Giftstoff

Quecksilber in Energiesparlampen

Das Umweltbundesamt  warnt vor Quecksilber in Energiesparlampen. Wenn diese zerbrechen, können gefährliche Quecksilberdämpfe freigesetzt werden, die noch Stunden später in der Luft feststellbar sind. Quecksilber, das vor allem in Thermometern verwendet wird, ist ein giftiges Schwermetall, das schon bei Zimmertemperaturen verdunstet. Beim Einatmen von Quecksilberdämpfen (in hohen Mengen) kann es zur Quecksilbervergiftung mit langfristigen Schäden kommen. Vorsicht geboten ist vor allem bei Kleinkindern und Schwangeren. Auch Hunde, Katzen und andere Haustiere sollten nicht in die Nähe frisch zerbrochener Energiesparlampen gelangen.

Tests des UBA mit handelsüblichen Energiesparlampen haben unmittelbar nach dem Bruch Konzentrationen in der Luft  ergeben, die den für Innenräume empfohlenen Richtwert von 0,35 Mikrogramm pro Kubilmeter um das 20-fache überschritten. Bei den Test wurden zwei Energiesparlampen europäischer Hersteller untersucht: eine mit zwei Milligramm und eine mit fünf Milligramm Quecksilber. Untersucht wurden allerdings Fälle, in denen die zerbrochenen Glassplitter liegen blieben. Aber auch wenn man die Lampenbruchstücke sofort entfernt, ist nicht auszuschließen, dass Quecksilberreste zurückbleiben, beispielsweise in den Fugen von Holzfußböden.

Das UBA empfiehlt bruchsichere Energiesparlampen mit einer Ummantelung, vor allem in Kinderzimmern, Kindergärten und Schulen, oder andere Schutzmaßnahmen, um die Lampen vor dem Zerbrechen zu schützen. Bruchsichere Modelle sind bereits im Handel verfügbar. Zudem gibt es alternative Leuchtmittel ohne Quecksilber (LED, Halogen). Auch empfiehlt das UBA eine ordnungsrechtliche Vorgabe durch die Europäische Union. Auf den Verpackungen der Lampen sollten Warn- und Beseitigungshinweise angebracht werden. Den Handel fordert das UBA auf, ein flächendeckendes und einheitliches Rücknahmeangebot einzurichten, damit die Lampen nicht im Hausmüll landen. Derzeit dürfen Energiesparlampen bis zu fünf Milligramm Quecksilber enthalten, was zwar weniger ist als in Neonröhren; mittelfristig sollten Energiesparlampen aber möglichst auf Quecksilber verzichten.

Was tun, wenn eine Energiesparlampe zerbricht?

    • Vor dem Reinigen etwa 15 Minuten das Fenster öffnen und auch danach geöffnet lassen
    • Gummihandschuhe tragen
    • Splitter mit Karton oder Papier zusammenkehren (nicht saugen oder fegen!)
    • Splitter in verschließbares Gefäß tun (zum Beispiel Glas mit Schraubverschluss)
    • Abfälle in der örtlichen Sammelstelle abgeben, nicht in den Hausmüll!


Josephin Lehnert

Tags Energiesparlampe | Quecksilber | Umweltbundesamt Kategorien Erneuerbare Energien Cleantech Datum Mittwoch, den 15. Dezember 2010 um 05:38 Uhr Autor Josephin Lehnert

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