Windparks sind aus dem heutigen Landschaftsbild kaum noch wegzudenken. Seit nunmehr 21 Jahren schießen sie wie Pilze aus dem Boden und produzieren dabei umweltfreundlichen und regenerativen Strom. Was des Einen Freud ist des Anderen Leid, denn immer mehr setzen sich Bürger in ganz Deutschland gegen ihre “stählernen Nachbarn” zur wehr und treten ihnen mit Bürgerinitiativen und Protesten entgegen.
Bei vielen Anwohnern zehrt die enorme Lautstärke der Windräder an den Nerven. Rotorblätter oder Getriebe werden in Schwingung versetzt und erzeugen Geräusche die an den Turm des Windrads weitergeleitet werden und dort lautes Brummen, Pfeiffen oder Rauschen verursachen. Dieser periodische Lärmpegel nervt die menschlichen Nachbarn dieser Kolosse verständlicherweise bis aufs Äußerste und verursacht teilweise erheblich Gesundheitsschäden.
Damit soll nun Schluss sein, so Forscher des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik in Dresden. Sie haben eine Art Schalldämpfer erfunden, der mit speziell auf die Frequenz der Rotoren eingestelltem Lärm entgegenwirkt. Im Klartext heisst das also, dass der Lärm mit Gegenlärm ausgeschaltet wird.
Mit sogenannten Piezoaktoren wird die genaue Schwingung der Windräder gemessen und das unterschiedlich starke Dröhnen in mechanische Bewegung umgetzt. Die maßgeschneiderte Schwingung wirkt dabei der lärmverursachenden Schwingung entgegen und hebt diese auf.
Das Ergebnis ist: Ruhe!
Wie der Bayrische Rundfunkt berichtet, lassen sich durch die Installation am Getriebe selbst alte Anlagen mit der Gegenlärm-Anlage nachrüsten. Jetzt fehlt nur noch ein geeigneter Industriepartner, um die Produktion zu generieren und damit für den Markt verfügbar zu machen.
– Judith Albers-Löningen
Tags: Energie aus Wind, Frauenhof-Insitut, Gesundheitsschäden durch Windanlagen, Offshore Park, Stromerzeugung, Windkraftanlagen, Windräder



















Ich halte den Begriff “enorme Lautstärke” im Clean Energy blog für daneben. Wer sich mal die Mühe macht die erlaubten Geräusche von Autos (an vielbefahrenen Straßen) mit Windräder zu vergleichen der versteht was ich meine.
Da ich ehrlich gesagt noch nie direkt neben einer Windanlage stand (das muss ich so schnell wie möglich ändern!!), kann ich hierzu gar nichts sagen, außer daß ich mir denke, daß Du sehr wahrscheinlich recht hast. Nur dass man eine laute Strasse eher in der Stadt als in Dörfern auf dem Land erwartet und akzeptiert.
Seltsam, was wir heutzutage aus Gewohnheit akzeptieren (auch die Anzahl an Todesfällen durch Autos; oder die Anzahl von Vögeln die gegen Fenster fliegen und sterben – was nebenbei bemerkt eine weit höhere Zahl ist als die Totschläge an Windrädern), während die negativen Effekte neuer und insgesamt positiverer Technologien stark hervorgehoben werden. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere, und versuchen mit allen Mitteln, gegen Neues zu argumentieren. Trotz allem ist es positiv, wenn die, wenn auch nicht enorme, aber immerhin doch wahrnehmbare Lautstärke, reduziert wird, oder_
Lieber Erhard, haben Sie schon neben einer Windkraftanlage gelebt? Ich schon und ich kann ihnen sagen, dass auch der einzuhaltende Mindestabstand gegen dieses Permabrummen nicht hilft. Sicher kann man Vergleiche zu lärmenden Autobahnen ziehen, hier werden aber wenigstens Lärmschutzwälle errichtet, bei Windrädern gibt es soetwas nicht! Und wer setzt schon seinen Neubau neben eine Autobahn? Mein Haus stand bereits, als die Anlagen genehmigt und erbaut wurden. Ich -und meine Familie ebenfalls- haben dem Geräuschpegel nicht standgehalten und sind letztendlich in eine ruhigere Ecke gezogen. Natürlich nicht ohne Einbußen beim Verkaufspreis für unser Häusle, denn wer will schon gerne neben Windkraftanlagen wohnen?
Herzlichst
Ihr P. Wösthoff
Es ist schon richtig, dass es eine Vielzahl an Geräuschquellen gibt, an die wir Menschen uns im Laufe der Zeit gewöhnen. In einem Punkt stimme ich Herrn Wösthoff zu: Beim Hausbau oder -kauf spielt der Standortfaktor eine große Rolle, wer auf`s Land zieht, möchte schließlich seine Ruhe haben und macht es sich nicht neben lärmenden Verkehrsknoten gemütlich. Ich selber habe den Geräuschpegel von Windkraftanlagen lange nicht glauben wollen, bis ich ihn selber zu spüren bekam. In der Nähe meiner Pferdeweide wurden gleich 5 Windräder aufgestellt, je nach Windrichtung konnte man ein Surren mal stärker mal weniger stark wahrnehmen. Einer Dauerberieselung dieser sehr unangenehmen Tonlage möchte ich persönlich nicht ausgesetzt sein, glücklicherweise musste ich das auch nur während der Stunden, die ich bei meinen Pferden verbrachte. Wie Tiere mit ihrem weitaus besseren Gehör im Allgemeinen darunter leiden, wage ich mir lieber nicht vorzustellen. Bei stärkeren Winden reagierten zumindest meine sonst so ruhigen Pferde recht nervös und so habe ich das Problem ganz einfach gelöst und bin mit meinen Vierbeinern auf eine andere Weide gezogen. Bis wir alle uns an den Permaton gewöhnt hatten, so lange wollte ich dann doch nicht warten…