oft genannte zwei Grad Marke, die gerade noch erlaubt sei, ist bereits mit einigen Risiken behaftet. Sie ist nicht als Schutzbereich mit Sicherheitszone zu verstehen. Die Zukunft des Weltklimas vorherzusagen, ist mit großen Unsicherheiten verbunden und selbst wenn die Temperatur bei zwei Grad stabilisiert wird, kann nicht ausgeschlossen werden, dass katastrophale Folgen auftreten. Nicht umsonst arbeiten die Klimaprognosen der Forscher immer mit bestimmten Wahrscheinlichkeitsbereichen.

Daher können zwei Grad sicher als Orientierungspunkt dienen. Je sicherer man aber gehen will, dass der „gefährliche Klimawandel" abgewendet wird, desto geringer sollte man das Klima mit Treibhausgasen belasten. Mit anderen Worten: Je geringer die Temperaturerhöhung ausfällt, desto unwahrscheinlicher sind negative Folgen, die nicht mehr zu kontrollieren sind.

Oliver Hölzinger

Ein Fluss, 30 Kilometer und fünf neue Wasserkraftwerke

Die Mur, ein Fluss im Süd-Osten Österreichs, fließt durch die Stadt Graz. Der Energiedienstleister „Energie Steiermark AG" plant, gemeinsam mit dem „Verbund" (Österreichische Elektrizitätswirtschafts-AG), die Errichtung fünf neuer Wasserkraftwerke auf einer Strecke von 30 Kilometern. Zwei der geplanten Staustufen liegen im Norden der Stadt, zwei im Süden und eine innerhalb des Stadtgebietes.

Rund 255.000 Menschen wohnen in Graz und verfolgen gespannt die Entwicklungen der letzten Monate. Zahlreiche Anrainer außerhalb der Stadtgrenzen sind ebenso von den geplanten Kraftwerksbauten betroffen. Nach und nach werden die Unterlagen zu den Kraftwerken für die Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht. Seitens der Kraftwerksbauer zeigt man sich optimistisch, dass alle fünf Projekte genehmigt werden.

Bereits 2010 soll der Bau des ersten Kraftwerks starten. Das gesamte Investitionsvolumen wird rund 345 Millionen Euro betragen. Sind alle Wasserkraftwerke voll in Betrieb, so soll die gewonnene elektrische Energie ausreichen, um zirka 95.000 Haushalte mit heimischem Strom zu versorgen. Gegenüber der Verwendung fossiler Brennstoffe ergibt sich ein errechnetes Einsparungspotential von rund 225.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr.

Die Mur teilt die Stadt Graz in zwei Hälften. Ähnlich gespalten ist auch die Meinung der Bevölkerung zu diesem Projekt. Der Bruch geht quer durch alle Parteien und Bevölkerungsschichten. Während sich auf der einen Seite überparteiliche Zusammenschlüsse für die Errichtung der Kraftwerke bilden, formieren sich gleichzeitig auch deren Gegner. Sie befürchten den Verlust wertvoller Auenlandschaften. Ebenso beeinflussen zusätzliche Kraftwerke entlang der Mur den natürlichen Verlauf des Flusses noch stärker als bisher. Kanuclubs steigen gemeinsam mit Fischereiverbänden auf die Barrikaden. Darüber hinaus wird eine Verschlechterung der Luftqualität im Grazer Stadtgebiet befürchtet. Das fließende Gewässer fördert den Luftaustausch in der Stadt, die laufend mit Feinstaubproblemen kämpft.

Gleichzeitig wies der Umweltsenat Einsprüche von Umweltschutzorganisationen gegen zwei der fünf Kraftwerksprojekte ab. Einer der Gründe hierfür war vermutlich, dass bei keinem der bisher in Österreich errichteten Wasserkraftwerke so umfangreiche ökologische Ausgleichsmaßnahmen eingeplant wurden. Im konkreten Fall sind bei diesen zwei Staustufen gemeinsam 20 Millionen Euro für Fischaufstiegshilfen und andere Maßnahmen zum Umweltschutz vorgesehen. Weiters ist von einer Kostenbeteiligung der Energie Steiermark bei mehreren Begleitprojekten die Rede.

Auch in München gibt es mehrere Wasserkraftwerke. Im Zuge des Isar-Plans wird der Fluss dort um rund 28 Millionen Euro bis ins Jahr 2010 naturnah umgestaltet. Durch den Bau der Wasserkraftwerke in und um Graz könnten sich, zusammen mit den entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen, neue Chancen für die Bevölkerung und die Umwelt ergeben. Durch die Anhebung des Wasserspiegels könnten Naherholungsgebiete entstehen. Zwar müsste die erst vor wenigen Jahren gebaute Promenade entlang des Flusses teilweise neu errichtet werden, die Pläne sehen jedoch auch die Schaffung zusätzlicher Radwege und Fußgängerbrücken vor. Wir sind jedenfalls auf den weiteren Verlauf der Entwicklungen gespannt.

Joachim Kern

Lobbyismus in der Energiepolitik

Was haben Gerhard Schröder, Joschka Fischer, Hildegard Müller und Wolfgang Clement gemeinsam? Nein, nicht dass sie Politiker sind - das hatten sie mal gemeinsam. Gemeinsam haben diese ehemaligen Spitzenpolitiker, dass sie heute Lobbyarbeit für die Energiewirtschaft betreiben.

Exbundeskanzler Schröder ist seit 2006 Aufsichtsratsvorsitzender einer Aktiengesellschaft, deren größte Anteilseigner die Energieriesen Eon und Gazprom sind. Im Januar 2009 wurde bekannt, dass Schröder nun auch noch Direktoriumsmitglied des russisch-britischen Ölkonzerns TNK-BP wird. Schröders Vizekanzler und Außenminister Joschka Fischer ist heute unter anderem als „politischer Berater“ für die Energieversorger RWE und OMV tätig. Dass beide Großkonzerne nicht gerade für ihr Umweltengagement bekannt sind, scheint den Grünen dabei nicht zu stören.

Die CDU-Politikerin Hildegard Müller war bis 2008 Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und ist danach nahtlos zur Vorsitzenden des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft aufgestiegen. Und Wolfgang Clement hat 2008 seinen spektakulären Rauswurf aus der SPD damit provoziert, dass er sich öffentlichkeitswirksam für Atomkraft und neue große Kohlekraftwerke ausgesprochen hat – und damit seiner Partei im hessischen Landtagswahlkampf massiv geschadet hat. Clement war damals bereits seit etwas zwei Jahren Aufsichtsratsmitglied der RWE Power AG, sodass diese Stellungsnahme als Interessenvertretung für den Energiekonzern gedeutet wurde. Seinen Aufsichtsratsposten hat Clement übrigens erhalten, nachdem die von ihm geführte nordrheinwestfälische Landesregierung den umstrittenen Braunkohletagebau Garzweiler II genehmigt hatte, was ganz dem Interesse des Tagebaubetreibers RWE Power AG entsprach.

Diese Liste lässt sich fast beliebig verlängern. Erstaunlich eigentlich, dass sich Politiker so stark für die Energiewirtschaft engagieren, schließlich haben sie doch alle weder Ahnung von Energietechnik noch von Betriebswirtschaft. Aber sie können Politik machen und so liegt die Vermutung nahe, dass sie dies nun für die Energiekonzerne tun: Sie machen Interessenpolitik, Lobbyarbeit. Das Wort Lobbyismus stammt etymologisch ab von der „lobia“, der Vorhalle des römischen Senats. Hier wurde hinter vorgehaltener Hand und gerne auch mal mit einem Sack Sesterzen fleißig auf die Politik eingewirkt. Natürlich hatte nicht jeder einfach so Zugang zur lobia, da waren schon Beziehungen notwendig. Und auch noch heute sind politische Beziehungen essenziell wichtig für Lobbyarbeit, weshalb sich ehemalige Spitzenpolitiker hervorragend für diese Tätigkeiten eignen.

Lobbyarbeit richtet sich aber nicht nur an die Politik: Auch die Meinung der Öffentlichkeit kann durch Werbung, Informationsveranstaltungen und andere Kampagnen gezielt beeinflusst werden. Dies konnte sehr gut im Bundestagswahlkampf beobachtet werden, bei dem beständig versucht wurde, die Atomkraft in grünes Licht zu rücken, ohne aber dabei eine offene gesellschaftliche Diskussion über die umstrittene Risikotechnologie anzustoßen. Die Bundestagsfraktionsvorsitzende der Grünen Renate Künast kritisierte diese Strategie in der Rheinischen Post: "Statt sich offen zur hochriskanten Atomtechnologie zu bekennen, setzen die Energiekonzerne und ihre Berater auf verdeckten Lobbyismus bei atomfreundlichen Ministerien und Abgeordneten." Dies zeige das "ganze Ausmaß" des "Atom-Filzes" in Deutschland.

Wirklich lässt sich in Deutschland sehr leicht eine dichte Vernetzung aus Energiekonzernen und Politik nachweisen, die man mit einiger Berechtigung als „Filz“ bezeichnen kann. Dies mag teilweise wirtschaftshistorische Gründe haben, da sich viele der heutigen Energieriesen bei der Liberalisierung der Energiewirtschaft vor etwa zehn Jahren aus kommunalen Betrieben zusammengesetzt haben. Aber solche gewachsenen Strukturen sind natürlich keine Rechtfertigung für undemokratische Interessenpolitik. Und viele Beispiele weisen auf ein undemokratisches Zusammenspiel zwischen Energiewirtschaft und Politik hin. Eines der spektakulärsten Beispiele dafür war die Übernahme der Ruhrgas AG durch den Energieriesen Eon im Jahre 2002: Gegen die Einwende des Bundeskartellamtes erteilten Bundeswirtschaftsminister Werner Müller und sein Staatssekretär Alfred Tacke „aus Gründen des überragenden Interesses der Allgemeinheit“ eine Ministererlaubnis zur Fusion des größten deutschen Stromkonzerns mit dem größten deutschen Gaskonzern. Wenig später erhielten beide Politiker Vorstandsposten in dem durch die Fusion neu entstandenen Energiemonopolisten. Solche Verflechtungen sind keine Seltenheit: So wurde nachgewiesen, dass 2005 ungefähr 200 deutsche Politiker ein zusätzliches Einkommen allein von dem Energieriesen RWE bezogen.

Neben den Politikern, die sich während oder nach ihrer Amtszeit für Wirtschaftsunternehmen engagieren, gibt es auch noch andere Wege der direkten oder indirekten Einwirkung von Unternehmen auf die Politik: So sind beispielsweise heute viele hochrangige Mitarbeiter von privaten Unternehmen als „Berater“ in Ministerien tätig und könne so natürlich die Unternehmensinteressen einbringen. Auch Parteispenden können sicherlich Einfluss auf Parteipolitik nehmen. Besonders kritisch ist das sogenannte Astroturfingzu sehen: Dabei tarnen sich Lobbyorganisationen als Bürgerinitiativen, um so den Vertrauensvorschuss, den solche Initiativen in der Regel genießen, für ihre Interessenpolitik auszunutzen. So hat Die Zeit über den Verein „Bürger für Technik“ berichtet, der sich bei genauerem Hinsehen als Tarnorganisation der Atomlobby entpuppt. Besondere Aufmerksamkeit hat auch der texanische Ölriese ExxonMobil für seine Lobbyarbeit erhalten: 2006 hat Exxon den Worst EU Lobby Award für die konsequente Verschleierung und Manipulation von wissenschaftlichen Erkenntnissen über den Klimawandel im Sinne ihrer Geschäftsinteressen verliehen bekommen. Laut Greenpeaceinvestierte Exxon seit 1998 über 22 Millionen Dollar für diesen Zweck in entsprechende Lobbyarbeit.

Trotz der vielen haarsträubenden Negativbeispiele darf man nicht den Fehler machen, Lobbyismus grundsätzlich zu verdammen. Die öffentliche Vertretung von Interessen ist ein wichtiger Teil von Zivilgesellschaft und Demokratie. Auch Umweltschutz- oder Sozialverbände machen im Grunde Lobbyarbeit. Und auch ihnen wird gelegentlich vorgeworfen, dass sie sich zu rentablen „Betroffenheitskonzernen“ entwickelt haben und – unter dem Deckmantel der Allgemeininteressen – im Grunde Partikularinteressen vertreten. Solche Vorwürfe, mögen sie auch noch so abwegig erscheinen, sind schwer zu entkräften, da Lobbyarbeit allgemein nur sehr schwer bewertet werden kann. Bewertungskriterien sind unter anderem die Transparenz der Lobbyaktionen und deren Vereinbarkeit mit der Demokratie.

Seit 2006 klärt der gemeinnützige Verein LobbyControl über Lobbyismusstrukturen in Deutschland und der EU auf. LobbyControl setzt sich dabei unter anderem dafür ein, dass Politiker nach ihrer Amtszeit eine „Auszeit“ nehmen müssen, sodass sie ihren politischen Beziehungen nicht unmittelbar für Lobbyarbeit missbrauchen können. Außerdem bietet der Verein Lobbyführungen durch Berlin an. Auf der Route liegen unter anderem die Repräsentanzen von RWE und Eon, das Deutsche Atomforum und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Alles nur ein kleiner Fußmarsch vom Regierungsviertel entfernt.

Stefan Heimann

Climate ART: Business-Präsent mit sozialer Schubkraft

Ein gutes Jahr ist es her, seit das CleanEnergy Projekt zum ersten Mal mit Thomas Graf, dem Gründer von Climate ART, zusammen traf. Der Geschäftsmann und Social Entrepreneur jonglierte damals im Kopf ein ganzes Dutzend von kreativen und unternehmerischen Ideen, bewegt von der Frage: Wie kann man den Klimaschutz fördern und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Menschen wieder enger zusammenrücken?

Inzwischen hat Graf eine erstaunliche Zahl dieser Ideen verwirklicht. Sein Herzensprojekt ist dabei die Entwicklung eines Lieds und Albums, das die Essenz seiner Initiative Climate ART eindringlich zur Sprache bringt, „Together We Care“. Produziert wurde das Lied von dem Zürcher Künstler Ad-Rian, der mit Musikern von Yes, Moody Blues, Jethro Tull, Chick Corea, Asia und Kiss zusammen gearbeitet hat. Den Titel und Text hat Graf inhaltlich vorgegeben, getextet und musikalisch umgesetzt hat ihn Ad-Rian, die Vocals lieferten der Sänger Jay Stone, Frontman der Band Ad-Rian & Stoney, und die Gospel-Ikone Renée Rousseau (wie fast alle Climate ART-Mitglieder lebt sie in der Schweiz).

Graf spricht über „Together We Care“ wie über eines seiner drei Kinder, aber er verliert dabei nie das unternehmerische Ziel aus den Augen. Denn das Album ist als Business Präsent für Unternehmen gedacht, genauer gesagt für all jene Unternehmen, die in der Vorweihnachtszeit Millionen von Euro in Produkte wie Glasuntersetzer, Schreibtischsets und Briefbeschwerer investieren. Graf möchte, dass sie die Staubfänger im Regal lassen und sich von der Musik und der Vision hinter Climate ART begeistern lassen. Seine Botschaft: Ob Unternehmen oder Mitarbeiter, jede(r) kann sich auch im Berufsalltag für die wichtigen Dinge im Leben einsetzen - wie zum Beispiel den Klimaschutz.

Graf selber ist eigentlich Unternehmensberater und durch die Zusammenarbeit mit Unternehmen aus dem Sektor Energie & Umwelt mit dem Klimaschutz in Berührung gekommen. Die Initialzündung zu seiner kreativ-unternehmerischen Odyssee passierte, als der 42-Jährige im Dezember 2007 ein befreundetes Unternehmen für Industriedesign besuchte, dessen Skulpturen vor einigen Jahren für Furore sorgten. Die bunt bemalten Löwen und Kühe, die in den 90er Jahren Fußgängerzonen und Unternehmenseingänge in ganz Europa zierten, sind der Mehrzahl der über 20-Jährigen in (teils schmerzhafter) Erinnerung geblieben.

Geschmackvoll oder nicht: Der große Erfolg dieser Skulpturen war beeindruckend und ließ auch Thomas Graf nicht unberührt. Doch bei näherer Überlegung fehlten dem Unternehmer an der Erfolgsgeschichte zwei wesentliche Aspekte: Die Tiere transportierten außer ihrem schnell verblassenden Knalleffekt („Guck mal, eine grüne-lila Kuh“) und ihrem dekorativen Wert keine Botschaft.

„Wäre es nicht schön, wenn man mit diesen Skulpturen etwas Sinnvolles ausdrücken könnte und wenn der Erlös gleichzeitig ein wirklich relevantes Anliegen unterstützen würde?“, fragte Graf. Wenige Wochen später gründete der dreifache Familienvater zusammen mit seinen Unternehmerfreunden die Initiative Climate ART. Das Ziel: Nachhaltige Kunst und Musik mit Herz und Verstand, die das persönliche Engagement des Einzelnen fördert und Gelder für sozial und ökologisch nachhaltige Projekte generiert.

Graf hat inzwischen mehrere „Klimaschutz-Skulpturen“ von bekannten Künstlern gestalten lassen und gewinnbringend versteigert. Die Gelder fließen in Hilfsprojekte, die das Climate ART Team mit Partnern wie der Lebenshilfe e.V., dem Green Cross, der Stiftung Solarenergie, der Kindernothilfe e.V., Antarctic Challenge sowie der Myanmar Stiftung verwirklicht. So werden 30 Prozent des Netto-Verkaufspreises von dem „Together We Care“-Album an gemeinnützige  Projekte, wie zum Beispiel der Lebenshilfe (Projekt: Lebenshilfe NRW e.V. wird CO2-neutral  gehen. Der Rest wird für die Produktions- und Herstellkosten der CD, Lizenzen und unternehmerische Aufgaben verwendet. Eine Climate ART-Stiftung ist aktuell in Gründung, um auch Unternehmen und Personen zu erreichen, die die Hilfsprojekte mit reinen Spenden und voller Transparenz unterstützen wollen.

Der Climate ART-Gründer fasst sein Anliegen an die Unternehmen und ihre Mitarbeiter zusammen: „Unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen zum Mitmachen zu bewegen. Wir haben zu viele Aufgaben an Politik und Staat delegiert und es wird Zeit, dass wir unsere persönliche Verantwortung wieder erkennen“.

„Together We Care“ wurde erstmals am 19. September als Abschluss zur BlueTech-Konferenz aufgeführt und ist jetzt in Form einer Geschenk-CD erhältlich, die Thomas Graf und das Climate ART Team in der gesamten DACH-Region verkaufen.

Ein Video von „Together We Care“ ist unter http://www.climate-art.com/media/videos-fotos/de/ abspielbar.

Nähere Informationen über das Album und Bestellmöglichkeiten sind unter http://www.climate-art.com/climate-art/cd-pakete-together-we-care/de/ auffindbar.

Birte Pampel

Mobile Manifest der Mobilfunkbranche will Europa grüner machen

Die Interessens-vertretung der internationalen Mobilfunkbranche GSMA hat gestern ein sogenanntes European Mobile Manifest veröffentlicht. Die Grundsatzerklärung liefert eine ausführliche Marktübersicht über den EU Mobile Markt heute und legt dar, mit welchen konkreten Maßnahmen die Mobil-Branche die Europäische Kommission bis zum Jahr 2015 unterstützen wird. Zum Umsetzen dieser Initiativen stellt die Branche auch konkrete Forderungen an die Europäische Kommission.

Neben positiven Einflüssen auf die Wirtschaft (Mobilität, mCommerce, etc.) und auf soziale Bereiche (mLearning, mHealth, mGovernment) steht auch das Thema Umwelt im Focus des Manifests.

Umweltfördernde Initiativen wie mobile Telearbeit, intelligenter Verkehrssteuerung und Logistik, SmartCities, SmartBuildings und Smart Manufacturing - zum Beispiel standardisierte Ladegeräte - sollen helfen, den CO2-Ausstoß deutlich zu senken und zudem Energie einzusparen.

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Schöne heile Welt

Nur 100 Orte, es hätten genauso gut 1.000 sein können, zeigt das außergewöhnliche, multimediale Projekt „100 Places“. Das Team um den dänischen Projektleiter und Ideengeber Soren Rud zeigt hierzu die schönsten Bilder bedrohter Orte weltweit. Anders, als viele andere Initiativen, setzt Rud darauf, dem Betrachter die Schönheiten der Erde näher zu bringen, anstatt mit Horrorbildern zu schockieren. Schließlich dürfte den Menschen hinlänglich bewusst sein, dass die Eisberge dank Klimawandel schmelzen oder Regionen wie Bangladesch immer öfter von Überschwemmungen heimgesucht werden. Das Team zeigt, welche Schönheiten der hohe Ausstoß des Treibhausgases alle vernichten kann – und zwar vor der eigenen Haustür - wenn nicht jeder einen Teil zur Lösung beiträgt!

Seit dem 29. Oktober strahlt der Nachrichtensender N24 rund um die Uhr die 60 Sekunden langen Spots zwischen den regulären Sendungen aus. Bis in den Januar 2010 hinein wird dadurch einem breiten Publikum der Zauber der schönsten Plätze der Erde vor Augen geführt – und die Gefahren, die der Klimawandel für diese Orte mit sich bringt. Höhepunkt der Berichterstattung wird eine Umweltwoche, passend zum UN-Klimagipfel am 7. Dezember in Kopenhagen sein, in der es in Interviews, Dokumentationen oder Liveschaltungen um die Bedrohung durch den weltweiten Klimawandel geht und Lösungsansätze gezeigt werden, wie diese Paradiese, die auf der ganzen Erde schlummern, hiervor bewahrt werden können.

Aber kann so ein Projekt wie "100 Places" überhaupt irgendetwas bewirken? Ja, denn es geht nicht nur um abgelegene Regionen, die für uns „weit genug entfernt“ sind, um schnell wieder verdrängt zu werden, sondern um das, was direkt vor unserer Tür und in unserer unmittelbaren Nachbarschaft passiert. So zeigt das 100 Places-Team nicht nur die beeindruckende Bilder von der Antarktischen Halbinsel, dem Great Barrier Reef oder dem Okawangodelta, sondern auch die Bedrohung bei uns: Halligen der Nordsee, die durch einen Anstieg des Meersspiegels zu versinken drohen, ebenso wie das niederländische Rotterdam oder das dänische Wattenmeer. Orte, von denen kaum jemand gedacht hätte, dass sie vom Klimawandel bedroht sind, werden in faszinierender Weise vorgeführt. Auch Millionenmetropolen wie Manhattan, mit den traumhaften Luxusdomizilen und unzähligen Wolkenkratzern an der Mündung des Hudson Rivers, bleiben vom Klimawandel nicht verschont und sollen, laut Prognosen, bereits in wenigen Jahrzehnten regelmäßig überflutet werden.

Hauptverantwortlicher für diesen Effekt: der Mensch – jeder Mensch, hiervon kann sich niemand freisprechen! Die meisten Experten sind sich mittlerweile einig, dass der Temperaturanstieg auf der Erde dem Treibhausgas Kohlenstoffdioxid zuzuschreiben ist, welches in hohem Maße vom Menschen erzeugt wird. 1,5 – 2,5 Grad Celsius reichen aus, um bis zu 30 Prozent der vom IPCC (Weltklimarat) beobachteten bedrohten Arten unwiderruflich auszurotten. Wird nichts unternommen, diese Emissionen zu senken, wird in den nächsten 90 Jahren ein Temperaturanstieg von bis zu sechs Grad Celsius vorhergesagt, was einen ganzen Rattenschwanz an Katastrophen mit sich bringen würde. Durch ein Ansteigen der Temperatur erhöhen sich auch die Wassertemperaturen unserer Meere und mit ihr der Säuregehalt der Ozeane. Die Folgen liegen auf der Hand und gehen noch viel weiter. Hurrikans und Wirbelstürme ziehen ihre Kraft aus der Wärme des Wassers, steigt die Meerestemperatur, steigt auch die zerstörerische Kraft der ohnehin schon verheerenden Stürm, was wiederum auch politische Folgen hätte. Schon jetzt in Indien zu beobachten, wo ein mit Stacheldraht bestückter Grenzzaun die Flüchtlingsströme aus dem von Überschwemmungen geplagten Nachbarland Bangladesch gewaltsam stoppen soll.

Ob der Klimawandel noch aufgehalten werden kann oder wir eines Tages hautnah solche Szenarien bei uns erleben, liegt einzig und allein in der Hand eines Jeden. Eines steht jedenfalls fest, das Klima ändert sich und der Mensch kann sich auch noch ändern, er muss nur damit anfangen, bevor es zu spät ist!

Judith Schomaker

Internet-Datenbank zum Recht der erneuerbaren Energien in der EU

Die Internetdatenbank www.res-legal.de des Bundesumwelt-ministeriums bietet Interessenten aus Politik, Verwaltungen, Verbänden, Unternehmen und Wissenschaft die Möglichkeit, zentrale Rechtsquellen der 27 EU-Mitgliedsstaaten zur Förderung und zum Netzzugang von Strom aus erneuerbaren Energien zu recherchieren, analysieren und vergleichen.

Während sämtliche Länderprofile auf Deutsch und Englisch vorhanden sind, liegen die Gesetzestexte im Original und überwiegend auch in englischer Übersetzung vor.

Bei der juristischen Auswertung der Gesetze werden die Regelungen für Wind, Solar, Geothermie, Biomasse oder Wasserkraft im Detail aufgeführt. Die Daten sind nach Informationen zur Förderung, zum Netzzugang sowie zu den Gesetzestexten gegliedert.

Seit ihrem Start vor rund einem Jahr haben bereits über 70.000 Besucher die Datenbank, die regelmäßig gepflegt und aktualisiert wird, genutzt. Die Top 5 der aufgerufenen Länder sind Italien, Spanien, die Tschechische Republik, Frankreich und Deutschland.

Corinna Lang

In 10 Jahren zur Energiewende

Der Herbst ist da, die Zeit, in der Schmuddelwetter und Wind das tägliche Leben prägen. Was dem Durchschnittsdeutschen langsam auf das Gemüt schlägt, freut die Bewohner einer kleinen dänischen Insel im Kattegat umso mehr, denn im geografischen Herz des Königreichs, können die rund 4.200 Bewohner gar nicht genug Wind bekommen.

Begonnen hatte das Klimaprojekt Samso bereits im Jahr 1997. Seinerzeit gewann ein pfiffiger Ingenieur mit seinem Energiekonzept für das 114 Quadratkilometer kleine Eiland gerade den Ideenwettbewerb des dänischen Umweltministeriums für eine kohlen- und schwefeldioxidfreie Zukunft. Ein perfekter Plan für das sonnen- und windreiche Samso, denn bislang kam der Strom auf der Insel über Leitungen vom Festland, das Öl zum Heizen per Schiff – 250 Millionen Kilowattstunden pro Jahr für Energie. Außerdem zog es Ende der 90er Jahre, aufgrund gestiegener Arbeitslosigkeit, viele Samsinger weg von ihrer Insel, zahlreiche Siedlungen verfielen dadurch, Samso befand sich mitten in der Depression.

Zu dieser Zeit musste reichlich Überzeugungsarbeit geleistet werden, um den restlichen Inselbewohnern, hauptsächlich Bauern und Handwerker, die Idee der klimafreundlichen Insel so schmackhaft wie möglich zu machen. Keine leichte Aufgabe, denn die Samsinger sind kein entscheidungsfreudiges Völkchen und „überschlafen“ solche Angelegenheiten gerne ein wenig länger. Dennoch gelang die Überzeugung, schließlich musste ihnen nur die Einfachheit der Sache, die entsprechende Rentabilität nahegelegt und möglichst viele Bürger als Eigentümer in die Projekte mit einbezogen werden. Unterstützend hierfür waren auch die gesetzlichen Tarife zur Einspeisung von Strom und die Abnahmeverpflichtung der Stromgesellschaften, sowie die positiven Einstellung der skandinavischen Banken gegenüber derlei Initiativen.

Subventionen von Vater Staat gab es jedoch keine und so stemmten Privatleute und Kommune das Vorzeigeprojekt - bis heute etwa 57 Millionen Euro. Dafür decken die Samsinger ihren Strombedarf zu 100 Prozent aus der Windkraft. Elf Windturbinen mit einer Leistung von einem Megawatt stehen verteilt auf der Insel, zehn weitere 1,3 Megawatt-Anlagen produzieren den Strom „offshore“ vor der Küste. Fünf davon gehören der Gemeinde, die übrigen wurden von Investorengruppen finanziert, getreu dem Motto der Samsinger: Lokal denken und lokal handeln!

Dazu gesellen sich weitere kleine „Haus-Windanlagen“, Stroh betriebene Heizkraftwerke, Holzhäckselheizungen, Sonnenkollektoren und Solarzellen, sogar selbst gepresstes Rapsöl gehört mit zum Repertoire der Samsinger und macht sie so zur Vorzeige-Insel für erneuerbare Energien. Dabei verstehen sich die Bewohner keineswegs als „Ökos“ und Umweltschutz ist für sie eher ein netter Nebeneffekt. Die Hauptsache ist, dass sich die Investitionen rechnen, schließlich hat niemand Geld zu verschenken und investiert gerne etliche hunderttausende von Euros, wenn die Sache nicht „rund“ läuft. Das aber läuft in Samso im wahrsten Sinne des Wortes und so hinterlässt das kleine Eiland einen großen ökologischen Fußabdruck, indem es rund 80 Millionen Kilowattstunden „überschüssigen Strom“ auf das Festland exportiert!

Judith Schomaker