Der Klimaschutz ist mittlerweile zu einer festen Größe in Politik und Medienlandschaft herangewachsen. Allerdings werden hierbei fast ausschließlich die Sektoren Energieerzeugung und Verkehr berücksichtigt. Der enorme Flächenverbrauch und dessen Folgen für das Klima werden hingegen kaum thematisiert.
Dabei ist dieser Bereich nicht zu vernachlässigen. Mit “Flächenverbrauch” wird die Umwandlung von Grün- und landwirtschaftlich genutzten Flächen in Wohn-, Industrie-, Verkehrsflächen bezeichnet. Laut Umweltbundesamt (UBA) wird in Deutschland täglich eine Fläche von zirka 100 Hektar beziehungsweise etwa 100 Fußballfeldern bebaut, obwohl viele bereits versiegelte Flächen ungenutzt sind. Zwar ist die Tendenz abnehmend, aber nach wie vor auf einem zu hohen Niveau.
Hauptgründe für den hohen Flächenverbrauch sind unter anderem die zunehmende [mehr...]
Iris Kastner, Gründerin der Designplattform “Kwirl“, im Gespräch mit dem CleanEnergy Project. Die Plattform präsentiert Green Design [mehr...]
Wie sang noch vor ein paar Jahren der Hamburger Hip-Hopper Jan Delay: „Dennis mag kein Tofu, denn das ist vergiftet. Und Matt mag keine [mehr...]
Neues vom e-Monday – dem Münchner Stammtisch für Elektromobilität
Tesla testen – Vater des Smart – Ab 2020 fährt jedes [mehr...]
Das nach dem Ausbruch von Eyjafjallajökull in weiten Teilen Europas verhängte, viertägige Flugverbot gibt Wissenschaftlern Gelegenheit, [mehr...]
Nicht alles was aus China kommt, hält ewiglich: Was bisher eher als Konsumweisheit für Kinderspielzeug galt, kann mittlerweile auch im [mehr...]
Bis zum 31. Januar 2010 sollten die UN-Länder ihre Reduktionsziele und Klimapläne dem UN-Klimasekretariat vorlegen, so wurde es auf dem [mehr...]
Bereits seit längerem wird von verschiedenen Wissenschaftlern darüber diskutiert, ob die weltweite Erderwärmung zu einem verstärkten [mehr...]
Es hört sich an wie ein weiterer Versuch der Quadratur des Kreises: Auf dem Expo-Pavillion “Take a drive to 2030?“ in Shanghai will China in [mehr...]
Deutschland nimmt im Zukunftsmarkt Cleantech, der Kommerzialisierung sauberer Technologien, eine weltweite Schlüsselposition ein. Dies beweist einmal mehr der Green Venture Summit, der erstmalig am 10. Mai 2010 in Berlin stattfinden wird. Die Organisatoren konnten in weniger als drei Monaten 36 Speaker, 13 Sponsoren und 23 Medienpartner für den Cleantech‐Kongress [mehr...]
In Deutschland wird europaweit der meiste Solarstrom erzeugt, doch das Herz der europäischen Solarbranche befindet sich nicht in Deutschland, [mehr...]
Individuelle Mobilität – darauf möchte keiner wirklich verzichten. In Großstädten mit ausgebautem ÖPNV bedeutet der Verzicht auf ein eigenes [mehr...]
Deutschen Wissenschaftlern gelang es, Ökostrom in Erdgas umzuwandeln. Das könnte ein wichtiger Erfolg auf dem Weg zu 100 Prozent erneuerbaren [mehr...]
Warum fällt es uns eigentlich so schwer, in puncto Wirtschaft, Politik oder Umweltschutz Entscheidungen zu treffen und Maßnahmen zu ergreifen, [mehr...]
Sie sind eher unscheinbare Geschöpfe, aber in ihrer Produktivität von chemischen Verbindungen unerreicht: Die Einzeller. Bisher bekannt für Ihre [mehr...]
Die Polen importieren nicht nur Autowracks aus Deutschland oder anderen westlichen Ländern, sondern auch ausgemusterte Windanlagen. Darüber [mehr...]
Jeder kennt sie: Die Bilder von brennenden Regenwäldern und die grünen Flächen auf der Weltkarte, die mit besorgniserregender Geschwindigkeit [mehr...]
Saudi-Arabien will eine durch Solarenergie angetriebene Anlage zur Meerwasser-entsalzung bauen. Hierbei sollen neue, von IBM entwickelte [mehr...]
Kühe sind schädlich fürs Klima, wenn sie rülpsen oder ihren Flatulenzen freien Lauf lassen, setzen sie klimaschädliches Methan frei. [mehr...]
In den Nachrichten gibt es derzeit nur noch ein Thema: Der Vulkanausbruch auf Island! Die Auswirkungen des Eyjafjallajökull sind deutlich zu [mehr...]
Ein grünes Effizienzhaus-Schild am Eingang zeigt, was ein Gründerzeit-Mehrfamilienhaus in München, ein Einfamilienhaus der 60er Jahre und ein [mehr...]
Am 31. März glitt die PlanetSolar, das größte Solarboot der Welt, in die Ostsee. Nach einigen Tests geht der futuristisch anmutende [mehr...]
Am 31. März glitt die PlanetSolar, das größte Solarboot der Welt, in die Ostsee. Nach einigen Tests geht der futuristisch anmutende Katamaran von hier aus weiter in das Mittelmeer. Ziel ist eine Weltumrundung nur mit Sonnenenergie. Die 50.000 Kilometer lange Route wird vor allem entlang des Äquators führen, da hier die Sonneneinstrahlung am intensivsten ist, und insgesamt rund 160 Tage dauern. Die vier Mann Besatzung, darunter Raphaël Domjan und Gérard d’Aboville, planen für 2011 eine Reise vom westlichen Mittelmeer aus über den Atlantik, durch den Panama-Kanal, über den Pazifik und den Indischen Ozean. Die Tour endet dann nach der Durchquerung der Suezkanals wieder im Mittelmeer.
Da die Lage im Indischen Ozean und im Roten Meer derzeit riskant ist, überlegt das Team, über das Cap der guten Hoffnung zu reisen. Stopps in großen Städten wie New York, San Francisco, Darwin, Singapur und Abu Dhabi sollen möglichst viele Menschen für das Projekt interessieren und auf die Möglichkeiten erneuerbarer Energien aufmerksam machen. Bei Werbefahrten kann das Boot bis zu 40 Fahrgäste aufnehmen.Um über die solargetriebene Weltreise zu informieren, hat PlanetSolar eine Wanderausstellung entwickelt, die in Form eines Dorfes mit Hilfe von Ausstellungen und Animationen das Projekt darstellt. Die Energieversorgung des Dorfes erfolgt soweit wie möglich mit Strom aus eigenen Solarmodulen und ergänzendem Strom aus erneuerbaren Quellen.
Nach einer langen Bauzeit von rund 13 Monaten und einer anschließenden Testphase wird das Boot auf dem Hamburger Hafengeburtstag vom 7. bis 9. Mai vorgestellt. Der Solarkatamaran soll bei der Eröffnungs- und Auslaufparade ganz vorne mitreisen und ein Highlight der Parade sein. Hier wird auch das Info-Dorf zu sehen sein.
Das Projekt Planet Solar bietet insgesamt rund 100 Menschen Arbeit. Viele davon sind in der Forschung tätig und beschäftigen sich gemeinsam mit Partnern mit Themen rund um die Energie, Antriebssysteme, Hochseenavigation mit Sonnenenergie, Simulationssoftware, Routenplanung und Simulationen.
Susanne Kirsch
Tags: PlanetSolar, Solarboot, Weltumrundung
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Eine Woche leben und arbeiten auf einem ökologischen Hof in der Sierra von Cádiz und dabei [mehr...]

Eine Woche leben und arbeiten auf einem ökologischen Hof in der Sierra von Cádiz und dabei alternative Lebensformen kennen lernen – dies hat Ann-Morla Meyer im März dieses Jahres erlebt.
Die nicht enden wollende Kälte in Berlin trieb mich Ende Februar in Spaniens Süden. In Cádiz, einer andalusischen Stadt umgeben vom Atlantik, erfuhr ich von der Kooperative “La Verde” („Das Grüne“) zirka 100 Kilometer nordöstlich von der Stadt. Ich wollte immer schon mal WWOOFFen. Diese umständliche Abkürzung steht für World Wide Opportunities on Organic Farms und umschreibt das Arbeiten auf Ökohöfen gegen Kosten und Logi. Nach einigen Anrufen und Hilfe von den sympathischen Einwohnern von Cádiz (Gaditanos) konnte ich am 8. März den Bus nach Villamartín nehmen. Nach zwei Kilometern Fußmarsch erreichte ich das verwitterte Schild und erblickte einiges, das ich nicht mit Sierra in Andalusien assoziiert hatte : Kakteen überwuchert mit Schnecken, der Fluss über die Ufer getreten, der Weg unpassierbar mit normalem Schuhwerk und alles in einen feinen, grauen Regen gehüllt.
Schon vorher hatte ich gehört, dass auch Andalusien von einem außergewöhnlich schlechten Winter heimgesucht wurde. Hier allerdings konnte ich erfahren, was das – außer schelchtem Wetter – bedeutet. Der Fluss war zwar schon früher über die Ufer getreten, dieses Jahr aber stand zum ersten Mal auch das Haus unter Wasser – und zwar gleich dreimal 30 Zentimeter hoch.
Als ich ankomme liegt eine schwere Melancholie über allen. Der ständige Regen belastet die Leute sehr, doch ich kann erleben wie sie aufblühen, als die Tage besser werden. Endlich können sie versuchen etwas von der Winterernte zu retten und die Felder wieder in Schuss zu bringen. Zur Winterernte gehören in der Regel Porree, Rote Beete, Salat, Zwiebeln, Fenchel, Brockoli, Radieschen und abas, eine Bohnensorte. Doch während der Woche, in der ich da bin, können nur die ersten beiden Gemüsesorten geerntet werden. Der Rest bleibt für den Selbstverzehr. Ich und Manoli, die 40-jährige Freiwillige aus Holland, die hier an den Wochenenden lernt Flamenco zu singen und zu tanzen, lieben es, nach getaner Arbeit über das Feld zu laufen und uns unser Abendessen zusammen zu sammeln. Außerdem kommen in dieser Woche endlich die Setzlinge ins Gewächshaus. Aubergine, Paprika und Tomate werden, neben den produzierten Früchten, Gemüsesorten und den Samen aus der Samenbank, verkauft. Die Samenbank entstand vor ein paar Jahren und weist mittlerweile eine immense Vielfalt auf. Es gibt hier über 50 verschiedene Sorten Salat und über 100 verschiedene Sorten Tomaten.
Die Kooperative “La Verde” gibt es schon seit 23 Jahren und zwei der Gründungsmitglieder, Enrique und Manuela, arbeiten noch immer hier. In dem „Haus“ oder eher Scheune mit Wohnküche unter Welldach wohnen die Freiwilligen, die wie ich zum Arbeiten auf den Hof kommen.
Bei diesem Wetter ist es kalt und feucht und wenig Licht dringt in den Raum, der mit zwei Doppelstockbetten und einem Regal eingerichtet ist. Hier wird für die heißen Sommermonate gebaut, in denen man sich über einen einigermaßen kühlen Schlafraum und Schutz vor den Mücken freuen wird.
Die vier Kooperativen-Mitglieder, Enrique, Manuela, Fransisco und José, leben in den umliegenden Dörfern. “La Verde” entstand aus einem gewerkschaftlichen Milieu heraus, das sich der herkömmlichen landwirtschaftlichen Struktur widersetzte. Einigen Großgrundbesitzern gehört die Fläche und die Bäuerinnen und Bauern aus den Dörfern verdingen sich hier. Heute geht nur noch wenig politische Aktivität von “La Verde” aus, doch sie ist noch immer ein Anlaufpunkt gesellschaftlicher Aktivität in der Gegend.
Dienstags kommen Concha und Lucia, um im Lehmofen ökologisches Sauerteigbrot zu backen. Oder Javier, der 14-jährige Problemjungen aus Deutschland, der hier in Spanien betreut wird, kommt vorbei, um seine ökologisch produzierten Eier abzugeben. Diese Erzeugnisse, sowie die Ernte aus La Verde und anderen Ökohöfen wird gemeinsam über die Cooperativa Los pueblos blancos („Die weißen Dörfer“) in ganz Andalusien vertrieben. Sie liefern zum einen an die Ökoläden und verschicken zum anderen jede Woche mehr als 100 Ökokisten à zwölf Kilogramm Mischware. Manchmal kommen Schulklassen oder Behinderte, um die Natur zu erleben. Und eine Freundin der Kooperative hat die universidad rural gegründet um die Weisheiten der Landwirtschaft zu erfassen und zu bewahren.
Zu meinen Aufgaben gehören Olivenbäume schneiden, Einsammeln von angeschwemmtem Müll und Unkraut jähten bei den Zwiebeln. Was für eine Arbeit! Zwischen mir und den schmalen Zwiebelblättern stehen knapp ein Meter hohe Rapspflanzen und knapp ein Meter breite Distelgewächse. Später bin ich auch beim Ernten der abas dabei und beim Ernten, Schneiden und Waschen des Porrees. Mir schwant, wie viel Arbeit im Ökolandbau steckt.
Was mir außerdem auffällt, ist, dass die Felder auf den ersten Blick hin überhaupt keine Struktur aufweisen. Man geht den Weg zum Haus entlang an einem riesigen Feld voller Unkraut. Erst auf den zweiten Blick wird deutlich, dass es durchzogen ist von Reihen Salat und Zwiebeln und all dem anderen Wintergemüse. Dazwischen wächst bunt und frisch das Unkraut. Es ist ein gesunder Boden und es tut ihm besser, bedeckt zu sein und so weniger schnell auszutrocknen. Leichter zu erkennen sind die Obstwiesen, wo Pfirsiche und Nektarinen angebaut werden.
Früher wurden die Felder von einem Beregnungscomputer bewässert, doch seit der kaputt gegangen ist und der Installateur nicht mehr hier lebt, wird wieder mit einem von Hand aufzubauenden Rohrsystem und einer alten, einfachen Wasserpumpe bewässert – zumindest solange bis das Wasser im Wasserbassin noch nicht leer ist. Wartung wird hier generell nicht groß geschrieben. Als ich nach einem Schleifwerkzeug für die Astscheren frage, versteht man mich nicht. Auch die Solaranlagen funktionieren nicht mehr. Zwei Photovoltaikanlagen von 1991 und 1998 mit insgesamt zirka 350 Watt sind nicht mehr in Betrieb, weil die Batterie kaputt ging und man heute sowieso ans allgemeine Stromnetz angeschlossen ist. Die Solarthermieanlage aus 2004 lieferte aus dem 200 Liter Speicher noch bis in den November Warmwasser zum Duschen. Doch jetzt scheint ein Loch in einem der Sammelrohre im Kollektor zu sein und die Scheibe beschlägt, wenn der Wasserkreislauf eingeschaltet wird. Die Installationsfirma weiß schon Bescheid und ein solcher Fehler müsste ein Garantiefall sein, doch gekommen ist noch keiner, um den Schaden zu beheben.
So freue ich mich über die spanische Mentalität und kann doch über manches nur den Kopf schütteln. Geblieben ist mir ein lockerer Umgang mit Unvorhergesehenem und ein paar Samen. Jetzt hoffe ich, dass Salat, Radieschen und Co. schon bald meinen Großstadtgarten bewuchern.