Es knistert an den Biotechnologie-Forschungsstandorten in ganz Deutschland. Die Algen sind im Kommen. Viel Hoffnung wird in den grünen Schleim, wie wir ihn sonst aus heimischen Gewässern kennen, gesetzt. Sie haben die Fähigkeit CO2 unter Einfluss von Sonnenlicht in Biomasse umzuwandeln – so weit so bekannt. Als phototrophe Organismen können sie allerdings das Sonnenlicht viel effizienter als Mais oder andere Energiepflanzen nutzen. Sie setzen also schneller „Fett” an.
Zudem nimmt die Algenproduktion im Vergleich sehr wenig Platz ein. Wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine, Farbstoffe und Fettsäuren sowie die Möglichkeit einer kontinuierlichen Ernte erhöhen die Attraktivität weiter. Algen werden vermehrt als nachhaltige und klimafreundliche Rohstoffquelle für Wertstoffe und Energie beworben. So interessieren sich große Energieversorger wie Eon und EnBW [mehr...]
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Für Klimaschutz und Nachhaltigkeit interessiere ich mich seit…
1996.
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I know. Everybody keeps saying that we will not change anything by scaring people. But how do YOU feel when you read the special issue in the Proceedings of Natural Academy of Sciences on tipping elements?
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O.K. This is bit late but I think I finally have a name for the decade we just lived through. Sure, it took me till the last day — of the last month —– of the last year but I think this will work. Reposted with permission from Steven Leibo’s SageThoughts.
Perhaps I should back up. When you teach courses on modern international history and politics [as [mehr...]
Viel Energie war nötig, um die Region an dem Flüsschen Ruhr zu dem zu machen, was sie heute ist. Der [mehr...]
Viel Energie war nötig, um die Region an dem Flüsschen Ruhr zu dem zu machen, was sie heute ist. Der wichtigste Energieträger war dabei zunächst die Kohle: Die hier gut erschließbaren Steinkohleflöze und der große Bedarf der frühen Stahlindustrie nach diesem Brennstoff machten im 19. Jahrhundert aus der verträumten mittelalterlichen Landschaft in nur wenigen Jahrzehnten das größte Industriegebiet Europas. Bald schon prägten nicht mehr alte Kirchtürme die Ortschaften, sondern ratternde Fördertürme und rauchende Schornsteine. Arbeiter aus ganz Europa strömten an die Ruhr, ließen sich nieder und bildeten ein ganz eigenes buntes Völkchen. Die beschaulichen alten Städte wie Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg wuchsen und wuchsen und wuchsen so irgendwann zusammen. Das Ruhrgebiet wurde zu einem der größten städtischen Ballungsräume Europas mit etwa fünf Millionen Einwohnern.
Strukturwandel mit Kultur und neuer Energie
Gegen Mitte des 20. Jahrhunderts bahnten sich dann erneut gewaltige Umwälzungen in der Region an: Mit der Kohlekrise von 1957 fing das an, was als Zechensterben weiterging und sich bis heute in einem umfassenden Strukturwandel fortsetzt. Aber man setzt an der Ruhr heute nicht nur auf die Heilsversprechen des „Dienstleistungssektors”, sondern man knüpft auch bewusst an die vorhandenen Traditionen im Bereich der Energiegewinnung an. So versucht sich beispielsweise die „Solarstadt” Gelsenkirchen heute unter dem Slogan „von der Stadt der tausend Feuer zur Stadt der tausend Sonnen” als Standort für erneuerbare Energien zu etablieren. Viele weitere Projekte und Anlagen der umweltfreundlichen Energiegewinnung zeugen davon, dass das Zeitalter des umwelt- und klimaschädlichen Kohlestroms auch hier bald vorbei sein wird. Neben dieser neuen Weichenstellung in der Energieversorgung hat es das Ruhrgebiet auch geschafft, seine einmalige Industriegeschichte zu nutzen und die hier überall vorhandenen und inzwischen zumeist denkmalgeschützten Industrieanlagen zu einer dichten Kulturlandschaft auszubauen. Diese besondere Kulturlandschaft ist nun zur „Europäischen Kulturhauptstadt” des Jahres 2010 gekürt worden.
Das Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt
Der dynamischen und wechselvollen jüngeren Geschichte des Ruhrgebiets entsprechend steht das Kulturjahr unter dem offiziellen Motto „Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel”. Mit einer Vielzahl ganz verschiedener Installationen, Ausstellungen und Veranstaltungen wird versucht, die sich so schnell, so konstant und so spektakulär wandelnde Kultur der Region zu veranschaulichen und greifbar zu machen. Für die Gäste des Kulturjahres und nicht zuletzt auch für die postindustrielle Generation der Ruhrbewohner, die Zechen nur noch als Industriekulturdenkmäler kennengelernt hat, wird es sicherlich sehr eindrucksvoll sein, die Dimensionen der alten Industrieanlagen zu erleben. Wenn beispielsweise die gewaltige und wunderschöne Union-Brauerei in der Dortmunder Innenstadt als Kulturtempel wieder aufersteht und so erstmals öffentlich zugänglich wird. Oder wenn hunderte leuchtend gelbe Heliumballons über den alten Bergbauschächten schweben und sichtbar machen, wie unglaublich viele dieser Anlagen es hier gab. Zechen, Kokereien, Hochöfen, Brauereien, Halden, Gasometer und Maschinenhallen stehen hier wirklich an jeder Ecke – und laden in diesem Jahr nachdrücklich dazu ein, sie in neuem Licht und neuem Rahmen neu zu entdecken.
Die Energie der Kulturhauptstadt
Da die Geschichte des Ruhrgebiets untrennbar mit der Geschichte der Energieversorgung zusammen hängt, liegt ein Schwerpunkt des Kulturjahres auf dem Themenfeld Energie. So erlaubt die Fotoausstellung „Revier unter Strom” spannende Einblicke in die Geschichte der Elektrizität im Ruhrgebiet. Das „Ruhr-Atoll” bietet auf künstlichen Inseln im Baldeneysee viele kreativ aufbereitete Informationen über die regenerativen Energiequellen Wasser, Wind und Sonne. Außerdem lädt der Energieversorger RWE zu einer Diskussion über eine neue „EnergieKulturEuropa” ein. Da sich die RWE AG wie auch viele andere der großen Energiekonzerne bisher eher für Kohle- und Atomenergie als für umweltfreundliche erneuerbare Energie engagiert habt, sei an dieser Stelle zum kritischen Mitdiskutieren aufgefordert – damit diese Diskussion nicht bloß eine Werbecampagne der etablierten Energieindustrie wird.
Einladung an die Ruhr
Am 9. und 10. Januar 2010 wird das Kulturjahr offiziell eröffnet. Bis zu 100.000 Gäste werden dann erwartet in der Essener Zeche Zollverein, die selbst längst zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Ein umfangreiches Programm mit viel Livemusik und Feuerwerk lädt dazu ein, das alte Kohlenrevier als besondere Kulturlandschaft neu zu entdecken. „Das Ruhrgebiet wird grotesk unterschätzt” sagt Fritz Pleitgen, Chef des Kulturjahres. Es ist an der Zeit, dass das Ruhrgebiet sein altes kohlenverstaubtes Malocherimage endlich abschüttelt. Schließlich war viel Energie nötig um die Region an dem Flüsschen Ruhr zu dem zu machen, was sie heute ist: Die Kulturhauptstadt Europas 2010.
Stefan Heimann